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Wiener Morgenzeitung · 1927-01-25 · Heft 2841 (25.1.1927) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2841 (25.1.1927)
Date
1927-01-25
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 SSHett, DiensLvg «ütcRff wvgcninning 85. ME 1927 Nr. 2841 meierten Ertzen Chvim Solomons zmüchzugahlen. > DreZe Nachridit, die natürlich noch nicht bcßagt, -atz aus I dem Antrag auch wirklich ein Gesetz werden wird, hat, } wie nicht anvers -u erwarten war, unter den Familien Solomon, Solomonowitsch usw. der ganzen W^lt eine durch vorläufig un'be-gründste Hoffnung genährte Neiwluiti-cn h^rdovgerusen. Da Chaim Solomon laiu-t den bisher bekannt gewordenen Daten aus Lodz gestaMMt hoben fall, ist es möglich, daß sich Mnächst die Lod>zer „Ar^pruchsherechtigten" melden und zur Durchsetzung ihrer ABprüche orgonisieren. Und in der Tat wi.-.h ums a » s Lodz gemeldet, daß sich dort die Familien Solomon un'd Salomonowitsch zu einer JntLressengemeiinUnft vereinigt haben, wm bei der Auftrilrmg -er unerwarteten Erbschaft nicht z>u kurz zu kommen. Aus der Interessengemeinschaft soll bald ein Verein mit Staketen, Präsidenten. Kassier und vor allem mit einem — NechtSkonfuleniten werden. Der letztere ist allerÄMJs vorläufig der einzige, -rr aK der Jnteressengrmeir.iich'aift ein reelles und Mott greifbares Fnteresse Ile GriWe. Irr Sta-lv fn sesterrelch. Amtlich wird verlautbart: In Wien besteht keine Grippe-Epidemie. Die Zahl der Lungenentzündungen, welche bei schwerer Grippe häufig Vorkommen, ist geringer als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, die Anzahl der Krankentransporte und der Belag in den Spitälern zeigen ebenfalls gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr keineErhöhung. Der ft e i e r m ä r k i s ch e n Landesregierung wurden bis zum 20. Zänner im ganzen 3 7 6Grip Peerkrankungen, darunter 128 ambulante bekaimtgegeben. In Vorarlberg bestehen nach einem Berichte der dortigen Landesregierung in einer größeren Anzahl von Gemeinden gehäufte Grippeerkrankungen von gutartigem Charakter, deren Zahl im Abnehmen begriffen ist. Von den Landesregierungen der übrigen Bundesländer sind bisher keine Berichte eingelangt. Das Gesundheitsamt nimmt daher an, daß Grippeerkranlungen in irgendwie nennenswerter Zahl dort bisher nicht vorgekommen sind. Me Fülle in Budapest. Budapest, 24. Jänner. (II. T. K. D.) Nach dem Bericht t«S hauptstädtischen OoerPhysikatS sind gestern zwei ne-ue Fälle von spanischer Grippe gemeldet worden. In den Spitälern wur-ren 26 an Influenza Erkrankte ausgenommen. Vier Personen sind insoltze Influenza ge, storben. Verhaltungsmaßregeln bei Grippe. Bei dem immer wieder bedbachte-ten Auftrewn von größeren und kleineren Grippe-Epidemien sind folgende Vorsichtsmaßregeln zu beobachten: 1. Auch der anscheinend leichten „Erkältungen" ist sofort daS Bet: zu hüten und die Temperatur zu messen. 2. Sarge für gründliches Schwitzen durch Trinken von heißem Meder- oder LinbenEtentee; ernige Tabletten Acetylsalicylsäure. Apyron usiv. (3 bis 6 pro Tag) sind dakei wertvolle Hllfsmittel. 3. Bei vorhandenem Fieber befrage sofort den Arzt, *<r.n nur dieser allein kann im Entstehen begriffene Komplikationen feststellen und zweckmäßige Maßnahmen anordnen. drüben, sein Reich vorzuüereiden, und di>:<se Ausgabe vweinig-t alle, die guten Willens sind. Aber auch arißer der Aivs>?inawderseh>ung zwift-en den beiden Rcligion-en, deren Oberflächlichkeit trotz aller mildernden Umstände steller/weise s. ihr peiEich wirkt, oder aufrichtig g'isagt: trotz -e>m Ni-vemi dieser Betrachtrmaswe'pse, hat das B>uch von Flag einen großen Wert. Denn, wenn er es als Beichte eines Jünglings komponierte, so g>l)Hah es offensichtlich nicht nur deswegen, weil „in unserer Z.n't nur noch 15jährige Kinder Propheten sein können". Die Wörme und Eindringlichkeit so mancher Stellen zeigt, daß srlbsterlebte Kämpfe seinen Inhalt bilden, und so bildet die B^hn.mgsg'schichte des kleinen Claude ein äußerst schätzbares Dokument. Die Tragödie -es glücklichen jüdischen Kindes ist darin gestaltet. Vom Mtiisamitikimus nicht aug-efochten rin-d vom allsnfrühen Ernisi und den vielen Pflichten des Ghettos lkrkirschwert, kann es sich scheinbar unb-ehindsvt entwickeln. Mer sein Loben spielt sich im Schatten des Kreuges ab, -as winkt und droht, und seine Umgebunig ist von Gebräuchen und Traditionen -urchtränikt. die es nicht kennt, und von denen es sich ausgeschlossen weiß. Je weniger eS von seinem Judentum versteht, desto weniger kann es auch fam Reichtum, der ihm an allen Ecken und Enden anfsällt. en!'>'-?genhalten und dchto mehr s>Wt os sich als elenden Paria. Die Beihaupbung, dies seien veralborbe Dinge, die in unsere Jeit nicht mchr hineinpassrn, gibt vielleicht den Ettern die fragliche Grnuy'.'MMH. es so herrlich weit gebrot.it zn haben, aber di.? klaffende Lücke im Liberi -es Kindes kann sie nicht füllen. Bisher wur-e dieses Thema immer nur vom SbendpAMe der Allgemeinheit behandelt; etwa als Krebsischa^-en am Bestand -es Volkes. Hier sum erstenmal wurde es von der Seite der kindlichen SMe aus gesehen und als das dar gestellt, u»as es zunächst bsd'u'.-'t: einen Le'r-ensweg imd eine schwere Schädigung. Dies m eirdringlicher dicht'rischer Form gebar, m halben, ist das Verdienst Ed. Flcgs. Paris. Ameiie Gottlieb. 4. Verlasse nicht zu früh dar Bett! Rückfäll« und Nach, krankheiben sind besonders gefährlich! 6. Da fU Grippeerreger haup»sächlich durch die Muend- und Nachenhöhle eindringen, ist für deren gründliche Desinfektion zu sorgen. Besser als alle GurgeHsväsier, die nam-entilich für Kinder unbequem sind (ofc sogar gefährlich), wirken dabei die F o r m a m i n r-Tabletten; -renn während mit Gurgelwasfer nur eine obersiächlich und daher unvollkommene Bespulung des Mundes und Nachens erreicht wird, dringt der Fornmmint-Spelchel in ile kleinsten Falten und Fäbtchen der hinieren Partien des Rachens ein und bewirkt zugleich durch allmähliche Libjpaltung des Formaldehyds eine sichere Desinfektion der gesamten Mund, und RachenhiHle (halibstün-tvich biS stündlich eine Formamint-TaUe.tl-e langsam im Munde zergehen lassen)! 7. Tue also Dein möglichstes, um Dich gegen Ansteckung zu schützen! Beachte daLei namentlich folgendes-. Nimm überall da, wo eine AnsteckungSMahr vovliegen könnte (Thea:er. KinoS. Fabriken. Dureüus. Krankenzimmer, Gleltrische, Ersen-, Hoch- und Nntergrun:ibahn, Omnilnsse usw. usw.) die angenehm schmeckenden Formamintel.tcn. Wasche D!r möglichst oft die Hände, unbedingt vor dem Essen urld nach allen Verrichtungen, bei denen Du die Häute beschmutzen könntest! Bringe s'e niemals unnötigerweise in Berührung mit dem Munde! Iß nicht in einem Zimmer, in dem sich Grippekranke aufhallen! Wien. 29. JSnuer. DaS Wetter. , Gestern begann es nach anfänglichem Schönwetter zu schneien und dann zu regnen. Auch die Bewölkung hat wieder zugenommen. Die Wettervoraussage spricht von einer Temperaturzunahme und zeitweisen Niederschlägen. Bon VaugoinS Wehrmacht. Die vom Amtsblatt der christlichsozralen Partei angekündigte Ausrückung eines Teiles der Truppen des Heeresministers B a u g o i n wegen des Bildes „Quer bei Fuß" in der „A-B-C- Revue" der Kammerspiele hat in der Nacht vom Samstag zum Sonntag überfallsweise stattgefunden. Befehlgemäg gaben die im Zuschauerraum verteilten Unteroffiziere und Mannschaften, während auf der Bühne der Oberst mit der Ordonnanz agierte, ihrer Entrüstung Ausdrirck und rückten dann — die Wache hatte inzwischen die Personaldaten der Ruhestörer festgestellt — in ihre Ubikatr'onen ein. — Wie seinerzeit berichtet, hat Bürger« WVYfVfTVWVWYfYYTV Das ist der Ruf des Hasses, der durch die ganze Welt gellt. In einem grandiosen Zeitroman des Dichters Kurt Münzer ist dieser Schicksalsruf eingefangen. Blutrausc.i des Krieges, Entartung der Nachkriegszeit, Pogromgeheul in der Weltstadt Schrei der Verblendeten und Verführten tont aus einem Werk von ungerhorter Spannung. Flammende Anklage, dumpfe Ergebung, Blut und Schmutz, Tranen und Reinheit vereinigen sich zu einem Gemälde von mächtigem Format. JUDE ANS KREUZ ist der Judenroman unserer Zeit, erschütternd und wahrhaft. JUDE ANS KREUZ der große sensationelle Roman v. Kurt Münzer erscheint ab Samstag» den 5. Februar 1-J« zum erstenmale in der »Wiener Morgenzeitung11. AAAAAAAAAAAAAAAAAAA meister Se itz als Landeshauptmann von Wien unter Berufung darauf, dah landfremde Truppenkörper nach dem Weyrgefetz nur mit Zustimmung der betreffenden Landesregierung in einem anderen Bundesland einanartiert werden dürfen. Protest gegen die Verlegung des nkederösterrcichischen Infanterieregiments Nr. 6 nach Wien eingelegt. Da das Heeresministerium sich weigert, daS Regiment wegzuverlegen, hat Landeshauptmann Seitz eine Klage gegen das Heeresministerinm beim Verfall,ingsgerichtsyof eingebracht. Lohnbewegung unter den Zahntechnikern. Der Verband der zabntechnifchen Angestellten hält heute um 7 Uhr abends eine Vollversammlung im Sitzungssaals dealten Rathauses ab. in welch:r über den Stand der Lohnverhandlungen Bericht erstattet wird. Der Revolver im Gefchüstsleven. Aus Bremen wird gemeldet: Ein hiesiger Kaufmann und ein Kaufmann mt8 Jever gerieten auf der Straße wegen finanzieller Fragen in einen Streit. Plötzlich zog der Kaufmann ans Jever einen Revolver und gab auf den anderen m e h r e r e S ch ü s s e ab. die diesen schwer verletzten. Cr erschoß sich dann selbst. Man hofft, den verletzten Kaufmann am Leben zu erhalten. Die Wünsche der mittelenropäischen Apotheker. Die Vereinigungen der Apothckenbesiher Oesterreichs, Ungarns, der Tschecho-Slowakei. des S. H. S.-Staates und des Deutschen Reiches hielten Samstag und Sonntag in Wien eine gemeinsame Beratung über die Spezialitätenfrage, die Abgrenzung der Verkaufsrechte und die K r a n k e n k a s s e n f r a g e ab. Es gelangten Resolutionen zur Annahme, in welchen die gesetzliche Regelung des Verkehrs mit Arineispezialitäten auf internat'ona^r Grundlage, die Abgren»ung der Verkaussrechte derart, daß d:e Abgabe von Heil- und Arzneimitteln den Avotheken Vorbehalten ble!be. und die Einführung von Cinbeitstaxen bei Gewährung von Veraütnngen an die .Krankenkasien n. a. m. verlangt wird. Schließlich bezeicknete d'e Kanlerenz eine möglichste Angleichung aller Arzneibücher als wünschenswert. Krankenkasse der Kansleute. Der Vorstand der Krankenkalle der Kaufleute von Wien und N'ederösterreich bat sich kür-lich konstituiert. Trotz ihres kurzen Bestandes hat die Krankenkasse bereits eine außerordentlich Hobe Zabl von Unterstützungen gewährt. Die Mitgliederzahl ist in steter Zunahme begrisien: einer Reihe von Körperschaften wurde die Aufnahme ihrer Mitglieder in die Krankenkasse bewilligt. Ansfindung der Leiche deö vermißten Kaufmannes Eichner. Wie berichtet, ist seit dem 17. v. M. dcr,40jährigc Kaufmann Alexander E i ch n e r. Untere Auoartenstraße, vermißt gewesen. Er batte in einem Abschiedsbrief mitgeteilt, daß langjährige Streitigkeiten mit seinem Kompagnon und die Angst vor einem kommenden Prozeß mit diesem ihn in den Tod treiben. Sonntag bat nun die Volizeibehörde Preßburg telegraphiert. daß dort die Leiche des verschwundenen Kaufmannes gefunden wurde. Autounf?.ll des S^wist'teNers Rndo^ Hans Bartsch. LllS der S-rbriftsteller Rudolf Hans Bart?!!, gestern na^'itS na-ch 11 Uhr mit einem Automobil über den Ring fuhr, stieß das Al'to an der Ecke der BeTarii mit einem Zweiten Auto zusammen. Durch die Spfttter der zer-. bror'wnen Zensierst'-,eibe erlitt Bartstz eine Schnittwunde an der linken Wange .Er inußte auf die zweite Unfallsstation gebracht werden. < Der Ersinder des Melinits gestorben. Der Erfinder des furchtbaren Sprengstoffes Melinit, der Chemiker T u r p i n, ist in P a r i s,!vie von dort aemeldet wird, gestorben. s Fuukentelephonie über den O'.can. In N e w v o r k mnd Sonntag das erste Interview auf nrnkente-etzhonlschem Wege über den Ozean hintveg statt, und zwar zwischen dem Prinzen Wilhelm von Schweden, der sich derzeit in Newvork befindet, und dem Korrespondenten des „Svenska Tagbladet* in London. Der Man«, der einen Brkeftvechfsl wünschte. Vor einiger Zeit wanderte ein CnylZiticv nach Transvaal aus und ließ sich dort in einer abgelegenen Gegend nieder. Da der Mann ohne jeden Anfang in der Welt stand, und etwas geistige Anregung durch Briefwechsel zu haben ivünscht-, richtete er ein Schreiben an ein großes Londoner Blatt, in dem er seine La^e auseinandersetzte und anfra.'te, ob vielicicht jemand mit ih-n in Vricswschsel treten wolle. Die Zeitung veröffeutMte dieses Schreiben unter Angabe der Adresse des einsamen Mannes. Der Erfolg hwr derart. wie es sich weder der Einsender-noch dm Zeitung hätten träumen lassen. Nicht weniger a^S 2463 Briefe von Männnern und Frauen. auS al^en Stünden trafen bei dem einsamen Manne in Transvaal ein, und veran^aßten ihn zu einem h'inderingenden Sckirciben an die Zeitung, sie inöäite fick, dock, feiner wieder annchmen und den liebenswürdigen Brief'chreibern bekanntgeben. daß sie nicht böse sein niöchten. wenn sie auf ihre freundlichen Zeilen keine Antwort erhielten. Er lönne beim besten Willen nicht selbst 2^53 Briefe beantworten, und feine Mittel gestatteten cs ihm ltider nicht, einen Sekretär mit dieser Aufgabe zu betrauen. E Sativan. Altersveränderungen des Körpers zu verhüten, und, wenn solche schon bestehen, zu verringern, ist ein lang ersehntes Ziel.-Die Anwendung des Sativan ermöglicht die Erreichung dieses Zieles, wie es die Erprobung durch ärztliche Autoritäten und die allgemeine Anerkennung beweist. Das Mittel ist in allen Apotheken erhältlich und verdient durch die erprobte Wirksamkeit und vollkommene Unschädlichkeit allgemeine Verwendung. E Nene Ufa-Kinotheater in Wien. Die Uta, welche in Deutschland 167 Kinotheater in eigener Rechnung betreibt und weiters Theater kn Holland, in der Schweiz, in Ungarn, in Polen und und Finnland besitzt und ebenso Eigentümerin des Central-KinoS in Wien ist, hat nunmehr auch in Oesterreich ihren Theaterkonzern vergrößert, indem sie in Wien eine Reihe vornehmer Kinotheater in Betrieb genommen hat. Es sind dies: das Kärntner-Kino. 1. Bez., ^ohanneSgasse 6. das Burg-KjÜo. 1. Bez.. Overnring IS, das Löwen-Kino, S. Bez., Löwengasse 33 und das Maria-Theresien-Kino. 7. Bez., Mariyhilferstratze 70, Diest Theater, im Verein mit dem Central-Kino, werden von nun ab als Ufa-Premierentheater geführt werden, so daß ausschließlich in diesen Theatern Ufa-Filme zur Erstaufführung gelangen. Ebenso wird die beim Publikum außerordentlich beliebte Uta-Woche nur in diesen LichtspieMhnen vorgeführt werden. ES »st außerordentlich begrüßenswert, daß die Uta, daS größte europäische Filmunternehmen, das Schwergewicht ihrör Tätigkeit nunmehr auch nach Wien verlegt, da nur eine Firma von solchem Range den stetig steigenden Anforderungen der Kinobesucher gerecht zu werden vermag.

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