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Wiener Morgenzeitung · 1927-01-19 · Heft 2835 (19.1.1927) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2835 (19.1.1927)
Date
1927-01-19
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Men, Mittwoch Wiener Mergenzettmtg w. i m Gette n bringen. Insgesamt werden 60 Karossen zur Versteigerung gelangen, darunter der Privathofwagen deS Kaisers Franz Josef und des Erzherzogs Franz Ferdinand. Eröffnung des neuen Rundfunksenders in Warschau. Aus Warschau wird gemeldet: Die Vorarbeiten betreffend die Inbetriebsetzung der neuen Radiosendestation in Warschau sind bereits beendet worden. Die neue Sendestation wurde Samstag dem Verkehr übergeben und auf der Welle 1016 missenden. Die alte Sendestation wird abmonttert und nach Krakau überführt. Die «tteste Frau Frankreichs gestorben. In Le Puh ist Sonntag eine Frau im Alter von 108 Jahren gestorben, die als die älteste Französin galt. Mittelalterlicheaus Deutschland. Au§ München wird uns gemeldet: Bor einiger Zelt brach unter dem Viehbestand eines Landwirtes int Amtsbezirk Haltern eine Krankheit aus, die ein Tier nach dem andern hinrafste. Eines Tages kam eine Wahrlagert» in das Gchöft und behauptete, die junge Frau des .Hauses trage die Schuld an dom Abfterbeu der Tiere,' den» sie sei behext. Dies führte zu unerhörten Mißhandlungen der jungen Frau durch die Schwiegereltern und sogar durch ihren eigenen Mann. Als die Krankl,eit immer noch unter dem Viehbestand wütete, erschien die Wahrsagerin nochmals nnd bestärkte die Vesttzer in ihrem Merglauben. Je'.ch verendete ein Schwein, und die Wahrsagerin gab die Parole ans, wenn die junge Frau nicht verschwände, ginge daS ganze Gehöft zugrunde. Daraufhin wurde die arme Frau gewaltsam durch die Familienangehörigen in einen dunklen Raum gesperrt und nur wenig ernährt. Wenn nicht Angehörige des Opfers die Sache aufgedcckt hatten» würde die Frau elend gestorben fein. Der ärztliche Befund gibt an, das; die Fratt kurz vor dem Hunsiertode gestanden habe. Ein sibirisches Dorf in den Ozean gestürzt. Die, Folgen des furchtbaren Sturmes, der um die Jahreswende an der ostsibirischen Küste und besonders an der Mündung des AmurftusseS in den Stillen Ozean wütete, scheinen noch viel katastrophaler gewesen zu sein, als schon die ersten Schreckensnachrichten erkennen liefen. Der Sturm trieb große Masten von Eisschollen in die Amurmündung, die EiSblöcke stauten sich an den Ufern und zermalniten die dort gelegenen kleinen Ftscherbütten. Nach Aufhören des Sturmes drängte der Fluß die Eisschollen wieder in das Meer hinaus. Davel wurde das ganze Dorf Schestakvwa von den Fluten und den ElSmasten ins Meer gerissen. Tie Einwohner sollen sich rechtzeitig gerettet haben. Ei» tabaMeben-er Käser. Unter den Insekten gibt eS einen richtigen Zigarettenkäser. Dieser Käfer ist ein so großer Tabarfreund, daß er sowohl in rohem, als auch in verarbeiteten Tabak lebt, ja auch seine Eier in de» Tabak legt, so daß er» sofern er nicht daS Poch hat, vorzeitig entdeckt zu werden, sein ganzes Leben im Tabak zubringt. Sogar in fertig verarbeiteten Zigaretten hat man den kleinen Käfer, den man übrigens erst seit dreißig Jahren kennt und besten wissenschaftlicher Name Lasioderma Serricorne Fab. lautet, schon gefunden. Außer, dem Tabak liebt der Zigaretlenkijfer auch den Cajennepsefser, Reis, solche getrocknete Feigen. Auch in alten Herbarien richtet er zulveilen bösen Schaden an. Zeirungsenten vor 160 Jahren. In den englischen Zeitungen vom Dezember 1833 konnte man folgende merkwürdige Meldung lesen: „Doktor Hothain hat bei der Besteigung des Gotthard-Met,chers unter einer dichten Eisdecke den vollständig erhaltenen Körper eines Alarmes gefunden, der anscheinend kurz vorher: eingefroren war. In einer nahen Herberge gelang es, den Erfrorenen anfzutauen und ins Leben zurückzurufen. Zu allgemeiner Ueberraschung erklärte der Erfrorene, er sei Antiquitätenhändler Roger Dodsworth, sei im Jahre 1619 geboren und 1650 auf einer Fußtour nach Italien verunglückt. ES gelang, Dcdsworth völlig wieder herzustellen, nur Nagte er später noch über Fußschmerzen, was aber bel einem Menschen von 207 Jahren nicht verwunderlich ist." Vkine Ausstellung bemalter Frauenbrine. In Barcelona soll in kurzem eine Ausstellung bemalter Frauenbeine eröffnet werden. Mit den Beinen werden natürlich auch die dazugehörigen Frauen sich ausstellen lassen. Nach deu.Ausstellungsvorsckrrsten darf jede Frau sich ihre beiden Beine nach eigenem Gutdünken bemalen lassen, das rechte Bein z. B. kubiftisch, daö linke impressionistisch, das «ine rot, das andere grün usw. Die Maler von Barcelona zahlen klingende Münze für geeignete Modelle, die bereit sind, sich ihre Waden, Knöchel und Beine' mit mehr oder minder schönen Farbentönen verzieren zu iassen. Die große Nachfrage hat bereits auf dem Modellmarkt zu einer Hausse geführt, io daß Zuzug von Beinmodelleu aus anderen Städten sehr erwünscht ist. Die Maler sind auf der Suche nach widerstandsfähigen Farben, um zu verhindern, daß die Farben beim ersten Fußbad wieder verschwinden Nordpol oder Kopfwehmittek. ' Als Bernhard Shaw einst mit Fridthof Nansen zusannnentras, ergab die Unterhaltung eine Uebereinstimmuna beider Männer darin, daß sie beide in jenen Jahren nicht selten von periodischem, ziemlich heftig auftretendem Kopfschmerz gequält wurden. „Haben Sie den niemals versucht", so fragte Shaw nun interesiert, „ein Mittel dagegen zu finden?" Nansen verneinte. „Das ist aber doch sonderbar", meinte der Dichter. „Sie haben ihr ganzes Leben damit verbracht, den Nordpol zu suchen, der allen Menschen gleichgültig ist: aber ein Mittel gegen den Kopfschmerz, das die ganze Welt notwendig braucht, das haben Sie nie gesucht!" Wie schuell fällt ein Reoontvop-sn- Die Fallgeschwindigkeit der Negenirapsen ist abhängig von ler Größe r-nd dem Gewichte des Tropst.ns sowie auch von den Windverhältnissen. Man hat für kleine Tropfen von l Millimeter Durchmesser eilte GescNwiMtzkeit von 6 bis 6 Metern in der Sekunde berechne:, für solche von 6 Millimetern Durchmessergröße etwa 12 Meter Sekundengeschwindigkeit. Aus diesen Zählen ergib: sich. d>aß ein Regentropfen immerhin einige M'Naten zu fallen hat, bis er zur Eevde gelangt. Wesentlich größere Geschwindigkeiten.erreichen bekanntlich bic HageMrner n,i« »o Meter (m der Sekunde) bei einem Durchmesser von 1 Zentimeter oder gar 40 Meter bei einer allerdings seltenen und gefährlichen Größe von 6 Zentimetern Durchmesser. E Ihre Gesundheit erfordert es, dns; Sie sich täglich mit dom guten LÜtven-Fran^branutiveiil mit Menthol abreiben. Aeberall erhältlich i “IP ^las ist der Ruf des Hasses, der 8 8 durch die ganze Welt gellt. / gg __J| In einem grandiosen Zeitroman ^MHUBupir des Dichters Muri Müitser ist dieser Schicksalsruf eingefangen. Blutrausch des Krieges, Entartung der Nachkriegszeit, Pogromgeheul in der Weltstadt, Schrei der Verblendeten und Verführten tönt aus einem Werk von unerhörter Spannung, Flammende Anklage, dumpfe Ergebung, Blut und Schmutz, Tränen u. Reinheit vereinigen sich zu einem Gemälde von mächtigem Format, „Jllffiffi® MMK ist der Judenroman unserer Zeit. erschütternd und wahrhaft. „ J^UfSlS der große sensationelle Roman von Kurt Münzer erscheint ab Samstag, den 29, Jänner 1, J. zum erstenmal in der „Wiener Morgenzeitung",

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