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Wiener Morgenzeitung · 1927-01-18 · Heft 2834 (18.1.1927) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2834 (18.1.1927)
Date
1927-01-18
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 2834 Wien, Dienstag Wiener Morgenzettmrg 18. Jänner 1927 GeM «• Seteine, Voittiige und Sersamminngen. Mirimsnides.Fnstttnt, SBten, 8. Bez., Hctzgaffe 40. Morgen, f> 7 Uhr, Dr. Vf, .N a nt i u f a: „Das Buch Arnos, unter BerücksichtigLng der Septuaginta"; 7—« Uhr: ».Morr NÄIUchim, Wer den Meck deS LclbenS"; Donnerstag» halb 7 Uhr, Dr. N. Gold sie in-. „Schemith rÄ“ haO 8 Uhr, „Tal« modisches Cherecht." — Oestere. Gesellschaft für Technik tm Haushalt. Heute, 5 Uhr nachm., Vortrag H. «Löffler: „sparsames Heiden mo Kochcii" iTechn. Versuchs«int, Wien,!>. Vez„ Miche.«benerngasse 8). Eintritt frei! —. Zionistische Be^irkSsekti-n Wieden.Margarethen. Heute. 8 Uhr abends, im Nestwuraut „CoidencS Lieh", 1. Veg. Paniglgaffe. Vortrag Gemeinderat Dr. Leopold Plascht es Wer „Das moderne Judentum". — Zionistische BezrrkSsektion 12—ld. Morgen, 8 Uhr aleichz, im Festsaale des Irischen Turnvereines, >6. Bez., Henklohgasse Äi, Vortrag Daviid §cebenzahl Wer „Unser Sel b-s1!üe.stin»m u ngs recht". — Zionistische BczlrkSsektlon Brigittenau. Heute. 8 Uhr abends, im Sektiorttlaeiiu, 20. Bez., Jägsrstraße 80, Vortrag Dr. Oslkar Karbach Wer „Die öffentlich-rcchtlicheu Erfolgs der jüdischnalionalou Bewegung." — K'ub radikaler Zlonisiirn. Morgen, hal^b 6 Uhr» im Cafe Marhof Klril^ersammlung. Vortrag des Herrn - ■3. Kantor Wer , Der zionistische Nachwuchs." — Zionistische Bezirkssek'ion Alsergrund. Heute, ha'v y Uhr abeNtS, im Cafe City, 0. Vrz., Poreellangasse 1, 7. Stock, Vortrag des Herrn Hugo R e ch n i tz e r. Vorstand und Cl&crprcßutfft der <tine Ehrensabe (De Me Witwe der Bersafferr der „güdischen FamMenpapiere". Anläßlich des IM. Geburtstages des verstorbenen * jüdischen Dichters, Verfassers der „Jüdischen Familie n p a p i e re", Dr. Wilhelm Herzberg (gev. 30. Järrner 1827), erläßt ein Komitee jüdischer Persönlichkeiten an die jüdische Öffentlichkeit einer: Aufruf zur Ermög-- »lichung der Neuauflage der „Jüdischen Familienpapiere". Gleichzeitig soll dieser Anlaß dazu benützt werden, um der in Brüssel unter schweren finanziellen Sorgen lebenden, hochbetagten Wittve des Dichters durch eine Ehrengabe einen sorgenlosen Lebensabend zu sichern. Geldsendungen nimmt das Bankhaus Gebr. Gtnsberg, Berlin W. 8, Jägerstraße 13, entgegen» Der: Aufruf Unterzeichneten: Oberrabbiner Prof. Dr. C h a j e S - Wien, Hofrat Prof. Dr. Adolf Schwarz-Wien, Graird-Rabin des France Prof. Dr. Israel Levi-Paris, Prof. Dr. Simonsen-Kopenhageu, Oberrabbiner Dr. I. Carlebach-Altona, Prof. Dr. Freimann, Rabbiner Dr. I. Horowitz, Dr. Ernst Simon-Frankfnrt a. M>, Frau Geheiurrat Barth, Frau Rabb. Dr. Eschelbacher, Prof. Dr. I. Elbogen, Dr. Meier Hildesheimer, Dr. Adolf Jacubus, Geheimrat P.os. Dr. Rosin, Rabbiner Dr. Weiße, Ministerialrat Dr. Hans Goslar- Berlin. Jüdische Mitglieder de, Sbersten Arbeit-, rotes tn Holland. Wie aus Amsterdam berichtet wird, befinden sich umer hm jüngst ernannten Mitgliedern des Obersten Arbeitsbeirates auch drei Juden, und zwar Prof. D. Varl E m b d e n - Amsterdam, Mist A. Polak- Haag und M. M. Cohen-Amsterdam. Der Oberste Arbeitsrat wurde 1919 gegründet und setzt sich auS Vertretern der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer und Beamte«, zum Teil aus hervorragenden Kennern der Wirtschastsprobleme und der sozialen Gesetzgebung. zusammen. Präsident ist der Arbeitsministcr Streik der Aabbinatsaffefforen in Kroko«. In Ärakau nurrdo, wie uns von dort berichtet wird, dieser Tage ein Streik bei gelegt, der wohl in der Geschichte der Juden und auch der StreMewe-gulMN bei-fpiettos dasteht. Die Beisitzer des Krakauer Nabbinats sind wie alle Gemeindeangestellten, Beamte umö beziehen wie jene ein kann» auskömmliches Gehalt. Solange der Posten dos erstell Rabbiners in Krakau nicht besetzt war, hatten diese Assessoren, die Dajamm, aus verschiedenen Funktionen noch einige Sporteln. Durch die Bestellung des Rabbiners entfiel jedoch der größte Teil dieser nicht fixierten EinWnfte nnd so verlangten sie vom Vorstand in einem Kollektiivanisnchen die entsprechende Gehaltsaufbesserung. Da dieses Ansstchen die längste Zeit unbeachtet blieb, entschlossen sie sich in den Streik zu treten, indem sie die Teilnahme an den Arbeiten des Beth-Dins, des Nabbinatskolleg'iums, verweigerten. Wohl hatte dieser sonderbare Streik weiter keine größere störende Wirkung, da sich auch in diese in Falle geeignete Personen fanden, die, wie die . Streikenden behaupteten „Streikhrecherdienste" leisteten. Doch sah sich der KültnLiPovstand schließlich gezwungen, den Wünschen der Assessoreil wo-en Gehaltserhöhung zum Teile zu entsprechen. Jüdische Gewerbeschulen in Pole«. Auö Warschau wird uns berichtet: Nach einer soeben ausgegebenen amtlichen Statistik, die mit 1. Oktober 1926 abschließt, gibt es im gegenwärtigen Polen nenn Götverbeschuleu für männliche Schüler, die voll der Organisation „Ort" erhalten werde:», in denen 648 Schüler Unterricht erhalten, außerden: elf Gelverbeschulen für männliche Schüler mit 1483 Schüler»!, die auf Kosten der „Jca" erhalten lverden- Der „Ort" unterhält neun Gewerbeschulen für Mädchen mit 686 Schülerinnen, die ,$ca" 1366 Schülerinnen. An den jüdischen Gewerbeschulen sind 115 Lehrer, 73 Lehrerinnen und 167 Jnstruk- Loren tätig. Oesterr. Kreditanstalt, über das Thema: ^ultuKgemeiude und BoASgemeittte." Gäste willkommen! — MtSrachistifcher stn-entztzunb Wien. Heute <2. Praterstraße 48), haV 8 Uhr abends- Chamischa-Afsar«Feier. Ztsntstische Lektion Innere St »dt. Heute, 8 Uhr abends. Lase Vnrope, 1. Bez., Jaftmirgottstratze S (Stephansplatz), Mezzanin: Vortrag Dr. Norbert Hofsmann: „Tie ztvette Mnferenz der Zionisten-Revisionisten in Paris". Fred Aussprache. — Wiener Bet<7amidrasih, 2., Bez., Tcmpel-- gasse 3. Heute, 6 Uhr: Lektor Dr. S. Getbhaus, „Historische Psalmen". — Jüdischer Frauen.Zionistische Fra.i* enorganlsatlon sKultursteltt). Heute, halb 8 Uhr, Jüdisches Zentrum, 2. Bez., Untere Auaartenstraße 35. Frau Esther Mieses: Bibelbortraa „Die Sprüche". Eintritt frei. Vom Wiener Palüstinaamt. Die nachstehend angeführten Personen, für welche die Bewilligung zur Einreise nach Palästina eingelattgt ist, werden ersucht, beim Palastinaamte, 1. Bez., Kärntnerstraße 28, unter Mitnahme ihrer Personal- und Reiset.okumente, drei Paßbildern, sowie des nötigen Reisegeldes, während des Partrienvertehres (mit Ausnahine von Samstag und Scnntag, täglich von 10 bis halb 1 Uhr dorunttags) vorzusprcchen: Elfenbein Feige und Bruck Abraham. Ei» Mischer Oberrichter tn Südafrika. Wie uns aus London berichtet wird» wurde Sir WUliaur Henry Solomon zum OVerrichter der südafrikanischen Union ernannt. Er wirkte ein Jabrzebnt als Gerichtspräsident im Transvaal. Die jüdische Presse tn der Sowjet-Union. In der Sowjetunion erscheinen drei jidcische Tageszeitungen: „Emes" (Moskau), „Stern" (Charkow), „Oktober" (Minsk), außerdem die Monatsschrift „Die rote Dell", die MinSker MonätSschrift „Der Stern", die Moskauer Monatsschrift „Neue Schule", „Die rote Nadel" (Dhavkow), das Wochenblatt „Der jüdische Bauer" (Charkow), hie Kinderjournale „Dex Pionier" und.Lsungwald". ------k ANNY LUST LEOPOLD LUST ireb. Frankel W eö, XX. Vermahlte. Wie», im Jänner 1927. Bühne und Kunst. Gedenkfeier für Rainer Mark« Rilke. Beim Elnholen von A-uivgrammen der Operettenlieblinge und Filmstars drängt sich das Wiener Publikum zahlreicher als eS zur GeheWstier für den großen österreichischen Dichter Rainer Maria Ri!8e kam, die Sonntag der Kultmbund als Matinee in den Kammerfpielen veranstaltete. Die «:le Gedenkrede, die Felix Braun hielt, war des toten Dichters »Mrdig und verdient es, nicht bloß für die lesenden Zeitgenossen fclstgehalten zu werten. Als Meister der Vortragslkunst erwies sich Herr Dr. Werner Riemerschmidt. Eindrucksvoller, wesenhafter, beteiligter kann man Rilke-Verse nicht sprechen. Burtzschamsipielerin Maria Korten trug RiNesche Prosa und Lyrik seihr hingebend, aber nicht durchaus eindrucksvoll vor. Die wunderschöne stimmungLbolle Feier wurde durch taugliche Klabievpiecen, gespielt von Frau Magda von HattingLerg oingeleitet und geschlossen. A. Haseurlevers „Sln befferer Herr". Uraufführung im Frankfurter Schauspielhaus. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitrmg".) Man muß die dramatische Produktion HasencleverZ von Grund auf kennen, um diese Komödie vollauf zu würdigen. Wie sein im vorigen Jahr erschienener „Mord", besteht auch sein neuestes Stück „Ein besserer Herr" aus einer Ar^ahl kurzer Szenenbilder (die vermittels der Drehbühne schnell abrollen). Das ist alte Drmnentechnik, Shakespeare und Büchner haben hier Pate gestanden. Auch der Film wird bei diesem Rheinländer verwendet; er dient zur plastischen Veranschaulichung der einzelnen Irenen. Stimmung wirddurch riesige Lautsprecher und durch eine tolle, stnnenbetören-de Musik hervorgerufen. Und nun die eigentliche Handlung, die uns ganz nach amerikanischem Muster geboten wird: Im Mittelpunkt des Stückes steht eine moderne Fmnilie; der Vater „Fabrikherr, der keine Minute seiner kostbaren Zeit für „uuttütze Dinge" übrig hat. Mutter und Tochter Vertreterinnen des heutigen Frauentyps, beide wetteifernd in ihrer Gier nach Sensationen; der Sohn. Repräsentant des modernen. Jünglings, der spöttig die veraltöten Einrichtungen einer früheren Generation bekrittelt und dessen erreichenswertes Ideal in den» Wort „Kanlpf mit den Vätern" liegt. Auf der anderen Seite steht ein genialer Hochstapler, der sich dem Heiratsschwindel ergeben hat; er wird durch einen ehemaligen Steuerbeamten unterstützt, der in seinen» früheren Amte reichliche Erfahningen auf dem Gebiete des Betruges und der Steuerhinterziehung sammelte. Auch der Liebe räumt Hasenelever in seinem Stücke einen Platz ein; nur wird sie rein geschäftsmäßig behandelt, was aber doch nicht hindert, daß sich am Schluß drei Paare gerührt in die Arme sinke». Selbstverständlich ist das Karikaturistische auf die Spitze getrivben. und hierin zeigt sich Hasenclever als der gelehrige Schüler eines Grabbe; auch der Zynismus Wedekinds konnnt öfters zum Ausdruck. Dank aller dieser Eigenschaften und dem vorzüglichen Spiel aller Beteiligten fm»d diese Komödie den vollen Beifall eines zahlreichen Publikums, und Hasenelever durfte sich zu wiederholten Malen vor der Ra:npe zeigen. A«r de« Lheatern. Ope r n ll>ea t c r. Morgen, 7 Uhr, „D te Fieber m a u s". B » r g t h e a t e r. Morgen, halb 8 Uhr „S e o tt i t" (Abonnement 6. Gruppe.) Akademietheater. Morgen, halb 8 Uhr, „Spiel im S ch l o ß". Volksopcr. Mvrgcu, neu cinjtiibfcit im Rahmen des Mozart-Zyklnö „Don Inan". In der Zeit vom 4. bis 26. Februar wird „Der Ring der Nibelung«n" aufgcstthrt. Das Abonnement ist um 26 Prozent ermäßigt. Der Verkauf endigt Montag den 24. ds. I oh a n n - S t r a n tz - Th e a t e r. Ab Donnerstag allabendlich „E i n W a l ze r t r a n m". Neue Wiener Bühne. Morgen d<ntstl>r Urauffüy rnng der Komödie „Patrioten" (.,LeS marchands de gloire") von Pagnol und Nivoix. Frau Gutlseil-Schoder inszeniert in Pari» den ,,R»sen« kavalier". Aus Baris wiro berichtet: Zu Ehren der Z^annncrsängerin Gntheil- Scho der, die gegenwärtig als Spielfeitertn die R e g i e bei ven Droben zun: ..R o se kavalrer" sülM, dessen Ersto-..füh"ung an der Pariser Oper für den 5. Februar vorgesehen ist, veranstaltete der Direttor der Pariser Oper Noury et ein Frühstück. Bei diesem Anlässe Überreichten die Sängerinnen und Sänger der Pariser Oper Frau Gutheil-Schobcr eine wertvolle Base und Direktor Röuchct übergab ihr als Andenken eine silberne Rose mit einaravierter Widmung. Jüdisches Künst'errabarett. Heute, 8 Uhr abenas, ge langt das vieraltige Melodram „Liebe und Leiden schaft" von Colo 5koreski zur Erstausführung. Die iveibliche Hauptrolle spielt Paula Dreiblatt. Ein unbekanntes SeMpirtkät Nemtrandtö in Budapest V Wie die Budapester Blätter nte.den, will der Restaurator des Budapester Museums für schöne Käinste Josef Beer, bei der Restaurierung eines Gemäldes, in demsel den ein bisher unbekanntes Selbstb Ndnis Ne mbrandts entdeckt haben. Der Direktor des Museums, Petrovich, äußerte sich Zeitungsberichterstatterrt gegenüber ziemlich reserviert und erk-ärte, es werde ur-ch das Gutachten hervorragender Rembrandt-Kenner, io das- Direktors Bode von der Berliner Gemäldegalc'.ie, abznw.rrten sein. I. Steinberg — Preisträger des Goethel-undes. Wie I. T. A. meldet, haben der Goethe-Bund nnd das Bremer Schauspielhaus ein Preisausschreiben für das beste dentfche Drama veranstaltet. Der erste Preis wurde dem gegenwärtig in Berlin lebenden Tr. I. S tei n-- berg für fein Drama „Dornenweg" zuerkannt. Doktor I. Steinverg, ein Neffe des verstorbenen helvorraacnden jüdischen Denkers und Kritikers „Baal MachschLw>ets.i", »st e»ner der Führer der russischen sozialrevolutionären Bewegung und bekleidete nach der Revolution eine Zeitlang das Amt eines Justizministers. .Heute leht er im Berliner Exil. Sein Drama „Dornenweg" behandelt Probleme der russischen Revolution. Gerichtssaal. Ser Welß'Fuchs-Prozeß vor dem Sberfien Gerichtshof. Vor einen» Senat des Obersten Gerichtshofes unter Vorsitz des SenatZpräsidenten S n» o l i k - F i:» g e r begann Hestern die für zwei Tage anberaumtc Verhandlung über die Nichtigkeitsbeschwerde in dem Sensationsprozeß Weisz-Fuchs. Sowohl die Verteidigung der beiden Verurteilten, als auch die Staatsanwaltschaft bekämpfen das fchöffengerichtliche Urteil, ecftere hauptsächlich deshalb, weil das Verfahren insbesondere deshalb mangelhaft war, weil auf die persönliche Zeugeneinvernahme Castiglionis verzichtet wurde und auch sonst viele Anträge der Verteidigung abgewiesen ivurden. Die Staatsanwaltschaft bekämpft das Urteil deshalb, weil in einigen angeklagten Fakten Freisprüche erfolgt sind. Gleichzeitig mit den Nichtigkeitsbeschwerden kaufen auch Berufungen gegen dasStrafausmaß. Nach einem zweistt'ri:d!gen Referat des Hofrates Mager über den Gang und die Ergebnisse der schöffengerichtlichen Verhandlung ergriff für den ehemaligen Chefredakteur des „Abend" Alexander Weisz Negierungrat Dr. Steggr das Wort und führte au?, das vorliegende Urteil sei ein Fehlurteil,' da die Hmldlungen der Verurteilten nach den» derzeitigen Stande unserer Gesetzgebunig nicht strafbar seien, die straflose Bestechung werde unter geivaltsan»er Anwendung deZ bestehenden Strafgesetzes zun» Verbrechen der Erpressung ein- und ausgerenkr. Die Staatsanwaltschaft hat mit diesem Prozeß die Preßkorruption treffen wollen, und sie hat, um dies zu erreichen, einen Zweckprozeß geführt. Gewiffe Typen der Nachkriegszeit haben die Preßkorruption großgezogen: diese Leute, ob sie nun Castiglioni, Bosel, Drucker, Goldstein oder ivie immer heißen, brauchten eine käufliche Presse, weil es sich bei. ihnen nicht um die ruhige Arbeit von 5st»ufleutei» hm»delte, sondern nn» jene Vermögen, die in überraschend kurzer Zeit durch diese merkwürdige Großzügigkeit erwovbe:: tvurden, wozu als Apparat einige Banken und eine gefügige Presse gehörten. In Besprechung der einzelnen NichtigkeiiSgründe führte Dr. Sieger aus, die festgestellte Tatsache, daß der Angeklagte Weisz dadurch, daß er eine höhere Summe als die ihm angebotene für die Unterlassung der Artikel verlangte, beinhalte keine Erpressung. Die ihm freiwillig angebotenen An alle Abonnenten, die uns die Ganzj: »hrgfebühr für dieses Jahr bis 15. Jänner 1927 überweisen, senden wir nach Wahl Josephus F l a v i u s, S von Hedin oder Graetigr * | JÜDISCHE WEIT

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