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Wiener Morgenzeitung · 1927-01-15 · Heft 2831 (15.1.1927) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2831 (15.1.1927)
Date
1927-01-15
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 2831 Wien, Samstag 15. .Jänner 1927 Seite Wiener MorsMDlkmg Bühne und Kunst. Baueruseld-Sedeak.el«. — Auanheimer- Premlen. Deutsches VolsSttzcater.- „Mwarten! Das Gute kommt von selbst/' — „ftnsec Erziehuttgssysteiu macht nichts aus den Menschen und so können sie später alles werden." — „Moräste passen in kein Wirtschaftssystem? Wer sagt Ihnen das? Jsr meines haben sie gepaßt!" — Einige Kostproben ans dem Lustspiel „Großjä h r i g" von Eduard von' Bauern.feld. Ortlier Handlung ist das Wien des Vor-» nrärz. — Wie diese Zitate spiegelt das ganze, liebenswerte, altväterliche Stück fccto Geist, den Mut, aber auch den Humor und die feine Kultur Bauernfclds. Wichtiger als die recht gewöhnliche Fabel des Stückes ist der politische Untcrton, das Witter,: der geistigen Befreiung und die freildige Hoffnung auf ihren Sieg. Ter Menschenkenner hat den: Wcrkchen mehr als ein Dutzend feiner ironischer Lichter aufgesetzt. So ist Herr Blase, der verzopfte, philiströse Konservative cm wüt besserer Kellner der Kunst und i ihrer Zcitströmuugen als die Fortschrittstrompste und Oppositioilsratschell,-der Herr Sch merk. Das Lustspiel wird unter Friedrich Rosen thals Leitung am Deutschen Volkstheater mit, Wiener Kultur und Wiener Anmut wirklich bezwingend gespielt. Herr L e s s e n als verstockter, vertrockneter, aber auf feinen Vorteil trefflich bedachter Hüter der bestehenden Zustände, Herr Lvibner als windiges, hinterhältiges. Faktotum, Herr Lack ne r als rebellischer Thaddädl, Hedwig K e l l e r. als herzhaftes Wiener Mädchen sind gleich ausgezeichnet und der junge Herr Jgray sowie die erprobte Frau Förster holten sich verdienter: Separatapplaus. Danr: folgte die Premiere von Naoul A u e r n-- Heimers Lustspiel „Das ältere Fach". Peinlich, aber leider geboten: Man must zu dem neuen Opus des geschätzten Autors eir: kräftig „Rein" sagen. Das Sujet „alternde Schauspielerin" wird nach so häufiger Gebrauchnähme durch sämtliche Komödien- und Schwankdichter nicht dadurch schmackhafter, daß Auernheimer die Pointe auf den Kopf stellt (sie. wi l l alt sein, aber nmit läßt sie es nicht); und die Figuren: der verzweifelte Theaterdivektor, der Freund:/ (natürlich ein fescher, alter Graf, der Aie verabschiedet)/sein Sohn, der Frechdachs nach der Matura: (natürlich bei den Kalksburgern erzogen), die Gesellschafterin -t-. lauter ganz alte Bekannte. Der Einakter ist trotz modernster Anspielungen verstaubter als das vothergehende. Bauernfeld-Stück. Und dieser Einfall, den HerM Büben/zur abgelegten Maitresse des gräflichen Papas „in die 'Schul'- geh'n" zu lassen . Wendest wir uns rasch' der-Darstellung' zu. Hans Jaray als Lebejüngling ist einfach entzückend, Anton E d t h o f e r als gräflicher Herr gesetzten Alters scharmant, Hans Ziegler.als jüdischer Tyeaterdirektor sehr, lustig. Aber die Damen Wallentin und L auterb5$ lassen den Dichter inv Stich. O. A. Filmpremkere l« Bern«. Ein Kino Palast —■ am No llendorfplatz — ist Versio Sert worden,' von: Dach bis zum Sockel, und gleißt iw die Nächte hinein, dmuitder Film ein ihm würdiges Haus habe. Aber zur ersten Vorführung wählte man eist anderes Theater, damit die-Dreitmksend Platz fände::, Platz von 10 bis. 30 Mark.. Gieuing-Dreß vorgeschrieben. 'Die T!iplyliiiatie war geladen, die Kunst,' der.' Geist, die. Industrie.. Und man gab ,,M'etropolis", das Buch von ^Theo vvst'l Horbon,.' der' eigentliche Schöpfer Fritz La n g, der den „Müden Tod" und „Die Nibelungen" genmcht hatte, dev' Maler unter' den.Regisseuren. Alles war amerikanisch aufgezogen, die Reklame arbeitete so 'lange wie' die Herstellung selbst dauerte, und sie 'dauerte "350 Tage und 50 Nächte. Und Zehutau'se.nde tvaren beschäftigt, 'Ingenieure und Chemiker peitschtm ..ihren Witz wach Effekten und'Wundern, tausende Schuhe u:ü> Perücken wurden verbmucht, neue Schauspieler entdeckt, sieben Millionen Goldmark ausgegeben. Sieben Millionen... Gehe:: tvir zum Ergebnis über: Das Buch ist banal, Schablone (modern aufgeplustert), Kitsch von :norgen, aber es gibt den: Regisseur. alle Möglichkeitei:. So erfüllt es in einem seinm Zweck.'.Seit: Ethvs ist anfechtbar, sein (heut zu jeden: Erfolg notwendiger!) sozialer Einschlag künstlich, absichtlich, ohne Geist; seine Fabel 'übliche Kolportage. Aber: Fritz Lang! Er hat das große Märchen daraus gunacht, ein Märchen der Elektrizität, des Motors, des Eisenbetons. Und der Mensch tvürde schlecht wegkonunen dabei, tvenn. nicht der Schöpfer dieser rasenden., zuckenden, lautlos gellende::. Welt seine Kreaturen zu großartigen Entäußerungen aufzureißen verstände. Er weitet und verdichtet sie zu Symbole::. Berlins grüßten Darsteller, Heinrich George, seinen Gegenspieler, den nach innen spielenden Alfred Abel, schtveißt er zu einen: Kontrastpaar überwältigenden Eindrucks/ Er. entdeckt Gustav Froehlich, dessen Jugend echt bleibt in allen Gefahren süßer Verliebtheit, Und er, entspannt Brigitte Helm zu Tragik und'Idyll, tvie. mau es .so. absichtslos, so rein, .so unbelauscht innig auf.der Leiistpand.wohl überhaupt noch nicht gesehen hat. Ja, darüber vergißt mau die Fabel. Die Geschichte der zwei Welten, der. schtvarzeu mlterirdischeil Arbeiter-, und'der welßse.ideuen lichten Herrenobertvelt. Unten das Mädchen, obest'der' Jüngling. — N:m, Sie wissen schon. Aber "da' das. i:st Jahre 2000 spielt, gibt es bereits den Künstlichen Menschen, der (mitsamt seinen: Magier, den unbeirrbaren Mimen KleuEogge) gesegrwt^ei, weil dadurch die bezaubernde Brigitte zu einer Doppelrolle kommt. Zer-; DER CLUB DER JÜDISCHEN MANDATARE GRATULIERT SEINEM VORSTANDSMITGLIED HERRN EÜRSORGERAT CHA1M DÖRFLER ZU SEINER SILBERNEN HOCHZEIT Die zionistische Sektion Prater gratuliert ihrem Vorstandsmitglied, Herrn Chatm Dörfler, Füisorgerat der Stadt Wien und Mitglied der Landeskommission des K. K- L., zu seiner silbernen Hochzeit und spendet auf seinen Namen 50 Oelbäume, Porung der mUeriuat, Jagd durch Katawmbcu, Wasscrciubruch, fliehende Kinder, Kampf auf Daches Rand eines Wolkenkratzers, Explosionen, Riescudom n:it sich belebenden. Figuren, Maschinen wie Baalstcmpel, Sichtbarwerden der Seele und ihre Transfusion in dcn: mechanischen Menschen, Liebe u:td Triumph' über Haß, Gegensatz, Kaste; Verführung. ' . Daß daraus eine Welt entstehen konnte, lebendig bis ins. Phantastischeste, überzeugend in: Unwahrscheinlichen: Heil Fritz Lang! Die großen Geistigen (hcinstich erschüttert) werden: die Achseln zucken; aber sonst von: Buchhalter bis zum Cowboy, von nur bis zu 'dir — inan wird diesen: Märch'" sich hingeben. Amerika war nie unerreichbar. Nun hat man cs gleich übertrumpft. Kurt Münzer. Aus deu Theatern. Operntheater. Morgen nachmittags, halb 3 Uhr, „Peter che ns, Mond fahrt". Abends, halb 8 Ulst, ,^T u r a n do t". Bürgtheater. Morgen nachmittags, halb 3 Uhr, „Wilhelm Dell". Abends, halb 8 Uhr, „Leonis. Akad emietheater. Morgen nachmittags, 3 Uhr, „Madekon". Abends, halb 8 Uhr, „Stiefmama". Deutsches V ol ks theate t. Morgen nachrnittags, 3 Uhr, „Der blaue Vogel." Theater in der Iosefst a d t. Sonntag nachmittags, halb 4 Uhr, gelangt das Märchen „Larifari" zur Ausführung/ ' B üraertheater. Morgen nachmittags, 3 Uhr, „E:n Böhm in Amerika!". -.' N e ü e W i e. n e r B ü h n e.' Am 19. d. M., findet die deutsche Uraufführung der Komödie „P a t r i o t c n" von P a-g n o l und.- N i vo i x statt. Theater in der Josefstadt. Als Muber-Nachmiltagsvorstellung wurde das Märchen „Satifäri" aufgeführt, auch für EvwächseyL eine große 'reine Freude. - Es sind zwei Komödien Poccisr „Die Zaubergerge" Und „Kasperl als Prinz" anei nand ergereih t. Hans. Thimig spielt, dett Kasperl, Ädrienne Geßner die Gretl, .Me.de lsky,. die jüngere, ist eine schöne, frische Prinzessin, und auch die Herren Nowotny, F r i e d e l t und V b e l k e t sowie Frau N o.s a r.gefallen Jung und Alt außerordentlich. — Die Erstaufsi'chrnng fand jubelnde Zustimmung. Jüdischer Kulturkreis. Sonntag, den 39. Jänner, wird für den jüngst verstorbenen Dichter Jehoafch eine große Trauerkunügebung veranstaltet. Saal und Stunde werden noch bskanntgeacben. Lustiger jüdischer Abend im Konzerchaus. Dr. Präger liest jiidische Schwänze am 6. Februar 1927 im mittlere:: KoWeriHaussaal. Der geistern begonnene Kartenverkauf brachte überaus rege Nachfrage/Karten von 70 Groschen bis 5 Schilling bei R.' Länyi, 1. Bez., Kärntne'rstratze 44/Buch» handlung R. Löwit, 1. Bez., Rotenturmstraße -22 und Bücherstube Na th, 2. Beg.„Taborstratz'e 20ä. ude ans JüteuiE? DER NEUE ROMAN DER «WIENER M ÖR G EN ZEITUNG“ Vereine, Bortröge und Berlammlungen. Mencr Juristische Gesellsryast. Mittwoch, den 19. Jänner 1927, Ü7 Uhr abends, im Horsaal 33 der - Wiener Universität, findet, die Vollversammlung statt. Vortrag: Professor Dr. Hans Reichel, Hamburg: „Der rechtsfähige Personenvereu: als privatrechtliche Republik." — Hebräischer Klub (Kulturamt des Zionistischen Landeskomitees). Heute, 6 Uhr abends, im Heime der. : Zionistischen Bezirkssektion Leopoldstädt,' 2. Bez.,' Zirkusgaffe. 33, dringende Ausschußsitzung. Um: 8 Uhr abends, Vortrag: Dr.. Chain: T a.r t a k o w e r über „Ächa.d Haam in - sticken Briefen." Zion. Kulturgruppe, 20. Bez., Karl-Meißl-Straße Nr. b/l. Heute,• K8 U§r, Bortrag. Sonntag, 7 Uhr, gemütliche Zusammeuknnst.:,Montag,. 8 Uhr, Sichcch d. Kmuzah „Gideon": 8 Uhck Hebräisch. Dienstag, %8 Uhr.^ Ausschußsitzung^ Donnerstag, 8->Uhr, Hebräisch. Freitag, 8 Uhr, Jüd. Geschichtskurs. — Volkshochschule Leopoldstädt (Bolksheim), 2. Bez., Zirkusgasse Nr. 48. 7 Uhr: Ing Karl Kromar: Das' Verkehrslvestn unserer Zeit. (Mit Lichtbildern.) Eintritt frei. — Z. A. B. Bar Kochba, 8. Boz., Bennoplatz. 1a. Im Nahmen, des heutigen B. C. Nestrüt des Herrn Dr. Z. F. Finkelstoin über „Achad Haam .— Toynbeehalle, 20. Bez., Denisgasse 33. Heute, 7 Uhr abends, -Orchesterkonzert, Dirigent: Heinrich Jablon. Mitwir-. kend^:' Geschlvister Galinir. — Maimonides-Jnstitut. Heule, j-,7 Uhr abends, findet im Hörsaal 35 der philosophischen Fakultät ein. Bortrag von Dr. A. Kamickka über „Maimonides, .Thomas von Aquino und das moderne'Denken" statt. Eintritt frei. — Mlsrachs-Men. Heute um 7 Uhr abends regelmäßige Zusamenkunft mit Vortrag im Misrachi-Lokal, 2. Bez, Praterftraße 43. — Wiener Bet-Hamidrasch, 2. Bez., Tempelgasse P. Heute, 3 Uhr: Lektor Dr. S. Rubin: Moses, stin Gottesvegrisf 2. — Zionistische Jugendgruppe Leopoldstadt, 2. Bez. irkusgasie 33.-Heute,' 3 Hr" nachmittags, Sichah. V*1 Uhr: -ebräucher. Kurs für Anfänger. — Hechaluz. Heute, %5 Uh '• nachmittags, Sichah des Chug-Jwri in der Taborstrnße 1 (Exportämdentikerklub). Sonntag, 7 Uhr abends, im Lokale,' 2. Bez., Blumauergasse I, „NeschefrAchad tzaam". — Hitachdutb-Jugeud, 2. Bez., Glockengasst 30. Heute, Xö Uhr nachmittags, Dr. Chaim T a r t a k o w e r: Gordon-SemiMr; Xd Uhr: Hebräische Vorlesung aus „Mad Haams" Schriften. Montag, M^Uhr abends: Dr. Z. F. Finkelstein: ErSffnung des Seminars für jüdische Literatur. — Zionistische Sektion Zwischenstücke«. Samstag, dcn 22. ds., um Xa8 Uhr abends, findet im Vereinslokale, 20. Bez., Leystraße 81, die 4. G e ncralversammlung statt. Tagesordnung: 1. Gericht. 2. Debatte. 3. Neuwahl. 4. Eventuelles. — Zioniststche Ftrwe.ngruppe, 20. Bez., Jägerstraße 30. Montag, )48 Uhr abends, Vortrag Dr. Nadja Stein: ,,Sch»vesternhilfe für Palästina". -- Zionistische Bezirkssektion Brigittenau. Heute, 8 Uhr, Vortrag des Herrn Bernhard Tag über „Das Judentum und der Sinn seiner Geschichte." Zionistifchr Bezirkssektion Brigittenau. Morgen, 5 llvc nachmittags, im Heime, 20. Bez., Jägerstraße 30, Trauerkundgebung für Achad Haam. Herr Oberkantor Fischer^ mit Chor unter persönlicher Leitung des Chordirigenten ReisemaNn werden mitlvirken. Die Gedenkrede hält Herr Prof. Kästenbaum. Alland-Redoute. Heute, Samstag, findet in den Konzerthaus-Sälcu die in allen Kreisen der Wiener Gesellschaft sich größter Beliebtheit erfreuende „A l la n d - Re d o u t c" statt. Herr Aundcsininister a. D. Eduard Heinl hat über Ersuchen des Alland-Kvmitees die feierliche Krönung der von der Jury erwählten Modelönigin nliernommen. Kultuvamt des zionistischen Landeskomitees. Die Besprechnng des Kullurarntes mit den Jngendbünden am 10. d. M. ergab, daß genügend Teiinohmer zur Eröffnung des Führerkursts vorhanden sind. Es wird demnach für Montag, den 17. ds., lim' Val Uhr ciitc Besprechung aller Teilnehmer am Führerkurs einberufen. Zweck der Besprechung sind die technischen FragPi. Zur Besprechung sind natürlich auch Mitglieder der bei der letzten Sitzung nicht vertretenen Bünde, so weit sic am Führcrkurs regelmäßig teiluehmeu wollen, eingeladcn. Jüdisches Zentrum der Sozialen Hilssgemeinschast Anitta Müüer, 2. Bez., Untere Augartenstraße 35. Heute, 7 Uhr abends, Vortrag von Ludwig Bato: „Unser Verhästnis, zur Umwelt." Gäste willkommen. Eintritt frei. — Herbäische Sichah Prof. Jona Gelernter, frei für alle Jugeudlrchcu. Zirkus Adolf«. Morgen, Sonntag, finden zwei große Vorstellungen, um 3 Uhr. nachmittags Familieuvorstellung (zu bcdeutcno ermäßigten Preisen) und 8 Uhr abends, statt. In beiden Vorstellungen gelangen die Wasserschauspiele, ein Märchen mir.KXM) und 1 Nacht, und das gesamte übrige Jäunerprogramn: zur Aufführung. Äerichtssaal. 8k« ländliches SMendrama Mutter «»cd Tochter biltrn den Vater kniefällig um Verzeihung. — Schmrer der Anstifter. . In Lein Sensalionsprozeß in Leoben ist an: Metten VerhaiMlUngstag eine Wendung eingetreten. Die. Angeklagte Bepta Lindner, die noch am Vortag ihre Tochter als . Urheiberm des Moo/vlanes lbegoichnete, änderte gestern ihre - Veramw.ortnng und. bezeichnete ihren Geliebten Georg' Schmrer als Anstifter des MoMomplottes geger: ihren Mann. Schon vor zwei Jahren soll er mit den: Moodplane. zu in erstenmal hervorgetreien sein. Bei einer Kon fron« tation der drei AngMagten beschuldigten sie einander gegenseitig sehr schwer. Die^ Mutter bchaupwte/ ihre Tochter nur> auf Verlangen ves Schuirer beschuldigt zn haben.. Auch Brunhilde Lindner «Märte, daß Schuirer ihr don Auftrag gegeben habe, zu schießen. Schuirer leugnete hartnäckige der Urheber des Attentates zu sein. Die - Nachmittagsverhairdlung. brachte während der Ein« 'vernähme des/JoHann Linb>net.den dramatischen.Höhepunkt des Prozesses. Gattin und Tochter warfen sich dem Manne z-u Füßen und baten w ei n end umPerzeihu n g. Lindner gab an, daß seine Ehe anfangs glücklich war,' daß das - gute - Einvernehmen jedoch durch einen - E h e b r uch der Frau 'getrübt wurde. Nach dem Auftauchen des' Schuirer ging die Ehe.gänzlich -in Brüche. Johann Lindner schilderte sodann ausführlich Len Hergang -der Tat; auch er bezeichnete. den Schuirer als denjenigen, der.'zuerst angegriffen und die Brunhilde -angeführt habe. Der Zeuge gab noch , an, daß er wiederholt bestohlen wurde. Brunhilde rief nun in lautem Tone: „Der Schurl hat mich zum'Stehlen für ihn. angehalten!" ' Nochmals warf sich daraufhin Frau. Lindner ihren: 'Mann zu Füßen und rief: „Da ist der Man n, - der mich so weit, gebracht hat, verzeih' mir!" Auch BrunhiDe warf sich dem Vater zu Füßen und schrie in Tränen aufgelöst: „Vater, Vater, verzeih' mir!" Lindner streichelte seine Tochter und sagte: „Ich verzeihe ihr alles, sie ist do'ch nur v e t f ü h t t Word -c n!" Als letzter. Zeuge wurde ein junger Mann vernommen, der von Frau Lindner .unter, den: Einfluß, von'Mohol verführt wuv/e. Der Sachverständige. Mödiz-iualvat Kramer, bezeichnete Brunhilde Lindner p s y ch o rn o r a t i s ch u n t e r w -e r t i g. Das Urteil dürfte heute-abends gefällt werden.' Die Finauzjukisten gegen die Rechtsanwälte. Der Verband der Vereine österreichischer Finanzjuristen hat befchkoflen, von seinen a e w e r k s ch a f t l i ch e n M.: t t e 0: gegen die Mener Ncchtsantväkte Gebrauch zu machen. Die Ursachen dieses Beschlusses sind auf einen Zeitungsartikel des. bekannten Wiener Advokaten Dr. Walter Rode zurttckzuführen, durch den sich die gesamte Beanrtenstliaft beleidigt fühlte. Dazu kau: noch, baß die Wiener Advokatenkammer keinerlei Lust zeigte, den Finanzjuristen im Bundesdwnste' Genugtuung zu verschaffen. Nunmehr werden auch die Advokaten ftch an die für den Parteienverkehr geltenden Vorschriften halten müssen. Telephonische Auskünfte werden an Advokaten nickst :nehr erteilt und auch die allgemeinen AusMufte und Nechtsbelchrüngen an;i>ie dlnwülte über Steuer-, und Gebührenvorschqsiften sollen, nicht mehr gegeben werden. Eine Depositenbankaktie —> 5 Groschen wert. Dev Juwelier in Nizza Charles Dunes, har gegen den früheren Vizepräsidenten der Depositenbank Arthur Drucker, der derzeit in Paris wohnt, einen Prozeß wegen Bezahlung ernes Perlenhalsbandes in: Wette von dreieinhalb Millionen Franken angestrengt.. Da er keine Bezahlung, er-- langen konnte, stellte er beim Mener Zivillandesgerichte, als Gerichtsstand des Bernrögens, den Antrag auf Ko nkurseröffnung. . Das ' Landesaerickst hat diesen Antrag nmngels Deckung der Kosten a v g e wi e s e«, UwiC das Vermögen Druckers in Men in 20 Prozent des drei Millionen Sttick betragenden Paketes Depositenbankaktie:: besteht, die ^iro Stück jetzt einen Wert von fünf G r o s ch e n haben.

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