Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2831 (15.1.1927)
- Date
- 1927-01-15
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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‘Seit? 6 W ien, Sümrkatz IS. Wimer 1967 Wt«mr MMWWeMt- Re Fufiaa Bo»emredttanstalt-llakonbimr> Berkehrrbank. L^reits mitgeteilt wurde, wird dir Kapital-Zveri.reuruug der Bodencrxditattjtalt um lö Millionen Schillin<3 nicht nur dazu verwendet, um das Anionbunkpaket der' Postsparkasse irn Verhältnis 3:1 gegen Bodenerediküftien obzulösen, sondern auch die schon seit mehr als einem Jahr bestehende Interessengemeinschaft mit der Allgemeinen Berkehrsbank in eine Fusion hinüb.rzuleidcn, wobei die Aktien der Verkehrsbank im Verhältnis von 6:1 gegen Aktien der Bodencreditanstalt umgetauscht werden sollen. An der Vorbereitung der Fusion wird nach unseren Informationen fieberhaft gearbeitet; die Fusion soll, wie uns mitgeteilt wird, nur noch eine Frage von wenigen Tagen sein. Es liegen bereits nicht nur Pläne hinsichtlich der Personalveränderungen in der Unionbank und Verkehrsbank vor, sondern auch bezüglich der Verwertung allsäLig überflüssig werdender Gebäude der genannten Bankanstalten. Für das Palais der Unionbank interessiert sich das Bankhaus Rothschild, dessen bisherige Bureaus an das Gebäude der Nnionbcmk an- K« Borschuß auf dir Nesuußsrnmsranlrihe. Wir haben kürzlich über die Verhandlungen berichtet, die wegen eurer Bevorschussung der Resundierungsanleihe mit den Banken und der Zentralsparkasse der Äemernde Wien eingeleitek würben, um die Beträge flüssig gu machen, Sie zur Befriedigung der Ansprüche der Beamten der Zentralbank der deutschen Sparkassen notwendig sind. Es handelt sich um einen Betrag von insgesamt 81 Millionen Schilling« Wie verlautet, stehen die Verhandlungen unmittelbar vor dem Abschluß. Es dürste das Angebot der Z e u t r a l s p a r k a s s e der Gemeinde Wien angenommen werden. Was die Emission der An-leiheobligationen betrifft, sichen die Details noch nicht fest. In den Besprechungen mit den Interessenten wurden die schweren Bedenken gegen die F o r m einer Prämienanleihe neuerdings hsrvorg-choben, da der Markt bereits mit Losen saturiert sei. In Finanskreisen will Man wissen, daß der Plan einer Prämielurnleihe so gut wie gefallen fei, und darauf dürrste wohl die in den letzten Tagen ein'getrctene Besserung des Los Marktes zuriickzuführen sein. über die Frage, ob di« Ausgaben eines Unternehmens pür Re» klome als DetriebSlruSlogen eine passierbare Stenerabzugspost bilden oder als ein Aufwand für die Verbesserung und Vermehrung des Vermögens im Sinne des Personalsteuergesetzes anzusehen und daher nicht abgugsfähig sind. Einer Wiener Firma wurden sowohl von der Steueraomirtstration wie auch von der Berufungskommission die Auslagen für Reklame nicht als Abzugspvst anerkannt. Der VerrvaltmigSgerichtshof hat nun der Beschwerde gegen diese Entscheidung mit folgender Begründung stattgegeben: Ausgaben für Reklame müssen in der gegenwärtigen Zeit in der Regel als Betriebsart slagen behandelt werden, die im Rannten des lausenden Geschäftsbetriebes gemäß § 160, P. 1, des P. St.' G. als Abzüge von den Einnahmen zu behandeln sind. Zum Abzüge nicht geeignet würden diese Auslagen genrätz § 160, P. 1. dann erscheinen, wenn sie an-sch lieblich aus Anlaß oder zum Zwecke der Errichtung oder der Er- »veiterung des Geschäftsbetriebes gemacht »vorden wären. Eine Kundgebung gegen dir Kündigung der offenen Zollfreilager. In einer unter de»n Vorsitze des Gremialvizepräsi' denten Dr. Lothar Weiß stattgehmdenen Tagung des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft wurde die jüngst erfolgte Kündigung der offenen Lager zunr Gegenstände eines Dringlichkeitsantrages gemacht. Es wird dar«: ausgesührt, daß die offenen Lager ein unbedingt erforderliches Instrument unseres Transithandels bleiben müssen und daß es durchaus nicht angängig ist, einer Firma das offene Lager anfzuknndiaen, wentt sie im abgelaufenen Jahre keinen Export nachzuweisen in der Lage ist. Der Entzug mit dieser Begründung sei bestimmt ungesetzlich, und schon aus diesem prinzipiellen Grunde müsse gegen das Vorgehen der Finanzverwaltuna entschieden eingesch'rikken werden. 'Das Präsidium wurde aufgesordert, beim Finanzministerium vorstellig zu werden und insbesondere zu erwirken, daß in Hinkunst derartige Maßnahmen nicht ohne Befragen der maßgebenden wirtschaftlichen Körperschaften ersolgen. grenzen. Ein interessanter Prozeß gegen die Unionbauk Bor dem Lemberger Appellationsgericht fand dieser Tage eine Verhandlung in dem von sämtlichen Beamten und Angestellten der „B an! Uns i" gegen die W i ener Unionbank angestrengten Prozeß stakt, Die Lemberger Filiale der Wiener Anronbank war anr 1. September 1923 in eine neue Aktiengesellschaft unter dem Namon „Bank Nnji" umgewandelt worden. Sämtliche Beamte der llnionbanksiliale wurden damals von der neuen Gesellschaft übernommen, deren alleiniger Besitzer die Ullionbank geblieben ist. Die Leitung der Bank stellte sich nun auf den Standpunkt, daß die „Bank Unji" ein'neues Unternehmen sei, ihre Beamten als neu estgagiert zn betrachten seien und weigert sich, ihnen die früheren Dienstjahre anzurechn-en. Die Beamtenschaft wandte sich nun an die Wiener Direktion, die jedoch alle Forderungen abwies. Nun schritten die Beamten zur Klage. Die vor einigen Tagen abgehalkene Verhandlung wurde aus Antrag des Vertreters der Unionbank, Rechtsanwalt Dr. Samdauer, vertagt, da dieser dem Gericht Mitteilung von den in Schwebe befindlichen Fusionierungsverhandkungen der Unionbank mit der Bodencreditanstalt machte, von deren Ergebnis das Schicksal der „Bank Unji" Abhängen wird. 8er Haube! in Albrechts- und Sarl Ludwkg- Migattoue». Infolge der vor einigen Wochen in Berlin aufgeweckten Fälschungen von Albrechts- und Carl Ludwig-Obligationen, bei denen der polnische Stempel abgewaschen wurde, hat der Berliner Börsenvorstand verfügt, daß vom 31. d. M. angefangen, nur diejenigen Titres lieferbar sind, die in einer beim BorseNvorstand aufliegenden Liste verzeichnet find. Die Ausnahme in diese Liste erfolgt auf Grund eines beim Börsenvorstand hinterlegten Gutachtens eines beeideten Handelschemikers, wonach aus' den Papieren weder ein mechanischer noch chemischer Eingriff stattgesunden habe. Auch in Wien sind Bestrebungen im Zuge, eine solche Unterscheidung vorzunehmen. Cs liegt bei der Börsekammer der Antrag, vor, beim Giro--nnd Kassenverein einen Chewiesachverftändigen anstellen zu lassen, der genau so wie in Berlin die genannten Eisenbahnobligationen zu überprüfen haben wird. Diese Regelung wird darum empfohlen, weit die Streitigkeiten zwischen den Kontrahenten, ob die Stücke reingewaschen oder poluisch gestempelt sino, kein Ende nehmen und daher der Handel, lost erinnerlich, bis aus weiteres von der Börsekammer sistiert worden war. Die Uebecprüfung durch einen Chenriesachverständigen würde es nun gestatten, den Handel in diesen Obligationen Irrkber aufzunehmen. Feste Devisenmärkte. Die Lira hat geistern zu Beginn des Börsenverkehrs ihr« tags Locher im N<ichmi trag,vsrtehr erzielt« Steigerung auf 2L.6V gegen Zürich Lchaupöet und stieg sodann auf 22,80. Der Leu erhöhte sich sprunghaft auf 2.80 und schloß 2.70% gegemwer 2.72% taßä vorher. Der Franc hat ein wenig angegogen. Auch Madrid im> Oslo Halen sich befestigt. - Oesterreichische Rationalbank. Ms letzter Termin für die Einlösung verschiedener Noten der Oester« reichifch-ungarischen Bank wurde der 31. Jänner 1027 festgesetzt. Es sind dies Banknoten zu 1, 2, 10, 20. 60, 100 und 1000 Kronen. Stach Ablauf der genannten Frist erlischt jede Verpflichtung der Oester re ichischen Nationavbank, für die vorerwähnten Roten eine Vergütung zu leisten. Ae böhmische Unionbank gegen bar englische Sequeftrationsamt. Ein Prozeß von prinzipieller Bedeutung. Aus Prag. 14. d. M., wird berichtet: Die Verhandlung der Böhmischen Unionbank gegen die englische Sequestrationsbank für das österreichische Eigentum ist vor dem Obersten Gericht in London aus den 8. Mäyz festgesetzt worden. Wie das „Prager Tagblatt" erfährt, Nagt die Bank den Administrator des österreichischen Eigentums aus Herausgabe ihrer sequestrierten Guthaben und Depots aus der Vorkriegszeit nach dem Stande vom 1. August 1914. Der Friedensvertrag sieht die Freigabe des beschlagnahmten Vermögens für Neu-Ausländer, also auch für T-schechoslowaken, vor. Der Administrator verweigert aber die Herausgabe des Eigentums juristischer Personen, wiegen das Vermögen physischer Personen wohl langsam, aber anstandslos desequestriert wird. Bei juristischen Personen stellt sich jedoch die Verwaltung des beschlagnahmten Eigentums auf ikn Standpunkt, daß die Verrechnung mit dem Abrechnungsamt rn Wien zu erfolgen habe. Während nun das freigegebeue Eigentum physischer Personen in Pfunden aus bezahlt wird, honoriert das Wiener Abrechnungsamt die Forderungen in österreichischen B u n d e s o b 1 i g ck t i o n e n, die auf Pfunde lauten, deren Kurswert aber gegenwärtig bloß ungefähr zwei Drittel des Nominales beträgt. Die Differenz besteht daher in annähernd einem Drittel des Wertes des beschlagnahmten Eigentums, und da die Unionbank zu den größten Interessenten gehört, hat sie sich entschlossen, nachdem alle Versuche einer direkten Verhandlung ebenso wie auf diplomatischem Wege und durch Vermittlung des Banken/veröandes erfolglos geblieben waren, die Angelegenheit vor dem englischen Gericht anhängig zu machen- Falls der Prozeß gewonnen werden sollte, so sind nach englischem Recht alle gleichartigen Verhandlungen ipso facto gewonnen, was für die übrigen tschechoslowakischen Interessenten von großer Bedeutung wäre. Der AuSgleichsantr«« des Ersten Wiener Konsumvereins. In einer gestern atgehaltenen Versammlung der Gläubiger und Einleger des E. W. K. wurde zu dem Ausglerchsantvag der Verwaltung Stellung genommen. Der Konsumverein bietet eine 36prozentige Quote, zahlbar in 12 Monatsraten er. et 100 Prozent in Obligationen. Rach einer stürmischen Debatte wurde einhellig eine Entschließung angenommen, worin verlangt wird, daß den Gläubigern eine SOprozentige Quote, zahlbar in 24 Monatsraten Mi bieten sei, und daß diese Zahlungen spätestens am 1. Mai d. I. zu beginnen htBen. Es sei Sorge dafür z-u tragen, daß bis zur Bestätigung SeS Ausgleiches die Masse nicht vermindert und daß eine Majoristeruim der Einleger im Gbäübigerkomitee hintangehalten wird. Schließlich soll noch etn Versuch gemacht wev-en, einen Härtefonds für die bedürirlgsten Einleger zu schaffen. Die Ausgaben für Reklame — eine Steirerabzugspost. „Der Handel" veröffentlicht soeben ein« für aste Wirtschaftskreise sehr interessante Entscheidung des VertvaltungsgerichtshofeS 3 ude ans JKveiis! DER NEUE ROMAN DER WIENER MORGEN ZEITUNG44 Di Divideltde der Bant von Polen. Aus Warschau, 14. d. M., wird telegraphiert: Der Generalvat der Dank von Polen hat in seiner gestrigen Sitzung die Bilanz und r«n Rechnungsabschluß für 1028 genehmigt und beschlossen, der Genrralversammlung vorzufchkagen, auf den Reservefonds 1M9.661 Zloty, für neue Rechnung 172.630 Zloty zu übertragen. an den Staatsschatz 8.153.601 Zloty zu überweisen und -eine IVprozentige Dividende (IO Millionen Zloty) auLzufchütten. Die Generakverfamml-ung findet am 10. Februar statt. England zahlt den StütznngSkrebit zurück,. Aus N-ew .York, 14. d. M.. wird uns telegraphiert: Der Gouverneur: der Dank von Eirgland, Norman, erklärte hier, daß die Bank von England beabsichtige, den Kredit von 300 Millionen Dollar, den sie für die Stabilisierung des P f u n d k u r s e s von der Federal Reserve Bank ynd der Bank Morgan im Mal 1625 erhalten halbe, n i ch t z u erneuern, sondern ihn zurücktzusahlen. Der Znsammenbvnch der Slawenska Banka. Das Lai» Lacher „Jutro", das Organ der dortigen felvstärchigen Demokraten, erfährt bezüglich des Verchältn-isses zwischen Len Trifailer Kohl e nb erwerksges-e-l-lscha ft und der zusammengebrochenen Slawe nAa Ban-ka, daß die Trifailer im Jahre 1825 für Rechnung der Slawenfla Banka 2.7 Millionen Dinar für Propagandazwecke ausbezahlt habe», als zwei Minister der Radic-Pärtei der Bank Schwierigkeiten bereiteten. Der Agramer ,Obzor" knüpft Laran den Kommentar, daß die Trifailer doch die Herrin der Slawenska BarÄa war und daher auch für den Zusammenbruch verantwortlich sei. Bevorstrhrnde Regelung der Frage des Eisernen TareS. Aus Rom, 14. Jänner, wird telegraphiert: Morgen tritt hier die internationale Donaukvmmission. zu einer außerordentlichen Tagung zusammerr. Aus Grund des Versailler Vertrages hat sich die Donaukommifsion mit der Frage des Eisernen Tors zu befassen. Cre hat deren Erledigung einem besonderen, Mischen der. Donaulommisston und den beiden Merstaaten, Rumänien und Jugoslawien, abzuschließenden Vertrag Vorbehalten. Dieser Vertrag, dessen Vorbereitungen die Donaukommiffion bereits einige Zeit beschäftigt hat, soll nunmehr in Rom abgeschlossen werden. Zum Zrvecke d^r Geldbeschaffung für oie Beseitigung der SchissahrtshindernissL beim Eii'ernen Tor war von Ungarn eine Lprozentige Anleihe von 45 Millionen Kronen in Gold attsswnommen worden, zn deren Sicherstellung die gemäß dem Berliner Vertrage von 1879 einzuhebenden Schlsfahrtstaxen sowie andere Staatseinkünfte Ungarns bestimmt wurden. Diese Verpflichtungen gingen auf die genannten Nachfolgestaaten Ungarns über. Da die Eiserne-Tor-Anleihe eine Goldanleihe ist, wäre sie nach dem Friedensvertrage im vollen Ausnraße zu valoristeren, doch dürsten sich die Obligationäre zu einem Nachlasse bequemen, wofür ein Präjudiz in den Bestimmungen des Prager Mords für andere Goldanleihen Oesterreichs und Ungarns bereits besteht. Dieser enthält allerdings auch eine Besserungsklausel, wonach später, sobald sich die finanziellen Verhältnisse der Schuldnerstaaten gebessert haben, erhöhte Zahlungen zu leisten wären. Die Eiserne-Tor-Anleihe ist außer tn Men und Bn^a- Pest auch an zahlreichen Auslandsbörsen kotiert. Seit Oktober 1918 ist der Kupon notleidend und es wurden auch die Berl^ungen sistiert. — Anm. d. Red.) Wiener BSrse. Nach ruh-kger Eröffnung vefesKgt. Zn Koginn der gestrigen Wrfe macht« sich im Hinblick auf die nahe Versorgung Rsalisat-ionsneigelng geltend, so daß mit Ausnahme von StcvatAbahn, Salgo, Ssmperit nnd Trifailer die meisten übrigen Papiere gedrückt waren. Im weiteren Verlaufe trat auf Auslemdskäufe urD freundlicher« Tendenzberichte der Nachbarbörsen eme allgemeine Befest'gwng «in. wobei Oesterr. Kredit, Sdaatsbcchn, Krwpp, Salgo, Semperit und Felten am stärksten vovwärtskarnen. Schwächer schlossen unter anderem Ungar. Credit, Akpine, Lombarden und Karpathen. UmonLanKaktien büßten nach amsanglicher Erholung um 16 Groschen gegenüber dem vorgestrigen SchkußLurse neu-ercings 86 Groschen ein. Im Schranken waren Brau«, Zement-, Papier- und tschecho- Sind Sie schon Selbstkontingentler geworden? 500 Selbstkontingentier, die jährlich 6 Pfund durchschnittlich fü den Keren Kajemeth auf bringen, sichern das Minimalkontingen des Keren Kajemeth für Oesterreicht