Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2829 (13.1.1927)
- Date
- 1927-01-13
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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9 W. JSnner WM tfffc 5 nnwtdersteNich im dtec «ch Wcht «chWhnck M RückschlLgtt». Der WrsgMg d« großen Ringcnv in Ehma dürfte iehr stark dadurch beeinflußt werden, ob es einer der b«i-!«n Parteien gelingen wird, die Ackerbauer Chinas ans' rh»e Gerte M bringen imd dLeft MHftn W «Mmarm Sei' SMktr« in Liffabou. LWSs«, 12. Jänner. Um 3 Uhr früh wurde Per ein Erdbeben verspürt, das in vertikaler Richtung verlief und ^ünf Sekunden dauerte. Die Maximalstärke dauerte drei Sekunden. Es ,'st kein Menschenleben zu betf «# weiblicher -«Mia. Die falsche Prinzessin von Preuße«. Untersuchungsgefängnis des Erfurter Landge- LiaM sieht ein 41 Jahre altes Mädchen wegen umfangreicher Betrügereien dem Prozeß, den man ihr machet; wird, und ihrer Strafe entgegen. Gleich dem Schwindler Domela wollte Martha Barth aus Bad Berka, so heißt das angejahrte Mädchen, höher hinaus, und wesentlich mehr wie Domela fiub ihr leichtgläubig ins Netz gegangen, beim sie war mit Gunstbezeigungen den Männern gegenüber nicht geizig, obzwar auch sie fürstlicher Abkunft gewesen sein wollte und sich sehr distinguiert gab, sobald sie sich in Gesellschaft betvegte. Die Betrügerin kam vor etwa 15 Jahren als Dienstmädchen nach Erfurt, lvandte sich aber bald einem Berufe zu, in dem das Geldverdienen leichter fiel und in dorn sie vor allem ihre körperlichen Reize leichter zur Geltung bringen konnte, sie ging in verschiedene Großstädte, wurde mehrfach! bestraft, befleißigte sich zwischendurch auch wieder einmal eines ehrsamen Lebenswandels und tauchte schließlich im vorigen Jahre wieder in Erfurt auf, nachdem sic eine Zeitlang im Berliner Haushalt eines preußischen Prinzen bedienstet gewesen war, dort aber ihre Stellung Knall und Fall verlassen mußte. In Erfurt trat sic mm als eine Gräfin Rittcrberg auf, ließ aber durchblicken, daß sich eine viel höherstchendc Persönlichkeit hinter dem Gräfinnentital verstecke. Sie lüstete auch ihr Inkognito durchaus nicht ungern, und so erfuhren denn die Kreise, daß die hochelegante Frau tatsächlich eine Prinzessin Margarethe von Preußen sei; sie gab sich auch als Tochter des Königs von Griechenland und „zur linken Hand a n g e t x n u t e Frau des früheren preußischen Kronprinzen" aus. So hanebüchen und so überaus plump diese ganze Hochstapelei gewesen ist, haben sich dennoch anscheinend eine große Anzahl Dummer gefunden, die aus sic hereingefallen sind, und es wird versichert, daß die Zahl der Erfurter Bürg er und Geschäftsleutedie von der raffinierten Schwindlerin um vielo Tausende geprellt worden sind, durchaus nicht klein sei. Bielen ihrer Freunde und Gönner hinterließ die Barth ihr Bild, das sie in größer Hvftoilette darstettt und auf dein sich die Widmung „Zur bleibenden Erinnerung" befindet, mit der sie M als Prinzessin Margarethe von Preußen vevetvigt hat. * goses Mich gestorben. Prag, 12. Jämter. Heute ist im 80. Lebens,jahre A-er tschechische Politiker Josef D ü r i ch gestorben, der neben Masatyk im Weltkriege der einzige tschechische Abgeordnete war, der die Flucht ins Ausland wagte und der in dem Karupfe um die Selbständigkeit der Tschechoslowakei eine große Rolle spielte. Dürich hatte gemäß seinen panslawistifchen Anschauungen seine Hoffnungen ausschließlich aus Rußland und den Zarisimrs gesetzt, während Masaryk von den Demokratien Westeuropas Hilfe ettvartete. Dürich tvar über Anregung K r a m a r S nach R u ß! a n b g e g a n g e n und wollte die böhmischen Länder zu einem Teile Rußlands machen. Er-versprach den russischen Maatsmännern sogar den Uebertritt der Tschechen zum orthodoxen Glauben. Nach dem Umsturz kehrte er in seine Heimat zurück, wo er politisch i i o l i e i* t blieb. Sie PÄe«-»«rmmer der „SBiener iBflewefaen äeUnng*. Ein Warschauer Abendblatt richtet, wie die „Bossischie Zeitung" meldet, heftige Angriffe gegen die Propagandaab Leitung der polnischen Regierung wagen Verschwendung großer Summen in Wien. Rach den Angaben des Blattes hat die „Wiener Allgemeine 3 e i t u n g", das sogenannte „Sechsuhrblatt", die vor dem Kriege mit der polnischen Reichsratssraktion in engen Beziehungen stand, vor mehreren Jahren die Herausgabe eines Werkes „Das moderne Pol*n" übernommen. Bisher sei aber noch keine einzige Zeile erschienen, obwohl bereits.80.000 Dollar gezahlt wurden. Man deutet hier an, daß dieses Geld für andere Zwecke verwendet worden ^ei, weil die Druckereirechnung für dasPropagandaiverk noch nicht bezahlt ist. Man hält die Affäre für um so skandalöser, als das Blatt eine scharfe Propaganda gegen Rnmänin ,nachte, so daß also die Propaganda gegen einen Verbündeten Polens, mit;wlnischem Gelde gemacht werde. ♦ W ist «mMtiss, daß die „Wiener Mgemeine Zeider OwWöntttchtMg b»M6 Kvmttnis hchen muß, die Angelegenheit noch nicht «rjgeklärt hat. Was die Angriffe auf Rumänien anbelangt, so erklären sie sich Nicht etwa aus politischer Ethik, sondern einfach daraus, daß sie von Ungarn bezahlt werden. Für GeS» verdammt sogar ein Wiener Blatt den Antisemitismus. iMrdöwgs wrr kwe-t, wo es der Auftraggeber verlangt. ERÖFFNUNG Meierei MM XX*, CteOße Stftätgntgaasß Mt. 24 We fteftle wieder tearn. «eit einigen Tagen beschäftigt sich die KvNenkvmmis s«m des Handelsniinisteriums mit der Kohlenlage, da die Kvhlengroßs-ondler das Ersuchen nach einer neuerächrn Preiserhöhung gestellt haben, das mit der Erhöhung der Transportkosten für oberschlesische Kohle begründet >oird. Die amtliche Kvhlenkommission veranlaßte nun die Ueberprüsung der Kalkulationen. Die Ergebnisse dieser Ueberprüfnng bildeten vorgestern den Gegenstand einer mtscheidenden Debatte, die damit endete, daß die amtlichen Stellen den, Verlangen der Kohlengroßhändler zustimmten und die Kohlen Pr eise um 30 Groschen für 100 Kilo in die Höhe setzten. Dieser neue Kohlenpreis — S. 8.10 ab Wiener Rutsche — ist am 10. d. in Kraft getreten. Diese! Kohlenpreiserhöhung ist bereits die vierte seit dem Herbst und es scheint, daß sie noch keineswegs die letzte sein wird. Es droht noch eine weitere Erhöhung des Kohlenpreises, die mit der Erhöhung der Zollabfertigungsgebühren der Bundesbahnen zusammenhängen dürste. Wie verlautet, hat das Handelsministerium der Erhöhung der Zvllabsertigungsgebühren bereits zugestimmt, mm: muß also mit der Einführung dieser neuen Gebühren noch im Lauft dieses Monates rechnen.!-Isben Sie schon gewählt? Zosephus Flavius Äeinrich Graeh Theodor ÄerzlH Sven Ledin Lermann Struck Arnold Zweig Adolf Böhm ^KmsSM 5 Gchrllmü 40 Groschen — Krankengeld. Bon der neuen Arbeiterversicherung fiiib bisher im ganzer: etwa 48 Paragraphe im Unterausschüsse durchberaten worden. Zu den vielen Umstrittenen Bestimmungen, die zurückgestellt werden mußten, kam gestern noch die der Hauptstelle. Während Regierung, Mehrheit, die Gewerüeverbändc und d«r Hauptverband der Industrie gegen einen eigenen Bexwaltungsapparat der Hauptstelle sind und die Kanzleigeschäste der Berwaltungskommission durch die Arbeiter-Unfallversicherungsanstalt in Wien besorgen lassen rvollen, verlangterr die Sozialdemokraten die Errichtung einer das ganze Bundesgebiet umfassenden Versicherungsanstalt mit Geschäftsstellen in Graz und Salzburg. Auch die dreitägige Karenzfrist für den Bezug des Krankengeldes ist strittig, dagegen lvurde das Krankengeld mit Mehrheitsbeschluß in der niedersten Lohnklasft mit 80 Groschen und in der höchsten mit 5.40 Schilling festgesetzt. MM, Y3. Jänner 1085. Das Wetter. Das Rogenwettse Hai gestern Len ganzen Zag über 'an« Schalten. Die herrschende Tevrperatur ist stark übernormal» ogar der Morgensrost in den Landern hat abgenommen. Die Zoraussage vechelßt noch kerne grundlegende Besserung. Zeitweise Regen, warme Temperatur. Leuchtgasvergiftung. Der OAahrige Pensionist Ludwig Früh-mann wurde gestern nachmittags in seiner Wohnung von Nachbarn, die ■ einen Gasgeruch wahrgenommen hatten und in die Wohnung eingedrungen waren, in der mit Leuchtgas erfüllten Küche auf dem Boden liegend bewußtlos aufgefundeu. Ob Unfan oder Selbstmordversuch borliegt, ist noch nicht klargestellt. Dex Raubmord in brr Liochtensteinstratze. An das Sicherheitsbr.reau ist ein Brief eines AnorrhnruL gelangt, der schreibt, daß er der bisher unbekannte Begleiter war. der mit der Bedienerin WaisioKa Közsara am Albend Nos SO. v. M. im Cafe .^iMnhoss" in Dreimal tagliofa: 5- 7 Uhr früh. 11-12 Uhr mittags. 6— 7 Uhr abends: kuhwarme Milch aus den eigenen Stallungen dortselbst. Verkauf den ganzen Tag über! bet WäHringerstratze ,M,eilt hat und sich berei: crtlart, Auf Müsse zu gelben, wenn ihm die Geheimhaltung, feines Namens unbedingt zngestchert wird. Die Polizeibehörde ersucht uns, beLannt zu geben, daß dem Schreiber des Briefes unbedingte Gsheinchaltung seines Namens g e sagt wird. DrMlose FilmÜbertoagUttg. Wie die Londoner „Times" a>us Äerv AoK mebv'eu, \c i die Uebertragang ki-nematographischer Filme ans drahtlosem Wege eine vollendete Tatsache. Dies wurde dem Mitglied des Instituts für drahtlose Jngenieurwiffenschaft in New ^ork, A l e x a n d e r i o n, dargetan. Er projizierte am drahtlosem Wege mit einem einfachen?lpparat auf die Lein-- wand eine-n Film, >der ihn in einer iVesprechuna mit Freunden darstellte. Aus der Schachwolt. Wie bereits berichtet, hat am 1. Jänner si« March zwischen dem vussischen Großmeister Aljechim und dem jungen holländischen Schachmeister D r. E u w e (der im internationalen Turnier von Mährifch-Ostrau durch seine schönen Leistungen AufmerLsam-keit erregte) begonnen. Dae Match umfaßte 10 Partien. In den ersten sechs Partien erzielte EuSve wchl vier Remis, jedoch kernen Gewinn, erst dic siebente Partie konnte er gegen seinen gefürchteten Gügner gewinnen und nach einem Remis in der achten, einen zweiten Sieg in der neunten Partie buchen, so, daß vor der letzten Partie da§ Match 2:2 (mit 6 Rernis) stand. Da-? zehnte Spiel vermochte dann AljeHim in 27 Zügen z>u gewinnen, so daß er das Match gegen Euwe 3:2 (bei 6 Remis) gewonnen hat. Die Leistung des Holländer? gegen den Großmeister ist als führ gut zu bezeichnen. Die Kropfknmkheiteil nehmen zu. In der letzten Sitzung des Hauptausschustes des Proutzi« schon Landtags machte Mimsterialdiroktor K roh ne inter-- essante Ansführungen über die Gesundheitspflege in Preußen. Er stellte dabei fest, daß eine Zunahme fter Kr.opfkrankhejten erfolgt sei, was auf eine gewiV.2 Jodarmut in den Nahrungsmitteln Zurückgeführt werden müsse. Die immer stärkere künstliche Düngung der Aecker, besonders mit dem künstlicher, Stickstoff, sei als Ursache dieses Mangels an Jod erkannt worden, -das der Chils-kSakpeter in reicherem Matze besitze. Spende für de» K-er«n Kajemeth. Eine Wiener Firma Hai an de:, Keren KcyemM anläßlich einer Hochgeitsftiec dsn Betrag von 480 SchWng L Kuhlva-rme Mkch ist jetzt täglich dreiinal dn >svn Stallungen der neueröffneten Meierei BaLdauf, s. Bog., Große Stadtgutgasse 24, erhältlich. E Magenschmerzen, Magendruck, Versiopftmg, Darmfäulnis, schlechte Verdaiuung, Kopfweh, Zungenbelag, blasse Gesichtsfarbe werden durch den Gebrauch des nabürlichen „Franz-Jofef"-BitterwasieiL, ein Glas voll abends kurz vor dem Schlafengehen, behoben. Spezialarzte für Verdanungskrankhei-ten erklären, daß das F-ranz-Joses-Wasser als ein sehr zweckdienliches Kattsmittel lwarm zu empfehlen ist. Vereine. Bartröge und Bersammiungev. Bevei» der Hebräischsprechenden. Samstag, den 16. d. M., nur 6 Uhr abends, Sitzung des Waad. Erscheinen aller Wa-admitgliorer notwendig. — Havb 8 Uhr Achad Haam-Gedenkfeier. Redner Dr. Tartakower: „Die Briefe Achad HaamS". — Wiener Bet-HamLmasch, 2. Beg., Tempelgasse 8. Heute, ü Uhr. Lektor Dr. S. Gelbhaus: „Historische Psalmen". — Partei der Zioniswn-Rvvisionisten. Heute, um 8 Uhr abends, Ausschnßsitzung im Cafe Kolosseum, S. Bez.. nobön BersorgungSyaus. — Zionistische Bezrrkssektion Leopoldstadt, 2. Bez., Zirkursgasse 33. Heute, Donnerstag, 8 Uhr abends, Vortrag Dr. Dchider Frievmann über „A n t i s e m i t l S m ai S". — Zionistische Jugendorganisation Prater, Jungstraße 8. Heute. 8 Uhr, Fortsetzung des Vortrages Dr. N. M. Gelber: „Jüldffche Geschichte", "nn Ntahmen unseres Geschichtsseminars. — Morgen, Frc^- tag. 8 Uhr, Referat Rathaus (im Seminar): .Theorie und Geschichte des Z-ronism-us". — Jüdisch-akademischer Jurisijrnverein. Samstag, den 15. d. M.. 7 Uhr avenDS. Vortrag Ludwig Bato über „Unsere Beziehungen zur Mitwelt", im Lokale'des Zentrums. 2. Bez., Untere Augartenstvahe. Die Del-5ta-Akabemi-c, veranstaltet vorn U-nterstützungs- und Geselligkeitsverein der Angestellten des Hauses Del-Ka, findet Samstag, den 28. Jänner 1W7, 8 Uhr abends, in -den prachtvoll renovierten Sälen des Hotels Munchnerhof, Wien. 6. Bez., Mariahilfeüstraße 81. statt. Mnwirkende: Charlotte Waldow, Richard Waldemar, Elfie Attmann, Fritz Steiner. Hermann Leapoldi und Ernst Arnold. Nach den Vorträgen ununterbrochen Tang. Tanzmusik: Kapelle Drescher Und die American JazOand. Vorverkaufsikarten in allen Del-Kä-Verkausshäusern zu S. 4.-—. an der Abendkassa S. 5.—. Schöne Damensvende. , Predigten in den isvaelittschen GemeinLetompeln. Freitag, den 14. Jänner 1927, finden bei dem um 4 Uhr 80 Min. beginnenden Abe-ndgotteSdienste Predigten statt, und Ovar: 16. Bez., Tuvnevgasse 28 (Ralsibiner Dr. I. Daglicht): 10. Bez.. Hu'bergasso 8 (Rabbiner Dr. I. M. Bach); 18. Bez.. Schopenhauerftraße 39 (Rabbiner Dr. D. yeuchtwana). Samstag, den 16. Jänner 1627, Leim MorgengotteSdienste (Beginn 8 Uhr 30 Min.), 21. Bez.. Holzmeistergasse VS (Rabbiner Dr. M. Rosenmann). Medervröffnung des Jüdischen KindvTgStrienS im 2Ü. Bezirk. Mit Beginn des 2. Semesters soll der Jüdische Kindergarten im 20. Bezirk, Othmaugaffe 46, wieder eröffnet roerden. Die Einschreibungen finden in der Tempelkanzler, 20. Bez.. Kluekygasse 11, an folgenden Tag-n statt: Sonntag von 9 bis 11 Uhr vormittags; Montag und Dren^ tag von 9 bis 11 Uhr vornr. und 0 bis 7 Uhr abends. Die Kinder erhalten über Wunsch der Eltern streng rituelle Ger- Pflogung. Nähere Auskünfte an den obgenannten Tagen und Stunden.