Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2823 (7.1.1927)
- Date
- 1927-01-07
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2823 ■coien, Freitag Wiener Morgenzeitimg 7. Jänner 1927 Sette 7 Panischer Wlrttckia!tslir!ef. ^libuffricWci' Rückblick auf 1926. Warschau, 3. v,annov. (iin Ni'ndau.i., i'jirri) ök bebcnlcr-Mten Prolmktwnö^üCTftc der polnischen Industrie im Jndre 1926;>igt im SSerOdÜnb mm Vorjahre ein uu’icnrlicl) jrsundsicheres Bild. Die meisten Industrien tonnten sich in der MLiten Hälfte -LsS laufenden Wirtschaftsjahres erholen und sowohl ihre Produktion als auch den Er Port bsi deutend steigern, nnihrend die L a n d w i r i | ch a f t in diesem Jahre im Verhältnis;n den Rckord-ziffern des Vorjahres .z.u r ü ck g e bl i e b e n ist. Die Getreidcausfu-hr non Jänner bis Oktober stellt einen Gesamtwert non über 800 Äst'illionsn (siosi) dar. Der forcierte Export aott Lebensmitteln hat nolwendigenneise zn einem starken Anziehen der Inlandspreise für Roggen und Geizen und zu einer allmählichen Anpassung an das tschechoslowakische, ungarische und rumänische Preisniveau geführt, weshalb in letzter Zeit die Forderungen nach ei,.,enr Ausfuhrverbot für Getreide immer lauter werden und eine nicht unbeträchtliche Einfuhr vlatzgreift. Die. landwirtschaichliche Industrie, in..erster Linie die S p i r i t n S e r z e u g u n g, war mit 1500 Brenneirrten, darunter 52 Jndustriebrennereien, vsrhältnismäßig gut beschäftigt, doch konnte sie mit einer Produktion von ungefähr 655.000 Hektoliter noch immer nicht über e i n D r i t t e I d e rVor >kris g S e r z eu g n n g hinauskommen. - Infolge der e ng l 'i s cfi e n S t r e t i: f onju n k - i u c hat bie^ V c r g - u n d H ii 11 e a i tt ö » ft r t e im Jahre 1926 mt Erzeuglmgs- und Exportprogeß her Gesamkwirtjchaft Polens eine ganz eminente Nolle gsspielt. Während, die Förderung voll Kohle mit 21.1 Millionen Tonnen bis Ende August die Vorjahrsproduktion schon um 2 Millionen Tonnen übertraf, trieb die entsetzende große Kohlenhausse die Septemberförderung auf 3.8 Millionen, um sich im Oktober und November auf 3^ Millionen Zu senken. Die Kohlenausfuhr ergab bis zum Oktober einen Gesamtwert von über 200 Millionen Zloty und konnte so dis Handelsbilanz entscheidend beeinflussen. Die Kohlenkonjunktur übertrug sich auch aus die Eisenindustrie, derenhProduEttonsziffsrn im lausenden Wirtschaftsjahr diejenigen des Vorjahres weit übersteigen.. Im 'Jahre 1925 produzierten die polnischen Eisenhütten einen Monatsdurchschnitt von 140.000 Tonnen, wovon etwa 9 Prozent zum Export gelangten. Im September vergangenen Jahres erreichte die Erzeugung 'die Ziffer von 163.00ch. wobei die Ausfuhr sich auf. 4.8 Prozent seniktes: ' Die ZVit k'in ö tt st ri e erfuhr ebenfalls eintznbedeutenden AufsHwung und erreichte im .SePtember dieses Jahres eine ProduAionshöhs von 257.000 Tonnen, gegenüber 232.000 Tonnen im Vorjahre.' Infolge der Jntercssennahme der bekannten amerikanischen Harrimangruppe an der polnischest Zinkindustrie konnte sich dieselbe dank der vorgenommenen neuen Investitionen Mnb der Modernisierung der Anlagen günstig entwickeln. Die- Kohlenkonjunktur brachte infolge Einstellung großer Heere von Arbeitslosen eine Belebung der Kaufkraft und Kauflust und ft'Ihrte so zu einem Wie-deraufflackern des Geschäftes in den meisten anderen Jndustri-ezweigsn. Dies ttifft-in erster Linie für die Textilstidttstvi c zu, .die in der zweiten Hälfte des vergangenest' Jahres die. Schäden der fast einjährigen Krise wieder guimachen. konnte. Dieser Jndustriszwsig hat lm Laufe der Sommermonats nicht weniger als. 4 2.0 0.0 Arb e i i -e r n e u e'i n st e l l e n können und beschäftigt gegenwärtig trotz der.-, abflauenden Konjunktur noch immer mindestens 100.000 Arbeiter. Wiewohl einzelne Fabriken die Vorkriegskäpazität nicht nur. erreicht, sondern vielfach sogar überschritten haben, bleibt die Gesamtprodirktion der polnischen Industrie noch immer um etwa 20 Prozent hinter der Vorkriegserzeuguug zurück. Infolge der wieder eingctrstenen Konkurrenzfähigkeit konnte sich auch der. Export bedeutend steigern und erreichte bis Oktober eine Höhe von 67 Millionen Zloty. Auch die P tz t r o l e u m i n d u st r i s ' konnte ihr vorjähriges Produktionsniveau bsibohalten-, die durchschnittliche Monatsförderung kann mit 67.300 Tonnen angenommen werden, übersteigt also die vorjährige Produktion um 4 bis 6 Prozent. Bis Oktober ergab die. Pet'roleumausfuhr den ansehnlichen Betrag von 10 Millionen Zloty. Eine bedeutende Rolle im Wirtschaftsleben spielte auch der Holzexport, der. bis anfangs November 172 Millionen Zloty erreichte. Die Salz Produktion sämtlicher polnischer -Salinen betrug in dm ersten acht Monaten des vergangenen Jahres 213.470 Tonnen, gegen. 206.864 Tonnen im Jahre 1925, 142.043 Tonnen im Jahre 1924 und 233.861 Tonnen im Jahre 1923. Die Pottaschssalzproduktlon betrug in der gleichen Zeit 134.671 Tonnen, gegen 127.118, bzw. 47.363, bzw. 40.166 Tonnen in den vorhergehenden drei Jahren. Zusammenfassend, mtlß gesagt werden, daß die Lage der polnischen.Industrie im Jahre 1926 wesentlich besser war als int Vorjahre, .. Wie sich die Verhältnisse heuer weiterentwickeln werden, da die englische Streikkonjunktur zu Ende geht, bleibt abzuwarten. Neuer Semesterbegiim! beb gen. Modlstenschule Lampet, I., Rotenturmetraße Nr. 31 Lehrzeit V/» Jahre privaikurse n alle Abonnenten, die uns die G an sjahr gebühr für dieses Jahr bis 15. Jänner 1927 überweisen, senden wir nach Wahl Josephus F) a v i u s, Sven Hedin oder G r a e t (-.-rp-.st.ur,!, neuer Banken in Jugoslawien. Aus Belgrad. wiro berichtet: Der Minister für Handel und Industrie genehmigte die Gründung der Handelskreditbank in Bttjmrrpac mit einem Altleukapit.il von 2 Millionen Dinar, der tani>uvirt;cf}aft i-dieit und gewerblichen Sparkaste Natnliuea mit einer Million Dinar, der Spar- und Kreditbank in Despvtovac mit 500.000 Dinar, der Batschkaer Kreditbank A. G. in Novisad mit 3 Millionen Dinar. Die Stlttkekndustrie kn Jugoslawien. In Ingvslatoien bestehen 7 Fabriken, welche sich mit der Stnrl'eerzeugung befaßen. Diese Fabriken können im Jahr«' 1200 Eisenbahnwagen Stärke erzeugen. ■ Ta im Inlande nur 250 Waggons Verbraucht werden, stehen 950 Waggons zur Ausfuhr zur Verfügung. Zur Erzeugung der bezeichncten Prodnttionsmenge im Werte von 80 Millionen Dinar werden 2500 Waggons Mais benötigt. Vor kurzem hat auch in Kran; die nengebaute Fabrik mit der Erzeugung begonnen. Diese Fabrik ist Eigentum der jugoslawischen Fabriken für Baumwolldmck, die für den eigenen Bedarf Stärke aus Karte siel erzeugen. Ausländische Börsen. Berlin. Die Mittwoch züm Sch'.us; eingetectene Aüfrvärtsbewegung konnte gestern wejentwiche Fvrt'chritte machen. Nur auf dem SMnkenmarkte ging es anfangs sehr lebhaft zu, bei erheblicheren Steigernnge» einiger Nebenwerte, Me Bank für Bauindustrie, Bayri-- sche Ncreinsbank und Bayrische Hypotheken und Wechselvank. dlnherdcm waren einzelne Speziälpapiere begehrt und erzletten ungetoillmtiche Kursbesfernngen» wie Löwe 10 Prozent, ohne dass,!v>ie von Verkmttungsseite mitgeteilt sach.iche Gründe dafür Vorlagen. Auch Berlin-Karlsruher Industrie und Hansa Lloyd stellten sich ansehnlich höher. Dagegen gingen die Besserungen am Montanmarkt nur vereinzelt über-2 Prozent hinaus, während Elektrizitätsdttich kräftiger allzogen. Recht fest waren lvieder Deutsche- Anleihen, insbesondere Kriegsanleihe und Deutsche Abiönmgsanleihe. Die Kursbewegung verschlechterte sich dann, da das Privatpublikum als Abgebdr austrat und die Spekulation Zurückha tüng beobachtete. .Obwohl Tagaeld zu. 4»/»i bis --6»/. Prozent, teilweise sogar darunter reichlich zu haben war, hält man doch die Lage am Geldmartt für nickt ganz geklärt und teilweise wird schon Vorsorge fürdie Meoioliaükdation getroffen. Unter leichten Schwanttrngen konnte sich der Kursstand im aklgemeinen behaupte». Nur Mentenwerte. lmtten namhafte - Besserungen zu. verzeichnen. Bon Spezialpgpieren -geWnnen Julius Berger' über 3Vro-/ zent und Teutsch-Mantische-TelegraphöN vsiu Prozent. — . In, Prag und Budapcst fanden des FefertägeS. wegen-' ebeisto Wie in Wien > keine Börsenberfannnlurrgett statt. Jedisenkuise- Zürich, 6..Jcrnncr. (Schlußkurse.) Paris 20.46)4 (Z0.40)L), London 25.14)4 (25.13%). Newyovk 517?/o (517.75), Bedien 72.03% (72.02^), Italien 23.06(23.07»), Spanien 80.03% (80.15), Holland 207.21H (207.17M), Berlin 123.— (123.-), -Wien 72.65 (73.02)4), Stockholm 138.37% (138.35), Oslo 131.80 (182.10), (Kopenhagen 13812K (138.05). Sofia 8.76 (3.76), Prag 16.33 (15 33). Marschau 57.60 (57.50). Bu-dapest 90.65 (60.60)..Belgrad 8.12% (9.12),,ST^cn 6.60 (6.60), Kon- . stantinolpel 2.60 (2.60), Bukareist 2.72)$ (3.74%), Finnland. 13.06% (13.05h Argentinien 218.50 (213.76), Japan 254.— - ' Die Schlaftvagengesellschast hastet für abhandengekommenes Handgepäck. Im Dezember 1920 reifte Frau Rachel Landau mit ihrem Sohn von Bukarest in einem Schlafwagen des Simplon-Expreß nach Wien. Da ein Schlafwagenplatz aus Versehen doppelt verkauft wurde, mußte der Sohn im Gange des Coupes Platz nehmen und das Reisegepäck wurde dem Schaffner zur Aufbewahrung übergeben. Dieser verwahrte den Koffer mit wertvollem Inhalt in seinem Schlafabtell und einen Hutkoffer in einem unversperrten Toiletteraum. Auf der Fahrt gingen die Gepäckstücke verloren und die Eigentümerin stellte an die Schlaßvagettgesell'chaft Ersatzansprüche, die auch in beiden Instanzen als gerechtfertigt aner» kannt wurden. Nuir hat auch der Oberste Gerichtshof in diesem Sinne entschieden und entgegen der Ansicht der unteren Instanzen ausgesprochen, daß die Klägerin wegen mangelnder. Beaufsichtigung ihres Gepäckes kein Verschulden treffe. Nunmehr wird das Handelsgericht über die Höhe des Schadens zu entscheiden haben. Folterungen i» einer oberüsterreichlschen Laudesirreuanstalt» Im Juli v. I. wurde der Gymnasialprofessor Josef Lobmair wegen aeistiger Störung in die Landesirrenanstalt von Oberösterreich Niederhart gebracht, wo ihn vier Wärter in Empfang nahmen, in eine E.inzelzelle brachten und in eine Zwangsjacke steckten. Der Patient wurde mit Gurten fest zusammeugeschnürt und mußte in dieser Stellung mehrere Stunden verharren, wobei er öfter Schläge auf dm Kops und Unterleib echlelt Der Profestor, dessen geistige Störung eine vorübergehende war, mußte 71 Tage in der Anstalt verbleiben und erlitt durch die Behandlung der Irrenwärter großen "u n h e i lba re n körperlichen Schaden Er brachte deslbalb gegen das Land Oberösterreich nnd den Jrrenwärter Richter, der die-Tortur neleitet hat. eine Schadenersatzklage auf 5100 Schilling nnd eine Klaae auf Zahlung einer monatlichen Renw von 100 Schilling ein. Bei der Berbandluna wurde kestaest-llt. daß inkolge Abbau Maßnahmen in d"r hie schrecklichsten Zustande herrschen. Ein Wärter hat statt künf Irre sechzehn zu betreuen nnd okt eine 14- bis Mstündiap Dienstzeit zu absolvieren. Äur Vorlodnna von Sackmerständigen nnd zur Erbebnna über die F,«stände in der Landesrrrenanstalt wurde die Verhandlung vertagt. Der grolle Menschheits-Erlöier Noch Ist die Zeit für ihn nicht gekommen, aber seine Ideen werden die künftigen Jahrhunderte beherrschen! Helfen Sie ans, die Werke dieses genialen Leistes dnrchznsetzen nnd zu verbreiten! Voltaire broschiert S 13 — gebunden 8 15 — Das Recht zu leben und die Pflicht zu sterben broschiert S 5 40 gebunden S 7 20 Fürst Bismarck und der Antisemitismus broschiert S 5 40 gebunden 8 7 20 Philosophie des Strafrechts broschiert 8 3 — gebunden 8 4 50 Ueber Religion broschiert S 7 20 gebunden § 9*— Gespräche gebunden 8 6 — Krieg, Wehrpflicht und Staatsverfassung broschiert S 12— gebunden s te— Die allgemeine Nährpflicht broschiert S 12 — gebunden S 16— Von einigert Werken sind auch antiquarische Exemplare zu halben Preisen vorrätig MW WM «WM M hM-NB „ver ntu nd sein weih“ Buchhandlung und Verlag R LÖWIT / WIEN I Rotenturmstraße 22 Fleischmarkt 1 Film und Kino. Mit der Uniersee-Kamera aus dem Meere» »runv. Eine der eigenaritgjsttn Szenen, die je gefilmt wurden, ist kürzlich aur dein Gründe bes Atlantischen Ozeans zwischen Flori-ra und Hqrti f.ertiggestellt worden. Tief unten in einer KürallenÄin! tter Bahama^Jirseln, wo Favbentöne spielen, wie sie üis-her noch kemes'Äü'wssierS Pinsel und Palette hevvorKu- Kartbern vermochten,, fütterte eine Taucher in die Fische — fütterte sie aus der Hand, lind die gierigen tleinen Kreaturen nm'schwärmten sie zutraulich und schnappten furchtlos nach den Fleisch- und Brotstückchelsi die sie auSstreute. Mancher £.er kleinen Fische verschlang schnell einen Brocken und schoß-dann ln die Koralleckbüsche zurück, um bald darauf zurückzu-kehrepAmd sich von neuem an der wilden Balgerei zu beteiligen^ : Die Szene wuvte mittels einer mit einer riesigen Linse ausgesiatteten Stahlkamera von dem bekannten Untech'eephotograp-hen I. W. i l l i a ms 0 n photographiert. Entwickelt würden die Streifen in den Metro--GoldwyNi--Mayer-'St'UÜios in Culver City. Tie Aufnahmen werden als das Bests, hcgekchnet, was bisher auf dem Gebiet der. farbigen Pihtograp-hie erreicht werten ist. Die eigenartige Szene stellte Rita dar. die Tochter des berühmten Kapitäns Nemo, die einen der Inselbewohner herausfordert; ihr in die Tiefen des'Ozeans zu folgen und Zeuge zu sein, wie sie mit ihren Freunden, den-Fischen, spielt und sie'füttert. Der Film wird nach dem bekannten Jules Verneschen Roman „Dre geheimnisvoll« Insel" von der Metro-Goldwhn-Maher gedreht. — CENTRAL - KINO — 11.* Taborstraße 8 Telephon 42-3-41 Von heute bla 10. Ifinner Die Freu ln OnlD mit Lotte Neumann und tausend Schritte Charleston. 1 Stunde Musikalische Begleitung: Das neue Ufa-Konzertorchester mit Jazzband (Dirigent: Kapellmeister Kar! Krall) Beginn um 6, V.8 und 9 Uhr —-SCHOTTENRING-KINO— 1., Schottenring 5 Telephon 17-4-25 Von kaufe bis 10. IlMtri 2,' PraiermftciA Nlta Naldl, Ahny Ondra und Igo Sym Beginn: Wochentags lu5» 8A6, %8 und *49 Uhr Sonnnnd Feiertage 4. *'«b. V.7, »/,8 und 9 Uhr