Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2818 (1.1.1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Kr. mm Wien, SomSteg Wiener Morgerrzeitmrg t Jänner 1927 Ministerium, dem er gernainftttn mit Ltoyd George an gehört hatte, iün zionistisches Memorandum vorgelegt hatte, das Gegenstand der Beratungen im Kabinett bildete. So führte Lloyd George m der Sitzung des Kriegsrates vom 30, März den Beschluß herbei, Murray den Auftrag zu einer Offensive mit dem Ziele der Eroberung Palästinas bis zur Linie Jaffa—Jerusalem zu geben. Für eine Bcrstättkung der Truppe wurde jedoch keine Vorsorge getroffen. lMnrray erhob Vorstellungen, daß seine Streitkräfte zu gering seien. Gleichv^ohl unternahm er einen Angriff gegen Gaza. Dieser wurde jedoch, unter schweren Verlusten für die Briten (17. bis 20. April) abgeschlagen. Robertson hebt mit Genugtuung hervor, daß der Kriegsrat am 25. April nun doch Mieder genötigt war, Murray eine Defensivstellung §u befehlen. Lloyd George entschloß sich aber, in hartnäckiger Verfolgung seines Planes lMnrray abzuberufen und Mlenby mit dem Oberkommando in Aegypten zur Durchführung der Offensive zu betrmren (Juni 1917). Menby fordcrtt dazu zwei Divisionen und schsvere Artüleric. Robertson lehnte jede Unterstützung ab, indem er eine Offensiv polittk als undurchführbar bezeichnet. Lediglich eine Instruktion" steuerte er für die Kämpfe bei, in der er Menby den Befehl gibt: „Während des kommenden Herbstes und Winters den Türken scharf zuzuscheu, da ein Erfolg im Orient die Kriegsstimmung in England in jener Jahreszeit beträchtlich heben würde, in der bedeutende Erfolge in Europa nicht möglich seien. Dmh Menby suchte sich in anderer Weise zu helfen. Er verschaffte sich drei Divisionen, teils von der Saloniki-Front, teils durch Zurückhaltung indischer und australischer Trup-- l>en, die auf dem Transport nach Europa durch Aegypten kamen. Da aber Robertson nun doch eine Offensive gegen Palästina befürchtete, warnte er nochmals in einem Memorandum vom 9. Oktober den Kriegsrat und erklärte: ,Mit den Truppen, die derzeit in Palästina sind, können tvir hoffen, in Verbindung mit den arabischen Streitkräften lokale Erfolge zu erzielen und einen, stärkeren türkischen Druck abzcrwehren. Zeitig im Frühling sind dann alle entbehrlichen Mannschaften und Geschütze vom Orient nach Frankreich zu senden." Lloyd George Hai auf die Warnungen seines Generalstabschefs nicht geachtet. Er hat Allenby den Auftrag gegeben, die Offensive zu Unternehmer,. Zwanzig Tage nachdem Robertson ihre Undurchführbarkeit festgestellt hatte, lvurdc sie begonnen; in weniger als sths Wochen hat diese Offensive mit der Eroberung von Jaffa und Jerusalem das vorgesteckte Ziel erreicht. ^rrepiaria Sieg« i« Machen« Schachturnier Bogoljnbow Zweiter. Aus München wird berichtet: Die aus der dritten Runde rückständige Partie' Bogoljnbow — Sämisch wur>de ohne weiteren Kampf remis gegeben. Die .Hauptpartie Przepiorka — Schmitt wurde von Przepiorka gewonnen. In der vierten Runde gewannen P r z e p i o r k a gegen Spiel in ann, Bogoljnbow gegen Gebhard. Die Partie S ä m i s ch — Schmitt kam nicht zu Ende. Die fünfte (letzte) Runde brachte, nachdem die 'Hauptpartie S ä m i s ch — S ch m i t t durch Remis erledigt worden uxti’, das Zusammentreffen zwischen den beiden FavoritS Przepiorka und Bogolj u b o U>; Bogoljnbow, der durch einen Sieg den gleichen Stand erlangt hätte wie Przepiorka, spielte scharf auf Gowinn, konnte jedoch nur R e m i s erzielen. So ist der polnische Meister Przepiorka mit AVj Zählern als Sieger aus dem Turnier hervorgegangen. Vogoljubow besetzte mit VA Zählern den zweite n Platz. Spielmann, der in der letzten Runidc gegen Sämisch siegreich blieb, hat im ganzen 3 Zähler erreicht. Hierauf folgen Sämisch mit \% Punkten, Gebhard mit 1 und Schmitt mit % Puickt. Sie schönste Frau der Arkei. Die türkischen Nationalisten toben. Und sie tooffen nachträglich eine Sache nicht gelten lassen, die sie sich hätten vorher überlegen sollen. Ein Kino in Konstantinopel kam ans d«n heute nicht gar Umliegenden Reklamegedanken, eine Schönheitskonkurrenz zu veranstalten. Große Begoisterungl Was Amerika kann, können wir auchl Die Türkin ist überhaupt die schönste Frau der Weit, jede Tü 1fm! Das ist bei einem Nationalisten ganz natürlich. In Wirliichkeit ist es nunaber ganz anders. Das wußten schon die Sultane, die in ihren Harems nur ein Paar „Ehrentürkinnen" hatten, im übrigen aber sich die schönen Frauen unter den Tscherkessinnen, Grusinierinnen, Georgierinnen, Levantinerinnen, Ara- An alle ^bogtneaten, die uns die Ganzjahrgebühr für dieses Jahr bis 15. Jänner 1927 überweisen, senden wir nach Wahl Josephus Flavius, Sven Hedin oder Graet z Die sprechende Postkarte Die sprechende Postkarte ■ zur SfclbsteulnahHie und sofortigen Wiedergabe vou Sprache tind 5 Oesang. — RETOR hält Ihre Stimme für alle Zetten fest und 5 spricht far Sic zu Ihren fernen Lieben. 5 Apparat komplett S 65.—. S Sprechapparate modernster Konstruktion schon um ■ S 40 — zu hären. Sprechmaschinen aller führenden £ Marken zu staunend billigen Preisen. Platten, neueste » Schlager für Tanz und Gesang, in Riesenauswahl. ■ $»BECBn.\SC0UIENHDIIIIIIN6 ■ EELEUCKTUHGSHRUS WALTER lyBmtrtS! ■ ■BBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBB der innen und Jüdinnen suchten. Die Türkin ist nicht Hübsch und desto Häßlicher, je rassereiner sie ist: nur die Türkinnen, deren Mutter »der Großmütter keine Türkinnen rvaren, können Hübsch sein. Es war also für jeden, der KonstantinaPler Frauen kennt, ohne jeden Zweifel, daß keine Türkin auch nur in nähere Konkurrenz treten könne bei dieser Schönheitskonkurrenz. Denn Konstantinopel hat wirklich eine Fülle schönster Frauen, von denen aber kerne eine Türkin ist. Itntb so geschah das Furchtbare, das an Vaterlands- Verrat Grenzende. Die Schönste war eine Russin, servierendes Fräulein in einer Konditorei. Als die anwesenden türkischen .Herren erkannten, daß gegen die Schönheit dieses Mädchens nicht au-szukoinmen sei — zerrissen sie ihre Stinrmzettel und retteten so die „völkischen Belange". Die Zeitungen bringen das Bild der schönen Russin, aber nicht ihren Namen. Sie soll unüerühmt bleiben zur Strafe, daß sie es gewagt hat, schöner als ein paar weniger schöne Türkinnen zu sein. Und die Zeitungen verspotten mtn Plötzlich die ganze Schönheitskonkurrenz. Sie haben Pech, die Türken! Und nun wird Mustapha Kemal einfach eine echte Türkin bestimmen als schönste Frau der Türkei und danrit schönste Frau der Welt. Und wer es nicht glaubt, ist des Hochverrates dringend verdächtig. Zuweleumannequins. Die großen Londoner Juwelengeschäste haben neuerdings Mannequins eingestellt, die in steifer Feierlichkeit der Kundschaft Juwelen vorführen, um dieser die Wahl des geeigneten Schmuckstückes zu erleichtern. Die Auswahl der Juwelenmannequms ist durchaus nicht leicht. „Es geschieht zum erstenmal, daß wir uns zu Ausstellungszwecken des lebenden Modells bedienen" — erklärte einer der tonangebenden Juweliere Londons einem Berichterstatter. — „Wir glauben, daß für diese Zwecke Blondinen und Brünette jugendlichen Alters nicht minder brauchbar sind als altere Damen, deren Arme und Nacken mit dem matten Teint der Reife den Glanz der Perle besonders gut zur Geltung bringt. Blondinen werden ausschließlich Perlen Vorführer:, aber nicht Diamanten, denn diese leuchten zu sehr, um einer blonden Frau gut zu Gesicht zu steheu. Djamantohrringe beeinträchtigen durch ihr Feuer den Glanz der Augen der Blondine, und Brillanten als Haarschmuck berauben ebenso das Blondhaar seines Glanzes. Dagegen kann eine Brünette ebenso gut Diamanten wie Smaragde und Rubinen tragen. Die Damen mit „Zwischenfarben" wählen am Vesten Türkisen, Korallen, Saphire und Amethyste wegen ihrer weicheren Farbtöne. Die Damen, die wir zur Juweleuparade verwenden, tragen vorzugsweise Kleider aus tiefdunklem Samt oder einem weichen Ersatzmaterial, von denen sich die Perlen abheben." Rdisches zenttum der Sozialen Hllfsgemei«- schalt Aaitta Müller, 2. Bez., Untere Slugartenstraße 35. Sonntag, den 2. Jänner, halb 5 Uhr: 2. Jüdischer Nachmittag, Leitung Dr. Martha Hofmann, mit nachfolgendem Programm: Einleitende Worte Dr. Martha Hofmann. Ueber Israel Zangwill spricht Frau Dr. Else Hofmaun, mit Lichtbildervortrag. Aus Israel Zangwills Schriften liest Oskar Teller. Musikalische Darbietungen: Leitung Pros. Simitrofskh: jüdische Lieder, Fräulein Nora Dauber. Sonntag, den 2. Jänner, halb 7 Uhr, im Hebräischen Jugendklub: Konversationsabend, Leitung Professor Kestenvaum. Montag, halb 8sois 9 Uhr: Hebräisch für Anfänger; 8 bis halb 10 Uhr: Hebräisch für Vorgeschrittene 1; 8 bis halb 10 Uhr: Hebräisch für Vorgeschrittene 2; 7 bis« 8 Uhr: Englisch für Vorgeschrittene. D r e n s t a g, 8 vis halb 10 Uhr: Hebräisch für Vorgeschrittene 2; 7 bis 8 Uljr: Französisch für Anfänger; 8 bis 8 Uhr: Französisch für Vorgeschrittene; halb 7 bis 8 Uhr: SclMedisches Turnen; 6 bis 8 Uhr: Weibliche Handfertigkeiten; ball» 8 bis 9 Uhr: Bibelkurs. Mittwoch, von halb 7 Uhr ab: Hebräische Konversation; 1 bis 8 Uhr: Englisch für Anfänger; 8 bis halb 10 Uhr: Englisch für Vorgeschrittene; halb 8 bis 9 Uhr: NcuzeitliuveS Turnen flir Männer. Donnerstag, 7 vis halb 9 Uhr: Hebräisch für Anfänger; 8 bis halb 10 Uhr: Hebräisch sür Vorgeschrittene 1; 8 bis 9 Uhr: Hebräisch für Vorgeschrittene 2. Samstag, halb 8 Uhr: Vortrag Prof. Dr. Wolf Herzberger: Biblische Sozialpolitik. A e r z 111 d) c BeratungSftelle: Montag uni Donnerstag von 2 bis 3 Uhr. Juridische Beratungsstelle: Dienstag, 3 bft 7 Uhr. Erzi chnu gsb crat nngs ft e l le: Donnerstag, Hai' 7 bis 8 Uhr. E Die erste Sensation des arnen Fahre» bringt das populäre Warenhaus Brüder S.hijsmann, 2. Vez., Taborstraßc 48. Sie werden verblüfft und entzückt sein, wenn Sie sich am Sonntag, den 2. Jänner 192/ oder an einem der nächsten Tage der kommenden Woche, in der Zeit von 4 bis 8 Uhr abends die Schaufenster (Front Taborstraße) ansehen. Anschauea lostet nichts! Der beispiellose Kundenandrang der letzten Wochen im Warenhaus Brüder Schisfmann bildet das Tagesgespräch der Leopoldstadt. Alles ist sich darüber einig, daß nur die außerordentliche Leistungsfähigkeit der Firma, die erstklassige Qualität der Waren und die besonders billigen Preise der Grund des stettg steigenden Kundenkreises sind. Das durch den Riesen» Wv erkauf zu Weihnachten dessortiertc Lager wurde bereits durch besonders günstige Abschlüsse voll ergänzt und bietep Brüder Schisfntann nunmehr wieder eine ungemein reichhaltige Auswahl in ollen Bedarfsgegenständen m neuerlich reduzierten Jnventnrspreisen. Wien, 1. Jämrer 1927. Das Wetter. Gestern herrschte windiges, zeitweise regnerisches Wetter. Die Voraussage läßt eine Aenderung des herrschenden Wetten charatters erwarten. Der heutige Straßenbahnftchrpreis. Heute wird auf der Straßenbahn und auf der Stadtbahn der Sonntagsfahrpreis eingchoben. Es können demnach die Frühsahrscheine, Hin- und Rückfahrscheine, Wochenkarten und Fürsorgefahrscheine nicht benützt werden. Samstag und Sonntag sind die Fahrscheinvotoerkaufs stellen wie gewöhnlich geöffnet. . Die Wählerlisten werden angelegt. Am 3. Jänner 1927 werden die Beauftragten des Magistrates mit der U e v e r p r ü f u n g der Wähleranlageblätter und Hauslisten beginnen. Das Erscl)einen dieser Beamten wird mindestens 24 Stunden vorher dem Hauseigentümer mitgeteilt. Int Jnteresie der Wahlberechtigten liegt es, daß zur Zeit der Ueverprüsung in jeder Wohnung wenigstens eine zur Auskunsterteilung befähigte Person mit den erforderlichen Dokumenten anwesend ist. Fertigstellung des Fernkabels Wien—Pafsa«. Am 4. Jänner 1927, um 10 Uhr 30 Min. vormittags, findet im Zeremonicnsaale der Hoföurg die feierliche Eröffnung der neuen Fernkabel-Linie Wien—Passau—Nürnberg statt. Bei diesem Anlasse werden Bundespräsident Dr. Hainisch und Bundeskanzler Dr. Seipel mit dem Reichsprästdenten Hindenburg und mit Reichskanzler Dr. Marx Gespräche wechseln. Bortrag Graf Adalbert Sternberg. Dienstag, den 4. Jänner 1927, wird Graf Adalbert Sternberg am Vortragspnlle der zionistischen Sektion sür die westlichen Bezirke Wiens erscheinen. Der bekannte Schriftsteller und Politiker, der dem Parlamente der alten Monarchie angehörte, hat sich bereits vor zwanzig Jahren in einer denkwürdigen Massenversammlung rn Fünshavs als Freund des jüdischen Volkes bekannt. Später schrieb Sternberg sein Buch ..Papste, Kaiser, Könige und Jude n", welches^ im In- und Auslände großes Aussehen machte. Ueber dieses Buch, in welchem sich der Autor eingehend mit dem Wssen des Judentums beschäftigt, wird er sprechen. Es gelangt nur eine beschränkte Anzahl von Karten zur Ausgabe. Der Vortrag findet nn Vereinsheime, 8. Bez., Bemroplatz 1a, statt und beginnt präzise 8 Uhr abends. Achtung vor dem herein der. ernsten Bibelforscher." Ein Gewührmann teilt uns mit, daß in den letzten Tagen die Attssionüre wiederum intensiver ihre Tätigkeit entfalten. Sie besuchen vielfach jüdische Familien, geben sich als Zionisten aus, bieten „zionistische" Literatur an, die in Wirklichkeit aus Missionsvüchern besteht und schließlich zeigt sich, daß auf der letzten Seite der Bücher eine schmucke Einladung zu Versammlungen des „Vereines der ernsten Bibelforscher" im Apotbekerverein prangt. Vor diesem Mißbrauch des Zionismus sei jedermann gewarnt Versuchte Beraubung eines Eiscubahupostwagens. Aus Fohnsdorf wird berichtet: Am 29. d. M. verlangte die seinerzeit beim Postamte Fohnsdorf als Beamttn bedienstet gewesene, verheiratete Szigetvary beim Postambulanzwagen des nach Zeltweg aögeymdkw Zuges, von dem im Abulanzwagen amttcrenden Beamten mit vorgehaltenem Revolver die Herausgabe des Geldbeutels. Der Beamte konnte die Tür des Ambulanzwagens raftl) zuschlagen. Da sich im selben Augenblick auch ein Gendarm dem Wagen näherte, flüchtete die Szigetvary, wurde jedoch von dem Gendarm, den sie gleichfalls mit dem Revolver bedrohte, festgenommen. Sie und ihr Gatte, ein stellenloser Handelsannestellter, der mit seinem K i n d a m A r m in der Nahe des Bahnhofes auf die Ausführung des Raubes ge- Ivarter hatte, wurden dem Gericht überstellt. Tod i« der Badewanne. Der aus Warschau zugereiste Kaufmann Sieafried Spie» b?1 H Astern während er ein Bad nahm plötzlich gestorben. Hat Feststellung der Todesursache wurde die Oeffnnng der Leiche angeordnet. * Qtr dem -Dezember ist der Mähnge Kaufmam Alexander Erchner, 2. Bez., Untere Augattenstraße A spurlos verschwunden. Aus einem Wschiedsbrief glaubt mai zu schließen, daß er Selbstmord begangen habe. In den alle möglichen durch-emacht hat und trotz großer diatischer Entbehrungen keine Gewichtsabnahme erzielen konnte, versuche Dr. Hoffbauers Eutfeitun^Stabletteu, die vor allem keine Ae^.derung der gewohnten Lebensweise verlangen und in kürzester Zeit Gewichtsverminderung bewirken. — Depot: Apotheie H. Bayer. Wollzeile Nr. 13 . ^soeo^aQOQoeeooQQooooQfteooeoQQeebeset