Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1927-01-01 · Heft 2818 (1.1.1927) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2818 (1.1.1927)
Date
1927-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
83% known words query
IRI
…/2979076-2981905-2981906--28629-3016682
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Ar. 2818 Wien, Samstag Wiener MsrgenzeUmrg 1. Jänner 1927 Gelte 3 Tagesbericht. RvthstoS wird ftelgelaffen! Der HakeuLren.Mörder ist nicht mehr irrsinnig. Der Zahntechniker Otto Roth stock, der am 1V. Miez 1925 Len Schriftsteller B e t.t auer niaderMschossLN hat, soll aus der Jrcenanstatt entlassen werden. Er war von den Geschworenen einstimmig des VkorSeö schulisch gesprochen worden. Da auch die Sinnesserwirrung mit 10 Ja beantworte: Worden war. musste Nachstock/ sreigesprochen wenden. Er hertte auch vor Gericht auAxegcichnel den Irrsinnigen gespielt. war aÄer dann nach der Internierung auf dem Stein- Hof geistig ganz gesund. Er hat sich dort saniert urcJ so ist es auch Mftversiärwlich für das sanierte Österreich, daß Nochstock sretgielassen wind. Jeder Mürber kann ihn straflos kopieren. Wie der ,,-O c jt c x ec i il> i \ ü)v Presse d i e n st" erfährt. har das G e s<u n d h c i t L a m!, das unter der Leitung des Stadtratcö Prof. D r. Tandler steht, in seiner Eigenschaft als Aufsicht-behörde der Aandesirrsnanstalt, die Berufung gegen die Freilassungs-Entscheüdung der. BezirtErichteS Hietzing, an Ne höhere Gerichtsinstanz cingebracht. Auch soll der Wiener Magistrat an die Eltern RothstockS das Verlangen gestellt haben, einen Beitrag zu den VerpflegEosten, die von der. Gemeinde Wien auchsbracht werden, .zu reiften. Die Entscheidung de8 LandeSgerichirL dürfte nach den gesetzlichen und medizinischen Boranssetzi-ngen i m Si nne des Beschlusses der e rste n Jnstnug an 8 fallen. Nach seiner Entlassung plant Rothistock sich i n ä i*c Xs ch c chvsl o wate i zu begeben, wo er Verwandte hat» will aber nach einigen Wochen nach Wien zu v ü ckleh x o n, rvohiu er zuständig ist und hier seinen Berits alS Z a ch « t c ch n i ’f e r lvioder anÄiben. Otto RoUch'tock besindel sich sert einigen Tagen rrr ch t mehr am 2 t-ein Hof. sondern im B e vba ch tungLz i m m er d c r P s i) ch intrische n ,Ü l in i k W a.g n t r- I aurcgg, wo er vom 1. Assistenien der- Pros. Wagner- Jauregg, Dr. Otto Käufers, beobachtet wird. Das Ergebnis dieser Beobachtung wird über die Entlassung oder Bnck- V'hr NothistockL in die strrenaustali entscheiden. Eru RoUistock-Blait. An den Anschlwg'säuten Wiens ist das chltzeuäe Plakat «ngeörächt: „MIc Indern ob ßrofj ob Hein, ob „arm“ e-b reich, ob beschnitten oter gewns! oder konfessionslos, regen sich auf. wenn \mn über sie bk Wahrheit verbreitet. So werden sie auch jetzt vor diesem Plakat sichen und empört darüber sein, dag sie wieder, wie zur Zeit des Zionisten- KongresscS, von einer antisemitischen Welle beidroht sind. 'Denn wie in Ungarn und Rumänien, tut auch hicogalande radikaler AntisemitiSm. d not. Der Aricrparagruph muß in allen Verbänden und Vereinen durchgesetzl, der Numerud elau'suL. die stchrderurrg nach einer JrcrndeugeseDetuna, nach Ausweisung der Lst-iu-deu mus; endlich verwirVicht werden. Diese Fordeorngen vertritt un-nachgiebig und rücksichtslos das überparteiliche Blatt der Tat, der „Vovc Slumps" mit Bildern, der am 1. Jänner zum ersten Male erscheint. Der ..VoLM-amps" ist aber auch ein irredcutistisches Blatt, welches für den Anschlag an Deutschland, für die endliche Wiedergc-wirmuug der gerauöten Gebiete tän'.pft, mit einem Wort, eine deutsche Jrredenta cnlsachen lbird. Aber nicht durch Pastsiömii?, durch hündische Ergebenheit wird die? gelingen, sondern nur wenn bm.r Geist der Wehrhasti-Mt nach innen und mrszen das Voll für den Be frei un Mampf. f-ür ein Tie jüdische Stube im Wltelalttk*). Von Dr. Ignatz Schipper. Die Stube deö nestcttrow'rr'cheu Juberr im Mittelalter. — Do 6 Wohuunqsinm '^-idunqsiuventar eines polni'chen Juden im 16. Jahrhundert. — Der Schmuck der sZr.rrcn. — Juterejsante wtitt. n;. r i.öcr und Glasmalercie». Wie sehcic die Stuben au.-, in denen bk mittelalterlichen Juden ihr berühmtes Familienleben pflegten? In den westeuropäischen Quellen sind darüber genügende Auskünfte enthalten. So wissen unsere Krrttnr Historiker tBerliner, Gndem-mm, Abrahams usw.) zu berichten, daß in der Regel die jüdische Wohnung ans zwei RSmien bestand: einem inneren Zimmer und einem Vorzimmer, in dem mair sich in den heißen, schönen So minerlagen, aujijie,;. Sogar iit der ärmlichsten Wohnung waren die Wände geschmückt, gewöhnlich mit Bildern. In den reicheren Wohnungen pflegte mau im 15. Jahrhundert die Wände mit verschiedenen religiösen und welilichen Bildern zu bemalen oder Schwerter und Lanzen als Verzierung anZubringsu. Iw der Wohnung des Regensburger „Judenhvfum'sters", Rabbi Samuel (15. Jahrhundert), lagen ans dein Boden Teppiche mit gestickten Bildern. Die Tische umreit mit Tischtüchern bedeckt, die wieder gestickte Bilder, und zwar Vögel oder goldene Fische answieseu. Die Anzahl des Tischgeschirrs, das der einzelne Indo besah, war seit dem 11. .Jahrhundert von bestimmten Umständen abhängig. Man pflegte aus goldenen oder silbernen Kiduschbecherir zn trinken und ans metallenen Tellern zn essen: so tvar es in den jüdischen Siedlungen Westeuropas iiblich. In Polen war derdurchschnitttictp. Lebensstandard, wie es scheint, in der Regel n'edriger. Nur die. Wohlhabenden konnten sich es erlauben, ihre Wohnungen nach der Art der westeuropäischen. .Inden einznri.chlm. Die. Stube des *>?lus der soeben erschienen „ch.nlmMschichte der Juden. Polens im Mittelalter" des Autors. großes freies VoL: reis gemacht ha!. Diesen Geist zu wecken, diesen chiamvf vüezo'dereüen. ist di-c Ausgabe, b'e sich der „Volköl-arnps", brr am I. Jänner erschein!, peiiicllt hör. Uobrrall erhältlich. JnhaltLverzeichnis liegt in allen Trafmen ans. Eigentümer und Berieger Joses Miller, verandvortlich für len Inhalt Leo llourath, Beg.. Apostels eich 89. Druck: Vereinckdruckere'r. 7. Beg., Bandpasse 2?.“ Seit zioei Jahren ist Ernst Toller unlerwegd. Er niilt nach den furchtbar cinsarnen Jahren der Festungshaft die Welt sehen und sich ihrer freuen. Aber dies« langivierigc!'.. Reisen des Dichters sind wohl auch darauf zurückzusühren. das; er noch nicht die innere Ruhr und Sammlung Hai. um wieder seßhaft zu werden und sich seinem schöpfe rische:. Werke ganz zu widmen. Der Kerker liegt ihnu noch in de:r Gliedern. Toller hat in diesen zvmi Jahren Länder und Menschen gesehen und seine e-ste Reise nach der Entlassung ans der -Hase 'ährte ihn nach Palästina. Gegenwärtig hält er sich in Wien aus, wo die „Freie. Bühne." seine Trauten „Masse Mensch" und „Hinlemann" anfstthrt und Toller eine Reihe von Vorträgen hält. Die Begegnung mit den: jungen Dichter ist eine Freude. Ein schönes, freies, jüdischen Antlitz, ein sehr schlichter, sehr vet6uttvort)mgsrvl!cr Mann, von re'mster Men'chenliebe erfüllt. Der Mitarbeiter der „Wiener MorgvnMnng" überbrachte ihttt Grüße aus Palästina. Er hatte eimtfc Monate nach Toller-s Palästiuareisc Erez Israel besucht und die Pioniere des Eurer sowie einige nnserer besten Menschen, die in den pakästinensischerr Städten leben, sprachen von deni gWßen Eindruck, Ivelchen Toller aus sie gemacht hat. Seine Vorlesmtgen in den Kokonien insbesondere aus feinen. „Schwalbenbuch" zählen unsere Pioniere zu ihrer, -chünsten Erinnerungen. So kamen wir ans da-s jüdische Palästina und den Zionismus zu sprechen. Nachstehend versuchen wir Tollers Aenßerrrngen int wesentlichen uneberzngeben. „Ich muß vorauöschickciw das; ich selbst kein Zionist bin. Ich glaube, man kann Zionist nur aus innerster Notwendigkeit w'rden und mrr dann hat das Jadivst du NM Wert für diese Bewegung, der sich dir größte Hochachtung eiltgegenbriuge. Mich hat. innerste 'Notwendigkeit zum Sozialisten gemacht und läßt der Hingabe an eine B.'weumg, wie sie die zionistische ist, reinen Raum. Aber für die Palästinapiorlierc, für die Ehakuzinr. habe ich nicht nur Hochachtung. Ich liebe sie, seitdem ich mit ilmcit in persönliche Berührung karu. Ich zähle sie zu den '.vwlvollsten Zcitgenossen mW ich bstibe unt ihnen in Fühlung. Ei» unglücklicher Zufall ließ meine A u s z e i ch. n « n g an ü b e v nt c i n e P a lästina - sti eise i u Bert u st gerate n. Ich hätte sonst nicht nur gelegentlich, wie es in crtglischnr. BmiSrn geschehen ist, sondern zusammenhängend un.d ancksührlich die Andrücke meiner Pa ästinareise in einer Schrift niedergelegt. Da ich meine, daß eine solche Arbeit u-.nr dann lebensvoll, also echt ist, 'wenn sie unter den irnsichLbarerr Eindrücken der Begegnung mit Mensthen und Lan.d entsteht, kon'.rte ich inich tiach dein Verlust meine? Tagebuches zur Absassmtg dieser Schrift nicht cnst'ch'ießen. Ich glaubt', daß es G e f a h rc n z o n. t n s ü >; d c n jonist! s ch e n P c> l ä fr r n a a u s b a n aib; mW wünsch? Durchschnitlsinden sah viel ärmckcher aus, als in Devtickv land oder Italien. In den Warschauer Asten ans dem Jahre 1460 ist uns ein Verzeichnis von Gegenjtändeir erhallen, die in die Wirtschaft eines gewissen Elijahu geirrten und dank diesem Verzeichnisse firnuen wir eine Reihe von Ei '.zelhciten darüber erfahren, was sich alles in der Stube eines einfachen Juden befand. So werden in dem Verzeichnis angeführt: ein Schrank (almiarium, alias szasa), in dein der Jude seine Kleidung und sein Belizeng uorschlvsseu hielu Tisch- und Kochgesck)irr: zwn Becher ans Zinn, sechs Schüsseln, ebenfalls ans Zinn, zwei kleine Psunnen, drei. Kupserpfmnnn, eine schwarze Pfanne (offenbar aus Eisen), ein großer Tops, in bent man das Wasser trotte, oder in den rnan die eingekauften Fische oder das Fleisch tat, ein Feuertopf (tripleö), eilt Kesselivpf (calder), ein Eistnofen, auf ioelchen man das Holz zum Bren,mr hinanflegte, zlvei Fässer (locides), beide sehr alt, einstens Weinfässer, vier Bettzrnge: zwei mit. Fellüberzügen, das dritte mit Barchent unb das vierte mit Stoffüberzug, neun Pölster, davon fünf bessere, mit Daunensedern gestickt, sechs .Handtücher, zwei Ueberztlge, ein roter und ein grüner, sünß Handtücher. In anderen Vucl'.en lcetbeu noch als WohnungseinrichtungsgeZenstände angesührt: ein Kasten zuin Anibewahren des Geldes (cifta thesaurü), ein Kasten tut? Schubladen (almareii ennieri), und Sikberbecher, Bettzeug ileetistenta), in dem Geldkasten pflegte man auch offenbar den Schmuck, die Gold- und Silbersachen, die man als Pfand bei sich hatte, anszubetvahren. Ueber die Kleidung und dem 'Schmuck haben, nur nicht bloß Nachrichten, die in den scheiftlickien Urkunden zerstreut vorhanden ssttd, souderit auch Bilder imd Glasmalereien, die auS den» mittelalterlichen Polen stammen. In den schriftlichen Urkunden werden ftnacnor Kleidnngs- und Schnmckgegenßände der Inden und Jüdinnen angeführt: In den Warschauer Akten arrs dem Jahrs '1460 ist eins gewisse Sprinze envahnt, deren Schmuck aus wlgeu - Merwen MieMewstflktwemme Meinvitüt Weinüew&eK V. rWs«S»k. fiWLüevstvaße JfZw. G Sim&ffiiwBä-J'iinxug iS* WO'— iuitijjft, daß die Führer der Bewegung in ihren wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Maßnahmen, diese fahren berücksichtigen. Der politische Zionismus hat sich meines Erachtens aus das Pferd des englischen JmpermliS-- MUS gesetzt. Ost trägt ein erfolgreiches Rennpferd eine Bandage am Knöchel, dir von deur Reiter als Berd^ckrmg einer Wunde nicht erkannt rvird und bann beim Rennen sich sehr nachteilig äußert. Das Rennpferd „englischer JmperialiSltutä" hinkt bedenklich und ich halte die Zeit für nicht allzu, ferne, in der e.S wird abgehalftert werden müssen. Ich vertue ist aus die Uttab.''äi!gigkeii-l-beweitnrM innerhalb des .Imperiums, insbesondere ans ihren erfolgreichen Vorstoß in Aegyptert." i Wir wendeten ein, daß. En stand bloß die lange tz'artd! des Börlcrömtdes, von ihm als MaNu-atarmacht beauftragt sei, wiesen ans die inerl'würd'.ge .Haltung der österreichischen Sozialdemokratie gegenüber dein Völkerbünde hin und ersuchten Toller, sieg iibcr dcn Völkerbund zu äußern.! „Edwiß muß man A u h ä n g e r d e s V ö l k e r b u ttdes sein. Albe'E cr muß das toerdeu, was seine Nauw besagt imd der Sinn seiner Gründung beztoeckl, und Mistl-- los hat man alles zn fördern, was diese Institution zum tnahrhaftigen „Völkerbund" tnacht: aber wie die Dinge jetzt liegen, scheint mir der Völkerbund doch mir ein Werkzeug Englands zu sein. i Die zrueite Gesahrettzone ist die Ar aber frage. Ich v-ill gleich festst.Ren, daß eine ernstlich« antizionistische Bewegung der Araber in Palästina selbst imine-s Erachtens n i ch t besteht. Mer die Araberbewegung außerhalb Palästinas ist groß und ernst, ist ge gen den Imperialismus gcrichte und lvird aus Palästina znrüchwir'ken. Viel nnchtiger als oa gesuchte Anschluß an das mckergehende „Europa" scheine es mir zn sein, daß 'der Zionismns den 'Anschluß au die Araber zu gewinnen, sucht- Ich kann nicht unterdrücken, daß ich in Palästina n.ebeu all den herrlichen Aeußeruugeu neuen jüdischen Lebens der Arbeit und der Kultur auch Anzeichen von nationalistischem Chauvinismus bemerken konnte. 6Rnz geringe, ganz vereinzelte. Aber sie stehen in so krassem Gegensatz zu dem Ziveck der zionistischen Bewegung und zu dem Wesen des .Judentums, daß marr sie rechtzeitig aus merzen müßte. Die zionistisch: Aufbauarbeit üegamc im Zeichen eines t v n st r u k t i v e n Sozialismus und itt der ersten Zeit , unter den Einnnrkutigen der ersten Nachknegsjahr-e, wohl auch des Zeitgeistes, hat auch das jüdische Kapital diese Bestrebungen unterstützt. Aber man darf — auch dies halte ich für cirw Gefahrenzone de» Ausbaus — n.icht übersehen, daß sich jetzt ivickoe^ die sllassengegensätze in Europa mrd Amerika oerschärft heben, daß eine Reaktion gegen den konstruktivistischen Sozialismus wächst und auch ans die bürgerlich- :'I"ift'schen E'nnenv' übe'-greii'. Ich ft'trck'te. daß das michden Gcgeustätw-eir bestand: 1b Ringe, oaoon 11 vergoldet, rls jitbernen Hestmrdelit (nmutMa); von diesen pflegte Frau Sprinze drei auf ihrer Tunika zu tragen (eitert hmicam), drei Armbänder (mautcrgla), ein Armbaitd war aits dem Aermel ihres Klctl.es sestgenäch, eine Brosche (decuris); von ihren Kleidungsstücken teerden noch ertvälmt: eine. Tunika, -chschmückt mit s'lb-ernen Hcftnadeln und ein Arniband, drei 'lckadohemden, zwei ans kölnischent Stofs und ein gewöhnliches. In anderen Qn-'llon finden wir folgende Bekle!dungs> mtb Schmuckgegcnstilnde angeführt; Bekleidung: eine Frauentunica, weit, mit offenen Aermnlln, utU Marderfell gefüttert, ein Männermantel, schlvarz, gefüttert mit Marderfell, eine Mcklnmrtnncka, brami, mit Marderfell gefüttert, ein Pelz, genannt schnva, 30 Guldeit wert, ein silberner Prrssepartmit, 15 Mark wert. lieber den Schmuck der Inven erwähw. eitt Dokmnem aus denr Jahre 1488 eine Schmir Perlen, die in GvA gefaßt lvaren. Genauere Auskunft gibt uns dcrs Bilderrmtterial: 1. In Gnestm ist eine Handschrift mit Miniaturbildern vor Händen, die ans denr 12. oder 13. Jahrhundert stammt. Diese Handschnst war i:n Mittelalter Eigentum der Kirche in Kraschwitz (Großpolen). Eines dieser Miniaturüllder stellt eure Grusle von Juden dar, die eine Szene beobachten, in weicher man bent König Her ödes den Kops des Jochanau überbringt. Die Jndm werden nicht — wie es' im Mittelalter allgemein üblich ivar — in historischer Tracht dargestellt, sondertr in einer Kleidung, die in der Epoche, dar ftetreffeuben Bücherillunriitationeu üblich tvar. Auf diese Art lernen wir die jüdisch-polnische Tracht ans dem 1L. oder 13. Jahrhundert kennen. Wir sehen, daß dir. Juden aus dem .Haupte einen runden schntalen Hut tragen, am Körper eine kurze Tunika tmb über derselben einen langen ärntellosen Mantel. Der Mantel ist beim Hals mit einer Nadel züsammengccheftet. an 'der rechten oder der tiitfcu Seite ick cr vfstm. so daß ein Teil des Oberärmets und der Tunika sichtbar wira. Bei dreien ans der Gruppe der Inbi'---, kann mmi vcmerten. daß sie Hosen anhaban. und Gchliich mit AM Mer. Her Dichter über sioniemus, PMitinaausbirir, Fudeuiraze.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.