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Wiener Morgenzeitung · 1926-12-25 · Heft 2812 (25.12.1926) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2812 (25.12.1926)
Date
1926-12-25
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr 2812 Men, Samstag Wtr«er 26. Dezember 1926 Seite 7 »»«««»»», »«m Ol« «0rccft«nd« PsiittAN« firtife»! ia d«n Wi«int r«MH»lt«aM m fl A nwli twi toni MfiH »t Mn tiMm dir Sfr« DibkcMm« n»r Mki'allifni Mt ii irtttii H idititbt tt» Simht, tnni «it Vit« B»i*Di»l61 Kitor Ut di« Chrenlk fttr All* V«»<rl,t Vf« fttiftai« V« Bimtd liiwthH dM t,*'«n de« Kind«* Vetn-htffi dnetadei, ttettvaire* Andenken. — Bin« Aorn ,',ms k««t.t nur «*>'«« üweh«». — Ap >Mat, konv -»t, e.rot Zobohor, Anfnthm« «ad Wledetfibe kiEniig frtbs dir! SJ * GUTS fiftAMHAPHONE von S 66 — aufw (Meli» Abbild«»») PLVTTE V . .?«n 3 I - auf«. Wir halten alle ron der Renkatfen« K«*teilt«ti t'reiM bei r*:elehet QnaHUfc IJ*b«r*en«en Sie *ieh dnreh einen Re*«ebt spneoint cüiNefi iftttHOM SELCUCfiTllKOSHfUlS WALTER Der Goldene Sdiekel. Die Zionistische Exekutive, London, erläßt nachstehenden Aufruf: Gesinminsssenossen! Die Schekeiaktion für das Jahr 5687 (1926 27) ist int Gange. Ihr gebührt die tätige Anteilnahme aller Zionisten. Der Kauf des Schekels bedeutet Bekenntnis zur zionistischen Organisation, zum Glauben an unsere nationale Idee; an der Zahl der Schekalim mißt die Welt die Macht und Bedeutung unserer Bewegung. Von den Schekeleingängen hängt dieAufrechterhaltung und Ausdehnung der Tätigkeit der zionistischen Exekutive ab. Kongresse, Landeskonferenzen, zahllose Zionisten aJler Länder verlangen seit Jahren, daß der Exekutive die Möglichkeit gegeben wird, ihre politische und propagandistische Aktion zu erweitern und organisatorisch fühlbarer zu machen. Das ist — immer wieder muß es gesagt werden — zu einem wesentlichen Teil eine Frage der verfügbaren finanziellen Mittel. Auch eine erfolgreiche Schekelkampagne kann nur einen Teil der Mittel liefern, die hiefür notwendig sind. Deshalb ist der Goldene Schekel geschaffen worden. Der Mindestbeitrag des Goldenen Schekels ist ein englisches Pfund. Wer an die entscheidende Bedeutung der Organisation für das Gelingen unseres großen Werkes glaubt, darf sich der Verpflichtung zur Zahlung dieses wichtigen Organisationsbeitrages nicht entziehen. Jeder Zionist, dessen Vermögensverhältnisse es gestatten, ist verpflichtet, ein Mehrfaches des Mindestbeitrages zu entrichten. Schon zahlen viele Gesinnungsgenossen in allen Ländern den Goldenen SchekeL Ihre Zahl muß wachsen. Die Landesverbände müssen die Aufbringung zahlreicher Goldener Schekalim als eine wichtige Aufgabe ln Angriff nehmen und durchführen. Das ganze Jahr gehöre der energischen Arbeit für den Goldenen Schekel! Euere Leistung, Zionisten, wird einer gesteigerten "Tätigkeit Eurer Leitung Ihr Entgelt finden. Exekutive der zionistischen Organisation London—Jerusalem. copjrwabi b* a. v\pvt» c*., (S. Fortsetzung.) Mflflefc««, fff». Die i&eidkte eines Juden. Von JCeonid Staaamann. SKmutgtgtbtn von den* Silap-tHUUi und Sftkdrlck GcksMn. Geim Antwort an Dostojewski lautete: 22. Februar 1877. .Hochgeehrter Fjodor Michailowitsch! Wissen Sie. was für ein Gefühl mich überkam, als ich das mir teure Schreiben von Ihnen erhielt? Ein peinliches Gefühl, weil ich Ihnen, einem Fam'lsienvat.Teinem kranken, geistig stets angespannten, von seiner Feder und seiner Fit lebenden Menschen so vieP Augenblicke für das Lesen meiner Faseleien und über dies noch für deren Beantwortung geraubt liobe . . . Im Grund? genommen, war ja das hauptsächlick^ und vorherrschende Gefühl bei mir die Freude. daß Sie mich Ihrer Antwort gewürdigt haben (Icfi unterstreiche dieses Wort absichtlich). das; Sie mir aufs Wort glaubten, Latz ich nawlich nicht sittlich verderbt sei, wie die Zeitungen von mir behaupteten, bei denen ich. nebenbei gesagt. Mitarbeiter war, dah Sie mich ermutigen, mir raten, den Mut nicht sinken zu lassen, und mir Ihre aufrichtige Bereitwilligkeit erklären, c-twas für mich zu tun: Hand in Hand mit diesem Gefühl der Freude und grenzenloser. inniger Dankbarkeit ging aber unw'llkürlich, se weiter ich in Ihrem Briefe las, ein peinliches Gefühl, ein Gefühl des Herzwehs weil ich (und doch wieder un« willkürlich) Sie veranlaßt hatte, sich mit mir abzugeben, sich kn einen Brkef'wcchs.l mit mir einzulassen, mir Ihre Hilfe zu versprechen, und vor allem, dieses Versprechen zu halten . . . Ich zweifle nicht eine Sekunde an Ihrem jetzigen aufrichtigen Wohlwollen gegen mich, an Ihrem wahrhaften Wunsch-?, mir irgendwie nützlich zu sein, meine schlimme Lage irgendwie zu verbessern; aber eben deshalb verspüre ich Gewissensbisse. Haben Sie doch bisher gelebt ohne etwas von der Existenz irgendein-rAA Kowner zu wissen, der im Gefängnis schmachtet und in die freie W-llt hinausstrebt, und nun haben Sie eine Sorge mehr für einen Ihnen fremden Menschen (sei es auch jemand, der die Unterstützung verdient), einer- Wunsch mehr, etwas für ihn zu tun, eine .^rzensunruhe mehr, mit einem Wort noch Nn'hr Mage. Das ist es nun auch, was an mir nagt' und-mich kränkt ... Glauben Sie mir. daß ich im höchsten Grade aufrichtig bin. und daß ich nicht den geringsten Wunsch habe, m't Empfindsamkeit zu koketlic-ren . . . vielleicht drücke ich mich.nicht gut aus, aber Sie verstehen sicherlich, was ich sagen will. Das widerspricht dennoch nicht dem Umstande, daß ich Sie nun neuerdings belästige und Ihre kostbare Z-.it raube. Ich halte es jedoch für. meine Pflicht, Ihnen zu antworten, erstens, weil Sie wahrscheinlich s 'lbst werden wissen wollen, ob ich Ihren Brief erhalten habe', zweitens, weil ich nicht umhin kann, wegen Ihres Briefes einige Bemerkungen zu machen. Gleichzeitig bitte ich Sie jedoch, mir nicht zu antworten und keinen Schritt zu nreinen Gunsten zu tun. bevor Sie nicht das Februar- Heft des „Tagebuches" herausgegeben, ehe Si-e sich nicht von Ihrer Krankheit ganz erholt und Ihre Nerven sich beruhigt haben. ES tut mir sehr weh, daß Sie an meiner Slufridk fitztest zweifln. Hätte denn ein unaufrichtiger Mensch in meiner Lage Ihnen zum ersten Male einen Brief von der Art des m. inen schreiben können? Ich habe Sie doch nicht im geringsten geschont. Soviel ich mich erinnere, war ich in vieler Hinsicht sogar Wereifrig, war mit Ihnen frech, was ich jetzt aufrichtig bereue und weshalb ich um Entschuldigung bitte . . . Ich hatte ja. gar mcht auf eine Antwort von Ihnen gerechnet. Ne-in. hochgeehrter Fjodor Michailowitsch. vor all m glauben Sie an meine völlige Ausrichligkeit; im entg.gengesetzten Falle halte ich mich nicht an Sie gewendet, sondern an Nckrassoff, Turgenieff oder Ssattyko-sf, denn ich bin gerade von Ihrer absoluten Ehrlichkeit im höchsten Sittne dieses Wortes vollkommen überzeugt. Nvvcnüci gesagt, wie konnten Sie nur einen solchen Äuöspruch tun wie den, daß Sie selbst „nicht besser seien als ich oder irgend jemand", und noch dazu in Klammern hinzu fügen: „Das ist keinesfalls falsche Demut"? Das ist ja, verzeihen Sie, eine Blasphemie! Sie, der St? tet" das höchste Ideal vor Augen haben (ob ein wirkliches oder ein phantastisches, tst eine aitdcre Frage), sollten nicht bcsser fein als ich oder irgerrd jemand? In einem fachen Falle gibt eS in der Wett weder Gut nech Böse, iysder ehrliche noch unehrliche Menschen, weder ein Ideal noch das Fehlen eines solchen. Was Ihre Bemerkung w^gen des Mangels an Reue Über meine Tat betrisst, so bin ich darüber krinesrvegs beleidigt, sondern, im Gegenteil, außerordentlich erfreut, weil Sir mir nur aufs neue Ihr Woh'ltoollen aeaen mich beweist. Ihre Parallele zwischen dem Christen und dem Kmnmnnistcn verstehe ich, uns mir scheint, vollkommen, nur liegt meiner Ansicht nach die Sache so, daß die Ideale des v.utn ebensowenig wie die des andern jemals verwirmcht werden können, es daher völlig gleichgültig ist, wer wu lyne» recht und wer unrecht hat. Was die Juden betreffende Thema ist wirklich vid zu untjaugreich, uno ich stehe davon ab. Ich bleibe nur bei uumer Ueberzeugung, daß es vor allem notwendig ist, ihn:» ebc...,o wie allen fremden Völkerschaften iu Rußland alle Bürgerr^e zu verleihen. Bedenken Ssi doch, daß die Juden bis heute des wichtigsten Rechtes einer freien Wahl des Aufenthaltsortes beraubt sind, .voraus eine Menge von Bedrängnissen*) für die ganze jüdische. Masse entstehen; und da wird von ihnen noch die Erfüllung aller Pflichten gegen den Staat und die. ein« geborene Bevölkerung verlangt. Ich füge hinzu->daß Me. den jüdischen Status in statu viel z» sehr übertreiben^. Er besteht heute fast nirgends mehr, uub koenn irgendwo noch Spuren davon vorhanden sind, so ist dies nur die Folge des ungeiuollten Zufammengepferchlseins auf einem Fleck und des verzweifeltsten Kampfes um ein armselig"' Dasein. /Fortsetzung ftfghj •) Anm. von Dostojewski zwischen den Zellen: „Der Selbstschutz ist erlaubt, sind doch zum Teil arrch Ji^en sun'eferMn Indern dies im vorhinein bekannt ist, werden sie beschränkt, es ist doch unmöglich zuzulassen.* Hier ausschneiden 1 --- Datum ....... An die Exekutive der Zionistischen Organisation 77, Greäf Russe! Street, London W. C. 1, I JIDDISCHE WEIT bi) Ich füge anliegend den Betrag von Pf. St...... . (oder) ........ (Landeswährung) bei (in Scheck auf London). f) Ich habe den Betrag von Pf. St.. dem Jewlsh Color’a! Trust, Ltd,, Brook House, Walbrook, London, E. C. 4. zur Verfügung gestellt. *) Ich habe den Betrag von Pf. St......... an die zugunsten des Kontos Jewish Colonial Trust, Ltd., London, als meinen Beitrag zum «Goldenen Schekel* (5687) gezahlt. Name: , , , , , . «. . * * » * ■. , Adresse: . , . . . . , . . Bemerkungen: ............ Aerisil'ch empfohlen, <»vl1ndUdie Biulrolnfftung. in nlfen AooHioken WKN chrvko Rer PeMura- „Die Tate« Petljurac« sind nicht die Taten des ukrainischen Volkes." Aus Paris wird mi£ geschrieben: Vor einigen Tagen erschien hier eine nette Broschüre Winitschenkos 'nter dem Titel: „Die Rückkehr in die Ukraine". Der Verfasser, d?r, wie bekannt, eine Z.itlaug an der Spitze des Direktoriums stand, beMfiigL sich in dieser. Broschüre u. a. auch mit der Angelegenheit Schwarz* barths und im Zusammenhang damit mit der Persöirlich feit des Atamans Potijura. Die Charakteristik, die Winitfchenko von Petljura gibt, ist ausge sprachen ablehnend. Petljura wird hier als Usurpator dargesteltt, als Mensch von engem Horizont und kleinbürgerlichen Ambitionen. Diese Ansicht ist besonders bemerkenswert, denn sie wird von einem ukrainischen Politiker geäußert, der damit genug sagt. Mehr darf er als Ukrainer nicht sagen. ES heißt in dieser Broschüre wörtlich: „Petljura war keineswegs ein Neprüseutant des u k r a i r: i s ch e n Volkes. Von dem Augeub icke an, da er die Prinzipien, aus Grund deren er Mitglich M Direktoriums gelvorden war, ablehnte, verspottete und sich über sie himvegsötztr, hatte er kein Recht mehr, sich als Vertreter Nes.ukrainischen Volkes auszugeben. Wenn er sich selbst „Präsident des Direktoriums" nanllte, so ha! er sich selbst die Krone auf das Haupt gesetzt und hat, damit einen illegalen Akt und ein Verbrechen gegenüber dem „Trudowy Kongreß" begangen. Einige Elemente, die sich ukrainisch e /Sozia -- listen nenuerk, haben ein Communique verössentlichit, in dem sie dir Tat Schwarzbarihs als Auftreten gegen daS nkcainischs Volk qualifizieren. Bor Berösfentlichung dieses Kommuniques hätten sich die ukrainischen Sozialisten die Frage vorlegen sollen/ ob sie im Namen des' ukrainischen Volkes alle peefönlicheu Taten Petljuras uitterschreiben lönneu. Haben sie damit nicht die Taten und Handlungen Petljuras Ln die ukrailüsche Revolution und in die ukrainisü)« Renaisiaucebewegung übernommen?" Weiter heißt es: „Und wenn es wirklich durch Tatsachen urrü Dokumente bewiesen werden sollte, daß wen» nicht die Scliuld, so doch die oder jene Verbindung mit den blutigen, schändlichen Momenten un« serer Gesch ichte aus das Haupt Pttlf'ras fäll^ heißt das aull), daß das ganze Volt, die Revolution, uu« düng befleckt werden sollen? Und alle sozial* sere Leiden und unser Kampf durch diese Berbinpolitischen Bestrebungen der Ukrainer, alle ukrainischen Kreise müssen die Brranti^onung für eine Person tragen? Und das Wort „Ukrainer" soll zum Synonym des Wortes „Petljura-Mann", das in Verbindung mit diesen schändlichen Tatsachen steht^ werden?" Winitschrnko bemüht sich also, das nkrainische Volk vom Schandfleck Petljura zu t^w.u; der Schaub I

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