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Wiener Morgenzeitung · 1926-12-20 · Heft 2807 (20.12.1926) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2807 (20.12.1926)
Date
1926-12-20
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Getto 2 Men. Mont.1.7 Wisuer Mssgettzeituns ' D-e,zemHer 1?^S6 ckr. W7 f Walilcn in Tel Awiw und Diescngoffs Eintritt in die Er«- kntivc unwichtig find. Mit urwärmiitdertei: Stärke cmpsindot der Zischuw die zentrale Bedeutung der landwirtschaftlichen Kolontsation für das Gelingen des Zioniäntus, und wenir es nationale Festtage gibt, so feiert man sie, wenn neuer Boden getauft oder neu gekaufter Baden lx'siedelt wird. Ilm;we: Komplexe handelt etsich diesmal. Südöstlich von Nahalirl, über die Eisenbahn her überreichend bis zum Kifchon ist ein Komvlex von 42.000 Dunanr '(Bar' kam, Knefes, Tel Thura, Tel Schamam) seit längerer ,Zeit unbesiedelt und unscmiert im Besitze des Keren Kajemeth. Nun hat der Keren Kajemeth beschlossen, die Sanierungsarbeiten in Angriff zu nehmen, und die ersten Gruppen, die selben, die später dort zur Ansiedlung gelangen werden, haben den Boden besetzt. Unentschieden aber ist noch die Frage, ob diese Smuerungsarbeiten den .Anfang einer noch in diesem Jahre zu b ginnerÄen'Kolonisation'barste! e.r sollen. Noch ist die Entscheidung nicht gefallen. Nicht rveiügn als 360 Familien sind für die Besiedlung dieses Gebietes auserfehen, teils Mofchmvim, teils Kwuzoth. Für unsere Stellung im Emek würbe diese Kolonisation natürlich einen gewaltigen Fortschritt bedeuten. Der andere Komplex liegt weltlich von dem erstgenannten, e1»e'n'sallS am K i s ch o n, Ivo 'das seit langem aknte 'Problenr der ch a f s i - dischenSiedlungen einer'Lösung zu Hilm werten soll. Es kann als ausgemacht gelten, daß diese- Siedlungen als Mittelstandssiedlungen — d. h. mit eigenem Kapital — nicht existenzfähig sind, und daß sie nur durch Eingreifen unserer nationale Fonds gerettet werden 'können. Es sollen hier 60 chassidische Familien sowie 30 Fannlien nns-- rachistischer Landarbeiter angesiedelt werden. Das sind tu kurzen Worten die Pläne, über deren Durchführbarkeit seit Wochen beraten wird, wobei es im Grmide nur von den Eingängen des Keren "Hajessod abhängi, 'in welchem 'Tempo sie verwirklicht werden können. Die Ko ns olidie rungsarbeiten ftrtb bereits in Gang gekommen. Es handelt sich vor allen! darum, in den Siedlungen des Entek Steinhäuser zu bauen, nachdem unsere Leute fünf Jahre in Baracken gehaust haben. Das geschieht jetzt z. B. in dem großen Mvschaw von Ksar Iecheskiel, dessen fünfjähriges Bestehen durch den Beginn des Baues der ersten Steinhäuser gefeiert wurde. Am benaOarten Giwa, bekanntlich einer der besten Kwuzoth, ist der Bau der Häuser bereits beendet. Auf dem benachbarten Terrain von Ku mi werden sich bekanntlich die endgültigen Siedlungspunkte der beiden großen Kibbuzim von En Charod und Tel Joseph erheben, so daß dort etwa 800 Menschen angesiedelt sein werden, deren Felder sich von ihrem nördlich der Bahn gelegenen Sirdlungspunkt quer über die Ebene bis an den '.'U'h.titg der B.:rge GitÄSa erstrecken werden. Tr. Weizmann hat, 'als er im letzt«» Früh' jcjhr zu Besuch in Palästina mar, den G,nntdstein für die dir ersten Stallungen in :4umi ge'iegi. Dort ist inzwischen tvoittr gearbeitet worden, Ställe, Wohnhäuser :7«d das Schulg» stände für tie v'ni rale Schiüe des ganzen NuriskompkexeS sind int Bau. Bei allen oh-iVit Arbeiten sind etun 400 Arbeiter beschäftig!. Ae PalWnafragr in der Berliner ReprSrentaatenversamminng. In der am 16. Dezember in Berlin abgehaltenen Süßung der Nepräsentantenvcrsammlnng (in der der schon berichtete Fall Sonnenfeld zur Erörterung kam) erklärte Dr. Klee, daß die Berliner Gemeinde ihre B er p fl ich tung gegenüber Palästina nicht erfüllt. Wenn den Liberalen der Friede in der Gemeinde wirklich am Herzen liegt, so müßten auch sie für diese Sache, die einem großen Teil der Berliner Inden Herzenssache ist, aktiv e i n t r e t e n. Leider geht aus der Bankettrede des Ministers BeÄer hervor, daß man versucht hat, ihn von derBeteiligung amPro Palästin a-K oinitee a b z u h a l t e n. In dieses Kapitel der H i n t e r t reppcnpolitikbei Ministern n.’Ttövf auch der Fall Sonnen, selb. Var Leutsche PaWinaksmitee Berlin, 19. Dezeutüer. (I. T- A.» Das Deutsche Komitee Pro Palästina wählte folgendes Präsidium: Botschafter z. D. Graf Bernstorfs, M. d. R., Rabbiner Dr. Leo Baeck, Prof. D.-Dr. I. B. Bredt, M. d. R., Dr. Rudolf Breitscheidt, M. d. R., Kurt Blum em feld. Borsitzender der Zionistischen Bereinigung für Deutschland, Prof. D.-Dr. H. G r e ß m a n n, Pros. Dr. O. Hoetzsch, M. d. R-, Domkapitular Prälat Prof. Dr. K aa s, M. d. R., Dr. v. K a r d o r f f, M. d. R., Freiherr v. R i ch t h o f e n, Ministerialdirigent inr Auswärtigen Amt, Legationsrat Prof. Dr. M. Sobernheim, Kommerzienrat Konsul Dr. W. Sobernheim- Ferner wurde ein E h r e n a u s s ch u ß gewählt, bestehend aus folgenden MitglilLern: Preußischer Kultusminister Prof. Dr. Becker, Preußischer Ministerpräsident Otto Braun, Prof. Dr. Albert Einstein, Reichstags- .Präsident Paul Loeb e, Staatssekretär der Reichskanzlei Dr. Puender, Geheimer Konsistorialrat Prof. D.-Dr. Sellin, Staatssekretär des AuswärtigenAmtes Dr. von Schubert, Oskar Wassermann, Direktor d:r Den.scheu Bank, Staatssekretär des Preußischen Staatsministerinms Dr. Weiß mann. -l-—. . Sie Srganisatiou der deutschen Aeaktiou. Oie dttüsche» Lehkverdiiude. Rentable Landwirtschaft. Dou De. Fritz Loewenftetn, Jerusalem*). Drei Faktoren wirken bei deiandwirti.- in en Kolonisation der zionis'ijchcn Organrsa.ion mi.: der e re» Kajemeth, die Ä b t c i l n n g für l a n d w i r t s ch a f t l i ch c Kolonisation der zionistischen Exekutiv« und der MerkaS Chaklai. Der Keren Kaje-- inech ist der Bodenkänfer, auf seinem Boden vollzieht sich der größte Teil unserer Kolonisation und ihm liegen die ersten Samerungsarbeiten auf dem Boden ob, wienvhl dies schon nicht ganz unbestritten ist. Die Kolomsarum selbst, also die völlige Durchführung der Sanierung, die Stellung von lebendem und totem Inventar und ixt Unterhalt der Siedler bis zur Rentabilität ist bekanntlich das Werk des Koren Hajessod, der aber, wie bekannt, seine gesamten Mittel der zionistischen Exekutive zur Verfügung stellt, die sic entsprechend den KongreßbesÄLssen ansgibt. Immerhin dürfte jetzt, wo auch das Direktorium des Keren Hajessod sich hier befindet, dieses seinen Einfluß auw direkt geltend machen. Der dritte Faktor, der Merkas Chaklai, ist die Vertretung der Arbeiterschaft, soweit sie landwirtschaftlich tätig ist; er ist also in jedem einzelnen Falle vor allem als Vertreter der neu anzusiedelnden Gruppen anzufehen, wenigstens soweit es sich um Arbeiterkolonisation handelt. Es ist klar, daß das Zusammenwirken dieser drei Faktoren nicht immer reibungslos verlaufen kann und daß ungewöhnlicher Takt aus allen Seiten erforderlich ist, um schwere Konflikte zu vermeiden. Die Arbeiterschaft ist im allgemeinen der vorwärtsireibende, die Exekutive und die Fonds sind die bremsenden Faktoren. Da sind Kwuzoth, die seit vielen Jahren fest organisiert auf die Ansiedlung warten, inWischen von einem Ort zum andern ziehen, irgendeine Arbeit durchführen, um dann arbeitslos zu werden oder notgärrüngen in der Stadt zu arbeiten, und die immer wieder ihre Vertreter drangen, endlich zur Ansiedlung zugelassen zu werden, wäre es auch auf dem ungesundesten Boden und mit ungenügendem Budget. Wer nicht nur dieser selbstverständliche Drang der noch nicht angesiedelten Gruppen gibt der Arbeüerschaft stets die Stellung des Fordernden und Antreibenden, sondern auch bet den Gruppen, die längst angesiedelL sind, besteht dasselbe Gefühl, daß man weiterkommen muß und daß besonders im jetzigen Augenblick neuer Boden unter den Pflug genommen werden muß, damit der Zustand dumpfer Resignation überwunden wird, der jetzt herrscht. Demgegenüber müssen die zionistischen Zentralinstanzen naturnotwendig di« hemmenden fein, denn die Arbeüerschaft stellt die Menschen zur Kolonisation; au denen wir keinen Mangel haben, die Mittel aber fehlen, und sie zu beschaffen ist schwer und oft unmöglich. Wie beim Bodenkauf fast immer die Ackeüerführer die Jnttiatoren der neuen BodeuLaufc waren, während der Keren Kajemeth zurückhaltend und zögernd folgte, so treibt die Arbeüerschaft zur Kolonisierung des gekauften Bodens, während Exekutive und Keren Hajessod zweifeln, woher die Mittel zu nchmen sind. Nichts falscher, als wenn man in der Ungerechtigkeit dieser unvermeidlichen Auseinandersetzunge» von einer Diktatur des Merkas Chaklai spricht oder umgekehrt die verantwortlichen Männer der Exekuttve als gefühllose Bureaukraten öerurteüt: der Historiker tofcb einst besser als wir verstehen, wie gut sich die beiden Faktoren ergänzten und wie die friedliche Auseinandersetzung schließlich eine mittlere Linie ergab, die den Drang zur neuen Kolonisation mü der Rücksichtnahme auf die vorhandenen beschränken Mittel verbindet. Konsolidierung oder Neukolonisatio n: das ist der Streitpmtkt ztmschen den zionistischen Zentralstellen und der Arbeiterschaft oder, richtig r ge'a t, cm Borwie^e.t des einen oder anderen Moments; denn auch die Arbeüerschaft will ja gewiß die'Konsolidierung der bestehenden Siedlungen und daS wäre ein eigenartiges Kolomsationsdepartement, das nicht kolonisieren wollte! Wirtschaftlich gesehen, kann die Antwort nicht zweifelhaft sein. Gerade war wir in unserem ersten Artikek z.:r Frage der Renali'itatj gleit, i, daß, wenn wir zu einem» Urteil über RentäbilitätsMöglichkeiten kommen wollen, das nur geschehen faitn, wenn wir die bestehenden Siedlungen so vollständig ausstatten, daß sie nupmehr ohne Zuschüsse zeigen müssen, ob sie in absehbarer Zeit aus der Desizilwirtschaft herauskommen. Deshalb heißt bö§ Problem einfach, ob wir alle für landwirtschaftliche Kolonisation verfügbaren Mütel für die Konsolidierung gebe» wollen, um auf diese Weise möglichst schnell alle Siedlungen konsolidiert zu haben und dann alle Mittel für Neukolonisation zu verwmden oder ob auch ivährend der Kynsolidierungsjahre an iteue Siedlungen geschritten werden soft Sowohl der 14. Kongreß als auch die letzte Aktionskymttee-Sitzung entschieden sich für Konsolidierung u n d Nerikolonisation und, wie es uns scheint, ist das die einzig mögliche Entscheidung, nicht nur. weil nran die manchmal seÜ einem Jahrzehnt und länger ttrariendrn Gruppen nicht wieder um Jahre hinaus vertrösten darf, nicht nur um der Stimmung im Lande und im Golus wegen, obwohl d«S kein unwrftntlicheS Arguinent ist, sondern einfach, iveil wir nicht die Zeit haben, in den schlechterdings entscheidenden Jahren des Aufbaues für Jahre hinaus auf dem wichtigsten Gebiete unserer Arbeit ans der Stelle zu treten. In diesenr Augenblick steht Palästina im Zeichen der Frage, ob und in welchem Ürnfange irr diesem Jahr neue Kolonisationen begonnen werden sollen- Es ist die Frage des Tages, neben der Arbeitslosigkeit und Auswanderung!. 0 Siche „Wiener Morgenzeitung" vom l. Dezember. In de« letzten Reichstagsdebatten haben bte ieuija.en A<.htuetbö!>i!>e. in >.enen sich dre monarchiMch-antisemitlsche Reaktion ihre Kadrez geschaffen hat, eine große Rolle gespielt. Der Magdeburger Polizeiprästdent Dr. Menzel gibt in der „C. B.-Zeitungeinen Bericht über dte wichtigsten Bevbände dieser Art, wobei viele Geheimgesellschaften wie Oberland, Hermannssöhne, Organisation C u. a. nicht erwähnt find. Dw deutschvölkische Freiheitsbewegung ist von den Wgeordneten W u l l e und H e n n i g am 21. Februar 1924 gegründet worden. Ihr Sitz ist Berlin, Bülowstraße 14. Ihr gegenwärtiger Vorsitzender v. Gräfe-Goldebee. Bei den letzten Wahlen stimmten für sie 27.465 Wähler. Ihre Organe sind das „Deutsche Tagblatt", die „Mecklenburger Warte" und der „Deutsche Herold". Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (München, Schellingstr. 50/51), eine Gründung Adolf Hitlers aus dem Herbst 1920, zählt 37.000 Mitglieder. Ihr Organ ist „Der Völkische Beobachter". Es folgen nunmehr die völkischen W e h rverbäude. Ebenfalls in München domiziliert der 1919 von L. v. Schellendorf gegründete, zur Zeit von Oberleutnant a. D. Alletter geführte Frontkrieg e r b u n d mit 48.000 Mitgliedern und der Zeitfchrift „Der Frontkrieger". Seine Satzungen bestimmen in § 3: „Mitglieder können nur Deutschblütige werden." Besonders in Mitteldeutschland spielt der „Wehrwplf", gegründet am 11. Jänner 1923 in Halle a. S. unter Fritz Kloppe mit seinen 85.006 Mitgliedern eine Rolle. Die vorgedruckte Beitrittserklärung enthält den Satz: „Ich erkläre nach bestem Wissen und Gewisien, daß ich Deutscher bin und daß sich unter meiner: Vorfahren meines Wissens keine Juden befinden." Als antisemitisch sind anzusprechen der Bund „W i k i n g", den Kapitän Ehrhardt 1923 mit etwa 6000 Mitgliedern gegründet hat, und der Sportverein „Olympia". Die Ausnahme des Kapitäns Ehrhardt in die leüenden Kreise des „Stahlhelm" dürfte bewirll haben, daß die Mehrzahl der „Willng"-Bünde-Anhänger ebenfalls ihren Anschluß an die genannte Grotz-Organisation vollziehen, und damit eine Stärkung des.Antisemitismus in dieser hevbeigeführt wird. Die Mitgliederzahl der „O l y m p i a" dürfte 3000 nicht übersteigen. Der antisemitische Preutzenbund unter Generalmajor a, D. Dammes zählt etwa 20w Mitglieder. Biele Dutzende kleiner antisemitischer Verbände sind in der sogenannten Bereinigung vaterländischer Verbände (B. B. V.) vereinigt, an deren Spitze G s n e r a l v. d. G o l z steht; diese Gruppö ist übrigens in voller Auflösung begriffen. Größere Bedeutung kommt den yffi-iershünd e n zu. Drei von ihnen stehen auf völkischem Boden, während ein vierter, der D e u t s ch e O f f i z i e r sb u u d, mehr eine Jnteressenorganisation darstellt und jeden aufnimmt, der Offizier ist oder war. Er zähtt 100.000 Müglieder und wird gegenwärtig von General v. Hutier geleitet. Der Nationalverband Dontscher Ossi ziere zählt etwa 15.000 Mitglieder. Der Reichsoffiziersbund zählt 8000 Mitglieder. Juden dürften kaum Aufnahme finden. Der D e u t s ch v ö l k i s ch e O ffiziersbund -verlangt bei der Aufnahme „Deutschstämmigkeit". Auch Offiziere, d i e m i t I ü d i n n e n verheiratet sind, dürfen nicht ausgenommen werden. Die Zusammenfasiung sämtlicher Kriegervereine in Deutschland büdet der K y f f h ä u s e r b u n d mtt dmn Sitz in Berlin. Die Leitung hat gegenwärtig General a. D. v. Hör n. Die dem Kyffhäuserbund angeschlossenen Verbände haben insgesamt 3,500.000 Mttgliedex. Der wichtigste Unterverband ist der Preußische Landkrtage r b u n d mit 1,266.000 Mitgliedern. Der. wichtigste von den Verbänden, die theoretisch in der Frage des Antisemitismus neutral sind, ist der „S t a h l h e l m", Bund der Frontsoldaten; gegründet mn 13. Februar 1919 vom Magdeburger Kaufmann Franz S e l d t e. Er zählt 900.000 Mitglieder. Der' ebenfalls unter der Leitung Seldtes stehende, 1924 in Magdeburg gegründete „Jüngst«hlhelm" umfaßt 100.000 Personen. Der „Stahlhelm" befaßt sich grundsätzlich nicht mit der Judenfrage. Die Aufnahme' eines Juden kann nicht abgelehnt werden. In der Praxis dürften nur sehr wenige Juden Mitglieder des „Stahlhelms" sein. Noch weniger kann man den „I u n g d e u t s ch e n O r d e n" als offiziell antisemitisch bezeichnen. Dieser wurde von Artm M a h r a u n in Cassel 1919 gegründet und zählt 70.000 Mitglieder. Wenn sich tatsächlich wenig Inden in den Reihen des Jungdo befinden, so dürste dies aus die lirflanlsatorische Form des Ordens zurückäusühren sein. Als in erster Linie sichende Gr0Organisation für die staatsbürgerlichx Gleichberechtigung ist das Reichsbanner „Schwarz-Rot-Gold", vom Oberprästdenten Otto Hörsing am 82. Februar 1924 in Magdeburg gegründet, zu bezeichnen. Auch der Mai 1917 gegründete, von den Wg^ ordneteu K u t t n e r und S t a m p f 0 r geleitete Reichsbund der Kriegsbeschädigten mit seinen 410.000 Mitgliedern vertritt das Prinzip der Glpichbereihtigung. In derselben Richtung kämpft der vom Oberbürgermeister Dr. Luppe (Nürnberg) geführte Deutsche Republikanische R e i ch s b n n d in kt seinen 35.000 Mit gliedern

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