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Wiener Morgenzeitung · 1926-12-20 · Heft 2807 (20.12.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2807 (20.12.1926)
Date
1926-12-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Polen r LS groszy j »Visa: Zam Äbholeh Inder Expedition,11-, Taborstr 1»8 ,der ia #in§*Verec|lleißsteU« Trafik) motiatl.5 Schilling $traßenverkauf in Wien furch die Kolporteure der k,rma Ooidscdmied. I., Wo!Izeile 11 Kit kostversand für Wien und Oesterreich monatlich & Schilling Techecho - Slowakei! Kon. K 82. Jugoslawien: Kon. Din. 60 ko len: Mon-; Zloty Deutschland: Kon. Gm. 4. Frankreich, Belgien: Mon. Fres. 35 4»ehsshtaDffeB be’ Pt#lg> Df h 8ha orgo o »ethahattsh Nr. mi Wiener ffiicn, STOonlofl. 20. r>e,ember1S2K (15. Lebe« 5687). Eng! and: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei ,Bulgarien:Mon.lOOr,owa. S c htv e i * und das übrige Ausland monatlich Pros. 5 Redaktion» Administration: Wien, II., Taborstr. I Telephon: 44-0-98» 43-349 Ab 8 Ohr: Toi. 31 209 Vll., Lerchenfelderstraße 1 (Druckorei Jnva“) - Oesterreich! sches Postspar* kassenkonto Nr 158638 MchW»»W«WWM»WWMWW 8. Meoang Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find . durch ein dornngesetzteS E gekennzeichnet. Sa« freie Wahlrecht wird ln Italien abgeschafft. R o in, 20. Dezember. Die erste Neuerung Muffoüttis im kommenden Jahre durfte die Par l a mentar r f ch e R e f o r m bitrcfi Einführung der Kammer der Ko r p o r a t i o n s h e r t r t i ct bilden. Diese. Kammer wird nicht direkt vom Volke, sondern von den saseist i sch e n Gewerkschaften und I ndüst r i e v e r b a n. d e n gewählt werdend Dies bedeutet die A b s ch a f f u n g d e £ freien Wahlrechtes t u I tat i e n, mrd -Meffagcro", der hie bevorstehenden Maßnahmen Mussolinis bespricht, betrachtet auch bereits die jeüißc Form des Parlamentes als e r l e d i g t, da die Kammer der Korporationen an seine Stelle treten wird. srrefemann geht aus Lr«a«i. Berlin, 19. Dezember. Wie setzte endgültig festsieht,, anvd .Dr. Stresemann trotz, der Krise am. 2?.-. Dezember eiiren mehrwöchigen Erholungsurlaub antreten. .Er wirK über I ta l i e n nach A e g y p t e n reisenund den. größten Teil des Urlaubes, dort verbringen. Da er erst gegen Ende Jänner Mieder in Berlin, .eurzutreffen gedenkt, wird er sich an dpn .Verhandlungen für die Re° . aievungsbildnng nicht beteiligen. Die WiMe« Sowäten in dee MlnWen ' -v J Äilarschrm, 16. Dpzemd^r. In der Budgetdöbalkc. 'sprach .inurßlich der Behandlung des Militärbudgets Abg. Krrschb r ä u’n ül&cr pro trhurige Aagd -dos. jüdischen Soldaten in der Armee,, die'durch >ie g oh c\m'en Zar f u In re verursacht wird. Jüdische Syüdaten werden m i ß ha n d e l t., da 'die u-ntlNtolligLNten Unteren .Chargen - darin .oft .gax keine Uobertrctung Wen. Mg. K r r s ch lb r a u n. zitierte. einige Stellen . aus . einem' T a g e buch. $:i ne s. j ü d i s ch e n S o I* baten, der von seinen Kameraden verprügelt wache.- yhnp daß die Cchu'lid'igen eine Strafe erhalten hätten. Die. Heeresleitung müsse „ auch m) {er Frage der Dehandtung der jüdischen Sokdat-en. grmrdliche Remedur 'schaffen, und Mar zunächst durch Äufyd'bung a l lhr' geh ei m e n Z i r ku.la r e. Der Vizeminister für HcereDyeson. ..Gqneral- Koya-rzewski betonte in seiner Antwort, daß das Ministerium auf unbedingte Gleichlbere'chtrgung aller SoDatci' bedacht' sei, int ein* zülnen .äbßr die- Wünsche und Forderungen des Pbg. Kirsch-' braun einer gena»ren Prüfung unterzreben werde. ' 74 ungarische Abgeordnete gegen der. Nnwerus clausus. Budapest, 18. Dezember, Nach hier, eiugolaufetten Bermsien «ms den einzelnen Wahlbezirkeil haben die metstet der j ü d i's ch e n G e m e i n d e v o r st ä n d c von den Kandidaten verbindliche schi1ftliche.E r k l,'Lrungen abverlangt, daß sie ip Falle ihrer. Wahl int Abgeordnetenhaus für die Ab schassung des Numerus clausus einireten werden, 74. solche Erklärungen von gewählten Ahgssordnetetr liegen vor. Unter diesen besoldet sich auch die Erklärung des einstimmig gewählten Wgeorhneten von Gönc,. päpstlichen .Prälaten Dr. Josef' Kager, der als nichtoffizieller Kandidat der Einheitspartei seine einstimmige Wahl nur dem Umstand zu danken hat, daß er sich für die' Aufhebung des judenfeindlichen Gesetzes «mssprach. Die Ln Betracht kommenden jüdischen Gemeinden sind entschlossen, von den' Abgeordneten die Einlösung ihres; verpfändeten Wortes mit Nachdruck zu fordern. W -Mamentarischer Bisumftrett. eonpoy!, 20. Dezember. Die englische Regierung hat ouut kommunistischen Deputierten Saklatvala, der i»- bischer Staatsangehöriger ist, das Visum zur Rückreise nach Indien v e r w e iger t Saklatvala hat gegen diese Maßnahme im Unterhaus Protest erhoben. Sou 80 aus 21 glchre. H.. Tezeutber. Das englische Kabinett besaßt sich zur ZM, chie die Blätter melden, mit der Herabsetzueng'her Altersgrenze für das Frauenwahl- "cht von 98 auf 31 Jahre. PrSfidmt Srlnius zurückgetrrten. Smeiona PrSstdent. — llullare Luge tu Litauen. Kowno, 18. Dezember. (Wolfs.) Der bisherige Präsident der Republik Litauen, Grrnius, ist von seinem Amte g'urückg et re ten. . Bei der sofort vorgenommeneü Neuwahl des Präsidenten wurde Professor Antpn S m 11 u n a zum Staatsoberhaupt gewählt. S-metona hat den Eid auf die Verfassung geleistet und die Geschäfte übernommen. Zum Präsidenten, des Sejm ist S t u lg i n s k a s, vormaliger Präsident der Republik, gewählt worden. Kowno hat Flaggenfchmu«k angelegt. Rußland gegen PoleUS Einmischung. Moskau, 19. Dezember. Pie offiziöse ,,Jzwestia" befaßt sich mit. den Ereignissen in Litauen-und erklärt, diese Ereignisse könnten d i e l i t ait i sch e U n a b - hängigkeit ge s ä h r d e n. P o l e n, - möglicherweise auch einige andere Staaten, hätten dabei ' ihre Hand' .im Spiele,- Die polnische Negierung habe die Äorbereitüng des Putsches in Litauen selbst auf- : genommen, unr öine-'Möglichkeit für die Verwirklichung Ire Audeirtenunrnhen in Bukarest. Eine Interpellation in der Kammer. — Eine ' Erklärung deH Nnterrich sminifterd M a v r p i.a.u u -interpeMLrte' die RegÄrung -woioä -der jüng- - sten Studsnscnunruhen und richtete an sie die Anfrage, welche Maßnahmen getroffen worden sind, damit die Exzesse sich nicht wiederholen und das Prestige der Hochschulen N-iederhergestellt werde. , Unterrichtsmiinstcr. P e t r o v i c'i erwiderte-,' die Studenterlunruhen, die v o n ö e rsfr sth e ren' R e gie x u ng als Erbe ü b e r n o m m c,n. wurden, hätien sich nux auf B uk a r e st beschränkt.- An allen übrigeil' Hochschulen des Landes herrsche derzeit Ruhe. Er hoffe, das; - die - getroffenen Maßnahmen Inn.-erchenwerden, mi: künftighin auch an der Bukarester Univ^'sstüt die R rr h c u n d O r.d-.n n n g aufrecht zu. erhalten.'. .Gegenwärtig .beschäftigt sich.-.der Senat. der Bukarester Universität mit diesen Vorfällen. Die Schuldigen : werden bestraft werden,. Die- Studenten" werden zur - Einsicht kommen müssen, haß sie nicht über d;n '-.Gesetzen . stehen.; Ministerpräsident A^ereseu für strenge Maß- - . uahmey. " . Miüca"'erfährt aus ofsizieller .Quelle,, per Ministerpräsident General' Äverescu' habe persönlich' sehr scharfe Ma ßn a h men zur Ausrrchterhattung der. Ruhe und Ordnung ergriffen. Er habe in dieser Angelegenheit auch eine längere Beratung mit dem Innenminister Goga abgehalten und ihn ersucht, .gegen Ruhestörer strengstens v o r z u g e h e n und die «Schuldigen zu bestrafen. Premier Averescn erklärte, er werde persönlich die. Durchfühnrng der von ihm diktierten Maßregeln überwachen. Auf Befetzl Bethleus. Budapest, 18. Dezenchcr. .In. Ungarn ist es üblich, den gewählten Mgeordneten das Mandat persönlich zu übepprickM, ..wobei. schwungvolle Heden gehalten werden. Eine .Rehe, wie sie aber sin Orotzhaza. bei Uxberreichnng des'Mandllls an den nach.ungeheuer aufregendem Wahlkampf gewählten Andreas. Csizmadla gehalten wurde, ist wohl noch niemals gehört »vorden. Der Präsident der Wahlkommission Dr. Johann Romancsics sagte: „Ich will bei diesem Anlaß nicht nach den Gründen forschen, die es möglich machten, daß der Wahlkreis von Oroshaza in einer Zeit, da man in der Arbeit zur Rettung des Landes eines hervorragenden Geistcis und Pner Charaktergröße bedarf. Sie ins Parlament entseichet, der Sie über .einen ipi Gesetz vorgeschriebenen Bildungsgrad verfügen. Pie Einheitspartei hat Sie nach Oroshaza geschickt. Und Ministerpräsident Graf Stefan B e t h l e n hat Ihre. Wahl g e w ü n s ch t. Die - Bürger von Oroshaza haben den Wunsch dos Ministerpräsidenten erfüllt, und hiermit überreiche ich Ihnen das Mandat.^ der polnischen Expanisionspläne im Osten zu schaffen und um. die Bedingungen für.eine Beseitigung der Unabhängigkeit Litauens vorzubereiten. Der. polnische Generalstab habe mit gewissen, zur Negierung Sleshewitschius oppositionell eingestellten Elementen Fühlung genommen und gemeinschaftlich mit ihnen den Plan einer militärischen Umwälzung a-us-gearbeitet. . Pie Ereignisse in Litauen könnten den Frieden i m' O sten.'Europa s .gLsähvden. Die Union ' der Sowjetrepubliken könne es, wenn sie sich auch nicht m die sinsterön Angelegenheiten des litauischen Volkes ein-- lnischen wollte, nicht fei In ahmslos hinnehmen, daß die Methode Z iel i g o w s ki s, der durch einen Handstreich Wilna an Polen gebracht hat, in . neuer Gestalt zur Vernichtung' der Unabhängigkeit Litauens angewandt werde, daß die polnische Negierung die Aufrichtigkeit ihrer Behauptungen, daß sie darnach strebe, den Frieden im Osten Europas zu erhalten, durch Taten - beweise und sich jeglicher Einmischung in die inneren Angelegenheiten Litauens enthalte. M Srraze zwische» PaiWua und Hedschas. ' Jerusalem, 18. Dezember. Nach einem nunmehr; abgeschlossenen Vertrage zwischen England und dem Hedschgs wird, die pa lä st i n e.ns i's che Gr e nze.bei!fLF,l i ch Af Gtzglanh. .der- PstMek sich' weiters. I bsiSä'ü^d? einen 'Teil-' der .-yon der - 'Hedschasbahn zu'erwäitenben EwüährneN'. ^äuszu-- zcthlen? - . r.:’' : Das llnterha«S'Komrtee fSr PalSfti««. Ein Vortrag Herbert Samuels. London, 18. Dezember. (I. T. A.) Im UnLerhaüst wurde eine Versammlung des vor kurzem begründeten p ä r-! a m. e.n t a r i f ch e n P r o - P a l ä st i n a - K v m i t e e s, dem zahlreiche Mitglieder aller Parteien des - Unterhausesunp dcs /Oberhauses angehörcn, abgehälten. Es waren mehr als : 5Ö Parlamentsmitglieder anwesend. Den Vorsitz führtet däs Mitglied des Unterhauses S. Finburgh. Sir Herberte Samuel, der frühere Oberkommissär für Palästina, hielt einen ^grundlegenden Vortrag über die Lagein Palastüm und beantwortete zum Schluß mehrere don den Parlamentariern an ihn gestellte Fragen.-'. . '4e Wahlen zum Tel Awiwer Stadlrat. Jerusalem, 18. Dezember. Mehr als. 7000 Stimm» berechtigte beteiligten sich an der. Wahl zum Tel Awiwer Stad trat.am 6. Dezember d. I. Angesichts der-Wähl-- enthaltung, die von den Hauseigentümern proklamiert worden. war, erscheint die Teilnehrnerziffer als recht befriedigend. An und für sich war die -Zahl der Wahlberechtigten durch die. Entscheidung deS' Obersten 'Gerichtes v e x m i ndext worden, die ausschlie ßlich Steuerzahlern das. Wahlrecht zugesteht. Man. schätzt den- Prozentsatz der Wahlbeteiligung auf 66 Prozent der Stimmberechtigten, . gegenüber 71 Prozent bei den letzten Stadtratswahlcn. Das vorläufige Wahlergebnis lautet wie folgt: Vereinigte Arbeiter- Parteien 2606 (Stimmen (14 Sitze), Bereinigung der Juden aus Polen 1123 Stimmen (6 Sitze), Revisionisten 907 Stimmen (5 Sitze), Partei des Zentrums 996 Stimmen (5 oder 6 Sitze), die linke Poale Zion erlangen 2 oder I Sitze.. Die Mieter-Bereinigung, die 537 Stimmen aufbrachte, errang 3 Sitze. Die-orthodoi en Gruppen znsannnen 263 Stimmen nnd 2 Sitze. Sie zionistische Vertretung beim BAterdunS. Genf, 18. Dezember. Das Genfer Burewt der Ziollistischfn Welto^anisation (dessen offizielle Aneriemmng wir bereits mitgeteilt haben) fuhrt nunmehr mit Zustimmung des Generalsekretärs des Völkerbundes den Titdl „Agetlsse Permanente de ^Organisation Sioniste aupreö de la Societe des Natrons", Das Bureau, dessen Leller nach wie vor Herr Doktor Viktor Jakobs'ohit uti dessen Sekretär Herr Dr. M, Kahany ist, entfaltet außer seiner politischen Tätigkeit einen regen JltformationHdienst und publiziert u. a. ein monatliches Nachrithteu. bulletin, das für die Bölkerbundkreise bestimmt ist.

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