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Wiener Morgenzeitung · 1926-12-19 · Heft 2806 (19.12.1926) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2806 (19.12.1926)
Date
1926-12-19
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Men, Kann tag Wiemr Morgenzeltrmg 19. Dezember 1936 Nr. S8M Bühne und Kunst. -k Mrdererdfiattng der Renen Wiener Bühne. In «r Neuen Wiener Bühne, die untre der Direktion, des Intendanten Poltert Donnerstag, den 33. d. SM. wieber eröffnet wird, sind umfassende Adäptierungen. vorgeuontmeti worden. Der Theaiersaal ist.' geschmackvoll umgestaltet, im Sinne der sichcrhcitspoiiMichen Borscheisten wurden die Bühnengardcroben nmgcbarit, di? n-enesten technischeil Errungenschaften nnirbett in den Dienst des Bühnenbetriebes gestellt. Am Ervfsnnngsabend geht das neue Merk Hans M ü l l c r s „M e n s che n o h n e Erd e" in Szene. ES spielt in der jüdischen (Gesellschaft und behandelt den Gegensatz zweier Gerreralioucn: der assinrilatorischen und der jungen jüdischen Generation, welche sich ihres Volkstums wieder bewußt sind. Ten näheren Inhalt und die Qualitäten deS Dramas ken-n rnan nicht (das Buch liegt noch nicht vor), aber cS ist jedeirsalls interessant, daß in diesem Stück — die E m e k-S i e b l vn g Nahalal genannt tvird. Ein junger Jude hat der europäisch-jüdischen Gesellschaft den Rücken gekehrt und ist Landwirt auf eigener Scholle in Palästina geworden. Es ist jedenfalls ein bemerkenswertes Detail, daß, das jüdische Siedlungswerk in Erez Israel, sogar unter Anführung einer bestimmten Kolonie in die Arbeit eines zeitgenössischen Dramatikers Ein-ang gesunden hat. Jlert.' Dir Komödie. ^inc neue Theatergemeinschaft der Jungen hat in der Aieinergasse unter dein Nennen „Die Komödie" mu einem in deutscher Sprache bisher noch nicht irufgeführten Drama von Romain Rolland „Aert" die Spielzeit eröffnet. Ein junger Prinzenknabe aus einem sagenhaften Holland des 17. Jahrhunderts wird von einem mach'gierigen Statthalter gefangengehalten, nachdem vorher in einem Bürgerkrieg der Vater des Prinzen, der frühere Regent, durch List ermordet wurde. Die' Qual des Knaben, der Sklaverei nicht ertragen kann, sich der. Tochter des Statthalters, die ihn liebt, anvertraut und mit Hilfe einer Schar beherzter Männer aus dem Volke einen Aufstand unternimmt, bildet den Inhalt der drei Akte, die weniger dramatische Dichtung und mehr dialogisierte Betrachtungen über Krieg und Frieden. Fremrdschast und Haß sind. Der Ausstand scheitert; die Geliebte und auch ein zugetaner Freund des Prinzenknaben — verraten ihn, aus echter Hingabe und Sorge um sein leibliches Wohl. Will man den Erfolg, darf man nicht lieben. Nur der, Haß gibt die, notwendige straft zum Kampf um dm lrdiW, A-g. J Die dramatisierte Philosophie in Märchen form fdit.ue von der Bühne herab nur wirken. »nenn sie meifterfmft gespielt wäre, das heißt ivcnn es jedem Darsteller gelingen tmirbc, aus -cuncnt schematisierten Typus und aus blassen Gedanken lebendige Gestalten und blntvol^e Menschlichkeiteil zu machen. Das gelingt beit jungen Da steilem uNkke bk übrigens sehr verdienstvollen Regie Fritz Panlsens mir in sehr geringem Maße und am ehesten noch Otto Odeh- ,t a l als idiotischen, aber schlauen Diener und AriNaAN - orowa, die das Experiment Sarah Bernhardts und Iba Roland, en minitnre nachahmend den Prinzenknaben spielte. Mit vielMühe,Hin.abeunda ch'bemerk nßwertemTa ent da? lcker doch nicht ganz Hinreise, eine so schwierige Rolle zu nteistern. Den Bühnenrmrm gestaltete expressionistisch Franz Saida. ( l. th. u „Köaftler in Knusthandwerk and Fndustrle. Unter diesem Namen wurde gestern um 11 Uhr vormittags im österreichischen Museum für Kunst und Industrie eine Ausstellung eröffnet, die sehr reiches und interessantes Material zum Problem der praktischen Betätigung des Künstlers in den verschie ensten Zweigell der Industrie umfaßt. Die Ausstellung könnte auch mit Recht den Namen: „Die Kunst für das Leben" tragen, und zwar für das praktische, für das tägliche Leben. Das Heim, die Einrichtung, die Tapete, die verschiedenen Gebranch'gegenstande werden zum Objekt der künstlerischen Kraft. des Schaffenden erhoben. Heute wirkt sich Kunst mld Kunstgcwerbe lange nicht mehr nur im Ornamentalen aus, sie hahaben in vielfacher 'Hinsicht die Gegenstände unserer Umgebung und unseres täglichen Gebrauchs umgeschaffen, sie zu wirklich künstlerisch wirkenden Ele menten unseres Lebens erhoben. Meistens durch Farbenfülle,.Einfachheit oder Expressioil. Im. letzteren Falle iverdeil Gobelin, Möbelstück, Bucheinband, Architektur zu Symbolen unserer Zeit, die alles dem Gedanken, dem Geist unterzuordnen sich bemüht. Sehr bemerkenstvert sind noch die zahlreichen Plakatcuttoütfe, bic den speziellen Reklamezweck mit einem allgemeinen künstlerischen Eindruck vereinigen. Es haben alle, die hier ausgestellt haben. Wertvolles geleistet, einige wären vielleicht besonders hervorzuheben, da es sich hier aber insbesondere um materiellen Verdienst, um Reklame der Reklame (im besten Sinn des Wortes) handelt, sei keiner erwähnt und nur der Besuch der schönen Ausstellung wärm-- stens empfohlen —r. Professor Tr. Rudolf Tyrolt. Der Bundespräsident hat dem gefeierten Künstler Dr. Rudolf T h r o l t. der sich, heute in das Privat eben zurückzieht, den Titel „Professor" verliehen. Fritz Werner, der belebte Komiker des Reimun t .eaters, Art., einen leichten Schlagänfa l erlitten. Gestern war im Befinden des Kü st ers e'ne e'ch e Be! se ung zu ve.zeichnen. „Tee bmue Vogel" kommt wieder nach Wien. Das deusch-rlussische .Künstlertheater „Der blaue Vogel" beginnt unter Leitung seines Direktors I. Jushnys am 1. Jänner 1927 ein längeres Gastspiel im Deutschen Bvlkstlieater. Die Vorstellungen beginnen um viertel 19 Uhr und bringen vollständig neues Programm. Ein Mozart Zchk ns in der Bolksoper. Nach langjähriger Pause findet ein Mozart Zyk.ns statt, in dessen Nahmen die Werke „Die. Entführung aus dem Serail", „Die Zauberslöte", „Figaros Hochzeit" und „Don Juan" am 3., 12., 19. und 26. Jänner 1927 zur Aufführung gelangen. Der Kartenvorverkauf für das um 25 Prozent ermäßigte Abon uement beginnt morgen (Montag) an den beiden Kassen de- Volksoper und endet Freitag, den 24. d.,. mittags 1 Uhr. PrciStmcheihttttbet Julius Reich Di ' tcrsiistung. Das Kuratorium hat einstimmig beschossen, vier Preise an die Wiener Dramatiker Frans T'eod r Cz o ko r Ol ä" M nrns F o n t a n u. Friedrich L ich teneker und den Grazer- Lyriker Hans Leifhclm zu verleihen. Eia deutscher Bect'.svenpreiS. Wic der amtliche Peru ßische Pressedienst mitteilt, h-.t der preußische Staat einen Beethoven-Preis geschaffen, der im Betrage tonn 10.000 Mark alljährlich von der preußischen Akademie an hervorragend begabte jüngere oder an anerkannte, älter Ton se her deutscher Reich>sangehörigkeit verliehen werden soll. Schaufple-Ltiwreittigung „Die Trommel". Um Den Wecken junger dramatischer Schriftsteller den Weg aus die Bühne zu öfnen, haben Schauspieler verschiedener Wiener Theater, nuter Fü'.ung des D-au aturgen Heinrich Gl ü cksmann vom Deutschen Volkstheater und über dlnregung der Mitglieder der Jarnoblihnen, Werner Ha m m e r und Willst Trebitfch eine Vereinigung „Die Trommel" gegründet, die im Rahmen von Sonntaasnrateneen im M o d e r n e n Theater Uraufführungen veranstalten wird. Die erste dieser Vorstellungen findet am 9. Jänner 1927 um halb 11 Uhr vormittags statt. Sie Bringt das Schauspiel „Das Schiff" von Heinrich Schaffer. Für die zweite Veransta tnrrg wird die historische Komödie „Andre Chernier" von Hermann Heinz O r t n e r vorbereitet. Eine Tickterqalerie im Neivyorker jüdisch«-» Kunstt-eater. Wie nian uns ails Newhork mitteilt, will der Direktor des jüdischen KnnstthcaterS Morris Schwartz im neuen Theatergebäude, über dessen Eröffnung wir bereits berichteter-., eine Galerie jüdischer Dichter errvi ten. Genenwürtig sind, bereits die Büsten von MeMeK Möcher Sfvrim imd I. L. Perez, Goldfaden, Gvrdin A. Gudclinann, Jakob P. Adler und Boris Blei aufoeftetft. Die Büsten von Perez und Mendele sind Werke des jüdischen Bildhauers Eisenberg. Ebenso wurde auch das Portr't des verstorbenen Kritikers B. Gorin in der Galerie aufgehängt. Ein hebräisches Konzert des Frankfurter Symphonie.- orchesterS wird am 26. Jänner in Frankfurt a. M. veranstaltet. Dieses Sonderkonzert ist ansschließlül) hebräischer Musik gewidmet. Aus Awasr der Denkmal-Enthüllung Josef Popivrr-LynkouStiotet der Verlag R Löwtt. Wien, 1. Dez., Floischmarti Nr. 1, die Werke dieses führenden Pchilosvpihen'an. Wic machen unsere Leser besonders auf das diesbezü^'^c l ' -.7. in unserer heutigen Nummer aufmerksam. Orokei' öückei'stui'm am Sonntag! Die besten Autoren der Weltliteratur in vornehmen Geschenk-Einbänden zu 2 und 3 Schilling. Besonders empfohlen: BIBLIOTHEK DER ROMANE (INSEL-VERLAG) R. TAGORE » TSCHECHOW ANATOLE FRANCE * ZOLA PLAGIIERT - LEO TOLSTOI DOSTOJEWSKI - GEIJERSTAM MADELÜNG - MEYRINK - GOURMONT in der hücherschwemme R. LÖW1T WIEN, I. I

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