Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2803 (16.12.1926)
- Date
- 1926-12-16
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Ute. Me Wim, 9mwct*et *Wiw» M»rg«,zette», *. 1*» <«**» .----- „ ,1 »MtM■ ,,i,,,l,»,l.^»»^*»>,TfT^*i. , -•*'--!' -..--.. - .- ......j'.ja—grtrsrr .( ■ ....;.:i1,»M?aSäaar Willit du das Glück, mußt du befleh'n Ein Klassenlos bet Rohatvn! Haben Sie schon ein eifldislos bei der Klassenlotterie Geschäftsstelle n. Rohatvn, Wien. i. m Maria Theresienstr. 10, Tel. 11460/61 gekauft? Falls nicht, bestallen Sie sofort zur Zienung am 28. Dezember 1©26; Vs S 4, V* S 8, V, S 16, '/, S 32, solange noch VorratI MWes«VM«MaMMD»,->VWWU'NUMVN»eUn»M»»MWWM« Mreiksrohung der Arankenkasfenlürzte. In einer Teleaiertenvsrsammlung sämtlicher Kassen« Ürztttchen Vereine Wiens iourde in einer einstimmig angenommenen Resolution gefordert, daß den Kassenärzten im Gesetzeswege ihre Rechte auf Anrechnung der Dienstzeit, auf Versorgung der Hinterbliebenen u',w. garantiert werden, sowie daß den Krankenkassen keine bisher nicht versicherten Bevö.kerungschichtn, zugeführt werden. Wenn diese Forderungen in dem demnächst zur Erledigung gelangenden Krankenkassengesetz nicht erfüllt würden, so sollten die Kassenärzte ihren Dien^ "ln^" r,n. Sechste DagUNg brr österreichischen Blindenlehrer. Diese Tagung wird am 17. und 18. Dezomber tm Ingenieur» uflfc Architerten-Dercin» 1. Tez.. C-schenbachgasse 6. abaehalten. U«t«r Pstichologie. Plidagoai? und Nachfragen des Blinden» Wesens sprechen Univ.^rof. Dr. Bühler, Min.»Rat FadruS. Dr. Gommer. Dir. Altmanri Prc«f Wanece.1, Prof. Janda. £ Geh« nicht am Glück vorbei! Die größten Haupttreffer und Prämien der Klassenlotterie, welche so oft bei der „MückSstelle^ Jofch Stein. I. Vez., Wipplingerstr. 21, erzielt worden sin-r, jind allgemein bekannt Die neue Klassenlotterie beginnt am W. rnd 3g. Dezember lVechnachtSgwhnng). Unseren Lesern rufen auch wtt zu: Ob Groß, ob Klein» otteS tauft Klassenlose der „Glückkistelle" Stein, Wien, 1. Bez., Wipp» lingerstr. 21. au der .Elchen Brücke" PreTse: 1/1 Los S. 33.—, % S. 16.—, % S 8—, 1/b S. 4.—. LoSversand üterallhin. Die Besteller erhalten g!eick>?eitig ein Probeexemplar des neu erschienenen ..Illustrierten Blatt der GMckHelle". Man beachte unser heutiges Inserat. 8 Bei Stnhkvrrstopfrmg, Verdauungsstörungen, Magen» brennen, Mall', ng-en. Kopfschmerzen, allgemeinem Unbehagen nehme inan früh nüchtern ein Glas natürliches ..Franz» Aosef"Mlterwasser Nach den an den Kliniken für innere Krankheiten gesammelten Erfahrungen ist das Franz-Josef» Wasser ein äußerst wohltuendes Mführmittel. 1 3000 Rubel Belohnung. Di« NoSkawische Privat- Dank (Kaafmanns«Bank) zu Ainslcan tkieilt mit. dah sie van 4 Individuen um die Summ« von 183,000 Rubel in Banknoten bestohlen worden «ft. Die Lhäter. jüdischer Religion, heißen: ludert siovoer und Serr vnjurm. Ersterer ist jung, corpulenter und untersetzter Figur, mit röthlichem Schnurrbart, kleiner Esvagniole. vollem röthlichen Gesicht und einelt Spalte zwischen den beiden oberenVoroer- Zähnen. 8u^arinist45Zahre alt, von länglicher Gesichts« biidung, mit röthlichem, in'S Graue schimmerndem Barte. Die Moskauer Kaufmannsbank setzt für Entdeckung der beschriebenen Flüchtlinge 3000 Rnbel Belohnung auS und bittet, alle den Fall betreffenden Nachrichten an die König!. Preußische Polizei-Behörde in Berlin zu richtdn. Moskau, den 1./13. Mai 1875. Ries ist der Steckbrief, welcher gegen den bekannten Pnbliristett A. Kowner erfassen wände. Bas Leben Kownere ist ein spAtmender Roman, voll von Kot, Leidenschaft und Sdneksalstttcke. Billige Kapitel dieses Lcbeusromans, „Die Beichte eines Judcn“, besonders Kowners sensationellen Briefwechsel mit Dostojewski, erscheinen von Samstag, den 18. Dezember an in der »Wiener Morgen«« taug“. 3066ftftflg0WeW6(M9QgOMg0g08<Mfl39fl0flfl(MKWMWlM300 Dttd de- Albert Kowner.! * | JÜDISCHE WEIT * Gesellschaften, die Gelder sammeln, ohne in den meisten Killen irgend jemand Rechenschaft abzulegen. Diesen wilden, kontrollosen Geldsammlungen, bei denen oft bedeutende Betväge verloren gehen, soll mm ein Sude gemacht werdet». Sin Spinoza Museum. Aus dem Haag wird gemeldet: Die Spinoza-Gesellschaft m A m st erd am trifft Vorbereitungen zur Feier des am 27. Februar 1927 zum 250. Male wiederkehrenden Todestages des großen Denkers Baruch Spinoza. Der Feier .werben Spinoza-Verehrer aus allen Teilen der Welt beiwohnen. Dem bereits gebildeten Festkomitee gehören der Bürgermeister des Haag Dr. Patyn, Prof. Dr. Leo Polak, Prof. Dr. Jgnacy Myslivkr ltNd Dir. Frederick P o l l a k an. Die Sozietas Soinozana trifft Anstalten, um da- Haus, in welchem Spinoza zur Zeit seines Wohnsitzes im. Haag gelebt hat, tvieder in den Zustand zu setzen, »nie es zu Lebzeiten Spinozas war. Das Haus lvird in ein Spinoza-Museum umgewandelt; alle Gegenstände, die in einem Zusammenhänge mit Spinozas Leben und Werk stehen, sollen in diesem Museum Platz finden. Ebenso wird eine Spinoza-Bibliothek geschaffen, die alle auf Spinoza bezüglichen mrd auf ihn zurückzuführenden Werke enthalten wird. Vom gestierte» Schrittfteller z«« rempeldiener. Unwiurürttuerur..crt man jiu.>, liest man die nachfolgende Geschichte, an die bekannte Anestwt« von dem, reich gewordenen Analphabeten, der, als man ihm sagte, um wie vieles weiter er es noch hätte bringen könne«, hätte er schreiben und lesen gelernt, antwortete: „Dann war' ich heute nicht der Direktor mehrerer MiengesellsHasten, sonder« SchammeS in Proßnitz, der ich nicht werden konnte, weil 'ich nicht lesen und schreiben konnte." Leon Rabinowitz, der sich heute, wie auS Leningrad berichtet wird, dort als Schammos und TehilimsageL in einem kleinen Beth-Hamidrasch kümmerlich erhält, hätte sich ehrlich weiter gebracht, wenn er nicht einst einer der meistgelesenen hebräischen und jiddischen Publizisten gewesen wäre. Rabinowitz war der letzte Redakteur der großen hebräischen Tageszeitung „Hameliz", schrieb unter dem Pseudonym „Jsch Jehudi" zahlreiche politische und popnläriolssenskhastliche Artikel, verfaßte ein vielgelesener Buch über „Vererbung und Erziehung" und wurde vor Jahren für eine Erfindung sogar auf der Pariser Ausstellung mit der goldenen Mwaitle ausgezeichnet. Aber wie gesagt, Rabinowitz kann lesen und schreibe«, und das jüdische Volk hat noch kein VensionSinstitut für erwerbsunfähig" gewordene Schriftsteller; so mag Leon Rahinowitz heute noch froh sein, daß er in Leningrad, der devosMerten Hauptstadt, in einem Keinen Beth» Hamidrasch als SchammeS und Tehilimsager sein Achen beenden kann. Ausindllng einer MenSelssohu-rafel k» Berti«. ^n Berr in iouwc dieser Tage bei Neno^iemngöLebeiten im Hause Span^uerstrqße 33, in einem kleinen rücklt»äktigen Hofe, eine ate, verwittert Marnwr.asel au'gefunden, die folgende Inschrift trägt: „In diesen» Hause lebte und wirkte Unsterbliches: M oses Mendelssohn — gboren in Des'au 17.9, gestorben in Berlin 1736." Die Tafel ist! fast 10 Zentner schaver und vermutlich über 100 Jahre a't. Be'onders 'interessant ist, daß — wie eine von d.w Stadt Berlin im Jahre 1905 angeb achte Gedenk a'el bezeugt — G-ttho d E: hr im Lessing in der Zeit uou 1748—1761 im selben Hause gewohnt hat. Lessing war mit dem großen Phi'osophm, der ihm auch als Vorbild fiir „Nathan den Weiten" g dient hat, sehr befreundet. Wenn aUch die neu au^gefundene Tafel keine Angabe enthält, zu welcher Zeit Mendelssohn in der S^-cmdcmerstraße gewohnt hat, so ist doch a!'zunehmen, daß er hier während der ersten Jahre seiner Ber inev Tätigleit als Kommis einer Seidenfabrik gemein am mit seinem Freunde Lessing lebte. Die Tafel ist von den Nachkommen Mendelssohns, den Jnhabem des Bankhauses Mendelssohn & Co., wieder instand gesetzt worden und hängt jetzt über dem Treppenaufaang des biüonschen ^anfts. GEST. PATENT |J D. R. - PATENT Das ELastische EBßkissen, ideale Schuheinlage beseitigt sofort Fufi-Emtidunffaachmerzen, Sohlen- I Bei Postbestellung brennen und Plattfußbeaehwerden X Schuhnummer angeben APOlliEKE, wie«, « Cn»süasse 2$ '.»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»«»»» Sine ÄonltoBorflönifoilon -Sr Wvische Selvsammluugen. Unter Vorsitz des Richters Lehmann wurde vor kurzem in N e w y o r k eine Konferenz der Delegierten der größten jüdischen Organisalionen al'g halten. in welcher beschlossen wurde, in Amerika eine Zentralorganisation zur Kontrolle öffentlicher jü'i'cher Ge d ammlunge.c ins Leven zu rufen. In der Konferenz wurde verlangt, daß sich in Zukunft die Wlantropischen, gesellschaftlichen imb kulturellen Organisationen, welche von Zeit zu Zeit sogenannte Drives veranstalten, der Kontrolle einer zentra'en jüdifckien Organisation unterstellen solle!». AuS den Ästittollungen e n zelner Delegierter erfuhr nun,, daß iii Ame ika^. B. m e,h v -ls vierzig Vereine und Gr.uppe.n be ehen, we.che. Gelder für Palästina sammeln, ohne daß sie von der Zionistischen Organs ation kontra i;rt würden. Da^s'lbe, gilt auch von einer großen Anzahl von Vereinen, Klubs und Stau «Ms» Senat fßr Ins »tv Ssrktt etwinat. Aus Newyork wird uns berichtet: Anfangs Novenr^ ber starb hier im Mer von 77 Jahren LouiS Brosh, ein Junggeselle, der einen großen Teil seines Vermögens für wohltätige Ku'turzwecke hinterließ. Dem jüdisch-theologischen Institut von New^ork vermachte er eine Million Dollar, deren Zi sen zur Förderung der jüdischen Wissenschaft verwendet werden sollen. Außerdem sind verschiedene Wohl- "abrtsinssi'-ntionen und Bernv^'" Verstorbenen mit Legalen m ter Gesamthöh; von 118.000 Dol ai bedacht wvvden. OberregienrnaSrat Goslar zum Ministerialrat ernannt. Der Pressechef der preußischen Staatsregierung OberregierungSrat Goslar ist zum Ministerialrat ernannt würden. Herr Dr. HanS GoSlar ist als Mitglied der Jüdischen Bolksvartei Repräsentant der Berliner Jüdischen Gemeinde und Mitglied der volksparteilichen Fraktion der nchen Landesversammlung des Landesverbandes jüdiemeinden. Sein Spezialgebiet ist die Frage der jüdischen Wohlfahrtpflege und Sozialpolitik. Prof. Dr. GNa Ariom zum Hauptrabbiner von Florenz gewählt. Nach einer längeren Vakanz wurde das Haupt« ravbineramt von Florenz endlich besetzt; zum Hauptrabbiner dieser großen italienisch-jüdischen Gemeinde wurde dep bekannte Gelehrte Prof. Dr. Elia A r t o m gewähr. Professor Artom ist ein Schchüler des berühmten langjährigen RcKbindrS von Florenz, Prof. M a r au l i e S. Dev Vovaänaer von Prof. Artom war Prof. Laffuto, der das Ravbineramt niederlegte» um den Posten eines Professors für semitische Milolvgie und Literatur an der Universität Florenz zu bekleiden. Päpstliche Auszeichnung für einen jüdische« Künstler. Ne I. T. A. aus Rom meldet, empfing der Papst en jungen jüdischen Geiger BroniSlyd Gimpel, der den in Italien eine sehr erfolgreiche Konzert-Tournee eendet hat, in privater Audienz. Der Papst oefragte den künstlet nach seiner Herkunft und Familie und wünschte tot Erfolg für die Zukunft Er überreichte ihm seine Photographie mit eigenhändiger NamenSzeichnung. «taattich diktierte Mische VolkSiieder. In Minsk wurde ivser Tag« ein staatlicher Mischer MänneraesangSverein gerundet, -essen Aufgabe eS iifh in Weibrußland einen staat» chen jüdischen Chorverband zu schaffen. Vegrümet wird die onvenidigeeit dieser nerren Schöpfung dam,t. daß im Zulmmenhang mit der Mischen Kolonisation eine. Anzahl kuer jüdischer VdvkSUeder entstanden sei. D,e jedoch vom nie» wndem gesungen und fast gar nicht veachiet werden. Dreser aattiche Mische Gängerverrand soll nun diese sowjetlschen riik-ttedrp popularisieren. Dir jüdischen Massen in M« neuen »örfern sollen das jüdische Dorf, den jWllmen Bauern mit 'irter Scheune besingen, sollen mit dem kubischen Mäkerlied pfcrwnt werden und das staatlich diktierte jüdische BottSlied >ü dem jüdischen Kolonisten die Äielbe zu seinem Boden und iS Vertrauen in die Zukunft «lttlmpfen. Ob dad mit den tsgezivungenen VoASlierern erreicht werden wi«d, ist allernas eine andere Frage-