Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2803 (16.12.1926)
- Date
- 1926-12-16
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Jette 4 Wien, Donnerstag Me«« Msr-eirM««- 16. Veze«O«e 1888 Or. MS Irrsinn oder Reklame? EvadonS M.ft« Se.fatwn: DaS Ver chwindev und die Wieder.uffindu g der RomaulchreftsteUerr« Chriftre.;i.ny L o rr d 0 u luitö gciitc.ö.t: Ganz (SugtttUb lwit in otit letzte» Tage» in höchster Anfügung. Die d.rch ihre D etcktivgeschichtens.hr popu Ük gelvordcnc Romanschäft stellen» Agathe Christie. die Gattin eines.Oöerstcn, m. auf rätselhafte Weise verschwunden. Sie versieh Frei tag, den 3. D.zembrr gegen Weed ihr Helm in Styles Sunninghale, lich rh.em ab.ves nden Ga ten die Nachricht zurück, daß sie die Nacht Lei einer ihrer Freun.'i.irren, bei de. ne zum ALerldessen oinzeladrn war, verbringe» meide, setzt ich in ihr Auto und fuhr —< Frau Christie lenkte selbst — in der Dichtung NewlanvZ Corner von dan n. Zuletzt wurde Frau Christie'zwischen sechs und sieben Uhr morgens am Lamstag von einem Ktthhi.ten gesehen, der l a f. il)r Auto, das gegen eine Hecke gefahren Irak, wieder flott zu macheil. Nin 8 Uhr früh wurde der Wagen nächst G u i l f o r d unversehrt mit dem gesamten von Fra» Christie rnitgenoin menen Gepäck, dasverstrcutaufdem Bodenlai. von Passanten ansgefunden. Auch ihr P lz mar im Wagen Bon Mrs. Christie fehlte jede Spur. Zunächst wurden vie Nachforschungen der Po'izei durch einen Brief von Frau Christies Hand beeinträchtigt, dm sie denr Poststempe nach mis London Samstag, also am Tagr ihres Verschwindens, an ihren Schräger g richtet hatte. D s verlassene Au v imbc zehn Stunden nach ihrer Absahrt geborgen, diese- Brief aber weitere zwei Stunden später ganze dreißig Meilen vom Ort des Autofundes, i» London ausgegeben Dieser Brief, in dem Frau Christie über kh -en Gesundheit'- -uftand klagte, ist nicht mehr vorhanden, er wurde von hrem Schwager, der damals von der Affäre noch keine .--mtnis Halle, vernichtet. Nun setzten sicherhaste Nachforschungen ein. Die Po sizei;>oii Surreyhat allein Tausende von Pfund Sterling ausgegeben, um die Bwmiszte in der Landgegend, wo sie wohnte, mit Hilfe von Polizeihunden, A e r o p l anen, Automobilen und einem Heere f.eisill'ger Helfer, deren Zahl sich am letzten Sonntag allein auf 10 000 belief, suchen zu lassen. Am Dienstag noch durchforschten eigene Taucher die Teiche in der Umgebung des Hauses der Mrs. Christie und es wurd: wi derum eine große Streife durch das Gehölz in dieser G gend veranstallet. Selbst ein Caterpillar-Traktor, eine Art Tank, wurde bei den Nachforschungen verwendet. Alles bl!eb vergebens; Mrs Chüstic blieb verschwunden. Ganz Eng'and sta id vor einem Rätse'. Das erste Kapitel eines Detektivromans, wie ihn Mrs. Christie oft geschrieben hatte, schien nun zur Wirklichkeit geworden zu sein. Mar ein Mord geschehen? War Selbstmord anzunehmen? Hand'ltr es sich um einen Rella netrick? All das wurde spaltenlang in den engsischen Zeittmien erörtert, Me gesamte Oefsent ichkeit war a i'gewüh't Di? Bü cher der Mrs.' Christie gingen reißend ab, so daß sie ba d vergriffen waren, und als letzten SonnMg in einem Wochen-Magazin das erste Kapitel d.s jüngste» Romans der Frau Christie erschien, der den Titel „Der Mord aus dem Golfplatz" führt, wurde die Wochenschrift den Verkäufern ans den Händen gerissen. Nun wurde Dienstag Mrs. Christie — wohlbehalten in einem. Hotel in dem Badmr'.c Harrowgate ge'unden, -wo sie sich die ganze Zeit hindurch mic Singen, Tanze» und Billa'dspielen unterhalten und Geld, das sie in großen Summen besaß, verschwenderisch ausgegeben hatte. Der Gatte wurde telegraphisch verständigt, reifte nach Harrowgate und kam in Begleitung, eines Polizeibea.nten gerade im Hotel ml. als seine Gattin in großer Abendtoilette zum Diner ging. Mrs. Christie e r k a n n t e i h r e n G a t t e n anscheinend nicht, sprach den Poliz Beamten a's ihren Bruder an, wußte ihren Namen nicht anzugebrn und machte den Eindruck, als hätte sie vollständigdas Gedächtnis verloren. -Oberst Christie nahm diese Symptome schwerer geistiger Frrüttung seiner Frau sehr gelassen a'.f und dies veranlaßt einzelne Blätter, obwohl die eng'isihe Presse im allgemeinen die Darstellung von dem plötz'i ^n Schwund des Crinnerungsvernrögens der Mrs. Chr'sti: akzepti rt zur Vermutung, daß es sich um einen raffinierten Re?'a-netrick knrndle. Nun beginnt auch die Polizei zu mu reu und es heißt, daß sie das Ehepaar Christie für di" Kosten der A a ch f o r s ch u n g e n, die in die viele« Tausende von Pfund Zechen, haftbar umchen will. So bildet nach dem Ber- 'chwinden von Mrs. Christie ihre Auffindung wieder ein«?ensation für London. Ae Feier »er Keren Kajemeth-AnMum in Sefterreich. Die Massenadresse. DaS Präsidium der österrelchisc^n Keren-Kajenmch- Komnrission teilt mit: Al'e Sektionen, zionisttschsn Gruppen und Vereine beteiligen sich ander Massenadresse des Keren Kajemeth durch Ausstellung und Fertigung von Tele gram mb rankettenktz diese Md im Keren Kojemeth-Bureau erl>älttlch. Die NanonalfondSkommissSre der einzelnen Grupps echatten sie für die Aktion in Kommission. — DaS Präsidium erwartet, daß alle Gruppen der zionistischen Organisation, allo auch solche, die vorläufig keine speziellen Feiern veranstalten, Mt an dieser Massenadresse beteilegen, und zwar in der Weise, daß sie alle ihre Mitglieder dazu verbatten, Telegranrmblmikette "ns',u»el»en. Neue Teivftkontiugettie.?n der Frauenaruppe Prater haben, icke schon berichtet, er Ausschttßiitzung am 14. Dezember 17 Personen Kontingente im Betrage von 1880 Schilling ttbernomuren. — 13 Ausschustmitglieder der Zionistische» Bezirkssektion Dübling und oer Zionistischen Frnuengnwpe Döbling haben Selbstkontinaeute im Retraae Vau -V> Pfund ftfiernotnntwi 9er abgehackte Fuß. *tf «ffSr« M««k. Wie wir gestern in einem Teil unserer Auftage mit» teilten, ist Dienstag abends in Mödling die ganze Familie des Ingenieurs Marek verhaftet worden. Der Ingenieur, der an einer Erfindung zur Geheimhaltung drahtloser Meldungen arbeitet, hat sich vor anderthalb Jahren beim Hotzspalten mit einer Hacke den rechten Fuß abgeschlagen. Es bestand der Verdacht, daß er Selbstverstümmelung begangen habe, um sich eine hohe Versicherungssumme zu verschaff tt. (Sr war auf 400.000 Dollars bei cin:r W en r Gesellschaft versichert. Das gerichtliche Gutachten des Professors Haberda erttärte einen unglücklichen Zufall für aus ge» schloffen, da aN dem abgehackten Bein drei Verletzungen zu sehen waren. Im Laufe der Untersuchung meldete sich ein gewesener Diener des Mödlinger Spitals namens Mras, der aussagte, daß in dem Spital nach« träglich dem abgehackten Fuß Verletzungen zugesügt »"orten ssien. Mras wurde j.doch weg« Berleumdu ng in Hast genommm. Offenbar in Zusammenhang damit ist nun vorgest''rn die Berhaf'unq des Jngeni"urs Marek, ftin'r Fra», seiurr Sch'vä'er'n drren Bränt-gam und der Frau d«.S Spitaldieners Mras v'rsügt worden. Die Maßr. gel vol^zo z sich unte b so :der n Umstäden. DaS ärmliche Haus zwi'ch n der Vor'e brühl und d.r Hinttibrühl wurde von Gendarmen z e r n i e r t, die GerichtSkommisfion drang in das Hans ein und lirß den Ingenieur Marek, d«r bettlägerig ist, d n r ch das Fenster auf die Gasse schaffen. Er w rde in t\tum R e ttu ngswagen nach Wi n inS Juqmsitenfpital gebracht, seine Familienmitglieder dem Landesgericht überstellt. Die V-rtewigung MarekS d r Hakenkreuzler ist, füh't der bckmnte Dr. Riehl. Die ander:» V?rhas!eten we.den von n Amvä"en Dr. Kraszna und Dr. Silber knöpf vertreten. Die Verteidig r e'klär n. sie se'en von der Haftverfügung nicht verständigt wo.den und haben an die Ratskammw eine Beschwerde gerichtet. Sie bestehen auch darauf, daß allen Verhören beeidigte Gerichtszeugcn beigezogen werden. Die Verhaft!!«» wurd.n gestern noch nicht verhört. Nur Ingenieur Marek wurde t'otz seines l übenden Zustande? im Jr.q. ij t n'pi al e nem & g ve» B: hör intet* wgen. Sie leben in sehr ärmlichen Berl-ältnissen, ihre Wohnung in Mödling ist aus gepfändet und über Marek ist vor kurzem bas Ausgleichsverfahren verhängt worden. Blerander WM» und Ariur Fuchs. Die Beruftttrtzsverhandlung. Wir uns miigeteUt wird, .findet di« öffentliche Gerichtssitzung in Angelegenheit des früheren Chefredakteurs des „M.nd", Alexander Weisz, und des Jnseratenchsfs Artur Fuchs vor dem Strafsenat des Obersten Gerichtslwfcs unter Vorsitz des Senatspräsidenten Dr. Smo l ik-Fi n g er am 17. und eventuell auch am 18. Jänner 1927 statt. Mexander Weisz und Art-ur Fuchs wurden, wie erinnerlich, im April d. I. von einem Schöffensenat des Landesgerichtes unter Vorsitz des Oberland-^sgerichtsrats Dr. Dörr wegen Verbrechens der Erpressung. begangen an Camillo C ä st i g l i o n i, zu einer Kerkerstrafe von 7, bezrehungswelse 4 Monaten verurteilt. E Die Verteidiger meldeten gegen dieses Urteil die Nichtigkeitsbeschwerde an, über welche nunmehr der Oberste Gerichtshof zu entschüden haben wird, Die NichtigkeitsbLschwerde grÄndet sich hauptsächlich auf prozessuale Bestimmungcn des Gesetzes, wslche nach Ansicht der Verteidiger vom Erst^richt verletzt wurden. Besonders der Umstand wird bemängelt, daß der Schöffens'enat den Antrag der Verteidigung auf Vertagung de r Vor ha n d lun g zwecks persönlicher Einvernahme des Camillo Cast iglioni abgswiesen hat; die Berteidißung hält die Feststellung des ErstgerichteS. daß die Angeklagten auf den Willen des Camillo Cast'iglion! einen erpresserischen Druck ausgeü'bt haben, für P r o.z e s s u a l unzulässig, denn der Schöffensenat habe Castidli'oni nicht gesehen und nicht g e h ö r t un-d hätte dleAbezüglich zu keinem zwingend überzeugenden Schluß komtnen können. Die Nichtigkeitsbeschwerde werden Regierungsrat D r. S t e g e r und Hofrat D r. I a k o b für Alexander Weisz und Dr. Josef Stein Hx Artur FuchS vertreten. Sie Wien« Aotomabilstruer. Für die Emnäßigung der Steuer für Personen« und Kraftwagen in Wren seht sich m der letzten Zeit im Interesse der Automobilindnstvie besonders cic Wiener Kammer für Handel. Cawevbe und Industrie eur. Sie verweist davauf, daß ver Steuersatz für eine Steuerpfevdslraft in Wien 1V0 G. Hsträgt, während er in rs» BundoslÄndern z»vifchen 10 (®i« rol) bis 120 <5. ('Sieiermavt) beträgt. Die Steuer Vst bei weitem höher als in H n g l a n d. Deutschland, Italien und Frankreich, wav besonders daraus, hervorgcht, daß der Stehrkpirftioagen, Type 13, in Wien mit einer jährlichen Steuer von 900 S.. i» England und Deutschland mit kilötz "40 S. bgw. 808 S.. in Frankreich sogar Nur mtt bloß Ftoka Z. beisteuert wer>"e Die Höhe du Lesteuerung de» Personenkraftwagen» in Men hat bewirkt, daß in Men die Zahl der Araftpersonan. wagen per 1. Jänner 1K4 bt» 80. Jänner 1026 von 1008 auf 4040, also um 1? Prcyent, gurückgegangen ist. während sie m den Bundesländern um 60 Prozent auf 5168 gestiegen ist. Der Rückgang der Verwendung von Personenautomvbiker, in Wien Mt besonders auf. wenn »nan di« Fortschritte dev Automobilismus in allen anderen GroMSdien vergleicht, wv di« Zahl der Perfonenauiomobile unausgesetzt gestiegen ist. Au» allen diesen Gründen verlangt die Handels'lammer ein« Srmäßrg>.ng der unerträglichen, für di« österreichische Autonvobilindustrie ungemein snädlichen Wiener Kraftwagenal'gaibe und betont enkschieden Ihren alt«n Ztandpunkt, daß die Besteuerung der Kvafifahrzeuge tm gangen Bundesgebiet« einheittich geregelt werde. Sn'HMnng de» Teakmeli fBt Popde^-Lynkear. Sonntag, um 11 Uhr vormittags, wird in dem gegen das Parlament zu gelegenen Teile des Rathauöparkes das Denkmal Josef Pvpper-ÄtzN'enS f je sich enft üsit. Das Denkmal erhebt sich gegenüber dm Ernst Machs. Es stammt von der .Hand des Bilohauers Tag lang. Srobleu« aus ver Landstraße. El« Nonnenkloster in Fiammon. Ein weithin sichtbarer SHef ent» tauft hat ln bcv gestrigen Abendstunden im drttten Dezirck großes Aufsehen und Veunn.higuttg hevvorgerufen. Der Wächter de» Nomven« lloster» in der Jaquingasft hatte gegen 7 Uhr wahcgen«»- men. daß Im Hause starker Brandgeruch herrsche. Bach davauf sah er. wie Plötzl'ch eine heftige Stichflamme au» dem Dache schoß m« im Nu folgten ihr hohe F« uer sä u le n. Die Feuerwehr wurde verständigt und wenig« Mrnuten später waren die ersten Lvschzüge zur Stelle. Al» sie kamen, standen etwa drei Viertel des Daches in Flammen. Die Kl>ostersckwestern. etwa 80 an der Zahl, wurden aus den oberen Gesichoßen nach den unteren Stockwerken gebracht In harter Arbeit gingen rie Feuerwchcmannschaften bei Magnesiumlicht vor. Eine große Menschenmenge folgte Shren Bemühungen. Man sah wie allmählich unter der Einwirkung der Wasserstrahlen das Feuer an Ausdehnung verlor. Um «Kva l$jr war der Brand soweit lolkaNsiert, daß die Gefahr geschwunden war. Nach harter Mkhe gelang eS auch den in Flammen gehüllten Turm des Har seS zu löschen. Es ist wahrscheinlich, ftaß daS Feuer infolge Ueber- Heizung eines Kamine» ensiianden ist. Unter dem Dache befand sich die Wäsche der .Klosterschivestern. die ft^st zur Gänze ein Raub der Flammen wurde. Der Schaden ist sehr hoch. Die Schwelstern vonn-ten im Kloster blassen werden. Ein Feuerwehrmann wurde bei ter Rettungsaktion gepingfügig verletzt. Wien, 16. Dezember 192*. Schmutz, St^rrrd und der Normakmeufch. In Teutfchkand wurde ein Gesetz gegen Schmutz und Schund, in der Literatur besthkossen. „Eine Definition der Begriffe Schmutz und Schund" meint der preußische Innenminister, .„erübrigt-sich in diesem Gesetz. WaS Schmutz und Schund ist, entscheidet daS Empfinden des Normäkmenfchen." — DaS kann schön werden! — Für die Gesetzgeber aker Zellen hm nur der ein Normalmensch, oer sich unter die Fuchtel ihrer Normen stellte, und sie hoch verihrte. A^s man in England aus das Tabakranchen die Todesstrafe setzte, hie.'t der „Normük- 'uensch" die verachten Tabakraucher der Todesstrafe für würdig und h'rtte eine Schrift, die das Rauchen anpries und gar mit Bildern trbakrauchender Wüstlinge Versehen gewesen wlre. als literarische» Schmutz- und Schmrderzeug» nis verdammt Der oute Normalmensch! In Preußen erk.'ärt er die Hohenzol^erndramen für literarische Krrnst- Werke, den Reim ..Sch^aat i^m tot den Rathenau» die versuchte Indens.." für ein sittllch'ed"es Poem eines deutschen Barden nnd daS evoch'^e Werk „Die Weilen von Zion" wird an die Stelle ^er Bi^er t>1e der Normalmensch, wie ihn der Herr Reichsinnenminifter sieht, streckenweise »''s Schmutz- und Schuntwe"k ärgster Kategorie emvftndet). Expnnenten der Normalmen^chen. die im schwitzen Preußen die schw-i^e Listder verbotenen Bücher zusämmenstenen werden, sind die Reichs'irüsnn-Ssielle. Der Normalmensch, dieser n«nen Behörden frnh. träumt von den Uniwrmen, die den Beamten dieser Literatnrzensoren verliehen werden. DaS Wetter. Gestern herrschte etwas wärmeres, jedoch regnerisches Wetter. Die Voraussage kautet: Heiter, ozeanische Luftströmungen, veränderliche Bewölkung, leichte WeverschAge. Neuerlicher GeWstmortzverfuch der Fwau Ullmann-Laufer. Tie 46jährige Private Marg. Ullma«n-Laufer hat gestern früh in ihrer Wohnung. RochüSplatz 7, wieder einen Sslbstmordverfttth verübt. Sie hat schon oft die Oesfentlichkeft beschäfttgt. Bor dem Krieg keimte sie den Ö h erzog Friedrich kennen, der sie reich beschenkte. dem Kriege brach er di« Beziehungen z« ihr av »md die Frau geriet immer mehr in materielle Schwierltzkeiten, weshalb sie wiederholt Selbstmord verübte Zwisch-nfälle nach einer Arbeit-softnvvrfammlung. Gestern vormittags fand ln der BolkslMe und auf dem RathauSvlatz eine von einem ArVeltslosenkomitee elnbenckene Versammlung der Arbeitslosen statt, an welcher Insgesamt ungefähr 1800 Personen teimahmen. Nach Beendigung der Versammlung versuchte «ine Keine G.uppe zum Parlament zu gelangen. ES kam zu Zusammenstößen mit der Wache, die zu ihrem Schutze den Äiböl zog. 5”** diesem Anlasse wurden 15 Personen angehalten. Einbruch 1« dev Jsruesitisch'cheola-ifcheu tzehranftaft. In der Rächt znu: Dienstag ist esu Dieb in die Biblio« thMräume der isravsitisch-theotogischen Lehranstalt in dev Tempelgassc aedrunaen und hat eine Reihe Bücher entwendet. Dev Änbruch wurde gestern entdeckt. Was aestoh.en wurde. Ist noch nicht bekannt, da erst sin genaues Inventar der Bücherbestände vargenommen werden muß. Diese Arbeit wirb Oyet Tage Ln Anspruch ntzMen. Eü handelt sich jevenfals um wertvolle Werke in bräifcher Svracke. de-