Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2802 (15.12.1926)
- Date
- 1926-12-15
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2M Wm. WkWvW Wiener MsrgenMnns ff». 0pwn&kr fVW Seite 8 3000 Rubel Belohnung. Dl« Moskowische Privat- Dank (Kaufmanns - Dank) zu «»»kan thrilt mit, daß sie von 2 Individuen um die Summe von 168.000 Rubel in Banknoten bestohlen worden ist. Die Lhäter. jüdischer Religion, heißen: Wert stornier sterr Bojarin. Ersterer ift 4unß. corpulenter und untersetzter Figur, mit "öthlichem Schnurrbart» kleiner ESvagniole, vollem röthlichen Gesicht und einer Spalte nvischen den beiden oberenVoroer- Bttd dsS Albert Kowner, Zähnen. Btijarin ist 45Zahre f alt, von länglicher Gesichts bildung, mit röthlichem, in'ö^ Graue schimmerndem Barte. Die Moskauer Kaufmannsbank setzt für Entdeckung der beschriebenen Flüchtlinge 3000 Rubel Belohnung aus und bittet, alle den Fall betreffenden Nachrichten an die König!. Preußische Polizei-Behörde in Berlin zu richtött. Mo8kau, den I./13. Mai 1875. Aflbert Kowner, dessen Leben die spannende Biographie „Die Beichte eines Juden“ erzählt. Seine Jugendtcfoidosate, sein Verbrechen und der darauffolgende sensationelle Prozeß, sein Briefwechsel mit Dostojewski, mit dessen „Raskolnikoff“ Kowners Sohick sal Aehnlichkeit hat, sein Eintreten fiir die Rechte der Juden bei Dostojewski, Tolstoi und Rosanoff bilden den Inhalt der sensationellen biographischen Skizze, mit deren Veröffentlichung die „Wiener Morgenzeitüng“ am Samstag, den 18. Dezember, beginnt. Bühne und Kunst. Leutschnatiomler Sturm gegen de« Intendanten Febner. Im preußischen Landtag ist vorgestern ein Antrag ■sit deulschnalionalen Fraktion eingebracht worden, der ' sich gegen den Intendanten I e ß n e r, den Leiter des staatlichen Schauspielhauses wendet und die im Vorjahr öegomu'ne. Hetze gegen den als Juden mißliebigen Künstler wieder nufnimmt. Der Antrag erklärt, daß die Auswahl „sittlich anstößiger Stücke" das ethisch-ästhetische Empfinderl aller christlich-deutsch gerichteten Theaterbesucher verletze./'Insbesondere wird die von Jeßner vorgenommene Modernisierung der Schillorschen „Räuber" und des „Hamlet" als Gefährdung von Kultur, Kunst und Sittlichkeit denunziert und die Regierung aufgesordert, sofort Gegenmaßnahmen zu treffen. Dieser Antrag ist der Niederschlag einer schon seit Wochen raufäft’H&en Empörung der deutschnationalen Presse gegen die „Hamlet"-Jnsz:nierung Jeßnors. Dem Intendanten wird es mit höchster Entrüstung angekreidet, daß er den dänischen Hof mit den Äugen unserer Zeit betrachtet und ihn zum Gegenspieler des Prinzen macht. Selbstverständlich war Jeßner seinen Feinden von heule angenehmer als er während der Ruhrzeit den „Wilhelm Test"- aufführte und die' Schwurszene zu einer großen politischen Kundgebung ausgestaltete. Zur Zeit deS Kaisers Wilhelm war das Hoftheater ein eminent politisches Institut und die Auswahl und Inszenierung der Stücke wurde vom Hof bestimmt. Damals fanden die Doüischnationalen kein Haar in der Suppe. Heute sangen sie sich vor allem an dem Inden Jeßner und zielen über ihn gegen die Republik. Auch ihre Liebe für den revolutionären Schiller haben sie erst jetzt entdeckt. An« dr» Theater«. Opernttzees. Morgen. haD 8 Uhr, „Di« Ntzni- ■o i n von Saba". Buratheatvr. Morgen, 7 Uhr,^Eg-mant* Mann«- nwht 8. Grupps). } Akademiethrate r. Morgen. halb 6 Wr. „Dar Prinz i p" (Abonnement b. Grupps). >j Deutsche? R o l k tz t h e a t« r. Freitag spielt Rudolif Tyrolt in dein n-eueln'stu'^erten Schwank „FamiKe SchiMekk"; Samstag neueinstudiert „Der Feldherrrchüget" von /Roda Roda und Rößler; Sonntag findet der endgültige Abschiedsabend Tyroltö i-n „Erde" als alter Grutz statt. Lustspteliheater. Aan 11. Jänner 1W7 wird di-e MtchtlinAStragödre „Der Profit", 9 Jahre in 3 Akten von Edbin Mundru. von Schauspielernverfchwdener Wiener Theater zur Uraufführung gebracht. Mävchenvsrstc^ung im Operntheater. Samstag findet zum ersten Male das Märchenspiel „PcterchenS M o n d f a h r t" statt. Für diese Vorstellung werden keine Karten ausgegeben, denn die Bun^e"t''eaterve.wa"t'.rng hat die Borstolluna - . ' '■** unbemittelten Wiener Schulkindern gewidmet. Wiederholungen Sonntag und Montag nachinittaqS um 3 Uhr, z« ermäßigten Preisen (von 1 bis 10 Schilling). Dü-Hne den Jungen. Eunstspi-le. 1. Bez., Rsemerqasse U.) Äeilte, halb 9 Uhr, Erstaufführung von Rudolf Leonhards Schauspiel „Segel am Horizont". Morgen findet die einzige Wiederholung statt. Emkl Bernhards neue- Bübnenwerk. An vier deutschen Bühnen fand gieich'eittg die Uraufführung des Dramas „DaS reißende Lamm" von Emil Bernhard statt, des erfolgreichen Atltors des Dramas „Die Jagd Gottes." (Mit feinem bürgerlichen Namen hei^t der Autor Dr. Cohn und ist Rabbiner der Bettiner Gemeinde.) Auch das neueste Werk Bernhards beweist seine große dichterische und dramatische Begabung. „Das reißende Lamm" ist der im Weltkrieg in den Massenmord gejagte Mensch. Im ru's'''hen Heer übt ein inbrünstiger junger Russe mit seiner Parole: ..Du 'allst nicht töten" nn^ebeu'e Wirkung auf daS russische Heer,, die durch seine Bottchickung nach Sibi .ien nicht behindert wird. Man sucht ihn vergeblich zu einem Widerruf sekyor Parole z>r bewegen, von der das Schicksal des Reiches abhängig ist. Er tzdt stark und üittt den Opfertod. Das pazifistische Drama wurde sehr beifällig angenommen. Tollers „Hinkeman«" in ji-disch«- Sprach«. Aus Krakau wird uns gemeldet: Das jüdische Theater, das unter der Leit ma des namhaften Regisseurs und Schauspielers T u r k o w steht, h't d aH Drama von Ernst Toller „Hinkemann" zur Aufführung gebracht.' Das Stück wurde sorgfältig varbereittt und iowihl die Spielleitung als auch die Mitwirkenden gaben sich die größte Mühe, oem Werk TollerS auch in tlddisther Sprache zu einem bedeutenden künstlerischen Erfolg zu vrchttfen. Die eindrucksvolle Leistung des Abendschuf Regtffeur Turkow. der den „Hlnkemann" spielte. „B ondinen Dieses frech-sensationelle Buch Von Anita LooS, das in Amerika bereits die Auflage von einer Million überschritten hat» ist soeben in deutscher Buchausgabe, der die Bilder des amsrlkanikben Originals 'bei^egevan sind, erschienen. Die Exemplare sind seit heute früh zum Preise von 8. 10.40 in der Buchhandlung R. Löwit, 1. Bez. Rntenturmstraße SS. vorrätig.! Serichtssaal. „Sa hast r« ein Andenken!" Gin Totschlag in btt Singsrstraye. Ans itlchttger Ursache wurde am i^. August vor vom Gasthaus Frank in der Singerstraß? der -'Ojährige Hilfsarbeiter Wilhelm B i n n a von dem Aljährlgcn Schlossergehilsen Friedrich Anton M a ch o t f a in den Bauch gestochen und starb nach drei Tagen infolge des Stiches an Darmlähmung. Gestern hatte sich Machotkn wegen Totschlages vor den Geschworenen zu verantworten. Nach Darstellung der Anklage kam es im Gasthaus wegen Bezahlung der Zeche zu einem Streit, der sich aus der Straße fortsetzte. Makotka, der als Gewalttäter bekannt ist, versetzte dem Binna mit den Worten: „D a hast du ein Andenken!" den tödlichen Stick). Die Geschworenen bejahten die Hauptfrage auf da-? Verbrechen des Totschlages einstimmig, verneinten dagegen mit der gleichen Stimmenzahl die Zusatzfragen auf Notwehr, Volltrunkenheit nnd Sinnesverwirrung zur Zeit der Tat. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten zu vier Jahren schworen Kerkers, verschärft durch einem Fasttag vierteljährig und durch einsame Absperrung in dunkler Zelle an jedem Jahrestage der Blnttat. Veischtebung des Barmat-Prozefses. .ins Berlin wird gemeldet: Der Barmat-Prozeß, der am 11. Jänner beginnen sollte, wird voraussichtlich erst Ende des nächsten Monats statifinden, da das Gericht mit den Vorbereitungen für die Verhandlung bis zum - sprünglichen Termin nicht fertig werden kann. Eine tödliche SchlSgermensur. Aus Berlin wird uns berichtet: Am 17. Juli d. I. war bei einer Freundsch-aftSmensur der Student Beer von Dem Saxoboruffen Knifchke durch einen Stich in die Brust tödlich vettvtzt worden. Knischke wurde gestern von dem Schöffengcriä)t Berlin- Schöneberg zu fünf Monaten Festungshaft verurteilt. Aerelne. Versammlungen und Bartrikge. Wiener juristische Gesellschaft. Heute, Vtl Uhr abends, im Hvu'aal 32 der unwersität Botiverammlung. Tagesordnung: Forisetzung der Aussprache über die Anwenolmg des Golabilanzengesetzes. — Wiener Bet-Hamidrasch, 2. Bez., Dempelgasie 3. Heute, 6 Uhr: Lektor Dr. Gelb haus: .»Liturgie"; 7 Uhr: Lektor Dr. Rubin: „Die Ph-ilofophie des wdaimonides, Sinn und Bedeutung des jüdischeil Kultus". Zionistische Jugendgruppe Leopoldstadt. Heute, um 8 Uhr abends, in unserem Heime, 2. Bez., Zivkusgasse 33, Vortragsabend. — Jüdischer Verein „Nord-Ost", 2. Bez., Taborstraße Nr. 21a. Heute, 8 Uhr abends, Vortrag Dr. N. M. G e k b e r: „JmanuLl Noa als Vorkärnpfer des Judenstaatgedankens in Amerika". Eintritt frei! — Klub radikaler Zionisten. Heute,!49 Uhr, Klubversammlung rm Cafe Atlaslwf. Referent Oberbaurat Stricker über „Der Zionismus und die jüdische. Jugend". — Maimonides-Jnstitut, Wien, 3. Bez., Hetzgasse 40. Heute, 6—7 Uhr, Dr. A. Ka m inka: „Das Buch Hofea"; 7—8 Uhr, Mrrimoniaes, „Der Geist als Erfüllung und Befreiung von der Materialität". — Morgen, 6—7 Uhr, Dr. N. Gold st ein: „Bereich:Ich ravba"; 7—8 Uhr, TalnrudischeS Gherecht. — Zionistische Fnimenorgantsation Oesterreichs. Heute, halb 8 Uhr aiben'tö. im Mittleren Saale des Ingenieurunv Ärchtt-eEtenveremos. 1. Bez , EschenHachgasse 9. Bortrag der Frau Doktor Martha Hoffman n über „Die jüdis^r Frau in der Nenaissanee" (mit Lichlhibdern). Mit Rücksia. auf diesen Vortrag entfällt die heutige Sitzung der Leitung rnd der Bezirksvertreterinnen — Jühische Tischgesellschaft Landstraße. Heute, halb 9 Uhr abends, Cafe Lovrana, 3. Bez., Lö-wengaffc 36. DiSkuDonsabend. Thema: Endziel de ö Zi o n i s m u §. Referenten Dr. David Taube und Brüna Rabinovitz. . —; Zionistische FralwngritPPk Landstraße. Mttrvoch, den Iß. d., 8 Uhr abends. Cafe Lovrana, wichtige Vorftandssitzung. — Rekonvaleszentennnd Erholi'MgSheim „Phtlanthropia". Dienstag, den A. Dezember IMS. um 6 Uhr abends, un Ten^- pelgebäude. 8. Bez.. Noudeggergaffe IQ, Generalvevsainiirlmr^. Die Hebräische Schule der zionistischen Sektion 6—8 tonnte am 5. o. M. eine stattliche Anzahl von Kindern und Erwachsenen bei ihrer Chanukahseier begrüßen. Nachdem Herr Oberrabbiner S. Kriegsmann das Anzünoeir der Lichter vorgenommen und der Leiter der Schule, Herr Pros. Dr. Goldberger, an die Kinder eine Ansprache gerichtet hatte, wurden die Vorführungen mit einem Reigen der kleinsten und jüngsten Schüler und Schülerinnelk in Verbindung mit einenr hebräischen Chor begonnen. Das Übrige Programm, das von den Teilnehmern sämtlicher Kinderkurse in Eime-lvorträgen, Gesprächen unk Chören uni) einem Theaterstück in hebräischer und deutscher Sprach« bestritten wurde, brachte den Leistungen Lob und Bei fall der Anwesenden. Besondtzcs gefiel den Kindern die Märchonvorlesung der jugendlichen Hanna 6 ö w >,. der begabten Tochter des Präsidenten der „Tikwath Jehndah", Dr. Alfred Lö w y. MiSvachi, Wien. Jeden Samötag, 7 Uihr abends, w MisrachilxM, 2 Bech. Praterstraße V, regolmäßig ZusaulmeEnfte und Psriräsa. «Zukunft. Das israekitifche LohrlintzShsim aieses Vereines wurde von Baron Ksnigswavier am 29, Roverichsr ISSd aus »«gen«, Mttteln gsgründst. Run hat die FarnUre dein LehrlirWhoirn eine Büste des Gründers aewidmet, welche Sonntag, den 19, d. M., im SitzunMaale des Heimos (9. Bez.. Grüne Torgaff« S6) feierlich e-nihüllt witt». a JwifVe»»« movuletenf £**dI an «st«»» f«f0m fliis AnHrß «f«c ÄS fitftvfdm 4m OT’offtfatf, den JfO. 9e«efn6et dndel in ümn €fv*npi**m 3ubiUbum* «J**« KCel^CSMIi ta&lm, I., (HQtQnmm. eine JP Wi^§4E#Hh4dl * ff ÜüSCSS* «ln» ^omiiaili «Xev» IS. *e«i». fonntnl, «len 10. Hesemfte». «u» 4nlnll de» Jgeeen HajemeiA * PuMtUum» *4mtt Qfliuhttn 4*r Zianittm aus dmtm Slnlfmi) 1, IffMßtMnitnämtimvunti . e» Weifww miv Ifnnflif« fntinvir (Programm folgt. -Ta ■fjyewyf HW