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Wiener Morgenzeitung · 1926-12-15 · Heft 2802 (15.12.1926) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2802 (15.12.1926)
Date
1926-12-15
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Sekte 4 Wien, MMvoch Me«!» Morgenzelkurig 16. Degember 1.W6 ^r. 2808 rfinlntiazSIlea. Bar env,i sechzig Jahren entdeckte der Italiener Ulligi Tarants eine Methode farbige- OlaS in der Art l-erzusteilen. wie die alten Phönizier es machten. Taranti begann die Vielen Aufträge auszuführen, die er von allen und Enden der Welt erhie.'t. Tie schönsten Glasfcnst e r in Italien wrrrden von ihm angefertigt. Er wußte sein Geheimnis wohl zu hüten, denn als er ein Jahr später in feiner Werkstatt tot aufgefnnden wurde, stellte es sich heran-, daß er cS-mit sich ins Grab genommen hatte. Die tÜ.htigsten Fachleute wurden berufen, um die Bestandteile de- Glases ZN prüfen, doch auch nicht einem gelang es, das Geheimnis des toten Mannes zu ergründen. Bor etwa dreißig Jahren brachte ein Schotte Billardbälle auf den Martt, die n i ch t a u s Elfenbein gefertigt waren, doch ebenso gut erschienen und nur den dritten Teil des Preises kosteten. Er nahm kein Patent auf seine Erfindung, machte alle Bäl e selbst und hütete das Geheimnis sogar vor seiner Familie. Gerade, als er anfing, die Früchte seiner Erfindung zu ernten, wurde er in seiner Wertste Lt durch einen Herzschlag dahingerafst und starb, ehe er noch das geringste enthüllen konnte. Man lieh sein Fabrikat dorr Fachleuten untersuchen, doch niemand vermochte z» ergründen woraus eS bestand. Der Mann, dem es bereits Var 25 Jahren gelungen ist, farbige Photographien herzustellen, wurde ein Märtyrer seiner Entdeckung, deren Geheimnis vollständig verlorengegangen ist. Bor einigen Jahren unterbreitete Tr. Herbert Franklin in Chicago den Fachkreisen eine Reihe von farbigen Photographien, die solchen Anklang fanden, das; er sich ent'ch^oß, ein eigenes Labor itorfum zu erbauen. Bei der Entw!ck'ung der Platten benützte er ein Hoszkohlenfeuer, doch vergaß er eines Tages bei der Arbeit, den Ventilator zu öffnen und wurde ^endunst erstickt vorgefunden. Er hatte das Geheimnis niemand anverträut, und obwohl, einige f-st vollendete Platten nsch vorhanden waren, so standen damals die Gelehrten doch noch immer vor einem ungelösten Rätsel. Ein anderes Opfer seines Geheimnisses war Adams, der Erfinder des T a l l i u m s, einer der größten Entdeckungen. Adams brachte ein Metall zustande, das, obwohl so hart wie Stahl, doch nur halb so teuer war und nur halb so Viel wog. Ganz Amerika begeisterte sich für die Erfindung, und Aufträge auf Tausende von Tonnen Warden. von den großen Eisenbahngesellfchaften erteilt. Doch es war zu spät. Die ungeheure geistige Anstrengung, der er sich unterzogen, raubte ihm den Verstand, und der Erfinder nmßte als imheiPar in ein I r r e n h a u s gesperrt werden. zwei Kmnmonvanien suche« eineu Unterer euen. A«S einer Leinen Armee. /Das österreichische Bundeshcer.ward im fotmueufceti jIahr die sehr respektable Summe von 79,742.418 Schilling kosten, bei einem Personalstand von 23.245 Personen. Wie sich dieser Stand zusamnrensetzt, darüber erfuhr man gestern iin Budgetausschuß einige groteske Ziffern. Bei manchen Regimentern belauft sich die Zahl der Musiker auf 5,5 Prozent, bei den selbständigen Bataillonen bis zu 10 Prozent des Gesamtstandes. Es scheinen aber noch immer zu rvenig Musikanten in der Armee zu sein, denn einzelne Truppenkörper stellen bei feierlichen Gelegenheiten noch Zivilmusiker ein. Im Heeresministerium allein gibt cs nicht weniger als 11 Generäle, 42 Stabsoffiziere, 131 Beamte der Heeresverwaltung. In der Wehrmacht selbst entsÄlt auf 750 W e h r m ä n n e r ein General, aus 1212 Wehrmänner ein Oberst, auf 132 So'daten ein Oberst eutnant und auf 63 Wehrmänner schon ein Ma'or. 2B:trt man alle Offiziere, Unteroffiz ere und Chargen zu am me 'rechnet, so entfällt rt:tf je zwei Mann eine Cha -ge. Da aber viele Aehrleute auf Kommandierungen o'er in Zi nlausbildung sichbefinden, so entällt auf einen Besc hlendenuich einmal ein Mann, d. h. p aklisch gibt es mehr Befehlende als Untergebene. Wenn eine Ausrückung stattfindet, geht ein Truppenkomman ant zum andern unb borgt sich von ihm Soldaten aus. Aub dem Ge'agten erhellt wohl zur Evidenz die unbedingte Notwendigkeit dieser Wehrmacht, die doch nur den Pappenstiel von 797 M i ll' '.den kostet. Men, 15. Dezember 1988, Da» Wette. Gestern herrschte kaltes, ntDelihes Wetter. Die Voraussage lautet: Auf den Höhen heiter, in den Niederungen trüb u nö kalt. Unaufgeklärter Tod. Sonntag früh suchte eie 40jährige beschäftigungj» und u nie lstands lost Therese G a l e t a mit einem Manne, der sich Wal lisch nannte, das HotÄ LaxerLurg in der Laxen-buraerstraße auf. Der Besteller entfernte sich schon nach einer Dveiviertefftunde, während die Galeta weiter im Zimmer der. VlieL. Als sie sich um 8 Ahr abends noch nicht gezeigt hatte, hielt das Hmobpersonal Nachschau und fand sw in schiwerkrankein UM nicht vernehmungsfähigem Zustande. Sie wurde in daß Wiedener Krankenhaus gebracht, wo sie gestern, ohne daö Bewußtsein wieder erlangt zu Hoden, starb. Anzeichen eines gewqktkameu Todes konnten nicht festgestellt werden. Die Gakta, me herzkrank war. rl-fte einem Herzschilag erlegen sein; dennoch wurde we gerichtliche Obeuksion der Deiche angeordnet. Der angebliche Wallisch konnte noch nicht auSqeforsrhl werden BerkehrSunfiiüe. Am 10 d. ist der Kaufmann Fritz Hofmann aus -er Wollzelle beim Uebersetzeu der Fahrva'qi'. vn» einem Auto überfahren worden. Er ist out Sonntag feinen schweren Berlehu-ngen erlegen. — Vorgestern nachmittags wurde am Gra. den der 7üjährige Private Sxrmuel Braun. Nem«brawNstratze Nr. 36. auf der Fahrbahn von einem fluto medergeftoßen und mehrfach verletzt. BeschuldtWNKN einen Arzt. Wie die „Korr. WiNie.'m" meldet, ist gegen einen Wiener Arzt im 6. Bezirk die Anzeige erstattet worden, er hahe einen Knaben, 7er sich gegen KehLlcipfspiegelnttg wehrte, geschlagen. Der Arzt veraniwortetc siel, dahin, der Knabe hebe w heftig Um sich tieschlage.n, daß ihn drei Personen nicht windigen konnten. Der Fall wurde der Äerztekam-mer vorgeiegt. £ Bei rheumatischen, gichtischen und nervösen Schmerzen sowie bei Kopfschmerzen haben sich Togal-Tabletten hervorragend bewährt. Sie stillen die Schmerzen nnd scheiden die Harnsäure aus. In allen Apotheken erhältlich! El« Rechtsanwilt verschwunden. Die „Wiener Zeitung" me det, daß Rechtsanwalt Doktor Franz Bründl suspendiert wurde. Ueüer diese Angelegen.,eit erfchren wir folgendes: Dr. Bcündl ist seit August aus Wien verschwunden und unbekannten Aufenthaltes. Er Hit bisher keine Nachricht gegeben. Sein Verschwinden hängt offenbar mit geschäftlichen Angelegenheiten zusammen. Dr. Brilndl war Konkursmasseverwalter und soll sich in dieser Eigenschaft großer Unter schlag nngen schn dig gemacht haben. Aus diesem Grunde ist gegen ihn ein gerichtliches Verfassen anhänaig, auf Gmnd dessen die RechtSanwiltskirnmer Ujn vorläufig aus der AnwiltSliste gestrichen ha" Eine Bevr»st»ng Professor KelsenS nach Berlin. Der bekannte Staatsrechtslehrer der Wiener Universität. Professor HanS Kelsen, hat einen Ruf an die Berliner Ha>ndelshoch'schule erhalten, dem Folge zu leistem der Gelehrte nicht atb-eneigt ist. Die Verhanbluns«« mit ^en, Bundesmini-- sterium für Unterricl'! über ein Verbleiben Prof. Kelsens an der Wiener Universität wurden eingebettet. Das goldene Ehrenzeichrn für einen Journalisten. Ter Bundesp'äfident Hit dem bekannten Wiener Journalisten Ludwig Basch anläßlich keines 76. Geburtstages taxfrei das goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik verliehen. Ludwig Basch war 45 Jahre lang Gemeindeberichterstatter und ist vor kurzem in den Ruhestand getreten. E Die Wohltat der Menschheit liegt in einer Flwche Löwen-Frnnzbranniwl'in mit Menthol. Ueberall erhältlich! Ausgabe neuer Postkarten zu 1v Groschen. Aus Anlaß der am l. Dezember 1686 in Wirksamkeit getretenen ErhÄ). ng der Postgebühren für Postkarten tm inlän-difchen sowie in. Verkehr nach Deutschland und 'ter Freien Stadt Danzig werden neue Postkarten zu 10 Groschen auSze» geben. Die neuen Postkarten zeigen die Postganzsachewmarle und den Vordruck in orange-rotbrauner Farbe; die Ausmaße und 'Ne sonstige Ausstattung sind I neerändert geblieben. D'e Ausgabe neuer Doppelpostkarten zu 10 -s- 10 Groschen erfolgt später. Die gegentvärtig im VerkÄr stehenden einfachen Postkarten zu 3 Grolchon und Doppek-postikarten zu 8 -j- 8 Groschen behalten ihre l^iiltin'-eit und können nach Aufklebung von Briefmarken zu 2 Groschen verwendet werden. Eire verbotene Arbeit§losendemonsü.-ation. Die für he: te angekündigte Arbeitkllrisenversamml-ung, die in und vor 'rer VollkLballe des RatlanseS stattfinden und mit einem Demorstrationszüg über den Ring schließen sollte, ist von der Polizei verboten worden. Ser Schwarzbar«h>Pio:ctz. Aus Paris meldet die I. T. A.: Der Untersu-HungIrichter P e y r e hat gestern die letzten von der Petljura--Partei geführten Zeugen, den ehemaligen 'Polizeibeamten von Proskurow Titlnk mrd einen Herrn Katschura, vernommen. Die beiden Zeugen sagten aus, Petljura hätte der jüdischen Bevölkerung Sympathie entgegerrZcbrackfi. S ch w a r z b a r t h, der den Zeugen gegenübergestellt wurde, behauptete fest, daß Petljura der Urheber der Pogrome in der Ukraine war. Es wurde sehr viel vermerkt, daß die übrigen geladenen Zeugen, so u. a. die Gattin und der Bruder Petljuras, nicht erschienen waren. Der Richter erklärte Vertretern der Presse, daß das Vorverfahren definitiv beendigt sei. Lberrabbiner «eich — Altersviäfivent Des imgarisÄra SberhaMes. Aus Budapest wird uns berichtet: PekamMch wurde das neue Parlament und das Oberhaus für den 85. Jänner einberusen. Die Wahlen für daS Oberhaus werden unmittelbar nach Abschluß der Abgeordnetenwahlen durchgeführt werden, aus welchem Anlaß, wie bereits berichtet nmrde, auch ein neologer und ein orthodoxer Rabbiner als Vertreter der Judenschaft gewählt werden. Während bezüglich deS fortschrittlichen Rabbiners noch lebhafte Wahlkämpfe zu erwarten sind, steht von seiten der Orthodoxie die Wahl des orth- / xen Oberrabbiners von Budapest Koppel Reich schon heute fest. Da nun Oberrabbinrr Reich im 88. Lebensjahre steht, so tvird er als ältestes Mitglied des neuen Oberhauses berufen tverden, die Funktion eines. Alterspräsidenten in der Eröffnungssitzung zu übernehmen. Allerdings ivird angenonunen, daß der greise Obecrabbiner, der schon seit Jahren an keiner öffentlichen Aktion teilnimmt, kaum in der Lage sein weiche, das Amt eines Alterspräsidenteil zu versehen, in ivelchem Falle der Publizist Eugen Rakosi, vorausgesetzt, daß er zum Oöerhausmitglied ernanrlt wird, der Alterspräsident sein wird. Ter Pnütettag der nnrrstnlschen Zionisten, der für deu 6. vis 8. Jänner nach Baren einberusen war, ist auf den 23. Jänner verschoben worden. (I. T. A.) „Das jüdisch« Li«v im Bich«." Die zionistijch« Midci-eirvereiuiguna „Miriam", die von Frau Mari« P o l l a k gesmitt wird, veranstattete GamStag abends in den Festspielen „Pan" eine Akademie, die von den üblichen, nicht itmner unterhaltenden ztonisttsckien Awdemien — bis auf einen, allerdings sehr »vichttgett Punkt — lvohltuend aowich. Während im ersten Teil die palästinensische Pianistin Jona E n t t n, die bekannte Tänzerin Gertrud Kran S, der sshr begabte Biolinvirtuofe Leonid B i rfen und der Rezttator Oscar Teller mittvlrkten, war der zweite Teil einer Rev^ke des jüdische« Bo ktzliedes gewidmet. Das Gakuthleben eines Juden, von der Wiege, da die Mutter für das Kind die Zukunft eines Händlers erhosst, Wer die Schulzeit, die tolpttch« Liebst'verbnng des Jünglings, das MrrtaaAetd und SabbatSglück des Erwachienen bis zn „DeS MilnerS Trärn", dem Lied von der Hoffnungs'o'igkett dieses AbaSver-Le"'üttS, die'es schwere Gallith WS — hat mit primitiven szenischen Mitteln und sehr nngeirelMen Stimmen der Mitwirkenden die Volkslieder-Rcvue zum AuSdrrrck gebracht. Dein Spielleiter Herrn Lehner, dem Solisten Herm Jcht und allen mttwirlenden Mädchen der Bereinigung „Mirjam" gehMR für Mühe ltttd Leistung Lob. Seh: schade nur, sehr schade, daß die Mädchen so wenig Hebräisch können, daß sie hie meisten hebräfichen Worte in den jiddischen Liedern falsck) ausgesprochen haben. Und schade, daß das palästinensische Leben sich nur als blasser Gedanke, als abstrakte Idee, als Wort-Losung in die'em Mädchenkreis ausdrückt. Tenn sonst hätte das letzte Bt'ld, das das Letzen der Z..Lauft, in Palästina, symboMeren solte, nicht so palästinafremd aussallen können. Weder Tiro''er Dirndl, noch ein bemalter Krug, auch nl'cht Kinder in Chederk'ordung und ni-tzt ein deutsches Lied gehören in ein solches palästinensisches Bild. Jüdische. znkunftStzelvu"te Mützen, die sich mit dem jüdischen VosiS ied ernstsi'h und lietzedasi beschäftigen, h'itten auch das hebräische Lied, das in Palästina lebt, in ih':e Rev:e anfnelMen sollen. Sie verniögen eS sicherlich, es ist nur der entscheidende Schritt von der Ideologie zn wirk'icher Vertiefung mtb lebendiger Be''er^ch"ng der sprachlichen und knsiiiresien Wc-te des Volkes zu tun. Er möge, eiligst und beherzt getan werden. l. th. E Kunstauktion Wawra. Die Kunsthandlung C. I. Vnwra (3. Bez., Lothringerstraße 1-1) veranstaltet von heute bis inklusive Freitag, den 17. Dezember, eine Versteigerung von Gemälden moderner und alter Meister, Aquarelle, Minia'uren und Antiquitäten aus dem Nachlaß von zwei Wiener Sammlern nnd Privatbesitz. Zehn Prozent Vorschuß. O«bwvhl das n<u e CehaltSgesetz vom Parlament fertiggestellt wurde, werden am 1. Jänner 103". die Bundeöangestellten noch nicht t« uw 12)4 Prozent höheren Gehüllter bekommen. Im Finanzministoriu-m ist man angeblich mit der Berechnung der Bezüge nicht fertig geworden. Die Beamten werden dah<r auf die neuen Deziüg« nur einen lOprozentigen Vorschuß erhalten. E Salioan. Altersveränderungen deS Körpers zu verhüten, und, wenn solcye schon bestehen, zu verringern, ist ein lang ersehntes Ziel. Die Anwendung des Satirau ermöglicht die Erreichung dieses Zieles, wie' e8 die Erprobung durch ärzliche Auto^täten und die allgemeine Anerkennung bew-cist. Das Mittel ist in allen Apotheken erbältlich und verdient durch die erprobte Mirksamkeil und vollkommene Unschädlichkeit allgemeine Berwenvung. Ser ktz!e Auswes. Aus Berlin nteiDtt I. L. A.: Das Mitglied der Exekutive des „Emigdirekt" Dr. Jakob Leschtschinsky erstattete an das Präsidium der genannten Gesellschaft einen eingeherrden Bericht über seine soeben abgeschlossene Informationsreise durch Polen und die baltischerr Länder. Die Hauptursache der schweren Lage der Juden in Polen, Litauen und Lettland sieht Leschtschinsky in der relativen Ueberbevölkerung^der Städte. Die Situation in Polen, tvo ungefähr drei Millionen Juden leben, ist eine solche, daß auch -.die günstigsten Aenderungen in der Politik der polnischen Regierung gegenüber den Juden die Lage nicht wefentlich ändem ivird. Die objektiven Verhältnisse in Wen 'haben zu einer Umstellung in Handel und Jndustri^geführt, so daß für den jüdischeit Kaufmann und Fabrikqjitön wenig Platz geblieben ist. Zehntausende Kaufleute mchMoch viel mehr Personen, dis wirtschaftlich voin Kaufmaünstdnd abhängig sind, sehen die Quellen ihrer wirtschaftlichen Existenz versiegt. Sie orientierten sich früher nach dem MSländischm Markt, der nicht mehr vorhanden ist. Der dürftige inländische Markt' kann den jüdischen Handel und die jüdischie industrielle. Produktion nicht mehr befriedigen. Aehnlich sind die Verhältnisse in Litauen und i» den anderen Ostländeru. Durch das Stoppen der Auswanderung wegen deS Fehlens von EimvandkrungSlärchorn bildete sich ein Reservoir von überschüssigem Menschenmaterial. Dr. Leschtschinsky kommt zu dem Schluß daß die EmigeMionSarÜsit heute eine der wichtigsten sei, die die Zentralen zu leisten haben. T«S Leichenbegängnis des Amsterdamer Oberrabbiuers. Aus Amsterdarn wird nnS ge,chrieven: Tuvu) das bereits genrewete pwgliche W.eden des Cdachams der uiestgen vvrtugiesi,ch israefitischen Gemeinde I. van P al a ch e hat die gesamte lwiläudtlche Judenschaft eiuen Wvsren Verlust erlitten. Der Verstorbene stand auch tu utchtjüdischen Geie>lsch'.iftSkcelieu tu.-o.-rm Ansehen. An dem Leichenbegängnis nahmen sämtliche Rabbiner Hollands, Abordnungen der hochdeut!,en jü iß.-en Gerneinden und der jüdischer» Vereine, der Bürgermeister von Amsterdam» de Vlugt mit mehreren Et.rdträten, Rektor des Nabhtnerseminars L. W a g v n a a r mit den Kuratoren und ein Trauerpuhliknm von mehreren tru'end Personen teil. In der portugiesischen Synagoge h'e t Rabbiner Ricardo dse Trauerrede, während auf de.4» Friedhof der Sohn des Verstorbenen, Prof. Dr. L. V a l a ch e den Dank der Familie für die ihrem Oberhaupt erwiesenen Ehren ansjprach.

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