Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2799 (12.12.1926)
- Date
- 1926-12-12
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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M. 3799 Men, Gsnntug wmmmmmssmes Wiener M-rsOn-sttnng 12. D^ember 1929 Seite 9 Das Buch der Zeit IXTEHATUIIBEILAGE DER .WIENER M.ORGENEEITUNG" 4-V.V 9m Gfdsaten, «Mm« md RMdiss. Der frewstett Kunstiibuug, dem Handwerk bt& Za^d-irrs, SNcht of. das starke daöfnii: |tt Bube angeborene seettsche Haltung, die e»wo»be«e VeisteSlg, da- »«lernte yerme« der Jabel. Die Referng Sestcht mer für den Menschen, der tat Gteff wie feinet« Oncker kennt. Dein Inder Dhan Vopal Mnkerdscht ist eS so erga«-en. Vr in ,L« -««bjshre i« Dschungel" (Rübtru u. Loening, Vsrlag. PrauAstwt am Main) »an den Erlebnisse« im Ds^nge! das er fett, weil eS rin Spielplatz »all Seh^mniS u«L Dchrackeer ist. Er spürt mit seinem Vater dir Jährte« d«t »«an Tiw» auf. Tiger, Leopard e«, Autilopeu, Gchakal. stad die Opfer seiner Jagden, und der Elefant Katt, d^r hach»»gatte und gut ergagene M«»rschens«rund, der eut> fechm war, well di« Menschen ihn misthaudrtt hatten, sein Tran« in Jagd und Aandeoschast. Da- Lebe» «ü Vari, dem «efanien, tideasteigt alle Wunder an Parst? tmb Schönheit. Die Literatur e»tth»ont sich sekder. Die K»aft des indischen Bfetts, da» sich den Tieren d«S LPHm^elS verwandt fühlt, »«gießt sich auch dem, we eine N»t »rientalischer GleiehmAigkett zur Geltung lammt, in Rhythmen einer Erzähttrftmst, die alle sihematifchui Mnwände sprengt. Europäern fremd« Geheimnisse formt Lund Rasmüssen, «ütterttchmseAS Grönländer, i« ^Die groste Jagd (Rüsten u. Loening, Verlag, Jranksurt am Mai«) gu einer märchenhaft brschtttngtm Jabel. Auch hier Ablegen der europäischen SUtennoe«, der wiffenfchastlieh bezchmbigden AeltansL-auungrn. D«r PolarrSkimo drsttzr seine eigene Bewertung de- Dasjins, seine Hrbensregetn sind nicht die unseren. AaS RaSmufse« über da- Romanhaft« diese- RbenteurermilieuS aufg^gt, ist der Zusammenhang zwischen den ererbten Grundidern dxS ESkünov»V»S und seinem täglichen Leben, daS von seiner Vrrstrickrmg mit der arktischen Natur und den arktischen Jagdtieren bestimmt wird. Die Primitivität des ESkimomenschen mit seinen Festen, Jagden und.G'.istcrbeschwö-- «ungen, mit seinen Mythen und Saz-n v-rdi^et sich ii' WM!M»«>UinUnRL'Wnum«ISULI>»ftlS'D! soeven ERSCHEINT eines der bedeutsamsten Werke des geistigen Frankreichs von heute in deutsoher Übertregung: JEAN-RICHARD BLOCH SIMLER & CO. ROMAN AU» DER FRANZÖSISCH - JÜDISCHEN INDUSTRIE MIT EINEM VORWORT VON ROMAIN ROLLAND ÜBERSETZT VON RAUL AMANN. 8ANZLWO. n MK. O W3 Romain Rolland im Vorwort: . Sei Jedem Leeen erechfitterto rvfloh -I, fleiohe schöpferleobe Gewalt. Jedesmal erstand vor mir Balaton Ootde." ROTAPFELVERLAG ZÜRICH / LEIPZIG r Das passendste Geschenk zu jeder Gelegenheit iri ein A««»WW»WMWM aas dar Bücherschwemme 8. £öwil Wien, L, Roteniurmtlr. 22 Reiahe Auswnhl von ßüahern bester Autoren in ge diegener Ausstellung su ungewöhnlich billigen Preisen t Freie Besichtigung! , Nkksmussens Grzähluug zu einem susmühlendsn Kpos. Dergleiche mit Knut Jamsirn oder Age Madelung in bezug aus die Atmostchäsc der Darstellung könn«n nur vwwimen. Weniger männlich im Vitt, wewu auch mitreißend iu seiner durch eine graste Pottlen MrnschenvLrachttmg brgründtten Spannung, gibt sich O. M. H u e f f e r - „AlS Vagabund in 9tao Vttf' (Vaturu-Verlag, Wien). Die Wahrheit d»S VarwerteS, daß die Erzählungen der Vagabunden auf ErlebniKen beruhen, findet ihre V«- stätigung in der Zutzerläffigkeit der Schildeaungeu de» SagabundenlebenS. Und wer weist, daß das Leben ^ne- Lustmenschen nicht minder geistiger wie Physischer Natur ist, dem wird sich Staune« bald in Krgrisse^eit wandeln. 9ht jung« Engländer »«gabuudiert iu New V«k und daffen Umgebung, er erhält sein Mal »an diesem Milieu, und wen» er anch nicht da- Auge und dar Hirn besitzt, um eine s» «neahbrt »eiche phantastische Mett in dm Nah men nnoS einzigen Buchszu pressen — zu welchem Srständnisich, übrigens der Autor selbst bnsuemt — s» hat « eS dach gewagt, de« Vagabunde«, diesem ktniglicheu Austeuseiter der amerikanischen Smststadtgesellschast, »tu Denkmal zu setzen, das «r verdient. Interessanter, paekender, in seiner Armseligl^it und seinem Berlareusein menschlicher als die grestrn Jilmheldrn, Gtahl- Magnaten und Petraleumimpeeataren, deren Blick »au »de« nach «titat die ttesstm Schetmnis^ der menschlichen D-«elk kan« stets»« kan«, OStz« N»se«f«ld. V0ki 6vc«k:irki. DICHTERN UND VERLEGERN. »es »Ach als fojiatet SktfüMt. Tie „Zweima rd-VSchee" de- DerlageS Searg MSArr. Wer eines drr neum „Zweimark-Bücher" in die Hanl» .immt, wird unwiiklürlich die Empfindung haben, daß ihm hier rein persönliche Berücksichtigung zuteil wird: nichts wirb irspatt, damit sei« grlSutertrr Eeschmack, sein „künst ertsche' Gewissen" Befriodigung.finde. Die Auswahl der einzelnen käuflichen Eierg Müllerschm „Zweimaek-Vände", denen Umfang (ISO Bogen), künftlerische Au?stat!unz und Inhalt den Preis »an zwei Mark adw drei Schilling geradezu unbegreiftich macht, ist eine wstaunklch vialseittte: w» » sch in den erste« Serie« »er allem metstsrhaste Erzähun^rkuttft mastgebend, »errint mit rnannizfachem und stets die Tiefe gehendem Inhalt, webei alle Böller und Zeica herangezage« wurttn und bei fremdsprachlichen Qrigi- '.alen besonderer Wert «ruf gewisserhaf!e und möglichst intuitive Nebersetzung gelegt war — so finden wir in den letzten Serien dieser Bücherei den Stsffkreis — wie bei der ebenfalls musterhaften Jn'elbücherei — mehr und mehr aus bas gesamte Sebiet der Aorikunst eriaeitart: z. B. unter jmdeoem neben einer hoazersrrueude« NreSiaahl aus Mo- >«rts Briefen eine »eriresf iche Uettrsetzung der einzigartigen .Pilgerfahrt nach Anglar" Pierre LatiS. Bei s» völlig freie« Hinblick auf den gesamten Schatz der Weltliteratur, bei solcher wahrhaften Gastfveiheit der Seele, wie sie in dieser Bücherei z«m Ausdruck gelaugt, kristallisieren sich ganz von selber einzelne, ttsrnderS wertbetonte Ktmppen heraus, deren sertschmitender Ausbau dent heimlichen Wunsche jedes Jeeundes der Werikunst entspricht. Wir unterscheiden bisher unter «mdevem die Russengruppe (die wahre Juwelen enthält, und darunter solche, die durchaus nicht auf der Straste liegen), die P Han tastengruppe (und es liegt zwekfrlles etwa- Befreiendes in einer über jede Mi»kli«hk«it hinüberg^aitenden Dichtung) und die Gtevenson-Srnppe: mehr und mehr schließt sich ja der Kreis der Meistererzählungen dieses ganz originellen Künstlers, der wohl in seiner Art einen Gb>felpunkt bedeutet und noch einmal z» den Swsten gerechnet iverden wird. Bergegenwärtizen wir uns dabei nach einckk: der Tiefstand unserer allgemeinen, unserer vein menschlichen Kultur, offenbart sich dach Wehl rar allem darin, daß nur in sehr seltenm und darum immer nrch weithin leuchtenden Ausnahme stillen, d:r Mensch ttmentM Mitmenschen, dem er irgendwie übwgeordnet ist »der dar irgendwie namentlich wtrtfthasllich de« th« abhängig ist, wechrhasti^ giftige Meichachtung erweist. Die oder wird hier de« Leser voll und ganz zuteil. Auch der Aermste findet hier »an Meist»« des Wertes und Hel chm de« künfilerische« AurdmckS die denkbar feinste Berückstchtigung srBst dev stvenSen gar- Veumgen seinekünstlerische« und rein gaistizen GewisseuS. Auch die Reichsten und Mächtigsten dieser Welt können ja nicht persönlicher berücksichtigt, nicht tiefer geistir gefördevt ibechen. Darin liegt die srziale Bedeutung ttr Beor, Mülle,scheu „Awednaak-Bücher". Rötzel. Jehnb» chalett'» chtzmnen und Bedichte, iu deutscher Uebertraguug ven Fvanz Nesenßweig, »rsLeinen bei Lambert Schneider. Verli«, in emer evweitarieu, tWagratzhchh «ustorgütttgeu Vufi«sc. Eine irriic Novelle von Aeanz Werfel. «Der Md dB KleindürgerZ", bringt der Beiettg Pa«ü Mmnay, Wen, m den nächsten Ta^gen heraus. Sßment Eslerns: TibeoiuS auf Eapri. ^k>velle. F. <8. Speidet'sche Lerlegavuihhandruna, Wien und ^eipWez Auf den Neu« einer Recht, der Snt^chetdungAnacht des Dßahrißen CLsarS zvfammenaedrenet. macht diese tinjagende Bevele »er Angst den LchnilchunEt zwiier Zeitalter, darin mit der Segenwart sich berühr«wd, deutlich und zeigt den durch Mut, Berdedbtheit «nd Sitbenichwseit schreitende« Ty»annen in dem KijortttilE auf de« wmtX seiner Macht, da er in einsamem «ntsetzen bi» an die Schwele de» WechnfinnS gebracht, sich «s» »in»i»er im Weltreich «u» de« Sumpfe de» sterbenden Re*« zu höchsten Sebnnttn der Menschenrechte emporhebt. W»«a gl««er, di« berühmte ruVische Redalntionärin, laßt unt«r de« Titel „Nacht über NuHkanb" ihre LebenHerinnerimgen im MaÜk-W-erlä^ Lerkin. erscheinen. Liese Srinn,run»en umfassen die zweit« Hälfte de» 10. Jahchunderts iv«o geben eine anschauliche Schifeernn, de» wagischrn Lebens einer russischen Fra«, daneben aber auch «ine rlaffische DarsteLung der Taten der „Narednaja Weh«" (,M»Mwillc"), di« einst die ^an»e Welt in Staune« und W«r«g«n^ v-"'- setzten. EVCHEREINLAUE. Bo Fin Ra: Das Gebet. Verlag Richard Hummel, Leipzig. L. S. LaruS: Psyche. Verlag Eugen Diederich?, Jena. Kt« LflaeretchittB« Shegesetze mit den einschlättaeu Vers dnun-ett und Erlässe«. Hernnögegdbeu »eu MagästoatSrat Tr. SiepSan Rieder. Verlag der Oesterreichchcheu Staatsdmrckerei, Wien. Ludwig «wrw: >Dle Gwßbeterstadt. (Rsman, zwei Bände.) Aerleg Hugo Schmidt, Mümheu. Leenid «rotzManu: Die Veichte eines Juden in Briefen an Testojewskl. fHewrusgeaeben den Rene NSÄp-Miller und ftriedrich Eckstein.) B,«ag R. Piper k S»., München. <k M. Lipsthütz: Bom lebendigen Hebrüifch. Jüdischer Verlag, Merlin. Jefes Gzabs: Mr Menschen der Erde. Strrn-im-Osten- Berlag Andreas Pich', Men. An» der WerVfwtt. Ein Tätigkeitsbericht des Berlages Hugo Schmidt, München. Anw« »ildeanS: Wiener Gediihte mit ZMnunaen von Jerdixand Schmutzer, y. G. Sp^e0Ke vWgsbuchhandlung, Wien und Leipzig. Die neuesten Werke der bekennten Wiener Autoren: ■WALTER ANGEL Die Rubine des Silvanus de Vttet Novelle Oxnzleinen M 2.—, Halbleder M 3.— Die Erz&klang spielt in der Umgebung; de« Helul» «rf*r Kaisers Rudolf II., der in faMktisekeat Drang, die Geheimnisse der Zmkumft nad der Welt ,« entschleiern, die berühmtesten Alchimisten and Aetrolegem mm sieh versammelte. AUttelalterHeke Semantik, farbige Sseaem ans dem alten Prag und seiner Umgebung, die klösterliche Abgeschlossenheit des Alettmisieulebeiu auf dem Hradsehin, die seltsame Liebe des SUvanus nur Tochter des Waffeasohmicds ven Prag entstehen in plastischer Gestaltung. PAUL FRANK Stiefmama No veile Oans/einen M SSO, Hafbieder M 3,50 lm Mittelpunkt dieser gleieh heiteren, wie spannenden Ers&hlung steht ein durchaus moderner Frauentyp, ein Typ, den man gestern nach s;ar nicht gekannt hat und der plötzlich zahlreich erstanden ist: Die Trau, die nicht daran denkt, das Land dor Jugend au verlassen, die Mutter, die sieh in ihre eigene Teekier verwandelt, oder die zumindest darauf ausgeht, eieh mit dieser in einen Wettstreit am den gleichen Mann eimzulassen. Sine Schilderen" überdies, die se amüsant und wohlgelun;en ist, das sie dem Leser ausgiehigete Trend« und mit ihrem Lustspielstoff "röfttes Vergnügen bebereiten muß. VERLAG C. WELLER & Co., LEIPZIG