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Wiener Morgenzeitung · 1926-12-10 · Heft 2797 (10.12.1926) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2797 (10.12.1926)
Date
1926-12-10
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Gerte 4 Men, Freitag Sin Programm zur Änderung der Atbeitrlostgkett. Leine ErhShuna der UnterttÜtzunSen. — Gckntz ve- Julandsmartte-. -- Avrdermug des Ex porreS. Mittivoch vormittag erschien im Bundeskanzleramts eine Wordnurrg des Borstandes der Arbeiterkammer. In der Unterredung mit dem Chef der Regierung und den anwesenden Ministern verwies Mg. Domes Milchst ans die Beratungen der außerordentlichen Vollversammlung der Arbeiterkammer Wien unter Zuziehung der Prä' siLenten sämtlicher Arbeiterkammern OesterretchS vom 27. November d. I. und den darüber erstatteten Bericht. In diesem Berichte sind eine Reihe von Vorschlägen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und Anregungen zur Schaffung von Arbeitsgelegenheiten enthalten. Er müsst daraus Hinweisen, daß auch die Frage der Erhöhung der ArbeitSlosrnurtterstützuiA von großer Wichtigkeit sei. Unter den vorgeschkagenen Maßnahmen lege er besonderes Gewicht auf den besseren Schutz des Inlands Marktes. Sekretär Dr. Palla legte dar, daß der Apparat der produktiven Arbeitslosen für sorge viel zu kompliziert und sAverfällig sei. Die Folge sei eine mi genügend« Entwicklung der für die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit notwendigen Maßnahmen auf diesem Gebiete. Groß« Bedeutung sei der Schaffung der Exportkreditverficheru ng und insbesondere auch der Förderung des Rußlanvgeschöftes beizumessen. Die Aktion zur Unterbringung der Arbeitslosen auf dem Lande sollte in erweitertem Umfang fortgesetzt werden. Eine eutsprecherrde Förderung des Straßenbauprogrammes und der Hafenarbeiteu an der Donau wäre wirtschaftlich und sozial von außerordentlicher Bedeutung. Minister für soziale Verwaltung Dr. Re sch hält eine Steigerung der mit Zuhilfenahme der pr^müiven Arbeitslosensürsorge durchgesührten.Arbeiten für möglich. Handelsminister Dr. S ch ü r f f besprach die Maßnahmen, die im Interesse der Jndustriesörderung im allgemeinen und im Zusammenhang mit der Einrichtung neuer Produktionszweige getroffen wurden. Er erörterte ferner die Bestrebungen zum Schutze des Jnlandmarktes und den Stand der Verhandlungen über die Kreditversicherung, deren Aktivierung bereits in der nächsten Zeit Ml gewärtigen ist, sowie die Vorschläge »vegen Förderung des Rußlandgeschästes, mit denen sich das Handelsministerium intensiv beschäftige. Sektionschef Dr. Schüller wies darauf hin, daß die in der Jndustrieenquete vorgesch'ageuen Maßirahmeli, wie die Beseitigung der Umsatzsteuer von den Ex-, porlwarcn, die Einschränkung der Umsatzsteuer von Luxuswaren, die Steuerfreiheit von Jnv.stitiynen und von Neubau von Arbeiterwohnungen, die Zo.lfrciheit von Maschinen und die Ueberführung von Arbeitslosen in die Landwirtschaft tatsächlich dur chzesührt wo'.den sind. Bundeskanzler Dr, Seipel machte darauf aufmerksam, daß an Maßnahmen, die eine AenderungderAnsätze des gegenwärtigen Bundesvoranschlages voraussetzen würden, nicht gedacht werden kann.Ebenso wäre es nicht aussichtsreich, eine Erhöhung der Arbeitslosenunterstützung anzustreben- Wohl über besteht Einverständnis darüber, daß die Maßnahmen der Arbei'.s v'euunterstützung, und zwar auch der außerordentlichen, aufrechterhalten werden müssen. Der Bundeskanzler ging sodann aus die handelspolitischen Maßnahm.« über und verwies auf die bereits eingeleiteten Aktionen der Regierung, die den Zweck haben, die inländische Produktion nach Möglichkeit zu heben und die Ausfuhr zu fördern.-Daß die ohnehin vorgesehen n oder darüber hinaus in Aussicht zu nehmenden Maßnahmen zur Beschaffung von Arbe.'tsgelegenh.'iten in ein Programm zusammengefaßt werden, das. von den w'rtschastlichen Notwendigkeiten ausgehend, zugleich den sozialen Gesichtspunkten, insbesondere der Linderung der Arbeitslosigkeit dienen soll, bezeichnet der Bundeskan lrr für durchaus wünschenswert und sicherte seine Mitwirkung ^afür zu. Aus dem Ratloualrat. Zweck der gestrigen Na^wnatra.ssitzuug war tue Eürbringung des neuen Gehaltsgesetzes, das infolge der letzten, mir den Bundesangestellten abgeschlossenen Uebereinkommens, notwendig geworden ist. Die Tagesordnung wurde sehr rasch erledigt, weil man dem Budgelausschuß, der nach der Haussitzung sich versammelte, Zeit zur Beratung der Gehaltsgesetznovelle geben wollte. Im Ausschuß überboten einander die Mitglieder der Opposition und die Beamtenvertreter der Mjaortiät mit dem Beantragen beamtenfreundlicher Anträge. Entsprechend einer vom Finanzminister Doktor Kienböck ergangenen Aufforderung, wurden schließlich alle über die Regierungsvorlage hinausgehenden Anträge a b g e l e h n t. In der Nationalratssitzung wurde auch eine Ergänzung des Kommassationsgesetzes und das Ugrarverfahrensgesetz in bechmTresun^en beschlossen und dem zweiten Zusatzprotokoll zum Üfbereinkommenmit der Tschechoslowakei betreffend die Regelung der in österr is>! N irisch n Kronen ent- 'tandenen Verbindlichkeiten Al»»« Mo-g-xz-Ittms DOROTHEUm WO» KUNSTAB TEILUNG 13. und 14. Dezember 1926 319. XunstauMion Alt« und moderne Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Miniaturen, Antiquitäten, Gold und Silber, Möbel, Watten, Porzellan 28 Tafeln BESICHTIGUNG: Heute bla Sonntag, den 12. Dezember 1926, an Wochentagen von 10 bis 6 Uhr am Sonntag von 10 bis 1 Uhr in den Kunstsalen, I. Stock VERSTEIGERUNG: Montag, den 13. und Dienstag, den 14. Dezember 1926, von 3 Uhr nachmittags an im Kielmansegg-Saale, I. Stock, Aufgang Seitenstiege (Ltfl) Lue ustimmung eueiit. In diesem Zusatzprotvkoil wird bestimmt, daß D-rbindÜchkeilen, deren Erfüllung in Gold oder Gold effektiv ausbedungen worden ist, keine. in österrcichisch-lin.arischm K.onen im'Sinne des Ueberei.ckomrnens entstandenen Derbind.'ichkekten sind und datier weder unter die Bcstimnmngen der Verordnungen über das Zahlungs- und Annahmeverbot, die Anmeldung von Schu den und Ford.rungen sowie die Unterbrechung von Prozess n wegen Erfüllung der Verbind'ichk iten in alten Kronen im Verhältnis zur Tschechoslowakische Republik noch unter die Bestimmungen des obgenannten Uebereinkommens fallen. Der sozialdemokratische Antrag auf Berläncerung des D. n.enkomw';fi '^grschcS wurde dem Budaetausfchnß zugewiesen Wien, 10. Dezember 1926. Tie Jnwendig-G'ftickten. Ter national-deutsche Jude Naumann will seinem Verband die Aufnahme unter die deutschen Stäiunre nach Art der „Friesen oder Bayern" erwirken. Das ist immerhin ein neuer Ton auf dem sonst schon abgektimperten Anbiederungsklavier Otto von Schelling aber, der wackere Wächter WalvaterS Wohls, fertigt den neuen Friesen in der „Deutschen Zeitung" rasch ab. Bei aller Hochachtung für den Geist dieser Nationaldeutschen und für die Tragik ihres Schicksals, kann er sie aus Angst vor Verjudung nldjt aufnehmen. Er fürchtet nicht „die jüdischen Schmutzsinken und Spitzbuben, als vielmehr die rein menschlich achtbaren Juden wie Rathenau." Auch das ist ein neuer Standpunkt und man nimmt gerne zur Kenntnis, daß sich die Gedankengange der Nachläufer und und ihrer Gegner doch sehr glücklich ergänzen. Auf welchen Vorschlag wird Naumann jetzt wohl verfallen? Das Wetter. Bestem herrschte wärmeres Regenwettsr. Die Voraussage lautet: Veränderliches Wetter ohne wesentliche Temperaturänderung. Südalpen: Vorwiegend heiter Selbstmord. Vorgestern wurde die 34jährige WirWafterin Rosa Kuranda an ihrem Tienstorte, 4. Bez., Momsengasse 19. in dem mir Leuchtgas erfüllten Zimmer tot aufgefunden. Sie hat aus unbekannter Ursache Selbstmord verübt. Gräßlicher Selbstmordversuch einer Greisin. Ernennungen im Beamtenkörpor des Nationalste Der Bnndespräsident hat dem Sekretär des StenoaraphenamteS Revisor Dr. Theodor A l t, dem technischen Oberinspektor des Parlaments Ing. Josef Heikenwälder uno dem Chefredakteur der Staatskorrespondenz Josef Kafka den Titel Regierungsrat taxfrei verliehen. „Juden und Sozialdemokraten." Zn dem gestrigen Referat über die am Dienstag stattgefundene jüdische Massenversammlung ist die Rede des OoerbaurateS Stricker durch ein technisches Versthm sinnwidrig entstellt worden. ES soll dort unter anderem heißen: . „Ich halte das Breltnerkche System für unklug uns auch vom sozialistischen Standpunkt geseh.'n, für unsinnig und es tut mir leib, daß gerade ein Jude es ist, der der Träger dieses Systems ist. Wenn das System zusammenbricht, dann wird nicht der Sozialdemokrat, sondern der Jude daran schuld sein." Die Diebe vom Beatrixbad verhaftet. In de^ rehbn wurde mittels Nachschlüssels wiederholt n Kabln n des eatckrlades e n eb.ochen und K ei ungsstücke der. ioubCijuiu ge,lohten, Ais Täter lmuoen uuuuu.jc der Lljäbrige Handelsangestellts Rudolf H a i d i n g e r und der 19jäyrige Handelsangeftellte Salomon S p i tz verhaftet. Sie haben im Verein mit dem flückttgen 21iähngen Hilfsarbeiter Maximilian Mrva an Bargeld ungefähr 800 Schilling und Wertsachen in der Höhe von 2000 Schilling erbeutet. Mrva hat außerdem einen Einbruch bei dem Eqfetier Rudolf Proksch mit einer ©djabenfumme von 1100 Schilling erübt. I» Prag dtfraudlert, ln Buenos Aires verhaften Mitte September find aus Prag zwei Kaufleute und eine Frau, und zwar der 31jährige Rudolf NaeeradsVY au- Beneschau, der 31jährige Walter Hitfchmann aus Jalau und die Sljährige Anna Dworak aus Prag geflüchtet, nachdem sie in Prag eine Firma Dworak u. Lo. gegründet und «eine große Anzahl von Firmen und Einzelpersonen empfindlich geschädigt hatten. Die Schadenssumme beträgt 830.000 tschechoslowakische Kronen. Nach einer an das Wiener Stcherhettsoerau eingelangten Mitteilung wurden die Dworak, Hitfchmann und NaceradfkY nunmehr in Buenos Aires verhaftet. Betriebsstörung bei der Stadtbahn. Gestern nachmittagereigneten sich auff der Stadlbahn fr-el Betriebsstörungen, wovon die eine bei der Schwedenrücke eine empfindliche Beeinträchtigung des Verkehrs zur Folge hatte. Kurz nach fünf Uhr blieb ein Stadlibahngua der Linie WD knapp vor der Haltestelle Schwede-nplatz plötzlich stehen und da er nicht mehr flott gemacht werten konnte, -mutzten die Fahrgäste bie Wagen verlassen. Die Nachfolgen» w. Dezemtzer 5888 Är. 2797 SSsSSiaMHUMaaaaiaiwSSMniiSSiSMWK^aNMniaii^^ den Züge staute« sich nacheinander tu dem Tunnel Mischen Hac Pitzollamt und Schweden-Platz. Di« Passagier« versuchten de« restliche« Weg zu Fuß zutückzulegen, wurden aber von den AWchtSptzrsouen tarau gehindert. Schlreßlich entschloß man sich den nächsten intakten Train zum Schub zu verwenden und brachte so den gebrauchsunfähigen Zug nach Heiligeüstadt. Infolge der langandäuernden Störung sammelte sich auf dem Blchnhofe Schkvedenylatz eine viel, hundert'köpfige Menge an. Beim Tinsieigen in den nächsten fahrbereiten Zug kam es zu tumulltbrtigen Szenen. U7ber die Ursache ist noch nichts bekannt, poch dürfte vermutlich der Strom'pänger des Triebwagens schadhaft geworden fein. Irreführung der Behörden im Fall Hau. Der Kaufmann Ernst Winkler, 1. Bez^. Kchllmarkt 3 wohnhaft, hatte an die Staatsanwaltschaft Karlsruhe und an eins Reihe auSlän>:ifcher B ätter Briefe gerichtet, in denen er stch des in Baden-Baden im Jahre 1907 an der Frau des Medizinalrates Molitor' begangenen Mordes be. schuldigte, dessentwegen seinerzeit der rurch SeMstmord geendete Rechtsanwalt Dr. Karl Hau zu lebenslängKchem Kerker verurteilt worden war. Die Briefe waren in Salzburg und auf dem Semmering aufgegeben worden. Man schöpfte bald den Bedacht daß eS sich um denfe ben Kaufmann Winkler handle, ver im Sepkemlber die Lüge vom SeLbstmord des Grafen Henckel-Dormersmarck auf dem Anninger in die Welt gesetzt hatte. Er wurde zur Polizei geladen, wo man durch Vergleich der Schrift des an die Karlsruher StaatSamvalifchaft gerichteten Briefes bald herauklüekam, daß tatsäckllich Winkler der Schreiber des Briefes sei Winikler erklärte, er habe den deutschen Behörden, die ihn geschädigt hätten. IlnannehmlWeiten bereiten wollen. CS wurde gegen ihn die Nnzeiae wegen Jrre-führung ver Behörden an die Staatsanwaltschaft erstattet. Zwei Brüder nach Unterschlagung von zwei MMarbe» flüchtig. An der Produtktenbörfe herrschte gestern große Avisregung, als gelegentlich einer Verhandlung vor dem Schiedsgericht zwlfchen einer polnischen Grotzmühke und der Agenturfirma Bruno Bar »ich festgchtellt wurde, daß der Inhaber derfeben im Einvernehmen mit seinem Bruder Otto nach Unterschlagung von zwei Mi.lliarden die Flucht ergriffen hat. Die Firma bosteht bereit seit vierzig Jahren auf dem Platze und genoß in aflen Kreisen das größte Vertrauen, obwohl Otto Baruch sich bereits vor zwei Jahren ein ähnliches Derschull'en zuschulden kommen lletz, indem er dainasss 500 Millionen Komtttentengekdar veruntreute. Gs w» rde damals keine Anzeige erstattet, da der seither verstorbene Vater den Schaden giltmachte. Die beiden Brüder sind mit ihren Frauen geflüchtet und haben sich, so sagt man. nach Kuba bege'ken. Auf dem Wiener Platze ist kein Schaden zu befürchten, denn die Kommittenten der Firma, die durch die llnteksckt'agi'ng betroffen befinde'' sich in Südungarn und Rumänien. Bon Schwerkrüppekn hergestellte Arbeiten. Vom 16. Dezember vis 1. Jänner wird bei Gerngroß (ParterrelokaMät) eine kleine interessante Ausstellung zu schm sein. Die erst einige Monate bestehende „E r st e öfterr. Krüppelarbeitsgemeinschaft", 2. Bez., Pazmanitengasse 7, wird von Sd)werkrÄppeln hrrgestellte Arbeiten zur Schau und zum Verkauf stellen, um damit den Beweis zu erbringen, daß auch Schwerkn'ipv.ll fr" "ide sind, Arbeitswerte zu schaffen. Verein der Hebräischsprechende«. In einer Sitzung, an der die Vertreter des Bech Waad Leiwrlm und die Vertreter des unter der Leitung deS Kulturamtes deS Zionistischen Landeskomitees stehenden hebräischen Kltibs teilnahmen, wurde die Fusionierung dieser beiden Vereine einstimmig, beschlossen. Der Name deS Vereines wird in einer der nächsten Sitzungen bestimmt werden. In den Vorstand wurden-gewählt: Ludwig B a to, Dr. V i r n b a u m, Prof. C h a r t i n e r, Prof. Gelernter, Dr. M e n a z e a ch, Salomon Picker, Prof.' Rath, Fräulein Malka Rosenblum, Dr. David Rothblum, Dr. Chaim Tartarower und Ungarfeld. Der Verein wird auch weiterhin unter der Leitung des Kulturamtes stehen. Die Versammlungen und Sitzungen finden regelmäßig SamStaa um« 7 Uhr abends im Helme der Zionmischeu Bezirkssettion Leopo^dstadt, 2. Bez., Zirkusgasse 33, statt. Ter nächste Vortrag deS Herrn Dr. Helnricl) Glanz über „Jüdische Urgeschichte und die Sinai-Inschriften" findet am Samstag, den 11. d. M., unü 7 Uhr abends, im obigen Lokale statt. Vereine, Vorträge und Versammlungen. AuSstettuing „Die Frau von heuhe", 8. Bez., Alfersti-aße 23. Heute, 3 Uhr nachm.: Der verniüniftiae Wochonfpeisezettel (Frau Steslfi Reinhart); 4 Uhr: Der Waschtag o!hne Sorge (Frau Prof. Ulbrich); 5 Uhrr Berufsschäden und Berufsberatung (Dr. I. Klabe r). — Gesamtverband der berufstätigem jüdischen Juriste-n OesterveichS. Heute, 8 Uhr abends, im Schwedencafe (golber Saal), 1. Bez., i Cchwedenplatz 1. Vollversammüung. Tagesordnung: 1. Bortrag Dr. Osllar Karbach: „Die Mission des Juristen in der jüdischen Bewegung" (anschließend Diskussion). 2. Statutenänderung; Wahlen. — Yrtglttewamer BokkSyeim, 20. Bez„ Stromstraße 76. Heute Kursbeginn 8 Uhr. Nationalrätin Einmh Freundlich: «Wirtschaftsformen der Gegenwart und der Zu>kun«ft". — MaimoaldeS-Jnstitut, Pien, 3. Bez^ Hetzgasse 40. Samstag, Wi abends, im Hörsaal öü der philosoipshischeu Fakultät, zweiter Vortrag des Doge-nten am MaimonideS-Jnstitut Dr. A. Ka m iura: ,Die bedeutenden jüdischen Gelehrten in der römischen Kavserzeit". — Zionistische Sektion Prater. Heute, 7 Uhr aberwS, im Heime« Fi'ngstrahe 8. Chu-mas.chvortrag» M. D. Grop (Misrachi). — Sonntag. 8 Uhr abends, Vortrag Gemeinderat Dr. Leopold Plaschkes. Der Jüdische HilfSvevein veranlstattet Sonntag, den 12. und Montag, den 18.Dezember, von 9 bis Hi Uhr, in den Räumen der B. B. Vereinigungen, .9. Bez., UniversitätSstraße 4. eine Ausstellung der von Frauen bes Mittel« stand es verfertigten Arbeiten, Damenwäsche, Milieus» Schürzen, handgestickten Taschentüchern, kunistgelwerblkchsn Gegenständen usw. Leopold HilSner, der Märtyrer von Polnoi, ist wieder schwer krank und kann sich keinen Berdierrst schaffen. Er hat den Mmmevlick/en Raum, in dem er bisher geschlafen hat, aufgeben müssen, r« er nicht einmal für die»!«» Zweck di« nötigen Mittet au-sbringen konnte. Sr mrchte ln das Armenhaus feirier ZrilstandigkeitSaemeinlte ln Gvob'Meferibfch i« DMren Übersiedeln und bittet von dort aus um Unter* stützung. Hilsner le>bt dort unter dom Namen seiner Mutte« Himmelreich.

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