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Wiener Morgenzeitung · 1926-12-05 · Heft 2792 (5.12.1926) · p. Seite 15

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2792 (5.12.1926)
Date
1926-12-05
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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cr. 2732 Äian/ Sörintag £?!ettet ^seoenzeltiing o. Dezember 1826 t - age daher rein Nijüo, zahle keine Zinsen für allfällige 'Kredite, ich kann Weller (und billiger) produzieren, ohne Inanspruchnahme von Kredit. Da ich das Finanzkapital nicht brauche urtb dieses infolgedsssen in mir den Gegner sehen wird, bin ich Antisemit (und daher subventioniere ich das Pamphlet „Die Weisen von Zion", dessen Propaganda für mich nur indirekte Reklamespesen bedeutet). Damit in den Leuten neue Bedürfnisse erwachen, und damit die Leute Zeit zum GeldauSgebeu finden, bin ich für kurze Arbeitszeit; damit diese kurze Arbeitszeit bei Aufrechierhaltung meines Unternehmerprofits durchgeführt werden kann, bin ich für das „fließend« Band" bei der Arbeit, das ist für die Automatistornng des Mensche n. Die ersten Risse d>.s Ford-Systems zeigen sich dort, wo er den Menschen als feste, unwandelbare Größe einstellt. Die Menschen, welche in Fords scheinbar wunderbar eingerichteten Fabriken arbeiten, können cs dort nicht lange anshalten, weil es im „fließenden Band" nicht den allergeringsten Wechsel gibt; wohl aber gibt es beim Fordismus den allergrößten Arbeiterwechsel, die Arbeiter entfliehen scharenweise, aus dem einfachen Grunde, weil der Mensch kein Automat ist und die Arbeit am „fließenden Band" auf die Dauer zum Nervenzusammenbruch führt. Die kleinste Bewegung, die sich ein Arbeiter zuschulden. kommen läßt, wenn er sich nur räuspert, macht ihn für das „fließende Band" unbrauchbar, er ist sofort erledigt, da er ja das Band zerrissen hat. Allerdings hat der Fordismus bisher die Schäden des ständigen ArL;iterwechsels noch nicht in starkem Maße zu spüren bekommen, jedoch nur darum, weil das „fließende Band" keine Einstellung gelernter Arbeiter erfordert, dieses System im Gegenteil eigentlich mit ungeschulten Arbeitskräften besser auskommen kann und sich solche als Ersatz für eine abgezogene Schar Gordischer Arbeiter aus der großen industriellen Reservearmee Amerikas sofort einstellen. Aber die unmenschliche Seite des Foibismus bestätigt zugleich folgendes: Es kommt nicht lediglich auf die Kürze der Arbeitszeit, nicht auf die sozialen Einrichtungen an, sondern auf die Art der Beschäftigung; es kommt daraus an, ob sie dem menschlichen Organismus schadet oder nützt, ob die Nerven eine solche Beschäftigung ertragen können. Der Fordisnms hat an einen» anschaulichen Beispiel . dargctan, daß es eine Beschäftigung gibt, die, ob wohl sie oen Menschen nur drei Stunden in Anpruch nimmt, seine Nerven mehr schädigt als eine andere in acht oder zehn Stunden. Ford führt durch sein System die Kürze der Arbeitszeit ad absurdum. Aber die Praxis hat zugleich bewiesen, daß eine Produktion, aufgebaut auf einer Finanzierung des Abzahlungsgeschäftes, eine bestimmte Grenze hat, über die nicht hinausgegangen werden kann. Die Schichten der amerikanischen Bevölkerung, die sich ein Auto Fords im Wege der Abzahlung leisten können, haben es schon, neue Schichten müßten sich ekst formuren, aber dieser Prozeß, ist recht problematisch, weil der Fordismus nicht überall eingedrungen ist, ja nicht eindringen tomt, weil ihm der Mensch, der sich nicht automatisiere»» läßt, selbst als unüberwindliche Barriere entgegensteht. Der Fordisnms bedeutet eine lleberspannungder KonjunkturenundderKrisen. Die Schaffung »»euer Abnehmerschichten 'hängt davor» ab, daß die Löhne g'stei ert werde»», die Steigerung der Löhre wieder von einer Ertveiteru»»g der Herrscha't des For' Ismus. D» abr der Mensch sich »richt automatisieren läßt, kann sich das Mach gebiet des Fo.dismus nicht auZdchnen, können keine hohen Löhne gezahlt werden, fehlt es also an Menschen, die seine Autos kaufen würden; bi i^:r pr.d zi rcn. d.irch Herabs tz m » der Arbeitslöhne kann er aber auch nicht, da damit der Kreis der Käufer sich autoinatisch verengern würde. Setzt er aber nicht die Produktionskosten herab, so g'rät er ge.ieiEer den Korrkurrenten ins Hintertreffen, wie denn auch nach verläßlichen Statistiken im erste»» Halbjahr 1926 a le anderen SHit'o* mobi fabriken Amerikas sich einer ungewöhnlichen Kon'unkiur zu erfreuen hatten und nur dm Absatz der Ford- Äutos konstant zu rück ging. Ford »m»ß daher Arbeiter entlassen, und zwar genügt nicht mehr eirre part'elle Stillegung von Betrieben, sondern diese muß vollständig feilt. Aber mich aus einem a»»deren Grunde darf Fotd cm den Löhnen, der Quelle s ines Unterneh.nerpro its niht rühren; reduzierte er'sie, so würden auch a^le anderen es tun, und eS fehlen 'ihm dann "Me Käufer für seine Erzeugnisse. Dasselbe wäre der Fall, wenn er nur Parielle Arbeiterenttassungen vornähme, die übrig'.»», die ttodj beschäftigt werden, würden nicht so zahlreich sein, um einen genüge'ld weiten Markt für seine Produktion zu b» den, d. h., seina kleinen Autos zu kaufen. Am Ende des Fordismus steht also die Krise in ihrer schärfsten Form. Die Krise setzt dann -- yl der Arbeitenden, die Höhe der Löhne herab, sie i rt auch die Qualität des ProdukteS und verbilligt .... »nacht es da»»n breiteren Schichten, wieder znga»»glich. Die Krise des Fordisnms ist in den» Augenblicke da, in dem er alle, die für ih»i als Käufer in Betracht ko»»»»nen, tatsächlich versorg! hot Diesen „Sättigungspunkt" hat der Fordisnru« in Amerika offenbar bereits erreicht. Fvrd-Jndustrie steht u»»d fällt mit den Arbeit e r l ö h n e n. 6citt System vergrößert die Konjunktur und vergrößerter Krise. Zu diesem Tiefpunkt gelangt der Fordisnms, der sich als Heilslehre für die Menschheit ausglbt> durch grausame Vermehrung des meilschlichcn Leides, indem er dem Arbeiter zur Maschine entwürdigt und die Arbeit, die in ihrem Ursprung Kunst war, entseelt, die Freude an der Arbeit in den Haß gegrn sie wandelt. Anhaltende -anffe der Sevkse Parks. Das Pfund in Paris 120, in Zürich 20.86. Die internationale Devifenfpskulatlon, die sich feit einigen Tagen die Devise Paris -um Objekt ihrer Betätigung ausgesucht hat und vornehmlich in Berlin und Amsterdam operiert, hat gestern dem französischen Franc zu einer neuerlichen bedeutenden Steigerung per' Holsen. Die Devise Paris cröffnete gegen Zürich 20.50 und schloß 20.67. Nachbörslich wurde sogar ein Kurs von 20.87 gegen Zürich genannt. In Paris ist das Pfund auf 120 gefallen. Die französische Regierung läßt derzeit der Haussespekulation die Zügel schießen. In Finanzkreisen nimmt man an, daß sie erst da»»n intervenieren werde, sobald sich die Devise Paris der Devise Mailand angcglichen habe. Inzwischen reißt aber die Auswärts, beweguna des Francs auch die Lira mit, die gestern auf 22.62 % (gegen 22.18% tagsvorher) gestiegen ist. Die Hausse des französischen Francs ist durchwegs spekulativer Natur und findet in dem jüngsten Ausweis der Bank von Frankreich vorn 3. Dezember keine Stütze, da in der letzten Woche die Vorschüsse an den Staat um eine Milliarde auf 36.7 Milliarden zugenommen haben. Auch die Eskomptepolitik der Bank von Frankreich scheint bereit etwas karger geworden zu sein, da der letzte Ausweis eine Zunahme des WechseleSkomptes um zirka 681 Millioner» auf 6.1 Milliarden verzeichnet. .. ' ..——— ..i ■» Hü ENKE ICH 17» Damenmantel aus »»tinaängl. Wlmoisto/Tod. vyiutorflaugch 8 Damenmantel __ Winteisioff.reine Wolle. Ci C pelsveroramt. ö 8».-.Amt Damenmantel träne, Velours, liotojj« wen. üttoman, halb and sane nur Heide «efütt,, yatteUert p. peljsverbr., B 8ö.w*. 79,«», 90., Stoffkleider aus definiert, u, glatt Woiistolien, gemustert. 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