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Wiener Morgenzeitung · 1926-12-05 · Heft 2792 (5.12.1926) · p. Seite 14

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2792 (5.12.1926)
Date
1926-12-05
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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Zette I ' Wien» Sonntag Me«er Mor-enzetkims s. KezemNr tyss a 2*?Ö2 Akademie der «nttusaemeinde-Beamten. Der Verein oer LerwaltungSbeamten der JfraeMiUen KultuSgemeinde veranstaltet zugunsten feine- FürkorgefondeS ZamStaa, de» 11. Dezember 1926 in den Sälen der Hofburg (Zeremonien und Rittersaal) ein« Akademie mit anschließendem Tanz unter Mitwirkung folgender SunstkrSster Kammersängerin Achsel-LlemenS, Frttzk Bauer, Staats- Opernsänger EM» Kammersänger Wred Jerger, Klabiervirtuosin Jonas, R. Meller-Bugno (Tanz), Hans Moser. Konierence: Herr Pranger, Bnrgtheater. Klavierbegleitung' Pwf. Erich Melier. Beginn hast 8 Uhr abends. Eine Duse-Arrettote. Bevor die Tochter des Schauspie- > Alesfandro Düse getauft wurde, wobei sie den Name» Lleonora erhalten sollte, geschah evvas Merkwürdiges. „ES begab sich," so lesen wir in den „Glossen" von Hermann Bchr, „daß das Kind in einem vergoldeten Kästchen mit gläsernen Minden zur Taufe getragen wurde, und als der Zug an einem Posten votbeikam, meinten die österreichisthen Soldaten, es müsse in diesem Tabernakel etwas sehjk Kostbares enthalten sei», und traten ins Gewehr und präsentierten. Ans ven Bater, der überhaupt ein versonnener und schwärmerischer Mann gedusen sein mutz, wirkte dies sehr —\ er rannte selig zur Wöchnerin beim und sagte khrr „Ich kann dir ja leider nichts geben für die Tochter, die du mir geschenkt hast: aber höre, was Mr ein gutes Vorzeichen wir eben gesehen haben, aus unserer Tochter wird einmal etwas Besonderes werde«, es ist sogar schon vor Ihr präsentiert worden." Vereine. vortrSge «vd Setfaiwnltwaen. LeoooldpäMer Bolksheim, 2. Boa., ZirkuSgasse 48. Leute, 7 Uhr, Festsaal: „Der grüne Kakadu". Groteske von Arthur Schnitzler. Leitung: Karl Forest vom Deutschen Bottstheater. Vorher: Bach-Liszt: Orgslpräludium und Fuao, A-moll (Zofja -potz, Klavier); MussovgSky: Der Feldherr (Arthur Stadler, Gesang; Dr. Otto Säger, Klavier); Beechoven: Sonate pathetique (Zofja Spatz). Karten zu 40 Groschen bis Schilling 1.80. — Brith Ha-Zofim. Montag, 8 Uhr abends, spricht Dr. Max Kirve über „Die Makkabäer". Jugendliche Gäste willkommen. — Zionistische Frauengruppe des 8. Bezirkes. Heute, in den Souterrainlokattläten des Safe Lovvano, Wien, 3. $5ea, Lbwengasse Nr. 36, Kindermarkabäerfeler. — Verein für jütische Geschichte und Literatur in Wien. Montag, 6. Dezember, AQ Uhr abends, im Klubsaale der ,Lakoah", if. Bez., Wipp- Ungerstraße 24—26 (Eingang durchs HauStor), Vortrag Rabbiner Dr. M. R o s e n m a n n: „Dr. Hermann Jellinel. Eintritt frei. — Bund Mischer Sttem im S. Bezirk. Mittwoch, den 8. Dezember, um J44 Uhr nachm., im Hotel syrischer Hof" Chanukahfeler. Mtreder Dr. I. Klaber. JeveS Kind erhält et» Geschenk. E Die zionistische BezirkSsektio« Leopoldstadt veranstaltet in ihrem Heime, 2. Bez., Zirkusgasse 83, heute, Sonntag, den 5-, um 8 Uhr abends, eine Chanukahfeler mit reichhaltigem frogvamm. Gäste willkommen Zionistische Sektion Prater. Heute, präzise %8 Uhr abends, iw Heime, 2. Bez., Jungstraße 8, Chanukahfeier. Festrede: Dr. Samuel Rappa p o r t, Baden. ChamrkahlichteranBnden: Oberkantor Wahrmann. Osttüdische Humoresken: Dr. Präger. Jüdische Vorlesungen: Samuel Schwager. Jüdische Lieder: Oberkantor Wahrmann. E Der zionistische Mädchen««!» ,Mirjam" veranstaltet am 11. Dezember in den Festspielen „Pan", 1. Bez., R-iemergafle 7, eine Akademie mit nachfolgendem Tanz. ES gelangt unter anderem eine Revue „Das jüdische Lied im BUde" zur Ausführung. E Die MakkcwäLrfeier der zionistischen Bezirtssektion Ottakriug-Heruals findet Dienstag, den 7. Dezember. 8 Uhr abends, in Gschwandtners Prachtsälen mit folgendem Programm statt: Festrede: Dr. I. Schallt; Lichteranzünden: jüdische Lieder: Oberkantor Margulies; Gesang: fxm Kreitker; Rezitation: Frau Miiam Schnavelöfltch * „Wege zur Mystik." Der Verein psychologischer Schriftsteller und Forscher „Nirwana", veranstaltet Samstag, den ll. Dezember, 8 Uhr abends, im Saale der Bäckergenoss-.nichast, 8. Bez., Florianigasse 13, einen allgmein verständlichen Bortrag über „Asge zur Mystik". Vortragender: E. Fiodl e r. Regiebeitrag. Gäste willkommen. Serichtsfaal. Schager. Leafel «uv «luvIschgrSh. Polizeiakten über die während des Z io nisten ko ngrosses vorgenommenen H ans durch such« w» g c n bei de» monarchistischen Führern. Diegenannten drei Pagromisten hatten ihre BereikwU-^reit, zur Zeugenaussage nach Wien zu kommen, erklärt. Der Richter lehnte sämtliche Beweisanträge ab und vertagte die Verhandlung zur Ladung des Redakteurs Szemere. »« vor!um>LIed. «NS ©erlitt wird uns gemeldet: Das grtM GWffengericht in Emden hat am Freitag Mer das berüchtigte Borkum-Lied (,-Doch wer sich naht mit krummen Kühen » . . der muh hinaus, der «uh hinaus!") verhandelt. Angeklagt waren der Obermustldireltor a. D. Rothe aus Wilhelmshaven wegen Aufreizung zum Klaffenhah »nd die Kaffenbeamtin R ü h m a n n aus Hatbetstadt sowie der Schlächtergeselle Bruns under Arbeiter F r e r ick s aus Borkum wegen öffentlicher Beleidigung, Landfriedensdruch's und Widerstandes gegen die Staatsgewalt. Obermust-kdirektor Rothe ließ am 30. Juni beim Abendlonzert auf dem Borkumer Strand das BorLnniLietd spielen. Die Meng«, die bereits vorher eine drohende Haltung gegen den jüdischem Rechtsanwalt Dr. Sharig eingenommen hatte, drang während des Liedes auf Dr. Charig und dessen Begleiter ein, ttitfb eS fielen beleidigende Aeußerungen. Das Urteil lautete gegen Rothe auf Freispruch, weil ihm nicht nachgewiesen sei, daß er das Bewußtsein gehabt habe, durch das Spielen des Liedes die Bsv-lksrung gegen Gr. Charig aufzureizen! Bruns und FrerickS wurden wegen LandfriedenÄbruchs zu je drei Monaten Gefängnis verurteilt und wegen Widerstandes außerdem zu 30 Mark Geldstrafe. Die Angeklagte Rühmann schielt wegen öffentlicher Beleidigung 100 Mark Geldstrafe. Der Staatsanwalt nannte das Verhalten der Borlmner Schar einen unerhSrten Verfassung Sb ruch; auch gegen die frühere Verfassung hätten sie verstoßen. Die Borkumer hätten nicht das Recht, einer bestimmten Klaff» das Betreten der Insel zu verbieten. DaS preußische Jnsti-ministerdM Hst Re Wien des Prooe«»e» enrgesovva«. Das Wiener OberlandeSgertcht hatte sich gestern mit der Berufung zu beWen, welche die Brüder de« verstorbenen Prttatgelehrten Dr. Paul Weisengrün gegen ein Urteil deS Zivillandesgerichtes eingebracht hatten, mit dem die Anfechtung des Testaments Dr. WeisengrunS a b g ewtesen wurde. Dr. Weisengrün, der 1» der zioniftistyen ICfttÖ d «Nd S Beriw+v*.mn .vvn.tu llMll wu» 4,C|IUIUKIU UJljeuptCII, weil eS angeblich unter dem Zwange der Frau zustande gekommen fein soll. Die erste Instanz hat die Klage ab ge wiesen. Das Oberlandesgericht wird das Urteil im schriftlichen Wege veranntgeven.; .. aoeaaeeoqseaooetiseeeeaeeoaeeeeeaaQaeoooeeeeaeeoa vsvBEBvvaGSvss-vSGassvosBGovss, Volkswirtschaft. Sie ßiuberufung der Soldrente und der Staatsschatzanweisungen. Verlängerung der AbliesmmgrsrW. Me Frist zur Ablieferung der Oesterreichischen Goldrente und der 4^prosen1igen Oesterreichischen Staats-schatzanweisungen vom Jahre 1914 war in der Ende Oktober cmsgegebenen Einberufungsverordnung des Finanzministeriums bis zu-m 13. November begrenzt. Die Verordnung hatte, wie erinnerlich, die abfälligste Kritik in der Oefferrtlichkeit heworg-erufen, da es als beispielloser Fall bezeichnet wurde, daß der Schuldner den Gläubiger zwingt, ihm die Orig-inal- Schuldurkunde auszuliefern, ohne- Laß er sich Mer seine Zahlungspläne äußerte. Es scheint, daß der Einberufungsverordnung kein besonderer Erfolg bdfchreben war — in Finanzkreisen nimmt man an, daß im ganzen etwa ein Drittel der Titres bis zum 13. Novemiber abgeliefert worden sei —, denn gestern wurde durch die „Staatskorrespondenz" verlautbart, daß die Frist bis zum 18. Dezember verlängert werde. Wir geben im Nachstehenden die offizielle Kundmachung wieder: Es wird amtlich darauf aufmerksam gemacht, daß die Schuldverschreibungen der 4prozentigen österr. Goldrente und der 4)sprozentigen österr. amort. Staatsschatzanweisungen vom Jahre 1914, soweit diese Stücke im Inland mit dem Vermerk „Oe." abgestempett worden fittb oder abzustempeln waren, 8er Bundesgentralkasse in Wien, 1. Bezirk, Singerstraße 17, oder einem Bundessteueramte zur amtlichen Verwahrung zu übergeben sind, widrigenfalls die Schuldverschreibungen bei der endgültigen Ordnung des Staatsschuldendienstes nicht berücksichtigt werden können. Die Frist zur Uebergäbe, die ursprünglich am 13. November 1926 endigte, ist bis 18. Dezember 1926 verlängert worden. Mit einer weiteren Verlängerung ftm» -W gerechnet werden. *** Krise des Fordismus. Mo aus Newhork gemeldet wird, Hut die Ford-Motor Companv in Detroit beschlossen, ihre Fabriken in River-Rouge und Hiayland Park mit sofortiger Wirkung auf unbe- «Zeit zu schließen und .nur einbtetlungen Weiterarbeiten zu lassen. Die Verwaltung verweigert jede Auskunft darüber, wlto llange die Fabriken geschlossen bleiben. Die Arbeiter nehmen an, daß die Schließung mindestens bis 2. Jänner dauern wird« Begründet wird diese Maßnahme mit einer notwendigen Inventaraufnahme. In firttg^etzter Verhandlung hatte sich gestern der Straftichter des Bezirksgerichtes Döbling Dr. Gabriel mit einer Ehrenbeleibigungsttage zu befassen, welche die Monarchisten Dr. Mbin Schager und der ehemalige Abgeordnete Teufel, in Zivil ^rischer" Gurkenhändler (l D. und Barbesitzer, gegen den monarchistisch andersgefarbten Obersten Gustav Wolf angestrengt hatte. In d-er durch den Hakerckreuzanwalt Dr. Riehl vertretenen Klage wurde ausgeführt, daß am 9. Jänner in der Zeitung „Pesti Hirl^ ein Artikel erschienen war, in dem es hieß: ,-Oberst Wolf erschien heute in unserer Wiener Redav» tton und gab folgende Erklärung abr „Ich halte es für meine Pflicht, die Behörde darauf aufmerksam zu machen, daß meiner Ueberzeugung nach, Prinz Windtscharätz in den letzte» Monaten in engster Verbindung mit den 'Führern der konservativen BolkSvartei Baron Schager »nd Staats rat Teufel gestanden ist, die beide rm Oktober v. I. an der bekannten antisemitischen Konferem in Budapest (bet bekannte RaubvogelkongrcHdie Red.) teilgenommen und sich seither ganz der hakenkveuzlerischsn Mchluna zugewendet habe«. Ich bin sicher, daß die kostspielige und großzügige Aktion der Schagerleure in den letzte» Monaten iw» Windischavatzleuten finanziett wurde. waS dadurch Bestätigung fmden wirb, daß den Gchagerleute» jetzt daS iüeld ausgehen wich." Das Landesgericht hatte die Klage t* das Bezirksgericht geleitet, well es der Änschauung war, daß die Lteußerungen, die Wolf dem Redakteur des Blattes, Szemere ,privat gegeben habe, kein Preßdelikt beinhalten könne. Die gestrige Verhandlung verlief äußerststürmisch. Ein Ausgleich, den der RWer vorschlug, scheiterte immer wieder an der Unnachgiebigkeit beider Parteien, di« sich gegenseitig mit Schimpfworten belegten. Der Beschuldigt« Wolf beantragte zum Beweis« seines guten Maubens die Ladung der ungarischen Rassenfthittzler Julius Gümbös und Tibor Eckhardt, sowie des rumLnisM HMBvGWMs Cuza, sowie bk Requirierung der | ZM.ode und SKunsigewerbe f oooooc III OOOOOC tn dieser Rubrik erscheinen entgeltliche Anzeigen QQQOQQ Ursttnmiiilir, Heb, dl. Blüjiut Feinst« Werketfitienerbelt. MäOigate I 1 Preltel / SpszUllUt: KslefnsflC IÜ s« bedohttffen im 670t liulsllliB! Bell Bnlgs U, II.. 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Bon ihm und seine» Anhängern wurde der „Fordismus" als die Inkarnation deS Industriekapitals gepriesen, dem eS boschieden sei, das Finanz- und Handelskapital aus dem Felde zu schlagen und zum Helle der Menschchort dauernd zu übenÄnden. Was ist nun dieser „Fordismus", der zu so Großem berufen sein soll und sich fast schon wie eine neue Erlösung-religio» gebärdet? Der FordisnmS ist eine Umkrempelung uralter MenMeitshoffnungon ins Amerikanische, die Verbrämung des nüchternen Arbettstages mit Spitzen und Bändern, die den Feiertag zu zieren bestimmt find, die aber, auf das ihnen fremde Gebiet übertragen, wohl nur dazu dienen sotten, die Geheimnisse des prosithnngrigen Unternehmers gänzlich undurchsichtig zu machen. Der FordismuS ist nichts anderes als eine rücksichtslos in di« Praxis umgesetzte Doktrin, die das Prinzip der Arbeitstellung und wirtschaftlichen Machtkonzentration in einer Hand auf die Spitze treibt und als Beglückungsideal Lu die Welt setzen will. Ford sagte sich: Ich, der Automobilfabrikant, habe das größte Interesse daran, daß das Auto zum volkstümlichen Vehikel, zu eine« Massenartikel werde. Um das Auto zum Volksgut zu machen, dazu brauche ich nun gut bezahlte, kauffähige Arbeiter, und daher bin ich für hohe Löhnen damit mein Auto von den breitesten Schichten gekauft werde. Dazu bedarf eS aber der ZahlungSerleikHerungenj ich brauche daher das Abzahlungsgeschäft und daher Bankhäuser, bk diesen Geschäftszweig pflegen. Solche Bankfirmen ersetzen mir das Mtzo Finanzkapital 8e mir mm. Autos, #ü

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