Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2792 (5.12.1926)
- Date
- 1926-12-05
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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ZNS», GVmMiy S. DSWMr mc Sk. rm .. > m. u za -■ ■aaT.i jüdische weit. MWWWWW^WWMWWWWWMWWMWWW>>WMMW»>V»»WWWW»»>WMWW>UW«»W»>WW>W»>WBD^ Siae Khavuklch-Mezillah der spanische» Anden. Ed dürfte wenig bekamst sein, daß die sephardischen Juden nicht nur am Purim, sondern auch am Chanukahfeste eine Megillah haben. Ani Purim wird bekanntlich in allen jüdischen Tempeln die Megillah-Esther, die wunderbare Geschichte der Königin Esther, vorgetragen, wahrend zu Chanukah bloß in der Liturgie die Verlesung einer Megillah, und zwar der „Megilloth Antiochus", vorgesehen ist. In dieser Channkah-Megillah wird inr Stile der Mher-Erzählung in neun Kapiteln die Geschichte der Belagerung Jerusalems durch den Griechenkünig Antiochus, die heldenmütige Haltung der Hasmonäer, mit den fünf Söhnen des Hohepriesters Matisjehu an der Spitze, und der endliche Sieg der Juden dargestellt, die sich geweigert hätten, sich den Griechen zu assimilieren. Die Erzählung schließt mit der Schilderung des Wunders mit dem Oelkrug. Auf dem Wische« Friedhof von Klmftautiuopel. 2er jüdische Fricdhoj vvu Koilsiantiiwpei — schreibt der j auf Äner-Orientreise befindliche Mitarbeiter^deö ,,'Uj Kelef', Emmerich Szabv — befindet sich oben zwischen den felsigen Bergen des Cheskoj, in der Nähe der letzten Ruhestätte der türkischen Armut. Bon ferneher sind die aus Stein gehauenen GrabmMer der Vdufelmanen sichtb-ar, unter de.':en nur wenige geschissene, mit Inschriften versehene Steine zu finden sind, lieber den meisten Gräbern liegt ein aus einem Felsen eckgespastener Bruchstein. Dieser wüste, ungeordnete Friedhof, bildet einen krassen Gegensatz zu jenem mächtigen Gräberpark, der sich drüben, neben de: Lundstraße der nächsten kleinasiatischen Stadt Haider-Pascha im Schotten der immergrünen Zypressen ausbreidet, wie auch zu den klemm, sauberen, emgezäunten Friedhöfen, denen man in den Straßen von Stambul so häufig begegrret. Erst nachdenl mm: aus einem zwischen Felsen sreigelegtm Weg empovgellettert ist, nimmt inan aus nächster Nähe den jüdischen Friedhof wahr, da hier d-ie Steine flach über die Grabstätten gelegt sind. Eine Leichenhalle gib. es hier nicht. Die Waschung der Leichen wird rm Sterbehause besorgt, hier werden die Leichm nur mehr der Mutter Erde übergeben. Einige Gräber — die der Chachams und der Wohlhabenderen — sind durch Eisengitter abgesondert und die Se'bstinörder such hier ebenso gut aufgenommene Gäste wie diejenigen, die ihr Leben in frommem Wandel abgeschlossen haben. Ich sah das Grab eines jungen Selbstmörders, das auf denk sogenannten vornehmsten P'atz. mit eigenem Gi ter versehen, steht. Die ziemlich große Inschrift jammert über die Eitelkeit des Lebens. Näheres über das tragische Schicksal des jungen Selbstmörders ist der Inschrift nicht zu entnehmen, bloß, daß er aus Saloniki stammte. Der Text der Jnschriftm auf dm älterm Grabsteinen ist hebräisch, während auf den neueren Steinen bloß spaniolische Inschriften zu sehm sind — ein trauriger Beweis dafür, daß bei diesem Volke, das bis in die letzten Jahre das Hebräische und^Spcvnivlische in gleicher Weise kultiviert hat, das Hebräische immer mehr im Schwinden ist. Der Inschriftentext überströmt nicht vom Lob des Verstorbmm, sondern gibt in wenigen ferrgen Worten zwischen zwei Daten bloß die hervorstechendsten Momente einer'Lebenslaufbahn. Bei uns beginnt jeder Grabsteintrxt mit den zwei hebräischen Buchstaben „p. n." d. h. Po nitman, hier ist verwahrt, hier ruht. Bernden Spaniolen lauten die ersten zwei Buchstaben „b. h", die Abbreviatur für „Baruch Hagoser", Gelobt sei der Rechtsprcchende. Dem Scheidenden wird also ein Wort der Beruhigung, des Hatalismus nach^escmdt. Jedw Stein ohne Ausnahme weist ein Mögen Dawid auf. Daneben fehlen Mich andere jüdische Embleme, wie die Merroralh, der Schssar it. a. nicht. Beim Abstieg vom FrrHHdfSberg Vsgegnete ich edrsm altm Sephardi, der feine Kanne mit dem aus dem Berg quellenden Wasser füllte. „Fürchten Sie nichts" fragte ich ihn hAWW „daß ÄS Wasser aus verseuchtem Orte quillt?" „Wir haben nichts zu fürchtm. Jme iMsNm M dem Wqge beim für die hinieden Lebenden." „Oftmals mit geringem Erfolg!" „Man kann niemals wissen, welche »M irgendeinem Sch'age verfolgt." / * Der Me begoß seine Hände mK Waffen SKttfteKk Än wüMe seinen Blick demütig 'gen .Amme!. Die jMfche Mnwandemng in Kanada. Den Mtteiknngtzu des kanadischen Eimvanderungsamtes ist zu entnehmen, daß in den ersten sechs Monaten des Jahves 1036 17 S 2 Auden in Kanada eimvandevten. Die allgemeine Einwanderung in der gleichen Periode betrug 77.900. Die Mehrheit der Einwanderer stsdette sich in den WestprüvinAen Kanadas an. OEST. PATENT f (J D. R. ■* PATENT Das Elastische EBßkissen, ideale Schuheinlage beseitigt sofort Fn&>Emttdung8Schmerz6n, Sohlen* Bei Postbeatellung brennen und rlattfuflbeschwerden I Schuhnummer angeben APOTUEHE, Wien, II Ennttfasse 23 Mmihii«ir«ihiimiiiiih»iimnrii eine empörende ra«fgeWÄkv AbZ Warschau ivird uns berichtet: Großes AB^hSn ertveckte hier eine im „Kurier Warszawsky" erschienene Todesanzeige, in welcher bekanntgegeben wurde, daß die Witwe nach dem Professor Maximilian H a l p e r i n, Frau Ernestina (Esther) Halperinowa gestorben sei und auf dem katholischen Friedhof begraben tverden wird. Die Verstorbene war die Witrve nach dem vor ztvei Jahren verblichenen Direktor der von der jüdischst Gemeinde erhaltenen jüdischen Handwerterschul e n Prof. Maximilian Halperin. Seine Witwe bezog nach dem Tode ihres Gatten von der jüdischen Gemeinde eine hohe Witwenponsion, und nun stellt es sich heraus, daß Frau Esther Halperinowa kurz vor ihrem Tod nicht nur selbst die Taufe genommen, sondern a u ch i h r c Kinder, zwei Töchter und einen Sohn, taufen ließ. Die Empörung über diesen Vorfall wuchs noch, als die nunmehr gleichfalls getaufte Tochter in der jüdischen Gemeinde erschien, mn die letzte Rate der Novemberpenston. im Betrage von 300 Zloty zu beheben, um, tme sie sagte, die Beerdigungskosten auf dem katholischen Friedhof begleichen zu können. Der verstorbene Professor Maximilian Halperin war» ein bekannter Ultraassimilant, und es wird jetzt auch bekannt, daß auch er den Wunsch geäußert habe, auf seinem Sterbelager zum Katholizismus überzutreten, und daran nur von seiner Frau nick» seinen Kindern gehindert worden sei, damit sie infolge des Uebertrittes nicht der Witwenpeusion und der Erziehungsbeiträge für die Kinder verlustig werde. Dieser Vorfall ist ein neuerlicher Beweis dafür, wie begründet die Forderung der Jüüischnationalrn ist, bei der Bestellung von Beamten oder Lehrpersonen durch die jüdischen Gemeinden nicht allein auf die fachliche Qualifikation, sondern auch darauf bedacht zu sein, ob der Betreffende nicht etwa innerlich dem Judentunre v)stftemdet ist und fein Amt nur dazu benützt, um von den Juden große Gehälter zu beziehen und als Lohn, | dafür bei Lebzeiten erstjudend zu wirken und zum Schlüsse noch drrrch drn Austritt seine Brstgober und das gchsnste Judentum zu verhöhnen. Sir Rirrdsrr Petties AussrkÄmgsn am Sinai. Prof. Sir Fliuders Petrie, der berühmte englische ,AegYptologe, ist in Gaza, der alten Philisterstadt in der Nähe der Sinai-Halbinsel, eingetroffen und hat seine Ausgrabungsarbeiten wieder ausgenommen. Er arbeitet im Austrage des britischen archäologischen Instituts. Während seirwr Anwesenheit in Jerusalem äußerte sich Sir Flinders Petrie dahin, d-ie Arbeit im Süden Palästinas sei jetzt interessanter als in Aegypten; man kann hier ans Spuren frühester uns bekannter Zivilisation stoßen. Hier war das Feldlager der Hyksos beim Zug der 18. Dynastie. Die zahlreichen alten Erdwälle des Distriktes bieten ein ertragreiches Arbeitsfeld. Sir Minders Petrie ist bekanntlich« der Entds^ev der Sinai-Steine mit der ältesten Handschrift der Welt, deren Inschriften Prof. Hubert Grimme entziffert haben will. Grimme deutete bekanntlich die Inschriften als die Geschichte der Kindheit Mose. Krise des deutschen und de» polnischen Konsuls nach Nordpalöftina. Jerusalem, 3. Dezember. (I. T. A.) Dr. Nord, der deutsche Generalkonsul für Palästina, und Dr. Hubicky, der polnische Generalkonsul, machten in den letzten Wochen eine Tour durch den Emek und Galiläa. In Begleitung von Herrn Kalvarisky von der zionistischen Exekutive besuchten die beiden Konsuln die zionistischen Siedlungen, wie Merchawia, Kfar Jecheskiel, Ain Charod, Beth Alpha und Dagania, und andere jüdische Kolonien. Im oberen Gallläa belichten .sie Tel Chai, Kfar Gileadi und M-tullah. Sine Stiftung ffir die Rational- und UniversiMsdibliot-el in Jerusalem. Aus Jerusalem wird uns geschrieben: Der im August 1985 in Sichron Jakob verstorbene Herr Michael Lange hat testamentarisch der jüdischen National- und Universitätsbibliothek den Betrag von 1000 Pfund Sterling hinterlassen. Dieser Betrag ist nunmehr durch das Hauptbureau deS Keren Hajessod an die Universität überwiesen worden. Die Universität hat beschlossen, den Betrug als Michael-Lange-Fonds für das Binden der Bücher der Bibliothek zu benützen und damit ein langgehegtes dringendes Bedürfnis wenigstens teilweise zu befriedigen. Die Bibliothek konnte wegen ihres rapiden Wachstums — während des letzten Jahres allein sind mchr als 30.000 neue Bücher katalogisiert und aufgestM worden einrn kleinen Teil der einlaufenden Bücher binden und dem Publikum zm Verfügung stellen. Mn großer Teil der in der Bibliothek heute befindlichen 180.000 Bände ist ungebunden. Das Testanrent Michael Langes toird «S ermügtichen, zirka ILM) Bücher zu binden. Durch diese Verwendung des MichaÄ-Lange-Fonds wW> auch erzielt, daß fast der gesamte Betrag für Arbeitslöhne im Lande ausgegeben wird, was bei der gegenwärtig im Lande herrschenden Geldknappheit vM 7kW zu unterschätzender Bedeutung ist. Re Schcnkuugsurkonve über Labrador. Der Rechtsanspruch des Kantors von Montreal. Wir berichteten vor einigen Tagen, daß der Kantor der spanisch-portugiesischen Gemeinde in Montreal, Jsak de la P e n h a, bei dem obersten britischen Gericht den Anspruch seiner Familie auf die Insel Labrador angemeldct und diesen Anspruch mit einer Schenkungsurkunde begründet hat, die sein Vorfahre, der Großkaufherr Joses de la Penha, im Jahre 1697 vom König Wilhelm dem Dritten als Belohnung für die Rettung des Lebens des Königs erhalten habe. Wie nun aus Montreal berichtet wird, hal Jsak de la Penha bereits den Urtext der Schenkungskunde ans Holland erworben und veröffentlicht. Die Schenkung-: urkunde lantet: „Im Jahre 1677 tvnrde in unserem Namen ein Territorium entdeckt und uns überantwortet, welches sich im nördlichen Teil von Amerika befindet, früher niemandem gehörte, jedoch unter dem Namen Labrador bekannt ist. Da Josef de la Penha, Bürger und Einwohner der Stadt Rotterdam, sich bereit erklärt hat, dieses Gebiet und alles, was sich darauf befindet, in Besitz zu nehmen, erklären wir hicmit, daß m>ir das entdeckte Territorium dem bezeichneten Bürger Josef de la Penha mit allen unseren nominalen und territorialen Rechten über diese Gebiete, die sich zwischen dem 54. und 60. Grad der nördlichen Breite erstrecken, als sein Eigentum übertragen, eingeschlossen das Land, die Wälder, Flüsse, Bäume, die Früchte und Fischteiche, die sich dort befinden. Dieses Recht kann niemals zurückgezogen werden, bleibt das Eigentum des Josef de la Penha für immerwährende Z e it e n un-d geht nach dessen Tod cm-f seine berechtigten Erben über." Die in dieser Schenkungsurkunde umschriebenen Landstriche bilden eigentlich nur die Hälfte der Insel Labrador. Um den Besitz der Insel selbst wird schon seit langem zwischen den Provinzen Q u e b c ck und Neufundland ein Rechtsstreit geführt, der, nachdem er eine Menge von Instanzen beschäftigt hatte, gegenwärtig vor dem höchsten Gericht, dem Privy Council in London zur Entscheidung vorliegt. Dieses oberste Gericht wird nun auch die Ansprüche des dritten Anwärters auf den Besitz der ^nsel, den des Kantors Jsak de la Penha in Montreal, zu prüfen haben. Tns OeffentsWk-itSrochlt der Kkausenvttrger r»di?chen Lyzeen. Aus Klausenburg wird uns berichtet: Die Leitung der Klausenburger Tarbuth, webche u. a. zwei jüdische Lyzeen erhält, wurde dieser Tage durch eine Zuschrift der beim Unterrichtsministerium tätigen Generaldirektion für Privatsthulen überrascht, in der oekanntgcgeben wird, daß den beiden Mittelschulen der Tarbuth das Oeffentlichkeitsrecht nicht verliehen werden könne. Für das Jahr 1926/27 werden diese beiden Mittelschulen unter der Bedingung geduldet, daß sie sich streng an die für Privatkchulcn geltenden Vorschriften halten. Begründet wird dieser Abweisunasbescireid damit, daß die S ch u l l o k a l e der Lyzeen nicht entsprechen, keine entsprechend qualifizierten Lehrer in genügender Zahl vorhanden seien und mph die Lehrmittel der beiden Gymnasien sowie die Bibliothek unzulänglich seien usw. Die Leitung der Tarbuth hat gegen'diesen Bescheid an'das Unterrichtsnnnistekküm rekuriert und hofft, daß Unterrichtsmintster Petrovici, der erst vor kurzem die Erfolge der Tarbuth-Lhzeen gelobt hat, dem Rekur * stattgeben wird. Einbürgerungen von Inden in Zürich. Einem im den amtlichen .Lnrcher Statistischen Nachrichten" erschienenen Aufsatz Wer die Einbürgerungen in der Stadt Zürich im den vergangenen fünfzehn Jahren, ist zu entnehmen, daß in diesem Zeiträume insgesamt 38.567 Personen in das Bürgerrecht aufgenomman wurden, von denen 47 Prozenit oder 16.878 Ausländer waren. Die andern waren schon Schweizer Bürger und erhielten nur das städtische Bürgerrecht. Die Gliederung dieser Neu-Eingebürgerten nach der Konfession ergibt, daß sich total nur 3,4 Prozent Juden darunter befinden, also ein verschwindend kleiner Anteil. Das Total der Zürcher Stadtbürger der Wohnbevöllerung betrug am 1. Dezember 1000 56.070, wovon 1400 Juden waren, oder insgesamt 3,7 Prozent. Bon allen emgebürgerten Inden stammten vier Fünftel oder rund 80 Prozent aus osteuroipäischen Staaten, doch wurde deren Zulasiumg zum städtischen Bürgerrecht bekanntlich 1000 durch einen Beschluß des ReaierunaSrates, sowie durch einen darauffolgenden Beschluß des Großen StaotrateS erschwert, mit welchem für Ausländer eine Wartefrisi von lo, für Osijuden eine solche von IS Jahren festgesetzt wuroe. Rach den neiwsten Vorschlägen des Stadtrates soll diese Wartefrkst für OU-udsn auf zehn Jahre reduziert werden. Damenstoff neuhelten geben wir wegen vorgerückter Saison «*£■*■* SfftllftfS - «■*», Velourstoffe für Mantel k S s.—, 12.—. Spezialhaus für feine Damen» und Herrenstoffe W. Drodiowftn 4k Co* r » jQüomlraotl trooe 4 Uieim sicpftansptatt) Groller Restenverkauf