Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2791 (4.12.1926)
- Date
- 1926-12-04
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr- 2791 Wkn, Hamstag .■"' ,7Ä, " II ' -:ti° ' AnfaJttwiäS Kam jemand fragen, oh für ihn Post gekommen sei, anLmpttfU 1Kt Postbeamte, mit österreichischer GemStllchkert auf den auf dem »öden liegenden Berg von Briefen weifend: „Bitte doch sBst nackHusehen, und finden Sieckwas an ihre Adresse, nehmen sie's gleich mit!" U«& der Fragende konnte sich dann auf den Boden setzen nick in -er „letzten Post" so lange herumwühlen, bis er etwas „für M" fand oder sich überzeugen müßte, daß er vergebens gesucht habe. Im Fahre 1906 wurde bei der Jerusalemer Post im „Judenviertel" eine eigene yilialstelle für Brief- und Geldsendungen eröffnet, die von einem Juden namens EliaS Honig vorzüglich geleitet wurde, Auf dem Simpel dieses „Wischen Postamtes" war der Name „Jerusalem" mit hebräischen Buchstaben zu sehen. Lai SuMUhtnt der Mischen RatlrnalsMs in PaiWna. Bialik und Ussifchkin sprechen bei einer Massenversammlung Aus Jerusalem wird unS telegraphiert: ^...n oO. November, dem Borabend von Chanukah, wurde das 25jährige Bestehen des jüdischen Nationalsonds, das in der Judenheit der ganzey Welt feierlich begangen wird, in Jerusalem mit einer Festversammlung eingeleitet, an der fast tausend Vertreter der leitenden Körperschaften der pal ästinen sichln Judenheit und ihrer bedeutendsten Gruppen und Persönlichkeiten teilnahmen. Die Palästina-Regierung hatte einen Vertreter entsendet. Die Versammlung, dis Ln der Zion-Hall stattfand, wies einen überioältkgend großen Besuch auf. Sie wurde vom Vorsitzenden des RationalfoichS, Ing. Uffischein, geleitet und mit einer Ansprache eröffnet. Hauptredner war der Dickster Chaim Nachman Vialik, der in wirkungsvollen Worten die Erlösung des Palästina- Bodens durch den Keren Kajemeth für die Indenh^it der ganzen Welt beleuchtete. An die Ansprachen schloß sich eein künstlerisch-musikalischer Teil. Im Zusammenhänge mit di.ser Festversammlung fand auch die Eröffnung der dritten Jahreskonferenz der hebräischen Schriftsteller Palästinas statt. ÄlkveaM» der Misrachi. K«"tuMnest«her Viktor Bauminger über die Ideologie des MtSracht. In einer Überaus zahlreich besuchten Versammlung der Mis.achi-Landeszentrale sprach am vergangenen Sonntag "KultuLvorsteher Bauminger über die Ideologie des Misrmyl. D>er Redner führte unter anderem folgendes aus: In d en Anfängen der jüdischen Renaissance, als der Zionismus in den weiten Kreisen der orthodoxen Judenheit noch verdammt war, hatte die Misrachi die Aufgabe, dem fanatischen Klerikalismus entgegenzutreten und den Zionismus religionkgesetzlich als statthaft, ja als ein religiöses Gebot zu erklären. Heute ist der Zionismus in allen religiösen Kreisen des Judentums bereits „koscher", ja er wird sogar schon kopiert. Die extremsten Elemente, insbesondere die Aguda betreiben faktisch schon heute unbewußt- Zionismus fast im vollen Sinne des Wortes, wenn auch in. einer von uns keinesfalls akzeptablen Art. In seiner zweiten Epoche übernahm der Misrachi innerhalb der zionistischen Organisation die Rollo eines „Maschgiach". Es ist ihm gelungen, bei den maßgebenden zionistischen Faktoren in und außerhalb Palästinas das Verständnis und die Ueberzeugung zu erwecken, daß die Religion ein wichtiger Faktor Mm Wiederausbau und die zionistische Organisation als staatsbildende Exponentin verpflichtet ist, auch für die religiösen Bedürfnisse des Landes nach den Weisungen des Misrächt zu sorgen. Die dritte Epoche beginnt mit dem Zeitpunkte, in welchem der Misrachi selbständige, aktive Palästinäarbeit in größerem Umfange leistet. D-aS ist die Epoche der Ideologie. Sie besteht in dem Ringen nach einer seelischen Hannonie zwischen Lehre und Leben, zwischen Gesetz und Arbeit, wie sie in früheren Jahrtausenden bestanden hat und nur auf dem heiligen Boden möglich ist. Der Misrachi hat -auch einen besonderen Chaluztypns geschaffen: Der misrachtstische Chaluz mutz d o p p e l t entbehren können: als palästinensischer Arbeiter und att religiöser Mensch. Alles ist heilig: die Lehre, die Scholle, die Arbeit. Zum Schluffe forderte KuljuHorsteher Bauminger zur Teilnahme. an der Werbeaktion der MiSrachi-LandeSzentrale auf. Jas IromeSar im Laazsaal. AuS lütt«; wird uns gemeldet: Der Zirkus Togn, hat wirklich Pech Nachdem ihm auf seiner Tournee in verschiedenen italienischen Städter: nacheinander ein Eckefant, ein Löwe, und letzthin sogar ein« Hyäne di« Flucht in die Oeffentlichtett angetreten hatten, wo sie sich Mr wenige Stunden der Freiheit erfreuen konnten, wurde nun dieser Spage auch «in Dro-m«dar dieses Zirkus der Gesäusenfchaift überdrüssig, ritz sich vom Halfterstrick los und trabte, an die Freiheit nicht gewöhnt, durch die Straßen^ verfolgt von der sieben Straßenjugend, die das arme Tier mit Steinen und alle möglichen anderen Wurfgeschossen dvEardierte, was natürlich nur eazu deitrug, da» fliehende Dromedar zu großer Schnellig'keit cmzufpcwnen. Als es keinen Ausweg mehr sah. rannte es in seiner Todesangst in einen Ta ngs« a l. Das Entsetzen der Tänzer und Tänzerinnen war grob. DaS Or» chester brach mitten im Takt a<6; einige Paare stürzten, und der Tanz wurde jäh untechrochen. Mer noch erschrockener als die Tänzer war dos Dromedar, das die Verwirrung ange. richtet hatte. GS stand steis und starr aus dem Parkett unter de« Tänzern, die, sofern sie noch Geistesgegenwart genug 4. Dezember 1926 Leite 5 Hatten, in hie Ecken des HMS gekrochen waren und dort Warteten, ibiS der Wärter kam, um ren KuSttiher Mit kräftigen Hwchchlögen hLimzutreiben. Für seinen Besitzer hatte bje Flucht »bar daß unangenehme Nachspiel, daß sein ZjvkuS wegen Unterlassung Ser nötigen VoostchtSmatzvegeln Aon der Polizei für fünf Lage geschlossen wurde. KONKURS. per Vorstand der Alten Synagoge In Krakau (Polen) sacht einen firm ttn Mögen. ObsrttAsato?. fes wird verlangt r Char»ktervDll«r Mensch, strengst religiös. miisikaiisch, selbständiger Chorleiter, Tenor* oder Baritonstimme, im Alter bis 10 Jahre. Schtiftllche Anmeldungen bei Hermann Mttud, KrtMvr, Polen, SfawUowika 2o. .. Letzte RachrWen. Sude der sozlaldemokryMche« Regkruug in rSuenmrk. Mderlage der Linken bei de« Parlamcntswahlen. Kopenhagen, 3. Dezember. Die mit großer Spannung erwarteten Wahlen zum dänischen Reichstag fanden gestern in ganz Dänemark statt. Die bisher vorliegenden Ergebnisse sprechen von einer Niederlage der Linken im Reichstag. Die Sozialdemokraten verloren zwei, die radikale Linke vier Sitze, die von den Konservativen und der linken Bauernpartei gewonnen wurden. Das sozialdemokratische Kabinett Stauning hat drcher demissioniert. Der König hat das Kabinett um Fortführung de: Geschäfte bis zur Bildung' der neuen Regierung ersucht. Die neue Regierung wird wahrscheinlich von der linken Bauernpartei gebildet werden. ^rotzüj vrmWoniert. Moskau, 3. Dezember. Trotzkij ist auf sein Ersuchen vom Posten des Vorsitzenden der Planwirtschaftskommission abb-eruftn und an seine Stelle der stellvertretende Vorsitzende des Obersten VoWwirtschaftsrates der Sowjetunion R u ch i n o w it s ch ernannt worden. Staatliche Su ventionen für die Milchen Fachschule« ln Polen. Warschau, 2. Dezember. U. T. A.) Vor einiger Zeit unterbreitete der jüdische Senator M. Kerner dem polnischen Unterrichtsministerium eine Denkschrift, in der er auf die schmierige Lage der jüdischen Fachschulen in Polen himvies. Auf dieses Memorandum erhielt Senator Kerner in den letzten Tagen den amtlichen Bescheid des Unterrichtsministeriums, wonach die Frage bezüglich der Subventionierung der Mischen Fachschulen in Polen in positivem Sinne entschieden worden sei und das Ministerium bestrebt sein werde, den jüdischen Fachschulen durch Gewährung entsprechender Subventionen gemäß den finanziellen Möglichkeiten entgegenzukommen. Konstiluleruns einer MlferduMiga ka PMNlna. Jerusalem, 2. Dezember. (I. T. A.) Das Jerusalemer Komitee der Völkerbundliga hat sich soeben konstituiert und M. M. Ussifchkin zum Prärstdenten. Richter F r u m k i n und S. Schwartz zu Vizepräsidenten, Dr. M. Dukhan zum Schatzmeister und Advokat F r e i d e n b e r g zum SFretär gewählt. In Haifa wird demnächst ein? Völkerbundliga gegründet. Wien, 4. Dezember 1926. * Was sagt der Affe dazu? Ich traf den Schimpansen bei der Arbeit. Er kvrute sich hinter dem Ohr, griff aber oft daneben. „Was halten sie von der Lustvarkeitssteüer für Schönbrunn?" 'Ein Affengelächter wir die Antwort. „Ausgezeichnete Idee. Die Leute haben bis jetzt immer geglaubt, daß unsereiner nur zum Vergnügen da ist". „Wird der Besuch nicht abnehmen?", w.lgte ich einzuwmden. „Sie Aff, Pardon, Sie Mensch", unterbrach mich der Schimpanse. ..Glauben Sie, baß es uns Spaß macht» wenn man uns Kieselsteine» Haarnadeln. Semmel- und anderen Schmarrn und dann einem noch fe nn man vor Aeraer zerspringt, einen Spiegel vorl/ä't und einen w chren'Affen aus einem 'macht. Wir brauchen dieses goldene Wienerberz mit den Geineknsch^tsküchenabfMe'H nicht. Solche Leute sollen zu Hause bleiben oder für ihre perverse Lustbarkeit tüchtig bezahlen. Tann werden wir darauf eingehen und uns von der schönsten Seite zeigen, denn wir tragen gerne zum .Haushalt des Herrn Breitner bei. Wir haben dann roch die Genugtuung, einem foziilen Zw.'ck zu dienen. Wenn man schon im Käfig dieser freien Republik leben mutz,-dann will man wenigstens eine Kulturmisston erfüllen und — Steuerobjekt sein. Solange sich die Herren im Rathaus auf den Affen stützen, brauchen sie nicht ans den Hund zu wmmen. Addis, eviva, alala!" Hiermit beendete mein Freund das Interview. Er drehte sich um, zeigte mir feine Rcversfeite und griff sich graziös -ins Fell. * Das Wetter. Gestern regnete es bei wärmerer Tem- M^^iltmiks ziemlich heftig. Die Voraussqgs lautet: Meist tnlb, zeitweise. Niederschläge, heftige Winde. * ,?bollocheater. „Venrlktes Variete im Variete" ist die lustige Nummer des Dezernberprogrammesr die Billy Dev oh-Truppe' parodiert sehr ergötzlich amerikanisches Tingeltangel «nd Dr HauVt (Billy Devoy). tyi wirklichen Humor; den weiblichen „Star" des Tingeltangels mit Uner Von jeder Leistung himmelweit entfernten künstlerischen Ahnungslostökeit mimt Bern Bore lehr ergötzlich. DoS reine Barieteprogramm^bringt SpitzenleistUMm so die prächtige Arbeit der römistlren Gladiatoren Lhe D ar°- ris", die graziösen Rolychrchlüuferinnen Else und Lola mit Grem Partner und Urbanr mit feine« zwei lustigen Buben, die mit ihrer Akrovattk alle körperliche Begrenzung Überwinden. Der ratsechaste Manipulator Rolf Hansen hott Eier, Spielkarten und allerlei Dinge, die sich sonst nicht im leeren Raum aushatten, behende uns der Lust und treibt mit Wasser, Feuer» Luft und Erde allerlei Zauberulk und Rolf Holbein fnomen est omen) vrackst „Moderne Malerei" nicht nur mit Farben, sondern auch mit allerhand Flicken und Lappen, belebt ein neuer Pygmalion seine Kunstwerke und verübt mit ihnen allechand vergnüalick)e Metamorphosen. Der Tanz ist durch die piöne Spamerin Nana Herrara, die mit ihrer Jugeiiv und dem Ebenmaß ihrer Bewegung siegt, somie dnvck, Les Kerva von der Pariser Oper, sie harmonisch rhychmisierte Uvchoreographie bieten» glänzend vertreten. Drei Berver'öwen machen den Beschluß; ihrer Schönheit gelingt mühelos, wofür der Mensch erst Artist werden muß: die souveräne Beherrschung des Köchers. Ihr Bändiger wirkt neben ihnen — als Mensch. —tz. *> TW Dienstpragmalr? in der Versicho-ungSvmmH-. Frekag vormittags wurden die Verhandlungen über die Dienstprag matik in der Bersicherungsbrauche ftWesetzt. Tie Unternehmer gaben gleich zu Beginn der Beratungen die Erk'Lrung ab, daß es ihnen um das Zustandekommen einer Tienstpragmatik ernst sei und daß sie duvck>aus nicht die versprochene Verlängerung der Dienstpragmatik verzögern wollen. Die Unternehmervertreter zeigten gegenüber einigen Forderungen der An^ gestellten Entgegenkommen. Ucbrr den Gesamtkomplex der Fordemngen müssen aber noch weitere Bechandlungen geführt werden. E Direkte Linie Triest—Palästina. Am Donnerstag, den st. Dezember 1926, um 18 Uhr» Abfahrt des Dampfers „GianicolS" des „Lloyd Trlestino" von Triest direkt nach Jaffa und Haifa. Fahrtdauer 5J-6 Tage. * Selbstmordversuch bei der Paf.konkroUe. Aus B e vlin wird gemeldet: Der 63jührlge österneichischv Staatsbürger Friedrich Grünwald unternahm heute bei einer Paßkontrolle einen Selbstmordversuch indem er sich eine^ Schuß in die linke Schläfe betbrachte. Er wurde ins Krankenhaus gebmcht. Der Grund der Tat ist noch unbekannt. * PreiSreguIierunst in der „Einheit, 2. Vez.» Maltzgafse Nr. 12. -Diese nun einzige Mische VolksMch>e ist trotz der schweren Lage, in der sie sich befindet, bemüht, den schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen Rechnung zu tragen. Die „Einheit" unterhält eine Mittelstandsrüche im ersten Storr und eine allgemeine Ausweisung im Parterre. Für die Mittelst an dsküche gelten folgende Preise: Suppe, Gemüse und Mehlspeise 60 Groschen, Suppe, Fleisch Gemüse und Mchlspeise 85 Groschen, eine Fleischiportion 50 Groschen. Ein Wochenavonnement, bestehend aus Suppe Fleisch, Gemüse und Mehlspeise an 7 Tagen beträgt 6 Schillinge. Preise der allgemeinen Aussp eisungr Suppe, Gemüse 25 Groschen, Suppe, Gemüse und Mehlspeise 43> Grosdien, Mehlspeise allein 18 Groschen^ Fleisch allein 60 Groschen. - * Quarantäne von P.iWsiinareisendeu. Aus Haifa wird berichtet: Da auf dem am 10. November aus Konstanza nach Haifa gekommenen Dampfer „Daela" ein pestkranker rumänischer Matrose, der schon vor einer Wache , an Pest erkrankt war und bereits als Kranker in Konstanza das Schiff bestiegen hatte, sestgesteltt ivurde, müssen sich alle Passagiere in Haifa 5 Tage einer Quarantäne unterzichen. Mit der „Dacla" sind der geschästsführende Direktordes Keren Hajessod, Leib Jaffe, und der Maler Hermann Struck in Palästina eingetroffen. * Makkabäerfeier in: dritten Bezirk. Samstag, den <Y\....C ... f iu Wm«a CTJam«« A f W4a \\rt v* Krt^* grü^ung durch den Obmann hielt Herr Dr. I. Schalit die Festansprache. Seine durch Prägnanz» Klarheit und politischen Ernst ausgezeichnete Rede würdigte die Bedeutung der Makrabäerseiern, erwähnte den Unterschied, den jene Makkabäerfeste hatten, die in den ersten Jahren der zionistischen Bewegung begangen wurden und unsere Feste von heute, die unter dem A;pett der in Palästina geschaffenen Tatsachen und noch zu schaffenden praktischen Arbeit abgehalten werden. Nur geeinte, nicht mit Feindschaft Und Haß erfüllte Arbeit, nur die Sicherstellung des Batästina- AufbauwerkeS können den jüdischen Staat möglich machen. Begeisterter Beifall folgte diesen Worten Dr. Schalits. Die darauf folgende Festakademie brachte die Musik des „Dybuk", vorgetragen don der Pianistin Fräulein Herta L e r d e n. Es wirkten ferner Frau Fritzi Kuuh (Gesang), Biolinvirtnose Birsen, Herr Dr. Meier Präger (Rezitationen) und Herr Dr. Seidner (Oboe) mit. Die Leistungen aller Mitwirkenden waren ganz hervorragend. Eine Tanzunterhaltung sä)loß die gelungene Veranstaltung. * Die Restaurierung der Omarmosr^ee in Konstantinopel. Amerikanische Architekten haben bei der türkischen Regierung um die Erlaubnis gebeten, die Hagia Sofia in Konstantinopel, die herrlickie Moschee im byzantinischen Stil, zu restaurieren. Tie Renovation soll mit amerikanischem Gelbe und, wie das Gesuch besagt, „Ohne politische Erwägungen" erfolgen. Dazu ist ergänzend zu bemerken, daß vor etwa zwei Jahren in allen Ländern, wo Mohammedaner w>hnen, eine Sammlung für die Restairrierung der Omarmosthee elngeleitet wurde, hie gicoße- Summen ergab. Zu der Sammlung, hatten arrch jüdische und christliche Gemeinden (so die Judengemeinde von Bagdad) mit bedeutenden Beträgen beigesteuert. Das Erträgnis ist bisher anscheinend nicht zu dem Zweck verwendet worden, dem eS dienen soll, denn die Hagia Sofia ist so baufällig wie z:lvor, und diesem Bauwerk, das zu den präckftigsten der Welt gehört, droht heute bereits Einsturzgefahr. * Sia^eim kontra Kren Morträtsel. Die Kreu-worträtsel-KranHeit hat in England und Amerika nun endlich ihre Anziehungskvaft eingebüßt, und an ihre Stelle ist als ebenso ansteckende Erscheinung der Stabreim getreten. Die Aufgabe besteht darin, sinnvolle Sätze mit wenigstens acht Wocten zu bilden, in Venen jedes Wort mit dem gleichen Buchstaben anfängt. Die Dichter. der Edda und Richard Wagner haben es sich mit ihren Stabreimen leichter gemacht, dort genügen zwei oder drei Worte im Satz um den Stahreim Herzestellen. * Gerichtlich festgestellter Blödsinn. Wenn jemand dev , Kreuzworträtsel überdrüssig ist und sich einem anderen Spiele htngeven möchte, so schreibt die „Frankfurter Zeitung", stellen wir ihm anheim, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, was der folgende Satz, der aus einem Aktenstück stanrmt, besagen will: „Die Gründe, welche die Einstellung der Zwangsvollstreckung aus einem mit der Berufung angefochtenen Urteil' auf Erlaß einer einstweilige« Verfügung in der Hmwtfache der Natur der Sache nach als ausgeschlossen erscheinen lassen, können als ohne weiteres auf die Einstelluna der Zwangövolistreklllng aus einem solchen Urteil lediglich in Ansehung dev Kostenvntschetdung zutzreMud nicht erachtet werdet