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Wiener Morgenzeitung · 1926-11-30 · Heft 2787 (30.11.1926) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2787 (30.11.1926)
Date
1926-11-30
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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SeÜe 4 Wien, DienÄvy - >■ ■■ ..—-»■■—■■■ .. für aber auch die M-Hrauslagen für die Arbeitslosenversicherung zu tragen. Wir werden mit sechs Schilling pro Hektoliter kaum das Auslangen finden. Finanzmmifter Dr. Kienböck woMe zuerst nur vier Schilling zugestehen. Herr Kienböck ist ein guter Rechner. Wenn er uns sechs Schilling zugestanden hat, dann tnciß er, daß dabei für die Gemeinde kein Gewinn herausschaut. Stadtrat R u mmelhart, der in der letzten GemeindcrMssitzung 'so warm für eine Unterstützung des jüdischen Medizinervereines eingctreten war, mußte diese Scharte durch eine antisemitische Bemerkung wieder gutmachen. So erklärte er für seine Wähler: „Sie tun ja wie ztvei Handeljuden, die miteinander feilschen." Stadtrat B re i t ner: Ich kann Ihnen saget», daß ich m-Ln« jüdische Abjstammung nie verleugnet habe, wohl aber Ihr Dr. KienböL Wenn Sie von Hanüeljudeu sprechen, dann richtet sich der Vorwurf allLnfalls nur an seine Adresse. An die Sitzung des Landtages schloß sich, eilte kurze GefchäftssiHung des Wiener Gemeinderates. Bogoljubov — Aeir fw Berliner Schachturu.er. Berti«,. 39. November. Die Partie Boguljo-bow gegen R u >b i nste i n dauerte heute noch vier Stunden. Bogoljubow tauschte die Dam« und Türme. spielte ftr. nen König nach dem Damenflügel hmüDer und opferte einen Springer gegen drei Dauern tes Gegners. Rubin st er», opferte seinen Läufer gegen einen einzigen Bauern und hatte trotz der beiden Mehrbauern seines Gegners bei unglerchen Läufern das Remis sicher und damit di« Partie gerettet. Damit hat Bogockjubow mit sieben Zählern den ersten und Rubin sie in mit sechs Zählern v«n zweiten Pre«s errungen. Di« Partie Sä m i sch—Sp i e l m a n n wurde nach die rsiiürrdi gern Kamps« ab ge«b rochen. Spier» mann, im Besitze der Qualität, wollte durchaus gewinnen. Die Parti« wurde, dann um 6 Uhr 39 Min. weiter gcspirlt und um 8 Uhr nach mehr als 100 Zügen von Spielmann gewonnen Den dritten und vierten Preis teilen sich somit Ah u< s, G r ü n fe ld und Sp i e lmann, Äe alle fünf Zähl«r erringen konnten. ES folgen Lann Tolle mit dier uM> Johner, List und Sämisch mit SH Zählern.. Hohzhausen steht mit 2% ZÄH lern am Ende der Tabelle. Heute abends gibt Bogolj-ubow ein« Simultan» vorstellung mit 30 Partien. Las Alter der Schachspiel«. Aus L o n d o n Wird uns geschrieben: In der Graf^ fthaft Dorset in Südengland wurden unlängst bei Ausgmbungen einzelne Schachfiguren aus Knochen gefunden, deren Atter auf gut taufend Jahre geschätzt wird. Die eigenartigen Figuren sind derzeit im Britifhmuseum zur Schau gestellt. Zur nicht geringen Ueberraschung der Scha,Liebhaber sieht man dort Figuren so groß wie Zjiegelyeine, in denen merkwürdige Ornamente eingekerbt sind. Manche haben sogar zwei Tierköpfe und eine Drach enge st alt. In den Augen der Altertumsforscher besteht kein Zweifel darüber, daß es sich um richtige Schachfiguren handelt, und zwar um die ältesten Fundstücke, die in Europa jemals zum Vorschein gekommen sind. Man hält seit langem dafür, daß das Schachspiel Mit älter sein muß, als die frühesten Berichte oder Aufzeichnungen, die davon berichten. Tie plausibelste Annahme geht dahin, daß die Araber im Laufe ihrer Eroberungen vor der Zeit Karl des Großen es nach Europa gebracht haben. Niemand aber kann sagen, von wo sie es hergenommen haben. Angeblich lebte aus der Insel Ceylon eine Königin, die das Schachspiel erfind, um ihren königlichen Gemahl zu zerstreuen, während seine Burg vom Feinde belagert wurde. Bekannt ist die Version, daß das Schachspiel aus Indien stammt. Andere wollen wieder wissen» daß einst ein Mandarin im Reiche der Mitte lebte, der mit dem von ihm ersonnenen Schachspiel seine Soldaten in den Winterquartieren festzuhatten suchte. Aristoteles, König Solomon, sogar Sem und Japhet gelten ebenfalls als die Erfinder des Schachbrettes. Napoleon und Die klektrirM. Am 7. November waren 125 Jahre seit der denkwürdigen Sitzung der Pariser Akademie vergangen, in der Alessandro Volta dessen Todestag sich im März zum hundertsten Male führt,'die erste elektrische Batterie ^die »ach ihm benannte Vortasche Säule, einem glänzenden Auditorium, dem auch der Erste Konsul Napoleon Bonaparte angehörte, vorführte und ihre praktische Nutzanwendung im Versuch darlegte. Mit außerordentlicher Spannung sich man damals dem Vortrag des beriihmten italienifchenPhhsikers entgegen, der mit der von ihm im Ja!)« 1799 konstruierten Säule den Entdeckungen Galvanis erst die praktische Bedeutung gegeben und die Vorbedingungen für die Entwicklung der elektrischen Dynamik geschaffen hatte. Besondere Aufmerksamkeit schenkte Bonaparte der Erfindung der Säule, die Arago das „wundervollste Instrument" nannte, „das je der Menschengetst erddHt* Schon am 6. November 1801 hatte sich Bonaparte in einer Sitzung der Akademie, der auch das gesamte diplomatisch« Korps beiwohnte, den italienischen Gelehrten vorstellen lassen. Er verwickelte diesen sofort in ein lebhaftes Gespräch über fenie Arbeiten und Entdeckungen und richtete an Volta eine Reche von Fragen, die bewiesen, wie. vortrefflich der Erste Konsul Mit der Materie vertraut war. Als Bonaparte hötte, daß Bolta am nächsten Tage seine elektrische Säule in der Akademie vorführen und Experimente mit ihr machen Wiener Mvrge«.zerttt«s 30. Novemiber 1926 Nr. 2787 Ottomane - Matratzen Auoh Teilzahlung! """ H. Weltz, Wien, II., Darwingasse SSAW >»»««»»»»«>»»»»»>»»»»»»»»»»»»»»»«»»»»» werde, erklärte er sich sofort bereit, den Bortrag zu besuchen. Am 7. November erschien er in der Tat im Sitzungssaal der Akademie und nahm au fder Tribüne zwischen Qrplace und Hauy Platz. Unter ihm stand vor dem Sessel des P ästdenten Volta, der nach einer Verneigung vor dem Ersten Konsul seinen Vortrag begann. Wiederholt unterbrach Bonaparte, um Fragen zu stellen. Als Volta dann die Zersetzung von Salzen butuJj Experimente erläuterte, wandte sich Napoleon mit den Wotte» an seinen Leibarzt Corvtsart: „Ta schen Sie ein Abbi ld des Lebens, Dokwr. Dle Säule ist das Rückgrat, die Leber der negative Pol, die Nieren der positive!" Wie sehr sich Bonaparte für Voltas Erfindung interessiette, geht auch daraus hervor ,daß er auch der Sitzung vom 13. November beiwohnte» in der Bolta weitere Erläuterungen über dle Säule gab. „Er überhäufte mich mit Lobsprüchen und Liebenswürdigkeiten", schreibt der italiesche Gelehrte, „beobachtete aufmerksam die w.'iteren Versuche, die ich daS erste Mal nicht machen konnte, unterhielt sich mit mir angelegentlich darüber und stellte, um sich zu imterrUlyten, allerke iFragen an mich. Ter Konsul war bei vorzüglicher Laune, liebenswürdig und voller Entgegenkommen;; unsere Untergattung dauerte über eine Stunde." Nach den Dortrügen ließ Bonaparte an Volta ein Geschenk von 6090 Franken überweisen, den die Akademie zu ihrem Mitglied ernannt hatte. FAschung von 500 LIrenoien. Wegen Verbreitung falscher 'oam'iwlen zu 500 Lire Erde hier der 48jährige pensionierte Südbahnbeamte lGuido Chiesura verhasttt. Chiesura Hut dem Kaufmar.ne Schildberg zwei Noten zu je 500 Lire gegen ein Darlehen von 220 Schilling in Pfand gegeben. Schildberg hat die Noten an den Kaufmann Friedländer weit..'.rvcrpfändet. Als nun Fricdländer die beiden Noten bei einer hiesigen Bank einlösen »vollte, wurden sie als falsch erkannt und eingezogen. Chiesura war schon vor zwei Jahren im Verdacht gestanden, mit Banknotenfälschern in Verbindung zu stehen. Er war damals auch drr StaatsawvaÜschrfl angezeigt worden, bezcichnete sich selbst jedoch als Opfer einer Täuschung. Chiesura Hatte beim Bezirksgericht Favoriten wegrn Betruges eine dreimonatige Kerkerstrase verbüßt und ivurde,als die Fälschung auskam, dem Sicherhfitsbuveau überstellt, wo er nun gestand, die Banknoten von einem entfernten Verwandten zur Veräußerung übernommen zu haben; der Verwandte soll die Falsifikate von dcn eigentlichen Fälschern gekauft haben. Wien, 30. November 192(3. * Das Wetter. Gestern he.r.ufie t^ckenes, kaltes Wetter. Die Voraussage lautet: Trüb, wenig verändert, südöstliche Winde. * Verminderung des Drotgcioichtesr Bekanntlich wurde kürzlich eine Preisechöhung des wü^gemischten Brotes auf 76 Gr. bei gleichzeitiger Vermehrung dos Laibgewlchtes auf 123 Dezigramm zugelassen. Da nun die mittlerweile vereinbarte fünf prozeutige Lohnerhöhung im Väckergcwerbe in Kra,t getreten ist, wird der Brotlaib nunmehr wieder im Normalgewichte von nur 126 Dekagram m (ofenwarm) bei unverändertem Preise verkauft werden. * Hohe Auszeichnung des Thearterarztes der Staatsoper. Dem Theaterarzt der StaatSoper, Hvfrat Dr. Karl I tz \ n- §e r, wurde vom BunüeSpräsidenten cruS Anlatz -ter Vollenung^des 40. Dienftjahres das golden« Ehrenzeichen für Verdienste um die R«Pu'bM Oesterreich verliehen. . DaS Ende der alten Gilberschilltng. Amtlich wiy> darauf aufmerksam gemacht, datz die alten Silberschilling (mit der Jahreszahl 1804) nach den geltenden gesetzlichen Be- §mungen mit Ende d. I. aufhören. Geld zu sein, her solcher Schilling tun daher gut, wenn sie ihre alten lling noch bis End-« Dezember bei den öffentlichen en zur Zahlung verwenden oder gegen eine gleiche Zahl von neuen Schilling um wechseln lassen, da nach Avlauf dieses Jahves die Verpflichtung zum Umtausch dieser Münzen ernscht. 8 Besonders weiße Zähne bekommen Sie beim Gebrauche von W. Twerdys Dentiflore-Zahnpasta. Erzeuger: HirschenapoüheSe, Wien. 1. Bez., Kcchkmarkt U. * Me Erhöhung der Postportogebühren. Die Erhöhung der Postaeüühren tntt am 1. Dezember 1926, die Eryvhung der r«lnshmergebühren für bereitbestehende Telephone am 1. Zänner 1887» die Echöhuna der Nummergebühr für Zeitungen am 1. April 1937 in Kraft. Diese Crhüdungen gelten für den Inland-Verkehr. Die Postportogevsthlren für den Auslandsverkehr bleiben unverändert. * Die Erhöhung der interurbanen Sprechgebühre«. Während d4e Teilnehmergebühren für das Telephon erst ab Neujahr erhöht werden, treten die Erhöhungen im interuroanen Sprechverkehr bereitam l. Dezember in Kraft. Ein Drei-Minuten-Gefipräch nach Linz, Graz. Klagenfuet Salzburg, Amlstetten uiftv. wirb von S. 3.40 auf S. 9.—, em GÄprcich nach Orten Tirols und Vorarlbergs von S. 3.20 auf <s. 4.-- erhöht. E Viele Krankheiten können Sie verhlütem wenn Sie Lüwen«Franzbrannlwein mit Menthol täglich benützen. Ueberall erhältlich! * Mord und Selbstmord in einem Berliner Restaurant. AuS Berlin wird gemeödet: In einem Reistaurant in 'ter Jnyalidenstratze spielte sich eine blutige DvagKdi« ab. Der Kinooperateur Alfred Botz hatte in Begleitung soiner Freundin, der lSjähvigen Hedw^z Äenz. in dem Restaurant das Frühstück genommen, als er plötzlich einen Revolver hervor« zog und einen Schuh auf <t«rä Mädchen absab. das sofort tot zusammensank. Ehe die Säfte den Mörder daran hindern konnten, hatte er sich auch fettst eine Kugel durch den Kops gejagt und war sofort tot. Da» Motiv btt Dat ist noch unbekannt. * Streik im Ebenfurther ElektrizitätSwerl. Gestern nach; ' mittags waren in Men Gerüchte verbreitet, datz infolge eines Gebrechens im Ebenfurther ElektrizitätSweok die Stromvers svrgung Mens gefährdet sein werde. Wie wir eufahven, hat es sich wieder um einen Streik der Arbeiter in diesem Merk gehandelt, der jedoch wieder a-bgewendet werden konnte, so daß keme Stromunterbrechung eintrat. * Cliff Aeros lebt! Allen Wienern wird der Mnn« des toMivhnen SportSmanneS, welcher aus der ZioluAkuppol seinen Todesfprung auMhtt, noch tekannt sein. Er war ein Liebling Wiens. Kurze Zeit, nachdem er Wien verlassen hatte, konnte man überall lesen: „Cliff Aerös tödlich verunglückt! ES war in Petersburg, wo i£,-i das Geschick ereilte. Wie wir nun eüfahren, hat dieser zä^c Sportsmann all die schweren Verletzungen und Brüche gllückUch Überstunden — er lebt und führt sein atemberaiOendes Vravounsirlll einem atemlos stau, »enden Pvbirkum wieder vor. Seinem alten Freunde, Direktor SöroPfi, mit dem Cliff Aeros im rlufsiscl^rn Staatszlrkus zu« sammen war und der ihm bei seinem Unfall in Leningrad die erste Hilfe leistete, ist «8 gelungen. 8lestn Muticfften der SporiSleute für seinen Zirkus im Renzgebä: de für den Monat Dezember zu gswitrnen. Clifif Aeros wird bereits ab Mittwoch, den 1. TezeuDer. im Zirkus Adolfi seine tollkühnen Pro^-uktionen beginnen. * AuS der Kinderwelt Palästinas. Sonntag, den 6. De, zember, halb 11 llhr vormittags, findet im Zentrallino (2. Bez., Taborstrape 8) die Presse« und Erstaufführung des allcrneuesten Paläjtinafi-lms „Au» der Kinderwelt PalÄftinas" in Verbindung mit einer Dia-llkabäerfeier statt, bei der Dr. David Rothblum, Mitglied des zionistischen Landes« komitees, die Festrede hält scwi-e Violinvirtr-ose, AÜberr Lang, VortragMnstlerin Mirjam Schnabel-Höflich und Lberkantor Gevson Margulies milwirlen. Ein Teil des Reinertrages fließt dem Keren Kajemeth zu. Karten im Vorverkauf: Zionistische DüroS, 1. Bez., Knrntnerstrahe 26, N. Löwit, 1. Bez.,. Notenturmstrahe W, Mcherstube Rath, 2. Dez.. Tabochtraß« 20 a, Kartenvüro ,/Aida", 2. Bez., Täborstratze 6. * ApüLo-Thea4er. Im Rahmen des Dezember-ProgrammeS wird man eine Revue schörrer Pariserinnen auf der Bühne sehen, wie Re nee Vinci u. Milane vom'Casino de Paris die hervorragende Tänzeriy Nana de Herrera vom Moulin Rouge in Paris, die spanische TänZe der modernen Schule zur Darstellung bringt, und Les Kerva von der großen Oper in Paris. Ihnen folgt ein interessanter Dressur-Akt des Dompteur Proste, der seine wilden Berber-Löwen vorführt. Eine überaus humoristische Szene bringt die Billy Devoy Comp, in der Parodie „Ein Abend im amerilani'chen Tingel-Tangel". Der berühmte Zauberer R o l f H a n s e n, die hervorragenden Akrobaten 4 Urbani und Rolf Holbein, das malende Unikum. sorgen reichlich für Heiterkeit. Aus sportlichem Gebiet zeigen Else, Lola u. Partner, eine elegante Rollschuh- Produktion Die Premiere findet Mittrvoch, den 1. Dezember, abends 8 Uhr, statt. * Gründung bet Zionistischen Fnnrenorgarriftrtion für dle Brzi.ke McwiahUf und Newcau. Um die jüdischen Frauen der Bezirke 6 bis 8 zionisll'ch zu organisieren, fand am 24. d. M. im ßr-ause der Uran Bczirksrat Rosa Ko hin eine überaus, stark osMhte Versammlung statt. Nach der Begrüßungsansprache derGastgeberin fü)tte sie die Ziele der zu silxrfsenden Frauengruppe aus und appellierte an die Anwesenden zur Organisierung und aktiven Mitarbeit.. Anschließend sprach die Präsidentin der „Wizo", Frau Sophie Löwe nherz über die Geschichte und Ausgaben der „Wtzo" und i >v-2r die Tätigkeit in Erez Jsrrel. Unter dem Eindnrcke rer Ausführungen der beiden Rednerinnen meldeten gsämtliche Anwesende ih.en Beitritt zur Organisation an. Die Sitzungen und Zusammenkünfte werden im reservietten vierten Raume dieses Cafes (ohne jeden Konsumzwang) stattfinden. Al.e Zufchristen und Anfragen: Frau BczirkSrat Rosa K o h n, 6.'Bez., Stumpergässe 29, Tel. 50-10. * Jüdische Kulturarbeit heißt die brennendste Ausgabe aller, bewußlen Juden Wiens. Der kulturellen Vertiefung der jüdischen Jugend hat der letzte zionistische Delogierlentag durch die Errichtung eines besonderen Kulturamtes den gebührenden Platz innerhalb der zionistischen Tätigkeit angewiesen. Es gibt aber keine ernste jüdische Kultumrbeit ohne jüdische Bücher. Darum ist die Aktion ver Buchhandlung R. Löwit. Wien, 1. Byz., Rotenturmstraße 22, billige jüdische Bücher als ChanEa-Geschcnke der jüdischen Oesfentlicy-keit zur Verfügung m stellen, auf das wärmste zu begrüßen^ Es ist leider ein wenig aus der Uebung gekommen, zu Chanukka, dem Fest der Tempelweihe/ der Jugend Bücher zu schenken, die ihr vas Judentum durch Erzählungen, durch Geschichtsbücher, durch Gedichte und Lieder nahebringen. Diese Uebung erneuert die Buchhandlung Löwit sehr erfolgreich, denn die billige Chanukka-Woche hat in allen jüdischen Kreisen eingeschlagen. Besonders Jugendbücher werden massenhaft verlangt, aber auch Belletristik und jüdische Wissenschaft. Ws der reichen Auswahl, die zu Spottpreisen zur Verfügung stehen, seien besonders erwähnt: die Werke von Schalem Alejchem» Perez, Herz!, Bin Gorion. die neueste Geschichte des jüdischen Bottes von Du« now, die Bücher von B u b e r, Ruppin und verschiedenen anderen. Die Verbreitung des guten jüdischen BucheS ist unbestreitbar ein großes Verdienst um die rmturelle Entwicklung des jüdischen Bottes. * Fische mit Lichtern. Zu den LeDenSwundern in großen Oseanittefen gehören geheimnisvolle Fische mit eigenen Lichtern. Weder Sonne noch Mond verleihen ihnen Licht, sondern sie ergeugen es feObft. Ihr OrganiSm'US ist mit einem mysteriösen inneren Dynamo versehen, der reichlich Licht erzeugt, >tas sie ihren Zwecken dienstbar machen. Der amerikanische Forscher Beede unternahm eine Expedition in das Momeer, um bisse Rätsel zu. studieren. Beobe sah Fische. :n Anforderungen der BevkehrSpoHzol sntftwachen. denn sie führten regelrecht« Vorder- und Schlußlichter. Ein wunderbares Exemplar aus einer Tiefe von drei Sosmeilen trägt eine Laterne, die so an einem langen Stiel hängt, dad der Fisch das Dicht geschwind auf den Rücken oder vor das Maul richten lann, wie einen Scheinwevfer. So ist es dem Fisch möglich. Feinden M entgehen unv Opfer zu fangen. Wie eine Fackel ziehen diese Mche dahin und erleuchren die Tiefe. Bei manchen ist der Lei» mit einer Reihe von Lichtern besetzt wie mit einer Diamantevschnü-r. Im Au-geniblkck der Gefahr erlischt das Licht. Manche Fische hatten ikberhaupt keine Augen, und bei anderen waren sie wieder von unheimlicher Größe. Beelbe sah solche, die sich wie mit einem leuchtenden Nevel umga'ben, und andere, die durch ihr Licht anzeigten. zu welchen: Stamme sie gehörten. Einige waren mir einen Zentimeter -lang und andere ^rchs Meter. * Senator Berah ein Mtifotttiu« Luthers. Eins Meldung aus Washington unterrichtet über die bislang der Veftentltchreit nicht bekannte Tatsache, daß der bekannte Senator Borah mit der Familie Martin Luthers Verwandt sei. Senator Borah oeavMttgt ein Oriqinalporträt Katharina Borahs, der Gattin Luthers, zu raufen, das im von deutsiber Seite Angeboten worden ist. Borahs Familie stammt väterltcherseits aus Mitteldeutschland, und zwar derselben Gegend, in dev Katharina geboren wurde. Der Senator teilt mit, er werde das Bild vakdtgst in Augenschein nehmen, um sich von seiner Echtheit zn Merzeugen.

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