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Wiener Morgenzeitung · 1926-11-29 · Heft 2786 (29.11.1926) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2786 (29.11.1926)
Date
1926-11-29
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 2786 Men», Montag Wiener MorgenMUttg"V ,. SS. NEemVer Mtz Seite 3 ändere. Nachdem Dr. Gruener ein diesbezügliches Versprechen abgegeben hatte, sah die Konferenz keinen Anlaß mehr, gegen ihn schärfere Maßnahmen zu ergreifen und auch keinen Anlaß, ihm das Vertrauen zu entziehen. Moianskr, vor Serlcht. Heute b^g'mlt vor den Wiener Schöffen der Diebstahls-- prvzeß gegen den Juwelendieb Julius Moransky. Der Fall hat seinerzeit viel Sensation erregt. War doch M o r a ns k y, der 29 Jahre alt ist, in Wien, mif der Praterstraße,, sJr»- haber eines Juwele ngeschäft es. Hier hantwlte er nttt geraubten Pretiosen. Nun hat er sich wegen Gewöhnheitsdiebstahls zu verantworte»«. Mit ihm angck'agt sind seine geschiedene F au, Juliane M o r a u s k y, und seii'.e Geliebte, die 22jährige Kontoristin Valerie Hohldampf. Wie seinerzeit ausführlich berichtet tvurde, hat Julius Morausty in Mailand und iit mehreren Städten Ungarns EiubruchLdieÜstähle bedangen, ist vernrtei't worden, aus den» Preßburger Gefängnis und in Zürich, wo er bet einem Einbruch irr einen Jnlvelerrladen Schmucksachen im Werte von mehreren Milliarden erbeutet hatte, aus gebrochen. Nachdern er sich von seiner Frau schaden ließ, »var Valerie Hohldarnpf seine Lebensgefähvtitt. Trotz seiner Mstrasungerr erhielt Moralisch die Konzessiott für das Iuwelengeschüft in der Praterstraße. Da Julius Moran"k) Ungar ist, konnte er rvegei» der in der Schiveiz uitb tu Ungar»» begangener» EinbruchMebstähle nicht zur Verantworinng gezogen werden. Es liegen AnSlieferungs begeh rer» vor. und Mora st) wird nach Verbüßung der Strafe, die das Wiener Gericht ihrn auferlegcn wird, an die a»»s ländischen Gerihle aus geliefert werd.'n. Vor dem Wiener Geücht hat.er einen Einbruch bei dem Juwe'rw Krispel in Graz und zahlreiche Diebstähle von Lebensmitteln und Textilwaren in» Bm'gm'and zr» v:ra»rtworter». Den Vorsitz in der Verhandlung führt Hofrat Doktor Kästner,'die Anlage vertritt'Staatsanwalt Dr. "Meixner. Verteidiger sind Dr. Sperber und Dr. Franz Körner. Die Verhand'ung. zu der zahlreiche Zeuger» vorge'a^n sind, u*itb im großen Schwnrgerichtsfaal drrrchgesührt Zar Schicksal der Bürgerversorgung hauscs. Eine Debatte tu der BezirkSvertrcil»r»g Alsergrund. IJr» der Sitzung der B zirkwertretung M'ergrunb von» 28. September d. I. hatte der christlich-soziale Bezirksrat Gold darüber Bschwrbe g-füht drß di: Stad v.vvall»n»g aus parteipolitischer» Gründen das BürgerversorgungShaus durch Aufnahnresierre au'lösn» wol'e was gegen die Intentionen der Pf'eglinge und gegen den Zweck des, eine eigene'S'-isiung'bildenden Bü g.n'verf^r^ung^wrtds verstoße. Denrg-g nnber erw'.derlen die soziademokra.»scher» Vezirksräte, das; die Sperre des Bürgerdersorgungshauses aus sachlichen G.ürrden erfo'gen müsse, weil das Haus den ürobentcn Anforderungerr nicht entspreche und im verkehrsreichen Zentrum der Stadt l'ege. Begirksrat Dr. Georg Weiner (jüdische Wcchlgemeiuschast) stellte den Antrag, die Entschließung über den Antrag Gold zu vertag'«, damit die B'zirksrate sich ans Der Hausarzt. N.d)glert von Dr. Sanel Vcer. ' Soll man die Mandeln entfernend Dllfe vielumstritte»»e Frage behandelte dcr C-,:f der Wuner rhi»»ologischen Klinik, Professor Hayek, in einem ärztlichen FoctbildungSvortrage. Die S el.'nngi.ahme diefes hervorragenden Lehrers und Arztes zur Frage der Entfer»»ung der Mandeln ist auch für die b eite Oessenll'chkeit sthr interessant, da in bezug auf diese Operation sowohl unter den Aerzten, als auch im Publikum die scheinbar widersprechendsten Ausstreuungen urn Geltung ringe»». Haben die Mandeln — das sind die in den beiderseits von den Gaunre»»bögen gebildeten Nische»» be'indlichen zwei höckerigen, ntit Schleimhaut überzogenen Gebilde — überhaupt einen Zweck? Was geschieht, wenn wir die Mandeln entfernen? Wenn man auch bis heute nach Ansicht Professor Hayeks die eigentliche Aufgabe dieser Nach.ngebild.e nicht g'nau kennt, so kann mar» doch mit Sicherheit behaupten, daß die Mandeln keine bestimmte Funlt'on im Körper Haber». Es ist also nicht erwiesen, daß sie eine bestimmte physiologische Aufgabe habe»». Wäre dies der Fall, bann mußten sogenannte Ausfallserscheinungen bei Entfernung dieser Gebilde auftre^e»».; denn bei Erpsirn ng eines lebenswichtigen Organs, z. B. der 'Schilddrüse, treten bestimmte Störungen auf. Das ist aber bei Ausrodung der Mandeln »licht der Fall. Aber auch die Behauptung, daß die Mcntdeln ein Sch»',Mgan bilde»», das eingedrurrgene Jnfekiior.steime aufzun'hrner» und »»»»schädlich zu machen vermag, ist unrichtig, da ihr Brei keineswegs der einer Lymphdrüse entspricht. Hi,rg:geu ist erwiesen, daß die Mandeln eine QueNe für die verschiedetrsten Infektionen des menschlichen Körpers .darstlllor». Die Vergrößerung »»nd Entzürwung der Mandeln, die man als Angina bezeichnet, wird als Ursache der Blutvergiftung, der Herzllappenenlzürrdung, des Rheu- »rratismuS, der Nieren- und Blinddarmentzündung tatsächlich beschuldigt. Die häufige Erkrankung an diesen Angin«»» erklärt sich daranS, daß die halbkugeligen Gebilde eine sehr verkiüstete Oberfläche ausweisert, von der sich größere oder kleinere Höhlen, sogenannte Lakunen» in das Innere des eigener Wahrnehrnung ein Bild über die Zustände im Versorgungshaus bilden können. Di sem Antrags wurde zugestimmt und die B-zirtträts Gold und De. Weiner zur Besichtigung deS VerforgungshaufeS erMchtigk. Diese Besichtigung wurde nach Rücksprache deS Bezirksrates Doktor Georg Weiner mit dem amtsführenden Sladtmt Tandler <n»ch vorgenommen. In der letzten BczilksverLrelungssißNNg Verichtele Doktor Wei»»er über die von ihm gepflogenen Erhebungen. Ev vertrat den Standpunkt, daß daS BÜrgervsrforgungshcnts twtz seines Alters sich in gutem Zustande befinde und bei einigen g:ringfüzig:n Ada.ti.-rungen vh»»etv«»ters noch durch längere Zeit seinem Zrvecke dienen kör»r»e. Ms Beweis für die Richtigkeit dieser Ansicht führte er auch an, daß erst vor wenigen Jahren (1913 bis 1918) eine Vergrößerung des Belegraumes geschaffen wurde, was ivvhl nicht geschehen wäre, we»n» man das Haus urihygienisch und seinem Zrvecke nicht errtsprechend airgesehen hätte. Auch arrdere öffentliche Anstalten, insb sondere die Kcarrkenhänser, liegen in» Zentrum der Stadt. Da feit Beendigung des christlich-sozialen Reg»nreS ohnehin fast keine Bürger mehr ernanrrt wüvber», möge mau mit der Auflösung de8 BÜkgerverfovgungshauses »»och die rveniger» Jahre Wärter», bis die letzter» crumtifteu Bürger, die »roch Anspruch auf Unterbringung irr» Vcrsorg»»»»gshaus hätte»», verstorben sein», um nicht die aller» Leute, welche eilte Uebersiedlung nach Lainz fürchier», überflüssigerwslse zu beunruhige»». Nach längerer erregter Debatte wrrrdr der Antrag Gold mit 14 sozia'demck a »scheu gegen 14 nichlso^ia"d.M)kraLlscher» Stimmen abgelehnt. Mische« iNtrum der Sor'alrn M'sgemelnfchaft Anilta Müller. 2. Dez., Untere Augi rinrstrahe 85. Allwöchentlich finden folgende Kurse für Jugendliche und Erwachsene statt: Montag: Halb 8 bis 9 Uhr abends Hebräisch für A»»- fäirger. 8 L»S halb 10 Uhr abends Hebräisch für Vorgeschrittene 1. 7 bis halb l0 Uhr Hebräische Konversation. 7 bis 8 Uhr abends Englisch für Anfänger. Dienstag: 8 bis 9 Uhr abends Hebräisch, Kurs 2. 7 bis Hab 10 Uhr abends Hebräische Konv:rsalio»r. 7 bis 8 Uhr abends Französisch, für Anfänger. 8 bis 9 Uhr abends Französisch für Vorgeschritterre. Ha'b 7 bis 8 Uhr aberids Schwedisches Turnen. 6 bis 6 Uhr alerrds Weibliche »»nd kunstgelv«' blich: Handarbeilen. Halb 8 bis 9 Uhr ab:»»ds Die Bibel itttb Frau. Mittwoch: 7 bis 8 Uhr ab..nds Hebräisch für Vorgeschritterle 2. (Propheten.) 8 bis halb 10 Uhr abends Errglisch für Vorgeschrittene. Halb 8 bis 9 Uhr ab.nds Neuzeitliches Tnr»»e»» für Männer. Dorrnrrstag: 7 bis halb 9 Uhr abends Hebräisch für Arrfänger. 8 bis halb 10 Uhr Hebräisch für Vorgeschrittene 1. 8 bis 9 Uhr Hebräisch für Vorgeschritterre 2. Für Kinder fittben folgende Hebräisch-Kurse statt: Kinder von sieben bis elf Jahre Dienstag 8 bis 4 Uhr, Don»»:rstag 3 bis 4 Uhr. Kinder von elf bis dreizehn Jahre Morltag 4 bis 5 Uhr, Freitag 3 bis 4 Uhr. Montag rmd Dorrnerstag zwischen 2 und 3 Uhr ärzt- BeratilvossteU". D-ensw^ zwischen 6 »rnd 7 Uhr'juri- Orga»»es in größerer Anzahl y»»»eir:z'.ehen. In und aus den Rachenorganen finden sich auch beim gesunden M n'ch n stets die ver/schiedensten Bakterien, darunter auch d'e g> fürchteten ftäbchenförtnigen, und mit den» Mikros.'op sichtbaren Streptokokken, die unter bestinnn'en Umstä»»''en, etwa bei Herabsetzung der Widerstandsfähigkeit des Jndivl.umnS, bei einer Berkühlüng Plötzlich krankmachend wirke»». In diesen Lücken sammeln sich auch leicht Speisereste, die sich zersetzen und dort einlicken. So sind.t der Arzt bei Druck auf die Mandeln oft große Ansamnrlungm, die sich ausprcssen lassen oder feste Einlagerungen, sog'nannte M. ndelsteine. Hat ein Individuum vielfach Halsentzündungen ü7e> standen, so schließen sich oft die Ausführungsgänge der Lakuncn nach außen ab, wührerch irr»! Innern g oße Eitermassen bleiben, die die Ursache für die meist ungeklärten Fieberattacken abgeben. Solchen Ma»»deln sieht man ihren eitrigen Inhalt von außen gar nicht m», sie erscheine»» oft »»»cht enrntal vergrößert. Wann sollen nun die Mandeln entfe. nt werden? Hat ein Mensch das Unglück, imnrer wieder von HalSentzündu»»gen belästigt zu werde»», die ihn öfter im Jahr krank und arbeitsunfähig machen, so ist es k ar, daß man solche Gebilde, die nur Schaden bringen, für deren Nutz:n es vorläufig keinerlei Beweise gibt, a»n besten entfernt. Dies leuchtet auch dem Laie»» ei»r, wenn er die Mandeln stark vergrößert und wie große Kirödel den ganzen Rachen einnehmen sieht. Ebenso wird man die Marrdeln entfern n, w:»»n es deutlich »st, daß nach jeder auch mir leichten Ma»»delentzündn»»g sich eine Verschlimmerung eines L.idenS einstellt, das man allgemein »nit der Mandelerkra»»k»»ng in Veziehuirg zu bringen gewohnt ist. Tritt e wa immer nach einer Angina ein Aufslanrme»» des alten Herzklappen proz lsi'es oder eine Nierenreizung ein, darrn wird nmn die Angina als ursächliches Moment bezeichrren und die Ma»»deln entfernen müssen. In solchen Fällen ist die Begründurrg für einen operativen Eingriff klar, aber nicht »mn»er liegt es so einfach. Es besteht bet einen» jrtngen Menschen etwa »nonatclang eine leichte Temperatrirsteigenmg, die sowohl auf eine beginnende LNngen- oder Drüser.erkra»»lrmg od^.r ans eine kranke lRande! bezogen werden kann. Hier ka»»n Mr disthe Beratungsstelle. Donnerstag zwischen halb 7 und 8 Uhr ErziehungsberatungSstelre. Donnerstag, den 2. Dezember 1926, halb 8 Uhr abends: Alveiter Vortrag Dr. Leo G o l ü h a m m e r: Gliederung des jüdischen VoKes (soziale, wirtschaftliche und parteimäßige). Samstag, den 4. De-em/ber 1966, halb 8 Uhr abends: Humoristischer hebräischer LichibUdevvortrag. Nach'foligende Kurse werden neu eröffnet: Hebräisch für Kinder (7—11 und 11—14), NelrizeiMches Turnen ftlr Männer, Talmud, Deutsch für Ausländer, Phyisto-- logie' und Hygiene der Frau. Anmeldungen für sämtliche Kurse täglich von 6 bis 8 Uhr im Sekretariat. * Tödlicher 80jährige Private Marie Wien, 29. November 1926. Mnsall. SamStag, stürzte die __ _ _ .einmann am Karmnerring von "einem UraßenbahnztLg, der sich eben in Beweauna setzte, ab, und bliob schwerverletzt liegen. Sie wurde durch die Rettungsgösellschaft ins Wiedener Kranke»»haus gebracht, wo sie bald nachher gestorben ist. « Uns .kl. Vorgestem nachmittagist in der HauptaUee im Prater der Mahrtge Kurt Busch»er, von einem Pferde gegen einen Baum gepreßt worden und erlitt Brüche beider Untevarmknochen. Tie Rettungsgesellfcljaft verband ihn und brachte ihn auf die Unfallstatwr». * Gewalttäter. Der schon neunmal biö. zu zwei Jahren schweren Kerker vorbestwste unterstandslose Hilfsaubeiter Karl Jura nskh, hat vorgestem »»achts einen KeNner in einem Kassechause in der Guvrunstraße gefährlkh bedroht; er wurde dem Landesgerichte eingeliefert. — Samstag nachts wurde der 27jährige Hilfsarbeiter Rudolf Baar, in dcx Lasfalestraße im Raufhanvel Von einem Burschen z»» Boden gesryieudert und erlitt einen Bruch des linken Unterschenkels, so daß er in das Spital gebracht werden mußte. Die StrafamtShandlung gegen den Täter ist eingelottet. * Absturz einer Travezkünttlerin. Am Schlüsse der gestrigen Nachmittagsvorstellung im Zirkus Adolf» ererguete sich während der letzten Nummer ein bedauerlicher Unfall, der zwar sehr gefährlich auSsah und große Aufregung hervorrief, aber glücklnherweiie Hne ernste Folgen blieb. En» werbliches Mitglied der neunköpfigen TrapeMnsdlergruPpe Klein stürzte »nfolge einer Unachrsanckeit neun Meter tief in die Manege ab. Die erst sechzehnjährige Elevin hätte eine Mundangel mit den Zähnen faßen sollen, um sich daran zu schwingert, ließ aber das Trapez los, che das Instrument noch fest im Gaumen saß. So stürzte sie in die Tiefe und mrißto aus der Manege wegge tragen werden. DaS Publikum geriet über den Unfall in große Erregung und verlangte den sofortigen Abbruch der Produktion. Die berufenen Aerzte konstatierten, daß sie feine nennenswerten Verletzungen, sonder»» nur eine leichte Prellung in der Kreuzgegend erlitten habe. D»e Abendvorstellung mußte ohne ihre Mitrvrrkung vor sich, gcherr. ® Jrrternctionaler ärztlicher Spezialkurs in Fan,MSl«d. Der günstige Erfolg des im Herbste 1922 in Franzensbad veranstalteten ersten ärztlichen Spezialkurses für Fauen- und Herzkrankheiten, hat die Kurstadt Franzensbad veranlaßt, die Abhaltung eines zweiten internationalen amtlichen Spezialkurses im Mai 1927 zu beschließen.. Bei diesm Kursus werden auch Vorträge über die Indikationen und die Iherapetltische Bedeutung der neuerbohrten Franzensbader GkauDersalz-Starkquellen gchalten werdem Vereine, Bortrllge und Bersammlungeu. Wiener Aet^Hauridrasch, 2. Bez., Tempelgasse 3. Heute 6 Uhr, Lektor Dr. S. Ruv inr „Der Schadenersatz im tal- »nn»d»schen Rechte". Mairnonides-Jnstitut. 3. Bez., Hetzgasse 49. Heute, Montag, 6—7 Uhr, Dr. A. Kaminka, „Das Buch Hosea nach dem Urtext und der Septuaginta". 7—8 Uhr, Maimvnides, „Die Eigenschaften der Materie nach Aristoteles". eine längere Beobachtung des Patienten den weiteröer» Weg weifseir. Man kann nicht verlangen, daß der Arzt in einer kurzen Ordination sofort die Entscheidung trifft. Aus dem Aussehen der Mandel kann man schwer einen Schluß auf den Inhalt ziehen. Kleine, scheinbar ungefährliche Ma»»deln erweisen sich bet deren Entfernung als stark verändert und mit Eiterabszessen durchsetzt, so daß deren Gefährlichkeit für das Individuum begrürcket war, während große Mandeln ruhig »m Halse verbleiben können. Tatsächlich sieht man oft Wunderwirkungen nach operativen Entfernungen, die verdächtigen erPhten Temperaturen schwinden, die Kranken blühen förmlich auf. Keirteswegs aber berechtigen eine bloße Blutarmut oder ein schlechtes Wachstum allein zur Entsernmrg der MairdÄu, wem» angeblich am Kinde keine ande« Ursache für diche Zustände zu fittben fittb. So zeigte denn Professor Hayek, daß es auch heute twtz der mangelnden Kenntnisse über die Aufgaben der Mandeln ein« sichere Begründung (Indikation) für die Entfernung bieJfer Gebilde gibt, vorausgesetzt, daß das Publikum dem Arzte die Möglichkeit gibt, mit Kritjk und mit Ueberlegung die Sachlage zu untersuchen. Die wahlm»d kritiklose Entfernung der Mandeln, wie sie in Amerika teilweise geübt wird, muß ein wissenschaftlich geschulter Arzt ablehnen. Aerztilcher Fragüaftrn. Treuer Leser aus Polen: Wie SinneSverwirrrungen entsteherr, darüber gibt es noch heule keine zuverlässigen Er- »lärungen: »nan sieht sie nach bestimmten Krankheiten oder, als Folge bestimmter Schädigungen auftreten (Alkohol, Syphilis, Erschöpfung). Ausführlicher Artikel folgt demnächst. —■> S. Jungermmm, 14. Bez.; Es wird wohl notwendig lein, sich einer grüitdtichen Untersuchung (intern, Augen, Nase, Ohr) zu unterziehen, um die Ursache der Kopfschmerzen z»» eruieren. Mit den angedeuteten Mitteln allein werden Sie kaum aus-, kommen. — Ausübel, Re«,Bork. Es gibt bis heute keine alliiemcin anerkannte Ursache für den Haarfchwunb. So erklären ich auch die vielen angeprresenen Haarmittel, die meist wertlos lnd. Suchen Sie jedenfalls einen tüchtigen Arzt auf, der eine allgemeine gründliche Untersuchung des .Körpers vornehmen soll. Der Haarausfall hat feine Ursache oft nicht tn einer Haar» Erkrankung, sondern es liegt ihm manchmal ein fernUegendes Leiden zugrunde.

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