Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2785 (28.11.1926)
- Date
- 1926-11-28
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Sorbr ff) Wien, Äonntacr 'wtvncr jwp»g»njvuin^ 38. Nvvembvr I90R M. zm bin — ich bin ein alter Sämuspielor mtfi trf<mlK> nickt an jolcbo Möhchen. Sicherlich Ivar das, umich damals zusmuunmfaseltr, noch- Minimer als rutS, was der Kommissar geschrieben hatte. Vielleicht war es aber uud) besser. - wer will Richter sein über die Inspiration? Doch ich mutzte c-ben rei&ett, ich konnte incht, lmnste nicht abbrrchen: wenn das Theater in stammen aufgegangen wäre, ich hätte nicht geschwiegen. lUtb ich hörte erst auf, als ich selbst fiihlte: jetzt ist's Zeit! Nicht heute, nicht damals, als ich die Mhne verließ, erinnerte ich mich arrch nur an ein einziges Wort von dem, was ich gesprochen hatte. Und nicht ein ein-;iges Wort hatte wirklich ineine eigene Billigung. lIch legte mich also hin nnd starb. Die Selpuspielerin murmelte düs Ehre, -die Kapelle spielte, was sie ,zn spielen batte, der Vorhang siel. Im Saal er-hob sich ein utä-stcr Tumult. Nie hatte ich etttws AebnÜches gesehen. Zehnmal mutzte der Vorhang ihochgehen, und das Dakapogeschvei setzte mich, ornüchtert, wie ick seht war, ernstlich in Schrecken. Der Kommissar flog wie eine Kugel auf die Wihne, die Alkgen twller Tränen, zerbrach mir fast die .Hände und besabberte mich völlig mit seinen Küssen. ,Gen-?n ' i -'übe ick selbst', sagte er. ,an der Front im St gen. Wie großartig Sie das gespielt haben: 'au w, als ob ich seMt daläge! Und die Kerls .. . - »«.itet Dafür, daß Sie noch einen Schluß liimäugefügt haben, ta.ae ich Ihnen vielen Dank. Es Ektz-so noch besser! Nein, wie «das alles .bei Ihnen so bevauskommt — tatsächlich, alles, alles ganz, wie es in Wirklichkeit ist! Da sieht man mal, was der Künstler;u bedeute« hat, wenn man ein revolutionäres Repertoire bat!' Na ja. Ich weiß nicht, weshalb ich das alles erzählt nabe. Ja, ich kann alles nur so von der Seite her betrachten, ebenso wie Sie. Und ebenso wie Sie, verurteilend und feindselig. Aber die Kunst ist kein Blick, die Kunst ist eine «Deuche. Das war damals eine der «gkücklichsten Minuten meines Lebens — und versuchen Sie, nrich davon zu überzeugen, daß das nicht Minsk' war, als ich meine Seele singen hörte — diese Minute der Improvisation, die meinem von der Seite her beobachtenden Blick gerade entgegengesetzt war." Der Literaturlehrer Hatzte den Schauspieler nun endgültig und stritt, bis er ganz heiser war. Aber der Schauspieler war jetzt matt, hörte nur aus Höflichkeit noch zu, und es war, als kömre er tatsächlich nicht verstehen, tveshalb er das alles erzäkhlt habe. Die Menschen, die morgigen „Ansteher", waren nvit ihrem obligatorischen Abendschwatz fertig. Das Programm war nun -das übliche: unruhiger Schlaf und am frühen Morgen — antreten und Schlange bilden. Der Lehrer und der 'Schauspieler gingen zusammen fort. „Enck Schauspielern ist eben euer Pajok mehr wert als alles andere", behauptete der Lehrer. Auf der Straße drängte sich ein kleiner, zerlumpter Bengel an sie heran und weimerte: ,,'Onkelchen, lieber Bürger, eine kleine Ga-—abe .. Der Lehrer blieb stehen und schrie triumphierend, als hätte er ein letztes und nnwiderlechlickes Argument -gefunden»: ,Mso, bitte, inspirieren Sie den Bengel mal! Da, den hier! Was? .Können Sie das?" Der Schauspieler antwortete, ohne ibn anzusehen: „Sic haben mich nicht richtig verstanden. Nicht ich inspiriere ihn — sondern er mich! Aber er will gar nichts von mir wissen. Der Hunger ist seine Inspiration, mV das Leben sein Material ..." Deutsch von Erich Bocihme. Volkswirtschaft. Bon der „kleinen" Refuudierungsavleihe zur großen Znvestttiousanleihe. Ser Schulvenmacher Staat i« AedrSngnis. Der Gesetzentwurf über die Relfuudierungsanleihe tut vorläufig so, als ob der Staat mit -dem Maximalbetrag von 8V Millionen Schilling das Auslangen finden könnte. Das ist die übliche Taktik orn.e.<- in BLdrängnis geratenen Schuldenmachers, der sich noch nicht ganz deklarieren nrag, »m die präsnmptiven Geldgeber nicht vor den Kopf zu stoßen. Hat er erst die unentbehrlichen 80 Millionen bekommen, ist die „kleine Ziwangsanleihe" zur Refundierung der Zentralbankkredite unter Dach und Fach gebracht, so wird er bald mit der „großen Anleihe" Herausrücken, um die Poistsparkasseverluste 31t decken und Geld für die nicht mehr anfßuschiebenden Investitionen zu verlangen. Die kleine innere Zwangsanleihe frei den Instituten mußte vorangchen, ehe daran gedacht Wooden kann, die ,protze Jnvestitionsanleilhe" aufsule-gen, die Dr. K i e n - bock angedeutet Hai, als er im Nationalrat erklärte, daß das Jahr 1927 mit Rücksicht auf die Erschöpfung der Kreditreste aus der VM'erbundanIeühe das Jahr der Kredite sein werde. Aber schon im Laufe der Verhandlungen wegen UÜbernahme der Obligationenanleihe für die Zentralbank hat es sich herausgestellt, daß die öfteweLchische Kapitalskvaft keineswegs so groß ist, um die Lasten dieser „kleinen Anleihe" einzig und allein den Banken und Sparkaffen auszuhalsen. 80 Millionen Schilling, das ist fast so viel als die größte österreichische Bank, die Kreditanstalt, an Aktienkapital und Reserven in ihrer Goldbilanz ausgewiesen hat. 80 Millionen Schilling in einer nicht marktgängigen Anloihe anlegen hieße aber, einen ungeheuren Betrag immobilDeren und in der Privatwirtschaft einen klaffenden Riß aufikommen lassen. Es gehörte also schon eine ganz hervorragende Kunst der AiAeihegeometrie dazu, um einen Ausgleich zwischen den Bedürfnissen der Staats- und Privatwirtschaft bei der Aufbringung der „kleinen inneren Anleihe" herbeizuführen. Und schon hier zeigte es sich, wenn man beiden gerecht werden will — und die Verhältnisse zwingen dazu —, daß man schon boi der „kleinen inneren Anleihe" auf den künftigen Mnehwer der Titres der großen JnvesöftionSanlsihe Rücksicht nehmen, man also schon jetzt das hartnäckige Leugnen des» Valorisierungsproblems anfgeben muß. Da es nämlich ausgeschlossen ist, daß die Titres der ZentralfranEA'igationenanIeihe bei den Bauten und Sparkassen im Portefeuille liegen bleiben und man vielmehr trachten muß, sie auch beim Pufrlikum zu placieren, so wird schon jetzt für ihren Zinfendienst vorgesorgt Aus diesem Grunde hat der Staat einen bestimmten Teil des Erträgniss-cs der Rentenstener als Bedeckung für die „Klirre innere Anleihe" zugewiesen, Men VI.THeobaldgasse 1 f so» Aatoand raeforradiabra&iile RUMPLER vom LandeSschuirat genehmigt M., Mavxergasse 30-32 Ttl. 90-5-67 und 95-9-38 Filiale: VI., Mariahilferstr. 4». Telephon 4l-21 Vcvlauge« Sie Prospekte! 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Ecke Kai. ii«M' fmfie för meine Schwester, die Mkr feMMd und BliistBrliaffB Wirtin ist, S MQO.— und WofiMRfl besitzt, einen B«wsrbcr im Alter von 40 bis 45 Jahren. — Zuschriften unter .fitösklista Itön" „OULA“ lat nach «elslNur de* Ter lioiuhsle ,4>l.lA,‘ lat MdIj welsMr die EKeilc i and iBBrcRde See-! lltMsneiBe Bet „OllA“ vullstc Garantie für JedCR1 Siüct 1 Überall erhältlich — „ÖLLL“-Depot« dar«h Plakate «raichtl c - jdUe j2kheuen0imd Umtausch «*#***M\ * m ' I JPil - j ^iw^ V -5'-^ ">7m ^72 ».-V-vÄ-rr 0'T . r. Scliünraw MTV «RIEB - Sutsdkem «r bereilel siel« Vraodet erllMli MiUftlie SlrOmpIti dsWMA» tni& iüi BAS 1* i ■rsUdessifl« I« Narslrllmpfta ml» voonsIsoUaa bb4 Book- AM07 fersen (a aiäten Uodeftrbcn %«•««*• »ttttMiMf imßßßm J^wmm veihnachts-rummei