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Wiener Morgenzeitung · 1926-11-28 · Heft 2785 (28.11.1926) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2785 (28.11.1926)
Date
1926-11-28
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Serk 1 Wien, Sonntag Wiener Morgenzeitung 38. November 1926 Nr. 2785 Tagesbericht. Tratschereien. Dir Ratte beißt sich in vcn Schwanz. Tie preußische Akademie der Künste hat sich kürzlich eine Sektion für Dichtkunst zugelegt. War man zufrieden? Nein. Gleich in der ersten Sitzung brach das Temperament des Ariw Holz — die Literaten sagen des „ewigjungen" — durch: er wetterte gegen die Akademie, gegen die Sektion, für Dichtkunst, er fühlte sich verpflichtet, zu dem Entwurf ein Gutachten abzugeben, das die Dichterakademie ablehnte. Dem Reichstag ivird der Entwurf eines Gesetzes zur Bewahrung der Jugend vor'Schmutz mid Schmld vorgKegt. Ist man zufrieden? Nein. Dieselbe Dichterakadenrie, die von Artw Holz als überflüssig abgelehnt wurde, erhebt Einspruch gegen den Enttvnrf, weil er ihres Erachtens unübersehbare Gesahrcnmomente für die Geistesfreiheit ustv. in sich birgt. Die Ratte beißt sich in den Schwanz. Doch davon wollte ich nicht erzählen... * ©in Märchen. Es war einmal ein Balkanprinz, dem eine große Erbschaft .zufiel oder — richtiger gedeutet — zufallen sollte, wenn ihm eine höhere Macht gut gesinnt wäre. Aber, was Alt das, der Mensch hofft immer — zulasten des andern. Und eines Tages geschah es, daß der Priitz ein Schreiben bekam, er möge kommet:, denn ein guter Rat tverde ihm die Erbschätze wie eine Taube in den Mund fliegen lasser:.. Der Prinz kanr zum Briefschreiber, eincnr tveisen geheimen Rot der Justiz, der ihn an ebenso weife, wenn auch nicht so geheime Männer der Gerechtigkeit toies, nur müsse der Prinz, so ließ 'sich der Rat mit wohlwollendem Lächelrr hinter der Altersbrille vernehmet!, am Altar der Gerechtigkeit fünf Millionen Silberschillinge opfern: der Weihrauch werde die Hirne der höheren Mächte benebeln und den: Prinzen zum Erbbesitz verhelfen. Und so geschah es, d. h. der Prinz unterschrieb den J Vertrag. So war olles in Ordnung, nur daß 'der Prinz auf die Erbschaft, der weise geheime Rat auf die Schillinge wartete. Scheinbar warmer Altar nicht in 'Ordnung, "lind tvennJie nicht gestorben sind, so warten sie noch heute. Doch davon wollte ich nicht erzählen.. ' * -• . .. Das Wimmerl ist mr allem schuld. Ein gutbeleuinundeter junger Mann ließ sich in gonrmandesker Laune dazu verleiten, im fremden Land Fische zu essen, Das schlug ihm nicht an. Er -bekam ein Wimmerl im Gesicht. Die Stadt der Lieder war bestürzt. Telegramme flogen hin und her, der Funkenapparat arbeitete bis zur Siedehitze Und stündliche Bulletins hielten die atemlos intevessierte Welt am Laufenden, als würde es sich um einen Tenor oder einen Opercttendirektor handeln. Ich war befriedigt, als ich hörte, daß wirklich eit: Tenor und ein Operettendirektor in einer Person der Betroffene sei — nub nicht etwa Albert Einstein öder Benito Mussolini oder King Georg. Und als der Tenor wieder auf der Bühne erschien, gabs Toben und Tosen und Blumcnregen und unendliche Begeisterung. Das Winmrcrl ist an allem Schuld. Ich habe beschlossen, mir auf die Gefahr einer Gesichtsentstellnng hin, ein Wiinmerl wachset: zu lassen, vielleicht —. ^'och davon wollte 'ich nicht erzählen... o. r. Las Berliner Schachturnier. Heute die letzte Runde. Berlin, 27. November. Heute wurden die Hängepartien gespielt. Ahues gewann bald seine Partie gegen Cvllc, Rubinstein nach 64 Zügen durch vorzügliches Ertdspiel gegen List. Dagegen nnlßte er nach 69 Zügen gegen den vorzüglich spielenden Meister Holthausen aufgeben. Nach der Pause nmßte Rubin stein gegen Samt sch spielen. Dieser hatte Dame, Läufer und vier Bauern, Rubinstein Dame, Läufer und drei Bauern. Da die Läufer von ungleicher Farbe waren, war ein Gewinn für Sämisch äußerst schwer. Aber auch ein Gewinnen dieser Partie gäbe. Sämisch noch keine Aussicht auf einen Preis. Um halb 9 ilhr, nach im ganzen zehnstündiger Spielzeit hat Sätnisch Dame, Läufer und drei Ballern, Rubinstein Dame, Läufer und zwei Bauern. Die Partie wird weiter gespielt. Das Ende ist nicht abzusehen. Stand: Bogoljubow 6*4, Rubinstein 5 (eine Hängepartie), Grünseld, Spielmann und Ahues' 4, Johner, List 3H4, Sämisch 3 (eine Hängepartie), Colle 3, Holzhaüsen 2i/z. Morgen in der letzten Runde spielt Bogoljubvw gegen Rubinstein, Ahnes gegen von Holzhausen, G.ünfeld gögen Johner, List gegen Colle, Sämi'sch gegen Spielmann. Berlin, 27. November. Die Partie Rubinstein gegen S ä m i s ch wurde nach im ganzxn elsstündigem Kampf remis. . Hakoah — Wafferballmeister. Vienna gewinnt den Cup. Der gestrige Entscheidungskampf um die diesjährige Wasserballmeisterschast brachte der Hakoah den Sieg. Die jüdische Mannschaft'sckstug in einem spannenden Spiel W. A. S. 6:2 und gewann damit den Titel desWasserällmelfters. Zur Halbzeit stand das Tressen 3:1. er W. A. S. brachte es äus 3:2, worauf Hakoal/'im Endspurt siegte. D.ie Treffer der jüdischen Mannschaft erzieften: Flesch (3), Reich (2)-. und Mth. Den 'Cup gewannen oie Vienna gegen der: W. Ä. C. 5 :4 (3:2). Wer alle möglichen I durchtzemacht hat und trotz großer dänischer Entbehrungen keine Gewichtsabnahme erzielen konnte, versuche Dr. Hossbauero EntfeltünoStabletten, die. vor allem keine Aenderung der gewohnten Lebensweise verlangen und in kürzester Zeit Gewichtsverminderung bewirken. — Depot: Apotheke H. Bayer, Wollzeile Nr. 13 Der Vesuv in Atlgkelt. Rom, 27. November. Nlw) Bmtte.rmeldungen aus Neapel ist der Vesuv seit gestern in voller Tätigkeit. In den am Vesuv gelegenen Ortschaften ist starkes Getöse zu hören. In der Nacht sah man gegen den heiteren Himmel sich ungeheure rote Strählcnbündel erheben. Ein L a v a a u s f l u ß ist bisher ' nicht erfolgt. Errichtung eines Leuchtlurm s auf dem Aetna. Rom, 27. November. Die italienische Regierung beabsichtigt, auf dem Aetna einen mächtigen Leuchttuxm mit etwa 1000 Kerzm Lichtkraft zu errichten. Der Lenchtturm, der auf d?r höchsten Erhebung Siziliens stehen wird, soll dein Flug- und..Schiffsverkehr als Signal dienen. Die größte Schönhettskoakumnz der Welt. In Nom mit 54.600 Teilnehmern. Vor einigen Tagen wurde in Rom der größte Schön» heitswettbewerb veranstaltet. Es erübrigt sich, zu betonen, daß.die Veranstalter, obwohl die großzügige Konkurrenz um' die Schönheitspalme aus europäischem Boden vor sich ging, Amerikaner wareil. Sic hatten einen triftigen Grund, den Schauplatz der Konkurrenz diesmal nach Rom zu-verlegen. Die Idee .des Wettbewerbes war nämlich von den Vertretern-großer Filmfabriken ausgegangen, die von dessen Ergebnis die Entdeckung einer Anzahl zukünftiger Kinolieblinge erhofften. Da eine nicht unbeträchtliche Anzahl männlicher und weiblicher Filmschvnheiten, unter ihnen die bedeutendsten Stare der amerikanischen Lichtspielkunst, Italiener und Italienerinnen, sind, waren die findigen Amerikaner auf den Gendanken verfallen, der Nach-Nnlchs sei gleichfalls in diesem Lande zu suchen. bereits viele Wochen vor dem großen Tag. hatten große'Plakate an allen Ecken und- Enden. Roms und anderer italienischer Großstädte die.. Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit auf die Veranstaltung gelenkt, sie forderten junge Männer und Frauen auf, sich am Wettbewerb zr Wclhnadils-Vcrkauf Sprechende Beispiele unserer Leistungsfähigkeit 32.— 42.— 70.- Damenmode-Abteilung Toiletten vom einfachsten bis zum feinsten Genre.. S 60.—, 45.—, 35.—, Tanzkleider aus prima Crepe de Chine, schicjce Fassons . . S 95.—, 80;—, 60.—, Abendkleider aus Crepe Georgette u. Crepe de Chine . . . S 140.—, 100.—, 90.—, Damen-Pyjamaa, feinste Ausführung in allen Preislagen ' Damenwäsche-Abteilung Jumperleibchen mit Stickei ei . . S 2.90, 2. Damenhemden, handgestickt oder mit Schweizer Stickerei . . . . 8 6.50, 4.60, Damenbeinkleider aus prima Chiffon . S Damennachthemden, handgestickt oder mit Schweizer Stickerei. . S 12.50, 8.50, Garnituren, zweiteilig, handgestickt . . 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