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Wiener Morgenzeitung · 1926-11-23 · Heft 2780 (23.11.1926) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2780 (23.11.1926)
Date
1926-11-23
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6ette 6 Mm, Dienstag IBfettet Morgenzettttttg 23. November 1936 Nr. 2780 Volkswirtschaft. ^ssssssssvsskmsssssssssssvsssvvmmaskmssvsssssss «ssssssssssssssssssvsssssvvssa« Sie Bofel-Konti bei der Postsparkaffe. «e Verhandln»««« de» PMpakkaffenansschnffes. Die Reinigung des Augiasftalles der Postsparkasse aüvfte sich allem Anscheine nach doch nicht so leicht in der Form vollziehen, wie es sich die Herren Dr. Kienböck und Dr. Reisch vorstellen. Dr. Kienböck hat sich bei den Handelskammern gestern mit seinem Versuch, &e neue „Oesterreich! sche Postsparkasse" -gänzlich unter die Botmäßigkeit der Nationalbank zu stellen, seinen ersten, ziemlich deutlichen Refus gcholt. Dabei wur-de i-hm zu verstehen gegeben, daß die Versmnpfunig der Postsparkasse tveniger daraus zumickzuführen war, daß das alte Statut schlecht gewesen sei, wie vielmehr darauf, daß es an der entsprechenden Kontrolle der Gebarung der an der Spitze stehenden FniEonäre gefehlt habe. Die Herren von der Handelskammer sind natürlich sehr hMche Leute und darum haben sie es nicht gesagt, aber sie hätten es sagen können, daß frei der Abfassung der levwimschen Vertrage mit Basel vom 18. April 1925 und 23. September ^1925 sogar ein Finanzminister, Kienböcks Vorgänger Dr. Ahrer, mitgewirkt habe. Als Unterzeichner der Verträge figurierten allerdings auch Minister Dr. Schür ff und Ministerialdirektor Dr. Grimm; der letztere hat nur als Zeuge mitgefertigt, während Dr. Schürft offenbar nur darum seine Unterschrift gab, weil man der Tatsache Rechnung trug, daß die Postsparkasse formell nur dem Handelsmimsterium unterstellt war. Die Einmischung des Finanzministeriums in die Geschäfte der Postsiparkasse zur Zeit Dr. Ahrers ist sicherlich keine besondere Empfehlung, um die Postsparkasse unter die Oberaufsicht des Finanzministeriums z>u stellet; es besitzt aber auch umso weniger Grund, sie der Nationalbank auszulisfern, als es kein Geheimnis ist, daß der Präsident der Natronalbank, Dr. R e i s ch, im April 1925 der Postsparkasse die Bosel-Sanierung übertragen ließ, weil die Nationalbank, die damals bei der Stützung der Börse mitwirkte, das schlechte Geschäft der Bosel-Stützung nicht machen wollte und daher die Postsparkaffe vorgeschoben hat. Wie die Geschäfte mit Basel a-ussahen, darüber gab gestern im PostsparkassenausschuH Präsident Doktor Reisch neuerdings ziffernmäßige AuMänmgen. Danach beliefen sich die Gesamtumsätze der Postsparkaffe bei Basel in den Jahren 1922 bis 1925 auf 163.7 Millionen Schilling. Aus der ziffernmäßigen Darstellung der Kreditgewährung an Bösel und dessen Rückzahlungen an die Postsparkasse ist ersichtlich, daß Bosel im Jahre 1922 mit einer Einlage von 15.4 Millionen Schilling seine Geschäfte mit der Postsparkasse begonnen hat. Diese Post figuriert als Saldovortrag der Rückzahlungen im Laufe dieses Jahres, eine ziemlich dunkle Sache. Geschädigt wurde die Postsparkasse vor allem dadurch, daß Basel, der große Barkredite bis zu 58.8 Millionen Schilling erhielt, seine Rückzahlungen zum größten Beil m Effekten bewerkstelligte. Die Gssamtfchilld Bösels, die im April 1926 3.6 Millionen Dollar betvug, ist a u f z i r k a 11.3 Millionen Dollar angewachsen. Diese Steigerung erklärte Präsident Dr. Reisch damit, daß die Boselschen Konti durch Uebertragung ans das Sammelkonto der Union-Trust A.-G., Genf, die bekanntlich als Holdinggesellschaft zur Srnierung Bösels gebildet wurde, ausgeglichen worden sind. Die Union- Trust A.-G. übernahm Bösels Aktien, während die Postsparkasse als Gläubigerin Bösels das Pfandrecht an den Aktien hatte. Auf eine Anfrage des Wbg. Dr. Eisler, ob der innere Wert dieser Aktien bei der UÜbernahme fastgestellt wurde, erwiderte Präsident Dr. Reisch, es sei darüber aktenmäßig nichts feststellbar. Nach einem berühmten Wort heißt es, daß das, was in den Akten nicht vorhanden ist, auch nicht in der Welt .existiert. Hier bei den Bosel-Konfi der Postsparkasse ist der Sachverhalt leider anders. In den Akten ist zwar nichts voohanden, dafür aber existieren die großen Verluste der Postsparkasse 1 Die Gffekteniverlufte sind jedoch nicht die einzigen. Interessant sind auch die Aufschlüsse, die Dr. Reisch über die Verluste an den Devifenspckulationsgeischäiften erteilte. Darnach wurden mit dem Bankhause Basel Devisentransaktionen per Dollars 6,084.000 und mit einer deutschen Bank durch Pernntüiu-ng Bösels Per Dollars 3,291.132 getätigt. Hiäber ergab sich insgesamt ein Verlust von Dollars 5,088.865, der somit die von ihm ursPrtü'Nglich angegebene Ziffer übersteigt, jedoch in den mitgeteilten Verluftsummen größtenteils inbegriffen ist. Zum Schluffe der gestrigen Verhandlungen des Postsparkassenausschusses brachte dir sozialdemokratische Sprecher Dr. Allina die nämlichen Bedenken gegen eine Einschränkung des GesHästskreffes der Postsparkasse vor, wie sie in der Konferenz mit den Vertretern der Handelskammer zum Ausdrucke gekommen waren. Es sprach auch der großdeuksche Abgeordnete Doktor Hampel zu dem von Dr. Kienböck bsfiinworteten Orgamsationsentwurf über die Postsparkasse. Er unterbrach jedoch seine Aus'führ.ungen, um sie in der für Freitag anberaumten Sitzung vorzubringen. Aus einer Rede des Abg. HampÄ in einer gestern abgehaltenen Versammlung der Poftsparkassenbeamten ist zu entnehmen, daß die Regierung in der Frage der künftigen Organisation der Postsparkaffe auch gegenüber dem zweiten Bestandteile der Rcgierun'gsknehrheit, der großdeutschen Volkspartei, keinen leichten Stand haben wird. Dr. Hampel sagte nämlich: „Ich gelobe, daß die großdeutsche Partei mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln trachten wird, daß der bisherige Geschäfts nmfang des Postsparkassenamtes aufrecht erhalten bleibe." Lar tateraiitiotrafe kisenkartell. Einladung der tschechsslowakifchen Vertreter nach Paris. Aus Paris, 22. d. M., wird uns telegraphiert: Der „Daily Mail" zufolge sind die tschechischen Stahlfabrikanten eingeladen worden, an der Konferenz des Stahlkartells am 10. Dezember in Paris teilzunehmen. ttebergana des Eisenröhrenhandels der „Estag" an die Alpine. Gemäß einer Vereinbarung der Firma Otto Wolf in Deutschland mit den Bereinigten Stahlwerken, die bekanntlich die Majorität der Alpine Montangsellschaft von Stinnes übernommen haben, befindet sich die Eisen- und Stahl-A-G. in Liquidation. Mle Geschäftszweige dieses Unternehmens sollen ausgelassen, der Großhandel in Eisenröhren jedoch an die Alpine Montangesellschast überführt werden. Ser neue Sowiet-zolllaris. Die Sätze für Baumwolle, Maschinen und elektrotechnische Artikel. Aus Moskau, 21. d. M., wird telegraphiert: Die Bestimmung über die Abänderung verschiedener Zolltarifsätze ist vom Rate der Volkskommissäre der Sowjet-Union bestätigt worden. Baumwolle, die bisher über Murmansk zollftei eingeführt wurde, obwohl eine Zollgebühr in der Höhe von 6.25 Kopeken pro Kilogramm vorgeschcn ivar, wird nunmehr mit 15.6 Kopeken pro Kilogramm verzollt werden. Das Sinken der amerikanischen Baumwollpreise hat es ermöglicht, die Baumwollzölle so anzusetzen, daß der Preis der amerikanischen Baumtvolle sich demjenigen der Turkestanbaumwolle nähert. Ferner jlttö die Zölle für Tee >(von 1.48 Rubel bis auf 2 Rubel pro Kilogramm), für Farbstoffe und elektrotechnische Artikel erhöht worden. Für Maschinen wird «in Einheitszoll in der Höhe von 6.25 Kopeken pro KUogramm festgesetzt; die Listen der zollfreien Maschinen toerbeit aufgehoben. Infolge der Wanderungen der Zolltarifsäße wird der Zollertrag voraussichtlich nicht weniger als um 25 bis 30 Millionen Rubel steigen. ShtffiJmtng der zinkwah-Mtien an der Prager BSrse. Aus Prag, 22. d. M., wird telegraphiert: An der heutigen Effektenbörse ivurden heute zum «ersten Male Walzwerke (früher österreichisch-ungarische Zinkwalzwerke in Oderfurt) gehandelt, die bei einem Nominale von 500 tschechischen Kronen mit einem Kurse von 950 eröffncten Devisen» «ad Balutenkurfe vom SS. November 1926. Devisen Geld Ware Amsterdam ........ 5. 238.70 233.70 Belgrad.. . . . 18.4760 13.5160 Berlin .......... 167.05 163.45 Brtssel .... .... .. 08.48 0848 Budapest ........ 00.08 9948 Bukarest » ........ 36876 3.8874 Lenden .......... 846176 34*4175 Mellend .......... 90.10 30*30 New-Terk. 70745 710.13 Heia. 9543 25.38 Ptif ........... 90.0075 914375 Stockholm ,.».»» Warschau ...... Ztilob. » .... Valuten Amerikanische Noten . Belgische Notes . . . Bulgarische Noten * Deutsche Notes ... Englische Noten ... Geld 5.1050 188 80 78.95 136.43 707.35 137.76 Ware 5.1450 188.40 7875 186.03 711.35 16845 FnnzOslpoho Noten . . . Holländische Noten . . . Italienisch» Noten . . . Jugoslawische Noten . » Polnische Noten .... Rumänische Noten . . . Rassische Noten (Romen.) Schweizer Noton . . . . Tschocho-fllow. Noten . Türkisch« Pfand-Noten. Ungarische Noten . . . Gold Ware 9544 35.60 2847 20.13 124750 19.5850 78.40 ■■ 79.40 136.18 ISS 98 20.02 21.01 98.98 99.88 20. Nor. 22. Nov. Söatadild, ai'Ronte. ili-Bente ..... tbruat-Rente « . pxil-Bente . . . . »terr. Geldrente Mt. Kr.-Rente, Miln £»/*Sta»taich.-Anw k*h lnte#t.-Rente. (Wo ung. Kr.-Rente Dlkezbundaaleihe . ÖOTbata-IitiBs. hmht-'»h«ld . . , -Prioritäten ail-Ludwig-Schuld . , -Frier. . fwu-Josef-Schuld. . -Prior. . llssheth-Gold schuld UÜabeth 1 . II ... . 111 ... . . Mk . . . . . udelf-Schnld , -PrierfUte» . kUsbahn I—YIG» S»/,Lswd, Czernew. Vs. . t :»9Chau-OdorbcrK« lltB. «niese, Ost. I9ät -j , .19*8- * . 10*3 l . 1988 n .10*5 . .# . 1936 t talpPUlOM * * Banka ff io oei Bank-Verein Boden-Kredit. . Brit.*Un*. Senk . . Poeter Kern»--Bank " "t-AnnleU . . . i B»akaog.*l]g. -AeittlsnJaok __.jopto-Bk. kroet. Eakoapte-Gee. n. ö. Jugeslawlsehe Bank Kamtner-Bank. . . owpafl-B«k . . . 5.700 4.060 7.885 18.406 4.160 4.060 17.600 76.800 647.000 390.000 450. COO ~57400 354.000 N8/»0 ***8,806 148500 S 34.— 89840 487.000 08.500 161000 41400 7*6.000 380.000 84.000 193.000 960400 "kooo 11.800 6516 4.450 6.760 17.750 3.000 78.800 898.000 480460 **60.000 1370.000 864.00V 370400 150.500 144.000 S 9340 8 2840 405.000 96400 101.000 ljno.ooo 130.500 393.000 88400 191.000 900.0C4) 11,100 Lisderhenk .... Merkerbenk .... Oeet. Netlenelheak . Unienbenk » » . . Verkehrsbenk tilg, . Zirnestenska bank» » TraespQrt-DfltBrMlnn. .AdrU*. SeesehUt. Donau-Damofeehlff.. Nordbahn ..... Grus-Ä&fl. Eloenbehn Kehlanberg-Behn Lemb.-Czern.-Jasej » Leoben-Vordernberg Lloyd Triesttne » > Steetsetsenbahnges.. Üenan-S»re-Adria indistrii-OntBroelim. Ban and Banmat. Atlg. Osten. Bonge«. Bengesellsch. Union Wiener Beennt. -A.-G. Oest. Gellesebmeer P.-Z. KOniasheler Zement Kerkstelnfabilk-A.-G. Kern Kari « » . . » Peslmeeser. , . , . Parti.-Z. Ssesekem» Unlen-Beemat.-Ges. Wiener Ziegelwerke. Wienerberger . . . .Zleg' ....... Brauereien und MUaereltn, Bieter. Schellenhof U« Brunner Brsserel . Gösser Braute) , » Greaor Breun» » » Beaeer 0 öedetke . Lsm berget Breeetel. Ueeiager Bieurel . NaBdaifu Brauerei. PUeener Akt.-Bauer, dsrajereer Akt-Br.- CbeMleobe. Ausslg-Ohemlscbs * Bruche Brenz. X. . Ozrberindam. . , . Chemtesn-aeseUich. 20. Not. 22. Nov. 181.000 69.000 9.031.000 104400 35400 760.000 1.060.000 8.780.000 180.000 850.000 901.000 305.000 904.000 170.100 188.000 3.880.000 109400 560.000 S 10.50 (.400.000 507.000 139.000 60.000 2.085.000 104.500 85.500 700.000 1.060.000 8 780.000 870.000 989.000 morn 908.900 107.000 176400 09400 410.600 9,860.000 500.000 98.500 U 10.75 «4400 1,468.000 CUtilde. uns. A.-G.. Dynamit Nobel» . » Hflzverkehlnngeiad. Jangbnnslswr Splr. Seheidemtndl A.-G.. Selo, früher .Hellu* Soed. e. Leimt.. Peet. 8tJeketoffwerke, Oest. Teeseg.. Einen und Retett Alpine Menten . . . Austria, BmeUllenr. Bechert, Schrauben Berg und Batten» . Ecrdyer Enzeifelder Metall«. Feinstehl, Trals.-L.« Felten <b Gultleeume Fluze A. A Kemp. . Gtelnltz, Bisen » Butter Ä Sehrenta Kabolfabrik,' Dreht , Etelnlsehe Ind.-Ges. Krepp A.-G. Lempenfabr. Dltmar Mennesmann. Keb. » Peldlhatto » . « . Page* Bieenlnd.-G.» Btraamurany-Salgö » Rethau-Neudeek . . Bethmuiler A.-G., » SehMller-Stablwerke Skedawerke ln Pilsen Waagoex*8lrö-Kun, WaObnfabrlk, Oest.» Warchalewsk) . . . Elektrlrltit A. B. G. Unten . . Brewn-Borerl . . . Cito ••««••• 81emens-Schuck«t . Steirische Wuserkr. Stern, dr Bafierl » Glas. Glasfabrik Inwald « Gleeind.t 1. kOhm. « Stblsle, Glasf.-A.-G. HoinmdMflwI. GutmauD, Belisee Mundes, Zdrieh » 20. Mer. 22. Not. 8.800.060 018,000 17.500 3,895 000 916.000 1,480.000 1,160.600 260.000 975 000 121.000 411.500 412.600 5,066.000 4.165.000 15.000 ~14.7C0 S*«8.- "fl7.000 3 34.— 8~87.50 188.800 80.000 S 3940 419.000 951.000 1,910.000 338.000 1.030.000 419.000 948400 1,950.000 835.000 1,091.000 157.830 685.000 150.500 "l5.100 114.100 54.000 89.000 **15.100 1.365.000 115.100 54.500 88.000 70.750 159400 88,100 901.100 69.800 158,000 39.000 900.000 - 419400 419.000 — 400.000 1459.000 1,049.000' Neuadb le8-LlohUg . Pertois & Fix ... Sttrex Fersündustr. Slarenla Timber-Heldlngges.. Kopiend. Bergwerke. BxOxer Kehlen. , » Gatts. Montanwerke Hltterberger Kupfer. Oberung. Bergu. B. Rossitzer Bergbau » SalgS TarUner. . » 8telz. Magnesitwerke Trlfaller Kehlen«. » Ung. ellg. Kohlen . DrlkAny. Voltscher Magnesit » Leder und Schul». Fleeeh Gerlach M- . Gerhard us A Sohne. ünmanlc ,. » . » Mascb.11. Vasgoss. Armatur.- n. Msscb. Breltfeld-Danek . . Brückenbau . . » » BrOnner Maschinen» Daimler. Oest . . 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