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Wiener Morgenzeitung · 1926-11-22 · Heft 2779 (22.11.1926) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2779 (22.11.1926)
Date
1926-11-22
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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DM S Wien, Mvnkrg Wiener Morge«zettung 22. November 1626 m. 8770 * Ae Ausgaben Ster Israels im Pkoduttivierunassrozetzves jüdischen Volkes. Bon Lr. Walter Preuft, («»l A»iW). Der M-MSNt sinsx schtveren Krisis ln Erez Israel, hervor« gemsen durch falsche Einschätzung der M-glichkejten, die da- 8a«h heute den Einwanderern bietet, sowie hie nicht in allem geglückte Verwesung der durch die ÄiNMvderung ins Land gebrachten Kapitalien (wobei mau aber nicht veryeffen sollte, daß es teilweise auch dftstz Kapitalien waren, die in Pflanzungen investiert, heute für einen immer größer iverdenden Teil der Acheiisloseil Avbßits-möglW^ schaffen) erscheint geeignet, das Augenmerk auf ditz in diesem Moment wesentliche Bedeutung der zionistischen A-uftM Hinzukenken. ii wir auch, trotz aller Erflchrungon des Jahres 1925, die Idee nicht au-^sben, daß stn netter Ävftrieb und dis sich mveiterude Aufnahmebasis der jüdischen Wirtschaft das Ziel der Masseneinrvanderung erfüllen (und eine Einwanderuirg von 30.000 hiS 40.000 Maschen im Jahre ist eine Masseneimvandsrnng, geeignet, selbst den Geburtenüberschuß der Judenheit Polens mehr als auszugleichen; wäre Masseneinwanderung selbst für ein kapitslsrslches Land Mitteleuropas) und in absehbarer Zeit aus Erez Israel wieder ein Alljahland im weitesten Ssnm machen Wind, so ist damit die Bedeutung Erez Israels für die JMnheit auch in ökonomischer Hinsicht in keiner Mise erschöpft. Denn nicht um eine Ueberpflanzung der Einwanderer als HäMex und Meinhandwerker einfach in ein neues Lavd handelt cs sich. Wäre dem so, so käme dem Lanke für die Judenheit, bei aller kulturellen ungeistigen Bedeutung, feine ander« Stellung zu aks Rumänien und. etwa dem neuesten Eiiuvandeningslaud, Frankreich. Nein, die überwältigende, historische und entscheidende Bedeutung Erez Israels für die Jukercheit liegt in der Produktivierung des Volkes, in der UeHerführimg der unproduktiven (d. h. vom Standpunkt einer wirklichen „Volkswirtschaft" im Dienste des wahren Mens des Volkes stehenden Wirtschaft aus) Massen des Volkes, die ja einen so verhältnismäßigen Prozentsatz der Mischem Volkes ausmacht, in die Zweige der Urproduktion oder wenigstens der ersten Stadien der Industrie. Die Ausgabe der folgenden Statistik ist es, zu zeigen, was im Produltivierungsprszeß der jüdischen Massen bisher erfüllt werden konnte. Zwei Ursachen wirkten in gleicher Richtung, um diesem Prozeß seine ganze Wucht zu oerleihen; zum ersten Mals, seitdem Inden wandern, steht ihnen ein Land weit offen, das nicht dem? Händler und Kleinhandwerker leichten Verdienst bietet (wie die Agrarländer des Ostens vor ÖQCM70Q Jahren) oder Länder, die auch eine so geartete Einwanderung leicht aufnchmen (Amerika), sondern ein Lack», besten Agrarwirtschaft keines Zwischenhändlers bedarf und das der industriellen Urproduktion so gut wie ganz entbehrt, das also gebieterisch den Einfluß produktiver Masten erheischt (und gerade darin lag ja das Verhäng, nis der sogenannten vierten Alijah, diese Tatsache verkannt zu Wen). Aber diese wirtschaftliche Grundlage allein würde nicht genügen, denn es wäre nicht etnzusehen, warum nicht auch Brasilien und Argentinien, die des landwirtschaftlichen Einwanderers genau so bedürfen wie Palästina, diese Funktion erfüllen könnten, wenn nicht eben Erez Israel -r- Erez Israel wäre, d. h. für die Juden eben etwas anderes als Argentinien. Das jüdische Volk besitzt den Landwirt Usch Jnvustctearbelter im Gallith nicht, der nach Südamerika gehen könnte. Erst die ivsch Krez Israel gerichtete Einwanderung jüdischer Jugend bringt den aus Produktivierung gerichteten Willen mit (in ihrem Sinn? erst ArbeitSzionisinus ist wirklicher Zionismus), und so einen auf ökonomische WjMchkeit und gesellschaftlich gerichteten Willen diesen historischen Prozeß, den keine Rückschläge und Feinde aushalten können, zu vollenden, weil eben Zionismus die historische, unentrinnbare Konsequenz der Geschichte des jüdischen Volkes ist. Kein Land der Welt, nicht Argsntisrien von vor go Jahren und nicht Krim von heute, kann diese Stelle etrinehlnen. Siedlungen können dort werden, aber nicht jüdische Siedlungen von historischer Bedeutung für das Geschick des Volkes. Leider existiert keine Gesamtzählung der Juden Erez Israels, .die diesen Umschichrungsprozeß erläutern könnt«. Eine geplante Zähl-king des Waah Lmmi, hie auch die Frage enthielt: „Berus im Galuch" und „Berus im Lande" kam nicht zustande. So müssen wlr uns.begnügen, aus Tßilzühlungen ein Bild dieses Lrozesses zu Minnen. Zwei Zählungen bieten uns Material; eine in Tes-Awiw veranstaltete Zählung der in Bqrgkftn Wohnenden, Mb Familien, ungffnHr 70°0 Seelen, sowie die im September IM durchge-fschrts allgemeine Urbeiterzählung, die 33,000 Arbeiienide und über 43,qqq Seelen umfaßt, also 30 Prozent ^s Gesmntjischm»«. Die Del-Miwer StiftM umfaßt, sehen tmi von; alten Jischuw in Jerusalkn; ah. d'leftNWN TGe des Jtschmv, die 'bei vielen M die unpooLMWen im Sinns unftrök AusW- Wnssn geltenj denn Dek-Miw ist ja doch, sg schsiint es, rer Atz der meiten Wjäh. die viele HänMx wnh Makler nach PelMytty führte. Mas zeigt uns cher hie ZhgtisW, tzie Mr nur einen Deik der Bewchner umfaßt, aber einen Wischen Ausschnitt Mt, im GaWh LslMviw > inHro zrntsn Härckln unk SHwiuentncv m LZ SlflsOslkt« 4a 6,8 Freie Berufe 8.1 1.6 SMtzsirir mb Gärtner KH 0.6 Facharbeiter in Bau« u, a. Industrie» sowie.im HmMsvr 31 46,9 UrHÄernte AOeiter v 4.« 86,7 SMln und chne Bsruss 39,1 ' T<r~ ~"W~~ Me GtatW evMt ein Mr^ugendöS Biltz des ttm« fchichiungSprogksssS, der sich seW in Lek-Gviw voltzieht. BUe Händler Md Beruifslass wecken stzöbst in Lel-Miw gegtwungsn, Avbsiter $u werden. Die Zahl «der Fachavbeiter steigt um 14 Prozent, cibwohl in einigLn Daiufßp Wischler, Schneider, Schuster, Schlosser) Mch ein» Motze ZW ppn Handwerkern Arbeit findet, die im Gakuitz dersitö M tziosem Beruf tätig waren. Gchr groß ist die Zahl derer, die zur nngeievnten körperlichen Arbeit übergehen, n-oboi allerdings erwähnt »veriden mutz, H«tz unter diesen üteimmteu viel AcheftslsWeit herrscht. Erwichnanswert ist ferner -er PiGentsatz derer, hie schon im G»lu>H Landwirte waren und in Kel-Awtw in mchepen Bsrwfen tÄtiy sind, Davei handelt es sich ausschliehlich um Menschen. dt« sich bereits in EurePafiür die Älisah voMereiteten und in den vergangenen fahren ohne Nnstedlung in Nicht geringer Zahl gezwungen waren, vorMuifig in der Stadt Arbeit zu suchen. Bon größerer Bedeutung als diese Teilstaiistik. die immerhin zeigt, in welchem Maße selbsst die städtische Lkolonisation Ekss Israels einen UckevggW in proiduktivepe Gtsbißn des gewsktzlichen LOsns tn-it sich hyingt Äs -as Lehen der Juden im GÄuH, stich vie Ergebniste der BerufsstaiiM der Wischen Arbeiterschaft, die nngesächr ein Dr'rtitel des Gesamt'- jsschuws MNfgßt. Ms Htgtisti>k der Wischen Vcheitgrschaft, 31.KN Berufstätige, 4S.Y00 Seelen, sieht so ans: im Laude if. von ihnen waren beschäftigt: im Galuth tätig: in fßt06enUn( In bei LnMmxtschflft In dsn Dunküren mtttl, Si-ökten (Metall-, Maschinen-, Bextttu. 17 7^*) Vauinduistrie) 8/3 In d-en letzten Prvd-ulktions'stadiett 7,6 7,3 TrgnAport 3,1 D,S JntellVktUßlle und frrik Beruft 9,g 9,3 Lehrlinge und Schüler 0,3 ' 10,4 Hau^avbeil 3,6 0,9 Ohne 23cruf ('Häusl,iche Üfiiticit) 18,0 47,9 Händler ■ «« 3.7 W " JOO W-ir sehen aus >-sr Tavello den starken Ueihergaitg zu landwirtschaftlichen Bernsen (donn auch die schon im Galuth in der Landwixtschaft Tätigen sind es größtenteils im Hinblick aus Erez Israel) und zu den tvichiigereri, der UrprodaEtion näheren Industrien (Bau-, Textil, und M'aschinenindustr'ie), Das Reservoir, aus dem d-iese Berufe stammen, sind Berufslose, Händler und Schüier, ztifammen im Galuth 01 Prozent, tni Lande 10 Prozent. Würden wir die Berufe her Väter kennen, so würde dieses Bild noch an Lkbendig-keit gewinnen. A«S all dem ergibt sich, daß Erez Israel etne wichtige, vielleicht die entscheidende Funktion im Nenaistancsprogeh des jDifchon Volkes bereits heute erfüllt. Die Ueiberftihrung großer Massen von L^stinenfchen zur Arbeit. Gewiß, es ist notig, daß die lanüiwtrtschasttiche ProdnftionOgsiS statt noch nicht SO Prozent wie heute, mindestens 35 biß 40 Pca;ent der BcvMeruna umfaßt. Gowiß sind die cchsoAlten Zahlen gering im Vergleich zur absoluten Zahl der jü'dWen Massen im Galuth. Mer nicht unwichtig ist der Pr egest der Schaffung des sNischen Land- und Bauarbeiters im Lande. Wir sehen in diesen Zahlen den Ausdruck der realen Bedeutung des Attfbaus des Landes Kr die Grneucrumg des PMcs. lZiio.) Ans ßm Mrasl. Die Sanddünen zwifche» Haifg rrnd Akts. Jeenialem, M. Nodember. Nach autoritativkn Beriiten hat diß Negierung sich. einverstanden erklärt, der Haifa Pay Development Co. eine Konzession für die Urbarmachung der Snnvdünen z» erteilen, die si'h an der Küste von Haifq viA Akko hinstehen und das Land der G eseUschast Von der Sec trennen. Ein h fft, daß diese Arbeit gemeinsam von der N gis'.mng und der genannten Gesellschaft bald auSgesührt wird. Man wird da?,n Ak.'stensetzlingo aus der Paumsthnle des landw-irtschastlichen Regterilngshepartenlents in Akfo verwenden. Die Gchiffs-' ,md Gisenhahnprrise nach Palästina. Jernsalem, 20. Nvveulber. Der Fahrpreis dritter Klasse auf den speziellen Sckstssen des Llohd Triestino, die an jedem Donnerstag von Triest nach Palästina fahren, ist nach eineni Bericht aus Warschau an dte Palästina-Wektstive für alle Reisenden von 6 ans 4 Pfund Sterling ermäßigt worden. Bisher galt die Rate von ck Pftlnd Gterlii'.g nur f/i «weisende, die ein zionistisches JmmigrationszerUsikat vesasion; alle llbrigen nmtzten 6 Pfund Sterksng beMley. Andererseits find die Bvstonen- und Frachttarife auf den rumänischen Eisenbahnen vom 1. Oktober ob um 160°/» erhöht worden, so daß eine Fahrkarte dritter Klasse von Warschau bis (konstanz-q jetzt 69 statt 36 Zfoth kostet, Ueber Syyv beim „Wylel Pon-H". Jkrusgism. 30. Novömher. Nach einem Bericht des „Sütel Bonch" an die stsnistisths Palästina-ELehsttve fce* Wftlgte dich Bansenvssenschaft am 1- Oktober <n den verschiedenen Arbeiten, die sie übernommen hitte, 8077 Arbeiter. Beim Hänserhau waren 1040 Arbeiter, beim Wegebau nsw. 1437, die übrigen als Transportarbeiter, Zlmmsrlent« und Maurer beschäftigt. Sine Senunafatfon. Die „Frastkfnrtßx Zsiinng", bcka,lnt ältz dem«- kratisches Organ, bsrichtei >lllb«r einen in der jiidischLN GhMiwdH m Bsuthon in Oberschlrsien ausgedköchensn Konflikt Mischen den aus Polen zMiwan-derten Ostjuden und dsn ortKaMssigen MiWiedern der GynstzHgtzngemeindß. Die Ostjndsn chsidsn die Mchchüt erlangt und varfuÄsn, „die sinHermtzschs hochsntmickelte' *) ZumM in iandwirtfchafMchsr Vochereitnng m Hechwtu-. z>u terrorifiercit iiitb örtliche ZufEnde Hin« ZUfitzhren, wobei bei- GemeinbH eine xadtksl" P o ln if che Note aulsgebrückt werden soll.^ DeSWH halbe vor Myi Jahren der OberraWim'r D r, G a l d - schm i b t seine Mell UM auifgegeiben nnh sei nach Bres« lau ichersiebglt. Pa mit den Ostjnben feine Einignng Möglich so!, hätten sich jetzt bie bmtischen Inden entschlossen, aus Genmiebe ausgirtreten imb bie prachtvolle Synagoge den EiWpwanberten zu überlassen. Die <^che 'hat sich wohl iso verihatten> daß den SiWwanderten Ostjnben das Wahlrecht Mnommen werven sollte. Demrtige Tenbengen finden sich hes ,,ortsansässigen Inden" fahr oft. Es ist aber liicht zn Merschm, daß das domoikratische Organ die politisch-nationale Saite anschlägt und die radifalipplnische Gesinnultg der Zngewanderhen betont. Wie jeder weih, ist das ein Un* sinn. Das weiß L-ie „Franvsurter Zettung" natttrsich alich und sie will nur die 'chrer liMeMchen Kultur Unsy'nrpathischen dennuirzieren. Sie tut das sogar in einer sehr prononaierten Form, indem sie schreibt: Die Haltung der Oslsttden, die bei den GßMtzindewahlen, wo sie keine eigene Liste auszustellen in der Lage waren, die strengste Parole ausgahen, sür eine ausgesprochene polnische Partei zu stimmen, wick von den polnischen Behörden natürlich gern gesehen. Diese Schlutzb-eiswerkung fetzt allem diö Krane auf. Es ist der Wink an das Hakenifreniz oder an den Wer-' banst der nattonaldsutschen Insten. Gin vielseitiger Schwindler. Der Hochstapler Nhrmann w oder oerhaftet. Am letzten Freitag ist der Hochstapler Karl Uhrmann, der sich einmal sür einen Polizeiarzt, PolszsikomnUssär, Kriminalbeamten, das anderemal sür einen Gerichtsarzt, Pressechef, Attache oder Grasen ausgab und zu unzähligerr Malen die Straf- und Pollzoibchörden beschäftigt hat, wiederholt auf die psychiatrische Ainil zur Untersuchung gebracht wurde, und als letzte Strafe am 9. d. Munter Anwendung der äußersten Milde vom Bezirksgerichte Favoriten zu 5 Tagen Arrest verurteilt worden war, in einem Hotel in der Rochusgasse 15 ungehalten worden, da er sich hört fälschlich als Dr.Karl Urban, Arzt aus Schärding gemeldet hatte. Wie die Erhebungen ergaben, hatte der Mann, der als ständigen Wohnsitz LaxcnburM'straße 60 bezeichnet, in einem Gasthause sich als ltriminalbeamtkr und dann wieder als Arzt der Nettungsgesellschaft ausgegeben, wobei er auch ein Abzeichen der Rettungsgesellschaft trug. Bei seiner Einvernahme gab er wohl die Falschmeldung und das unbefugte Tragen des Abzeichens dev Nettungsgesellschaft, das er in Heiligenstadt gesunden haben will, zu, bestritt jedpch, sich aw Kriminalbeamter ausgegeben zu haben. In seinem Besitze wurden auch eine Reihe von Mitgliedskarten und Legitimationen verschiedener Vereine gesunden, worin er teils als Ingenieur, teils als Doktor beritelt erscheint. ' Erst im Juni d. I. hatte der Mann sich im Franz- Josefs-Spital, wo er in einem Auto vorsuhr, als Assistent Br. Groß vorgestellt und der Schwester in der Ambulanz erklärt, er habe hier eine Operation vorzunchmeil und benötige medizinische Jnstrnnrente hiezu. Dem danials zufällig vorbeikommenden diensthabenden Arzt Dr. W i l l m a n n kam der Mann verdächtig vor, doch durch sein sicheres Auftreten ließ auch er sich schließlich täuschen, und mit medizinischen Instrumenten wollte Uhrmann das Spital verlassen, wurde aber schließlich festgenommen. Im Kriege ging Uhrmann als Einjährigfreiwilliger herunr. Er behauptete auch, Fliegeroberleutnant ghtvesen und als solcher einmal verschüttet worden zu sein. Doch alle dlLse Angaben wurden ihm widerlegt. Im Jahre IMS hatte er sich einem Fräule-ln als Schisssarzt Dr. Bernau vorgestellt und erzählt, er fei Obmann der Aerztekammer, auch Bahn- und Polizeiarzt und müsse ln dieser Eigenschaft nach Steiermark reisen. Das Fräulein möge ihn begleiten. Die beiden kamen nach Krieglach, wo er sich als guter Freund des Dichters Peter R o s e g g e r, der aber gerade nicht anwesend war, ausgab. Dort ordinierte er ganz regelrecht, verschrieb Medikamente, verschwand aber schließlich. Bekannt ist sein Fall, als er a l s M t t g l i e d der N e p a r al i o n ä! o m m l f f i 0 » im Jahre 10§3 austrat. Er war Zeuge eines Konfliktes zwischen einem Wachmann und Fiaker. Er ergriff sofort die Partei des Fiakers und sordürte den Wachebeamten auf, ihm zur Polizeidirektion zu folgen, da er Mr.' Urban, Mitglied der Reparationskommisston sei. Auch hier wurde « entlarvt. In den Jahren 1934 und 1985 findet man Uhrmann unter den verschiedensten Titeln und Namen wieder. In der Graben-Bar erschien er in der Uniform eines schweizerischen Militärattaches, im Moulin Rouge stellte er sich als G t a d t r s t U r b a n vor, der zu einer K a s f e n r e v i s t on erschierlsn sei. In der Weihburgbar und beim Kodermann im Prater ist er wieder als Llaydkapitän in der entsprechenden Uniform aufgetreten. Als Schweizer Bundssrat rügte er auf das schärfste die Verhaftung eines Mädchens und als falscher Kriminalbeamtkr belehrte er wiederholt Motorführer der Straßenbahn, daß sie langsam zu fahren haben, wenn er ihnen w in ke. Als falscher Polizsikommiffär läßt er einmal dte Straßenbahn halten, um angeblich nach einem Taschendiebe zu fahnden. Im Margarytener Bade trat er als flotter amsrikanischer Mari n e o f f 1 z i e r auf, einem Kaufmannversprach er als österreichischer Landtagsabgeordneter feine Förderung. Als Sektionschef Dr, .Grimm

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