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Wiener Morgenzeitung · 1926-11-19 · Heft 2776 (19.11.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2776 (19.11.1926)
Date
1926-11-19
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Hx. 2776 Wien, Freitag Wiener MorgenzeiLung 16. SKsv?,nVs-r W36 SEe 5 delegierten ist nur bei den Ortsgruppen (der Provinz) gewählten Delegierten zulässig. Die Mitglieder des Zionistischen Landeskomitees, die dem Verbände angehörenden Mitglieder des Aktionskomitees, der Obmann,des Parteigerichtes, der Parteianwalt und je ein geschäftsführendes Mitglied der Präsidien des Keren Hajessod und Keren Kajemeth Hatzen im Parteirat Sitz und Stimme. Wien, 19. November 1926. * Das Wetter. Gestern herrschte noch warmes Herbstwetter. Die Voraussage lautet: In den Niederungen heiter, nebelig, in den Nordalpen Föhn, mtld, in den Südalpen trüb, später Regen. „ A . * Tor aufgesunden. Ter 81jährige Apotheker, Dr. Ignaz Straskh, tmrrde vorgestern in seiner Wohnung tot aufgesunden. Zur Feststellung der Todesursache ist die sanitätspoüzeiliche Oeffnung der Leiche beantragt. * Selbstmord eines Rechtsanwalts. Gestern nachts wurde der 1jährige Rechtsanwalt Dr. Albert Brock in seiner Wohnung, 1. Bez.» Wallzeile 19, in der mit Leuchtgas erfüllten Küche leblos aiifgefundeu. Die RettungWsellschaft konnte nur mehr den Eintritt dos Todes feststellen. Das Motiv der Tat ist unbekannt. * Ein gefälschtes Sparrassebuch. Am 10. d. M. erschien im Geschäfte des Tuchhändlcrs Otto Seid ler, Lerchensolderstraste, ein Mann, der sich Josef Kindl nannte und sich als Beamter derGößer Brauerei bei Leoben legitimierte. Er verstand es, Seidler zu bewegen, ihm Stoffe im Werte von 1126 Schilling auszufolgen und gab als Sicherstellung für den Kredit ein Sparkassevuch der Zentralsparlasse der Gemeinde Wien, Filiale Leopoldstadtauf 3000 Schilling. Als der Mann nicht wiederkam und man den Betrag beheben wollte, stellte sich heraus, daß das Buch von einem auf 3000 Schilling gefälscht ist. Die Anzeige wurde erstattet. * Ein TicvMM am Postschalter. Der 71jährige Jnkassant der Firma Caro n. Jelline?, Johann Flachb e r g e r, 8un gestern nachmittags in das Postamt in der Werdertorgasse, um im Austrage seiner Firma 1372 Schilling zu erlegen. Er reihte sich an, und, als vor ihm nur noch eine Dame war, zog er das Geld aus der Tasche und legte es samt den Erlagscheinen auf das Schaltervrett, um es nochmals nachzuzählen. Als er damit beginnen wollte, war das Papiergeld auf uneE^icbe Weise verschwunden. Nur das Hartgeld lag noch dort. Es fehlen eine Rote zu 1000 Schilling, 3 Noten zu je 10V «Schilling, 9 M 20 Schilling und eine zu 10 Schilling. * Große SpihendiebstMe. In der Spitzen- und Boryängefabrik Ludwig Da mb öS, 6. Bez., Webgasse 37, wurden seit längerer Zeit Abgänge von Spitzen festgestcllt. Der Verdacht, die Diebstähle verübt zu haben, lenkte sich . gegen den 43jährigen im Hause beschäftigten Klaviermachergehilfen Johann M l h n a r i?. Dieser wurde am 16. d. M. verhaftet und gestand die Diebstähle ein. Die Fabrik beziffert ihren Schaden mit mindestens 2000 Schilling. Die Lebensgefährtin des Mlynarlk, Anna Bri ch t a, sowie verschiedene Marktfahrer, die ihm die Spitzen um einen sehr billigen Preis abgekauft hatten, wurden der Staatsanwaltschaft angezeigt. *. Die tödliche Mensur in Graz. Wie aus Graz berichtet Ivird, hat sich der 19jährige Mediziner Rudojlf L o litt er, der dem Techniker Terbotitz die tödliche Verwundung zugefügt hat, gestern beim Untersuchungsrichter gemeldet. Er wurde nach seiner Einvernahme in Haft behalten. Die Veranlassung zu diesem Duell und vielen anderen unter den Angehörigen der wehrhaften Korporationen bilden die scharfen Gegensätze unter der Studentenschaft wegen der Teilnahme der katholischen Verbindungen an der Feier der Rektorsinauguration an der Universität. * Den Kompagnon getötet. Aus Paris wird gemeldet: Der Schweizer Industrielle Heinrich Hals, der zusammen mit Julius Schlvab eine Fabrik betrieb, hat seinen Kompwgnon auf offener Straße durch fünf Revowerschüsse niedergestreckt. Schwöb war auf der Stelle tot. Der Mörder wurde verhaftet und gab au, er habe 'seinen Teilhaber getötet, wei ihn dieer fslinanziell ruiniert habe. * Tie Zionistische Frauerrgruppe 9, veranstaltet am 20. November um 8 Uhr abends im Olhmpiasaal, 1. Bez., Notgasse 5, eine Akademie mit Tanz, unter .Mitwirkung hervorragender Kunstkräste. * Ein Jugend-Meeting des Wiener „Hechaluz". Der Merreichische Landesverband des „Hechaluz" veranstaltet Montag, den 22. November l. I., Präzise halb 8 Uhr, im Festsaale des „Jüdischer: Zentrums", 2. Bez., Untere Augartenstvaßc 36, eu: Jugend-Meeting, bei dem das Problem „Chalnz und Jugend^ behandelt werden soll. An die einzelnen Jugend-Bünde ist die Aufforderung ergangen Tisf russionsredner vorhe r der „Hcchaluz"--Leituna (9. Bez., ' Liechetnsteinstraße 11 bis 1.3) bekanutzugeben. Bühne und Kunst. Shaw verrichtet aus den Rodrlpret«. " London, 16. November. Bernhard Shaw hat an die königlich schwedische -Akademie ein Schreiber: gerichtet, worin er seinen Dank für die Zuerkcmmng de» Literatur Nobelpreises für das Jahr 1925 ausspricht, ober die Erklärung beifügt, daß er nach reiflicher Ueberlegung beschlossen habe, auf die damit verknüpfte Geldspende zu verzichten, da ihn seine Leser und Zuhörer n:it meist: (Weib mfcttctn versorgten, als er für seine Bedürfnisse brauche. Erbitte deshalb die königliche Akademie, seine Werke an ßerhalb des Wettbewerbes zu klassifiziere n und den ihm zugedachten Geldbetrag auf Zinsen mrzule gen, die zur Förderung der literarischen und künstlerischen Beziehungen M scheu Schweden und Großbritannien ver-- ivendet werden mögen. Gerhart Hautztmann in Wie». Gerhart Hauptmann ist zur bevorstehenden Uraufführung seines jüngste:: Stückes „Dorothea An lg er mann" im Jofefstädter Theater in Wien emgetroffen. Das Stück gelangt gleichzeitig auch ar: mehrere? deutschen Bühner: zur Aufführung. Der Dichter, der von seiner Frau und seinem Sohne begleitet wird, wohnte gestern einer Protze seines Dramas im Theater in der Josefstadt bei, wo er vom Direktor Max Reinhardt und den Schauspielern sehr herzlich, werm auch ohne jeden offiziellen Anstrich begrüßt ttmrbc. Verbot der »Wozzek"»AnffShrnnM m Prag. 8lus Prag wird gemeldet: Der Landesverwaltungsausschuß, dem das Nationaltheater unterstellt ist, hat bic weiteren Aufführungen der Alban Bergschen Oper „W o z - zek" am Tschechischen Nationaltheater verboten. JÜDISCHE WEIT Eine Zarmwill-Gebenkseier in Sonüon. Äuö London lvtrid uns berichtetDer Bcrbanld der lüv lisch en Lit e ra tu rg>elseit'Pf cha>ft eit in England veranstaltet an: 12. TezeimÜer :'m Botaancal-Dheatre eine Gedenikfolcr für der: verstorlb>Lnen Dichter Israel Z an g will. Den Vorsitz wird Lord Rothschild, führen, die Dichter Jevome K. Jerome und Tomas Moulih werden über Zangirvills literarisches Schaffen, Lucien Woff un!s Dr. Jochel'manu werden über die pÄ'Wsche Tätigkeit Zangwills Referate Halter:. Der bekm:nte Künstler Leon M. Lion wird ansgewählte Stellen ans Zangwills Wevkeri lesen. Wie Wische Ehrung für Zola. Aus New-Uork wird uns geschrieben: Im Geoände der Nouug Men's Hobrew . Association in St. Louis wurde dieser Tage eine Büste Emil Zol a s enthüllt.; Picdestal aus Marmor enthält die Inschrift : „Ein Denkmal j ü d i s ch e r Dank b a r £ c i i für einen edlen christlichen Kämpfer für Wahrheit." Es ist dies die erste Zola-BWe in Amerika und dürfte auch das erste Denkmal solcher Art sein, das von Juden errichtet wurde. . Sin Wischer Richter beim »iederlöndische» Obersten Gerichtshof. Aus dam Haag wird uns berichtet: Dieser Tage wurde der bekanntio jüdische Jurist, Dr. M. Polak, zum Achter am Hoopen Raald, dom Obersten Gerichtshof in Hollartd ernannt und in sein Amt Angeführt. Dr. Polak war bisher als Richter an unteren Instanzen» so zu'tetzt in Groningen tätig, und hat sch in allen Amtsstvllien, die er bisher bekleidetet, durch seine ausgezeichneten FachLenntmffe und seinen unbedingten GerechtigikÄtsisinn hervorgetan. Trotz seiner starken Inanspruchnahme beteiligte sich Dr. PoHak in den Städten seiner Wiv'ösamkkeit auch an den Arbeiten der jüdischen Gemeinde. Ei» Wischer Nireltor a» der größte» Gebärklinik ver Welt. Wie die Londoner ,M'mes" melden, wurve der Gynäkologe Dr. Bethel Solomons zum Direktor des Rotunda- .Hdspvtals in Dublin, der größten GebävWrNilk der Welt, ernannt. Dieise Ernennung erregt auch deshalb Aufsehen, weil bis jetzt die Stelle eines Direktors an dieser großen Anstalt ausnahmslos von einem Arzt protestantislchen Glaubens ausgefüllt wurde. ES ist jetzt jmm evstemnal, daß einem: Inden diese wichtige leitende Stelle anvertvcmt wird. Merd'mgs ist Dr. Nomons als der lbedeutenldste GynMologe in Irland an ersannt, ist Präsident der biologischen GetselWasl an der Dublin er Universität, Mgchväsident deS SönigNchen Aerzteinstituts von Irland und Präsidlal-mitgitied der kSrngkichei: luedizinischen Akademile von Irland. Wichtige Sunde i» «snleh-Sezrrei. Aus Jerusailem wirb uns berichtet: Bei einem N-euim in der von der Aßnerivan Zion Eommonwealth gegründeter: ,reuen Stadt, die vor etwa einem Jahr ihren arabischen '.' neu Asnleh in Jegreel geändert Haide, wurde eine große . -st von Mjüngen, Kähnen, Wchfen mrd anderen Mertüm* lichteiten auiögegraben, dia aus d>er römischeir Peviode und zwar der Zeit ter jüdischen Könige stammen. Vor unge-fähr einem Jahr wurden nicht weit von dieser Fundstelle in Te!l- Afulch jüdt!s!ch,e Sakrophage ausgegraben. Die hebräische Universität in Jerusaien: - hat die Leitung dieser Ansgoabungen übernonunen. Ter BeZivksrat won Afuleh geht nun, wie und aus Jevrsalen: berichtet wird, daran, zur Unterbringung dieser und künftiger archäologischer Funde, ein. Museum gu errichten. Fünfzigjähriges Jnbi'äum des jüdischen Fmueuvereines in Novi-Sad. Aus Nodi-Sad (Neusatz) in Jugoslawien ivird uns geschrieben: Der hiesige jüdische Frauenverein kann in diesem Morrat auf seinen 20jährigen Bestand zurückvltcken und ivird dieses Jubiläum an: 28. November festlich begehen. Der Verein hat seit seiner Gründung, besonders aber in den letzten schivercn Jahren hervorragende soziale HilfsarbeiL geleistet? Dar unter Führung der Präsidentin, Frau Malvine Hahn-Ernst, der Vizepräsidentinnen, Frar: Anton G v o ß und Frau Dr. Ferdinand L ust i g und seinem rührigen Ausschuß stehende Verein subventioniert auch das jüdische Spital in Suvotica, gewährt im Auslände studierenden armen jüdischen Hochschülern ansehnliche Untefftützungen usw. |jj=B__(-Ü-s-y-d-Ü—a n Schenkt Bücher zu D> H) Chanukka? m Wir veranstalten eine m m große (ßdlsdic m ■ II DUchcr-Woche m ill m I und geben Bücher aus n allen Wissensgebieten m zu tief herabgesetzten Preisen « von °JS bis 5 Schilling ab m « m Besondere Anzeigen folgen m 1 m 1 BUCHHANDLUNG J i R. LÖWIT, WIEN l (Abteilung Bücherschwemme) m IT I. ROTENTURMSTRASSE N|r. 22 1 W Hfl; 1 i i i l m 1 i K) mS Ans den Lheatem. Q p e r n the a t e r. Morgen, halb 8 Uhr, „Tosca". - Bnrgtheater. Morgen, 7 Uhr, „Der junge Aa r'. A k a d e m i e t h e a t e r. Morgen, halb 8 Uhr, „M äü e! ion heute". Modernes Theater. Sonntag, nachmittags, 8 Uhr, ,D i e Büchse der P a n d v r a". Dienstag, den 23. d., Erstausführung des Lustspieles „Alles für die Mama" von wuis Verneml, deutsch von Robert Blum. — Die Komödie ,,D e r Diktator" von Wilhelm Lichtenberg und Fritz Gottvald wurde zur Urauffühmng angenommen. Johann-Strauß -Theater. Sonntag nachmittags ,D ie Fledermaus". D e:: t s ch e s V o l k s t h e a t e r. Morttag findet die letzte uffitiTivitirrr hntt .ß* .rr irrt n tt t" mit' 9fTTv>rf 5R <r .f i.ii» r Tttrft irrt statt. Der „unzüchtige" Zille. Wegen eines im „Sinchlierssimus" erschienen Bildes wurde seinerzeit Professor Zille wegen Herstellung einer „unzüchtigen" Darstellung, ebenso wie Verleger, Schriftleiter und Drucker dieser Zeitschrift verurteilt, wogegen die Bestraften und die Staatsanlvaltschast Berufung eingelegt hatten. Nach dem „Berliner Tatzeblatt" bat nunmehr die iAroße Stmfkammer des Landgerichtes Sruttgart alle frei gesprochen: gegen Pro--, sessor Zille wurde das Verfahren wegen Veriährüng! einge-. stellt. Eil II »äh*««“ BS a Ob AtN ». Avenue Doqnls Ganz neu, mit modernstem Komfort eingerichtet Etstklassige, streng koschere Küche unter Aufsicht des FJafebinats. Zimmerbestellung rechtzeitig erbeten. Illustrierte Prospekte auf Verlangen kostenlos 9« Ser Susammenbrnch des Wirischnftsnnternehmrnr der städtischen Angestellten. Das Zetlsenverhör. Au: giöstvigen dritten Tag der VerihanÄbung^ gegen die leiteniden Funktionäre der ,Minex" wurde mit dem Zougenverhör begonnen. Ms erster wurde der Rechtsamv-M Dr. Michael S o rp n: e r vernormnen, der seinerzeit an der Gründung der ,Miinex" teilgenommen hatte. Bei der späteren Umwandlung^ in eine Wien-- geisellfchaift war Dr. Sommer nur als Anwalt und zweiter Vizepräsident tätig. Der Zeuge sägte aus, er lhabe es sehr mevtzwürdig gefunden, daß die Zinsen, welche die Vndustriebank von der ,Mmex" forderte, bedeutend höher waren als die Zinsen, welche die Jndustriebank den Angestellterwevbänden gewährte. Der-Vorsitzende fragt nun den Zeugen, ob ' er von einsn: schriftlichen Vertrag zwffcherr BndNstrielbmrk und „Wrnex" wisst. Der Zeuge antwortet, es müsse um* bedingt ein solcher schrWicher Vertrag exrstieven, doch habe er kein.Exemplar hievon. Dagegen konstatieren der Vorsitzende und der Staatsanwalt, daß dicher Vertrag trotz eifrigen Suchens in den Menfaszikoln der „Winex" und der Jndustviebank nicht anstzuifMden war. — Vors.: Wie war es in der Zeit, Äs-die JudnstriebmE keine Kredite mehr gab? — Zeuge: In dicher Zeit soll der Vevbmch der Gemeindeangestellten mit 1.2 Milliarden ausgcholfen ha'ben. Dann wandte utait sich an die Erste österreichische Spavkassa, die nach einer (PMung des Status einen Kredit in her Höhe vor: eir:er Milliarde getvährte. — Vors.: War Ihnen die fortgeisetzte^Jnm:- spruchnahme von Krediten nicht ein Belveis für die schlechte Lage der „Winex"? — Zeuge: Ja, es n»ar eine Hypertrophie von B ea.m t-em. — V«K.< Wn

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