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Wiener Morgenzeitung · 1926-11-18 · Heft 2775 (18.11.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2775 (18.11.1926)
Date
1926-11-18
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 2W; Boren, XfUltltKRHuH M MMMr KS8 ER Mittermann einen schnoddrige« Profosen, einen Reststimmenkrüppel, einen unfähigen Parteiischen Präsidenten usw. Sie rissen die Laden aus den Pulten, schlugen damit auf die Bänke, daß die Splitter flogen und gaben nicht eher Ruhe, als bis Mittermann den Saal verlassen hatte. Der Landtagspräsident Juki verkündete Nach einer kurzen Unterbrechung der Sitzung, er werde die nächste Sitzung schriftlich einberufen, da die jetzigen Vorfälle ein gedeihliches Weiterarbeiten nicht gewährleisten. Selbstmord eines Sohnes der PrSfidentea Ir. Reisch- Der jüngste Sohn des Präsidenten der lllationalbank ’&c. Reisch, Wilhelm Theodor Reisch, hat sich Dienstag abends in einem Anfall schwerer Gemütsdepression durch einen Revolverschuß getötet. Wilhelm Th. Reisch litt schon seit längerer Zeit an krankhafter Schwermut. Er hatte Landwirtschaft studiert; und ivar als Adjunkt auf dem Dreherschen Gut Eichhof bei Schwechat tätig. Dienstag abends, Um 10 Uhr ertönte plötzlich aus dem Dienstzinrmer des jungen Reisch eine Schußdctonation; als man in das Zkmrner eindvang, fand man den Adjunkten bereits tot in einer Blutlache mitten im Zimmer liegend aus. Das Leichenbegängnis hat bereits gestern nachmittags stat'tgeftm'den. Zwischenfall bei dem Belgrader Bortrage Tagores. Belgrad, 17. November. Gestern abends hielt Siaib ind r anatth Tag o re emeit Vortrag über die Krise der westlichen Krtltu-r. Während des Vortrages, der mit außerordenGichem Beifall ausgenommen wurde, ereignete sich ein Zwischenfall, indenr einige G ale rieb es u che r den Vortragenden mit dem Rnefe: Hoch Gandhi! unterbrachen. —y Wien, 17. November 1926. * Bor dein Ende des Schönwetters? Der Höhrpunkt des überraschenden schönen Spätherbstwetters scheint nunmehr üb erst!)ritten zu sein. Gestern gab es, noch mildes, heiteres Wetter »wenngleich morgens Bodennebel einsetzte. In N o r dvst euro pa ist ein Kä lte einb ruchim 'Gang. In Nordwesleuropa fällt der Druck außerordentlich stark. Die Voraussage verheißt eine Trübungbei auffrischenden Södwesttvinden, noch mild, später Regen. * AUf der SPflr eines KinbeswordeS. Der Landwirt Josef Pru tisch er in AehÄnig hollt tätlich vom NaschmaE AbMe mit stmem Wagen zur Verwertung ab. Sonntag ilflteffj der Wagen einen Tag stehen. Als dann Pruchscher die La>diu,'Nig in Zeyring Mud, fand er unter den Abfällen ein in braunes Packpapier gehülltes Paket, das die 2eiche eines neu gelb orenen Mädchens enthisl-t. Die Leiche dürfte auf dem Nafchmarlt weggeiegt worden sein. Die Erhebungen über die Herkunft der Leiche wurden eingelleitet. * Von Jägern angeschossen. Gestern nachmittags wurde auf der Laxenburger Allee hier AjÄhrige HrllfSarbeiter Josef Prtcek aus Wsendoch von zwei Jägern, die auf Hasen schossen und ihr Ziel verfehlten, angfchvsserr und schwer verletzt. Die Rettu-ngSgesellischalft brachte den Berleßren in das Spital. * Ein entgleister Stnßenbahirrua ''*wicm früh führ etit Slpaßeulayn uz ■ es irM „J2"du chi ieft othrineerstra' e gegen den Heumarkt. An der abshüs,lgen Stelle zwisu,en dem Kinderpark und des Eislaufvereines versagte plötzli-ch die Bremse und der Zug führ nnt rasender Geschwindigkeit weiter. Bei der Gleisbiegung an der Ecke der Johannesgasse und des HeumaEeS sprang der Zug aus den Schienen und überquerte die breite Fahrbahn., Erst knapp vor dem Trottoir blieb der Zug stehen. Die Fahrgäste blieben unverletzte * Dar Vortrag des Prof. Dr. Edumnd Parnes über „Polens Politik gegenüber der jüdischen Minorität" findet heute Donnerstag, um 7 Uhr abends in den Räumlichkeiten dev „Oesterretchischen Politischen 'Gesellschaft", 1. Bez., Annagasse 5, statt. Einladungen sind * Anitta MN halb 8 yhr abends beginnt der Vvrtrags-Zh von Tr. Leo Gold ha mm er über Gliederung des jüdischem Volkes. (Soziale, wirtschaftliche und parteimäßige). Eintritt frei. Gäste iviMommen. Die heb rätschen Sprachkursesür Kinder im Alter von 6 bis vorzuweisen. eute Entwicklung zurückgebliebene Kinder (Me 8 * Zionistische Sektion Innere Stadt. In einer vom zio nistischeu Lanveskomitee ' " " ~. stark besucht war, wurde zionistischen Sektion Innere Zum Vorsitzenden wurde Herr Dir. Julius Wo l d'f i ng e r,t « den Ausschuß wurden dis Herren Dr. Norbert H o f ft* mann, Oswald Reicher, Dr. Max Kiewe, Dr. Alfred Spitz, Jaque^ Singer, Adolf Ta rler, Jofeftne Hoffman n, Josef Boxenbaum gewühlt. Der Sitz der Sektion befindet sich bis aus weiteres, Wien, 1. Bez., Kärntnevstraße 28. L' Hartnäckige Verstopfung, DickdavmEatarch, Wutfimruu- «en, AuifgeLWhthe-it, golderw Ader, Hüftweh wev^en durch den Gebrauch des rmtückichsn ,^mu8-JoiM"Äitterwassers, morgens und abends je ein, kleines Glas, beseitigt. AerzÄiche Fachgröhsn lögen davon Zeugnis üb. daß das Franz-Josef- Wasser feMst vei RsizÜaökM des DavmS schmerzlos wirA. Bereiae, BortrSse und Bersammiunse«. Wiener Beth-Hamidrasch, 3. Bez., Tompelgasse 3. 6 Uhr. Lältar Dr. Golibhauö: Historische Psalmen. — MtSrachi, Wien. SawStag, den 20. d. M-, 7 Uhr überchs, im Misrachi, lokal (8. Begv Pratevstraße 48) Referat M. Groß Wer „Gesteigert« TätigM und gvsteigsrt Pflichten des Misrachi." Nachher Diskufsion. Gäste willkommen! — Zionistische BezlrkSsektion Leopolbstadt. Heute, 8 Ilhr, Vortrag Frau Margit Buchbinder: „Die Geschichte der jüdischen Kolonisation vor 1S14.- — MaimonideS-Jnstitu^ 9. Beg., Hetzgasse 40. Heute, 6—7 Uhr, Dr. N. G oldst ein: VerefMh rabbw; 7-8 Uhvr Talmudtisches Eherecht. - Wl ENETR GASKOKS Kaufen Sie nicht ausländische Brennstoffe!! re verteuern sich die Heizkosten und helfen nM, die österreichische Handelsbilanz verschlechtern Verwenden Sie Wiener Gaskoks Die Wiener städtischen Gaswerke können den Heizkobsbedarf von ganz Oesterreich decken. Für den Verbraucher von Wiener Gaskoks gibt es daher keine Brennstoffnot, x er muß auch nicht Konjunkturpreise bezahlen. ,v: Wer seine Heizanlagen noch nicht auf Wiener Gaskoks eingestellt hat, besorge dies ehest!- Zentral Europäische Länderhank Niederlassung Wien Waren-Abteilung: K0h$-SeKfi8H Telephon: Nr. 66-5*75 Serie I., Renngasse Nr. 5 Telephon: Nr. 66-5-75 Serie JÜDISCHE WELT Bon der Wische« Nationalbiblioihel. Aus Jerusalem.wird uns geschrieben: Die Leitung der jüdischen Universität hat von Dr. Julius Jarcho in New-dovk die Mitteilung erhalten, daß er eine Stiftung zugunsten des Ankaufs von Büchern für die medizinische Abteilung der Universität geschaffen hat. Er . hat der Stiftung Wertpapiere überwiesen und die Verfügung getroffen, daß die jährlichen Erträgnisse der Papiere erst in fünf Jahren zum Ankauf von Büchern verwendet werden. Ein Ausschuß, bestehend aus dem Kanzler der Universität, dem Direktor der Bibliothek und dem Direktor der Laboratorien der medizinischen Abteilung der Universität wird über die anzuschaffenden Bücher zu beschließen haben. Der Name des Stifters Dr. Julius Jarcho,' ist auf das innigste mit der medizinischen Mteilung der Universitätsbibliothek verbunden. Schon 1921 hat Dr. Jarcho seine medizinische Privatsammlung der Bibliothek gespendet ünd hat seit dieser Zeit nicht ausgehört, sich für die Bibliothek zu interessieren. Es ist vor allem seiner Initiative und seinen persönlichen Opfern zu verdanken, daß die Gesellschaft der jüdischen Aerzte Amerikas einen großen Teil des Budgets übernahm und so die Möglichkeit schuf, für die Aerzte Palästinas eine besondere Bibliothek zu gründen. Dr. Jarcho hat es sich auch angelegen sein lassen, die Zeitschriften dieser Abteilung zu vermehren. Durch seine Bemühungen sind die früheren Jahrgänge der Zeitschriften ergänzt und neue Zeitschriften abonniert worden. Derzeit liegen in der medizinischen Abteilung laufend 130 Zeitschriften auf. Dr. Jarcho hat auch die Sammlung von Kinde rbüchern in der Bibliothek mehrere Male mit größeren Spenden bedacht. die historisches Fest i« Liberias. Außer den allgNNeineu Trauer- und Freudenfeste,t ftp* hfc WiW GeWchte noch eine stattliche Zahl kol kaler Feiertage. Der 4. Kislew, der diesmal auf befn 10. November fiel, ist ein solcher freudiger GedMktag für, die. Juden in Tiberias. Im. Jahre 1740 war der gestrenge Scheik Ul-Dahir Alemar Herr von Tiberias. Er galt als Judenfreund und war besonders mit dem berühmten Oberrabbiner A b u l a f L a eng befreundet Eines Tages brach zwischen dem Scheik und dem Herrscher von Damaskus, Suleiman Pascha, dem auch Tiberias unterworfen!var, Zwist aus, weshalb Suleiman eine Strafexpedition nach Tiberias entsandte, um den .Scheik seines Amtes zu entsetzen und an den Juden, die den Scheik in seinem Kampfe gegen Damaskus unterstützt' hatten, blutige Rache zu nehmen. SuleiMan Pascha hatte zwei jüdische Finanzleute als Ratgeber, Chajim F archA fund Josef Luzzatti, die am Hofe des Paschas ein und aus gingen. Als sie von der: Plänen Suleimans Kenntnis erhielten, ließen sie auf kürzestem Wege ihre Brüder in der bÄrrohten Stcü>t im Monate Ab des Jahves 1742 unterrichten und ihnen drütgendst anraterr, Tibcrias so rasch als möglich zu verlassen. Lün 9. Elul erschien Suleiman Pascha mit einer großen Armee vor Liberias, deren Belagerung begonnen hatte. Die Juden w«Men ihren Scheik nicht im Stiche lassen und blieben Ln der StM. Die ganze Wut Suleimans richtet« sich gegen die Juden. Mt denr Scheik tvar er bereits geneigt,. Frieden zu schließen. Da hatte sich abermals gezeigt, wie ehrlich gesinnt Scheik Ul-Dahir Memar den Juden war. Gr ließ den Sultmr vor den Toren Liberias tvissen, daß er bereit fei, Frieden zu schließen, wenn den Juden Sem Leid zugefügt werde. Nach langen Unterhandlungen vmrde anr 4. Kislew 5808 (1748) der Frieden geschlosst«. Die Juden von TLbevias feierten dann ivährend vieler Jichrz^hnte diesen Tag als ein besonderes Freudenfest, das auch dem Andenken des gerecht«: Scheik A-D<chir Mrmar MMt tttot.. tattHfin 9it&M ftrtfiftrtifhur** flMnlMi Einer der ältesten zionistischen Vereine im Mm Oesterreich, „Haschachar" in Bielitz, feiert jetzt das Jubiläum seines dreißigjährigen Bestandes. Die Gründung dieser jüdisch-nationalen Bereinigung an der nordöstlichen Grenze des deutschen Sprachgebietes umnittelbar nach dem Herzlichen Weckruf war schon deshalb von großer Bedeutung für die natiouaMWe S&megßm^^Q^f 07907^^41114^124984496627687461013089945021476859846^^882659^2382^^^^^89809280171772352^51336296^27644078829327^ 53532323535323534823235323482332002323020223532353

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