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Wiener Morgenzeitung · 1926-11-12 · Heft 2770 (12.11.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2770 (12.11.1926)
Date
1926-11-12
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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M. 2770 Wietter Morgenzeltung 18. NoverM'r 1936 Sefw 5 Wien, Freitag IVDISCHE WEH Wien, Len 12. November 1926. * Das Welker. Gestern herrschte wieder würanes, hortsres Wetter. Die BovauSsage 'lastet: Heiter, mild, bei eventueller nächtlicher Aufklärung in höheren Äonen Frvst. * Zur Feier der Republik. Nur gestrigen Vortage der RepuNikgelderiiffeiter neavschierten MMtärkapellen mit kltngendenr Spiel durch die Straßen und brachten vor dom Amtssitze des Bu-ndeSprÄMen-ten Dr. Harnisch, des n.-ö. LandeShauptnmnnes Dr. Buresch und des Mivgerm-essters Seid Lonstücke zu Gehör. Während der Platzmusick bot dem BundeslanAlevanit erschien Dr. Harnisch auf dem Bavtrur des PaltHes, hörte sich den Schönen-Blauen-Donauwalzer »md den Shimmy „Ja, ja, der Sonnenschein, der hat's fein!" an. Als dann die Kapelle des Infanterie cegimontes 2 einen Thar« leston intonierte, zog sich der B-nndesprfident vom Ballon zurück. Unter den Klängen des Deutschmeiistevmarfches erfolgte schließlich der Mmgvsch der ,^SuvgnrufU" über die Ringstraße. — Heute Abend wird ans Anlaß des Tages der Republik von 7—8 Uhr der Leuchttuvin am Schwarzenbergpla tz seine Lichtoffekte spielen lassen und von 8—y Uhr wird Vas Rathaus festlich beleuchtet. * Eine verschwundene Studentin. Seit 14. September ist die aus Dunzlau stcunmende 26jährige Studontin Johanna Haas« spurlos verschwunden. Das junge Mädchen hatte sich nach Wien gewendet, nm in der Schule Hellerau in Laxen'burg eine Stelle als Unterrichtsperlson gn erlangen; sie hat dann iwch im September ans Banden und aus Kritzendovf Karten goschvioben. Die oirrgeleiteten Nachfragen ergäben, daß die Vermißte in Laxenburg nicht singet rossen ist. Die Angehörigen vermuten, daß dem Mädchen ein Leid Angestoßen ist. * Die Lebensmüden. An feinem neungehnten Geburtstage hat sich der beschäftigungslose Wolfgang Gerhard Schmidt durch einen Revolver-schuß getötet. — Gestern früh wurde der 66jayrige KaffeehanSroch des Hotel Hopfner, Adolf Ringler, in feinem ManfackeirMMmer an einem Haken im Kleiderkasten hängend tot ausgefunden. Er hat als verschlossener Charakter und als Sonderling gegMen. * Fünfzehnte österreichische Klaffenlotterie. Bei der am 11. November 1666 abgehallenen Ziehung des 19. Dages der 5. Klaffe gewannen in Schilling: 9000 das Los Nr. 86.721; 8000 das Los Nr. 77.864; \c 4000 die Lose Nr. 6491, 34.OO6, 57.766; je 3000 die Lose Nr. 23.919, 20.876, 78.089; je 1000 die Lose Nr. 66.849, 72.478; außerdem wurden 1390 Gewinne zwischen 500 und ißO Schilling ausgelolst. * Zirkus Adolfi. Heute Freitag (Staatsfeiertag), Sonntag, den 14., und Monkm, den 16. November (Ltzgpolditag). finden im 'ickuS Adolfi, i»erMobäude, 2. Deg., ZivluSgaffe 44, täglich zwei große Vorstellungen, mn 3 Uhr nachnn, und um 8 Uhr absttds, statt. In den NachmÄbagsvovstellnnigen (zu dedeutend ermäßigten Preisen) werden wieder an die Kinder Souiveniergegenstände verteilt. Mhne und Kunst. Aus de» Theater«. , . ztheater. Morgen halb 8 Uhr „Bolpvna". Sonnu z nachmittags 3 Uhr „Was ihr wollt". Abends ,7 Uhr -,Der junge Aar".. Akademietheater. Morgen halb 8 Uhr „Madelon", Sonntag nachmittags 3 Uhr „Hochzeitstage". Abends halb 8 Uhr „Mädel von Heute". V?" Operntheatcr. Morgen halb 8 Uhr „Turandot" mit Jan Kiepnva als Gast. Deutsches Bolkstyeater. Morgen „Eines Tages", Sonntag „Die Wildente" mit Albert {urib Else Bassermann. Sjonntag nachmittags halb 4 Uhr ^Der G'wissenswNrm". Volksoper. Jovsta Fuemtes, die gefeierte japanische Butterfly, absolviert am 22. rund $4. p. M. ein zweimaliges Gastspiel. Kammerspiele. Samstag und Sonntag gcht als Nachtvorstellung das Lustspiel „Kopf oder Schrift" in Szene. Rai mundtheater. Heute nachnittags 3 Uhr „Schnoewitchen und die sieben Zwerge", morgen imchmittagS,„Der Stnlwelveter". Wiener V.ü r g e r t h e a t e r. Mprgen 3 Uhr nachmittags „Nathan der Meist". Sonntag, 3 .Uhr nachmittags, „Mein Leopold"«, „Kapital und Börse", ein sehr sntereffan-tes Buch von Dr. Daniel Steffens, ist die erste pvallbische Darstellung des Kapitalismus. Cs behandelt die Beherrschung und Gestattung der Weit durch die Macht des Kapitals. DaL Werk ist zum Preise von S. 10.80 für den broschierten und S, 14.40 für den gebundenen Band durch die Buchhandlung R. Lüwit Wien, 1. Beg., Rotenturmstvaße W, zu beziehen. Neueste französische Literatur in reicher Auswahl ist in der Buchhandlung R. L ö w i t, Men» 1. Bez., Rotenturm« stvaßs 26 (fyanZoftsche -Abteilung) -singetroffen. Di« Bücher sind sehr schon ausg-eistattot, auf bmitenwoihem Papier gedruckt, reich illustriert und werden gmn Preise von nur S. 1.— pro Band abgegeben. „Die Geschichte unserer Welt" von den Uranfängen bis in die jüngste Gegenwart erzählt der berühmte englische Romancier H. G. Wells in seinem soeben erschienenen Werk, das die Buchhandlung R. Löw it, Wien, 1. Bog., Roteniurmstvahe 32, Lues« Woche in ihrem Sonderschaufenster ausstellt. Berel»«, »ortrilge und »ersamml»»««». Jüdisches Zentrum der Sozialen HllfSgemeinschaft Lnltta Müller, 2« Weg., Untere Augartsntstvaße 36. Samstag, den 18. November, mn halb 8 Uhr abends, Bovtrag Rabbiner Dr. D. FsuchLwang: Ueber den Sabbath. Erntmtt frei. Gäste willkommen. — Beth-Waad l'iwrim» 2. Bez., Untere Augartenstraße 86. Morgen, Damstag, den l6. d. M., 6 Uhr abends: Literarische Debatte. Lckter Pwf. Gelernter. Eröffnet durch Schlo-mo Auerbach. — Zionistische Sektion Prater. Heute, halb 8 Uhr abends, im Heim, 3. Beg., Jungstvaße 8, Chmnasch-Woutrag M. D. Groß (Msvachi). Sonntag, 8Uhr, Vortrgg Dr. N. M. Gelber, über ,-Nryieyumg und KuliurproA-emo im Atomsmus." — Hitachduth-Jugend, 2. Bez., Glockengasse 80. Morgen, 'Halb 6.Uhr nachmittags, Fortsetzung des ziomsttschsn GvminaLS, saS von Herrn Dr. N. M. Gelber geleitet wick. — Zionistische Kulturgruppe. Samstag. 7 Uhr, im zionistischen Heim, 20. Bez., Jägeüstraße 30, Vortrag Samuel Steg über „Die neue Forun der Chalusiuth." Sonntag, 14. November, halb 0 Uhr vormittags, Büchsonleermr-g. — Leopoldstiidter «olksheim, 2. Bez., Zrr-buSgaffe 48. Morgen, Samstag, 7 Uhr: Ferdinand Eckhardt: Die moderne fStadt. Künlstlsrifchs und faziaie Probleme des modernen Stadtbaues. Mt LichMlLevn. EintM frei. — Toynveehalle, 20. Bez., Denisgaffe 86. Heute, 7 Uhr abends, Konzert. — Zionisttsche Bezirkssektion Brigittenau. Heute, HM» 8 Uhr abends, Vortrag Nöarikus Gerstl über Dalnrud; Dienstag» halb 8 Uhr abends, Vortrag des Dr. '~r"V'[ -Taubes über ^stjüd-ifche Bewegung im Westen." Sin zionistischer Zentrum in Rew-Vork. ÄuS Newyork wird uns berichtet: In der letzten Sitzuus; des Zionistischen Rates für Groß-Netvyork luurbc neben verschiederren Berichten über die zionistische Arbeit in Groß- Newyork auch Bericht über die Vorarbeiten zur Errichtung eines „Beth-Zion" in Newyork erstattet. Das schon früher eingesetzte Baukonntee legte verschiedene Pläne vor. Das Beth-Zion in Newyork soll ein grandioser Neubau werden, der als zionistisches Zentrum für ganz Amerika biciteit und dementsprechend mit allen modernen Einrichtungen zur Unterbringung der zionistischen Institutionen und Behörden in Amerika ausgestattet sein wird. Nach betit Fortschritt der Vorarbeiten zu urteilen, kann mit der Durchführung des Planes itt der ersten Hälfte des kommenden Jahres gerechnet werden. Lie stindstkgemng Mischer A«M«der in Leutschland. Wie I. T. A. meldet, liegt dem für den 21. Roveinher einberufenen Berbandstag des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden ein Antrag der liberalen Fraktion vor, in welchem darauf hingewiesen wird, dsaß die Einbürgerung in Deutschland wohnerrder jüdischer Ausländer nicht oder nur in äußerst seltenen Fällen stattfinde, insbesondere hat das den Ländern in Einbürgerungsfragen geivährte Einspruchsrecht aus ß 9 des Reichs- und Staatsangchörigkeitsgesetzes vom 22. Juli 1913 zu diesem Ergebnis geführt. Die liberale Fraktion betont in ihren« Anträge, daß sich unter den in Deutschland wohnenden Juden ausländischer Staatsangehörigkeit zahlreiche Persönlich-- keiten befinden,, die seit Jahrzehnten mit dem deutschen Wirtschaftsleben' und der deutschen Kultur verbunden sind, zum Teil bereits hier geboren wurden, und erblickt in dieser Praxis eine unbillige Härte, die auch nicht im deutschen Interesse liegen könne. In dem Antrag wird der Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Genreinden ersucht, bei den-zuständigen Behörden für eine Beseitigung dieser Praxis einzutreten; Kein Frauenstimmrecht in den englischen Synagogengemeinden. Aus London meldet I. T. A.r In einer genreinsamen Sitzung des Ausschusses unb der Delegierten der Vereftrigten Synagoge, die hier por^ kurzem rntter denr Vorsitz des Vizepräsidenten der Vereinigten Synagoge, Robert Walcy - Cohen, abgehalten worden ist, imniv über einen Antrag, den Frauen das Stniunrecht in den Synagogengemeinden zu gewähren, sehr ausführlich und sehr lebhaft debattiert. Sir Robert Waley-Cohen trat persönlich für das Frauenstimmrecht ein. Die in der Versammlung anwesenden Rabbiner sprachen sich sehr entschieden gegen die Verleihung des Stim'nrrechtS an die Frauen aus. .Herr Ernest Lesser führte aus, eine Ablehnung des Frauenstimmrechts würde törichter Selbstmord sein. Die Sephardische Gemeinde, die ja eine orthodoxe Gemeinde ist, gewähre schon seit einer langen Reihe von Jahren einer gewissen Klasse von Frauen das Stimmrecht. Schließlich drang der Standpunkt der Rabbiner durch. Mit 211 gegen 158 StiiNmen wurde der Antrag, den Frauen das Stimmrecht in den Simrxv.-' - gemeinden zu gewähren, ab gelehnt. Dr. Luvwig Franks Grab aufgefunden. Aus Mnnrrh e ii m wird m-itgetsitt: Auf dem Sanmielfriedhof in Provenchered Hut eine Mannheimer Dance, ^Frau Marie H eller, das Grab Dr. L'utlwig Franks, des jüdischen sogialdemolkratischen Führers, der als Kriegsfreilwilli'ger und als der erste deutsche NsichstL-gsalbgeord-nete den Tod auf dein Schlachtfeld erlitt, ^gefunden. - ~ Frärrlein Moffe Berliner Polizeirat. Frl. Dr. Mosfe, die seit langen Jahren im Berliner Polizeipräsidium vordienswoll auf dem Gebiete der Kinderschutzp.flege tätig ist, ist soeben zuin Pdlizei-rat enannt »norden. Die Jca in Sttdan»erika und Palästina. In der vor einigen Dagen in London stattgefundcnon Sitzung der Anglo Jewifh Association müerßreitetc. der Vorsitzende Leonard Mo ntelfiore einen Bericht über die Jca-Kolonifatiion in Süda m e r i T a und sagte, man erwarte in diesem Jahre in. Argentinien eilte überaus gute Ernte. In allen Kolonien ist ein stetiger Fortschritt zu verzeichnen. Seit Jahresbeginn ist die Zahl der Kolonisten, die durch vollständiige Abgilchlung Eigentümer ihres Bodens geworden sind, auf 7723 gestiegen, da8 ist ein Mertel aller Koloniisten. -Much in Brasilien schreitet die Kolonisation gut vorwärts. Die neuen Kolon-isten wecken gut ausgenommen und sind 'guten Mutes. Was Pa i äst in« betrifft, so ist -die Iva Tvilhaberin der Patestine Loan Bank, deren Londoner Zwerg tom Wirtschaftsausschutz verwaltet wird. Weitere Maßnahmen wucken getroffen, um einen Teil der^ verfügbaren Fonds^ Bei der BanE anz-ul-egen, um diese z-u befähigen, ihre >KvMttäiig!teit zugunsten der OlvstKüchterMereinignngeu a-usgudehnen. Auch in Kanada ist die Zahl der jüdischen Farmer in den Jca-Koloni en im Wachsen begriffen. Arabische Kommunisten verbreiten jiddische Proklamationen. In Haifa wurden einige Araber, die aus Anlaß >deS Jahrestages der kcAimunistischen Nevolution -mn 7, November ProU-alnatio-nen in jiddischer und arabischer Sprache' verbreitet haben, verhaftet. W \ E NER GAS KOHS Kaufen Sie nicht; Brennstoffe!! Sie verteuern sich die Heizkosten und helfen nrit, die österreichische Handelsbilanz verschlechtern Verwenden Sie Wiener Gaskoks Die Wiener städtischen Gaswerke können den Heizkoksbedarf von ganz Oesterreich decken. Für den Verbraucher von Wiener Gaskoks gibt es daher keine Brennstoffnot, x er muß auch nicht Konjunkturpreise bezahlen. Wer seine Heizanlagen noch nicht auf Wiener Gaskoks eingestellt hat, besorge dies ehest! 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