Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1926-11-12 · Heft 2770 (12.11.1926) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2770 (12.11.1926)
Date
1926-11-12
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
83% known words query
IRI
…/2979076-2981549-2981857--28143-3016149
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Berte 6 Men, FreÄttst Wiener Morge«Hettmrs E NvnemKer -1886 Nr. 2770 asiRtiiiiBiaBiiaBMRatatiiiiaaiaiiiiii t Mittwoch, den 1.7. November, ft Uhr abends, Vortrag | de? Genera! ''.ors Dr. h. c. Freiherr von Schönaich Volkswirtschaft. über Palä -tina-Reiseeindrüeke eines Pazifisten in den Olympia-Sälen, L, Rothgasse t\ailenvorverkauf im Bureau des Keren Hajessod, Wien» L, rCäratnerstraße 28 (Tel. 77-4-85 bis 86), in der Buchhandlung Löwif, Wien, I. Rotentunnstraße 22, in der Buchhandlung Rath, Wien, ll., Taborstraße 20a, im Theaterkartenbureau „Aida“, Wien, II., Taborstraße 5. Serichtssaal. Meineide und ßrekutiousnereileillllg. ^nde 1924 kauften Moritz Kohn, damals Gesellschaft rer oer Firma Kohn u. Co., imb seine ,Fean Grete von i f.m Hausbesitzer Arnold Chitil em Hans um 65.000 ß. hievon waren. 1264 S. sofort bar zu erlegen, der Rest sollte ourch eine Hypothek auf das Haus sichergestellt werden. Dem Chitil. war dieser Restbetag nr monatlichen Raten-- 'Zahlungen von mindestens 800 S. zugesichert worden, und zwar zu einer Zeit, als das Ehepaar Kohn offenbar nicht in den.Lage war, solche Beträge zu leisten. Den Schuld' schein zeichnete Frau Grete Köln: allein. Schon die pm 1. Mai 1925 fällige Rate von SQD S. wurde von Wdvvtz .Kohn nicht mehr bezahlt nnt dem vinwers darauf, daß er keine Solidarhaftung übernommen habe. Als Herr Chitil llagte, erhob Grete Kohn den Ernwand, sie habe gegen Chitil eine Gegenforderung von 10.000 Schilling, da er in dem verkauften Hause ebse Souterrain wo h nun g nicht, wie vereinbart, freigemacht habe. In diesem Prozeß soll Moritz Kohn, wie' in der Anklageschrift behauptet wird, eine falsche Z eUgen aus'-- sage gemacht Wen. 9luch Frcüi Kohn hat in diesem Prozeß Unwahr ausgesagt. Chitrt konnte von dm Eheleuten;tm ganzen nur 7200 S. h'crembringeu. Der Frau Kohn wird außerdem Kur Last gelegt, einen falschen Offen Ka-- ruugseid abgelegtM haben. Ihre Schwester MM Geye^haker hat anläßlich einer .Nage aüf UnzUlässigkeitserklärmrg einer Exekution, die der Familie Kohn gepfändeten Gegeustidrde fälschlich'(als ihr Eigentum bezeichnet. Mn ganzen wird der Schaden, den Chitil «litten hat, nach Abzug des -Wertes des Hanfes und dev bisher erhaltenen! BmUDmrgen aus 30.512 'S. angegeben. Schließlich wdd Mttitz Kohn noch zur Aast' gelegt, daß er im Zuge einer Zwangsvollstreckung im September 1925 sein Geschäft aüf den Namen seiner Fvcüc anmeldete ftnb sich nur als deren Geschäftsführer ansgab. Zu der; gestrigen Verhüllung vor einem Schoffeugerrcht mrter Vorsitz des Hofrates Küstinger wurde der AngeLagte Mvriz Kohn 'aus der Haft vdrgefuhrt.. Seine Frau, Gvete Kohn, die sich aüf freiem Fuß befand, ist M Verhandlung ni^cht erschienen. Sie ist unaNsfind bar. Frün Geyerhährr hat im'Laufe des Verfahrens ein volles Geständnis abgelegt. Gestern erklärte sie, sie habe für die in ExcEuKoü ge-' zogenen Gegenstärüw den Eh'eleüten Kohn kern Geld gegeben, weshalb'sich 'zwischen ihr und dem Angeklagten Kch» eine heftige Kontroverse entspann. Nach Einvernahme mchrerer Zeugen wurde die Verhandlung an? Dienstag raKi. Der AhLd an dem RarftilLahnwäMer Rtzbs. Me berichtet, wurde der 48jährige BetriWsleiter des Raxseilbahnbaues, Franz Winkler, unter dem Verdachte verhaftet, den Nachtwächter Jakob Nhba rnnrordet zn haben. Die Untersuchung gegen Winkler.wurde au? G-rrurd von Indizien geführt. Winkler hat rrÄt EnLschiLdenPrit den Mord an Ryba geleugnet. Numurhr 'hat die Sraatsanivaltsckast die Untersuchung in der Richtung ve§- Mmbes eingestellt und gegen Winkler die Anklage wegen Betruges erbeben. Winkler hat fingierte Lohntüten geMhrr und dadurch fein Unternehmen um zirka 5000 Schilling betrogen^ Der Mord an dem Rarseilbahnwächter Rhba bleibt somit noch unaufgeklärt. Ae Stage einer neuen internationalen Anleihe für Sesterreich. BarverhiwdlMgol Br. Schüllers in Senf. Sic oie Grazer „Tagespost" meldet, begibt sich Sektronschef Dr. Schüller anfangs Dezember nach Genf, um dort Vorverhandlungen über eine internationale Anleihe für Oesterreich zu führen. Diese Meldung konrint ittd)f unerwartet. Schon bei der vorletzten und letzten Büllerbundtagnug hatten Bundeskanzler Dr. Ramct und Dr. Schüller mit Firrauzseuten und maßgebenden Staatsmännern Fühlung genommen, wie sich diese zn einer neuen österreichischen Anleihe verhallen würden. Die Aufnahme der neuen Anleihe ist für Oesterreich eine dringende Notwendigkeit geworden, da die Bölkerbundkreditreste im Jahre 1927 zur Gänze anfgebraucht sein weiten und es nunmehr höchste Zeit ist, für neue finanzielle Reserven vorznsorgeu. Die Fühlungnahme nrit denBö llerbundfaktoren hatte zum Zwecke, den Modus bei der Aufnahm-e einer neuen Anleihe zu vereinfachen und Oesterreich den üiühsümen Weg der Ber- Bedesterüle SteaerermllbiNmge» in Uugara. Aus Budapest wird telegraphiert: Die in der Nationalversammlung eingebrachte Steuervorlage umfaßt 31 Paragraphe. Unter den direkten Steuern wird zunächst der Schlüssel der Boden st euer herabgesetzt. Der Haussteuerschlüssel wird in Budapest ‘mm "24 auf 20, m hseu Städten von 20 auf 18 Prozent, auf dem! flachen Lande auf 15 Pwzent herabgesetzt. Bei der Erwerbsteuer wird das Existenz minim um statt 480 Goldkrmren 720 Pengö betragen. Bei der Einkommen- und BermögenSsteuer wird die Steuerfreiheit von 2400 Goldkronen auf 3600 Pengö erhöht. Eine Herabsetzung erfahren auch die GcLühren auf EEschaften und JMuwbllieuumschreibungen. Eine der wichtigsten Bestinmmngeu ist die Abschaffung d er Umsatz steuer für Brot und Gebäck. Nach Mahlprodukten haben in Hinkunft nur die Mühlen eine Umsatzsteuer zu zahlen. Auch die Umsatzsteuer bei Schlüssen in Mais an der Börse wird aufgehoben, tm auf diese Weise das Termingeschäft in Mais zn Bevorstehende Freigabe des österreichischen Sequester-. gutes i» Amerika. Ans Washbuigton wird gemroldet: Nach einer Meldung der .llmtüd Preß" beallsichügt die amerikanische Rsgienwna, das österre-ichische Seque-stergut peurnäMt MrückArtstellen. Der Wert dieses Gutes beträgt 10 Mü-ll voaen Doktor. . .^sLorffrettmgSanle'cho". In miseoem gchtrigsu Ariü-tel ..Litt Balorffiscungsplan für Oesterreich" hat sich ein sinnstören- ' oer Dvrckfthlcr eingeschlichen. Der verständige Leser konnte wohl j Seinen Augenblick darüber im Zweifel sein, daß es sich um vme j?lrasiernn gsanleihe (nicht Balorisierungsanleiye) handle. Franc und Lira. Der svangösische Franc lag gestern ruhiger und notierte gegen Zürich 16.68 bis 16.721/2, wobei die Ärnndterrderrz fester war. Dagegen zeigte die Lira «ne schwäche« Tendsrz. Mailand grng aus 21150 irach 21.60 Urrück. Der Len lag ansangs schwächer, 2.86 gegen Zürich, doch be- Mgte er sich gegen Schluß aus 2.90. ' Aussperrmrg der Textilarbeiter ür Prag. Äns PragwüÄ gemeldet: Die TexUlsabriken in Prag' haben mit Wir» Lang vom gsst^gen Läge dre allgemoine AuSspevmng der ArbeitLNschaift vevfügt. Die Ursache, die gu dieser Maßnahme geführt hat, ist folgÄde: Vorige Woche ist in der Websvei Bonder Pevutz in 2er Prager Bovstadt Weben ein Streik «ms-, gebrochen. Die Arbeiter verlangtein eine TeuerrlngSaavZhilfe, die ans Grund' des oftböhm-iischen KollcMvvertoages für icne TextiHLetrieLo vevemlbart wurde, fc&e diesem Vertrag unterliegen. Die Prager LeMindulstvve hat die Auszahlung einer solchen Aushrlso ab gelehnt, weil die Primer Grundlöhne um zehn Progenit HKHer süch als jene des oWohmischeu Vertrages und die Prager WkorddeMenste die osiböymiiischeu Handlung mit den Garautrestaaten der erst.--- Völkerbund« ankeihe zu ersparen. Um ft -.Ehr als daun hiefür wieder eine Ratifiziemug durch die Parlamente der betreffenden Staaten erforderlich wäre. Es gill die neue Anleihe direkt unter die Patwlmnz des Völkerbundes zn stellen, wie das bei der mtgarischeu Völkerbnndaukeihe geschehen ist Im übrigen perwieseu die österreichischen Reiliiermigsstellen darauf, daß die Völkerbundanleihe durch die Eingänge ans den Zöllen und dem Tabakmonopölo so groß sind, daß diese Pfänder ausreicheu würden, eme Anleihe in dreifacher Höhe zu garantieren, während der Völkerbundkvedit bekanntlich nur 650 -Mllionen Goldkronen ausgemacht hat. Die Reise Dr. Schüllers nach Genf ist Üvohl geeignet, die Zweifel an der Richtigkeit der von uns gestern veröffentlichten Meldungerr über den Plan einer neuen großen Jnvestitronsankeihe für L>">'-rv " ' streuen. übersteigen. Von der Äus)psi'ru.ug' stnd acht Kam-iteai mit. 200(1 Avbsftsrn 'betroffen. Das Passivum des österretchifthLN Außenhandels im August. 'Das Passivunt der österreichischen Handelsbilanz hat stzl) — laut Mitteilung des BundesminlsteriumS für Handel und Verkehr (HandelsstaListifcher Dienst) — nach der im Monate Juli verzeichneteu vorübergehenden Abnahme im Monate August ttrfolge Steigerung der Einfuhr wieder stark erhöht. 'Die Ernfuhr erreichte nämlich einen Wert von 235.6 Millionen Schilling gegen 268 Millionen Schilling im Juli. Der nur nur wenig erhöhte Wert der Ausfuhr betrug 137 Millionen Schilling (gegen 134.6). Es ergaben sich sonach im' August ein Einfuhr- -Überschuß von 118.6 Millionen Schilling gegenüber einem solchen von 73 Wttllioueu Schilling im Juli und von 84 Mllionen Schilling irrt Durchschnitt des ersten Hall'- jahres. In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres betrug der Wert -er Wareneinstrhr 1.788 Ml- Itmieit Schilling, der Wert der Ausfuhr 1.092 Mllionen Schilling, das Bilanzpassivnm demnach 696 Millionen Schllling. Bemerkenswert ist der starke Anteil des EdelmetallVerkehrs init rund 23 Allllioneu Gillingen der Einsubrzunahme im August, ds> in diesem Monate größere Bezüge an Gold-» und Silberbarren aus dem Auslande, erfolgten. Gegen bas Registerpfanörecht. Wir fyibcn tih&inä)' von den BcstrebnugLn nach Schaffung eines Regrsterpfandrechtes au> MMlim in Ungarn berichtet, worüber «auch bereits ein Gesetz cittiwtrf in die Nationalversammlung enigebracht wurde. Die Be weguug für die Einführung des Registerpfartdrechtes nracht sich auch tu Deutschland und in der Tschechoslowakei geltend. Der IjwÄk dieser Institution -wäre es) gewissen Betrieben uanrentlich bei der Gründung die Erlangung von Geldlrediten zu eruröglicheri, da damr der Geldgeber Ach am gesaulten JiEntarjund Warenlager das Pfandrecht Vorbehalten formt. In österreichischen kaufmännischm Kreisen werden jedoch die Bestrebnn. gen nach Einführung des HypolhekarrechtLS <ruf Mobilien, ins> besondere an Warenlagern bekämpft, mit der Begründung, daß daraus statt einer Erweiterung des Kredits eine außerordentlich". Einschränkung des Warenkredits zu erwarteir sei. In dresein Sinne wurde kürzlich in einer Sitzung des Greinial-. raies der Wiener Kaufmannschaft ein lansführliches Referat erstattet, woran' sich eint ausführliche Debatte zahlreicher MPglieder des Gremiums anschloß. Bon allen Seiteir wurde hervorgehobw, daß die Einführung des Registerpfandrechtes an Warenlagern den österreichischen Kredit im Ausland auf das äußerste erschüttert unisse. Kein Ausländer werde einem österreichischen (Kunden Warett kreditierst, wemr er Gefahr lauft, daß diese' Waren durch einsachen Vertrag zugunsten eines Dritten weggepfandet werden. Dasselbe gelte auch für die inländischen tRHeranten. Andererseits würde jeder Kaufntairu, der eine Dtv- Miarhypothek eintragen lasse, sich dam.it selbst seine Exisftnlz nntergmben, da chm nicht nur keirt Kvchit urehr gegeben, son dern dro noch mrbezahltelr Gläubiger sofort gegen ihn in der Mrfsten ■ Weise vvwehen würden, um ihre Ansprüche zu reüerr. Die Versammlung faßte aus diesen Gründen dert Beschluß, daß dia Vertretung der Kaufmannschaft init aller Energiasg egen die Idee doS Regist>erpsandrLchtes an Waretilagevn, Ibic für ,den österreichischen Handel rmd die jgesam'te (östwreichische KoMwrrtfchaft geradezu ruinös sei, Stellung uehmwr müsse. IDNF PREISE fciomespuns, für Sport-Kostüme, 130 cm breit L 1*90 Kostümstoff, 140 cm breit . »» 4*90 Sport-Schotten, 130 cm breit . i» 5*90 Shetland, 140 cm breit.. . . . »» 9*90 Raglantmd Mantelsto#e, MO cm breit .... 3*50 (fer billigen Sport- Hodie km WARENHAUS fSlrttder fcMffmann, Wien, 2. töezirß TABORSTRASSE Nr. 48 Besichtigen Sie unsere SS Schaufenster — es ist für Sie von Vorteil!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.