Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2769 (11.11.1926)
- Date
- 1926-11-11
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien, Domierskag Wiener Morgenzerruntz 14. 9iovember 1M6 Nr. 2769 tuabischer Sprache erteilt wird. Der Verblichene war ein eifrige Zionist, lwr für Pnlnstina-ÄuMuzwecke große Summe gewidmet mw erst jüngst in Tel-Awiw ein Grundstück er,oorben. auf welche'.n er eine große cIbnngoge errichten wollte. Füufundachtzi« >chre Jcroifk Ltp.'.uiett" 'Las .älteste jüdljchc Blatt, die Londoner „Jewish Chronic!«" zWt seit ihrer Gründung zu den führenden und einflußreichsten jüdischen Zeitschriften. Heute gehört „Jewish Ckstonicle" zir den Verfechtern des Zionismus und ist eine wichtige Stütze im Kumpf gegen das assimilatorische liberale Judentum. «in gntiMißchcr Akt in Südafrika. Bor kurzem fand in Johannis bürg die Enthüllung eines Denkmals fürdie im Kriege gefallenen Soldaten aus Südafrika statt, obgleich das Denkmal mehrere hundert Namen jüdischer Kriegsgefallcner verzeichnet, wurde der Gedenkfeier ein rein christlicher Charakter gcgebem Die Juden waren zu dieser Feier überhaupt nicht eingeladen. In den Gedenkreden wurde ostentativ nur von christlichen Soldaten, die ihr Leben auf dem Schlachtfeld ließen, gesprochen und selbst das. Trauerlied, das gesungen wurde, war auch ausdrücklich christlichen Inhalts. Ter Oberrabbiner von Südafrika, Doktor I.' L. Landau in Johannisburg, hat gegen diese Zurücksetzung sowohl in der Presse als auch bei den 'Behörden, welche die Feier veranstalteten, den schärfsten Protesteingelegt. Sühne und Kunst. KammersSuger Josef Schwarz gestorben- . In verhältnismäßig jtlngen Jahren ist der berühmte Baritonist Kammersänger Josef Schwarz an: 10. November in Berlin einem tückischen Nierenleiden erlogen. Schwarz war der Sohn eines armen jüdischen Schneiixws zu Riga, wo er rm Jahre 1882 geboren wurde. Das älteste von neun Kindern, mußte er frühzeitig verdienen und. .kam, mit acht Jahrett in den Rigaer Tempelchor, der unter Leitung, des rühmlichen Kantors Rosowsk: stand. Sobald ihn der Vater in seinem Handwerk verwenden kmflrte,. prußte der. kleine Josef auch in der Schneiderei Mithelfer:. Bald wurde man auf die schöne Stinmre des Kindes aufnterksam und es faitden sich jüdische Mitbürger, die für seinen Gesangsunterricht sorgten, auch dem Vater unter die Ärnre griffen, damit er den kleinen Schneidergehrlfen entbehren könne. Diese Wohltäter brachten ihn auöh, alser das fünfzehnte Lebensjahr erreicht hatte, nach Berlin in das Ster n'sche Konservatorium. Direktor Theodox.ILowe vom Breslauer Operntheater pflegte die Gesangsschuken zu besuchen, mn Talente zu finden. Er er- . kannte - das herrliche Stimmaterral des Stern'schen Gescrngsschülers urrd brachte ihn nach Wien zu Prof. R oö i n.sn h n, der - bekanntlich curch die großen Opernsänger Slezak und Berger ansgebildet hatte. Hier in Wien fand Schwarz als Tempelsänger einen Nebenverdimst. . Dann begann der Aufstieg. Er wirkte zunächst in der Brvs'lauer Oper, später an der Wie ner Bolkso pe-r und' wurde unter der Direktion Gregor für die W-öener Hofoper verpflichtet, der er vom Jahre 1969 bis'zum Herbst 1915 angehorte. Dann wurde Schwarz für.die-Berlincr Oper gewonnen und erlangte Weltberühmtheit als Opern- und Konzertsänger. Bekanntlich hat Schwarz auch in Amerika, insbesondere in Chicago, gewirkt. In erster Ehe war ci: mit der Opernsängerin Francitto Kaufmann verheiratet, in zweiter Ehe nrit einer Amerikanerin. In. Maria-Halden (Baden-Baden) erstand er ".einen. prqchtvollen Besitz, aus welchem er. fortab in seiner, speien- Zeit lebte. Zu seinen berühnüest^n Partien gehörte der John in Goldmarks „.Heimchen am Herd", ferner der Jago, der Rigöletto u:id der Salcnnon. -Schwarz Ivar ein ausgezeichneter Jude und ein Anhänger der zionistischen Bewegung. Immer wieder stellte er seine. Kunst in den Dienst der jüdischen Wohltätigkeit. Der große jüdische Opernsänger litt seit einem Jahrzehnt an einem Nierenleiden. Er hat sich leider zu spät entschlossen, die Krankheit durch einen operativen Eingriff zu beheben. Schon während der im Berliner Sanatorium Prof, Ustgers vorgenommenen Operation wurde festgestelst,-daß. die ^Krankheit schon zu weit fortgeschritten sei. In der Nacht nach der Operation starb er an Herzschwäche. Die Kunst und das jüdische Volk haben den allzu frühen Heimgang, eines überragenden Künstlers und trefflichen Menschen zu beklagen. Haloah-Lrchester. . un- 7. d. fand im Konzerthause die diesjährige Geue- .^vecsamrnlmig in Anwesenheit fast sämtlicher Mitglieder und des Präsidenten Dr. Körner statt. Für die abtretende Leisung erstattete Sektionsleiter S ch l a d n i ch den Bericht, Ms ^Orchester hatte im vergangenen Jahre einen MUgUederstand von 56, eine Durchschnittsfrequenz bei den ^lroben von 49 Musikern. Besonders die Bläser haben eiUM stattlichen Zuwachs zu verzeichnen, so daß das Orchester überFinew bereits kompletten Holzbläseruird einen fast kompletten Blechbläserchor verfügt und so eines der stärksten Ä.matenrorcheste.r in .Wien ist.. Die nrusikalifche Tätigkeit umfaßte sowohl klassische, wie mich Moderne Musik. Das Probenrepettoire wies Werke voll: Hahdp, ZMdzart, Beethoven, Schubert, Schmnann, Me«- delWn, Brüchms, Joachim, Brüll, Goldmark, Tschaikovsky, Rinsky, Dvorak, Smetana, Braslavsky, Feuer, ans.. . Pas Zusammenarbeiten mit dem Wiener Jüdischen GHmgvereine.war etwas weniger intensiv, wie in den Vorjahren, was stirmi Grund hauptsächlich in bell ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnissen Hai. So mußten wir auch von einem eigenen Konzert absthen und unsere gen beschränken. Jene, anläßlich der Hundertjahrfeier des Stadttenrpcls im Sosiensaale, hatte durch die Anwesenheit des Bundespräsidenten besondereil Glartz. Leider unlßtc das Orchester für die neue Saison, auf öffentlichen Beranstaltungeil auf gelegentliche Mttwirkundie Mitwirkung seines langjährigen irnd verdienstvollen Leiters, Herrn Prof. Brasbrvsky, verzichten, da dieser in Ainerika weilte. Ms Orchester spricht ihm einstimuttg den innigsten Dank für seine überaus verdienstvolle Arbeit» aus. Die Leitung, der also die überaus schwierige Aufgabe. zufiel, einen neuen Dirigenten zu wählen, hat die Dirigentenstelle öffentlich ausgeschrieben und aus der Unmenge von Bewerber fünf in die engere Wahl gezogen imb zu einem Probedirigieren eingeladen. Die Leitung ließ sich dabei n»rr von rein künstlerischen Gesichtspunkten leiten, wobei ihr auch Kapellmeister Erich Stebel beratend zur Seite stand. Die Wahl fiel schließlich auf Kapellmeister W a l t e r H a h n, für den sich auch die überwiegende Mehrheit des Orchesters ausgesprochen hatte. In Walter Hahn, der sich dem Orchester in der uneigennützigsten Weise zur Verfügung stellte, glauben wir jenen Dirigenten gefunden haben, der, die Tradition des Orchesters hochhaltend, durch seine Initiative und sein künstlerisches Programm dem Orchester neue Impulse und jenen Elan bringen wird, ohne die ein gedeihliches Musizieren überhaupt unmöglich ist. Die Gründung eines Kammerorchesters wurde lebhaft begrüßt. Die Proben hiezu werden an einem Wochentagabend abgehalten werden. Das Orchester hat sein Ziel, ein vorbildlich jüdisches zu sein, weiter verfolgt, unbeirrt mn äußere und innere Widerstände, und trotz erwrmer materieller Sch Wie-, rigketten, und hat seine Tradition, jüdische Musik und jüdische Künstler zu fördern, hochgehalten. Leider hat die breite jüdische Oeffentlichkeit die wirklich idealen Bestrebungen des Orchesters noch nicht recht erkannt, wodurch die für uns so enorm wichtige nwralische Unterstützung von außen fehlt. Wohl wolle,: wir aber hoffen, daß sich auch das ändern wird. — Der Bericht des Sektionsleiters und der Bericht des Kassiers Dr. Seid ner lmrd einstimmig genehmigt und der abtretenden Leitung der Mnk ausgesprochen. Hierauf wurde die alte Leitung vollständig wiedergewählt. Nachdem noch der „Wr. Morgenzeitung" für ihre tatkräftige Unterstützung der wärmste Dank ausgesprochen wurde, schloß der Sektionsleiter mit einem warmen Appell an die Mitglieder zu weiterer intensiver Mitarbeit die Versammlung. ins venlmal für die Wischen iirieg»gesalle«ev am Wiener zeotralsriebhof DaS Er-e-niS desPreiSanSschreibrnsder Kultusgemeinde. Die Wiener ijraelttische Kultusgemeinde hat einen Wettbewerb für die künstlerische Ausgestaltung der Grabstätte für die jüdischen Kriegsgefallenen ausgeschrieben, dessen Ergebnis nunmehr vorliegt. Das zur Beurteilung der eingelangten Wettbewerbsarlbsücn von dem Vorstände der israelitischen Kultusgemeinde in Wien «ingesetzte Preisgericht (Vorsitzender > Architekt Dr. Clemens Holzmeister, Professor an her Akademie der bildenden Künste in Wien) hat unter 25 Entwürfen die drei ausgesetzteu Preise dsn nachfolgenden Projekten zuerkannt: Den ersten Preis (Betrauung mit der Ausarbeitung der Detailpläne) dem Projekte „Gezeichneter Davidstern. in: j^^H==i===i===B^^i===i==a= ^Tl m Die Werke des » greBao IQdlsehen Piiilosoghan m loser PopnerLvnkeus m sind bei uns erschienen M m Voltaire brosch. S 12'— gebunden S 18 — ■ i Das Recht zu leben und die 1 Pflicht zu sterben jp brosch. 8 4’80 % gebunden S 6*30 ilt 1 Fllrst Bismarck und dar i M Antisemitismus ii | brosch. S 4130. gebunden S 6*80 W 1U Phllesophie des Strafrechts il II brosch. S 240 gebunden S 3130 WM II lieber Religion M II v. brosch. S 5*80. gebunden S 7*20 ■ -m Gespräche | u 111 gebunden S S — M 1 1 1 „. . kommende Jahrhunderte werden seinen « lupGit geuoreui »agiv l\* n» vüuuyniiuic** Kalergie über Popper-Lynkeus. 1 1 m »' Verlag R. Uiwü, Wien I . W 1 m Fleischmarkt Nr. 1 1 m!lH53SI§333li£E^I33SflaS5SISsSIS535l!ij ' asm lvlagas I.Wetnfaurggasse! Meine Schlager I Crepe de Chine* Kleid . äS!9‘— Crepe de Chine* Kleid . ä S 25"— Velour-Mantel ist ä 8 29*— Velour-Mantel, mit Pelz verbrämt, äS39*— Schicke Crepe de Chine-Tanzkleider in jeder Preislage! Kreise zwischen wagrechten Linien", Verfasser Herr Ing. Arch. Leopold P o n z e n, den zweiten Preis von 1600 Schilling dem Projekte >,Emunah", Verfasser Herr Ing. Egon Riß, den dritten Preis von. 666 Schilling dem Projekte „Jmpluvium", Verfasser HeHi Zivilarchitekt Fritz Reicht. Fenier hat das Preisgericht einhellig beschlossen, dem Vorstände der israelitischen Kultusgemeinde Wien zu empfehlen, die unter den Kenwvorten „8" und „Schalom" eingereichten Projekte (Verfasser derzeit unbekannt) um den Betrag von je 400 Schilling anzukaufen. Sämtliche Projekte gelangen ab Sonntag, den 14. No venlber I. I., im Amtsgebäude der israelitischen Kultusgemeinde, Wien, 1. Bez., Settenstettengasse 4,' 2. Stock, zur Ausstellung und können an diesen: Tage und an den beiden folgenden Tagen in der Zeit von 9 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags besichtigt werden. Aas de« Aeatera. Burgtheatcr. Morgen, 7 Uhr: „Der junge Aar". Akademiei ih ic t c r. Morgen, halb 8 -Uhr: „D a s grobe Hemd". ,, 'SBoHSoipcr. Morgen nachMiitiags ,jS>itc verkauft« Braut", abends .Die Za uberfH-öte". Ka m merspiele. In Vorbereitung steht als flacht-, Vorstellung vre Ä B C-Revue von Dr. Fritz Beda, Mulsll von .Dr. Robert Kätscher. Als Gäste werden Hans Moser"- Fritz. Jmlhoff, Fritz Steiner, Paula Brosig, Tilly Losch uiib'- Armm Springer mllwlrten. Opern thea ter. Morgen, 7 Uhr: ,-Lnic>ia v oju L a m mermoor". Deutsches Voll sthe a ter. Morgen, 3 Uhr nachmittags: ^,Der Pfarrer von Kirchfekld"« R a «i m u n d ich e a t e r. Awvgen, 3 Uhr nachnritlags, bei kleinen Preisen das Kmdewnärchen mit Gcisang und Tan.; „Schneewittchen". — Morgen tritt Kammersänger Fritz Werner sein Engagement in der Operette „Das S ch w a l b e n n e st" an. Theater in der Joses ist a d i. Morgen, halb 4 Uhr nachmittags: „Der Igel" mlit Hans Moser, halb 8 Uhr abends „Fannys erstes Stück". Apollo-Theater. Sorrutag und Montag iuu 3 Uhr Nachmittagsvorstellungen mit dollsländigem Mendiprogramm bei Kleinen Preisen. Der Wiener Pianist Stefan Bergmann, ein Schüler Pro« fessor Julius Woh'sohns, der sich gegenwärtig in Holland aushält, hat in kurzer Zeit bei Pubbdknm uud Kritik außergeüwhnviche Erfolge errungen. Die Zeitungsvezenstonen sind durchwegs lobend, zum Teil sogar enthusiastisch gehalten. Bergmann ist soeben für mehrere Konzerte in Amsterdam sowie für eine große italienische Tournee verpflichtet worden und für zirka 12 Orcheisterkonzertc in Holland für Aie nächstjährige Saison. Das Gastspiel des Olmützer tschechischen Schauspieles im Carltcheater beginnt Samstag, den 13. d. M>, hgW'8 Ilhr abends, mit einer Aufführung von „Das Kamel geht durch ein Nadelöhr"; Sonntag, den 14. d. M., 3 Uhr nachmittägs, „Die Hochzeit >rm Hause Kndlich'2", halb 8 Uhr abends, „Die Männer werden nicht alt"; Mointag, den 16. d. M., 3 Uhr nachmittags, „Bankrotteur", halb 8 Uhr abends, .Peripherie"; Dienstag, den 16 d. halb 8 Uhr abends, „DaS Spiel von Liebe und To.'; Mittwoch, den 17. d. M.» halb 8 Uhr abends, „Der Sommer"; Donnerstag, den 18. d. M., halb 8 Uhr äbends, „Div Eifersucht"; Freitag, den 10, d. M., halb 8 Uhr abends, ,M>nwviie im Wü-Vfel"; Samstag, den M. d. M., halb 8 Uhr abondS, „Mip 2.". Schalsm Aschs gesauuuelte Ronume sind in de« Verlag R. Löwit, Wien, 1. Bez., FleischumrÄ 1, nbergegangeu. BiLhcr sind erschienen: „Die Zaubevm von Kastilien", ,ßin GlaubenSmartyrium". „Mottte, der Dieb", „Der efokttische Stuhl". Moses". Die Bände kosten broschiert S. 8.—., in Ganzleinen gebunden S. 8.—. J-n Vorbereitung befind«: sich „Die Mwtter" und ein Band „Novellen", ein Kranz Mischer Geschichten ^aus allen Wettteilm und Zeiten. PreisauSschreilien für zwei Frembeuverkehrs-Plakate, Die Fwmdenverlehrsiko-mmifsion der Bundesländer Wien iMib Niederösterreich veranstaltet ein P'veisuuSschreiben für je.eirrfarbig.es Bildpla'kat von Wem und ' Mederösterreicb. An der KonÄrvrenz, die mit Preisen im Gesamtbeträge von 2600 Schilling dotiert ist, können kn« und ausländische Mnsbler teilnehmen. Die Entwürfe müssen ÄS ÄätestenS-10. I ä n net 1937, zwölf Uhr mittags, irr der FroinoenvevkohtsltommWon der Bundesländer Wen und Niodvrösterreich, Wien, 7. Bez., Diuseumstraße 1, überreicht sein, woselbst auch die genauen Bedingungen kostenlos et* hälrlich sind. „Die Geschichte 'unserer Welt" von derr Uranfänge» ÖÖ in die jüngste Gegenwart evzähA der borühmte englische Ro* >mancier H. G. Wells in seinem soeben erschienenen Werk, das die Buchhandlung N. Löwit, Wien, 1. Bez., Rotenturnr» straße W, diese ÄLocye in ihrem Sondorschcutfenstox auSHeüt. 1 JL