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Wiener Morgenzeitung · 1926-11-10 · Heft 2768 (10.11.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2768 (10.11.1926)
Date
1926-11-10
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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WNsM'M M Ai! i ßUOjOMMMM IBWMf wCorgwijciwiig «ID. RvvsmEoer f926 Sßtte -f> * Die Informierte«. Das Zentralorgan der ötterreichl- Den Sozimdemokmtte hat bekanntlich feit je Wissen und Wohlmeinung Wer jüdische Dinge in Pacht aenommien. Diesmal läßt es sich Wer die verbreiterte sozialyttsche Zeitung der Welt, so nämlich dev in jiddischer Sprüche dt* scheinende Newyorker „Vorwärts" ist, eine Reihe von Dingen erzählen, die preßbiologifch beinahe zur Gattung der Grubenhündchen gezählt werden könnten. Das fozialvemokvatifche Organ Oesterreichs, das stchso viel darauf zugute tut, seinen Lesern Bildung und Aufklärung zu vermitteln, zeigt sich in Dingen des „Vorwärts" ebensogut informiert wie in allen anderen jüdischen Dingen. Es wird da deS Langen und Breiten über den Gründer und Leiter des „Bortvärts", AbrahamKahan, oder wie er sich lieber nennt Ave Kahan, gesprochen. Und wer ein wenig vle Person dieses Publizisten kennt, mutz sich wundern, daß Kahan plötzlich zu einer Art Mäzen, Anreger, Förderer Mischer Kultur erhoben wird. Tie Apotheose klingt in den köstlichen Satz aus: „Zum Schluß sei zum Ruhme des BOitco der jüdischen Sozialisten ln Amerika noch gesagt, daß der kürzlich verstorbene Scholem Asch, der Novellist und Dramatiker, der überall seine Biowundcrer hat, wo Jiddisch verstanden wird, dem Redaktionsstab des „Vorwärts" angehörtes und er war nur einer aus einer stattlichen Reihe brillanter Dichter und Schriftsteller, deren Genius Abraham Kahan geweckt hat und die nun der Stolz seines Blattes sind..? In der Eile wird also nicht nur jkahan zum literarischen Erwecker, sonder» auch zum Litcraturmörder gestempelt; denn der famose Newyorker Berichterstatter, auf den die Variante des Wiener VolkScouplets paßt „Das hat ka Newhorker g'schrievn", bringt mit kühner Geste den eben erst! 60 Jahre alt gewordenen und — um im platten Tages- M zu bleiben — im Vollbesitz seiner geistigen und künstlerischen Kräfte befindlichen Schalem Asch um. Man soll sich doch als Zentralorgan der österreichischen Sozialdenwkmtie nicht in ein Gedränge einlassen. & Der Tag der Republik. Dev 12. November, der Gedenktag der Ausrufung des Freistaates Oesterreich, wird auch Heuer in allen Garnisonen des Buudesheeres festlich begangen werden. In Wien werden als Vorfeier am 11. November von halb 7 bis 7 Uhv die Regimentsmusiken mit klingedem Spiel dtttth die Straßen ziehen und dem Bundespräsidenten Dr. Häinisch, dem niederösterroichischon LandeHauptmann Dr. Buresch und dem Bürgermeister S e i tz Ständchen Vorbringen. Die Feier am 12. November wird, um unliebsamen Zloifchenfällen vorzuveugen in den Kasernen abgehalten wenen. Wie erinnerlich! war es in den letzten Jahren bei den Paradeauörückungen am Republiktage zu Skandalszenen gekommen, da Kommunisten einzelne Offiziere, welche ihre OrdenSmiSzeichnungen angelegt hatten, beschimpften. * Abgeordneter Niedpist gestorben. In «Schlvaz in Dirol ist gestern der chriftlichsoziale Abgeordnete Niedrist, über dessen Radunsall wir berichtet haben, gestorben. Der Verstorbene, ein wohlhabender Landwirt im Unterinntal, hat in der KriegSzeit viel Aufsehen durch eine Affäre mit der Diroler Milrtarlbehörde erregt. Er hat seine LandSleute gegen die Requisitionen in Schutz genommen, wurde deshalb verhaftet und aus Dirol auZgewiesen. Er war dann 86 Wochen lang in Salzburg konfinievt. In einer viel beachteten Rede, die er im Juli 1917 im Parlament hielt, erzählte er «dse Geschichte seiner Leiden. Er schloß damals seine Rode msi den charakteristischen Worten: ,Hch habe mich immer wieder gefragt: Bist du der Niederst, der in den Delegationen in Wien und in Budapest für alles gestimmt hat, bist du der, der die hochpatviotrschen Reden gehalten hat, bist du der Niodrist, der so viel für die Kriegsanleihe geopfert hat?" * Pater Abel schwer erkrankt. Eine der bedeutendsten Führer p ersö n lichte tten der streitbaren römisch-katholischen Kirche, der Jesuitenpqter Abel, ist so schwer erkranlt, daß er mvt'^ den Sterbesakramenten seiner Rüligion versahen wurde. Er steht im 88. Lebensjahre. Pater Mel, der insbesondere in der Lu-egerzeit eine große Rolle gespielt hat, ist als einer der schärfsten Gegner des Judentums hervorgetretan, was ihn aber nicht gehindert hat, in den reichen assimilisievten Kreisen des Mischen Wien eine umfassende Taufpropaganda zu entfalten. * , Vorsicht mit Schußwaffen. Gestern, abends hantierte der 18jährige Spenglergohilfe Egon Trachtenberg, Matznergaffe 17, i» der elterlichen Wohnung unvovsichtsg mit einem geladenen Trommelrevolver. Hiebei ging ein Schuß los und das Projektil drang ihn: in die rechte Schläfe. Mo Hietzinger Rettungsgoselkschaft mußte den Verletzten in das Spital bringen. * Eine jüdische ErziehiungSberatungsfliello auf hellpüdagogischer Grundlage. Das jüdische Zentrum der Sozialen Hilfsgemeinschaft Anitba Müller eröffnet morgen eine EnziehungsberatungSstelle auf heilpädagogischer Grundlage. Methode Dr. Alfred Adler (für «schwercrziehbare, in ihrer Entwicklung gehemrnto Kinder) unter Leitung A. Neuer, Dr. M. H o f m a n n und Dr. Martha H o l u p. Sprechstunden finden Donnerstag von halb 7 bis 8 Uhr abends, 2. Weg., Untere Augartenstmße 96, statt. * 'Aus der SMchwekt. Das internationale Sechsmeisterturniet in Gent ist nunmehr beendet. Den ersten Preis » errang Dr. Ta rta ko wer, der sieben Punkte erzielte; dann folgte der Engländer Iates mit 5$ Punkten. In den dritten, vierten und fünften Preis teilen sich mit der gleichen Punktozahl von je 4Vb der Holländer Calle, Janowski und.Sir Thomas. Der Vorkämpfer Frankreichs Crepeaux, ging leer aus. Für das am 16. November beginnende Berliner internationale Schachmeisterturnier hat der russische Großmeister Bogoljubow unter der Voraussetzung der Genehmigung durch die russische Schachsektion seine Teilnahme zugesagt. Da Überdies Spielmann Ruvinftein und Grünfeld unter den Teilnehmern zu finden find, wird das Turnier größere Bedeutung haben. * Strafe firr Nachtschwärmer iu Berlin. Aus Berlin wird gemeldet: Die städtische Finanzkommission bat mit den Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten den Antrag des Stadtkämmerers zugestimmt, wonach jeder, der nach 1 Uhr nachts in einem Lokal angetroffen wird, hockersteuerpflichtig sei. * Schwagers jüdischer Almarwich. Demnächst erscheint der vom Wiener Tempelvertoalter Dtax Sch wage r herausgegebene „Wiener jüdische Almanach", welcher nebst einem Kalendarium und literarischer: Beiträgen ein Verzeichnis aller jüdischen Kultusgemeinden, deren Vorsteher, Funktionäre und Beamte, ferner alle jüdischen WohMtigveitzSvereine und Humanitätsanstalten, Bethauser usw. und deren Funktionäre enthalten Wird. Um das sicherlich sehr wichtige Nachschlagewerk möglichst vollkommen zu gestalten, wendet sich Herr Max Schwager mit einem RunosÄretben an sämtliche Kuktusgemeinden und jüdischen Körperschaften mit dem Ersuchen, ihm die erforderlichen Daten nach dem heutigen Stand zur Verfügung zu stellen. Zuschriften wolle man an den Herausgeber Max Schwager, Wien, 2. Bez., Zipkusgasse SO, richten. Slszanski auf Kuba. Irr AttentSkr als Kabarett-Marer. Die Warschauer Blätter ,$$8®" und ,,Kurzer WarszawSkl" veröffontlichen ein Interview utit dem ukrainischen «Dttrdenten Dheophill O l s z a n s k i, «tot bekanntlich am 6. September 1926 ei.n Attentat auf den golvesenen polnischen StaatspräsidMen Wo j c rech o w s k i vevüibt «hat. OlszauNki gelang die Flucht ins Ausland — und der Prozeß wurde dem Juden Steiger gemacht, der 18 Monate rmschnSldi-g im Gefängnis hatte verbringen müssen. Das Interview ist von Georg Murzyk gezeichnet; hinter diesen: Pseudonym verbirgt sich der gewesene Pressechef des polnischen Jnnenministervum, Melchior W e n <f o Ui i c 0. In einer Korrespondenz ans H avan n a schreibt er, es sei ihn: gelungen, von dort airsähigen Leinberger Juden den AuseN'haUsort Olszanskis zu erfahren und ihn, nachdem er sich als russischer Journalist ausgegebon «hatte, $it sprechen. Nachdem Olszanski feilt Vorleben und seinen Eintritt in die rvkrain^che Kmnpfo rganisatton geschildert hatte, erza/hlto er über das Attentat seihst folgendes: „Die Gelegelcheit kam. «Polen veranstaltete tu Lemberg diq Orient messe, die vom polnischen Geist unserer Hauptstadt zeugen sollte. Man mußte vor aller WÄt dagegen protestieren. Sieben Tage, vor dem Attentat versetzte mich der Kommandant meiner Kampfgruppe nach Lemberg. Da ich diese Stadt nicht kannte, sollte ich sie binnen dieser sieben Tage kennonlernen. Die Bonche, die man mir mitgegeben «hatte, war ein 12 Zentimeter-Zylttrder mit 8 Zentimeter Durchmesser. Ihre Kraft war der von 12 Handgranaten «gileich, rmd «die Füllung «bestand ans kleinen, vergifteten Eisenstücken, so daß die kleinste Wunde den Tod «herbei>f«ü!hren mutzte. Am 6. September stand ich vor dem Eafe de la «Paix. Ich «hatte mit meinen Leuten besprochen, daß, wenn mir bis 3 U^r das Attentat nicht gelingen sollte, wir einander im Jefuiten^Pavk treffen wüvden, mn das Weitere zu besprechen. Es ivar schon drei Uhr, ich Web aber ctm Platz, denn «man sagte, der Präsident iviürde hier vorbeifahren. Ich stand mrter der Menge und hiell in «der Hand die gefüllte Bonibe. PlöWch entstand eine lebhafte Bewegung in der Menge. Ich hörte die. Kavallerie, die Lern Wa«gen des Präsidenten vorantrabte, herankommsn. «Ärit einigen energischen Bervegungon bahnte ich mir den Weg und Minderte kräftig die Bombe in die «Höhe. Sie beschrieb einen weiten Bogen :md fiel auf «die Pferde des Präsi' dentenwageus und dann guallnend aiff die Erde. Unter der Menge entstand eine Pautk, inarr begamr Dichten, und die Ärwte kiamnevten sich in ihrer Furcht nicht un: mich, MvoU sie saheir, daß ich die Boinbe gckvorfen hatte. Da floh auch ich in «die entgegengesetzte Richtung. Der Wagen des Präsidenten^ führ weiter, und die Kavallerie-Schwadron ritt in die «Menge hinein, im: den Präsidenten zu schützen. Ich gÄangte aus einen freien Platz, nnd als ich einen Polizisten säh, von dem ich glaubte, daß er mich «verhaften wolle, tat ich so, als ob er nrich nach der Zeit fragen würde. „Es ist 3 Uhr 16 Mn.", sagte ich, und ging an dom Ve-pttmude-vton Polizeimann vorbei." Stach diesem neuerlichen Gestärrdrüs erzüW Dlszanski vierter, wie er bein: Bahnhof von ei«em Poliizeiageuten verhaftet «wurde .und wie es ihm dann gelarrg, in einem unboivach« ten Augenblick zu entkommen. Er kam nach Przemyfl, dann nach Krakau :md schließliich nach Derttfchkmd. «MV während des Steiger-ProzeffeS arrch hier der Boden «ftir ihn Zu 'heiß wurde, da «die Soziatdemokraten «im Reichstag seine AnMefevung verlangten, sandten ihn die Berliner Ukrainer, die Hin «übrigens «die ganze Zeit hindurch, während «seines Berliner Au«sentha-ltes, 40 Dollar monatlich gaberr, iwch Mexiko. Da man ihm aus der Reise sagte, Mexiko würde ihn ausliofern, sei er auf Kuba «geblieben, wo es ihgn sehr schlecht gehe. Er tritt in einem «Ka«barett ' aV Kosakentänzer aus. IVD1SCHE WEIT bbiB Las „Bolks-Haus" in Lel>Awiw. In einem Brief aus Tel-Awiw findet sich die ftlgeiide Beschreibung des „Beth-iHaam^ in Tel-Awiw: Unser „Beth-Haam'tt Man nmß der Wahrheit die Ehre geben. Das „Bell)-Haam", das jüdische Bolks-Haus in Tel-Awiw ist in der Tat eine ganz sehenswerte Sache. Gehst du nach Sabbathansgang, nach Lichtanziinden, auf die Ben Jehnda-Straße, iv-o das „Beth-Haam" sich befindet, wirst du eine schier endlose Reihe junger Menschen sehen, die geduldig warten, bis der Kassenschalter geöffnet wird. Einen ähnlichen Airblick karrnst du vielleicht' in Newl)vrk vor dem Metropolitan Opera-iHouse haben, tvenn irgendein rveltberühmter Star. singt oder austritt. Hier irr Tel-Arviw aber siehst du diese Menschen in langer. Reihe fast täglich arrgestellt, wenrr im ,,'Betl)->Haam"-Theater. gespielt, ein Konzert gegeben tvird oder irgendjemand eine Vorlesung hält. Und erst rvenn im „Beth-chaam" ein Kwartin singt, ein JaschaCH ersetz spielt oder ein Sokolo >v eine Rede hält. Dmm muß drr dich schon gleich nach Mittag anstellerr urrd Mch dann kann ich dir nicht garantteren, daß du noch eine Eintrittskarte bekommst. In solchen Fällerr müssen Hrrndevte und Tausende betrübt umkehren, andere wieder bleiben um das „Beth-^Haam" herum stehen oder kletterrr auf die Dächer der Häuser, die gegenüber der Bühne stehen... Ist es dir schorr gelungerr eine Eintrittskarte zu erstehen und dich durch das kleine, von ,Ordnern" und Wachleuten beschützte Tüvchen durchzuzwängen, so gelangst da auf einen großen freien Platz, der mit Brettern umzäunt :st. Ueber 'deinen,'Kops ein reinerklarer Himmel rmt dem silbern leuchtenden Mond, besät mit brillantenen. Sternen. Bor den langen, einfachen Bänken ist eine einfache Bühne ausgestellt, überwelcher mit flammenden' Buchstaben 'die Bezeichnung „Beth-Haam" steht. .Ein AMtortum don mehreren lausend Menschen nimmt Platz. Numerierte Plätze gibt es nicht. Wer früher herein konnte, hat den besseren Platz. Der Eintrittspreis ist für alle Plätze gleich, ein oder zwei Groschen. Das ist, siehst du, das „Beth-Haam", unser berühmtes Bolkshaus. Es hat bereits einmal jenMld der: Allsspruch getan, daß das „BehtHaam" ein Symbol für imser „Bajtth-leumi" in Palästina. Vorläufig hat das Haus iveder Dach noch Wände, mau sicht nichts als einen umzäuntel: Platz, .der den Namen „Basith", Haus, trägt und irr der Phantasie aller als solches lebt. Gehst dll einmal all: Tage vorbei und lvirfst eilten Mick in das „Beth-Haam", da ilsirst d»l nichts alß Saud :md beschMne HyMnke seherr, aber lüchts Voir einem Gebäude. IM: <Mr derselbe Platz mit dnem 6000köpfigen jüdischen ArrdiboMm, das zumeist aus jultgen Menschen besteht, besetzt, einem Auditorüml erfüllt von Enthusiasnurs, begeistert für Musik, das jedes lebendige poetische Wort verschlmgt, den Atem! der Kunst so mächtig empfindet, dann braucht man gar nicht viel Phantasie zu haben, um das „Beth-Haam", das BoWhaus vor sich zu seher:. Urrd in bcx Tat, ein solches Bolkshatrs besitzt Mr Tel-Awüv. Mail sagt, es habe sich eine Gesellschaft gegründet, die sich die Aufgabe stellte, auf dem Platz ein Gebäude! fürsdas „Beth-«Haam" zu errichten, und der unernrildüche Gründer lntd Führer des „Beth-H«aam" Dr. Blausteü: trägt sich mit kdeln traunchaften Gedankerr ein gvaMoses Gebäude mit «einer Bibliothek, einer Bolksuniversität mit einem Sttidio, mit Räumen für MM usw. usw., zu errichten^ Mer ich bezweifle sehr, ob das künftige „Bech-Haam" mit fernen festen Mauern, gesonderten Mteilungen und numerierteli: Plätzen soviel Anziehungskraft beim Volk besitzen wird, lvie unser jetziges „Beth-Haam" «unter dem fteien Hinnnes 8er Acht« der „Hatikwah". Ueber den Dichter der „Hatikrvah", Naftali Herz Jmber, der jetzt sein 70. Lebensjahr erreicht hätte, schreibt der hebräische SchÄftsteller E scha-l in ,Mutvim" unter anderem: Wunderlich und mrgewöhultzh ist das Schicksal des Juden, doch hundertnral wunderlicher das — des jüdischen Dichters. Auf unaufhörlicher Wanderung und in ständiger Enttäuschung lebte N. H. Jmber, der Dichter der „Hattkwah", sin Dichter, der nur sehr wenig schrieb. Seme beschwerliche Wanderung von Zlvczow in Kleinpolen, wo er vor 70 Jahren geboren wurde, bis auf den New Iorker Friedhof, wo er begraben liegt — wer kann das Geheimnis dieser wandernden Galuth-Seele erklären? Aus Kleinpolen nach Rumänien, aus Rumjänien nach Palästina, aus Palästina nach Alexandrien, arrs Aegypten in die Hauptstadt der Türkei und von da in das neblige, feudjte London und schließlich in das vasende Tempo des L-ebch:s jenseits des OzecmS. Und dort von Not zu Not, von der Krmlkheit in dm Tod. Jede Well« des jüdischen Lebens trug auf tfjw Rücknr das Lebmsschiff Jmbers („Haskalah, ChMath!- Zioil"). Ein Schiff ohne Anker — wozu also ein Hasen? Sogar Palästina konnte es nicht aufhalten. Mo inyner zur Hchrt

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