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Wiener Morgenzeitung · 1926-11-03 · Heft 2761 (3.11.1926) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2761 (3.11.1926)
Date
1926-11-03
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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■Jix. 2761 Men, MMwock Me«er Morgen-ßettimg K.^Novom^r 16W <£z\t: 8 Ersparung « vmmWon: Dr. Z. F. Fimkel stein, Äezirksmt K o li n, .Wo/mn.-Rnt Max Markus. Keren => Hajessod - Kommission. Prästdent: Ockerlubbiner Dr. Chase s, steschäst sführenöer Obmann: Dir. Epl>'r. Stellvertreter des Obm'av>nes: Dr. Löwen «Herz, Bato, Komm.-Rat Markus, Dr. Otto Eisler, Herr Papori 's ch. Kommission: Dr. Adel es, Dr. Gelber, Frau Frieda H a b e r, Dr. Eckstein, Jinanzvat Dr. Benedikt. Die Vertreter der Mismchi, der Hi'tachduth und des iPoaile Zion werden von diesen Verbänden nominiert. Keren Kajemeth Lcsisrael. Präsident: Adolf B ö h.in. Mitglieder: Dr. Rot hd lnin, Dr. Goildh a m in e r, Ehmmra V e r -st ä n d i g, Dr. Cihaim T a rin ko wer, Fmu Marie Po Hak, Hofrat Fuchs, Saul W einreb, Frau Rosalie Leser, Meilen J'Huda, Arthur Holz e r, Agklaja Tartakower, Moses Schwager, Josesiue R o t.h b l u m, Kurt O s f e n d e r >g e r, Salomon P a ß w e g, Adolf R in bir e r, JÄhnda S ch ur i d, Ehwim Dorf l e r, Psachie Aschkena fy, Sali Sch e rz er, Nechmne Winds chaucr, Ignatz Müll>er. Nathan Spindel, P-stu-list Stern, Berta Berk werk, Saibine Paß« weg, Rebekka Weiner; für Salzburg: Dora Schwarz; für Innsbruck: Ing. Jv'sef Adller; für Graz: Elias Grüusch!lag; für Linz: Herr Pisinge r; fitir Mödling: Dr. Rosen h e ck. Jer Sohresiag der Balsour-Deklaration. Eine Versammlung der Wiener Zionisten. Der neunte Jalhrcstag der Erlassung der Balsour-Deklaration wurde von der neugcwäihllten Leitung der zionistischen Landesorganlilsation durch eine V e r ls a nr m l u n g gefeiert, die gestern in Len Ochmipiasälen statbsand und die den Schekel-Driwe, einleiten sollte. Um die Einheitlichkeit der Miwn zu dokumentieren, waren Redner sämtlicher zionistischer Parteien angekündigt. Den Vorsitz führte der neugewählte Präsident der zionistischen Landesorganisation, Doktor Gold Hammer. Für den Misvachi sprach Herr M. D. Groß, für die Hitachduth Herr Saul Weinreb und für die Poale Zion Herr Dr. Heinrich.Gla nz. Das in Wien weilende Mitgllied der Zionistischen Exekutive, Dr. Fellix Roseniblüth, ließ in einer längeren Rcde die Erfolge der zionistischen Bewegung Revue passieren. In den letzten fünf Jahren hat der Zionismus eine derart rege Tätigkeit enthaltet, daß sich die Zahl der Juden in Erez Israel von 66.000 auf 160.000 vergrößert hat. Dies entspricht heute einem Sechst el der Gesamtbevolker ung, während sie vor fünf Jahren noch ein Zwölftel betrug. Die Keren Hajesscd-Propaganda ist vielleicht die größte Propagandaleistung, die je geschaffen wurde. Es ist richtig, daß in Palästina jetzt eine Krise herrscht. Sie ist ober nicht derart, daß wir sie nicht durch intensive Arbeit überwinden könnten. Palästina ist das einzige Land, in-dem sich der Jude wirklich frei fühlen kann und wo er auf allen Gebieten menschlicher Arbeit Großes -leisten kann. Deshalb wirkt Palästina b efruchtend aus die Galuth zurück und unsere Aufgabe ist es,'zwischen beiden eine Brücke zu schlagen, damit dlie Juden in der Diapora in ihrer Entwicklung nicht zurückblei- LSwenfranzbrannfweln mit Menthol s t ä r kt di e Mu s kein, schafft Kraft, verleiht Ene*rg4<e! tfetoerall erhältlich. Schutzmarke. ben. Wer den Sch ekel zahlt, bekundet dadurch s e4 n e g ugehörigkeit zu der einheitlichen zionistischen Organisation, deren Stärkung eine Hauptvorausfetzung für die gedeiUhliche Arbeit in Erez Israel ist. Die Ausführungen der Redner lösten stärkten Beifall aus. Der sozialdemokratische Parteitag in Linz. Die Redeflut, die ans dem Linzer Parteitag der öfterreichischen Sozialdemokratie in der Debatte über das erst M schassende Parteiprogramnr wir die Worte Dcnrokratie und Diktatur hinu/rd wiederwogte, ließ nicht einmal eins klare BöMffsbestimmnug des Wortes Demokratie aufscheinen. Mit einem geringeren Grad von Unklarheit würde! ims Wort Diktatur des Proletariats ül der rabulistischen i Dialektik irrtt der einander die beiden Adler, Dr. Bauer ' und der übrigen Theoretiker und Praktiker mit 'Syllogis-i s men rega-ierten, gebraucht. Liegt doch auch schließlich für die Diktatur des Proletariats das Beispiel Rußlands vor, an btm die österreichische Sozialdemokratie! wegen ihrer pazifistischen oder vielleicht opportunistischen Einstellung allerdings wenig Gefallen findet. Getviß: die Grenzen zwischen Demokratie und Diktatur sind fließend. Kein Diktator kann der demokratischen Einrichtungen völlig enHcirien, — auch Mussolini toleriert ein Parlamentino —, während hinwieder auch die vorgeschrittenstem Demokratien die Diktatur, d. h. die Betrauung eines Nu--« zelncn oder eines ganz kleinen.Kreises von Personen mit der Führung der StaatSgeschäfte sjür (Zeiten außerordentlicher Gefahr vorschen. Da?, .vas den Herren in Linz vorschwekbe, ist aber etwas wescntlich anderes. Sie behaupten, es könnte sich der Fall ereignen. daß das Proletariat, d. hi. die Besitzlosen, in der Abwehr eines Versuches der Bourgeoisie, sich mi t Gewalt in den Besitz der Macht im Staate zu setzen, ebenfalls zu Gewaltmitteln greifen müßte, daß es dann in dem Bürgerkrieg Sieger bliebe und sich durch! seine Vertreter alter jener Machtquellcu bemächtigte, über die dje Besitzenden verfügten oder verfügen ioollten. Ansonsten Uuif man sich dabei üescheidem, mit den Mttelw des WählerfangeS — dafür spricht die Vorsicht, mit der sich fast alle Redner tun 'die Stelümg der Partei zur Religion herimrdrücken, — womöglich die Mehrheit im Parlament zu erringen und in Oesterreich dasselbe zu versuchen, was im Wiener Rathaus für Wien geschieht, nämlich ünter Wahrung der äußeren Formen der Demokratie eine Parteiherrschast auszürichtecr Alles theoretische Spintisieren und Debattieren, ime es in Linz produzier? wurde, lehrt nur da., eine, daß die österreichischen Sozialdemokraten, die eine so ganz erstaunliche Verschiedenheit gegenüber ihren Parteigenossen in anderen Staaten äufweisen, von Zeit zu Zeit das Bedürfnis fühlen, für ihr Tun ünd Lassen, das mit Sozialismus schwer in Einklang zu bringen ist, irgendwelche Theorien zur Beschwichtigung ihres eigenen Gewissens und wohl auch der größeren sozialistischen Ocsfentlichkekt zn drechselin VerftäMich ist die PoMk dieser Partei nur aus ihre Vergangenheit. Sie ist der ständige Widerpart der Lu'.gcrei geivesen, deren oberster Grundsatz die Programmlosigkrit wa.r. ' Im Gegenzng gegen die Politik der Luegerschcn 9c ach fahren ist die Partei groß geworden, hat das Wiener Rathaus erobert und hat sich dort alle die Methoden augcciguek, mit Üerren die Bevölkerung Wiens zwei J-ahrzcyntc laug niedergehatten wurde. Lueger hat sich immer für einen Demokraten gehalten^ obwohl er für eine jedesmalige Wahl sich eine Wahlordnung znrechtlcgte, welche prm'tisrh jedo andere Partei -vvm Gewähltwerdcn ausschloß. Die Ge schästsordnung des Gememdrrates, die Konstructiou t-es Stadtrates und der Umstand, daß die Mandatare, wie Lueger selbst sagtej nur Barrierestöcke waren, verool! stäudigten die Boraussetzüngetr für eine rein persö-iiiche Dil ' tatur des damaligen- Chefs der christlichsozialen Paricien in Men. Als nach dein Tode Luegers dann der Versuch gemacht wurde, diese persönliche Diktatur auf die Partei zn übertragen, gab es'ein fürchterliches Debakel. Die christlichsoziale Mdthode wurde mm von fccit Sozia! demvkraten, die ihnen in der Herrschaft im Rathaus nachfolgteu, unter Vermeidung eitriger eben nur auf die Person Dr. Luegers Hugeschnittener Geireralvollmachten sklavisch nachgeahmki So wie unter den Christlichsozialeu werden alle Konzessions- und Stellenwerber aus ihre parteipolitische! Zugehörigkeit geprüft, und alles, was in der Gemeirrde geschieht, wird vorerst unter die Lupe getlomuren, wie es sich denn parteimäßig für die Sozialdemokraten auswirkt'. Es ist eilt Mussolinismus ohne Mussolini. Hier wie dort wird die Sache der Allgemeinheit mit der der Partei identisi«« ziert. Es ist eben eine Mktatur spezifisch wienerischer Farbüng. Für die Sozialdemokraten im Rathaüs und die Christlichsozialen, die ' vorher das Diktat dort innehatten, gilt heute noch das Witzwort von den verschämten und imverx schämten Antiseihit'en und das Parteidiktat haben beide, Wrteien auch immer äur verschämt zugegeben. Die Anwendbarkeit des Werter Systems ans den gmrzeir Staat scheint aber doch auch in sozraldemokrMWv K reisen nicht so ganz widerspruchslos' hiMenommen zü werden. Da mm Dr. Bauer einmal den Satz änfgeMft M, daß zur Erringting' der Mehrheit im Parlament und 8a-- mit zur Mächtergreisimg in Oesterreich die Sozuckdeküvi frafcie mir inehv einen Zuwachs Von ettva 300.0M SKmmen bei den nächsten Wahlen nötig Hütte, wird wvhl aillchs der. Gedanke au-sgetaicchr sein/ wie. denn do>s' Wt-e-nM! System ans den Bünd zu übemtwa-Jien wäre UÄd toas v'orgekehrt -iverden müßte, ürn die WDerMÄe 8er übrigen parlamentavischerr Parteien zn besiegen. Dafür Wt ntln der Linzer so^ialdemokratrsche Parteitag kerne ganK, klare orred'de bataille gegeben.'Es wird nur itN"Mgemer-> nen gedroht, daß man den Wderstand der Boürgeoifte, Ler Mm Hof. Der Zaddik und seine Familie. — Die Leichenfeier. — Die Inthronisation des Nachfolgers. — Der bekehrte Rittmeister. . W>ie. gestern berichtet, ist d>er Belzer NaGbi der ' „Zaddik" Socher Beer Rokach, gelstorben. Socher Beer Rokach war die Personifikation des Chassidismus, des von politischen Tendenzen freien Chassidismus. Daher seine kühle Stellungnahme zu der Agnda. Der Rabbi, eine hohe Erscheinung, mit einem schönen Patriarchenantlitz und strengen Zügen, stamurt Von dem berühinten Amsterdamer Rabbi Eleasar Rökach ab und die unzähligen Legenden fichreu das Geschlecht der Rokach — bis auf König David zurück. Der Rabbi verstand es, seinem Hof da6 nötige Prestige und Ansehen zu geben. Wia alle Zaddikun-Höfe, besitzt auch der Belzer-.Hof seine „H'ausordmnrg". «In Belz betet man kurz und trocken und das Biegen des Körpers bis zur Ekstase ist hier nicht üblich. Die Breite der Gebete wurde dem Talmudstudium geopfert, mit nur ünbedeuteudcr Berücksichtigung der Kabbala. Auch „beim Rabbis-Tisch" bestimmt die Dalinudanalyse die Tischordnung. Bei Tisch nehmen neben denr Zaddik die ersten Plätze die Söhne, die Schtviegersöhne, die Enkel urrd die vornehmsten eiugeladenen Gäste ein. Dann kommen die „Joschlvim", die alte und junge Generation. Man muß die zivei Begriffe unterscheiden: die Alten, die Paladine, die eifersüchtig die konservative Ordnung bewachen, Tag llud Nacht beten und lerueu und eiirett Klan bilden, der aus einer -gemeinsamen Kassa lebt, die vom 'Rabbi Unterstützt lvird, eine exklusive Kaste; auf der anderen Seite die!' jüngere Generation, von. der man sagt, daß oft zwischen/ die Folianten sich eine moderne jüdische Zeitung verirrt, die eifrig gelefttt tvird. Der verstorbene Rabbi war ein sehr bescheidener Mann. Man erzälK, daß, als er seinerzeit beim Grafen Po-- tocki in Lemberg Um eine Audienz ausuchte, das Leben in Lemberg für zu Unruhig hielt und sein Domizil in Kleparow, einem kleinen Ovt bei Lemberg ausschlug. Der Rabbi aß tvenlg, rauchte nicht und in seiner Anwesenheit dürste auch kein Familienmitglied rauchen. Ans der ersten Ehe des Zaddiks von seiner ersten Frau, olso die eine Tochter des Rabbi von Czernoble lvar, stammen der 42jährige Sohn Aw-on ünd die Tochter Ghana Rachel, tic Frau des Rabbi von Ostyle, eines bekannte>-« Ägttdasühoers. Der älteste Sohn Aron tvurde jetzt während der Bestaktnugsseierlichkeitcn vom Vorstand der lokalen Kultnsgememde zum Nachfolger des Verstorbenen eingesetzt. Es wurde ihm das BcstMmgsdpkret übrr-cickü und feierlich „Masel Tor" gewünscht. * DaS Leichenbegängnis selbst, das am Sonntag ftattfand (der Samstag tvax nicht der Trauer, sondern tvie gewöhnlich. dem Gebet rmd den Gesängen getvidmet), war bcsotrders eindrucksvoll. Die Leiche tvnrde nach der Waschung in den'Tallith gehüllt und im Be'chaus beim Almelnor achgcbahrt. Hier fanden auch die Reden aller inännlichen Familienmitglieder bis zum Brälltigaur der jüngsten Tochter des Rabbi und auch die,,/Inthronisation" des Nachfolgers statt. Di« Leiche tvurde dann auf den Friedhof getragen und ohne Sarg in die Gruft gesenkt. An dev Feier nahmeui über 10.000 Menschen teil und das Klagegeschrei hörte man in einenl Umkreis von einigen Kilou'letern. Au deuq Begräbnis nahm Mter auderem der Abg. Dr. Schreiber teil. Unter den zahlreichen Kondolenztelegrammen befindet sich auch ein Telegramm des Bezirksh curptma11n ec) und vieler Polen, die dem Belzer-iHof nahestchen. » Die zweite Frau des Verstorbenen schenkte ihm den jetzt 32jährigen Sohn Jehoschud. Seine erste Frckn Chmra, die sehr intelligent und gebildet war und die europäische und ueuhebräische Literatur kannte, konnte sich mit dem Leben der Orthodoxie nicht befreunden, ließ sich von ihrem Männ scheiden und reiste nach Palästina, tvo sie jetzt einen Kindergarten leitet'. Besonders begM ist der zlveite Sohn des Zaddiks aus dieser Ehe:- dev 26jährige Mottl. In ihm, der auch die hebräische Literatur vollkommen beherrscht) sieht die jüngere Generation den ,Mnj", den Führer,der in dev Tiefe seines Wissens und in der Kraft seines Gedächtnisses dem verstorbenen Batev Fercht. Es geht das Gerücht, daß man Funktionen des Zaddiks, also des religiösen Rabbiners und des wMichen, des Raw, die bis jetzt der Verstorbene Msgeübt hat, zu teilen beabsichtigt und daß für diese zlveite Funktion der begabte Jüngling aus ersehen sein svll. Solche Nachrichten sind aber au den großen Höfen der Zaddrkim eine gewöhnliche Erscheinung und auf die verschiedenen Augenblickstendenzen der zahlreichen Parteien zurückzNführen. Auch der 19jährige Schnlim soll begabt sein. Die vier Töchter des Zeddiks sind alle ganz besitndcrs schön, schwarzäugig, Von schlanker Gestalt iunft prÄH-i tigem Teint, doch unterscheiden sie sich sehr bezüglich ihrer geistigen Qualitäten,^ Es sei hier bemerkt, obwohl der BelWr Raw eine der konservativsten Nntev den Zaddikim-Hösen ist, so hat doch auch das weltliche Buch den Weg zu seinen Mitglied einc gesiurdeu. Die Tochter des MW Und vfk auch die Schwiegersöhne sind in den Mssensihasten mrd in der hebräischen und jüdischen Literatur bewandert urü> der Vei'- storbene Rabbi wußte Von diesen fremden Einflüssen und widersetzte sich ihnen nicht zn sehr. Die intÄWeiüvs^ und. .gleichzeitig die schönste der Töchter ist die ZZZSHrige Hännai (Hennele), die sich erst vor kurzem Von ihrenr Männ, dem! Sohn des Zaddik aus Wisnitz, scheiden ließ, itzanna steht auch der jüdischtta-tipnalen Bewegung sympathisch gegenüber und spricht sehr gut hebräisch. Die 24jährige Frau des' Rabbiners ans..Rchvaruska steht geistig ihrer kaum uni! ein Fahr älteren Schwester bedeutend nach. lZKech hie zwei anderen Töchter''süwieren Und sind sichr talentiert. Wenn man vom Belzer Ralv spricht, dürfen die Gabbajim nicht vergessen werden. Der älteste der'sechs Gabb'ajim, der /cur "che politischen und MpräseittcLionsagend^eiy versieht, ist Avon Szsia Aaudan, der sich des Vertrauens' des Verstorbenen erfreute. Bon der: Sekretären des Zaddiks füllt insbesondere die Gestalt SinajaS ans, dessen Vergangenheit besonders interessant' ist. Als der verstoßene Rabbi Rokach vor der vussischen! Fuvasion ttach Mchkarz flüchtete, besuchten ihn sehr zahlreich die orthodoxen jüdischen Soldaten m/s der Umgebung und verbliebeik oft einige Tage, bei chm. Da! die Soldaten sehr Vst sogcft ohne Urlaub dort bleiben, fiel dies' bald der mililürischen Behörde.auf und insbesondere der energische Kommandant 'des Bezirkes, Ritty/eister M. ein Sohn einer ganz assimilierten si'idischeu Familie, interessierte sich für die Angelegenheit. Um die Ursache der Verfehlungen zn ergründen, begab sich der Mttmeister einmal zum Hof des Rabbis Und wurde hier so ivvm -Zaddik und der Hingabe seiner Verehrer eingenommen, daß er selbst sein Schüler und Chassid wurde. Man kann sich vorstellen, welche Schwierigkeiten Alf dem Wege vom RitLmeistertum zum ersten Sekretär des Zaddik zü übernckcherr waren. Und doch erlernte der Rittmeister bald die HMirsche Sprache, die Lithurgis und die Srtten vollkommen und versah seither unter dem Romen Smajä die Agenden des Hioffekretärs.

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