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Wiener Morgenzeitung · 1926-10-31 · Heft 2759 (31.10.1926) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2759 (31.10.1926)
Date
1926-10-31
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Sette 6 Men, Sonntty Wiener Morgenzettung 31. Oktober 1926 ^r. 2759 «phorirmea. Loa Moriy Heime»«. Die jüngste Nummer der „Literarischen Welt" wringt nachstehende Aufzeichnungen <mS dem Nachlaß HeimannL. Lee Kunstgeist muß dahin führen, zu kehren, die Menschen tot ihren Eigenschaften gerichtet zu zeigen, nicht wegen ihrer Eigenschaften, Ein Mensch macht Dummheiten, weil er unter ferner Dummheit kettet. <Et kämpft gegen seine Dummheit durch Dummheiten.. , Glaubst da, Re Mnefchen essen nur Äemüf, Fleisch und Brot? Nein, sie essen auch Liebe und Haß und Gier und Geil. Essen sie nur Gier und Geil und Lieb' und Haß? Nein, sie essen auch einen Gedanken. Fürchte dich nicht, zu denken. Die Menschen werden davon essen. » Ein Mensch kann tolerant sein, aber eine Meinung kann nie tolerant sein. Daher sind auch sehr sachliche Mäuschen nicht tolerant, also ist es mm ein Ruhm oder Borzug, tolerant zu sein oder nicht? Da wir die Sünde nicht mehr Limen, so ist aller unserer Güte und Rechtlichkeit, sobald sie öffentlich wird, ein Gran Pharisäismus unverkennbar beigemengt. * Alles Große strM aus dem Ursprung, nicht nach dem Ursprung der Dinge. Der Egoismus bei Goethe ist seine einige ihm mögliche Form von Altruismus; alles andere wäre ihm sentimental, sehnsüchtig und krank erschienen. Sein Egoismus ist nicht: sammeln, sondern: handeln, und der Handelnde in solchem Sinne ist immer ein Schenkender. -er „Großvater des Mos". Ällgsmeön gÄt Edison als der ,Oater des Kinematographen". «In der englischen Presse wird nun aber, anläßlich einer im Nationalmuseum -der Vereinigten Staaten veranstalteten Ausstellung über die Ursprünge dieser Erfindung, mit Stotz darauf hingewiesen, daß es auch einen Großvater des Kinos" gibt, nämlich den Engländer Edward Muybridge, -der in den Gebgigerjahren im geologischen Amt der Vereinigten Staaten eine leitende Stellung hatte. Fm Jahre 1878 wurde Muybridge, als er bei San Francisco topographische Aufnahmen machte, von einigen Kaliformern, die fanatische Pferderennliebh-aber waren, ausgefordert, eine Wette zu entscheiden, ob bei einem trabenden Pferde in einem bestimmten AugenMck alle vier Hufe gleichzeitig den Boden berührten. MuybMge wußte keine Antwort. aber er ersann eine Methode, mit 2 4 photographischen Kameras, die nebeneinander aufgestellt waren, die verschiedenen Beinstellungen des trabenden Pferdes konttnwrlich festzuhalten. Die Aufnahmen wurden mittels Schnüren gemacht, die quer über die Rennbahn gezogen waren, so Laß also das Pferd gewissermaßen fich selbst photographierte. Eines der Bilder zeigte nun alle vier Hufe zugleich auf dem Boden. Der Lag dieses Experimentes wirb nun als ,chistorischer Augenblick" gefeiert, von dem eine neue «Kunst" und besonders eine neue Industrie auSgeht. Muybridge hatte wohl kaum eine Vorstellung von der Bedeutung seiner Idee. ES kam ihm lediglich auf die Fixierung tierischer Bewegungen aus artistischen und wissenschaftlichen Gründen an. An die Belustigung des Publikums dachte er noch nicht. Mt Hilfe des Gouverneurs von Kalifornien und begeisterter Pferd Äiebhaber konnte er ein Laboratorium entrichten und gelangte so weit, «ine Reihe von Bildern zu projizieren, die zur Not die Vorstellung eines sich bewegenden Pferdes vermitteln konnten. Seine Experimente wurden in Europa bekannt, und er wurde vom Maler M e i ssanier nach Paris -eingeladen, der für die Tierdarstellungen in seinen Malereien auf ähnliche Gedanken gekomen war. Nach einem Winter in Paris, wo er als Hold empfangen wurde und eine Zeitlang ein berühmter Salorrlöwe war, kehrte Muybridge nach den Bereinigten Staaten zurück. Dort suchte er den jungen Erfinder Edison auf, der soeben eine sprechende Maschine erfunden hatte. Muybridge schlug ihm vor, gemeinsam zu arbeiten und die beiden Erfindungen zu kombinieren. Aber Edison ließ sich nicht interessieren. Der Film war damals noch unbekannt und Edison konnte keine Zukunft in der Idee erblicken, eine Reihe Bilder nacheinander auf einen Schirm zu werfen. Aus wissenschaftlichen Interessen richteten jedoch Beamte der Universität von Pennsylbvnien dem Erfinder ein gut ansgestatteteS Laboratorium ein. Am Ende feines Lebens war er eher ein wissenschaftlicher Arbeiter als ein kommerzieller Erfinder. Der nächste große Schritt wurde von W. C. Levinfon in Brooklyn getan, der 1687 dazu gelangte, auf einem Glasstreifen zwölf Aufnahmen in weniger als einer Sekunde zu machen. Hierauf erfolgte die Erfindung des Films, die dem Kamerafabrikanten Eastman zugeschrieben wird. Doch hatte Eastman nicht die Mlsicht, den Film für die Kinematographie zu verwerten. Durch Edison und I e n k i n S wurde, dann die Erfindung Muy-bridges mit derjenigen EastmanS vereinigt und der kinematographifche Film war da. Auch der Name hat sich entwickelt! Was wir heute ' als ausgewachsenes Wesen „Kino" nennen, war von Muybridge mit dom schönen Namen bedacht: ,^Zooproxosc o p e". Die beste Figur macht ein 11493 HenrielteWeder ^ooccxxxxxxxxxxxxx^Vtxxxxxxxxxx? Wien, IV., Margaretenstraße 15. 6in Lorirag der Seneralmalors Freiherrn von Schönaich in Wie«. „Palästina-Eindrücke eines Pazifisten." Ueber Einladung der Keren-Hajessod-Kommisston ,ue Oesterreich wird am 17. November 1926, dreiviertel 8 Uhr abends, im Bortragssaal des Militärkasinos, Wien, 1. Bez., Schwarzenbergplatz, der bekannte Führer der deutschen Friedensgesellschaft, Generalmajov a. D., Dr. h. c. Freiherr von Schönaich, über „Palästinareise-Eindrücke eines Pazifisten" sprecl)en. — Kartenvormerkungen im Bureau des Keren Hajessod, Wien, 1. Bez., Kärntncrstraßo 28-2, Telephon 77-4-85 und 77-4-86, und in der Buchhandlung R. Lömit, Wien, 1. Bez., Rotenturmstraße 22. . * Im Rahmen des Delegiertentages findet Montag um 10 Uhr vorrnittags im Sitzungssaal des Ingenieur- und Architektenvereines, 1. Bez., Eschenbachgasse 9, eine Keren- Hajessod-Konferenz statt. An dieser nehmen die Mitglieder der österreichischen Keren-Hajessod-Kommtssion, die Keren-Hajessod-Referenten der Wiener Sektionen und Ortsgruppen teil. Tagesordnung: 1. Eröffnung; 2. Unser nächstes Arbeitsprogrmnm; 3. Debatte; 4. Cventualia. Rene Schütz in Tutankhamens Sm' Bei der Eröffnung des Tu-tanli/amengrübes, in drm der wunderbar erhaltene Leichnam des jungen Pharao mit reichem Schmuck in einem prächtigen Sarkophag gesundes tvurde, stieß man auf zwei versiegelte Kammern, deren Oeffmmg späteren.Grabungsarbeiten Vorbehalten wur-i de. Nun ist es, wie aus Kairo gemeldet wird, dem Morscher Howard Car-ter gelungen bis zur ersten von zwei versiegelten Kamniern in Tutankhamens Grab vorzudrin- -gen. Er fand eine Anzahl großer, reich mit OrnamcNtenl geschmückter Kasten, deren Inhalt noch nicht b.kant ist. Außerdem befinden sich in den Kammern Begräbnis-, schmuck und Möbel, die nach einer flüchtigen Be-, sichtigu-'g in Reichtum und Kunst den schönem bisher in» Grab gefundenen Stücken gleichgestellt werden können. Wie der Direktor "der ägyptischen Abteiümg der Pariser Akademie Professor L ac au in seinem Vortrag mitteilte, d sollen auch in der zweiten Graükammer noch etwa 30 Kisten stehen, in denen große Reichtümer vorhcmideni sein sollen. fensattonette 3ieibst~Jisi&£fzote f!! Unerreicht in Auswahl, Qualität und Frais! I im führenden Leopoldstädter Warenhaus Brüder Schiffmann, II., Taborstr» 48 Telephon 47-1-79 Telephon 43-408 nexz.i^.s.'Tswm Neueinftthrung! Sämtliche Schneider- und Vdodisten-S&ugehöre! Billige ElnfOhrungspreise! mtsm Qualitätsware! Jedes Kind erhält ein Geschenk! 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