Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2759 (31.10.1926)
- Date
- 1926-10-31
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite *'4 Wbm, Stontttem A. Okvber W36 Nr. 2765» die „W iener Morge nzre i tm n g", über de rem WichtigEe.it u n d B e d e u t n n g f ü-r it -n s e-r e Bewe g n«g rv oh I n ich t gesprochon mc r de n nt lt ß, dauernd zu erhalten* Durch die Einsetzung e i it e-5 P r c s s c k o tti i t e e s im Sinne der Beschlüsse de? vorjährigen Delegiertentages tvar uns die Möglichkeit gegeben, ans die Richtung des Blattes den von uns verlangten und entsprechenden Einfluß zu nehnten. ^ie GesamteinnaWen, tvelche dem Landeskonritee während des Berichtsjahres zur Verfügung standen, beliefen sich aus 15.533.32 Schiising. Hievon entfallen auf Veranstaltungen 2600 Schilling 38 Groschen, Spesenrückvergütungen 597 Schilling 49 Groschen, Parteisteuern 9447 Schilling 95 Groschen, außerordentliche Pnrteisteuern 2887 Schilling 50 Groschen. Wir haben aus diesen Einnahmen nicht nur die Kosten des Bureaus, die Propaganda und die Gehälter bestritten, sondern noch aus die übernommenen Schulden einen Betrag von 2046 Schillitlg 56 Groschen zur Rückzahlung gebracht. Die Geringfügigkeit der uns zur Verfügung stehenden Mittel legte uns den Zwang auf, in unserer Verwaltung die äußerste Sparsamkeit walten zu lassen und die Auslagen für die Erhaltung unseres Bureaus auf das allernotwendigste zu beschränken. Für Propaganda z w e cke standen uns unter den gegebenen Verhältnissen mtr ganz geringfügige Beträge zur Verfügung. Der Rechenschaftsbericht Dr.. Friedmamis lvuvde insbesondere während seiner Darlegungen über die Stellung des Zionismus zur Landespolitik, ferner bei der Feststellung, daß die Einheit der Organ isati uit t at Oe ste ra: r ei ch tvieder erreicht sei, von lebhafter Zustimmmtg unterbrochen. Dem Referate folgte stürmischer Beifall. Hierauf erstattet Herr Dr. R. M. Gelber feilt Referat über das Thema: Was soll und tauu die Zionistische Organisation f ü r d i-e jüdische Kulturnm'id Erziehungsarbeit leisten? Er führt u. a. aus: Nach dreißigjähriger zionistischer Tätigkeit genügt das formätz Bekenntnis nicht, um die jüdische Renaissance zur Tat werden zu lassen. Eine nationale Betätigung muh vor - allem nat io n al - ku ltur e l!.c Werte beinhalten, sonst wird der Zionismus zu einer rein politischen Organisation oder zu einer Sammelorganisatiou. Weil dies bisher vielfach unterblieb, sind im Lause der Jahve z. B. so viele ehemalige zionistische Studenten der Bewegung verloren gegangen. Die Kulturarbeit sei erste Voraussetzung einer gedeihlichen Propaganda. Hätte man diesen Grundsatz stets befolgt, dann hätte man heute keinen Anlaß zum Jammern Mer dasVcrsagen d e r I u g e n d b e w eg-utt g. Die Jugend ist aus der Grundlage des Mischen Ktrltusbewußtseins zu erziehen. Redner entwickelt sodann die im Siinie des KulturprogranmK notwendigen politischen sowie rein kulturellen Maßnahmen. Die Ku ltusge m eiu d e als Exponentin der jüd is d§k tt. Se libstve rw.a l t u n g muh. von uns . dahnn gebracht werden, die Erziehungsarbeit in unserem Geiste* durchzuftihren, 'vor ' allem ' eine' Form' des jüdischen Religionsunterrichtes - herbeizusi'chren., -und. zwar unter besonderer Berücksichtigung des he b r ä i s ch e n, ^kM-a ch u n t e r r i ch t e s. Mit der gegen w ä r t i-g e'n ' - Schulverlvattung der Gemeinde Wien, / die diesbezüglich Schwierigkeiten bereitet, ist der Kmnpf auWunchmen. Durch eine systematische politische A ktion unserer Mandatare ist die vollkommene Übernahme des jüdisches. Schustvesens durch die Kultusgemeinde in die Wege zu leiten.' Redner verweist auf das Beispiel der Berliner jüdische Gemeinde. Ms Maximalprogramm ist im Sinne dplH M4 n o.r i ta4 e nve-rt r age-s der hebräische Sprachunterricht in beit Volksschulen a uz «streben. Der Referent bespricht sodann die von der.Zlonisti- 's schen Organisation zu 'treffenden kulturellen Maßnahmen ' zur Förderung.'der Erlernung des Hebräischen sowie zur Förderung" der Bildung, und faßt sein Referat iu solgendc; Anträge zusammen: 1. Ter^Telegie'rtenrag <mertennt als eiiles der »oichtigshen Gebiete unserer zionistischen Betätigung d-i<e j»ü düs-chi-e Km-ltii rnud E>rz.üehU'Ngs'a.<r-b.eit lind verpflichtet die neugewählte /Leitung, diesem'Ärbeüsgeöiete ein besonderes Augenmerk zu: schenken. .2. Der Delegiertentag verpflichtet jedem organisierten Zionisten, seine Kinder jüdisch zu erzichyt und fje ür der h», brätschen Sprgche zu unterrichten. 3. Km Rahmen des Zionistischen Äandeskormtees jkst ein K n'l'tu ra Mt fiir' die Leitung der KulturtRWit zu eriJi iDm.p/yywmmm—mm Dienstag, den 2. November 1926, findet um hatb 8öW* abends in den Olympiasälen, \., Rothgasse, ein ■ Zionistisch««' ■* Massenmeeting..; statt. Redner : Herr Oberrabiner Dr, H. P.CHftJES, IMgützA des Zionistischen.. Aktionskomitees, Herr Rechtsanwalt Br« FELIX R05EHPLÜTH, Mitglied der Zionistischen Exekutiv«,.! Herr M. D. QROSS, Mlsrachi, Herr Dr. HEINRICH GLflNZ',' Poale Zion. Herr SfiUL WEiNREB, Hitachduth. . Es kommen wichtige Probleme des Ziottismtts zur Sprache Reniebeitrag 1 Schilliag | . richten, dem eine spezielle Kukwrkommisstm, bestehend aus sechs MitMrdern, unter denen auch die. hebräische Lehrerschaft «rtttteti sein soll, SeizugebeN wäre. Das Ktütmamt sott mt «tncm beamteten and gerilltsten SekveÄr geleitet werden. 4. Der DdlcgietteMag verpflichtet die zionistischen BeMSsekttonen, Ortsgruppen und Sander verbände ujw., h^brrLaMue Gprachkurse imd Kindergärten za errichten. 6. Ter Delegiertemag anerkennt die NottvrißVWeit der Erhaltung des-he dräschen Spr^chschwlwe s-e n s durch die jüdische KMiltSgemeinde, als die einzige autonome jüdische Bchörde zur Wahrung der jüdisch-VvttmvNen Interessen. Re rageroNnmng Kr heute «ad mwgett. i&t4i4€ 9 U-cha: worwLHtxrgtse Entwicklung des Arbeitsprvgramms des Keren Hajeffod in der koimnenden Periode, Referent Dr. N. 38k Gelber. — Entwicklung VeÄ AtbeitspüWamincs des Keren Mcheuteth in der komuMden Periode, Referent Dr. Ghaim Dartakower. 7-- Bericht 'Über die Tätigkeit des PMstüra-Amkes, Referent Dr. Nahumi Meiner. — BerW bgr Er^iMmgskvmintzschm. ~ Gene-i raldebatte. 3 Uchunar>chM-AstMsH: ^kgendreffsE OM Wch» städt. — OrgnnLsations- und PwpagandareferM: Mzno Rabinowicz. — Referat über Palaflina-Fragen. 8 UM a-b e ndis. DMtte über die Resercüe. Wo-n t^-g, 9 UHr v-o rnnnt tiug s-: ^Kwtfttztmg iünd Schluß derDebatte vom Vortag. — Mericht^der Per,nansnz>i kommtzffton. — -Nemvahlen. ßhtWIcher Burgfriede« lu Ungarn. Budapest, 27. Oktober. Wir 'haben iviederholt über die Kämpfe berichtet, die in Ungarn zwischen den Verschiedenen christlichen Konfessionen seit längerer Zeit gesWrt Iverden und sich in den letzten Wochen <zu offenen Feindseligkeiten zugespitzt haben. Ae geistlichen Führer, die sowohl der Katholiken als auch der Protestanten, führten in Versammlungen und in der Presse scharfe Reden gegeneinander und es kam bereits so weit, daß die Katholiken die Forderung aufstellten, daß bei den in nächster Zeit stattsindenden Parbamentswahlen in einer großen Zahl von Wahlbezirken katholischen Kandidaten mit katholischer Programm ausgestellt werden mögen. Die ungarische Regierung fürchtet mm von einer solchen bis aufs äußerste betriebenen Agitation eine Schädigung der Mehchlsrtjöinteressen der Regierung und veranlaßte ihr nahestehende Politikern aus beiden Lagern, . die B e r s ö h n u n g. per. verschiedenen christlichen Konfessionen vin Ungarn herbeizuführen. Als Mittler in. diesen Verhandlungen dienen die Overgespäne, die seit einigen Tagen in Budapest versammelt sind und mit den geistlichen und politischen Häuptern der Katholiken und der Protestanten Verhandlungen j pflegen. . . Man kann es als sicher aunehmdn, daß Vieser Friede, wenn auch uur als politisches Geschäft. m.i t , M a n d a t s z u w e r s u n g e n zustande kommnr wird. Die Parole, - konfessionelle Fragen dürfen in - die Politik.'MM eiubezogen. werden, wird, jedoch" nur auf die chrsttliHen Konfessionen untereinander angewendet. ' Die Jü.d e.n- 's ra g e, die ' ja' - nach dem ' gegenwärtigen ' Standpunkt der ' Regierung -auch -eine ckonfefsionelle. Frage ist und bei diesem. Anlaß gleichfalls in friedlichem Sinne zumindest gemildert werden könnte, kommt' für die Regierung und die. christlichen Führer, in allen Lagern überhaupt nicht/ in Betracht. Der Friede zwischen den einzelnen christlichen ” Konfessionen soll ja zum dem Zwecke herbeigeMrk werden, - um geMossen gegen das Judentum marschieren sü können, wobei unter Judentum alles Böse und Schrtckhaste, wie Radikalismus, Sozialismus, Kommunismus usw^ subsitmuriert wird. . ' Ser Budapeftrr 9entettu»fe. Dir schweigsame Polizei. Budapest, 30. Oktober. Die Polizei setzt mit altem Nachdruck die Unterfirchung in der lMgelegenhelt der Er-, mordung. des Gutsbesitzers Viktor jHv ud l im jJüni 4926 fort. Wü: bekannt wird, ench'Ät der Brief der Mener Dame» durch den die geheinmisvolte 'Wäre wieder aktuell geworden ist, die Angabe, dich'Hi-omd-l in Äer kritischen Nacht^or seinem Verschwinden aus dem KdÄ«erl E-s-pl am^rd^e vn Äesettschaft im- Wibweltdanron an einem Gelage teikge-? nommen hAtte. Mn BerlMfe der Nacht gesellten sich m'oh^ rL-r-e jchm Ke ÄMche zu der Gesellfchüst, döe den Guts-* hesitzer in angeheitertem 'Znstjand nach Wia-i tzen l ock tje«, e>rm^vd-«Eem und Se-raüb-t^m,.worauf sie den iwwrt . wt da-e MüMÄvu warfen. '; Di« Bbief iieMt M WvmteM! M« "KWete- Wtze, M, - an :MgeMM«en: Wen iinbl , bjm MM L'rMUMte.-Wett Mtzn. Me Obe^ßadth^türqschasi/^cmbt dHer, Mn in. einigen Dagen Klarheit .ini der' mysteriösen MgeletzeMit At schaffen. ErrrsdveileN! Wahrt sie im lKrteresie der Untersuchung M violWs DNMte. sWl»««tiWter über-den VtzyK der Nachforschungen. . . 4rv# * ÄÖIII0 lyfPP JWHIHiWIyll , Buhltest, 80i Okhobyr. Die Leibärzte des^ Königs haben eine Mstteiluug voröffentlW, worin sie erkAren, dG der Wrng an einem W<rftda-r erkrankt W Wein . Zivftgnd ist jedvch in- 1 VegrHe«!.-?Mr /.Wig '.wich. ÄmMg-iu Mkamst eintteMn Mch-äm RdnÄg und Dienstag die neuen Gesandten Von Deistschland und Wia°i . men -m ^eieMcheN' Mrdie«M--Epfan-set^ lEPPKHHkU* S. SCHEIN M N U R; I , Bauernmarkt 12—14 M Größtes u. ältestes Haus der Branche Perser* und Smyrna-Tepplche Teppiche aller Arten Bettvorleger Bett« und TIschdeckeBü Ottomanettberwttr?0 Vorhänge Halbstores Steppdecken E Flanelldecken Höbelstoffte! I Bei größter ‘ '' konkurrenzlos billige Preise!! Besichtigen Sie unsere 33 Schaufenster! Im Souterrain des Teppichhauses zurückgesetzte Teppiche und Vorleger mit kleinen Webefehlern zu enorm billigen Preisen. Ser sozialdemokratische Parteitag i« Linz. Linz, 30. Oktober. Der sozialdemokmtische Parteitag Ivurde heute unter zahlreicher Beteiligung im Vorgartensaal durch den Wiener Bürgermeister S e i tz eröffnet. Er erklärte, die Hauptaufgabe der Tagung muffe darin bestehen, das n eit eParteiprogramm festzulegen. Die nächste Sorge der Partei müsse der Bekämpfung der r e a k t i 0 n ä r e n, m 0 n a r ch i st is ch e n R e g i e r u n g Seipel gelten. Sodann sprach Dr. Friedrich A d l e r, der dem Parteitag empfahl, die Politik der Sozialdemokratie nicht in starre Formen einzuspannen, sondern sic den gegebenen Politischen Verhältnissen anzupassen, wie dies die ausländischen Sozialdemokratien bereits längst praktizieren'. Namens der deutschen Sozialdemokraten sprach Alois Braun und für die deutsche Sozialdemokratie in der Tschecho-Slowakei Dr. C e ch. Nach emigen weiteren Reden witrden die Beratungen auf morgen vertagt. Ne antifemMschen Bolkrparteien untereinander. Der Skandal lm Wiener Rathaus. Die Lärmszeireit im Wiener Gemeinderat, über bU tvrr gestern kurz berichtetert, haben ltach Mitternacht 'Formen angenonnireü, wie sie in diesem Saale schon seit langem nicht zu verzeichuen waren. Heraufbeschworen wurden die 'mtWrdigen Szeuett durch'seinen Gegenantrag der Sozial Demokraten attf einen christlichsozialen Dringlichkeitsäntrag, in ■ dein verlangt worden war/ - daß die Ki n^-> >w!wü T y e ater fj&Itc > in, den städtischen VwhnhMsbMten zur tbnterbringung von Obdachlosen, adavtiert.^werden. Der lözialdemokratische christliche Stadtrat Weber'brachte als Demonstration dagegen einen Dringlichkeitsantvag^^ ein, in Opn verlangt wurde, daß für Obdachlose . ' . .'Jjttv ititb fifatrfjftuftt herangezogeir werden und daß Äusländer, die in Klöstern ivohnen tutd keiner Beschästigüng nachgehen, aus ihren - Wohnstätten entfernt werden. Da eine derartige Maßncchme nicht in die Kompetenz. des GemMderates falle, wolle ' öieftr beschließen, beim Bund Wnen Einfluß in- .Ötefer Richtung geltend zu mächew : ' / - : r Dieser Antrag erhielt seine Spitze aber erst. durch : oie Begründung, in der es hteß, daß , Kirchen, ebenso whe ' Kinp- .und Varieteesäle,. zur Unterbringung' von Obdachlosest wohl Nicht Mignet seien. Btt der Berlefmrg dihser Stelle' brach der .Sturm aus. Der chLtstlichsvztäle Ge-- meinderat'P re ye-.r schlug als erster imt der Faust icyrf seinen Pultdeckel und rieft „Das üst «'ine Gemeinh-eäck. Herr Bürgernteister, wte MUen'sÄe' so 'etwas dem chrfftljchen Wien bieten,?" Jhru fMaffeü sich seine Pnrteifteunde an und es entstand ein HWMSvmI, jo daß der Schriftführer rmt der BerKfung des Antrages aussetzen mtlßte. Genüinderat .PreYer benahm sich derart ungebärdig, daß ihm' von sozialdemokratischer (Seite zugernfen wurde: „Si^e g^h öw e u j a i tt: e i ne Z w a n g sjacke^ Außerdenr Nichte er sich einige.Male das Wort; „Zerspring" mchören. Ms ihn der Bürgermeister ivegen fortgesetzter Beschimpfungen und ungualifizierbarett Bechhmens zur Ordnung rief, brach der ^ntrüstungssturui. in verstärktem Mäße aus. Weil aber die Stimmittel nicht mchr ausveichten, ivurde mit!»er lärmenden Obstruktivil W e m ri d m S g l i ch e tt H m S itfeMiiten m I . durchirmacht hqt und trotz.großer, diätischer Entbehrungen keim Gewichtsabnahme erzielen konnte, verfuche Dr. Hoffbauerd Entfettmrastabletteu, die vpr allem keine Aenderung der | ■ äeivohmen LebenStveise verlangen und in kürzester Zeit Gewichtsverminderung bewirken. ~ Depot; ■ Avocheke Bayer, Wolkzetle Rr. LS 9501