Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2758 (30.10.1926)
- Date
- 1926-10-30
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sekte 6 «MM, TNiNsuHg SSietter M»rs«yett»«s «0. äSfeßer'«26 9tt. 2768 Wien, 30. Oktobil 192 6 tf^lotr^öv Dollar ruich Prag versetzt. Wie der . Korrespondenz" von der ffchechoislowcrkiischen Ge« scchdöschasr mitge-teilt w-ird, rvurve der Mherkye Presseisekretär Marti« D o >l e za l mit 1. Novemkber d. I. in das M i n ist ec1at m d es A eußer n in Prag akL-eruIfon. Seine Stelle tot der Wiener ischechoftotvacki sehen Gesandtschaft irlbernimmt Presseffekretär Dr. Jaro NellesEy. * Selbstmord. VorMter.n hat sich der Nftitzriige bsschäf» nylriiFsleise Hilss-rtrderter Johann PoveSka in ser Küche seiner WechnuBa mit Leuchtgas getötet. Die Ursache der Tat ist Krankheit. * Tiüessku>rs vom Dache. (Aestern früh ist von dem Dache des Haüses Währingerstraße 18v der dort beschäftigte Wjährig-e Hilfsarbeiter Anton U'Nrich anscheinend infoltze eines SchstvinidelanisalleLin die Tiefe gestürzt und Web mit mehreren Knochenlbrüchen u>nd schweren Berlehukygen IMoS liegen.'Die AintEanLilung ist eingeleitet. * Fund ernsr Kindeöloichc. Gestern früh fand ein Wachmami in der ParLcstibage aüf dein Ghegapiatz die nackte Leiche eines neugeborenen MÄdchenS. Sie lag 5na.pp neben dem Gehsteige. Die Leiche wurde zur gerichtlichen Oeffnmng in dtrs gerichölichedizm-ijsche llnivevsitäiSinstitut g-eibracht. Diebstahl im Zentrialfv'rodhofe. Auls dem jüdischen Zen« trcrlfrieLhchwurden <un 28. d. M. von der Gruft deö KarL Gold.schmidt das Grröfttziäter und Mumenberzierungen aus Bronze im Werte von 3000 Schilling gestohlen. * Nockdiebe. Dem KanKei'gehi'ffen Gabriel Schön wurde vorgestern in der KanzLei des i'sraelitischen NaiWinates der Winterrock im Werte von 220 Schilling gestohlen. Unter dem dringenden Verdachte der Täterschaft wur'L-en der 22jährige Goldarbeite: Leopold Grätzer und der 23jährige Kellner Hermann Frankfurter verhaftet und dem Lanidesgerichte ei-nyeliefert. * 2nu cksehler-Richtigstellung. I'n das gestern veröffentlichte Interview mit Heinrich Mann hat sich ein sinnstörender Druckfehler cingeschlichen, den wir hiemit richtigstellen. Im ersten Msatz soll es nicht Doppelspiel, sondern D o ppelgefühl des geistig Schassenden, der zwischen Awei KuLturkreisen schwankt, heißen. * Krawalle beim Pvtemkinfilm in Prag. Aus Prag MnL gsmeldet: Bei der vom kommunistischen VoUSibiDungsverein „ProletkM" veranstalteten Erstaufführumg d-es Films -Hotemkin" ist es zu wüsten Lärmtszenen seitens faschistischer El-emeut-L gekommen,/so daß sich der anwesende Riögierungsb-ertretier veranlaßt sah, die weitere BoLsührimg des Films zu. ststieren. , * Artistenprüfung im Apollo-Thvatbr. Am Samstag, den 8. Novemlber 1*926, mm 3 Uhr nachmittags, findet im Rahmen der Aüfnähmss-rüfinng neuer Mitglieder der ^Jnternätiona- Lsn Artisten-Organisation" in Wien wieder eine der beliebten ArListen-Revusn statt. Einiige in Wen welende Varieteeglrößen haben sich gur Mitwirkung bereit erNärt, so daß ein überaus.in-teressanLer Nachmittag für das Publikum zu erwarten ist. Der Karienvorkauls hat bereits an den Tageskassen des Apollo-Theaters sowie an der Kassa der ^Internationalen Ariisten-Or-ganisaÄon", Wien, 2. Bez., Praterftraße 43, begonnen. Fetzerlichv Eröffnung der BibelsOule im SywUogevgebäudo „BLth Israel''. In dem prächtig renovierten SynagoALNi^ebaude des Vereines „Beth Israel" in der Leopoldsgasse 29 erfolgte am 18. d. M. die feierliche Eröffnung der im Vorfahre gegrünketeu helbräischen Bibeillschulle. Nach der Eröffnungsrede des Herrn Rabbiner Maherffohn und der Ansprache des P räsid enten-Stellvertreter Herrn Dr. Leo Landau an die vevsauumelten Kinder sowie des Lehrers Herrn Elias Rosenseld beschlossen die Feier einige von den Kindern zum Vorträge gebrachten helbräischen Gesänge. Dieser ShnagogenvereM scheute trotz ungiünstiger Vermögenslage keine Opfer, um den Kindern des Beizirckes in einem hhigieniifch eingerichteten . Schullokal unentgeltlich jüdisches Wissen beizubringen. Nach Maßgabe der vorhandenen Mittel beabsichtigt dieser Verein die schon heute vier Klassen urnisaffende Schule wvvkdr a-uszutbaweu. * Fvanz Werfels Empfehlung. Der,, Boff. Zeitung" wirb erzählt: Ein j.stnger Dichter koUfulltierte einen Wiener Professor'und überb rächte ihm ein einführendes GmpfehlunWsschrei'ben Franz Werfel, in welchem dieser die große Begabung und feine PersöM'chkkeit des Ueibebbringeos auseinandersetzte: „Guh" sagte der Professor zu seinem Patienten, „nachdem ich.den Brief gelesen habe, weiß ich nun, wer Sie sind. Alber wer ist Herr Werfetl!?" — Et« echt amerikanißcher Rekord. Ein Verein in Sankt Lmris veranstaltete aus Anlaß eines mit einM großen Picknick veMmdeneu Stiftungsfestes unlärrgst einen Wettkampf im Kaugummispu cken, dem 8600 Personen^' beiwohnten. Be-- sonderv' Aufmerksamkeit fand die Vorführung der Frauenabteilung. GS gelang einer Frau, Helen Hruby, alle Wcttbetoerber zu schlägst und mit einer Distanz von 30 Fuß einen R<^vrv autziystellen. Frau Hruby beabsichtigt, demnächst die Frauen anderer-Städte M einem Wettbampf um die amerikanische Meisterschaft yevauszustordern. II « ||j JÜPISCHE WE11 Baldwk» — Protektor der Vro-Semsalem« Sesellschaft. Aus London wird -uns ibsr-bHteÜ:: Der Promnir« minWr BalÄwi-n hot sich bere-vt erklärt, »das Pro« bektomt über Äie Pro-iJsrstsa'lem^Ge'sell'schülf.t zrr übernehmen. Dr« 'Pvo-GerusosE-GeMMrft wurde im Jahre 1918 begvirntdet, und haf zum Ziiel den Schutz «der Schönheiten uitib Denkm öle r Iernsol e nl s und >der Nochbo>r'schaft, Äi-e Verschönerung «der Stadt, die An'la-ge von Parks renid Plätzen 'irr und Mil Jerusolenr, den S ch n tz der A ll t e r t ü m e r, Errichtung von Museen, BiMocheken ustv. Ghrenpräsident der Gesellschaft ist der Oberkommlissär, iPrästdsnt der G o uv e r n e n r von I« r n f a!l e in; item Komitee gehören der MirMMneister von Jevusallsm, der GvandxMufti, der lateinische und der 'orthodoxe Patriarch, der anglikanische Bischof, dep, O «b e r r a H D i n e r von Palästina und der PräsHent der jüdischen Laien- Gemeinde an. Lavid »elafla fSr die amerikanische PalSftina. aktlon. -Der lbeM-mte N>Äv-Norker Dhettterdirektor und Darsteller Dawid Belafko halt, wie aus New-Nork berichtet wird, «in schönes Beispiel für die Teiln-ahnre jüdilscher Künstler am iPa'lästina-A'ufibanwerk geliefert, indem er' sich 'in eistIM Schreiben an >den Präsiidenten der Zionistischen Organiisation bereit erklärte, in einem der größten Dheaber von Now-Dovk das von ihim in seinem Bvoadiwayer-Dhoater, mit großem Dauererfällig aufgeführte,<3Ä ,^5anny", eine Komödie aus dem jüdischen Leben, zugunsten des zionistischen Aufbau- Werkes aufzufiühren. Direktor Belasko bringt sein ganzes Ensemble mit, in welchem die e.ngliis.bi-.jüdische Schauspielerin Fanny Bryce, eine der besten Schauspielerlntrem Amerikas, mitw'ivkt. Der Antrag Belaskos wu-rde mit Dank an«ge.nommen. Ae Londoner .,Achad-Haam"-Schule skr orientalische Wissenschaft. «In London besteht, wie zur Zeit ihrer Gründung berichtet wurde, eine nach Achad-iHaam Benannte Schule für orientalische. Wissenschaft, an welcher die Beteutendsten jüdischen Orientalistett Kurse abhalten. Im letzten Semester wurde die Schule von sechzehn «Hörern besucht, die auch Frequenrätionszeugnisfe erhaltend Imtäufenderr Semester w:rden mehrere VorlesmlgeN über moderne hebräische Dichter gehaltmr werden. Dem größten Interesse begegnet der Kurs über ,/öia*Iit uitb Tschern'ichoiv'ski" als Teil eines Zyklus über „Die Poesie des Orients utrd von Afrika", der vom Orientalisten I. Wartski gelesen wird. 8ine MischeMensa an derHarvard-llnlversttöt. Wie uns aus Newyork berichtet lvird, wurde an der berühmten Harvard-Universität anläßlich des neuen akademischen Schuljahres eine jüdische Mensa academica eröffnet, in sv'elcher täglich über hutrdert jüdische Studenten verköstigt werden. Die Mensa judaica ist in einem eigenen Haus untergebracht, in welchem sich auch ein Internat mit völliger Verpflegung einschließlich Wohnung für 25 jüdische Studenten befindet. ^icmxxxmxmmMoooooQoooocmxm^ xu 1) s» 3 #efki£(in£ in der fäüvfiöprsvfiwemme R.K.ÖW1T WIEN {ftotentuvmstna&e Jlrt. 22 OOOOPOOOOOOOOOPOOQOQOOOQOOOOOOOQPOOOOO Zentralkanjlek d« neologen KaNargemetadea in Rumiinie». Aus Tentesvar wird uns berichtet: Vor einigen Tagen fand hier die Tagung der jüdischen Genteinden von Siebenbürgen urtd dem Banat statt, die sich vornehmlich mit Schulfragen befaßte. Die Konferenz sprach sich für die Pflege der hebräischen Sprache in den Schulen aus. Der Klausenburger Oberrabbiner Dr. Mathias Eisler wies in feinem Referat darauf hin, daß die Absicht bestanden hat, gemeinsam mit den orthodoxer: Gemeinden in Angelegenheit des neuen rumänischen Kultusgesctzes ein Memorandilin an die Regierung zu richten, doch haben die Orthodoxen auch in dieser Frage den starren Treurt u ngsstand Punkt eingerw mmcn. Es wurde deshalb beschlossen, in Hinkunft von jeder gemeirtsanren Verhandlung mit der irttransigeltten Orthodoxie Abstand zu nehmen und in Bukarest eine neoloae Zerltralkanzlei zu errichten. Sie erste Kdllch-mohammedaaische Mischehe. Aus 5k o n st a n t i n o pe l wird uns berichtet: Die assimilatorijche Wirkung der europäisierten Sozialpolilik in der neuen Türkei macht sich in keiner Bevölkerungsschichlie in solchem Maße so fühlbar, wie unter den Juden. Beswrders gefördert wird das Bestreben gewisser Juden, in der türkischen Gesellschift aufzugehen, durch die Einführurlg des neuen E h e ge s e tz e s, tvelches das gesamte^ Eheverfahren den Zivilbehörden übertragen Ij.it. Dieses Eyegesetz macht auch die Mischehen zivischen Brautleuten verschiedelier Kvnsessioir möglich. Die erste jüdlsch-nwhammedcnrische Mischehe wurde dieser Tage vor dem'Standesamt in Konstantinopel zwischen einem jüdischen! Mädchim aus Augora und einem mohaurmedanischen 'Postbeamt'/N in Konstantinopel geschlossen. Ske kommende Tonksstensafton in Palststina. Wie das jüdische Jnformationsbureau für Touristen bekanntgibt, lieget: bereits aus verschiedetten Ländern Anmeldungen von Gesellschaftsreisen nach Palästina vor. Jüdische Gesellschaftsreisen sind bisher angemeldet aus Saloniki, Lemberg, eine von der Hamburg-Amerika-Linie und eine vom Palästina-Lloyd veranstaltete. Interessant sind die angemeldeten nichtjüdischetr Gesellschaftsreisen. So stehen mit dem jüdischen Bureau in Verbindung: Die Deutsche Gesellschaft für das Heilige Land, die jährlich zwei Gesellschaftsreisen für Katholiken nach Palästina veranstaltet; auch die österreichische Gesellsch a ft . „No rd-- S ü d" beauftragte ihren Jerusalemer. Vertret-er, die Reiseroute für ihre Gesellschaftsreise entsprechend beit Por-' schlügen des jüdischen Bureaus zu ändern; das österreichische H a n d e l s m u s e u m hat den Roütenplan für eine Gesellschaftsreise im nächsten Frühjahr int Einvernehmen mit dem österreichischen Nationalfondskömitee ausgearbeitet und dem jüdischen Jnformationsbureau' in Jerusalem zur Begutachtung übermittelt. Ein Reifer Bruder Herbert Samuels gestorben. Bor einiger Zeit erst beklagte, wie rvir seinerzeit berichteten, Sir Herbert Samuel den Tod seines Bruders, Sir Stuart Samuel, und vor einigen Tagen ist er abermals durch den Tod seines Bruders Gilbert Ellis Samuel in Trauer versetzt worden. Mister G. E. Samuel war ein angesehener Rechtsanwalt in der Londoner City. Im Gegensätze zu seinen beiden Brüdern, nahim er an den großen politischen und allgemein-jüdischen Angelegenheiten reinen Anteil. Hingegen trat er in Londoner jüdischen sozialen und Wohlfahrtsangelegenheiten hervor, war Vorstandsmitglied der meisten jüvischen Institutionen und Präsident des jüdischen Altersversorgungsheimes. 125. Jahrestag der ältesten Syimgoge Amerikas. Am 25. Oktober beging die „Rodef Schalom-Congregation" (Synagoge der Friedensfreunde) zu Philadelphia die Feier H.es 125jährigen Bestandes. Sie ivurde im Jahre 1800 von einigen Einwanderern polnischen und deutschen Ursprungs begründet. Sie ist heute eine der reichsten und ehrwürdigsten Synagogen. 1867 wurde der erste Rabbiner, Dr. Marcus Ja ström, mit einem Gehalte von 4000 Dollar angestellt. Der heutige Rabbiner, Louis Wolsetz, bezieht ein Gehalt von 18.000 Dolwr jährlich. . Er ist Präsident der Zentralkonferenz der amerikanischen Rabbiner. Die Rodef-Schalom-Congregatton Mt streng an dem orthodoxen Zeremoniell fest. Ein früherer iüd. Minister KnuadaS gestorben. Dieser Tage ist in Montreal Herr S. S. Hei mann, der Arbeiwminister der früheren kanadischen Regierung gestorben. v Eine Geschmacklosigkeit. Die jüdische Kultusaemeinde von Steinbruch, einem Vorort von Budapest, Netz dieser Tage im Wege einer Abordnung beim zuständigen Magistvatsrat der Stadt wegen Erhöhung der städtischen Subvention dorsprochen. Der Führer dieser jüdischen Deputation war —/ dus führende Mtglied der chxistlWnationalen, extrenrantisetnitischen Wolfspartei, Mchsarver Bela Balnicock... Dieser Akt der Selbsterniedrigung einer Mischen Gemeinde ist mit Zustimmung des Rabbinats erfolgt. r RÜ8TET ZU DEN ZUGUNSTENDBS KEKEN KAJfJMBTH HO OIE CHANUKAHAKTION IST LAUT KONGHESSBESCHEUSS D. HEBEN KAJEMETH RESERVIERT m&wwtzpte'Ä m'v,