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Wiener Morgenzeitung · 1926-10-21 · Heft 2749 (21.10.1926) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2749 (21.10.1926)
Date
1926-10-21
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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säte 6 Men. Donnerstag Wiener MorgenzeiLrmg 21. Oktober 1926 Nr. 2749 -er KM für Lramige n.nraen d»-7. Hausbesitzer biU den Gemeindeballten Beträge ersparen lassen, welche die Einyebung der Wohnbausteuer überflüssia machen. Tas Geheimnis der billigeren Baukosten dech MivaGäuser gegenüber den Gemeindehäusern besteht, Herr? Moißi erklärte,, darin, daß ein privater Bauherr viel rationeller wirtschaftet als eine öffentliche Körperschaft. Tie Zwangsbennrtschastnng zeitigt ' Ken auch hier dieselben Folgen wie die Zwangsbswirtschaff lang von Lebensmitteln im Kriege. Tie Hausbesitzer machen sich erbötig, wenn ihnen das nötige Kapital zn einem erträglichen Zinsfuß zur Verfügung gestellt wird, auch die größten Wohnhauslauten um Z3 Prozent billiger zu bauen als die Gemeinde Wien. Ihre Forderung geht nach einer Erhöhung des Mietzinses auf das IVMfache, also denselben Zinssatz, wie er jetzt in den städtischen Mokmhairsbauten eingehoben wird. Theodor Lessings Bekenntnis zum Nanismus- Ern Vor, rag in Prag. Prof. Theodor Lessing, der bekanntlich jüngst das Opfer des rassenantisemitischen Treibens war und aus seiner Frankfurter Professur hinausgeekelt wurde, hielt in Prag einen Bortrag über das Thema „Die Jude na tsMittlcrzwischen Asien und Europ a", in welchem er an sein Buch „Europa und Asien" anurüpfte. Er bezeichncte den Weg aus dem natürlichem asiatischen Leben, wo noch die träumerischen mütterlichen Daseinsmächte walten, in das von Maschinen überwältigte europäische Leben als Verarmung und Verkümmerung wesentlicher Kräfte des Menschen. 'Dieses 'Schicksal habe a-iitfj ,das I it d c n t 11 m getroffen. Die Juden als Voll, wunden aus Asieir g-rrrssen, der -Scholle entfrenrdet und in die lichtlose Well der europäischen Ghetti versetzt. Dabei aber haben die Juden ein BeW-?l der T r e it e 5 u s i ch s e -l b st geboten, die eine Trolle zur Natnc und zu einer von einer Naturmythen mch NabnrgLbrauchen «durchsetzten RÄ-i-gion ist. Der Zionrsnuks sei eine Erscheinungsform -der Treue zur eigenen Nabür mrd gleichzeitig z-um Sozalismus. L-esfiug bekannte sich.als Anhänger der zionistischen Bewegung. AnsgQ'be-der Juden sei es. zwischen Europa, das den rational-en Geist, .u-nb Asien, das die Idatur verkörpere, däe Brücke zu bauen, zu vermitteln zwischen den naibrostalen Ansprüchen eines VEstums, ,tas nicht expensionMistern »ist, und dem Jntiernationa-lismus. Die Bndapester Universität »och im Besitz der RaffeuschWer. Ans Budapest wird uns berichtet: Die antisemititschen Usberfälle auf jüdische Hochschrler wurden vorgestern wiederholt. Diesmal wurde der vollbesetzte Saal des Professors Franz N a g y von angMichen „unvera-nlclvortlichen Elementen" einer „Säuberung" unterzogen. Die rassenschützlerischpn Hudiigans stürzten kurz vor Beginn Hch: Bor-les-ung in den Hörsaail und riefen, ihre Gummiistöcke 'schwing>end: ,Jüben hinaus!" Und begannen dann mit der bekannten Prozedur »der A-usweisleiistung. Einfache Studentenlegitimationen der jüdisch scheinenden Hörer' wurden nicht anerkann-t. Da die Juden einen solchep Nachweis verweigerten, begann die ./Säuberung". Die jüdischen Hörer wurden aus idem Saal geprügelt, wobei fünf Studenten schwer verletzt wurden. Die Banditen verschwanden dann aus ein gegebenes j Zeichen. Nach.dem voLwöchigen Uebersall auf jüdische Studenten an derseLben Universität, richtete Unterrichts- .minister Kl ebe l sb er g an das Rektorat die Aufforderung, „ruhig aber fest" dafür zu sorgen, daß die Univerisität wieder ihrem eigentlichen Berufe, Studium zu pflegen, zurückgegeben, werde. Das Rektorat hat sich offenbar mit den: Untervichtsminister auf fünfzig Prozent ausgeglichen. Es blieb bei dem vorgestrigen Uoberfall ganz rrchig. Obgleich die «Keilerei und die Beschi.mpfungen der jüdischen Hörer nicht in: Wüsterton, sondern mit rassensHützler'is'chiein Gebrüll exekutiert wurden, zeigte sich während «des ganzen Säuberungsa«vteS weder ein Mitglied des Senats noch ein Pedell und die Budaposter Um-devsität bleibt nach wie vor im nngestör- ,ten Besitz der rcrssenfchützl/ri-schen Buben. Wissenschaftliche Bestrebungen im Irak. Einem) Beiruter Bericht des „Muktam" entnehmen wir, hast in der letzten Zeit die Zahl der an'der amerikanischen Hochschule in Beirut inskribierten Hörer aus dem Irak und Persien in diesem Jahre eine besonders große ist. Bis vor kurzem noch gab es im ganzen Jrakgebiet bloß drei Mittelschulen, heute gibt es bereits eine große Zähl von Elementar- und Mittelschulen, außerdem eine Lehrerbildungsanstalt und eine Militärakademie. Für das nächste Jahr ist die Eröffnung zweier Hochschulen, und zwar mner landwirtschaftlichen und einer Hochschule mit juridischer und medizinischer Fakultät in Aussicht genommen. Mit Hilfe großer Stipendien wurden begabte Mittelschülerin europäische Hochschulen geschickt, A'.ese Absolventen europäischer Universitäten werden die Kerntruppe der Uni- 'versitälLProfessoren, bilden. .In der letzten Zeit wurden auch ' Elementar- und Mittelschulen für Mädchen geschaffen, für welche ani Syrien '30 Lehrerinnen bestellt wurden. ttMgeittfteit . des Gpt««F. ' InL 0 nd 0 n ist vor kurzem ein Klub für traurige Leute gegründet worden, deffen Mitglieder sich durch eine Pessimist i s ch e W e l t a u f f a s s u n g auszeichneten und ihr Gefühl stets in tiefen Sorgenfatten tragen müssen. Ähnliche Gründungen gehören in England nicht zu den Seltenheiten. Da bestand z. B. der „SurA-^lub", dessen, Mitglieder — ganz ähnlich wie bei dem neuesten Klub — ein galliges Temperament und eine saure Miene haben mußten. Jedes Lächeln, jeder Witz waren in den Sitzungen dieses Vereines streng verpönt und schon ein lustiges Wort genügte für den Ausschluß des Mitgliedes, das sich ein solches Verbrechen zuschulden kommen ließ. Klagen über das eigene Schicksal und über den Wcltlauf, Seufzen und Stöhnen, ja sogar Tränen und Wehklagen waren die Aeßerungen, mit denen sich diese sonderbaren Klubleutc unterhielten. . Der „Pfennig-Klub war eine andere Merkwürdigkeit jener Tage. Hier fanden nur ältere Herren Aufnahme, die es im Lauf ihres Lebens zu keinem größeren Reichtum als einigen Pfennigen gebracht hat- « t en. All diese Habenichtse lebeten aber ganz vergnüglich, denn sie genossen ihr Dasein auf Kosten ihrer reichen Gläubiger. Nicht minder merkwürdig war der „Klub der Häßlichen". Nur wer Wer ein Gesicht verfügte, das ungewöhnlich abstoßend war, konnte in diesen erlauchten Kreis eintreten. Der Präsident auf Lebenszeit war ein wegen seiner Häßlichkeit berühmter Mann namens John Wilkes, und die Ehre des Ehrenmitgliedes war dem Grafen Mirabeau zuteil geworden, dem großen Staatsmann der Französischen Revolution, dessen durch Pockennarben verwüstetes Gesicht ebenfalls Anspruch auf besondere Unschönheit erheben konnte. Ter „Lügner-Klub" hatte als erste! seiner Regeln w'e Forderung, daß während der Sitzungen kein wahres Wort gesprochen werden durfte es sei denn, daß von dem Präsidenten die ausdrückliche Erlaubnis dazu erteilt wurde. Konnte malt seststellen, daß ein Mitglied, das diese Erlaubnis nicht besaß, die Wahrheit gesprochen hatte, so wurde es sofort ausgeschlossen. Der „Klub der Unglücklichen" ähnelte ebenfalls der neuen Gründung, denn in ihm vereinigten sich nur Personen, die Nachweisen konnten, daß sie vom Schicksal arg vernachlässigt worden seien. 'Leute, die in unglücklicher Ehe lebten, Bankrott gemacht, oder sonst irgendwie Schiffbruch gelitten hatten, fanden sich hier zusammen. All diese Klubs sind wohl schon seit längerer Zeit verschwunden, doch sie haben nur neuen Klubs Platz gemacht, die nicht weniger seltsam und originell sind. Wien,, den 2 l. Oktober! 962. * Ein Kulturamt. In einem jaipv-idlättet, .die ihre traurige Existenz durch die-Spekulation auf die Schmierigkeit zu stützet: suchen, findet sich die folgende sogenannte Korrespondenz: „Bekanntschaften zwischen Akademikern und Dainen der Gesellschaft vermittelt Kulturamt der Deutschen Studentenschaft, Wien, 1. Bez., Universität, Stiege 9." Allerhand Achtung! Das ist ein Kulturamtl Die rassenreine deutsche Studentenschaft braucht fürwahr eine kulturelle Hebung und, wie anders soll sie ihr das Kulturamt vermitteln, als durch die organisierte Vermittlung von. Damenbelanntschaftcn aus der „guten Gesellschaft". Bisher waren die „jungen arischen Mabemiker", die derlei Hebung ihres Kulturbedürfnisses brauchten, daraus angewiesen, aus eigenem d!:e „Borspesen" einer solchen lukrativen Kulturbekanntschaft zu decken, da sie ihren Wunsch nach ,-diskreter uneigennütziger Freundschaft mit älterer Dame der guten Gesellschaft" auf ihre eigenen Jnsertionskosten äußern mutzten. Zur Befriedigung seines Kulturbedürsnisses braucht nun 'der arische Mngling Damen der guten Gesellschaft, wie dies aus dem Fall Eberle-Meiichl genügsam bekannt ist. Da tritt nun die stramme Organisation des Kulturamtes in Erscheinung: der nach der durch Damen der Gesellschaft auf dem Wege der „Korrespondenzen" vermittelten Kultur lechzende junge arische Akademiker erspart die „Gründungskosten" seiner Bekanntschaft und kann eiineic Teil des Gewinnes aus seinem Anschluß an die ,^ute Gesellschaft" der völkischen Kultur zmv enden; die der Bekanntschaft von deutschen Akademikern bedürftigen Damen der vornehmen Gesellschaftskreise brauchen sich nur auf d!ie Universität zu bemühen, sie finden dort, was ihr Herz begehrt und rvo Korber amtet, gibt es keine Körbe. Es gibt genüg junges deutsches Blut urch die beikanntlich nur der arischen Weltanschauung gemäße reinL ideale BeMndung zwischen dem deutschen Burschen und der Dame der Gesellschaft (auch wenn sie nicht ganz deutschblütig ist), besorgt pronrpt und kostenlos das'Kulturamt der deutschen Studenten. Karte genügt. In Kreisen, wo die gesellschaftliche Verbindung zwischen Mann und Frau weniger — deutsch aitgesehon wlird, nennt man eine solche. Tätigkeit freilich Kuppelei. Hier ist sic — ein Kulturamt. * Es ist Herbst geworden! Die'wenigon schönen Tage, die sich in den Herbst verirrten, sind ondgÄttig vovbei. die Wetterwende hat den Spätihevhst mit eitrPfiMicher Kühle und zeit-, weisen Niederschlagen gebracht. Die Temperatur fällt weiter, ins ganzen Lande ist am Morgen Frost zu verzeichnen. Stellenweise gab es sogar Morgennebel. Dre Wettervovaussage verheißt Aufheiterung» nachts Frost, stellenweise Movgennebel, tagsüber stärkere Temperaturzunahme. * Berufsjübiläu.m. Der Redakteur Karl Grenzer begeht am SS. d. M. sein SajDörges Berufsjnbiläum. Shrch dem Tpde des Redakteurs Schlesinger übernahm Grenzer dw Herausgabe der „Volkswirtschaftlichen Korrespondenz" und hat dann die „Telegraphen-Kourpagnie" übernommen. Seit drssi Jahren ist er RsdaSteur des „Dag". * 25 Jahre in der Trafik. Ein seltenes und sehr ehrendes Lübi'läum beging dieser Tage Frau Mina M'elzer. Seit 26 Jahren vevsieht sie in der Trafik, 2. Bez., Noten Sterngasse Nr. 80, das Amt einer Berschleihenn und erfreut sich 'der vollen Zufriedenheit des Trafikinhabecs Eugen Schwelger sowie der Wertschätzung aller jener, welche die brave Frau kennen. * Kelbstmotde« Der ZLjährige Ptivätbeamte Leopold B adusch wurde gestern nachmittags von seiner Quartiergeberin in der mit Leuchtgas erfüllten Küche tot aufgefunden. Einem Abschie7Sbrief zufolge hat er aus Ekess am LÄbe'n Selbstnwrd begangen. — Gestern wurde der 59jährige städtische Pensionist Jdsef Soukup in seiner von innen versperrten Wohnung, die . von einem Schlosser gewaltsam geöffnet werden mußte» ethängt aufgefuilden. Die Ursache der Tat ist nicht begannt. — Gestern früh hat sich die 64jährige Antonia H 1 k d e b r a n d in ihrer Wohnung wegen unheilbarer Krankbeit erhängt; fit wuvde tot aufgefuntden. E Bei Menschen, die niedergeschlagen, abgespannt, zur Arbeit unfähig .sind, bewirkt das natürliche „Franz-Joses"-Bitterwasser freies Kreisen des Blutes und erhöht das Denk- und Arbeitsvermögen. Führende Kliniker beweisen, daß das Franz-Josef- Wasser auch für geistige Arbeiter, Nervöse und Frauen ein Darmöffnungsmittel von hervorragendem Wert ist. * Ein Auto umgestürzt. Gestern vormittags wollte an der Ecke der Kaiser Ebersdorferstraße und BramVillagasse der 47jährige Chauffeur Adolf Studuicka mit seine»! Auto einem ihm cnigegenlkommenden Gärtnerwagen ausweichen, fuhr hrebei an einen Gasikandelaber an und stürzte um. Studnicka und der Mitfahrer, der 28jährige Johann Märzbacher, wurden auf die Straße geschleudert. Beide erlitten schwere Verletzungen und mußten durch die Rettungsgesellschaft ins Rudolfsspital gebracht werden. Das Auto kam auf das Straßentahngeleise zu liegen und mußte durch -die Feuerwehr gehoben werden. * Untergang' eines Fischzubers bei der Salztorbrückc. Gestern vormittags ist auf dem Fischmarkt bei der^ Salztorbrücke ein großer Fischzuber untergegangen. Die Feuerwehr mußte ausrücken, ihn mit großen Anstrengungen heben und dann das Wasser auspumpen. * SamStag und Sonntag mit dem Waffer sparen! Wegen Durchführung von dringenden Jnstandsehungsarbeliten muß am Freitag dio zweite Wixner Hochquellenleitung auf die Dauer von zwei Tagen abgesperrt werden. In Wien wird sich diese Absperrung am Samstag und Sonn rag auswlirken. Es muß deshalb an diesen beiden Tagen die Bespritzung dar öffentlichen Straßen und wartenanlagen unterbleiben. An die Bevölkerung wird das Erjuchen gerichtet, crm Samstag lind Sonntag mit dem Wasser zn sparen, dantit ein Leerläufen der Wasserbehälter und die d^mit verbundene Betriebsstörung vermieden wird. * Die Auswanderung aus Oesterreich. Im Monat A u g u ft sind 366 Personen aus Oesterreich ausgewanderi. von denen die größte Zahl. 90, sich nach Argentinüen gewendet hat. Nach Brastlien zogen 64, nach Kanada 40 Personen. * Erdrutschgefahr in der Krim. Ter Direktor des russischen geologischen Komitee^. Prof. Muschketow, erklärt über die unter seiner Leitung am Südufer der K r i m vorgenommenen Schubbauten gegen die in letzter Zeit sehr häufig auftretenden Bergnrtsche. daß die Situation „nach wie vor außerordentlich vedrnMch sei." Grönte Gefahr droht der St^dt A l u p k a. die sich in der akuten Gefahr befinde, ins Meer nbznrutschen. llnt-r unmittelbarer Gefahr stehen ferner Teile der bcrübmten Chaussee zwischen I Sewastopol und Jalta. Landstrecken zwischen Jalta und Livadia und einige Stadtteile von Ja l ta. Auch um S ewast 0 v 0 l herum seien betcutende Erdrutsche zu erwarten. Abhilfe könne nur durch Aufwendung sehr großer' Mittel geschaffen werden, die sofort angewiesen werden rugssen, da jeder Verzug die Lage aussichtslos gestaÄen könnte. * Der photographierte Magen. In einer Sitzung des in Berlin tagenden Stoffwechsolkongresses machte der bekannte Berliner Mediziner Dr. Hans Elsner von einer neuen Erfindung Mitteilung, auf Grund deren es möglich ist, das Mageninnere eines lebenden Menschen zu photographieren. Während dies bei der Blase stbon länge möglich war, mußte man sich beim Magen mit Röntgenphotoaraphien begnügen, die nur die Umrisse Wiedergaben. In einer starren Röhre, die Elsner in den Magen einführt, itric sie auch bei der Sichtbarmachung des Bbaseninnern benutzt wird, ist am Oku^arende eine Meine photographische Kamera mit sieben Filmen ausmontiert, die durch einen Mechanismus hinter einander in der Mifte deS Rohres eingescüt werden. 5kn einer Sekunde gelingt es auf diese Weise, Bilder des Mageninnern zu gewinnen, da durch die Dehnung des Magens dieser in dauernder Bewegung gehalten wird. * Eine Scheck-Schreibmaschine. Auf einer Bureaumaschinen-Ausstelkung, die gegenwärtig in Manchester Üattnndet, erregte eine Smeck Schreibmaschine besonderes Aussehen. Man kann mit ihr in das Scheckbuch schreiben, ohne das einzelne Blä<t herauszureißen, und die Buchstaben werden auf chemischem Wege so in das Pavier eingetränkt, daß eine Fälschung ausgeschkossen ist. Ein ähnliches Modell ist zu dem Zweck konstruiert, maschinelle Eintragungen in Handelsbücher zn machen, wodurch die losen Mattshsteme überflüssig werden. * HungerMnstler im Tierreich. Während fast Me Tiere ebenso wie der Mensch ihr ganzes Leben hindurch Nahrung zu sich zu nehmen, gibt es auch Tiere, die nur einmal int Leben satt werden oder überhaupt niemals fressen. Diese Bescheidensten aller Lebewesen finden sich hauptsächlich im Reich der Insekten, unter denen es Formen gibt, die im ausgevi^deten Zustande, wie z. B. manche Schmetterlinge, überhaupt nicbts verzehren, ferner bivutsaugende Arten. die nur dann ihren Hunger stiüken können, wenn sie gerade die eine Tierart antreffen, deren Blut sie als Nahrung brauchen. Da kommt es dann natürlich oft genug vor, daß sie in ihrem kurzen Dasein diesem Tiere nur einmal begegnen und somit nur einmal im Leben satt werden können.- * Evas Banane. Jawohl, der Paradiesapfel!, von dem Eva Adam zu essen gab, soll eine Banane gewesen sein. Dies ist wenigstens die Anschauung der Bewohner der Insel Madeira, die dieser wohlschmeckenden Frucht eine ihrer verhängnisvollen weltgeschichtlichen Rolle entsprechende Verehrung darbringen. Nach den Mitteilungen der portugiesischen Zeitschrift „Der Horizont" gilt die Banane auf Madeira nicht nur für die köstlichste Mer Früchte, sondern auch für die „verbotene Frucht" am Baume der Erkenntnis die die Quelle aller menschlichen Leiden wurde. Zum Beweise dieser Anschauung verweist man auf die Größe der Blätter ves Bananenbaumes, die besser als die des Feigenbaumes dazu geeignet waren, die Bloße der Ettern des Menschengeschlechtes zu bedeckest. * „Eharleftou" in Charlestvn verböte». Der Bürg-ermeister von Cöarleston, jener kleinen amerrkanischen Stabt, der der Tanz se-nen Namen verdankt, hat im VinverstänLnis »mt der Stnidwerwallung das Tanzen des Charleston verboten. „So wie der Tang bei uns getanzt wurde, erklärte er, trug er durchaus würdigen Charakter; aber Charleston. der jetzt aus Newhork und Chicago zu uns herüber gekommen stst, ist in einer skandalösen Weise entstellt." Dle der Verordnung Zuwidechandeinden werden iwi Hu-rkdert Dollar Geld- - strafe mv acht Tagen Haft bestraft.

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