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Wiener Morgenzeitung · 1926-10-18 · Heft 2746 (18.10.1926) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2746 (18.10.1926)
Date
1926-10-18
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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m. 2746 Wien, Moiktag Wiener MorgenzeiLuNt, 18. Oköober 1926 Gerte 3 Arbeitern in einer Lebensgemeinschaft von Lehrenden und Lernenden jeweils einige Wochen nationaler und menschlicher Weihe schenken. Denn nicht ein Bildungsprivileg in der Universität gelte eS zu schaffen, sondern eine E r« ziehung dem ganzen werdenden Volke. ES ist erfreulich, daß dieser Plan stanken Widerhall fand und eine Kulturkommission vom Delegiertentag eingesetzt wuvre. Wir haben in notwendiger Kürze die ErzrehungS- und Bildungrfragen des deutschen Zionismus skizziert und fragen uns, ob das volle Ausmaß einer Wesensschau der Dinge erreicht ist. Ich meine, daß die Entwicklung noch nicht die Erfüllung erbracht hat. Der Persönlichkeitsfaktor zionistischar Geistigkeit wird noch zu stark isoliert, der G e m-e i n« schaftsfaktor nicht in notwendiger Entsprechung gewürdigt. Die Analyse der Gesellschaft, die ihre Folgerichtigkeit an der Gal-uth mit ihrer gewissen Statik bewährt, ja. sich an ihrer Folgerichtigkeit berauscht, sie wendet sich nicht so liebevoll der Dynamik «des Aufbaues der palästinensischen Gesellschaft zu. Ernst S i m o n meinte, die Analyse Blumenfekds komme nie weiter als bis an die Tore der Emanzipation. Sin jüdisches Gemeinschaftsleben in seiner geistigen und sogialen Echtheit wird nicht gekannt. Es fehlt meines Erachtens noch jene „kapern! kam fche Wendung" des deutschen Zionismus, »die an die Stelle immer erneuter Selbstanatlyse die hingebungsvolle Analyse der werdenden Gesellschaft in Palästina als Nährstoff seiner Ideologie setzt. Nah und fern steht unser österreichischer Zionismus diesem ideologischen Ringen und Wachstum. Freilich, Homogenität und Tradition besitzt hier die jüdische Gesellschaft in kaum vergleichl'tchem Maße. Aber eigene Schuld ist es, wenn die geistige Durchbildung des Zionisten als Erfordernis zweiter Rangsordnung gilt, wenn die Stimme einer palästinagerichteten Jugend nach Wertbildung und Erneuerung in der zionistischen Gesellschaft nicht wirksam werden kann, wenn für das Sportabzeichen otzer die schmucke Uniform ein wärmeres Herz schlägt als für das Chaluzhemd mit seinem „Sondercharakter", wenn ... ad infinitum. Es ist mein dauernder Eindruck, daß die zionistische Bewegung in Oesterreich von der Gefahr umdroht ist, nolens volens eine Judenpartei statt einer Judentumspartei darzustellen. Dies ist dahin zu verstehen, daß an konstruktiver Arbeit an JudentunrSfragen unvergleichlich weniger geleistet, weniger Eigenstrahlung ausgesendet wird im Verhältnis 'zur Sorgfalt, mit der mehr Lokales aus zionistischer Allevwelt seine schillernde Wiederspiegelung findet. Ganz falsch wäre es, sich der Coneschen Methode anzuvertrauen.: „Es geht mir jeden Tag besser und besser," ich würde eben umgekehrt sagen, viele werden es in den J'me teschuwah sagen: Es geht euch im Verhältnis zu den wachsenden Aufgaben jeden Tag schlechter und schlechter — und der Ausweg ist der Gei st, von dem es nicht nur im frommen Wunsch, sondern auch im Tun heißen mag: Weruach kadsch.echa A tickach mimenu! Die paMinenstsche StaatrbSkMschast. Ein Aufruf des Waad Leumi. Jerusalem, 13. Oktober. (I. T. A.) Der jüdische Nationatvat in Palästina (Waad Leumi) richtete einen dringenden A p p e l l an die I u d e n s ch a f t Palästinas, sich um die Staatsbürgerschaft Palästinas zu beworben. In dem Aufruf heißt es unter anderem: 15.000 Juden, die im Jahre 1920 vorläufige Erklärungen über die Staatsbürgerschaft abgnben, haben bis heute die Schlußformalltäten bezüglich der Bürgerschaft nicht erfüllt. Da mancherlei früher bestandene Schwierigkeiten hinweggeräumt wurden und die Verhandlungen mit der Re gierun g befriedigend verlaufen, sollten die Juden Palästinas in den Monaten Oktober und November alle Formalitäten für die Erwerbung der Bürgerschaft erfüllen. Ne praktische Mission des Sionksmns. Sine Rede GokolowS itt ©erlitt. Aus Berlin berichtet I. T. A.: Bei einer internen Besprechung, die der Information Wer den gegenwärtigen Stand des Palästina-Äusbanwerkes geividmet war und un der eine Reihe twn'Persönlichkeiten'd:r Berliner "Jndenschaft teilnahmen, war auch der Präsident der 'zionistischen Exekutive Nahum So ko low anwesend, der zu kurzem Aufenthalt in Berlin weilt. Nachdem das Mitglied der palästinensischen Zionistischen Exekutive Prof. P i ck über den Palästina-Ausbau gesprochen hatte, ergriff Sokolow das Wort und führte u. a. aus: „In Deutschland lebte "die Idee von'der ethischen Mission des Judentums. Nicht jeder ist bereit, diese Idee zu besahen. Mer das, was <n Palästina getan, wird, ist praktische Mission. So hat z. B. die amerikanisch-jüdische Frauenvereinigung ,Hadassah" mit Hilfe des Keren Hrjessod ein Werk vollbracht, das zu den großartigsten im Orient gehört und ein Stück praktischer jüdischer Mission ist. Auch das, was die jüdischen Schulen leisten, die Leistung der hebräischen Universität, die hingebungsvolle Arbeit der idealen jüdischen Jugend, ist jüdische Mission. Und diese praktische M.'ssionZtät'gkeit brächte 'es mit sich, daß Palästina das friedlichste Lauft im Orient ist." Herr Sokolow gab sodann in großen Zügen einen Ueberblick über den Gang der Entwicklung auf allen Gebieten in Palästina und schloß mit der Feststellung, daß an Palästina das ganze jüdische Volk engagiert ist. Ein Volk aber kann nicht bankrottieren. Die Ehre der jüdischen Gemeinschaft erfordert es, daß das Werk zu einem guten Gelingen gebracht wird. Dafür ist die 60.000 zählende jüdische Gemeinschaft in Südafrika ein Beispiel, die zu dem diesjährigen Keren Haft'sodbndget den vierten Teil der Gesamtsumme, nämlich 130.000 Pfund beigesteuert hat. Die deutsche Jndenschast, die. dem Judentum der Welt Großes, u. a. 'die jüdische Wissenschaft geschenkt hat, wird nicht zurückstehen wollen. Modesalon Kreirk. Die „Quelle" in der Quellenstraße. Wenn eine Favoritnerin Modesorgen hatte, so ging sie zur Frau Krejci, Quellenplatz 2. Dort war eine „Quelle" für billige Damenkleider, Damenmäntech Stoffe u. dgl. Die Preise des Modesalons Marie Krejci, der sich, in der Hausbesorgevwohnung befand, unterboten jede Konkurrenz. Wer billig verkauft, mutz auch billig einkaufen, und der Salon Krejci kaufte sehr billig ein,.nchvHchr im. Konfektionshaus Max B e st e r m a n n auf der Favoritenstratze, ohne jede Bezahlung. Dort stahl nämlich die Tochter der Frau Krejci, eine tbjährige Jugendblüte, die bei Bestermann Verkäuferin war, zusammen mit ihrer gleichaltrigen Kollegin Marie Vanicek, alles, was nur zu stehlen möglich war. Das einfache Handelsgeschäft betrieb dann die ehrsame Hausbesorgerin Marie Krejci, das kompliziertere die Mutter oer Vanicek, die die gestohlenen Waren in Pfandleihanstalten versetzte und die Pfandscheine verkaufte. Bei ihr in der Wohnung wurden ganze Pakete von Pfarscheinen gefunden, in der Krejcisrhen Wohnung, dem billigsten Einkaufsplatz von Favoriten, fand man eine Anzahl von Stücken aus dem gestohlenen Gut. Die Diebstähle, zu deren Fruktifizierung noch andere Familienmitglieder der Firma Krejci und Vanicek herangezogen worden waren, reichen auf mehrere Monate zurück und gehen in die vielen Millionen. Die ganze Sippschaft wurde verhaftet, etwa ein Dutzend Käufer der bedenklichen Waren wurden der Staatsanwaltschaft angezeigt. I—IJJ.;.. ■' ■ ---— Set Helv vom Hotel Brltannia. Kmetty, der VOfache Verbrecher. Aus Budapest wird uus berichtet: In Stuhl« weißen bürg würde dieser Tage einer der blutrünstigsten Helden der weißen Terrors, Karl Kmetty, verhaftet. Kmetty, ein früher ganz unbekannter Mensch, hat seine blutige Laufbahn nach dem Einzuge der jüdischen Nationalarmee in Budapest als grausamstes Mitglied jenes P r o n a h - D e t achemen t s, das in den Kellern des Hotels Bvitannia in Budapest Hunderte Menschen, ausschließlich Juden und Arbeiter, nach unmenschlichen Folterungen ins Jenseits befördert hat. Als alle Judenmörder dieAmnestie erhielten, konnte Kmetty nicht in die Amnestie einbezogen werden, weil er nicht nur in Budapest, sondern auch in der Gegend von Stuhlweißenburg als führendes Mitglied des Sieberth-Detachements Plünderungen, Raub und Mord veranstaltete, die bei dem besten Willen nicht als „in patriotischer Erregung vollbrachte Daten" bezeichnet werden konnten. Kmetty flüchtete nach Mailand, mußte jedoch, da er beschäftigungs- und existenzlos war, auch Italien verloste« und kehrte ganz herabgekommen und in größter Not nach Budapest zurück, wo ihn einer seiner früheren Freunde, ein amnestierter Detachement-Offizier, der Polizei verriet, die ihn in Haft nahm. Der Haftbefehl ging ursprünglich von der Stuhkveißenburger Polizei aus, die auf Grund genauer Erhebungen feststellte, daß ihn nicht weniger als 70 verschiedene Verbrechen, Raub, Mord, Erpressung, Mißbrauch der Amtsgewalt, Diebstahl, Schändung und ähnliche Delikte belasten. Kmetty war derjenige, der seine Schandtaten durch Photographien verewigte, und es gibt eine Anzahl von Photographien, auf denen sichtbar ist, wie dieser Bluthund, weiß behandschuht, feine Opfer selbst peinigte und dann aufhängte. Unter den verschiedenen Delikten ist auch eines, begangen an einem Stuhlweißenburger Lehrer, den er deshalb mederschoß, weil er dessen Braut besitzen wollte. Kmetty wird zunächst wegen seiner in Budapest verübten Betrügereien und Erpressungen zur Rechenschaft gezogen werden und dann nach Stuhlweißenburg Werstellt, wo das Militärgericht ih^ wie erwähnt, wegen 70 Verbrechen aburteilen wird. * Xtt Aegyptologe Edouard Navikle, der Vizepräsident des Internationalen Roten Kreuz-Komitees, ist, wie aus.Genf gemeldet Ivird, dort 82jührig verstorben, * Die gefLMiche „PuperWutschen". Die MjäWge' Pvibäte Paula Korn, stürzte heute bei der *Breitenseerkirche vom Soziussitz eines Motorrades wahrend der Fahrt ab und erlitt einen Bruch des Schüdelgrundes, einen Bruch! des rechten Unterarmes und schwere Gehirnerschütterung. Die Hietzinger RettungsgeseUschaft brachte Ke in Spital. * Selbstmorde. Sonntag nachmittags sprang eine etwa 65jährige, ärmlich geMcidete Frau, von der Erdüergerlände in den Donaukanat. Sie wurde nach kurzer Zeit von Passanten tot aus dem Wasser gezogen. — Samstag wurde der seit dem 3. Oktober vermißte 22jährige Hilfsarbeiter Josef Thrner als Leiche aus dem Donaukanal gezogen; er hat wegen eines unheilbaren Leidens Selbstmord verübt. — Sin schweres Nervenleiden trieb die 30jährige Schneiderin Rosa H rasch in den Tod, die sich Sonntag nachts in der. Wohnung erhängt hat. * Eine Wirtshausrauferei mit tödlichem Ausgang. Sonntag nachts kam es im Gasthause Oberlaa, Himbergorstraße 26, zu einer Rauferei, als eine Gesellschaft junger Burscher? und Märchen, die als Exzedenten in der Gegend bekannt sind, in das Gasthaus kam. Die Gäste und er Wirt versuchten, Die Gesellschaft, die die Gäste belästigte, hinauszudrängen. In dem Trubel erhielt der 52jährige Feldhüter Franz Sedlmaher zwei Messerstiche in die linke Bruftseite und sank tot zu Boden. Die Exzedenten ergriffen die Flucht, wurden jedoch sämtlich — es waren sechs Personen — verhaftet. Der TÄer scheint der Hilfsarbeiter Karl Mache! aus Favoriten zu sein. , Wiener Bet-Hamibrasch, 2. Bez., Tempelgasse 8. Heute, Montag, 6 Uhr: Lektor Dr. S. Rubin: Talmud". Zer Hausarzt. Redigiert von Dr. Sanel Beer. 1. Mundpfle e im Säuglingsalter. Die.Frcrge der Reinigung des Mundes beim Säugling führt fast immer zu einem Streite der Meinungen zwischen Arzt einerseits, Hebamme und besorgten GroßmÄ'ttern andererseits^ Früher hielt - man die Mundreinigu-ng beim Nengebornen und Säugling für «wibed'ingt notwendig. Den Kleinen wurde — es geschieht leiden noch oft — vor und nach dem Trinken, bei jeder möglichen Gelegenheit der Munp mit den berüchtigten, nicht immer reinen Leinwandlapipen ausgewischt und so die zarie SchleinchaiE des Mundes fast stets verletzt. Diese Verletzung wird nun erst zur Ursache, datz die Bakterien oder der sogenannte Soorpilz sich ansiedeln, welch letzterer Zunge, Gaumen und Wangenschleimhaut mit einem weißen Pilsvasen überzieht. Das bildet nun f% Pflegerinnen und Mütter nenevdings die Veranlassung. mit dem Mundlappon herumzusteuern. , Diese strenge, jetzt — Gott sei Dank —- im allgemeine« verlassene Durchführung der Mundpflege des Säu-glings führt dann meist weiter zu der bekannten A p h t e n k r a n k h e i t, das stnd kleine Mschwllrchen, die sich in der Mittellinie des Gaumens etablieren, und mehrere Wochen zur Heilung brauchen. Während dieser Zeit triM das Kind infolge der Schmerzen nur schlecht, es nimmt ab und ist unruhig. Die Mutter sieht den weißen Belag im Mnnde und beginnt oft neuerdings zu schaben und-verschlimmert die Sache noch mehr. Alle diese Manipulationen sind jetzt aus der Kinderstube verdrängt. Es gibt keine Mundtücher und keine Mmdlappen mehr. Auch bei der Unterlassung der Reinigung des Mundes, die heute von allen erfahrenen Kinderärzten gefordert wird, finden sich bei einer gesunden SMemchant niornals Milchreste, die Anlaß zu Ersetzung geben würden. Denn der Soorpitz setzt sich nur auf einer krankhaften Schleimhaut fest. In diesem Falle erweist sich wohl eine sehr vorsichtige Reinigung des Mundes für notwendig, aber dies geschieht am besten durch Pinselung mit einer Boraxllösung omfr nicht durch Scheuern mit dem Lappen. Die üblichen Borsäureschnuller müssen wir abraten, wie wir überhaupt den wieder häufig gebrauchten Lutscher bekämpfen, der den Mund des Kindes verstopfen soll, wenn es etwa Lust hat, sein Mißvergnügen durch Schreien zum Ausdruck zu bringen. In Frankreich ist der Schnuller gesetzlich verboten worden, da er zum Träger vieler Jnfektionskeime für das Kind durch das unreine Manipulieren wird. Die Kinderstube sollte wirklich einmal von solchem und ähnlichem Häßlichen und schädliichen Unfug befreit werden. . . 2. Frem dkörper im Auge. Kleinere Fremdkörper, die bei einer Eisenbahnfahirt oder beim Gang durch die rußige Stadt ins Auge geraten, werden gewöhnlich beim Lidschftge durch das Oberlid weggewischt und mit den; Tränen ström entfernt. Spült sich der Fremdkörper nicht von selbst weg. so bleibt er gewöhnlich an der Innenseite des Oberlides hasten, von wo man ihn durch Umstülpen entfernt. Bisiveilen entstehen beträchtliche Schmerzen, besonders wenn sich ein spitzes StEbkom über die empfindlich: Hornhaut mit jedem Lidschlage verschiebt, und diese verletzt. Gewisse Fremdkörper, wie Pulverköwer, löuuen, wie wir ja im Kriege oft gesehen haben, .ohneweiter'S in der Bindehaut einheilen. Piek unangenehmer ist das Eindringen eines Fremdkörpers in die Hornhaut selbst. Es handelt sich meist um Eisensplitter, durch welche Schlosser und Schmiede gefährdet sind. Solche Fremdkörper müssen sachgemäß rasch entfemt werden, iveil sich sonst leicht eilte Eiterung einstellt, di« eine Trübung der Hornhaut und SHvächimg der Sehkraft Ktw Folge hätte. kk. Hantneurosen. ZU den für Patienten quälendsten und lästigsten Evschünnngen gehören gewisse Erkrankungen der Haut, die mit starkem Juckgesühl rinhergehen. Das Jucken kann die ganze Körpersläch: ergreifen und ununterbwchen belästigen oder nur zeitweilig austreten. Die Betroffenen können voU dem unangenehmen Juckgesühl so geplagt werden, daß sie jede Rücksicht auf die Umgebung vergessen, sich beständig kmtzen und scheuern, um sich nur eine Erleichterung zu verschaffen. Die Juckanfälte führen gewöhnlich zu Beriet-, zur.gen der Haut, an der man dann alte und neue Kratzt esfeftck sehen kann. Die Ursache für das lästige Leiden geben verschiedene Krankheiten ab, wie die Zuckerharnruhr, Gelbsucht, Magen- und Darmstörungen, bisweilen auch der Zustand der Schwangerschaft Man nimmt an, daß irgendwelche Toxine, Gifte, in den Kreislauf gelangen und die Hcmtnerven schädigen. Meist handelt es sich außerdem um sehr sensible, nervöse Individuen, mit besonderer Hautempfindlichkelt. Zu beachten ist noch, daß das Ausschwännen von Madenwürmern heftiges Juckgesühl erregen kann. Die Behandlung richtet sich nach dem Grundleiden, dessen Grkenrmng oft eine längere Krankenbeobachtung erfordert. Jv, denfalls soll ein beginnendes Hautjucken nicht unbeacHiü bleiben, da es oft das erste Zeichen ehre.« ernsten Störung sein kann. ‘ Amtlicher Fragekafteu. . „Kaufmann". Ihre Anfragen eignen sich raunl für eine Beantwortung an dieser Stelle. Sie müssen etwa einen Arzt Ihres Vertrauens in diesen Fragen zu Rate ziehen. — „Tikwah". Ob es sich in Lew geschilderten Falle um einen Tetanus, Starrkrampf der Neugeborenen, handett, ist schwer zu sage«. Gr entsteht durch Infektion der Nabelwunde mit Tetanusbazillen. Es ist unwahrscheinlich, daß der Tetanus beide Male angeboren war: Es dürften andere Krankheiten gewesen fein. Was die Verhütuiw -ves Tetanus betrifft, so wäre eine Vorbehandlung der Schwangeren mit Serum den-kbar. Am besten wäre Beobachtung der Frau am Ende der Schwangerschaft in einer Heilanstalt in Wien.

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