Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2745 (17.10.1926)
- Date
- 1926-10-17
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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tot. 2745 Wien, Somitaß Wiener Morgenzettuns 17. Oktober 19M Gefte 7 Kvgvn alle wirken vorbeugend und lindernd die ftrztlich erprobten und empfohlenen Scarfftvean - Knoblauchtropfen. Vorzüglich bei Trauen in den Wechseljahren» Preis S 3.50, Erhältlich in allen Apotheken. ist Erzeugung: Alte Feldapotheke, Wien, I. Stephansplatz» * Daß Wetter. Auch gestern gab es uodj mildes, sommerliches Wetter. Die Voraussage lautet: Herrschender Charakter vielleicht heute noch anhaltend; zunehmende Wahrscheinlichkeit eines Wetter ft urzes. * Stervefall. Der Herausgeber der Markt-Korrespondenz Leo Freund ist gestern im 68. Lebensjahr hier nach langer Krantheit gestorben. Die Beisetzung erfolgt am Dienstag, den 10. d. M. um 3 Uhr nachmittags auf dem Zentralfriedhof (3. Tor). * Selbstmord. Die 63jährige Kausmannsgattin Emma Weiß wurde gestern in der mit Leuchtgas erfüllten Küche ihrer Wohnung in der Haslingergasse tot aufgefunden. Sie hat sich aus bisher unbekannter Ursache vergiftet. * Eine Schreckensfzene auf dem Pratorstern. Gestern mittags hat ein scheues Pferd auf dem Praterstern eine förmliche Panik heroorgerufen. Das vor einem Fleischhauerwagen gespannte Rotz war plötzlich scheu geworden und durchgegangeu. Es stürmte über den Praterstern und durch die Hetnestratze gegen die Taborstraße, bis es aufgehalten werden konnte. Einige Personen wurden vom Pferde niedergestotzen und verletzt. * Verhaftung eines polnischen Hn-uptrnaimes. Der 41jährige Hanptmann der polnischen Armee Adolf S z m a l a n d, zu Lodz geboren, nach Przemysl zuständig, war vor einigen Tagen hier unterstandslos ausgegriffen worden. Es stellte sich heraus, datz der.Mann von den polnischen Behörden wegen Unterschlagung steckbrieflich verfolgt ist, weshalb er dem LandeZgericht emgeliefert ivurde. * Kasseneinbruch. Freitag nachts sind unbekannte Täter vom Kanal aus in die Räume der Eierfirma G r ü n w a l d u. Füredy in der Girardigasse 4 nach Durchbrechen eines Fußbodens gedrungen; sie haben dort eine eiserne. Kasse aufgerissen und daraus 7000 Schilling, darunter auch ausländische Valuten, erbeutet. * „Whisky" aus Graz. Einen vermutlich schon lange betriebenen Schwindel mit nachgeahmtem Whisky hat in den letzten Tagen die Wirtschaftspolizei aufgedeckt. Es handelt sich um das Erzeugnis einer der größten Londoner Whisky-Firmen, Johnnie Walker, die ihren Betrieb in Kilmarnock hat. Seit einiger Zeit wurde die Wahrnehmung gemacht, datz in Wiener Geschäften Whisky in den Qriginalflaschen der Firma auftauchte, daß aber der Inhalt aus einem minderwertigen alkoholischen Präparat undefinierbarer Qualität bestand. Es wurde festgestellt, daß die Erzengungsstatte des „Whisky" in Graz zu suchen war. Vertrieben haben, wie ermittelt wurde, den Schnaps in Wien zwei italienische Staatsangehörige, der 30jähvige arbeitslose Wagenputzer Angela C e r c o t t i und der 36jährige Vertreter Giülio Bertacchi. In Graz wurde der angebliche Kaufmann Crnesto Rosso als wahrscheinlicher § ZMode und SKunsigewerbe OOGOOC to dieser Rubrik erscheinen entgeltliche Anzeigen Schilder- und Schriftenmaler ANTONSTEPHAN W-LSL «700 Beste Bedienung. Telephon 47-8-55 — Gegrfludet 1874 Prima Referenzen. Solide Preise. ÄYEITB EEB Hfirsdinermelster (9 fl Kaflfl b Sb Hm II., Sohmelzgaase Nr. 6 Pelzwaren jeder Art Prima Ausführung Solide Preise zo besichtigen im 8705 Gegr. 1897 Feinste Aai/Ohnag Solide Preise ina-HidilHiaus fl3|np4Bt en kb um VI. Xiurfiiiuui 12 Ado» ff®» 1flSifllflflöl Teleph. 80-14 Atelier für vornehmste Pelzwaren. — Solide Preise. KÜRSCHNERMEISTER VII., Neubaugasse Nr. 88 Beste Bedienung Solid« Preise Hin HILBERT Wiener Spezial - SchuhwerkstStte Noavesutes * Bxzoagang feinster Sehuhwnren neuester Fasson Wien, 39., TabopstraQä Nr. 47 (Blngaog; II.. Grofle Stadtgatgasse Nr. 5) 6709 SflMTHUTE große Mode in größer Auswahl bei HONWITZ. 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Zwei Knaben gingen stuych die Sümpfe, Der eine kriegte nasse Strümpfe; Der andre trug auf seinen Socken Tretorngaloschen der blieb trocken. Nur einmal kann bas geboten werden! Mrs für den Herbst und Winter in hochwertigen Qualitäten — und infolge des ganz geringen Nutzens, mit dem wir uns begnügen, sensationell billig im Modenpalais Julius Krupnik, 6. Bez„ Kaiserstratze 111* 113 und 116. Nur einmal im Jahr veranstaltet die A. Gerngroß- MkengefMchaft ihre Montag beginnende Wirtschaftswoche. Benützen Gis diese, um alles, was für Haushalt und Wirtschaft gebraucht wird, ouzufchaffen, denn jeder Artiikel in der Annonce auf Seite 16 ist wegen seiner Güte und Billigkeit ein besonderer GelegenheitSkauf. Kunstauktion. Die von Donnerstag, den 21. und Freitag. MALOWAN fOBM. 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In Lodz weilte vor kurzem der Mische Gelehrte, Professor Dr. Israel Davidsohn, ein Lehrer des Mischen cheologischon Seminars in New - N o r E und Verfasser zahlreicher wissenschaftlicher Werke. Professor Davidsohn stammt aus dem Kownver Bez-irL. Sein Vater starb, als er noch ein zweijähriges Kind war, und mit sechs Jahren verlor Lex Halbwaise die Murtter. Er mußte daher m seinem Detter Rabbi Israel Danchum nach Gro'dno übeosiedeln. Er stMerte dann in der Jeschibah in Slobvdka und wandarte als Idjähriger nach Ameviba aus. Dort besuchte er eine Mtbelschul-e, und setzte dann das Studium fort. Professor Davidsohn bereitet jetzt ein sehr großes Werk vor, das den Ditel: „Qzar haschira wohapiut", ... (Schatz der Lieder Gerichte) trägt. An Nesern Werk cnEsitet er.ssit Jahrzehnten, denn das Werk soll das jüdische Schaffen auf diesem Gebiete während der'langen Periode von der Schlutzredaktion der biblischen Schriften bis zmn Beginn der Haskalahepoche umfassen. Um dieses Werk beenden zu können, 'wandte sich Professor Davidsohn an das Rektorat des jüdischen theologischen Seminars in New - Iork mit der Bitte, ihn auif bin ha'lbes Jahr zu.beuplauben, damit er die großen Bibliotheken in Guropa besuchen könne. Gleichzeitig wandte sich auch die Jerusalemer Universität an «das New-Norker Seminar mit dem Vorschlag, Professor Davidsohn ein Semester lang an der Universität in Jerusalem vortragen zu lassen. Professor Davidsohn wurde daher für ein ganzes Jahr beurlaubt und hat jetzt sowohl das Semester an der Jerusalemer Universität als auch den größten Test seiner europäischen Reife hinter sich. Auf die Frage über die Bedeutung .der hebräischen Universität in Jerusalem antwortete Professor Daviidsohn: „Die Universität wird meiner Meinung nach eine größere Bedeutung siü-r das jüdische Volk besitzen, als für ihre jetzigen Schüler. Sie ist eine Institution, auf die das jüdische Volk stolz sein kann. Ich hielt dort einige öffentliche Vorträge und 22 Vorlesungen in einem Seminar, an dem sich 20 Studierende beteiligten. Das Hörermaterial -ist sehr. dank- 'bar. In den öffentlichen Vorlesungen, zu denen jeder ohne Berücksichtigung «der Vorbildung zugolasfen wird, kann man den Kauifmann, Len Beamten, den Lehrer und den Chalug, 'der schwer am „Kwstch" arbeitet, antreffen. Das New-Aorker Seminar hat jetzt beschlossen, jährlich einige Studenten in die Jerusalemer Universität zwecks gründlicher Ausbildung in der hebräischen Sprache und in den althebräischen Wissenschaften zu schicken. Auch vom Rabbinerseminar in Wien kommen Schüler an die Jerusälomer Universität. Wie Sie also sehen, wird die Jerusalemer Universität z>mn Mittelpunkt der höheren Wischen Lehranstalten der Diaspora und dies ist ihre eigentliche Beddubmty. Es ist wcchr, daß die Entwicklung der Universität auf Schwierigkeiten stößt, ich bin aber der Ansicht, daß eine zu rasche Ent- Wicklung gar nicht erwünscht ist. Die Universität wird von tüchtigen Professoren und bedsutenden Gelehrten geleitet und es besteht die berechtigte Hopfnimg, daß ihr eine blühende Zukunft bevorsteht." — Wachen Eindruck haben Sie von der Jevusalemer UniversitätsbMlothek empfangen? „Die BMiotheksmittel sind sekbstverstänWch jetzt noch beschränkt. Schon jetzt aber Lcmn m dieser Biükothek dex Forscher und Semitologe eiin wertes 'Arbeitsgebiet finden. Diese Mteilung ist dank der berühmten Sammlung GoldzieHers fahr reich, >wie auch die Bibliothsk des verstorbenen Gelehrten S. A. P o zn a n z k y aus Warschau viele svmitologische Werke enthält. Man sollte aufhören, nach Jerusalem weniger wichtige Bücher zu schicken. Es gibt dort schon manchmal von ein und demselben Buch viele Exemplare, während seltene, aber wichtige Bücher fehlen." Das Gespräch wendet sich der Bibliothek des jüdischen theologischen Seminars in New - A o rk zu. „Unsere Bibliothek — sagt Professor Davidsohn — ist 'heute die größte jüdische Bibl i o t h e k d e r Welt, die sich in jüdischem Besitz befindet. Vor 22 Jahren besaß diese Bibliothek 'im ganzen 8000 Bände; heute ist die Zahl der Werke dank der unermüdlichen Sammeltätigkeit ihres Hauiptlb'chlio thekai/ Dr. Alexander Marx auf 100.000 Bände darunter 60 bis 70.000 in hebräischer Sprache. Die BiAiothek hat auch mehr 6000 wertvolle Manuskripte ängekaust." Ich ersuchte nun Professor Davidsohn, GiiHÄHeiten Mer feine Forschungen in den europäischen Bibliotheken zu enzähl-en. Professor Davidsohn sagt: „Die größten Schätze alter jüdischer Bücher und Manuskvipte befinden sich in >den Händen des Vatikans in Rom.'Ick' wurde in der Vatikansbiblioth ek sehr herzlich empfangen und der HaupMblio'theLar T i s s e r l a n d wies mir zwei Beamte zu, die die von mir gewünschten Werke aussuchten. Ich halbe zehn Tage in der Vatikanbibliothek gearbeitet, 300 althebrätsche Werke dnrchstudiert und einen ganzen Schatz ulter lithurgischer Gedichte gefunden. Aus vielen Werken ließ ich Kopien anfertigen." Professor Davidsohn hat ferner in den BMiotheken von- F l o r e n g (untersetzt vorn Gelehrten Professor C ast o l a), von Venedig, Budapest und Prag gearbeitet. Eine wissenschaftliche Uebermschuiig fand er in Kairo. Ein jüdischer Bankier, M u s s e r e, besitzt dort eine Bibliothek mit 2500 seltenen Fmgmenten der „Genesa. Die Fragmente sind vor zirka 6 Jahren ausgegraben worden. Mustere stellte Davidsohn ein Zimmer und einen Diener zur Verfügung und der Gelehrte konnte Kopien von 50 Fragmenten anfertigen. Sehr wertvolle litrtvgi'sche Gedichte konnte Professor, Davidsohn auch bei den A e m e n i t e n in Palästina sammeln. Auf seiner Rückreise nach Amerika wird David? sohn auch noch die Bibliotheken von Frankfurt, Amsterdam, Oxford und Cambridge besuchen. Sein „Schatz der Lieder und Gedichte" wird 35.000 Gedichte enthalten. A. Alperni (Lodz). )QQOOOOGC<XX*XQ<X)OQOQOOOOOQaCX>OOCQOOOm wollen Ihre Wäsche sauber haben sollen Ihre Wäsche schonen müssen daher waschen lassen bei der FEINWASCHANSTALT BLANCA XUL, LINZERSTRASSE 299, TELEPHON 81.3-81 holen und steilen jedes Quantum WSache kostenlos zu. waschen Ihre Wäsche ganz separat, schonend und blOtenwelS. halten Ihre Wäsche gegen jedes Risiko voll» versichert. 156