Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2745 (17.10.1926)
- Date
- 1926-10-17
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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«rite S Men, Sonntag Wiener Morgenzeitnng 17. Oktober rm Stt. 2745 Nordlicht und Telephon. schwere Störungen des amerikanischen und englischen Telephonverkehres durch ein Nordlicht. Eine starke Nordlichterscheinnng wurde, wie ^r»s London gemeldet wird. in England und Amerika wahrgenommsn. Die Telegraphen- und Telephonleitungen im Gebiet von London und d-ie Fernleitmigen nach Paris waren stundenlang gestört. Viel stärker waren die Wirkungen des Nordlichtes in den Vereinigten Staaten, wo während des gangen Tages jeder telephonisch« oder telegraphische Verkehr unter« Hunden war. Da die elektrischen Stürme auf den Dvahtleitungen hin- und herzirkulierten, war jede Verständigung unmöglich. Die Meldungen der drahtlosen Stationen konnten dagegen ohne Störung abgegeben und empfangen werden. Klementarkatastrophen in Australien Aus Melbourne wird eine Reihe von Ele-- mentarkataftrophen gemeldet. Im Geschäftsviertel von Sidney hat ein Groß jener, das eine ganze Reihe von Geschäften und die darüber gelegenen Wohnungen ausbrannte, einen Schaden von etwa 100.000 Pfund Sterling verursacht. Unter anderem sind dem Feuer 67 Automobile zum Opfer gefallen. Etwa 100 Meilen nördlich von Sidney, zwischen Grafton und Macqnare, ist ein riesiger Buschbrand ansgebrochen, der bisher nicht eingedämmt werden konnte und einen ähnlichen Umfang anzunehmen droht wie der katastrophale Brand vom vergangenen Februar. Endlich ist in Tasmanien eine verheerende Ueberschwemmnngskatastrvphe aufgetreten, die furchtbarste seit 32 Jahren. Bo« der Parteleu Haß und Hader unberührt «bleibt der tadellose Ruf des Warenhauses Brüder Schi ff mann. Alle Bevöllerungsschichten der LeopoldstaLt und der um-liegenden Bezirke sind sich, unbeschadet ihrer gegensätzlichen Parteizugehörigkeit, feit langem darüber vollkommen einig, daß man nirgends so gut und billig kauft, wie bei Brüder Schifsmann. Dieses zentral gelegene — Taborstra ß e 48 — wirklich großstädtische Unternehmen, hat mit Recht wegen feiner außergewöhnlichen Leistungsfähigkeit und unerreichten Billigkeit große Popularität erworben. In dem Bestreben, «dem Geschmack und den Wünschen seines zahlreichen, sich ständig vermehrenden Kundenkreises möglichst entgegenzukommen, haben die Brüder Schffmann für die Herbstlaison eine ungemein reichhaltige Auswahl in Samt und Seide letztmoderner Farben' und Muster aus Lager, welche gegenwärtig noch zu außerordentlich billigen Preisen abgegeben werden. Eine Besichtigung der mit besonders künstlerischem Geschmack arrangierten Schaufennster wird jedermann von der Güte der Ware und Konkurrenzlosigkeit der Preise überzeugen. In der neu eingeführten Abteilung für Schnetder- und Modistenzugehöve sind die Preise zur Einführung außerordentlich billig angesetzt. Letzte Nachrichten. Steuermethove« in Du polnische« Provinz. Warschau, 15. Oktober. Finanzminister Czechowicz empfing gestern eine Delegation jüdischer Kaufleute mit dem Abgeordneten Wisliekr an oer Spitze, die dem Minister verschiedene Beschwerden über die Praxis der Finanzbehörden in der Provinz gegenüber den jüdischen 'Kcurfleuten vortrug. In einigen Provinzstädten haben z. B. die SchätzungZkommissionen am Jom Kippur die Abwesenheit der jüdischen Mitglieder dazu ausgenützt, um einer ganzen Reihe jüdischer Steuerzahler ungeheure Steuern vorzuschrekben. Die Delegation bemerkte ferner, daß' die Fiuanzbehördem den Juden gegenüber die verschiedenen, ihnien zukommenden Ermäßigungen bei dem Borschreiben der Einkommensteuer nicht zur Anwendung bringen. Der Finantzminister versprach in der nächsten Zeit diese Mängel p beheben. Sie paIM«e«stsche Staatsbürgerschaft. London, 16. Oktober. Me ,Zewisih Ehromele" berichtet, haben in Honduras wohnende palästinensische Araber denen die Ausweisung drohte, sich an die 'palästinensische Regierung «um Schutz gewandt. Sie erhielten jedoch die Antwort, sie müßten Morst «die palästinensische Staatsbürgerschaft nach der neuen Verordnung erwerben, ehe sie auf britischen Schutz Anspruch erhüben -konnten. M Su&emnn »er Ane Meister. MMreii» In holde Sehlde Die «elfter. So Ist in »er tzerftellung guter LIkSre Suder »er Mnun »er gleichen SphSre. U«derall «ehSlelich. iS« * Politischxs Spekulanteutum. Das Abendblatt der „Reichspost" hat sich in der Vorwoche sehr lebhaft dagegen gewehrt, daß die „Arbeiter-Zeitung" auf die antisemitischen Instinkte der Bevölkerung spekuliert. Es ist in der Tat bemerkenswert, welche Höhe die Assimilationsfähigkeit des sozialdemokratischen Zentralorgans bereits erreicht hat. Wir meinen nicht die Assimilatwu im jüdisch-politischen Sinn, sondern die an die „Instinkte", wobei zugegeben sei, daß das Zentralorgan, was die erste Anwendung des Begriffes anbelangt, gleichfalls Ertteckliches leistet. Es gleicht sich überall hin sehr leicht und sehr rasch an und die schmalzige Wiedergabe aller Jnformativfragen im Zentralbankausschuß, die sich auf „die polnischen Juden" beziehen, hat den Rufzeichenrekord des seligen-„Deutschen Volksblattes" schon geschlagen. Welche Wonne bereitet doch der tägliche „Jesaias Aberbach"! Und am Dienstag prangt in der „Arbeiter-Zeitung" das Referat des Abgeordneten Smitla, daß die Konkurrenzmethoden in der Schneiderbranche auch die reellen Unternehmer schädige, die nicht aus dem Osten eingewandert sind. Die Unternehmer aus dem Westen sind bekanntlich allesamt Muster an sozialer Einsicht. Vielleicht erwirbt man auf diese Werse ein paar Stimmen mehr bei den Wahlen. Man kann eben zugleich a la Hausse und a la Baisse spekulieren: den Ostjuden urÄ> den „Bodenständigen" um den Bart gehen . . . * Der Strich durch die Rechnung. Schon lange scheint etwas im Kosmos nicht richtig zu sein. Der vollständige Schiffbrirch aller jahrhundertealten Prinzipien und Grundsätze von unten scheint sich auch nach oben, in das Bereich der Jahreszeitenregimenter übertragen zu haben. Sommertage im Winter, wenn der Schnee knusprig und die Sonne mild wärmend, oder Herbsttage im Frühlirrg, wenn der Regen trostlos und die Erde weichkotig, gab es schon immer, aber wochenlange Hitze im Oktober war einer Zeit Vorbehalten, da die Männer ausgestopste Brüste und die Frauen männliche Köpfe (und Herzen) tragen. Im allgemeinen wird diese unerwartete Fortsetzung des Sommers mit freudigen Gefühlen ausgenommen; nicht nur wegen der Ausflüge und ungeahnten Zärtlichkeitsrnöglichkeiten, auch wegen der aufgeschobenen Schneiderrechnung und neuen Ratenreihc. Wehe dem aber, der, von einigen kühlen Tagen und vom Kalender verleitet, seinen Winterrock für das vorletzte Geld vom Dorotheum schon ausgelöst hat! Seinem gelben Aerger kann auch der blaueste Himmel und die süßeste Freundin nicht widerstehen. Alles wandelt sich für ihn in Bosheit und Mißmut, und wo die anderen sich steuen, nörgelt und schürt er. Er, das ist auch der Maronibrater, der Lokalbesitzer, Jäger-Wäschehändler und — Wintersportler. Ihretwegen — das sind die Schuldigen! — werden die schönen Tage bald vergehen und der Winter, der strenge und laue, der schöne und der peinliche, wird einsetzen. Mit ihm die neuen Berdienstmöglichkeiten — zum Trotz der anderen, die vom Sommer leben. Und so immer wieder, rni großen Kreis . . . Wie herrlich aber, lvenn die Natur durch die strikte Rechnung einmal einen Strich macht. Sie macht es aber zu oft. Es war' sonst zu schön. Bet -erdauungsschwiche, Mutarmut. Abmagerung- Bleichsucht, Drüsenrrlrankungen, Hautausschlägen, Furunkeln regelt das natürliche "Dranz-Josef-Bltteuwasser" vortref-.rch die so wichtige Darmtätigkeit. Hervorragende Männer der Heilkunde haben sich überzeugt, daß selbst die zartesten Kinder das F r a n z - I o i e f - W a «s f e r gut vertragen. * Der ZirkuS Adolfi hat sich Freitag abends mit einer schön abgerundeten Galavorstellung eingeführt. Die Arena war geschmackvoll in den schwedischen und österreichischell Farben dekoriert, das Haus war strahlend hell Beleuchtet; und dies schuf bei dem Publikum, das alle Ränge füllte, gleich von Beginn an eine warme und dankbare Stimmung. Direktor Adolfi, der die Darbietungen mit einem hübsch arrangierten Einzug seines Personals einleitete, konnte mit dem Erfolg des ersten Abends vollauf zufrieden fein. Er bietet durchaus erstklassige Zirkuskunst, die Regie ist straff und das Programm abwechslungsfreudig. In Pferdeuno Hundedressur wird Erstaunliches geleistet und der Donauwalzer, den ein Pferdepaar für die Lokalpatrioten zum Besten gab, wurde mit Vergnügen ausgenommen. Gerne begrüßte man wieder Herrn Zoll mit seinem auf das Sachliche gestellten Ulk, der über das sonstige Elotvntum wohltuend hinausgeht. Kostüme und Ausschmückung waren sehenswert. Rsasasassasfissaana 'fensationeffe 3iei&st~ Angebote! -!! Unerreicht in Auswahl, Qualität und Preis! 1 im führenden Leopoldstädter Warenhaus Brüder Schiffmann, II., Taborstr. 48 Telephon 47-1-79 Telephon 43-408 Neuelnftthrungl Sämtliche Schneider- und Üdodisten-Zugehöre / Billige Einführungspreise! Qualitätsware! Jedes Kind erhält ein Geschenk! hi unserer Seidenabteilung; Crftpc de Chine, In allen erdenkl. Farben . S 6.50, S 8.90 Selden-Crystallne, alle Modefarben.8 2,50 Selden-Brokate... 8 4.50, 8 8.90 Japao-Poiigis, 90 cm breit.. . . . 8 8.90 Faille de elalre, für Kleider und Mäntel.S 5.90 Seiden-Ottoman, für Mäntel.S 9.50 8 5.90 Seldeuhreppe marocaln, In allen Farben.S 0.90 Grßpe de Chine (Faconne).. 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