Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2741 (13.10.1926)
- Date
- 1926-10-13
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seile 4 Wien, Mittwoch 13. LKotzer 1936 Nr. 2741 Set Sturm hi Btt JtotHfee. Schwere GchiffSschiktze«. AnS Hamburg wird berichtet: Der npch immer andauernde schwere Nordweststurm hat an der Schifffahrgroßen G chaden verursacht. Bon dem Dampfer ft räS" werden dauernd Notsignale ausgesandt. Ein nach dem Dampfer abgesandtes Flugzeug konnte diesen infolge des Sturmnicht erreichen, doch sah der Pilot, baß der Dampfer Schlagseite hatte. Der Hamburger Dampfer „Kreta" l)at auf der Fahrt nach Amerika nicht mir seine Anker verloren, sondern auch schweren Kesselschaden erlitten, so daß er nach Hamburg zurückkehren mußte. Bon einem heute in Hamburg emgelaufenen Dampfer wurde in der Nähe des Borkumer Feuerschiffes, das von der Mannschaft verlassene Wrack eines DrermastschonxrS gesichtet. Bon der Mannschaft eines bei Terschlin gestrandeten polnischen Dampfers „Wisler" konnten nur 16 Mann gerettet werden, die übrigen sind ertrunken. Ln der Nähe der englischen Küste ist ein holländischer Heringsdampfer mit 12 Mann Besatzung untergegangen, nur der Kapitän konnte von einem deutschen Dampfer g'rettet werdm. An der holländischen Küste sind die Trümmer eines holländischen Schisfskutters angespült worden, von dessen Mannschaft jede Spur fehlt. Sine elektrische Bah« avf dt« Karmel. KonzesfionSerteilaug an die Nntenberg-Gesellschaft. Wie aus Haifa berichtet wird, werden die Vorbereitungen für den Bau einer elektrischen Bahn von Haifa auf den Karinelberg weiter fortgesetzt. Auf einer der letzten Sitzungen des Stadtrats von Haifa wurde diese Frage behandelt und beschlossen, die Konzession an die Palestine Electric Company (Rutenberg-Gesellschaft) zu vergeben. Im Zusammenhang mit der Errichtung dieser Bahn wird der Bau einer neuen Chaussee vom Stadtteil Hadnr Hakarmel bis auf den Karmelberg erforderlich. Der Bau dieser Chaussee wird etwa 10.000 ägyptische Pfund kosten. Auf Vorschlag der Regierung hat die Haifaer Stadtverwaltung beschlossen, für diesen Zweck 2000 ägyptische Pfund zu tvidmen. Außerdem werden sich daran beteiligen: die Schchunah-Hadar Hakarmel mit 1600, die Palestine Land DevelopmeM Co. mit 2000, dieSchchunah- Achusath Samuel mit 1000 und die arabischen Anrainer mit 1500 ägyptischen Pfund. Mit der Zionistischen Exekutive werden Verhandlungen gepflogen über die Erteilung von Darlehen an die erwähnten Gesellschaften, um den baldigen Beginn des Baues zu ermöglichen. Im Zusammenhang mit diesem Straßenbau hat auch die PalLftina-Land-GntwiÄungsgesellschaft (PLDC.) beschlossen, die Chaussee, die sie auf dem Karmelberg baut, zu verlängern, und hat für diesen Zweck 1000 ägy^ische Pfund bestimmt. * ' Aus dieser Meldung ersieht man nicht nur die günstige Entwicklung der jüdischen Arbeit in Haifa, der künftigen Hafenstadt Palästinas, sondern auch das stetige Gedeihen der jüdisch-arabischen Verständigung. Als im Juli des Vorjahres die neuerbaute Station des Rutenbergschen Elektrizitätswerkes am Karmel eröffnet wurde, setzte eine Resistenz der Araber ein. Die arabische Stadtverwaltung wehrte sich zunächst gegen die Elektrifizierung des Beleuchtungswesens und man sah eine Zeitlang nur bestimmte jüdische Stadtteile am Karmel vom elektrischen Licht beleuchtet, während in der AÜstM weiterhin Petroleumlampen verwendet wurden. Jetzt subventioniert die Haifaer Stadtverwaltung den Bau der Straße, welche anläßlich des Baues der elektrischen Straßenbahn notwendig geworden ist Bezeichnend ist auch, daß sich die arabischen Anrainer an der Aufbringung des Kapitals beteiligen. Was' den Straßenbau anbelangt, handelt es sich um Fortsetzung der ausgezeichneten Bergstraße, welche von. der Altstadt bis zum jüdischen Stadtviertel Hadar Hakarmel führt, eines der rühmlichsten Werke dev Chaluzim. Die Fortsetzung dieses großartigen Straßenbaues wird chcstens in Angriff genommen werden künngn und zahlreichen gegenwäckig arbeitslosen jüdischen Pionieren den Lebensunterhalt verschaffen. Balanerm suspendiert. Der Grenzkommissär von Halmi wegen Grpreisungon gemastregelt. Aus Bukarest wird uns berichtet: Die hiesige Generalinspektion der Siguranza hat durch die Suspendierung des Leiters der rumänischen Grenzpolizei, Balanescu in Halmi, einen der gefährlichsten Erpresser an jüdischen Durchreisenden, endlich unschädlich gemacht. Gegen Balanescu ist eine ganze Reihe von Untersuchungen wegen^ Mißbrauch der Amtsgewalt und Erpressung in Szatmar, Marmaros und Cluj (Klausenburg) im Zuge. Der krasseste Fall seiner Verfehlungen, der schließlich auch zu seiner Suspendierung geführt hat, ist eine Erpressung an drei jüdischen Kausleuten. Balauescu pflegte, wenn er von seinem Amte abwesend war, nach seiner Rückkehr, seinen Stellvertreter auszusragen, ob in seiner Abwesenheit nicht auch Juden über die Grenze gefahren sind, und wenn ja, so b sieder entsprechenden Behandlung unterzogen ivurden. Diese bestand darin, daß den jüdischen Reisenden. wenn Mich grundlos, vorgehalten wurde, sie hätte» die Grenze illeg al überschritten, Schmuggel getrieben oder falsch: Pässe gebraucht. So war es auch jüngst, daß Balanescu, der beim Eintreffen des Prager Zuges nicht in seinem Amte war, unmittelbar nach Abgang des Zuges zurückgekehrt, seinen Stellvertreter fragte, ob Huden die Grenze überschritten haben. Der Stellvertreter rejerieote: — Drei jüdische Reisende fuhren nach der Tschechoslowakei. — Hast dir vvn ihnen entsprechend bekommen?! — Nichts. ' — Du Dummkopf! Warum ließest du sie über die Grenze? Wir setzen uns sofort in ein Auto und erwischen sie noch ln Kiralyhaza! Als die zwei in Kiralyhaza ankamen, saßen die drei jMschen Kaufleute in der Station und warteten auf den Beregszaszer Zug. Balanescu rief sie zur Seite und erklärte, er werde sie verhaften lassen, da ihre Pässe falsch seien. Man begann zu unterhandeln, bis Balanescu sich schließlich bereit erflärte, gegen 4000 Lei Schweiggeld abzuziehen. Tie Juden ersuchten Balanescu, einige Augenblicke zu warten, sie wollen sich das Geld von einem Bekannten aus dem Wartesaal holen. Nach einigen Minuten kehrten sie mit einem tschechoslowakischen Gendarmerieuntewfsizier zurück, der Balanescu wegen Erpresiungsversuches verhaftete. Nach mehrtägiger Haft in Kiralyhaza wurde BalaneScu an Rumänien überstellt. Nun ereilt ihn fein Schicksal. Motele Her treue ZotenotBfcer. Gins VcÄslegende von Lasar Kahan. Motvlh bei Ptnsk ist die Geburtsstadt Dr. Chann Weidmanns und des vor kurzem verstorbenen jüdischen Humoristen und Satirikers Mordechai TschereminSki und anderer Juden, die sich einen Namen gemacht haben. Lasar Kahan erzählt im „Marsch. Expr." von einem Besuch in dem Städtchen, wo über den Ursprung seines Namens, der bei den Juden „Motele" lautet, die folgende hübsche Legende m Umlauf ist: Der Name stammt aus der Zeit der Schwedeninvasion vor zweihundert Jahren. Die Schweden durchzogen das Land, marschierten auch durch das Sumpflanid Polesie und zerstörten zahlreiche Städte und Dörfer. Am schwersten hatte die Stadt zu leiden, die damals a-uif dom Platze des heutigen Motele bestanden hatte. Die Zerstörung jener Stadt hatte aber folgende immAtelbare Ursache: Der Befehlshaber der Armee, die durch Poleste zog, erblickte in der Stadt eine bWschöne Russin, in die er sich sofort verliebte. Die schöne Russin war jedoch bereits vergeben. Uoberdies war sie eine fanatische Patriotin, die von dem feindlichen General nichts hören wollte. Anstatt seine Liebe zu erwidern, beschloß sie vielmehr, ihn aus dom Wege zn räumen, Als der General einmal ihr einen Besuch ab stattete und immer zudringlicher tmirde, begoß sie ihn mit siedendem Wasser und richtete ihn .so zu, daß er nach einigen Stunden starb. Die grausame Mordtat versetzte die schwedische Soldateska in sobchü Ertegung, daß sie kurz entschlossen, an der ganzen Stadt Rache nahm. Die Stadt wurde bis auf den Grund niedergebrannt, so daß sie vom Erdboden verschwand. Alle Bewohner der Stadt sMchteten, bis auf einen: den jüdischen Totengräbers Motele, der es nicht übers Herz bringen konnte, den Friedhof zu verlassen. Nach einigen Jahren eröffnete er an der Straße ein Einkehrgasthaus und langsam kehrten einige ehemalbige Bewohner zurück, und bald war an der Stelle der Ruinen eine neue Siedlung erstanden. Es galt nun, der neuen Gemeinschaft einen Namen zu geben. Die alt-neuen Bewohner, zum größten Teil russische Bauern, traten zusammen und berieten, welcher Name der geeignetste und entspvechsnidste wäre. Da erhob sich ein russischer Bauer und sprach: „Brüder! Während wir alle vor dem verheerenden Feuer Wchteten, das unsere Heimatstadt zur Ruine veowandelte, blieb nur ein einziger zurück, um unfern Ort zu bchüten: Dieser einzige Meirsch war der Jude Motele, Um sein Haus, seine Schenke, begannen wir, russische Bauern, uns wieder zu sammeiln und so wurde unsere Gemeinde wieder aufgebaut. Ich schlage daher vor — rief der Bauer mit Pathos unsere Ortschaft nach unserem lieben, guten Motele zu benennen!" — Bvavo,' bravo, unsere Gemeinde soll „Motele" heißen! — kam es von allen Seiten der Bauernversammlung. Der Vorschlag fand einstimmige Annahme. Seit jenem heißt das Städtchen „Motels". Sie enolischen Beamten iu Palästina. Jerusalem, 13. Oktober. Vor kurzem ist der arabische Dolmetsch beim Obersten Gerichtshof zum Richter im Bezirk Liberias und Lafod ernannt worden. Der „Haaretz" erblickt in dieser Ernennung eine Verletzung der Interessen der Bevölkerung dieses Bezirkes und vor allem eine Kränkung der jüdischen Anwälte Palästinas. Diese neue Ernennung ist der zweite Fall der Besetzung eines solchen Amtes in einem jüdischen Gebiet mit einem Nichtjuden, der zweite Fall auch der Ansetzung eines richterlichen Beamten. der keine juristische Erfahrung besitzt, kein AnwM ist. sondern zufällig Dolmetscher bei Mr. H i g h c r a f t war. Während der Jischuw annimmt, daß mit der Vermehrung der jüdischen Bevölkerung notwendig auch eine Echöhuna der ZM der jüdischen Beamten verbunden sein müßte, verfahren die Engländer ui praxi gerade umgekehrt. Statt für den jüdischen Vorgänger, der die R-Werstelle verwaltet hatte, aus den Rethen der fähigen und gut q.uMizierten jüdischen Rechtsanwälte einen Nachfolger zu wählen, ernennt die Regierung Beamte, denen die erforderliche Erfahrung und, wie es scheint, auch hie nötige a l l g e rn e i n e Bild u n g abgeht. Letzte Nachrichten. Bot Weizmannr Ankunft in Amerika. New-York, 12. Oktober (I. T. A.). Am Mittwoch, dsn 20. Oktober, wird der Präsident der zionistischen Weltorganisation, Dr. Chaim W e i z m a n n, an Bord der „Majestic" in Nöw-Aotk eitttreffen. Aus diesem Anlaß werden großartige Vorbereitungen getrcissen. Dr. Weidmann wird am Landungssteg von einem aus führenden Organisationen sich zusammensetzenden Empfangskomitee begrüßt werden. Mit der Ankunft Dr. WeizmannS wird die neue vereinigte Palästina-Kampagne für die Aufbringung von 1% Millionen Dollar {Sh Aufbaugwecke in Palästina beginnen. Die Lokal-Komitees haben alle bereits die vorbereitenden Arbeiten für die Kampagne beendet. Dr. Weizmann wird in fast allen großen Zentren Amerikas über die Entwicklung des palästinensischen Ausbauwertes und dessen Zukunftsaufgaben sprechen. Dr. Weizmann beabsichtigt ferner, während seines jetzigen Ausettthrvftes in ten Vereinigten Staaten mit den nichtzionistischen Kreisen Amerikas die schon früher gepflogenen Besprechungen bezüglich deren Heranziehung zur Aufbauarbeit in Palästina 5 u E n d e zu führen, damit die Ziele der Palestine Investment Corporation, deren Leiter die Herren Louis M a r sh a l l. Felix M. Marburg, Bernhavd Flexner und Herbert Lehman sind,.zur Verwirklichung kommen. Rene Forderungen der Raffenschsttzlet. Budapest, 12. Oktober. Die mit Beginn des Schul!- st.hres begonnene Aktion der Rassenschützler zur Derschärfimg des Numerus clausus gegen die Juden wird systematisch durchgeführt. Den Vovwand liefern die von uns wioderhM besprochenen Verordnungen des Unterrichtministers, die lang zu Unrecht als Milderungen zugunsten der Juden hingestellt wurden. Da dieser Kampf auch als gegen den Unterrichtsminister gerichtet angesehen wird, halten sich einzelne Führer der reaktionären Studentenschaft vorläufig noch rssemievt. So fiel es bet der am letzten Samstag in der Universttätsaula abgehaltenen Versammlung der Kameradschaflsvevbände „Turul" auf, daß die zu den Führern der Bewegung gehörenden Universitätsprofessoren fernblieben. Die Versammlung selbst verlief sehr stürmisch und schloß mit der Annohyre einer Resolution, in welcher beschlossen wurde, an den Unterrichtsminister ein Memorandum zu richten, das folgende Forderungen enthalten soll: Strengste Einhaltung der Bestimmungen des,Numerusclausus-Gasetzes, Ausdehnung des Gesetzes auch auf die ^Mittel- und Fachschulen und schliehUch..bei Notifizierung ausländischer Diplome die Prozentnorm gegen die Juden awzuwend-en. Wien, 13. Oktober. * Das Wetter. Die Voraussage lautet: Meist trüb, Regen tlicht ausgeschlossen, leichter Temperaturrückgang. * Fünfzehnte österreichische Klassenlotterio. Bei der gestern abgehaltenen Ziehung des 3. Tages der 5. Klasse gewa«sen: je 10.000 Schilling die Lose Nr. 9:536, 23.084; 4000 Schilling das Los Nr. 89.875; je 8000 Schilling die Lose Nr. 97.163, 86.591; 2000 Schilling das Los Nr. 23.072; je 1000 Schilling die Lose Nr. 18.880, 84.853, 88.775, 61.473, 67.849, 75.601, 76.944, 92.529; außerdem wurden 3196 Gewinne zwischen 500 und 160 Schilling ausgelost, - . . Kasseneinbruch ln einem Postamte. Montag nachts ist rm Postamte in Thörl bei Aflenz ein Kasseneinbruch verübt worden, bei welchem ein Barbetrag von 5653 Schilling erbeutet wurde. Es dürste ein Mann allein die Tat begangen haben. * Eine sehenswerte Exposition. Dienstag mittags wurde im Technischen Versuchsamt die Ausstellung für Feinmechanik u n d O p t i 1 eröffnet. DieAuSstellung ist derJnitiative des Nestors österreichischer Technik, Ing. Dr. Wilhelm Ex ner, zu verdanken. Sie ist von österreichischen, deutschen und schweizerischen Firmen beschickt und enthalt eine große Zahl wissenschaftlicher und technischer Instrumenta aus der physikalischen Optik, der Photographie, ProjekNons- und Kinvtech« nik, der Geodäsie und Meteorologie. Die medizinische Optik ist in besonders reichem Maße vertreten und zeigt, daß Wien, eine Hochburg medizinischer Wissenschaft, auf diesem Gebiete ganz besonders Hervorragendezu leisten vermag. Der Ausstellung ist eine Bücher st ub« angegliedert, in der die einschlägigen Bücher und Zeitschriften zur Ansicht aufllegen. * Eine Feier am Grave Rudolf TausfigS. Sonntag, den 10. d. M., wurde Der einfache und würdige Gedenkstein am Grabe des Hofvates Rudolf Taussia unter Beisein zahl, reicher Freunde und Verehrer des Verstorbenen gesetzt. Herr Kommerzialrat Markus sprach im Namen der rsraomt« schen KultuSgemeinde. Herr Kultusvorsteher Dr. Kl ab er im Namen des zionistischen Landesverbandes, Herr BozirkSrat I. W a l t u ch im Namen der BezirkssÄktion 1 und Herr Jo« suas LemHergsr im Namen der B'-nci B'rikh-Logs „Wahr« heit". Die Redner erinnerten an das hingehende Wirkan TausiigS für das Judentum, insbesondere an sein edles Für* * sorgeweckk für die Notleidenden und an seine apfervolle Tätigkeit im Dienste der zionistischen Bewegung. * Der jüdisch« Pfadfinbvrbund Brith Hamischmar ersucht unS, festzustellen, daß er sich zur revisionistischen Richtung nicht 'bekennt. * Künstliche Erdbeben. Vor einiger Zeit wurden in Italien Versuche mit „künstlichen Erdbeben" gemacht, um festzustellon, wie groß die Gefahrzone für Häuser bei Erdbeben ist und welche Häuser in den von Erdbeben gefährdeten Gegenden benützt werden dürfen. Es wurde ein eigenartiger Schüttolapparat verwendet, der auf die Häuser ähnlich wirkt Wie die Erdböbenwellen. Der Schüttelapparat verursacht also gewissermaßen künstliche Erdbeben, denn eine große Fläche, auf der sich die Bersuchshäuser befanden, wird durch einen Vleftromotar rn solche Bewegung verseht, die den Schwankungen der Erde bei Erdbeben ziemlich ähnlich ist. Es ergab sich, daß die leichten japanischen Häuser aus Hotz oder aus Viahl oder aus einer Verbindung beider Materialien ftir von Erdbeben gefährdete Gegenden am geeignetsten sind, daß sie auch kombinserten S>ößen und Erdschwankungen gewachsen sind. Auch diese .Häuser haben zwar manche Risse erhalten, aber in keinen« Falle sind sie vollkommen auSeinandergebor» si.en oder eingestürzt.