Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2737 (9.10.1926)
- Date
- 1926-10-09
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Ä »/ ihr Wrrt abgapß« WvN«. SO M stze kmt m scheshm ongefanflen hatte, Ach mm Ge fcwfen. Me Lenz schließt mit Le«t A««fr«f, nicht «Mehr be»i Ju-en einz«ka«fe ». NWefichW «d«r M veeschiede nen Orten Poions mmrer rm-sdor cmftmschsnben RichuaLmoPd-LegonHen, «die immer wiederstttkräftet worden strvd, erregt Liese RÄMOnMchche rmter der Itvdsnschast gvoße GsWche«mg. Se«eralversim«lang der zionistisches Sektion für die westlichen Bezirke wie»». Unter sehr starker Beteiligung fand am 6. d. die Generalversammlung der zionistischen BegirkSfektion 7—8 statt. Der umfangreiche Rechenschaftsbericht, welcher der Versammlung im Druck vorlag, wurde noch durch die mündlichen Ausführungen des Obmannes, Herrn Dr. Bernhardt, in wesentlichen Punkten ergänzt. Im Verhäll'ms zu den verfügbaren geringen Mitteln ser auf den verschiedenen zionistischen Arbeitsgebieten eine weitreichende und fruchtbare Tätigkeit entfaltet worden. Die Leistungen für die Fonds hätten, sich trotz der schweren wirtschaftlichen Krise auf achtenswerter Höhe behauptet. In bezug auf die N a t i o n a b fondsarbeit marfchievt die Sektion sogar an der Spitze sämtlicher Wiener Bezirkssektionen. Einen Glanzpunkt der Vereinsarbeit bildeten die Vorträge und Veranstaltungen. Nicht nur die be.deutendsten jüdischen Persönlichkeiten in Kunst und Wissenschaft, über welche Wien verfügt, waren am Vortragspult erschienen, auch eine Reihe nichtjüdifcher Freunde des Zionismus hat sich eibenso bereitwillig wie uneigennützig in den Dienst der Sache gestellt. Für den Keren Hajessod wurden auf Jntiative der Sektion am Neubau und in der Josefstadt von den dortigen Dernpelvereinen zwei Festabende veranstaltet, welche alle bisherigen Veranstaltungen dieser Art, die Wien gesehen hat, weit überragten. In der Debatte ergriff auch namens das zionistischen Landeskomitees dessen Präsident, Herr Dr. Desider Fried» mann, das Wort und sprach der Sektionsleitung Dank und Anerkennung aus. Auf den von einem DiskussionSreidner erhöbenen Vorwurf, daß es bisher nicht gelungen sei, einen beträchtlicheren Teil der jüdischen Bevölkerung der drei Bezirke organisatorisch zu erfassen, erwiderte Dr. Frtedmann in einer längeren Rede, in welche er die verhältnismäßig geringe Mitglioderzahl sämtlicher zionistischer Bezivkssektionen aus'dem Umstand zu erklären suchte, daß unsere Organisation im Gegensatz zu den anderen großen Parteien dem einzelnen für seine Leistungen nur ein ideelles Aequivalent zu bieten vermag. Bei uns gibt es keine einträglichen Stellen und fette Pfründen zu ergattern, durch die Zugehörigkeit zur zionistischen Partei hat noch niemand in seiner Karriere eine Förderung erfahren. Dafür war aber unsere Organisation seit jeher frei von Mitläufern, wer mit uns geht, ist bar jeder selbstischen Motive und empfängt seinen Lohn aus der inneren Befriedigung, die ihm seine, zionistische Pfichterfüllung gewährt. Unser Bestreben mutz es sein, den Zionismus in uns noch lebendiger zu gestalten, noch ein innigeres Verhältnis zum Palästinagedanken zu gewinnen, dann werden uns die ideellen Werte, die wir aus der Bewegung schöpfen, in noch weit höherem Maße zum Bewußtsein kommen. An der Generalversammlung nahm auch der eben in Wien weilende Direktor deS Keren Hajessod, Herr Dr. Arthur H a n t k e teil, welcher nach Dr. Friedmann sprach. „Die Krise in Palästina ist eine Wachstumsk-r rs e," führte der Redner aus, „vergleichbar den mannigfachen Beschwerden des jungen Menschen in seinen Entwicklungsjahren. Würden wir dieses Wachstum künstlich unterbinden, beispielsweise durch si-ne einjährige Einwanderungssperre, so wäre die sogenannte Krise im Nu überwunden. So wie aber die Eltern gerade in >den Jahren der Mannesveife ihren Kindern besondere Sorgfalt zuwenden müssen, so müssen wir im gegenwärtigen Stadium alle unsere Kräfte hergeben, damit, wie bisher, die Entwicklung in Palästina entgegen ix» pessimistischen Prophezeiungen unserer Gegner ihren Weg nach aufwärts nimmt." Die Ausführungen Dr. Hantkes übten tiefe Wirkung. Die am Schlüsse vorgenommene Neuwahl der Leitung ergab im wesentlichen den vorjährigen Ausschuß unter Zuziehung einiger Gestnnungsgenoffen vornehmlich aus dem 6. Bezirk. * „Die gegenwärtige Lage in Palästina." Der gewesene Mttavbeiker dos Keren Kajemeth, Wien, Harr Dr. Karl Schwager, der seit mehreren Iahen als Chaluz in Beth- Alpha in Palästina lobt, wvd am 30. Oktober um %7 Uhr abends int Sitzungssaal der Zionistischen Bureaus, 1. Bez., Kärntnevstraße 36, über „Die gogenwärtige Lage in Palästina" berichten. Die Mitarbeiter und Freunde des Keren Kajem-eth werden hiomst zu dtsfom BoVtvagKabeinld hüfliW omgeladen. -Primarius Dr. Rvfeufekd hi Karlsbad, deffon plötzliches Ableben wir gemeldet haben, ist einer der bekanntesten Karlsbader Internisten gewesen. Gr betreute mit seltener Aufopferung die ihm anvertvcmton Patienten des jüdischen Fremdenspttals und verfügte über eine ansehnliche Klientel aus Amerika. Dr. Rosenfevd war auch Mitarbeiter zahlreicher medizinischer Fachblätter. , tu MUMM». VMS lfmv mm gBpWWvMe Wl1 litt lktbsr de« GchHm M Rezept. Während der ÄvWe «St der jtzWsteütmtgl NSüttüAnerües öeschästigt war, «MtÄM oa&fetx t*em ekegM« Herrn wöchi acht Kunden aU die MrHolgWg vvrr Medik««Men rmd der Gehilfe, sowie seine zwei. Kollegen hatten atte Hände voll zu taw. Das vom ItzGekamttsr vvvgelogte Rezept enthielt eine ärztliche Bevordtnrny von zwölf strychninhaltigen Pillen. "Kn der großen Me beging nun der Gehilfe einen verhängnisvollen Irrtum. Gr verwendete das für die zwölf Pillen vorgeschriebene O/uantum Strychnin für jede einzelne Pille; und so bekam der Mann die z w ö l f f a H e Dosis ausgefolgt: anstatt des Medikaments ein unbedingt tödliches Gift. Erst einige Minuten, nachdem der Unbekannte das Geschäft verlassen hatte, wurde der Gehilfe des fatalen Irrtums gewahr. Verzweifelt stürzte er aus die Straße, im Trubel des Verkehrs war der Mann freilich längst verschwunden. iApoth'eler und Gehilfe warfen sich mm m cm Auto und vasten zur Polizei. Unglücklicherweise vermochte sich der Gehilfe nicht mehr den Namen des Arztes, von dem das Rezept herrührte, "ins Gedächtnis Furückzurüfen. Er erinnerte sich bloß, daß der Name'des Patienten mit Mr. Penn angegeben war und glaubte sich noch entsinnen zu können, daß der mutmaßliche Mr. Penn die Bemerkung gemacht hatte, das Medikament sei für seine Frau bestimmt. Die Polizei stellte zunächst fest, daß im Meldungsamt nicht weniger als 46 Mr. Penn verzeichnet sind, hiezu kommen noch 12 Namensvetter, die in der Umgebung der Stadt seßhaft sind. Von den 57 Penns waren allerdings nur 36 als verheiratet ausgewiesen. Die Polizei verfügte, daß an die 36 Familien sofort dringende telephonische Kommuniques versendet wurden, überdies wurden acht Personen dieses Namens, die im Telephon buch als Abonnenten verzeichnet waren, auch auf diesem Wege verständigt. Bereits einige Stunden später trafen auf die' Depeschen die Antworten ein, aus denen hervorging, daß keiner der Adressaten der gesuchte Mr. Penn fei. Nun wandte sich die Polizei an die Rad io st'ation, die sofort folgendes Kommunique weitergab: ,Heute mittags um 12 Uhr und einige Minuten wurde einem Manne, der vermutlich Penn heißt, in einer Apotheke im. Zentrum der .Stadt, eine tödliche Dosis . von Strychnin irrtümlich ausgefolgt. Die ärztlkche Verordnung galt seiner Frau. Sie wird gewarnt, das Medikament zu nehmen. Perherrliche (Büchet! Beste Romane der Weltliteratur in soliden Einbänden zwei Sclatlllmzg pro Band geben wir an unsere Freunde ab D’Annunzio Bang Madeiung Madelung Sttauß Saiten Strindberg Strindberg Schmitz Andersen Tharauü Qourmont Qourmont Gang Qejerstam Kohl Gorki Gorki Gorki Qroßmann Die Unschuldige. Roman, 410 S. Die Vaterlandslosen. Roman,355 S. Die Gezeichneten, Roman, 410 S. Zirkusmensch. Roman, 365 S. Der nackte Mann. Roman, 370 S. Bambi. Eine Lebensgesch. 185 S. Heiraten. Ehegeschienten. 420S. Schwarze Fahnen, Roman. 355 S. Buch der Katastrophen. 230 S. Märchen. 175 S. Im Schatten d. Kreuzes. Rom. 280 S. Ein iungfräul. Herz. Roman. 180 8. Komödien einer Fian. tin Roman in Briefen, 115 S. Ein treulicher Tag. Erzlgn.l85S. Genhlchie eines linglBtklitiien. Roman, 175 S. Die roten Namen. Erzlgn. 170 S. Märchen der Wirklichkeit. 224 S. Der Spitzel. Roman, 315 8. Die Beichte. Roman, 335 S. Die Partei. Roman, 380 S. Kommen Sie, ohe di© Vorräte ernohöpft sind! BÜOHERSOHWEMME R. LÖWIT, WIEN I «, . Botenturmatraße 22 «ch n&K Me Poktzei gm mHvsvem" MWW-e (Stsmben nachher hatten < bLui AL«jä||u£ faMliik« esterftett SKkkSMttste bisher dm positives ErgeNnrs gezeitigt. NM SpamMNg gvwMÄ mm. dm Mrsgcmg der drachtkvMr Meu, den 9. Oktober! 926. * DaS WvMr. Gestovn gab sS «och immer Schönwetier» Dve Dovaussirge baattckr Zunehmende Bewölkung, Bsmpevatttrzuvahme, i« ein M zwei Tagen Niederschläge. * Starre Steigedas Wi»«er F»ombv«verkehrs im September. Die Zahl der in Wien im September gemeldeten Fremden übersteigt — hauptsächlich infolge der Wio,ier Meffe und der zahlreichen Kongresse — sowohl die Ziffern «des Vormonats wie jene des September 1866 um bedeutendes. Es twaren im September dieses Jahres insgesamt 60.084 Fremde in Wien gegenüber 66.880 im August dieses Jahres und gegenüber 67.383 im September 1026. In allen übrigen europäischen Fremdenverkehrsländern ist Ende August der Höhepunkt der Reisesaison überschritten. * Der Feldzug gegen die Oberauer. In dar BeisrtzstörungSklage der Land- und forstwirtschaftlichen Betriebsgesellschast gegen die wilden Siedler in der Oberau wird unter anderem festgestellt, daß gegen die Siedler und ihrem Führer, den ehemaligen Landtagsabgeordneten Wagner, bereits ein g.erichtliches Strafverfahren wegen Landfriedensbruch anhängig ist. Gegen die Oberauer wird nunmehr, wie es heißt, scharf borgegangen werde«. Man will die Räumung der Au durch Aushungerung e«- zielen. Um das gange Gebiet wird ab Montag ein dichter Gendarmeriökordon gezogen werden. Den Siedlern wird mitgeteilt werden, daß ein weiteres Verbleiben das Verbrechen des 2«^darstelle. Bei der geringsten Widersetzlichkeit werden die Gendarmen mit Verhaftungen Vorgehen. Zwar darf jeder ungehindert das Lager verlassen, niemand aber mehr hineingehen. Auch die Zufuhr von Lebensmitteln wird unterbunden werden. * Stivgeneinstnrz in Meidling. Donnerstag gegen 7 Uhr abends ist in dem Haufe, 12. Bez., Krichbaumgasse 13, in der Höhe des Halbstockes über dem Kellevabgang ein Podest vm Ausmaß von 130X166 Zentimetern zu zwei Dritteln eingestürzt, so daß auch zwei Stufen in der Luft hingen. Die Feuerwehr baute eine Brücke über die Einsturzstelle. * Ein Kassenbote verliert 10.008 Schilling. Ein 56jähoigor Kassenbote eines hiesigen Industrieunternehmens hat gestern mittags einen schweren Verlust erlitten. A-m Wege von der Postsparkasse zur Straßenbahnhaltestelle Stubenring, von hier in einem „O"-Wagen zur Haltestelle Wollzeile und von hier in einem -Wagen bis zur Haltestelle Joharmesgaffe ist ihm auf ganz uneMärliche Weise ein Betrag von 10.000 Schilling' in Noten zu je 1000 Schilling, für die er voll haftbar ist, abhanden gekommen. Der Kassenbote bittet den redlichen Finder, den Betrag gegen entsprechende Bekohrrrmg 'beim Polizeikommissariat Innere Stadt zu deponieren. * Selbstmord des Kunsthändlers Emil Spitzer. Geiste«« abends hat sich aus einer Bank an der Promenade entlang des linken Ufers des Wienflusses beim Stadtpark ein etwa öyjnhriger, elegant gM'eideter Mann aus einem TrommÄrevolver eine Kugel in die rechte Schläfe gejagt und ist leblos zu Boden gesunken. Er wurde als der 5<hährige Kaufmann Emil Spitzer, 1.' Bez., Lichtenfölsgasse 5 wohnhaft, erkannt. Er war Teilhaber der Metallwarengrohhandlung Böhm u. Spitzer, die sich in dem ihm gehörigen Hause, Schveigasse 4, befand und überdies Teilhaber der Kunst» und Verlagshandlung S. LcKel. Das Motiv der Tat ist. noch nicht ganz aufgeklärt. — Die 44jährige Hausgehilfin Anna Jungmann hat sich in der Küche ihres Dienstgebers, Porzellangasse 60, mit Leuchtgas vergiftet. Das Mädchen hat wiederholt Selbstmovdabsichten geäußert. * Die Kinbesleiche im Kehricht. Auf dor 'MdKschen Kehrichtablagerungsstätte a<m Bruckhausen fand am % ü. M. eine Hilfsarbeiterin die in zwei blutige Fetzen eingohMte Leiche eines neugeborenen Knaben. Die Leiche hatte rmr den Hals einen fleischfarbigen Flgrstrumpf geknotet, mit dem das Kind offenbar erdrosselt worden ist. Die Erhebungen ergaben» daß der auf die Stätte -geführte Kehricht aus der Prater» straße stammt. Die Staatsanwaltschaft wurde verständigt. * Bom eigenen Hund angefalle«. Die Gräfin Gertrud von Oberstadt, die frühere >Schauspi«levm T r o -l l, wurde im ihrer Berliner Wohnung von ihrem Hunde, einer englischen Bulldogge, angefalleu. Das wütende Tier brachte ihr schwere Bißwunden an Händen, Beinen und Füßen bei. Das Hauspersonal konnte schließlich die Gväfm von dem Hunde befreien. * Jüdisches FamilienAatt. Anfangs November d. I. wird in Bratislava (Preßburg) eine neue Wochenschrift in deutscher Sprache erscheinen. Als Herausgeber und Chefredakteur zeichnet Moses I. Müller, bisher einige Jahre hiirdnrch Redakteur der in Bratislava erscheinenden „Jüdischen Bolkszeitung". Das Jüdische Familienblatt will, auf der Basis der Kdisch-religiösen Traditton stehend, der jüdischen Renaissance das Wort reden. Die Ausstattung der in Heftsorm erscheinenden Zeitung wird eine vornehme und dennoch volkstümliche sein. Ein reiches Bildermaterial wird den Text illustrativ unterstützen. Jahresabonnement: Inland 7S tsch. K., Ausland 100 tsch. K. Sensationslle erbst-Angebote OnnllMU 0. Auswahl! Wiu.Leinenwaren. Herösf-Stolle, WSscfto, Strith-unü stBuoendliillinenPreiseniinWari Telephon 47-1 -79,43-406 En gros En Mi, i