Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2736 (8.10.1926)
- Date
- 1926-10-08
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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*w M. OM VCSKtVf vjtXmXQ Älww 9(9190^$^^ 8rm r an»» 9^%üw6r x^K) WHBv dis gesundheitsschädlichen Folist dabei zu Resultaten gekom- Bskannten sah oSvr höLde 4H je sstvaS, Las cmf eiae MmdHrwertvgSeit meiMA DkM««S Mke WLehen lassen. Unerklärlich erschien mir das; nach einem Trost, nach einem Eq-rcknSsM strchte W. „Nicht wahr, -er kiebe Gott ist isin Grrd." fragte ich Len Vater. ,/ZskbstvevständföBjr sagte er, nrrrd ich mt beVKhtgst «rd WWe neuen Mut. Der Gottesdienst war zu Ende/Metz vchob sich mrd strebte nach den SVusgängon. Bei -er DL« ariyskmgt, Mckte ich noch einmal nach -er Tcmbe; Msnvevginützt saß sie noch ans ihrem hohen Sitz nwd pichte ihren Schnabel; gern Hütte ich sie >rnir hevuntevgehoU und ihr blankes Federklerd gekost. Heiter strahlte idüe Sonne am Himmel als ich nach Häufe ging. Auch in mir war es wunderbar hell unfrohe Zuversicht erfüllte mein Herz. Eine Laube 'hatte ich ihm Tempel gesehen. Das Sinnbild der Reinheit und Liebe kam $u uns geflogen. War das nicht eine gute 1 Vorbedeutung. Emma Reiniger (Prag). Jer Mord in der Tabakregke anfgeMrt. Die Täter in Haft. In der Nacht zum 7. August war, wie noch erinnerlich, in den Räumen der Tabakregie, Porzellangasse 51, ein Kasseneinbruch versucht worden, doch wurden die Verbrecher von dem Kontrollor Heinrich Ludwig überrascht. Sie gaben auf ihn drei Schüsse ab, durch die Ludwig getötet wurde. Seit dieser Zeit bemühte sich die Polizei, die Täter, von denen jede Spur fehlte, zu ermitteln. Am 5. September wurde der Hilfsarbeiter Ferdinand Hunger bei einem Einbruch in der Weberei Neumann in der vormaligen Siebenbrunnenkaserne verhaftet. Am 2. d. wurde der 26jährige Oskar Oetzbrugger bei einem Einbruchsvcrsuch in der Wasagasse ertappt. Durch die Erhebungen wurde diesem noch eine Reihe anderer Einbrüche nachgewiesen. Schließlich gelang es, ihn auch zu einem G e st ä n d n i § zu bewegen, daß er mit Hunger den Einbruch in der Tabakregie verübt habe. Den tödlichen Schuß gegen Ludwig will aber nicht er abgegeben haben, sondern nach seiner Behauptung hätte Hunger den Kontrollor Ludwig erschösse- Bezeichnend für die ungeheure Verwegenheit der Täter ist der Umstand, daß sie, wie sie gestanden, zwei Stunden nach dem Mord auf dem gleichen Wege ein zweites Mal in die Räume, in denen sich die Bluttat abgespielt hat, zurückgekehrt sind, um die vergessenen Einbruchswerkzeuge mitzunehmen. Sie wählten aber, grauenerfüllt, ein zweites Fnster, nicht das des Zimmers, in dem der Kontrollor lag. Oetzbrugger suchte alle Spuren zu beseitigen; namentlich war er bedacht, die Fingerabdrückezu verwischen; in der Zwischenzeit war Hunger in das Zimmer gegangen, in dem der tote Ludwig lag. Er hatte nach der Hand gefühlt und sie eiskalt gefunden. Mit den Worten: ,2)et Wächter ist schon hin . . .!" war er zu Oetzbrugger zurückgekehrt. BeDe stellen das Erscheinen des Wächters folgendermaßen dar: Sie waren bei der Arbeit, als durch die Zimmer Ludwig kam. Mit vorgehaltenen Pistolen suchten sie den' Mann in Schach zu halten, allein der pflichtbewußte Mann ist mit großem Geschrei t 0 llkühn auf sie losgesprungen, und da haben beide gefeuert. Wer >den tödlichen Schuß abegegeben hat, ist noch nicht bekannt. Kill« Anti'Allß'Liga Die Geschichte des Kusses ist noch immer nicht geschrieben. Es gibt Hochentwickelte Böller, die dem Kuß völlig verständnislos gegenüberstehen, z. B. die Japaner. Bekanntlich find die Japaner sehr lernbegierig und anpassungsfähig. Zu Tausenden sieht man sie jetzt wieder in Europa und sehr oft, was vor dem Kriege eine Ausnahme war, in Begleitung einer Europäerin. Aber das Küssen haben sie anscheinend noch immer nid^t gelernt. Deshalb müssen ja auch in den europäischen oder amerikanischen Filmen, die nach Japan kommen, die Kußszenen entsprechend geändert werden. Auch die alten Aegypter haben nicht geküßt. Das ist eine historische Tatsache, so schwer es auch fällt, sich etwa Kleopatra „kußlos" vorzustellen. Jedenfalls ist das Küssen eine üble Angewohnheit, vo« der wir, wenn die Menschheit nicht rettungslos dem Untergang entgegensetzen soll, wieder abkommen müssen; das ist wenigstens die Meinung der „Anti-Kuß-Liga", die in Paris ihren Sitz hat; Die Liga nimmt es mit ihrer Aufgabe außerordentlich ernst, wie aus ihrem Jahresbericht zu ersehen ist. Die Liebe, meinte sie, ist eine Angelegenheit für romantisch veranlagte Gemüter. Die modern« Menschheit sollte weniger romantisch und mehr vernünftig sein. Wir sollten uns vor allem der Gefahren bewußt werden, die in einem Kuß liegen und nicht, wie eS jetzt so häufig der Fall ist, leichtsinnig drauflosküssen. Daß das Küssen immer gefährlich ist und unter Umstünden sogar eine Heirat daraus entstehen kann, daraus zielt die Anti-Kuß-Liga nicht hin. Sie betrachtet dar Küssen vom medizinischen, rein hygienischen Standpunkt. Me hat gründliche Untersuchungen über gen eines Kusses angestellt und Im Jddlsdie Hans - das jndlsdK Blatt! men, vor denen man einfach erschauern muß. Ein einziger Kuß birgt, das kst nach der Liga statistisch erwiesen, unter Umständen nicht weniger als 40.000 KrankheitSkeime w fth. GS ist, könnte man meinen, da doch immerhin einigermaßen «ich lich geküßt wird, dann eigentlich ein Wunder, daß die Menschheit überhaupt noch existiert. Durch solch ketzerische Erwägungen läßt sich aber die Anti-Kuß-Liga nicht beirren. Sie setzt, obzwar aus keiner Stelle ihres Jahresberichtes hervorgeht, daß ihr Be mühen bis jetzt von irgendeinem Erfolg begleitet gewesen ist, ihre Propaganda gegen daS Küsten unentwegt fort. Die Mensch heit müsse sich, sagt sie, ihrer Verantwortung bewußt werden. Man dürfe sich beim Küsten nicht von seiner Leidenschaft hin reißen lassen. Man müsse vor jedem Kuß reiflich die Gefahren etivägen, und wenn man daS immer tue, dann würde »an von selbst das Küsten lasten. Aber — Krankheitskeime hin, Kranlheitskeime her — von liebgewordenen Liebesgewohnheiten läßt die Menschheit nicht so leicht, wie sich's die Warner von der Anti-Kuß-Liga vorstellen " Wien, 8. Oktober 1926. * Der jüdische Schmetterling. Fest steht und treu die Wacht am Rhein. Sie läßt die semitischen Schwarzge'lüen nicht aus den Augen. Jede Regung der jüdischen Weltver« schwövung wird sofort entdeckt und den Bedrohten mitgeteilt. Es ist erstaunlich, auf welchen Wegen diese jüdische Zentrale ihv Ziel verfolgt, Posennickel. Krähwinkel und Schilda zu unterjochen. Noch erstaunlicher aber ist der Scharfsinn der grimmen germanischen Garde. Sie findet alles heraus. Kürzlich hat fle wahrgenommen und ausposaunt, daß Deutschland am 1. Tischri in den Völkerbund ausgenommen wurde. Merkst Du was? Ein ahnungsloses Gemüt weiß mit dem Datum nichts anzufangen. Mer das Hakenkreuz gibt sofort den Senf dazu; Auf Befehl der Alliance Israelite wurde am Tag zuvor durch das Berliner Radio das Kol nidre-von Bruch verbreitet. Das ist bekanntlich das Gebet, das sich in jedem gutdentschen Kalender findet urrd das den Juden gemäß Weisung der Weisen von Zion das Recht gibt, jeden Eid zu brechen. Man sollte meinen, daß ein guter Teutone, dem doch ein Vertrag nur ein Fetzen Papier ist, sich über die Bundesgenossenschaft freuen sollte. Das ist aber nicht gut möglich, Werl doch dieses Kol nidre nur der musikalische Ausdruck des jüdischen Triumphes über Deutschland ist, . das endlich unter den jüdischen Völkerbund gebeugt worden ist. Dafür gibt es einen Beweis in der Person des Außenministers Stresemann. Er hat das deutsche Volk an die Juden verkauft und zum Dank, hat ihm der'jüdische Bank- und Bövsenfürst Walter Rothschild eine Ehrung erwiesen: Er hat einen Schmetterling, jawohl einen Schmetterling, nach, Stresemann genannt. Die Wacht am!SMNMSIISMWMII«IW«Is»IWKWKIWsI lerne* Sprachen dann werdet Ihr das Leben meistern! Worte französisch die neue amüsante Methode um Selbstunterricht aus dem Verlag Ullstein liefert Ihnen in leicht beschädigten Exemplaren zum Preis von nur S 4.— (statt S 8.—) die BOohersehwimme R. LOWIT WI E N, I. ‘ 22 «KWBWSWWwW Rhein ist ihm draufg^oMmen und Graf Reventlviid gibt die Jntrigne preis, es gibt rvämlich feit neuestem einen Schmetterling mit dem lateinischen Namen „Papilio Stresenvanni Roth". ES wird auch die Version kolportiert, daß der Zoologe Dr. Walter von Rothschild (der beikannilich die größte Sammlung von Flöhen blitzt) einen von ihm festgestellten exotischen Schmetterling dem Kustos am zoologischen Museum der Berliner Universität Dr. Erwin Stresemann widmete uitb nach wissenfchafttichein Brauch seine Chiffre dem Namen gttfügte. Aber diese Version haben die Kol-nidre-Jnden erfunden, und zwar am 1. Tischri. Reventlow weiß das genau. Er weiß überhaupt alles über die Juden und kann jedwede Frage aus dem Schulchan aruch und dem Talmud beantworten. Nur auf eine Frage weiß er keine Antwort: Warum er im Krieg nicht an der Front war, sondern in. Berlin. * Das Wetter. Die Voraussage lautet: Zunehmende-Bewölkung, Temper-aturzunahme, in ein bis zwei Tagen Niederschläge. * Neuerliche Verteuerung der Kohle. Seit dem 6. i>. M. ist, wie berichtet, eine Verteuerung der Kckhlenprerse singetreten, die ab Rutsche Nordbahn nunmehr betragen für je 100 Kilogramm: Oberschlesische Kohle Schill. 7,26, Nuß 16 Schill. 7.14, Nutz 2 lSchill. 8.31, Enzkohle Schill. 6.16, Kleinkohle Schill. 5.78, Kohle in Säcken (je nach dem Bezirk) SchM. 8.80 bis 8.90. Die KokSpreise (8 Schilling für 160 Kilogramm) blieben unverändert. Mit Rücksicht darauf, daß die oberschlesifchen Grüben eine weitere Erhöhung der Preise in Aussicht nehmen, ist um so mehr mit einer neuerlichen Erhöhung der Kohlenpreise zu rechnen, als sich der Waggonmangel in elementarer Weise fühlbar macht. * Die zweite Hochquellenleitung wird zwei Tage abgesperrt. Am Freitag wird wegen Durchführung von JnstandsetzungSarbeiten die zweite Wiener Hochquellenleitung auf die Dauer von zwei Tagen abgesperrt. Es muß daher am Samstag und Sonntag die Bespritzung der öffentlichen Straßen und der Gartenanlagen unterbleiben. Der Magistrat richtet gleichzeitig auch an die Bevölkerung das Ersuchen, an diesen Tagen mit dem Master zu sparen. * Ein Dr. Karl Lueger-Platz auf der Wollzeike. Der Gemeinderatsausschuß für technische Angelegenheiten Hat am Mittwoch beschlossen, den Platz, auf dem das jüngst enthüllte Luegern - Denkmal steht, Dr. Karl Lueger-Platz zu benennen. Gleichzeitig wurde beschlossen, den bisherigen Dr. Karl Lueger-. Platz vor dem Rathaus in Rathaus platz umzrvbenenn»en. * Man darf auch ohne Hut im Landesgericht „verweilen". Der Frage der Kopfbedeckung im. Landesgericht kam bisher große Bedeutung zu. Bekanntlich war der Verkehr für mämrliche Besucher ohne Hut in dem Gebäude nicht gestattet. Besonders wurde bei den Ausgängen von den Justizsoldatett darauf gesehen, daß niemand ohne Kopfbedeckung das „Graue Haus" verlasse. Diese Vorschrift ging darauf zurück, daß Man Entweichungen von Untersuchungshäftlingen verhüten wollte. Diese Reglementierung ist nun gefallen. Man darf sich auch ohne Hut im Hause bewegen. Die Untersuchungshäftlinge werden übrigens neuerdings im sogenannten „Gesperre", baS heißt innerhalb des Gefängnistraktes, verhört. * Maulkorb- und Leinenzwaug für Hunde in Niederöfterreich. Die Hundebefltzer werden aufmerksam gemacht, daß die nisderösterreichische Landesregierung den Maulkorbzwang für ganz Niede^österreich auf weitere vier Monate -ausgedehnt hat. Der Maulkorbzwang gilt daher jetzt bis 23. Jänner 1927. Ueberdies besteht in jenen niederösterreichischen Gerichtsbezirken, iy denen Wutfälle vorgekommen sind, der Leinenzwang. * Die Zeppelin-Spende. Dr. Eckener, der seinerzeit den von Arnstein konstruierten Zeppelin auf der Fahrt nach Amerika geführt hatte, ist in Wien eingetroffen, um Hier ■riir die NationalfpeUde zum Ausbau der Zeppelin-Llnternehmungen zu wirken. Er sprach vovgestrn durch das Radio und hielt gestern abends im Großen Konzerthaussaal einen Werbevortrag. Er erklärte, daß er ein Drittel aller Erträgnisse, die die Werbereife in Oesterreich erbringt, der Förderung spezifisch österreichischer Interessen und Unternehmungen auf dem Gebiete des LuftfahvwefenS zuwsifen werde. * Unfall auf der Bühne. Bei der am Dienstag im Carl-, theater stattgehabten Opernaufsührung „Dalibor" hatte sich der Operntenor Joses Me stell der Olmützer Oper am Ende des dritten Aktes der Szene gemäß rücklings zu Boden zu werfeu. Hier schlug er mU dem Hinterhaupt derart au Boden, daß er auf kurze Zeit das Bewußtsein verlor. Er schölte sich bald und wutt>e in seine Wohnung gebracht. * Primarius Dr. Rofeufeld iu Karlsbad PkShlich gestorbon. Aus Karlsbad, 7. Oktober, wird uns berichtet: Metz izinalvat Dr. Richard Rosenfeld, Primarius des Karlsbader israelitischen Frauenhospitals, Ist Hemde nachts an Gehirnblutung plötzlich gestorben. * Die SevaUjuwele« des Sultans werden verkauft. Gm holländisches JuwsliersyndAat hat eine Kommkpston nach Konstautinopel entsandt, um mit der türkischen Regierung wegen des Verkaufes der der Sultansfanrilie gehörigen sogenannten Serail-Juwelen zu verhandeln. mmm H Sensationelle erbst'Angebote üurolllttti II. Ai»sw«a!alf Weiß- »iaioeaim, Wl-Stoi, WäscüE. stritt- und ' Man Telephon 47-1*70,43-408 Er M Er detoll 19318064