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Wiener Morgenzeitung · 1926-10-08 · Heft 2736 (8.10.1926) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2736 (8.10.1926)
Date
1926-10-08
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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(SHtto 6 SMil,FM»g Mische Welttonsere«) zu« Schutze der M»chen «ud Frauen. Herr S. Cohen, der Generalsekretär der Loitdoner jüdischen Bereinigung znm Schuhe von Frauen und Mädchen, trat eine Reise an, die ihn durch fast alle europäischen Länder führen wird, und die das Ziel vccfolgt. eine internationale Zusammenarbeit der Juden auf dem Gebiete de) Frauen-, Mädchen- und Kirll?'-sck''chcs herbeizuführen, um insbesondere "dem verpönten Fraue - d.n'Boden Zu cruziehen. 'Herr "Cohen ivird mit re.i.-rtativen jüdischen LPrsöulichkeiic,! in.Holland, Deutschland, Danpg, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Ungarn, Oesterreich, Tschechoslowakei und Belgien Besprechungen abhalten, und sie für die M-s'altung eineinternationalen jüdischm Kongresses für Frauen- und Mädchnischun ui interessieren versuchen. Dieser Kongreß soll im Verlause de' Jahres 1927 in London abgehalten werden und fof! eine ständige internationale jüdische Institution ’.üiii Schn Ke der jüdischen Mäd^"n und Frauen schasse'- Die Wischen ZchiMnÜer in SreSeNdiirge».! Äuö C t n j t.Klan'cuburg) wies uns berichtet: Anläßlich des Schnlb.'ginnes entstand, wie alljährlich, die Frage, ob cen ."vire t, die :-ft. eigene na-onKe Minderheit ^etrachie wird, ihre Ki'.:^er, sofern sie nich: jüdische Schrien besuchen, in die natjonalen Schalen der m a g y a ra sch - n a t i o n afen Minderl;eit schicken dürfen. Die Magyaren hatten nait Hilfe eines Teils der fiebenbürgischrn Inoen, die noch im magyarischen Kulrnrkreis leben, oder die magyarische Sprache im Familienverkehr gebrauchen, eine Propaganda wegen Gestattung des Besuches der magyarischen Schulen durch jüdische Kinder entfaltet. Die Magyaren erklärten, daß der Großteil der Juden in Siebenbürgen die.- angeblich selbst' wünsche. Um hierüber an Ort und Stelle Klarheit zu schaffen, entsandte das Unterrichtsministerium vor kurzem einen Schüliuspektor in fünf Bezirke Siebenbürgens. Die Erfahrungen ergäbet!, tute jetzt amtlich bekanntgsgeben wird, daß' sich die weitaus größte Zahl als Juden und nur ein ganz geringer Teil als Magyaren deklariert hatten. Sine neue Synagoge in Beim». Aus Beirut wird uns geschrieben: Dieser Tage wurde hier die treue große Synagoge in Anwesenheit des Oberkommissärs von Syrien unter großen Feierlichkeiten emgeweiht. Diese Feier war die erste jüdische Veranstaltung seit der Besetzung Syriens durch die Franzosen, an der ein Oberkommissär persönlich teilnahm. Die Synagoge wurde aus den Mitteln M. S a s s o o n s in Kalkutta erbaut. Die Festreden hielten Grand-Rabbiner Bahbnt und der Präsident der Gemeinde Farhi. An die Einweihungsfeier schloß sich die Grundsteinlegung zu dem neuen Gebäude der Talmud-Thoreh, für welches das Gemindemitcstied N. T a r r a b 2000 Pfund Sterling gespendet hatte. Die Zeremonie der Grundsteinlegung vollzog der Oberkommissär. Ain selben 'Tage wurde auch das neue jüdische Spital samt Polyklimk eröffnet. Neuhebräisch in der staatlichen Bundesanstalt für orientalische Sprachen. Die hebräische Sprache ist in Palästina und in den jüdischen Zentren außerhalb Palästinas zu ihrem Recht gekommen. Drüse Tatsache hat es mit sich gebracht, daß die bereits totgesagte Sprache jetzt auch von der nichtjüdischen Welt als eine lebenhige gewürdigt wird, die auch im wirtschaftlichen Leben von hoher Bedeutung ist. Infolgedessen wird ihr immer mehr auch in staatlichen Anstalten Eingang gewährt. So wuvde im vorigen Jahre in der Bundesanstalt für orientalische Sprachen ein Kurs für das lebendige He>bräisch, unter Leitung des Herrn Prof. Wiesen, Lehrers des Pädagogiums, eingerichtet, der gute Erfolge zeitigte, wird heuer fortgesetzt uns er wird hoffentlich viele Teilnehmer finden. , Jas grobe Hemv. Akademietheater. uidiidje Angelegenheit. Im ersten Akt gähnt Publikum hoffnungsvoll, im zweiten ist es ungestört eingeschlafen, im dritten wacht es zu einem Schwank auf, im vierten lacht es einem operettenhaften Schluß zu. Leider aber ohne Musik, Gesang und Tanz. Das Ganze, inhaltlich ein ungeschickter, abgedroschener Verteidigungsversuch des sich auf den satten Bauch klopfenden Spießertums, ist von C. Karlweis und wurde schon vor Jahren leider anfgeführt. Jetzt tvurdc; die Sache aus unerklärlichen Gründen von der Direktion des Burgtheaters aufgefrischt, die Auferstehung hilft aber nicht dem Stück (dem nicht zu helfen ist) und macht dem Burgtheater wahrlich keine Ehre. Es ist geradezu eine Pein, sich diese sozialen und Liebesaiiseinandersetzungen mchören zu müssen. Zfn diesem Stück gibt es keine einzige dankbare Rolle, denn allen Gestalten haftet eine ungewollte Lächerlichkeit (OL Daß es im Burgtheater ausgezeichnete und talentierte Schauspieler gibt, ist bekannt; wenn inan ihnen über so etwas M spielen, gibt! Man hatte manchmal das Gefühl, daß die auf der Bühne sich selbst schämen... Sie sind aber unschuldig, sie müssen. Prachtvoll Willy T h aller — aber erfolglos. Was für Weisheiten ihn nur der Antor von sich zu geben zwingt! Und so weiter, bei allen dasselbe: es war schade um ihr Können. Josef Moser und Olga Lewinsky wußten vielleicht noch, daß es sich um ein Ehepaav handelt, tvo sie regiert und er mit einmal in 27 Jahren Rebellion macht. Was wollte man aber von der löblichen Mna Sei dl er, von Philipp Zeska und Walter Aiuh er? Am ärgsten erging es der trefflichen Maria Mayen, Wie«« MoegttiMt««- 8. W(£<k1§96 Skr. 273« die bemüht wurde, ein unmögliches Persönchen $u kreieren. Weltverloren ging sie auch herum. f f*. Volkswirt. Aus Den Theatern. Bürgcrtheater. Morgen, 3 Uhr nachmittags, Mär« chenvorstellung „Schneeweißchen und Rosenrot" mit Rudi Mer« stallinger und Liese Stillmark. Die Nachmittagsvorstellung am Mittwoch, den 13. d., findet nicht statt. Burgtheater. Morgen, 7 Uhr, „Don KarloS". Akademietheater. Morgen, H8 Uhr „Die Durchgänger! tt" von Ludwig Fulda. Operntheate r. Morgen Y8 Uhr „De r Troubad o tt r" mit Achsel, Paalen, Slezak und. Duhan. K a m m e r s p i e l e. Heute 8 Uhr Premiere von Henry Kiskemaeckers Komödie „D i e N a ch t ist unser". Deutsches Bolkstheater. Heute und Montag, 7 Uhr, „Faust" (1. und 2. Teil). Morgen „Kollege C r a m p t o n" mit Albert Bassermann. Sonntag nachmittags, 3 Uhr, „Die Schule der Kokotten", abends. 8 Uhr — in dieser Spielzeit zum erstenmal —, „Reiner Tisch!" mit Albert und Else Bassermann, Lcopoldine Konstantin und Anton Edthofeo. L u st s p i e l t h e a t e r. Sonntag, nachmittags YA Uhr, als Kindervorstellilna „Rotkäppchen'. Abends, 8 Uhr, mit Hansi Jarito in der Titelrolle das Lustspiel „Komtesse Guckerl". „Bafantasena" im Burgtheater. Im Burgtheater wurde die Premiere vou „Bafantasena" aus Rücksicht aus die am 14. d. iu der Oper stattfindende erste Aufführung von „Turandot" auf Freitag, deu 15. d., verlegt. Das Leichenbegängnis der Maria Jaszai. Gestern nachmittags wurde unter Entfaltung großen Trruerpomps ' die Leiche der verstorbenen Tragödie Maria Jaszai zu Grabe getragen. Etwa 15.000 Menschen wohnten der Trauerzeremonie vor dem Theater bei. Namens der Regierung hielt Unterrichi»nl!tt>st:r Graf Klebelsberg die Trau:rrede. Dann wurde der Sarg auf den sechsspännigen Galatrauerwagen gehoben und der Kondukt bewegte sich zum Kerepeser Friedhof, wo die Bestattung erfolgte. Vereine. Vertrüge und Versammlungen. Beth waad l'iwrim, 2. Bez., Untere Augartenstraße 35, „Anitta Müller". Morgen, Samstag, den 0. d., um 8 Uhr abends findet die ordentliche Generalversammlung des Beth waad l'iwrim statt. * um gasse 33 (Bortragssaal) die ordentlich, jamntlung statt. Die Wahlen zum Parteitag werden im selben Lokal Sonntag, den 10. d. von 9 bis 11 Uhr vormittags stattfn ♦ Der Film im Srrichtssaal. Aus München wird berichtet: Ein Leerzug der Eisenbahn A. G. Schaftlach-Tegernsee hatte bei der Ortschaft Finsterwald einen zweijährigen Knaben, der auf einer Eisenbanhbrücke stand, in den Bach gestoßen; der Kleine wurde kurz darauf von seinem Vater tot aufgefunden. Die Sektion stellte mehrere Schädelbrüche, Quetschungen usw. fest. Daraufhin wurden der Lokomotivführer des Zuges und der Vater, dieser, weil er angeblich das Kind zu wenig beaufsichtigt hatte, wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Das Schöffengericht sprach den Vater frei, der Lokomotivführer wurde zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Er legte Berufung beim Landgericht München ein. Zu seiner Vert-ridigung gab er an, er habe den Knaben zunächst für einen Baumstumpf gehalten und ihn erst im letzten Augenblick, als er nicht mehr habe halten können, erkannt. Der Verteidiger ließ einen Film von der Fahrt eines Zuges über die Brücke aufnehmen, wobei an der Stelle, wo der Knabe gestanden hatte, eine Puppe angebracht wurde. Diesen Film ließ sich das Gericht im Sitzungssaale vorführen; es stellte sich heraus, daß die Gestalt des Kindes auf dem Film nicht deutlich zu erkennen war. Der Lokomotivführer wurde daraufhin freist o s p rochen Eine zulässige Abfertigung an den Hausbesitzer.bei Geschäftsoerkäufen. Der Gastwirt Karl V. hatte sein in der Alserstraße befindliches Geschäft an Frau Anna W. weiterverkauft, welche in dem Lokale ein Kaffeehaus errichtete. An den Geschäftsführer der Eigentümerin des Hauses hatte er dafür, daß diese die Frau als neue Mieterin anerkannte, 3500 Schilling bezahlt. B. forderte nun in einer Klage die Rückzahlung dieses Betrages unter Berufung auf 8 18 des Mietengesetzes, welcher den Verkauf von Wohnungen verbietet. Der Richter (OLGR. Dr. Nu eff) wies die Klage kostenpflichtig ab. In der Begründung wurde hervorgehoben, daß die Abmachung nicht als gegen d i e g Uten Sitten angesehen werden kann. Dem Kläger ist durch den Verkauf seines Gasthauses ein Vermögettswert zugeflossen. Wenn er das Lokal geräumt hätte, ohne das Gasthaus weiter zu verkaufen, so wäre der Hauseigentümerin die freie Verfügung über das Mietobjctkt zugestanden und sie hätte durch den Abschluß des neuen Mietvertrages einen wesentlichen Vorteil ziehen können. Das Ob e r l a n d es g e r ich t hat die vom Kläger ergriffene Berufung .zurückgewiesen und das erstrichterliche Urte i l b e st ä t i g t. Einer, der „Darlehen vermitteln" kann. Vermittler von Darlehen oder, die Geld zu beschaffen vorgeben, werden gegenwärtig begreiflicherweife stark in Anspruch genommen. Fast immer sind gewisse Einschreibe- oder Jnformationsgebühren zu entrichten, von denen die mehr oder minder unbekannten Vermittler leben. Zumeist heißt es dann, daß die Auskunft nicht gut ausgefallen ist, der erlegte Spesenbeitrag ist selbst-verständlich verfallen. Sehr groß ist die Zahl der Winkel- Vermittler, die gerne mit ihren Beziehungen" zur Zentralsparkassa der Gemeinde Wien arbeiten und sich vor allem Gewerbetreibende für ihre Zwecke aussuchen. Der Herr Florian L i eb i g betätigte sich als solch erfolgreicher Mann auf diesem Gebiete. Er machte sich erbötig, einem Kaufmann ein Darlehen von 4000 Schilling bei der genannten Zentralsparkassa zu besorgen. Jnkornrationsspesen und Gebühren usw. kosteten bei Herrn Lrebig 30 Schilling. Der Kaufmann wartete, doch die Zentvalfparkassa rührte sich nicht. Auf eine Anfrage erhielt er dort die Auskunft, daß überhaupt tein Darlehen eingereicht worden war. Herr Liebig hatte sich beim Bezirksgerichte zu verantworten und wurde zu drei Tagen Arrest verurteilt, Sine Konvention der österreichischen Baumwollfabtlken. Wie wrr erfahren, haben die österreichischen Baumwollfabriken eine bindende P r e i s°u n >d Z a h l un g skonvention abgeschlossen. Es handelt sich hi ob ei um eine Regelumg der Zahluugskond'lltonen, die sich vor allem auf die Faktnrierung und Bezahhmg der Fakturen erstreckt, um das überaus lange Hinausschisben des Einganges der Zahbu-ngeil Aml-ichst zu vermeiden. Die Preise werden durch diese Dereinbarnng nicht geregelt und ebenso sind die im Zuge befindlichen Besprechungen über eine Zusammenfassung der großen Te x tt l d rn ck f a b r tf en durch dieses Ueberein-kommen nicht borührt. Die einzelnen Untevnehtnuugsn hatten verschiedene Zahlungskon-ditionen eingeslihrt, so daß eine gewisse Verwirrung eintrat, die nunmehr durch «dieses A bf o m m c n, dem alle D r u ck fa b r i ken b e igetreten sind, beseitigt werden soll. Da es ungewiß ist, ob die Zusammenfassung der Drnckfabriken gelingt, wurde für das laufende Geschäft diese Vereinbarung getroffen. Sie Bilanz der Briinner Maschinensabriks A. G. Prag, 7. Oktober. (Tcl.-Comp.) Heute faub hier die Bi. t a n z, f i tz u tt ß des Verwallungsrales der Brünner Maschinensabriks A. G. statt. Nachdem die Bilanz und das Gewinn- und Verlustkonto für 1925 vorgelegt worden tvaren, beschloß der Verwallungsrat, die ordentliche ®en:iait’ci';antmutug auf den 29. Oktober nach Brünn cinzuberusen. ' Ter Ver.ualtungsrat wird der Geueralversantmlung Beucht erstatten urrd beantragetl, die Bilanzen der Jahre 1922, 1923 und 1924 zu r e a s s ü m i c r e n. Tie Bilanz des Jahres 1925 toeist nach Zugrundelegung der richtiggestellten Ergebnisse der drei oorvergaugenen Geschäftsjahre einen G es a mtv c rlu st vo tt 58.4 Millionen Krone n aus, wobei alle R e s e r v e n des Unternehmens bis aus eitlen Betrag oou 4.6 Millionen tschechische Kronen bereits t o n s u m i e r i sind. Ter | Verwaltungsrat wird der Generalversammtuttg den An- > "trag stellen, den Verlust auf neue Eröffnung wrzn- { tragen. Tic Entscheidung hinsichtlich der Kapitalsreduktivn und AAienabjtempelung soll einer späteren Genera >>."> sammlung Vorbehalten bleiben. Auszahlung der Dividende der palästinensischen Arüeiterbank. Der K e r e :t St a ’ c nt e t h, Wie tt, bringt int Sinne einer Zuschrift der Arbeilerbank in Tel Awitv und des Haupt« bureaus rn Jerulalem an alle Besitzer votl Arbeiterbank-Altien, welche bis zum l. Jänner 1925 völlig eingezahtt wurden^ die bei der letzten Genaralversammlung ausgeschüttete Dividende p?r einen englischen Schilling für jede Aktie zur Auszahlung. Die Auszahlung erfolgt im Bureau des Keren Kajemeth, Wien, 1. Bez., Kürntnerstraße 28, gegeti Vorlage der Aktien samt Coupon. Aenberung der amtlichen Silberntünzenpreiso. Für Silbermünzen werden gegenwärtig gezahlt. Für ein 1-Kronen- Stück Schill. 0.52, für ein 2-Kroneti-Stück Schill. 1.00, f4ür ein 5-Kronen-Stück Schill. 2.75, für einen Gulden Schill. 1.42, für ein 2-Gulüen-Stück Schill. 2.84. Die amtlichen Preise für Goldmünzen sind unverändert. Die Glasfabrik Jnwald abgebrannt. Aus Karlsbad wird gemeldet: Die Glasfabrik Josef Jnwald bei Töplitz ist teilweise niedergebrannt. Insolvenzen. Der Konkurs wurve eröffnet über die Firma Brüder Frünkel, Wien, 8. Bez., Josefstädterstr. 51, über Karl Aichhorn L Co., Wien, 12. Bez., Schönbrunnerstraße 180. — Das A u s g >l e i ch s v e r fla «h r e n wurde eröffnet über Leo S ch w i n d e r m a n n, Ingenieur, Wien, 4. Bez., Starhemberggasse 39, Ignaz P a f ch k u s z, Tuch- und Modewarenhandel, Wien, 4. Bez., Favorileustraße 46. Befestigung der Francdevisen. Die Nachrichten vom günstigen Ergebnis der Londoner Verhandlungen des belgischen Finanzministers Franqui über die Stabilisierung des belgischen Franc durch eine Ausländsanleihe bewirkten auf den internationalen Devisenmärkten ein starkes Anziehen der Devise Brüssel. Das Pfund ging auf den belgischett Märkten von 178 auf 174)4 zurück, in Wien wurde im privaten Usancenhandel Brüssel zu 14.40 bis 14.50 Parität Zürich gehandelt; der Züricher offizielle Schlußkurs blieb freilich mit 14.20 (gog^n 14.15 am Mittwoch) unter diesem Niveau. Auch der französische Franc liegt zufolge Jntevventionskäufen /fester (14.93-L Parität Zürich). Der Lira kur s hat sich in Zürich von 19.60 auf 19.85 erhöht. Der Leu, für den die Märkte wenig Interesse bekundeten, lag in Zürich bei. einem Schlußkurs von 2.71 (gegen 2.71% am Vortag) um ein geringes schwächer. Dollar (517.75) und Schilling (73.02)4) waren unverändert. Die Sta-bilisierungsanleihe für den belgischen Francs. „Times" melden aus Brüssel: Die belgische Nationalbank hat mit der Bank von England, der Federal Reserve Bank und den Emifsionsüaniken von Holland, der Schtveiz un«d Schweden ein Abkommen abgeschlossen, wodurch ihr deren Unterstützung gesichert wird, sobald dje belgische Regierung beschlossen haben wird, die Stabillfieruttg des Francs auf Grund einer ausländischen Anleihe zu unternehmen. Englisch-deutsche Jndnstpwllenkonferettz über den Eisenpakt. Aus Berlin wird gemeldet: Ende dieser Woche wird eine Besprechung zwischen englischen und deutschen Jndulstriellen in London stattfinden. Die Anregung zu dieser Besprechung ging von englischer Seite aus, wo man mit bestimmten Industriezweigen Deutschlands im Anschluß. an das El s e n a b k o m nt c n Fühlung nehmen möchte. Das oeuLscke Auswärtige Amt, an das diese Anregung ergangen war, hat sie an den zuständigen Spitzenverband er Jttdustrie weitergegeben, der das nähere verattlaßt hat. Budavester Getreidetermknmarkt. Der Verkehr gestaltete sich geschäftslos, so daß es nur zu ganz vereittzelten Avschlüssen kam. Oktober-Weizen verzeichnete keinen Kurs, Mai-Weizen wurde mit 3980 taxiert. März-Roggen 2920. Die Sanierung des BMarla«MiihlenronzernS. Aus B u d a« Pest wird uns berichtet: Der Getteraldirektor der Anglo International Bank, Mr. Bark, ist hier eingetrofsen, um die in London begonnenen Verhandlungen über die definitive Gattierung des Viktoria-Mühlenkvitzerns zu eitlem gedeihlichen Ettde zu führen. Es handelt sich uni die Genehmigttng der erlgli«.

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