Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2733 (5.10.1926)
- Date
- 1926-10-05
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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m r-.rirmri ui Vs )UCwW[ Nr, 2733 »tat, «telStofi WiEr M»rg«tz«ttmtg der Rationalisierung tm Donauverkehr. Der Enmurf zur Errichtung des ZoltfreihafsnS k» D-ratiflava entstand aus der Initiative der Handels-- und Gewerbekammer in Bratislava. AVer die große Donaukonzeption kann durch die technische Vervollkommnung seiner Fahrstraße noch bedeutend erweitert werden. Technisch wäre es möglich, eine direkte Verbindung durch den Douaukanal, der jetzt fertig gemacht wird, mit der Wolga mit ihren getreide- und naphthareichen Äebieten zu erzielen, und auf diese Weise zeigen sich in der Zukunft die Umrisse einer Douau-Wolga-Seeverkehrskonzeption, deren Basis der Suezkanal im Süden wäre und die nach dem Westen durch ein Kanalnetz mit der- Rhein verbunden wäre. Dr. Siegfried Strakosch führt ent*: Die systematische Förderung internationaler Wirtschaftsgebilde setzt internationale legislative Dlaßnahmen voraus. Die Besteuerung der zu bildenden Vereinigungen, ihre rechtliche Stellung, die staatliche Uebevwachung, die Gestaltung der Handelsverträge und vieles andere gehört zu dem zu beratenden Komplex. Nicht minder eine gewisse FreizügigkeitderArbeiter über die Grenzen der beteiligten Staaten und manche Frage, der Arbeitsordnung, des Arbeitsschutzes und der Sicherung gegen Arbeitslosigkeit zufolge Zusammenlegung. Heber die in Betracht zu ziehenden Industriezweige wären Vorberatungen zu pflegen und über die Staaten und über die Menschen, um deren Interesse es dabei geht. Schließlich toird das internationale Näherbringen der verschiedenen Wirtschaftszweige einzuleiten sein. Das zu gründende internationale Wirt sch aftskomitee, dem die Lösung dieser Aufgaben gelänge, würde viel zum wirtschaftlichen Aufbau Europas beitragen. Damit auch zur Verwirklichung unseres Traumes von einem geeinteil einheitlichen Europa. Der amerikanische Delegierte Frederic H. Allen erklärte, Amerika könlre der paneuropäischen Bewegung, von der er überzeugt ist, daß sie nicht gegen Amerika gerichtet ist, nur das größte Interesse entgcgenbringeu, in dem Bewußtsein, daß sie für beide Weltteile nur wohltätige und weitreichende Nesüliatc hervorbringen wird. Jetzt ist die Zeit, die wirtschaftlichen Mängel des Friedens von Versailles zu beheben. Wir Amerikaner begreifen, daß die nächste Aufgabe für die Menschheit die wirtschaftliche Rekonstruktion Europas ist. Dies gibt das Fundameilt zu diesem Kongresse. Der Völkerbund allein kann es nicht schaffen. In der^ Nachmittagstagung sprachen unter anderen der ehemalige Staatssekretär Elemer H a n t o S, Schriftsteller Max Cohen-Reu ß. Abends fand ein Ernpfang der au^""'rt?gen Del-aationen im Schloß Schönbrunn statt. Staatshilke für die Einleger des «men Wiener Konsumvereines? Montag jpmch eine'Abordnung der Einleger, des Ersten Wiener Consuinive reines beim Finanzminister Koll mann vor. Der Sprecher dieser Abordnung, Dr. Za l man, bat den Flnalizmülister namens der Einleger bei der Regierung zu erwirken, daß den bedauerlichen Opfern des Enns mnv er eines eine st a a t l i ch e Hilfe zuteil werde, da Tausende unter ihnen wegen des drohenden Verlustes ihrer Ersparnisse -der Verzweiflung nahe sinld.' Finanzlninifter, K o l lman n erklärte, daß er die vorgebrachten Wünsche und Daten einer genauen Prüfung unterziehen, und bann hierüber im Ministerrate berichten werde. Er zmeiM nicht im geringsten daran, daß die Rot unter den Einlegern eine große -ist, doch müsse er schon jetzt die Wboednung darauf aufmerksam machen, daß eine Aktion für zusammengebrochene Unter« nchmungen nicht geringenSchwierigkerten begegne. Der Minister sagte zu, wenn eine Hilfsaktion durchgefüihvt werden sollte, würde sich diese a u f a lI e E-i nl e g e r g l e ich m ä tzig e rst re ck e n. „Das Tribunal". Alexander Weih gegen vie „Arbeiter-Jet-nna". — Beschu.-igungen gegen sozialdemokrattsche Führer. Ein heftiger Kamps hat sich im österreichischen Parlament entspannen. Die Sozialdemokraten haben den Mißbrauch christlichsozialer und großdeutscher Führer. welche staatliche Gelder vergeudet oder zu privaten Spekulationen benützt haben, enthüllt. Die Christlichsozialen und Grotzdeutschen haben damit geantwortet, daß sie gegen einzelne sozialdemokratische Funktionäre Beschuldigungen erhoben haben. In diesen Streit hat nun auch die in Wien erscheinende Wochenschrift „Das Tribunal" eingegriffen, indem sie verschiedene sozialdemokratische Führer der Geschäftemacher ei bezichtete. Während sonst bei derartigen Angriffen mit Vovkiebe über jüdische Geschäftemacher hevgefallen wird, hat das „Tribunal" zum Gegenstand seiner Erörterungen diesmal zwei Christen gemacht, deren „Stammbaum" bisher unangefochten ist, Doktor Renner und Abram; der eine ein handfester, in Wien eingebürgerter Deutschmährer, der andere ein überwiesener Tiroler Antisemit. Die „Arbeiter-Zeitung" verhielt sich ziemlich schweigsam. Das „Tribunal" hat dann die Angriffe gegen den Abgeordneten Dr. Eisler ausgenommen, der wohl auch Christ, aber das nicht allzu lange ist. Und nun spricht die „Arbeiter- Zeitung". Am Sonntag hat sie die Enthüllung gebracht, daß hinter den Enthüllungen des „Tribunal" der gewesene Chefredakteur des „Abend" und ehemaliger Vertrauensmann der sozialdemokratischen Partei, Alexander Weih, steht. Als Antwort auf den Sonntagsartikel der „Arbeiter-Zeitung" versendet Alexander Weiß an die Wiener Zeitungen eine Zuschrift, der, wir das Folgende entnehmen: „Die „Arbeiter-Zeitung^ nennt mich in ihrem gestrigen Artikel einen überwiesenen Erpresser. Ich stelle fest, daß das genannte Blatt am 18. April, einen Tag nach der Beendigung meines Prozesses, ausdrücklich in ZweifÄ gezogen hat, ob der Tatbestand der Erpressung durch das Gerichtsverfahren erwiesen worden sei. Heute, da die „Arbeiter-Zeitung" der Auffassung ist, ddaß ich sozialdemokratische Funktionäre angegriffen habe, ändert sie, wie ersichtlich einzigundallein aus diesem Grunde, ihre zum Ausdruck gebrachte Ueberzeugung über den Fall Weiß. Es ist nicht das erstemal, daß ich das Opfer einer plötzlichen Gesinnungsänderung leitender Parteikreise geworden bin. Ich kann unter Beweis stellen, daß maßgebende sozialdemokratische Führer einen Teil des zu meinen Lasten im Gerichtssaal aufgerollten Tatbestandes sehr lange Zeit vor meinem Prozeß gekannt hckben, ohne dazu Stellung zu nehmen, so daß der „Arbeiter-Zeitung" die moralische Entrüstung über mich schlecht ansteht. Die „Arbeiter-Zeitung" hat mir in ihrem gestrigen Artikel borgeworfen, daß ich »immer vom Skandal gelebt habe. Wenn man das Skandal nennen kann, was der „Abend" veröffentlicht hat, dann hat der ganze „Abend", dessen Chefredakteur ich durch 10 Jahre war, vom Skandal gelebt und die „Arbeiter-Zeitung" nennt den „Abend" ein Skairdalblatt, indem sie mich einen Skandalmacher nennt. Diese Herabsetzung der „Arberter-Zeituirg" richtet sich gegen jenen „Abend", der in . den letzten zweieinviertel Jahren meiner Amtsführung, d. i. seit den Nationalratswahlen des Jahres 1923, mit dem Parteivorstand durch einen Pakt auf gegenseitige Unterst Atzung verbunden war. Hat dieser Pakt zum Skandalmachen geführt, dann war ich keinesfalls der Hauptschuldige, ZDr. Judith <Sisenberg 3)r. Schlomoh ZHorowitz cVermählte. ‘Wien, im Oktober 1926. 8893 Wien,Wipplingerstrasse 15/ Tel. 67307, 69292 •i denn nahezu das ganze sogenannte Skandalmaterial des „Abend" wurde der Nedakiion von sozialdemokratischen Funktionären übermittelt, insbesondere von den Stadträten Breitner, Weber und Tandler sowie dem Nationalrat Doktor Deutsch und dem Sekretär der sozialdemokratischen Nationalratsfraktion Dr. Schärf. Der einzige „Skandal", den ich aus eigenent Antrieb verursacht habe, ivar die Behandlung der Wöllersdorfer Angelegenheit, die ich mit aller Energie geführt habe, obwohl die „Arbeiter-Zeitimg" wiederholt Zeichen ihres Mißfallens über diese Aktion kund gab. offenbar weil die Partei sich fürchtete, daß aus dresem Anlaß die ungeheuren Geldverluste und die Materialvergeudung im Arsenal und in Fisch amen - zur Sprachekommen könnten. Damit habe ich auch das Verhältnis zwischen der Partei Leitung und mir gekennzeichnet. Der Borwurf des Skandals kann mich nur insofern troffen, als lch den auf Wunsche der sozialdemokratischen Partei vom „Abend" gemachten SranLiail geduldet habe. Ich habe dies getan, weil ich mich durch den Pakt des Blattes mit dem Parteivorstand für gebunden erachtete. Trotzdem ist mein Gewissen wach geblieben und ich habe viele der ärgsten Ausschreitungen der Machtgier und der Intrigen verhindert. Ich habe, um nur zwei Prober: aus der letzten Zeit meiner Tätigkeit beim „Abend" anguisühren, mich geweigert, die von Stadtrat Tandler aus nrachtpoLitischen Gründen gegen Hofrat Professor Spitzh lancierten BefchuDigungen zu veröffentlichen, da ich ihre Haltlosigkeit auf den ersten Blick evkannte. Als später, zweifellos aus Betreiben desselben Inspirators, die Veröffentlichung in einem Luderen Wiener Blatt (dem „Tag") erfolgte, endete die dareruiphin eingeleitete Untersucht::^ mit dem Freispruch d^s Professors Spitzy. Ich habe mich ferner unter dem Einsatz meiner ganz« Autorität monatelang geweigert, ebenfalls vom Professor DaMer aus ähnlichen Gründen wie vorhin gegen einen anderen, hochangeschenen Wiener Arzt und Hochschnlprotfeffo-r beabsichtigte sehr schwere Angriffe abdrucken zu lassen, weL ich sie als eben so haltlos erkannte wie die BösthukÜMMyen gegen Professor Spitzh. Nach diesen Beispielen, denen sch erfordeölichsnstrlls frm Gerichtssaal noch andere schwerwiegendere hinzuMgen könnte, wird 'öte Oeffentlichkkeit vielleicht zu der Ueberze-ugung gelangt sein, daß die „Arbeiter-Zeitung" sich mit ihren An- Würfen an die falsche Adresse gewendet hat." Es fällt zunächst auf, daß die „Avbeiter-ZeiNrng" i» ihrem Sonntag.artikel gegen Weiß auf die sachlichen und konkreten Beschuldigungen im „Äriüunal" nicht antwortet. Unwidersprochen läßt sie den Borwuvs geschäftlicher Korruption gegen Nationalrat Abram und die Göc. Nicht aufgeklärt weichen die Behauptungen des „Tribunal" über die Zusammenhänge zwischen Dr. Renner, dessen Schwiegersohn, der Arbeiterbank und der in Konkurs geratenen Julius Rütg e rs A. G. Die Antwort der „Arbeiter-Zeitung" beschränkt sich Wiener Süden im Bormörz. Von Stgmunv Mayer. In zweiter, stark vermehrter Auflage ist soeben bei Benjamin Harz, Berlin-Wien, Sisimund Mayers aufschlußreiches Memoireuwerk „Ein jüdischer Kaufmann" (1831—1911) erschienen, das lange Zeit, vergessen war. Wir entnehmen mit Erlaubnis des Berlages dem neu aufgelegten Buche nachstehende interessante. Stellen aus dem Kapitel „Wiener Juden im Bormärz"'. Ich war also in Wien! Hierher gelangt war ich mit meinen Vater stromaufwärts mit dem Dampfschiffe. Reisedauer sechs Stunden.. Bei dichtem Nebel, der zuweilen das -Schiff zum Stehen ztvairg, konnte die Fahrt zehn bis zwölf Stunden dauern. Immerhin bequemer, als mit der Landkutsche, die normal mindestens zehn Stunden brauchte. Auf der Landuilgsbrücke ein Korporal und drei Mann Polizeisoldaten, oder wie inan sie ftr Wien spöttisch namrte, „Zurück". Sic erhielten diesen Spottnamen, tveil sie in ihrem böhmischen Idiom mit diesem Ausruf das Publikum zurückdrängten. Hier bemerkte ich schon etwas Absonderliches: Mit dem Paß drückte mein Vater, sowie jeder der mitfahrenden Kanflente, dem Korporal, der ihn abnahm und dafür den Passierschein hergab, eitlen Silberzwanziger, d. i. siebzig Heller, still in die Hand. Dieser Silberzwanziger war ein Talisman. Der Paß' kam im „Judenamt", von dem noch sehr die Rede sein wird, nicht auf den großen Haufen, sondern in ein separates Fach und die Speicher des Silberzwanzigers waren davon befreit, wie es die Polizeivorschrift den frenrden Juden gsbot, sich die Auseitthaltskarte uitd wiederum Paß' und Passierschein zur Abfahrt, in eigener Person zu lösen; bei dem ungeheuren Andrange in diesem Amt nahm das jedesmal einige Stunden in Anspruch. Für diese Begünstigtet: übernahm eine Anzahl Von Agetlten, die mit den Polizeibeamten in Berkehr standen, die gesamte Manipulation gleichsam en gros, indem sie in den. jüdischen Traiterien, tu den Geschäfts- und Kaffeehäusern usw., die Auftnthaltskarten der IvenLensanunelten , und in gleicher Weise für deren Abreise Limen-Passierscheine und Paßvidierung besorg«?-'. T-we: Ein zioeiter'Silberzwanziger. Agenten, Polizeisoldaten, und — offenbar — die manipulierenden Polizübeamten,. teilten sich in die eingegangenen Zwanziger. Wir Studenten genossen im „Judenamt" das Vorrecht, im ztveiten Zimmer vom Amtsches Wiesenberger selbst examiniert und erledigt zu werden. Ich trieb mich in den ersten Tagen, wahrend mein Vater seinen Geschäften nachging, im Geschäftsviertel, d. h., m den Gassen zwischen Wipplingerstraße — Hoher Markt Sulzgries herum. Dieser Stadtteil war kein geschlossenes Ghetto, aber seinen: Charakter nach eine Judeitstadt. Ich fühlte mich hier lebhaft an die rastlose Tätigkeit der Menschen in der Preßburger Judetigasse erinnert. Arn Ruprechtsplatz, einem Teil der heutigen Zudengasse, begrüßt mich ein Mann, der früher ir: unsren: Pveßiburger Geschäfte KvmmiÄ'gLlvesen; er hieß Leopold Pollitzer. Ich frage ihn, was er treibe? Er meint: „Ich ernähr' mich und harü>le." —- „Wo hast du dein Geschäft?" Er lacht uitb führt mich auf die .Fischerstiege in einen großer: Laden, ar: desser: Wcütder: ringsum persperrbare Stellagen stehen. In einer hat merr: Mann eü: kleines Häuflein Ware untergebracht; dorthir: schleppt er von der Gasse rveg die Juden, denen er verkauft. Ich sage zu-ihm: „Mit diesem bißcher: Ware kannst du dich doch nicht fortbringen?" — „Natürlich nicht, mein Lager habe ich-ja ch: meinem Zimmer, aus welchem ich immer wieder frische hole." ' Er führt nrich in dieses Zimnier, wo ich schon etwas mehr, aber keineswegs viel Ware vorfinde. Er crfiW mir, daß er nicht die Mittel zu einem großen Wareiftager habe, daß er fast jeden Tag in der: ersten Morgenstunden in die Vorstadt fahre und von neuem einkaufe. Ich erfahre, daß es splcher „Platzsteher" — das war die techrnsche Bezeichnurrg in diesem Winkel sehr viele gäbe, sie könnten sich erst daun, wenn sie gem'rgerch erworber: hätten, eiuen Lader: mieten uad unter „Schutz" stellen. Letzterer namentlich koste, mindestens jünfhurrdert GnjdKy Mrlich. Ich lasse mir die» ' |eit „Schutz" erklären, schüttle den Kopf und meinte: „Wenrr du also nicht unter „'Schutz" stehst, roird dich die Polizei abschieben?" Er erwidert mir lächert: „Neben jebem Tor ist ein Türl." Es ist inzwischen Aberü) geioorden und er lädt rnich zu einem Spaziergarrge ein. Wir gehe:: zur Aiariahilferlinie hinaus urrd an der. Straße neben den: Linienwall zur sogenannten Kleinen Linie, arn Ende der Gumpendorferstraße wieder hinein. Am Tore gibt er den: Polizeisoldater: den Paß, natürlich mit denr obli-. gaten Silberzwanziger, erhält ohne Anst<u:d seinen Passierschein, mit dem er wieder, wie allwöchentlich seine Lülfenthaltskarte auf drei Tage urrd geger: die Taxe vor: erneut Gulden, die Verlängerung auf acht weitere Tage erhält. „Siehst du," sagt er, „so nracher: es alle, die rncht genug Geld verdieneir, rrm der: ,Schutz' zu bezahlen, „Platzsteher" und andere kleirre Geschästslen-te, Hausierer, Lehrer usw« Am nächsten Tage stellte ich mich nreinem Onkel Karl Mayer vor, eurem der bravsten Menscherr, die mir je vorgekonrmen. Auf der Tafel seines kleiner: Ladens irr der Seitenststtengassti rvreder eilt Rätsel: das Schild seirres Ladeurrachbars. mit dem Namerr Karl Schlesirrger, erstreckt sich cmch über sen:e Ladentüre. An der Seitentüre seines Ladens rrur ein ganz klerrres Täfelchen: „Kornmissionsrnederlage Vor« Karl Mayer aus Peeßburg". Der Konrmis löst das Rätsel. Das Schutzgeld an 'Karl Schlesinger betrrrg 'jährlich sechshwrdert Grrld-err. Im Gespräch erhalte ich auch -Aufklävmtg über eure Tatsache, welche rrrir bei der Revue der Firrrten-taftln inrwrhach dieses Stadtteils, 'seiner Gasten urid Gäßchen, Höfe und Winkel schon aufgesallen rvar. Ich firrde, daß einzelne Firmen wiederholt, und zrvar als Besitzer verfchiedenartigec Geschäfte Vorkommen. „Ja," meint men: Onkel, „Las sirrd eben k. k. privilegierttz GroßhäMer, bie das Recht haben, 'so viele. Handlunger: zu betreibert, als sie wollerr, und die sich darum ans dem ,Schutzerteilen' ar: jüdische Geschiistslente ein Geschäft machen, welches mitlmter sehr viel trägt. Konrmt ein solcher