Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2731 (3.10.1926)
- Date
- 1926-10-03
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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mm, «hMh ’•«* ». Mi«« Mk "»l«WW> .1 - »J111 ■, r«g1 iri1""'«'^glSgaggS „Und her Zar?" Er fragte es gsuzMMh, zitterrG vor Güvartüng «E GheMvHKgkÄt.' r- „Es gibt -eim« Zewen mehr, MsM...Die-WttWm haben ihn abgesetzt." „Es gibt keinen Zaren mehö-?" Dmchff DE er de« anderen an. Ein letztes Licht erlosch m seinen -Blicken, dann üigte er ganz müde: „Ich kann also nicht nach Hause?" „Jetzt nicht. Du mußt Bari-?'." „Lange T( „Ich weiß nicht " Immer düsteres wurde das Gesicht im Dunkels „Ich habe schon solange gewartet! Ich kann nicht'wehr warten. Zeig' mir den. Weg! Ich will es doch versuchen?" ' „Es gibt'keinen Weg, Boris. Än der Grenze nehmen sie dich fest. bleibe hier/ wir werden ftrr dich Arbeit finden!" „Die Menschen verstehen mich hier nicht, und ich verstehe M nicht", erwiderte er har,',-..'nst kann hier nicht leben! Hilf mir, Herr!" „Ich kann nicht, Boris." „Hilf mir um Christi willen, Herr! Hilf mir, ich kann nicht mehr!" : „Ich kann nicht, Boris. Kein Mensch kann jetzt böm anderen helfen." Sie standen einander stumm gegenüber. Boris drehte die Mütze in den Händen. „Warum haben sie mich dann aus dem Haus geholt? Sie sagten, ich müsse Rußland verteidigen und den Zaren. Aber Rußland ist doch weit Von hier, und du sagst, sie haben den Zaren ... wie sagst du?" „Abgesetzt." „Abgesetzt." Sinnlos wiederholte er das Wort. „Was soll ich jetzt tun. Herr? Ich muß nach Hause! Meine Kinder schreien nach mir. Ich kann hier nich< leben! Hilf mir, hilf mir, Herr!'? ,Hch kann nicht, Boris." „Und kann niemand mir helfen!" ,Letzt niemand." Der Russe beugte immer tiefer daS Haupt, dann sagte «r plötzlich dumpf: „Ich danke dir, Herr" und wandte sich um. Ganz langsam ging er den Weg hinunter. Der Manager sah ihm lange nach, wunderte sich noch, daß er nicht dem Gast ho s zuschritt, sondern die Stufen hinab an den See. Er seufzte tief und ging wieder-an seine Arbeit im Hotel. “ Ein Zufall wollte cs/ daß eben derselbe Mischer am nächsten Morgen den nackten Leichnam des ErMu-Ln.-n auffand. Er hatte -sorgsam die geschenkte Hose, Mütze und Jacke an Pas User gelegt und war ins Wasser gegangen, wie er aus ihm gekommen. Ein Protokoll wurde über den Borftckk a^emmmtt und, ha mast den Statten des Fvemdon nicht kannte, ei« billiges Hokzkveuz auf sei«, Grckb Wstellt, eines jener Keinsn Kreuze Wer namen« kofem Schicksal, mit. beiten jetzt Europa bedeckt ist von einem Ende bis zum andere«. Serichtssaal. Ae Semekade Me« als -«««Herr. Ottihnichert Mieter eines Gemeindehauses klagen auf Rückzahlung deS übermäßig hohen JnstandhaitungSzinfeS. Beim Zivilbezirksgerichte Leopoldstadt hat der Mietervertrauensmann Hans Deine! im Namen von 313 Wohnparteien des Häuserblockes Wehlistraße—Schal lichgasse —Hausteinstraße, der im Jahre 1913 unter dem Bürgermeister Tr. Weiskicchner für Straßenbahner und andere städtisch!; Angestellte erbaut worden ist, gegen die Verwaltung dieses Häuserblockes, die PenjionSkasse für die Bediensteten und Arbeiter der Gemeinde Wien und ihrer Unternehmungen eine Klage eingereicht. 'Die Beklagte hat nämlich den I n st a n d h a l t u n g s z i n S o h n c B e w i l l i g u n g der S ch l r ch t u n g s st e l l c, tzzw. der Mietkommission, und ohne diesbezügliche Vereinbarung mit den Mietern, demnach cigcninächtig seit Dezember 1924 auf das 3112 f a dj c des Friede nszinseö e r h öht und diesen Zins auch eingehoben. Ta diese Erhöhung: laut K 7 des Mietengesetzes unzulässig ist und die gesetzlich zulässige Höhe überschreitet, Wird die Rückzahlung des zuviel gezahlten Betrages - samt den gesetzlichen Zinsen begehrt-. Im. Zeitpunkte der Einbringung der Klage betcvgen diese Rückstände 9200 Schilling und haben sich seither auf 25.000 Schilling erhöht. In der Klage wird besonders die Erhöhung der Instand, ltungszinse gerügt. Der Beklaglenanwalt steht auf dem Standpunkte, das; oie betreffenden Häuser dem Mieterschutz u i ch t u u t e r st e h c n. Tie Vcch.rni)lung?iber diesen Sircitfali finbotdemnächst statt. , Ein „Gespenst" und ein zer,issenes Nachthemd. Eine geheimnispollc nächtliche Szene bildete gestern öeim Strafbezirksgerichte I den Ausgangspunkt einer originellen Ehrenbpleidiauugsttage» welche" der Hochschüler Gustav 'M a d.e rgegeu seine W-'rnniglnachbarinnen. die Schwestern Paula Faschiugbauer und Karoline Waschen p e i z, angestrengt hatte. In seiner Klage führt. Mader aus: Ich wollte am 21. Juni gegen 1 llhr nachts, nur mit einem langen Nachthemd belleibct, den aus dem G ing befindlichen Toiletteraum nussuchen. Alr-i ich den Schlüssel In den Toiletterauin gesteckt hatte, wurde Plötzlich die neben diesem Raume befindliche Wbhnmrgstür mit einem u n a r t i k u l i e r t c n Schrei aufgerissen und 'ich.'zwischen dem Toilette'rrmm und der Wohnung t'ire eingeclcmmt. Zugleich packte, mich , eine H a n d rück-n i-t- .bei.,brr: Scknlicr und r i ß mir mit | das Hemd entzwei. Ws ich mich.««gedreht .'fäfte, eSf?ftMc, ^ein Weib, boS mich soyoE^n der t- «Den Brustfelle DkeM MW war «WWMWMe tula Faschingbauer. Im selben Moment sprang ein Weites eiö aus der finsteren Türe und stieß dabei das erste Weib M Boden. DaS zweite Weib packte mich an der linken Halsfette und riß mir den Vorderteil deS Hemdes vollkommen ans, tvobei sie mir vier von der Achselhöhle reichende blutige Kratzwunden zufügte. Tie am Boden liegende Frau hielt mich dann am rechten Bein fest. Es gelang , mir nur mit Mühe, mich frezu machen, und ich lief eiligst kn meine Wohnung zurück. Am Schlüsse seiner Klage begehrt Moder drc strengste Bestrafung beider Frauen Wege« Ehrenöeleidigung und den Ersatz von 2V Schilling für das Nachthemd, das er seinerzeit in Stockholm gekauft habe. ~.'3Mc Angeklagte Karoline Waschenpelz erklärte, daß eine Woche hindurch allnächtlich die auf dem Gang angebrachte, zu dem Radio in ihrer Wohnung führende E r b t c t t u lt g durchschnitten wurde. Sie und ihre Angehörigen hatten den Mader in Verdacht, daß er der Drahtabschneider »ei, und hatten deshalb beschlossen, eine Nacht hindurch au? Posten zu stehen und eventuell den Täter zu erwischen. In der kritischen Nacht habe der Klager wie ein Gespenst ausgesehen und fer in die Richtung gegen die Erdleitung gegangen. Sie habe, um ihn zu erwischen, ihn bei der Hand gepackt, er habe sich losreißen wollen, habe die Schwester die dazu kam, zu Boden geworfen. Sie selbst habe dann den Täter beim Hemd gepackt. Ter als Zeuge vernommene Gatte der Erftangeklagten erklärte, daß seit dieser nächtlichen Szene die Radioleitung nicht mehr beschädigt wurde. Der leidiger bemerkte: „Sic hätten aber vorher das Nachthemd doch waschen lassen können." Kläger: ..Ich habe an dem Nachthemd, welches das wichtigste,Beweisstück ist, keine Veränderung vornehmen loffen wollen, es daher auch nicht waschen lassen." Der Richter beschloß, zur Aufklärung der mysteriösen Angelegenheit die Verhandlung zu vertagen. Vereine, BsrirSge und Versammlungen. Zionistische Sektion 6—8. Die 26. ordentliche > Generalversammlung findet Dienstag, den ö. b., 8 Uhr abends, im BereinKheöme, 8. Bezirk, Bennoplah 1a, statt. Der 8 Seiten starke Nechenschafjä-bericht ist bereits versendet; Reflektanten erhalten ihn kostenlos (-Telephon 26-2-66, halb 4 bis halb sechs Uhr nachmittags). Jüdisch-sozialdemokratische Arbeiterorganisation „Poale Zion". Am lö. Oktober werden, wie alljährliche die. -Abend- -,-kurse für jüdische Arbeiter und Angestellte eröffnet: Unterrlchlsgcgcnstände: a) Sprachen: Jiddisch, .Hebräisch, Deutsch, Englisch, bi Allgemeines Wißen: Sozialistisches Seminar, Rechnen und Buchhaltung, Palästinakunde, Jüdische Geschichte und Literatur. Die Einschreibungenfinden täglich, außer an -Sonntagen van 8 bis 6 Uhr statt. — „Hitachduth-Jugond", Wien, 2. Bezirk, Gtockengassc 30. Heute, halb 6 Uhr nachrnittags, Aartrag.Dr. M. Sbcinberg über: „Der Soziäüsmus in der .vitachdüthideologic". Montag, halb 8"Uhr abends, hebräische Sichcch unter Leitung von Dr. T a r t aikow er,) zu der hebräischsprechende Jugend-lrche eingeladen -werdemNächstc Woche,Beginn deS sozialistischen Seminars.. ...... . l tuattasse, Ottoman.?Ä»-S86S .S3SS S W S pe\xWaS' 1 0 Velours, geI' lläss»' ggS..** wvEW o^mÄteW°’s 51 aisf^6*6r