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Wiener Morgenzeitung · 1926-10-03 · Heft 2731 (3.10.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2731 (3.10.1926)
Date
1926-10-03
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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M. mt Men, Gumckrs «WWk 9(R|ERJtSltt| 3. OkKHer i$06 Sette 8 aas garem Velours-FIauscömöntel gehr fesch and dauerhaft 8 Wlnfßr-FlauscMntel mit Pelz verbrämt der t d grofle Krapnlk-Schlager Romand Travers wssss^v sehr kleidsam, gute Qualität 8 mit Pelz verbrämt . 8 88.— Velonranffntel mltPelz sehr echiok und dauerhaft 8 49, aus prima Astrachan* plttsoh, ganz mit Masv*5 rocaine gemtt. u. wattellert 8 Mnter-Tuchmflnlßl fesche Fasson, mit Pelz verbrämt sateeseie «S unerhört billig, ganz ge füttert. . . ..S OffomanmSntei die, große Mode, mit Pelz verbrüht . #S 78.—, B Mantel aus prima Winter Winter - CotclimnnmBntel m(Intelmt ■asha eanz ge eSKltnO ™ Pe“ verbrämt, prima Qualität mit Pelz verküttyrt und. mit Pelz verbrämt .......... S sehr vornehm; 8 135. 125, 8 1151 96 Kashn-VeloratinteIc% Glätte SeaiplDsclimlntel Seal-EieciricmBntel ganz gefuttertab 8 de Chine gefuttert, reich rntt Fellen verbrämt ..abS 2 WO mit Söide gefüttert f S Velours-aärchentblusen Velours- Sarchentklolder, Modeknro Winterkleider für starke Frauen Velours-BarchentschlaVröcke SchnttrlsamtschCafrScke Pongl- und Rohseidenblusen 3.90 5.90 9.80 6.90 17.90 17.90 Winterkleider Stoffkleider FlauschmSntel,. Veloursmäntel S 3.40 8 9.80 S 13.80 S 21.- Reiclipte Auswahl in Kleidern, Kostümen, Absndcapas, kleinen und großen Abendtoiletten und Pelzmänteln, Original-Pariser und eigene Modelle Der Riesenandrang zu unseren Verkaufabteilungen Ist ein derart enormer, das Wir unsere Kunden In liebenswürdiger Welse bitten, auch den Vormittag zum Einkauf zu benütze». itrniiR getreten und. halte mich für einen ebensolchen Muselman wie jeder hier." . Ter Kadi, dem der Name Vambery, der bekanntlich gleichfalls den nwhammchanischen Glauben angenommen hatte, nicht unbekannt war/ behandelte Hilly jetzt mit Üesonderet Zuvorkommenheit und auch die Menge,, die von dem Verhör erfahren hatte, bat den Gelehrten ehrerbietig st um Verzeihung. Dieser winkte ab und meinte: „Es hat nichts zu bedeuten, aber ich möchte doch gerne wissen, woran ihr'erkannt habt, daß ich kein geborener Mühammedaner bin?" Der Mann, der noch Oit dem Gesicht zur Erde lag, erhob sich und erwiderte: „Allah möge dein Gesicht -mit seinem Glanze,.bescheinen... -Du warst ja genau so, wie die übrigen Pom wahren Glauben. Deine Bewegungen, dein Gang und dein Blick waren ja nicht anders als die unserigen, als jedoch die Musikanten vor die heilige Kaaba traten, da begannst, dumit dem Fuß b en Takt znr Mnsik zn schlage-n . . . So etwas macht nur ein Europäer! Der Orientale besitzt zu viel Selbstbeherrschung^ um sich sozn-vergessen . . ." Die faschistische Tscheka. Der Faschismus gegen Vie Kachotikenverbände. Paris. 2. Oktober. „OeuM" inelbet aus R o m: Professor Cessi aus MaMna', der Borsitzender der Kat h 0 l i s ch e n Vereinig u u g ist, wurde Sonntag vor den Augen sei'.i.r Frau und Kinder von drei Mitglieder!! der faschistischen Tscheka hinterrücks ermordet. Der faschistische Konsul in Mantua setzte die Au flöf»ng d r latl o i'chen Verbände beim Bürgermeister durch. „Leben wir in der MttlMett?" Der gestrige Vortrag Martin Bubers. Martin B u b e r hielt gestern abends im Neuen Saal der Hofburg seinen ersten Vortrag im Nahmen des vom Kulturbund veranstalteten Vortragszyklus. Die Frage, die der Titel ausspricht sagte Buber in der Einleitung — sei keine metaphysisch e, sie beziehe sich vielmehr auf das wirkliche Leben des Menschen. Es ist. eine Frage nach der Lebe n s h a I t u n g des Menschen. Das Leben ist im Grunde ein Gespräch zwischen der.menschlichen. Person und der Wirtlichkeit, ein dialogisches Verhältnis/auf das man'verschiedentlich reagieren kann. .. Man.kann die Wirklichkeit von s i ch a u s e r s a s s e n, sie sich nur vergegenwärtigen öder'sie von ihrem eigenen Leben a u s u m f a s s e n. Büber stellt nun in Frage, ob wir die Wirklichkeit in der Tat' sachlich vollständig aufnehmen. Nein,.. Ivir nehmen die Wirklichkeit nur e n t g e g e n. Es gibt eine vitale Erfassung, rmt dom ganzen Wesen, und eine technische, die nur soviel von der Welt aufnimmt, als sie zur Verwendung, zur Arbeit notwendig hat. Es gibt Menschen und Zeitalter, die die Situation a.ufnehmen, andere, die sie in einer' nutzbar vereinsachten Form zu handhaben verstehen/mlt'der sie fertig werden (das sind die t e ch n i s ch edi Zeitalter), und eine dritte, sehr seltene Kategorie von Menschen und 'Zeitaltern, -die Buber die a n t iv o r t e n- . den upd verantwortenden nennt, die die jetveilige Lebenssituation in ihr weltmuwändelndes Wesen ' einbeziehen. Buber glaubt, daß hier das tiefste Hebel und die tieffte Not unserer Zeit zu suchen ist.- Unser ' Geschlecht ist nicht gewillt, bloß zu vergegenwärtigen7 es kann aber auch gleichzeitig nicht bewältigen, oder besser, es glaubt, nicht bewältigen zu können, also —7 verwendet es/'Es macht nutzbar. Mit dieserBerwen- . dungsstellung findet sich der heutige Mensch ab, und er bemüht sich, darin keinen Mangel zu sehen. Darum ist die Signatur unserer. Zeit eine technische. Unsere Zeit charakterisiert nun eine falsche S ach I i chk e i t, die nicht die Dinge wirklich umfaßt, sondern sich mit Fiktionen begnügt. Buber weist nun diese falsche Sachlichkeit in allen Gebilden unserer Zeit auf vom Staat Wer die Familie, die Ehe und das Leben mit sich selbst, wo auch au Stelle der wirklichen Auseinandersetzung mit sich selbst eine Fiktion getreten ist, ein Gespenst, das die anderen geschaffen haben bis zur Religion, die sich, statt den Menschen zur Wirklichkeit zu führen, zwischen ihn Und die Wirklichkeit stellt. E s g i b t alsokeinGebilde — meint Buber — das noch wirklich wäre. Das Verhältnis des Menschen zur Wirklichkeit ist zersetzt. Aber für die Menschen, die an dem jetzigen Leben verzweifeln und die einen neuen Weg suchen, muh diese ^Erkenntnis: von der allgemein herrschenden falschen Sachlichkeit den ersten Schritt zur Bewältigung der Wirklichkeit bilden. Dran muß in diesen Abgvund unerschrocken schauen können. Der jeweilige Ort des Umschwunges ist das Geheimnis des innersten Herzens im Menschen, das aus der Verzweiflung hervorbricht und z» einer neuen Art und Lebenshaltung führt. Die erste Esperanto tvanung. Ein Liebesroman aus. Esperanto, .wird dieser Tage in London sein feierliches Ende finden. Eshandelt sichum die Hochzeit des 9dechtsanwalte§ Holeman mit einem Fräuiein Schönau, einer ans Ungarn eingowanderten Musiklehrerin. Die beiden hatten sich vor zwei Fahren in Salzburg. beim Esperantolongreh > getroffen und seit dieser Zeit in der Weltsprache korrespondiert. Dieser Briefwechsel führte zur Verlobung. Zn einigen Tage» wird der Bischof Willesden das Paar in der St.-Geoxgs-Ka- Solle trauen. Dabei wird zum erstenmal in einer englischen ürche die Trauungszeremonie m bet Eis.peeB*- t*«Sprach« vollzogen werde».

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